© Schwäbische Zeitung - 25.04.2011

Diakon Borne erkärt den Kreuzwegbegeherinnen und Kreuzwegbegehern die einzelnen Stationen. (Foto: Laura Steinacher)

Gläubige begehen Kreuzweg

15 figürliche Darstellungen zeigen das Leiden Christi

 

Herbertingen / ls

 

Bereits zum elften Mal wurde traditionell am Karfreitag der Kreuzweg am Schandenberg begangen. Diakon Dr. Thomas Borne und die evangelische Vikarin Tabea Hartmann führten ökumenisch und mit verschiedenen Blickwinkeln durch die 15 figürlichen Darstellungen, die das Leiden Christi verbildlichen.

 

Als das Meisterwerk Gerold Jäggles gelten diese religiösen Abbildungen am Rande Herbertingens, eingebettet im oberschwäbischen Panorama. Unter den Eindrücken einer Jerusalemreise stellte der Ertinger Künstler vor elf Jahren den modernen Kreuzweg her.

 

Diakon Borne lud die Gemeinde dazu ein, zu entdecken, „was das Leiden und die Folter des Todes Jesu für eine Heilsdimension hat“. Er erklärte die Entstehung und Gestaltung der einzelnen Stationen, während Vikarin Hartmann jeweils die „biblischen“ Deuteworte dazu vortrug. Zum Schluss wünschten beide den zahlreichen Kreuzwegbegeherinnen und Kreuzwegbegeher zu Ostern eine „Ahnung des Heilsamen“.

 

© Schwäbische Zeitung - 22.04.2011

„Gegen Schokohasen habe ich nichts“

Pfarrer Johannes Unz über Osterbräuche und die Symbolik des Hasen

 

Aulendorf / sz

 

Ostern steht bevor, für die Kirche das wichtigste Fest im Jahr, für Kinder vor allem der Tag, an dem der Osterhase kommt. Über Bräuche und die Bedeutung von Ostern hat sich SZ-Redakteurin Melanie Braith mit Pfarrer Johannes Unz von der evangelischen Kirchengemeinde in Aulendorf unterhalten.

 

SZ: Wie erklären Sie als Seelsorger jungen Menschen das Osterfest?

 

Johannes Unz: An Ostern feiern wir den Tod und die Auferstehung Jesu. Beim Tod an Karfreitag stellt sich Gott auf die Seite der Menschen und macht sich selbst zum Opfer. Das tut er, damit wir Menschen die tröstliche Gewissheit haben, dass Gott ganz auf unserer Seite ist. Wir Menschen sind ja auf irgendeine Art auch Opfer und machen andere zum Opfer - wir alle müssen einmal sterben.

 

SZ: Und die Auferstehung?

 

Unz: Die Auferstehung rückt die menschliche Erfahrung, dass wir alle Opfer sind, in ein anderes Licht. Die Auferstehung durchbricht unserer menschlichen Sichtweisen. Wir haben den Glauben, dass wir durch die Auferstehung Christi auf ein ‚Mehr‘ hoffen können.

 

SZ: Und wie kommt da jetzt der Osterhase ins Spiel?

 

Unz: Heutzutage ist derHasen eher ein Symbol für Fruchtbarkeit, weil er sich im Frühling paart. Aber der Hase ist auch ein Symbol für den Auferstandenen ist, weil der Hase angeblich mit offenen Augen schläft. Deswegen verglichen schon die frühen Christen den Hasen mit dem auferstandenen Christus, der nie mehr entschlafen wird.

 

SZ: Wie wird in der Kirche Ostern gefeiert?

 

Unz: Wir in Aulendorf feiern am Gründonnerstag ein Abendmahl mit den Konfirmanden. Am Karfreitag feiern wir vormittags einen Gottesdienst mit Abendmahl. Dieser Karfreitagsgottesdienst hat einen besonders hohen Stellwert und das unterscheidet uns auch von der katholischen Kirche.

