© Schwäbische Zeitung - 21.06.2011

Kinder pflanzen beim Bibeltag in Ochsenhausen. Foto: pr

Kinder pflanzen ihr Paradiesgärtlein mit Samen, die in der Bibel erwähnt sind
Ochsenhauser Kinderbibeltag widmet sich dem Gleichnis vom dreifachen Ackerfeld

 

Ochsenhausen (sz) -

 

Biblische Texte so aufzubereiten, dass sie Kinder verstehen können, das ist das Anliegen der Kinderbibeltage in Ochsenhausen. Am Pfingstsonntag hat es wieder einen solchen Kinderbibeltag der evangelischen Kirchengemeinde gegeben. Das Thema lautete dieses Mal: „Wir säen Zukunft.“

 

Im Mittelpunkt stand das Gleichnis vom dreifachen Ackerfeld. Pfarrer Jörg Schwarz führte in die biblische Geschichte ein. Schon im Monat zuvor war das Thema vom Kinderkirchen-Team um Sabine Track, Ines Naß, Gudrun Stumpenhorst-Schwarz und Pfarrer Schwarz in der Kinderkirche vorbereitet worden.

 

Beim Bibeltag erhielten Kinder und Eltern eine Samentüte der Mitmachaktion von „Brot für die Welt“ und konnten ihr Paradiesgärtlein gestalten. In der Tüte befanden sich Samen von Pflanzen, die auf der Erde zu den Hauptnahrungsmitteln zählen und die in der Bibel erwähnt sind.

 

Am Nachmittag standen neben Spielen und Singen ein Abschluss in der Kirche an. Dabei wurde aus den Paradiesgärtlein ein Bodenbild gestaltet, das den Wunsch nach einer besseren Welt illustrierte. Nach dem Segen durfte jeder sein Paradiesgärtlein mitnehmen, eine Postkarte soll von den Wünschen für eine bessere Welt berichten.

 

 

© Schwäbische Zeitung - 17.06.2011

Evangelischer Kirchenchor gestaltet Serenade

Bad Saulgau (sz) -

 

Zu einem musikalischen Sommerabend lädt der evangelische Kirchenchor am Sonntag, 26. Juni, um 20 Uhr ein. Der Kirchenchor unter Leitung von Hanne Aichler singt weltliches Liedgut aus vier Jahrhunderten – von M. Franck, F. Mendelssohn, J. Brahms, J. Rheinberger bis M. Göttsche. Dazwischen erklingen Suiten und Lieder von C. F. Witt, J. S. Kusser, H. Purcell und M. Reger, vorgetragen von einem Flötenquartett aus den Reihen des Chors. Der ehemalige Klosterhof der Franziskanerinnen und jetzige Oberamteihof mit seiner schönen Akustik bietet dafür den stilvollen Rahmen.

 

Der Eintritt ist frei. Spenden für die neugestaltete Christuskirche werden aber gern angenommen.

© Schwäbische Zeitung -14.06.2011

sZ/Foto: pr

Christen aus Valence treffen ihre deutschen Glaubensgeschwister

„Freundschaft – das ist wie Heimat“, so drückte sich Tucholsky aus und das empfanden auch die Gäste aus den Valencer Kirchengemeinden, die Anfang Juni zu Besuch in Biberach gewesen sind.

 

Die Basis der Begegnung, die zum vierten Mal als ökumenischer Austausch stattfand, ist der gemeinsame Glaube. Die evangelische Partnerschaft besteht bereits seit 35 Jahren, die Katholiken konnten dieses Jahr das 25. Jahr feiern. Ein Ausflug an den Bodensee beeindruckte. Am Tag darauf führte Pfarrer Heinzelmann die Valencer Christen und ihre Gastgeber – auf französisch – durch die Sankt-Martins Kirche und richtete das Augenmerk auf Details, die sich dem Besucher der Kirche nicht automatisch erschließen.

 

Am Samstagabend zelebrierten Heinzelmann und sein katholischer Amtsbruder Pfarrer Felix Kubola einen ökumenischen Gottesdienst in der Simultankirche, die Sankt-Martins-Chorknaben sangen. Im Rahmen des Beisammenseins im Anschluss feierten die Katholiken ihr Jubiläum. Die Begründer der Partnerschaft, Pater Anton Lötscher, der eigens aus München angereist war, und Pfarrer Jean-Marie Grangeon, gaben einen Rückblick. Die Katholiken gestalteten zum Abschluss mit Kubola am Sonntag in Reute einen Jubiläums-Gottesdienst.

© Schwäbische Zeitung - 11.06.2011

Der Zimmermann Thorsten Gerster arbeitet in luftiger Höhe. Pfarrer Ernst Eyrich freut sich, dass die Sanierung gut voran kommt.

Michaelskirche: Zimmerleutesanieren den Dachstuhl
Voraussichtlich bis August sollen die Arbeiten beendet sein

Von Roland Ray

 

WAIN -

 

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Das gilt auch für die Wainer Michaelskirche. „Wir wollten eigentlich nur die Elektrik erneuern“, sagt Pfarrer Ernst Eyrich. Die Leitungen stammen zum Teil noch aus der Frühzeit der Stromversorgung. Als die Architektin des Oberkirchenrats wegen dieses Vorhabens vor Ort war, bat der Seelsorger darum, sie möge das evangelische Gotteshaus einmal komplett in Augenschein nehmen. Vorsorglich.

 

Das tat die Architektin – mit weit reichenden Folgen. Sie entdeckte im mehr als 300 Jahre alten Dachgebälk gravierende Schäden, die bis dahin unbemerkt geblieben waren. Das Dach war früher einfach gedeckt; im Lauf der Zeit drang Wasser ein und setzte dem Holz schwer zu. Zum Teil zerbröselt es zwischen den Fingern. „Die Balken auf der Mauerkrone haben sich an vielen Stellen in nichts aufgelöst“, sagt Eyrich. Die Sparren liegen zum Teil auf nichts mehr auf.

„Wir sind froh und dankbar, dass die Schäden rechtzeitig entdeckt wurden“, betont der Pfarrer. Dass eine Reparatur keinen Aufschub duldete, stand für ihn sogleich fest: „Es geht schließlich um die Sicherheit.“ Gleichwohl fragte er sich bang: „Wer soll das bezahlen?“

 

Knapp 300 000 Euro wird es kosten, den Dachstuhl und die Elektrik der Michaelskirche zu sanieren. Auch ein neuer Anstrich ist in diesem Preis enthalten, das Gerüst steht ohnehin schon. Etwa die Hälfte der Summe muss die Evangelische Kirchengemeinde Wain aufbringen. „Wir verzehren unsere Rücklagen dafür“, sagt Eyrich. „Aber wir müssen uns nicht verschulden.“ Die Landeskirche steuert Geld aus dem Ausgleichstock bei. An der Finanzierung beteiligen sich ferner der Kirchenbezirk Biberach, die bürgerliche Gemeinde, das Denkmalamt sowie die Familien von Herman auf Wain und von Süßkind-Schwendi.

 

Seit Anfang Mai sind Zimmerleute der Firma Benedikt Schmid aus Gutenzell-Hürbel in der Michaelskirche am Werk. Sie prüfen die Sparren, Streben, Decken- und Kehlbalken und die Schwellen auf der Mauerkrone, ersetzen, was verfault ist, verbinden Alt und Neu. Millimetergenau sägen sie