Für uns ist dieser Gottesdienst besonders wichtig, weil daran erinnert wird, dass Gott sich ganz für uns Menschen hingegeben hat. Am Ostersonntag wird um 5.30 Uhr die Osternacht gefeiert. Der Übergang von der Nacht in den Tag und vom Dunkel ins Licht symbolisiert die Auferstehung. Die Osterkerze wird entzündet, anschließend gibt es ein Osterfrühstück. In diesem Jahr haben wir übrigens etwas ganz besonderes vor.

 

SZ: Und was ist das?

 

Unz: Wir stellen am Sonntag unseren neuen Altar auf. Die Kirche wurde renoviert und der alte Altar abgebaut. Wir hatten lange Zeit einen provisorischen Altar als Übergang. Am Karfreitag feiern wir noch in einem komplett leeren Altarraum. Der neue Altar wird dann am Samstag aufgebaut.

 

SZ: An Ostern endet ja auch die Fastenzeit. Haben Sie gefastet?

 

Unz: Ja. Wir haben in der evangelischen Kirche die Aktion „Sieben Wochen ohne“. Ich habe auf Schokolade und Alkohol verzichtet. Das mache ich eigentlich jedes Jahr.

 

SZ: Ist es Ihnen schwer gefallen?

 

Unz: Am Anfang schon. Vor allem am Anfang bei den Süßigkeiten, weil der Mensch ja irgendwie schon sehr auf Zucker gepolt ist. Auf Alkohol zu verzichten war eher schwierig, wenn ich zu Geburtstagen eingeladen war und alle ein Glas Sekt getrunken haben.

Alles in allem finde ich die Passionszeit unheimlich befreiend. Sie zeigt mir, wie ich auf etwas verzichten kann, aber auch, dass ich mich auf neues einlassen kann. Durch den Verzicht wird mir bewusst, dass ich mir mit meinen Gewohnheiten im Leben oft selbst im Weg stehe und damit auch Gott keinen Raum geben kann. Ich habe auch mal versucht aufs Fernsehen zu verzichten. Das war richtig schwierig.

 

SZ: Sind die Gottesdienste an Ostern ebenso gut besucht wie an Weihnachten?

 

Unz: Leider nicht ganz so stark. Das ist schade, weil Ostern in der Kirche ja eigentlich noch ein zentraleres Fest ist als Weihnachten. Wobei ich es an Ostern sehr schön finde, nichts zu schenken. Die Kinder bekommen zum Geburtstag, zu Weihnachten und oft unterm Jahr Geschenke. Da muss man nicht noch etwas obendrauf legen. Außerdem hat es auch etwas Entlastendes. Man kann einfach feiern, ohne vorher viel organisieren und sich Gedanken über Geschenke machen zu müssen. Aber gegen Schokohasen habe ich natürlich nichts.

 

SZ: Wie feiert Ihre Familie denn Ostern?

 

Unz: Wir gehen in einen Gottesdienst und anschließend verstecken wir dann munter Ostereier und Osternester. Die werden dann sehr ausführlich gesucht. Da sind die Kinder und die Erwachsenen gleichermaßen begeistert.

© Schwäbische Zeitung - 10.04.2011

Ein bewegendes Konzert gaben die Sängerinnen von Crescendo in Oberholzheim. (Foto: Bailer)

Crescendo bringt Bonhoeffers Leben nahe
Neun Sängerinnen und ihre Begleitmusiker begeistern in der Oberholzheimer Peter-und-Paul-Kirche mit modernen Liedern über Wünsche und Glauben an Gott

 

Von Nicole Bailer

 

Oberholzheim: Die neun Sängerinnen, Alexandra Rief an den Percussion und Frank Gugumus am Klavier haben sich ausführlich mit dem Leben Dietrich Bonhoeffers und dessen Glaube auseinandergesetzt und wollen diesen den Menschen nahe bringen. Zitate Bonhoeffers wurden musikalisch arrangiert, wodurch der Besucher dessen Lebensweg persönlich erfahren konnte. Zwischen den Liedern wurde sein Lebens- und Sterbeweg durch Texte, Briefe und Zitaten Bonhoeffers verdeutlicht, vorgetragen von der Pfarrerin Doris Seitz-Kernen und Till Kernen.

 

Der Erlös des Konzertes geht an das Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach. Dort werden Familien mit unheilbar erkrankte Kinder betreut und somit eine Anlauf- und Erholungsstätte nicht nur für das erkrankte Kind, sondern für jedes Familienmitglied angeboten.

 

(Erschienen: 10.04.2011 23:55)

 

© Schwäbische Zeitung - 08.04.2011

Pfarrering Luiking (Foto: SZ)

Glaube: Kirche darf unterschiedlich sein

Andrea Luiking ist die neue Pfarrerin in Ummendorf – und fühlt sich schon ganz heimisch

 

Von Annette Grüninger

 

Ummendorf: „Das Wichtigste ist schon eingeräumt, der PC läuft und die Ordner sind ausgepackt“, sagt Andrea Luiking und weist mit einer Handbewegung auf das Regal hinter ihrem Schreibtisch. Vor gerade mal vier Tagen ist die 43-Jährige eingezogen und ihr Büro, in dem auch ein Tisch und mehrere Stühle für Gespräche bereitstehen, signalisiert bereits Tatendrang.

 

Hier wird sich allerdings nur ein Teil ihrer künftigen Arbeit abspielen. Andrea Luiking ist Pfarrerin und wird am Sonntag in einem Investiturgottesdienst in der Ummendorfer Versöhnungskirche eingesetzt. Knapp 2000 Mitglieder zählt ihre Gemeinde, die sich aber in einem weiten Umkreis, von Rindenmoos bis Füramoos, von Unteressendorf bis nach Reichenbach, zerstreut.

 

„Ein großes Gebiet“, meint Luiking und zieht sicherheitshalber lieber eine Landkarte zu Rate. Alle Orte habe sie nach so kurzer Zeit natürlich noch nicht kennenlernen können, entschuldigt sich die Theologin. Doch sonst habe sie sich schon ein bisschen eingelebt: „Ich finde es schön, wie freundlich die Leute hier sind und Interesse aneinander zeigen.“

 

Und auch Luikings besondere „Sprachkenntnisse“ schaffen wohl eine gute Basis für die Integration. Die vorherige Pfarrstelle war zwar im rheinländischen Troisdorf, gebürtig aber stammt die Theologin von den Fildern. „Jetzt kann ich wieder schwäbisch schwätzen“, ist Luiking begeistert und lacht: „Das genieße ich gerade absolut – das hat etwas mit Heimkommen zu tun.“

 

Nach und nach möchte die Pfarrerin nun Menschen und Orte ihrer Gemeinde kennenlernen. Sie werde wohl viel draußen sein, „um die Leute seelsorgerisch zu begleiten“. Das Herz der Kirchengemeinde aber schlägt in der Ummendorfer Versöhnungskirche: „Das Zentrum der Gemeinde, gerade weil sie so verteilt ist, ist der Gottesdienst.“

 

Und der findet hier in besonders vielen Formen statt. Ob Lutherische Messe oder Kirche im Grünen, Taizée- oder Frühstücksgottesdienst – Luiking ist beeindruckt von dieser Vielfalt und fühlt sich ein bisschen an Tansania erinnert, wo sie während ihres Studiums an den Universitäten Tübingen und Heidelberg ein halbes Jahr verbracht hat. Zusammen mit ihrem Mann Michael, der im Entwicklungsdienst tätig ist. „Dort habe ich erfahren, dass Kirche in verschieden Kulturen unterschiedlich aussehen kann – und doch auch viele Gemeinsamkeiten hat durch den einen Glauben an Jesus Christus.“ Zudem sei die Zeit in Tansania sehr durch die Ökumene geprägt gewesen: „Dafür bin ich natürlich auch hier offen.“

 

Hier in Ummendorf freut sich Luiking auf die Oberschwaben, „die noch anders verwurzelt sind im Glauben“. Und auch auf „viele schöne Radtouren“ und die Badeseen – „wirklich ein großes Plus“, findet die Pfarrerin.

 

(Erschienen: 08.04.2011 10:15) 

© Schwäbische Zeitung - 05.04.2011

Der Vorstand der Bauhütte Simultaneum: (v. l.) Markus Hoch, Johannes Walter, Thomas Stöhr, Kristel Buttschardt, Hans Beck, Herbert Pfender und Pfarrer Ulrich Heinzelmann. (Foto: gem)

Mutig: Kirchenbesucher dürfen klettern

Verein „Bauhütte Simultaneum“ hat ungewöhnliche Ideen, um Spenden zu gewinnen

 

Von Gerd Mägerle

Biberach

 

671,94 Euro befinden sich derzeit auf dem Spendenkonto des neugegründeten Vereins Bauhütte Simultaneum, der sich die Erneuerung der Kirchenheizung und der Elektrik der Stadtpfarrkirche St. Martin zum Ziel gesetzt hat. „Das gesamte Vorhaben kostet 2,064 Millionen Euro, fehlen uns also noch genau 2063328,04 Euro“, sagte Kassierer Markus Hoch am Montag bei der ersten Mitgliederversammlung des Vereins im Katholischen Gemeindezentrum St. Martin.

 

Die Versammlung wählte am Montag nun den Vorstand für die kommenden zwei Jahre: Stellvertretender Vorsitzender ist Hans Beck, Kassierer bleibt Markus Hoch, Schriftführer ist Thomas Stöhr und als Beisitzer ließen sich Herbert Pfender, Kristel Buttschardt und Johannes Walter gewinnen. Vakant blieb das Amt des Vorsitzenden, das Pfarrer Ulrich Heinzelmann zunächst kommissarisch übernimmt.

 

In der Versammlung entstanden Ideen, um Spenden zu gewinnen. Die spektakulärste kam von Monika Uhlmann-Gindele, die auch das Logo des Vereins gestaltet hat: Sie schlug vor, in der Kirche für einen begrenzten Zeitraum einen Hochseilgarten mit Klettergerüst aufzubauen, in dem man, ähnlich wie im Kletterpark Burrenwald, auf verschiedenen Parcours, die Kirche kletternd erkunden kann. Dafür müssten die Kletterer Eintritt bezahlen und hätten die Chance, die Kirche aus einer ganz neuen Perspektive zu erleben, sagt Uhlmann, die solche Projekte auch aus anderen Kirchen kennt. Technische und finanzielle Fragen sowie Versicherungsdetails müssten allerdings zunächst geklärt werden.

 

(Erschienen: 05.04.2011 16:45)

 

 

© Schwäbische Zeitung - 04.04.2011

Einbrecher verursacht Schaden in Kirche

Bad Saulgau / sz

 

Erfolglos ist am vergangenen Sonntagnachmittag, 3. April, für einen Unbekannten ein Einbruch in der evangelischen Christuskirche ausgegangen. Allerdings hat er Sachschaden in Höhe von etwa 400 Euro angerichtet.

 

Der Täter gelangte über die tagsüber geöffnete Haupttüre in die Kirche und stieg dann zur Empore hoch. Dort brach er die verschlossene Zugangstüre mit einem Werkzeug auf. Auf der Empore fand er aber nichts Stehlenswertes und ging wieder. In den zurückliegenden Wochen ist die Kirche mehrmals von einem Einbrecher heimgesucht worden. Die Polizei geht davon aus, dass es immer derselbe Täter war. Wer am Sonntagnachmittag verdächtige Personen beobachtet hat, wird gebeten, sich mit dem Polizeirevier Bad Saulgau unter Telefon (075 81) 48 20 in Verbindung zu setzen.

 

(Erschienen: 04.04.2011 13:55)

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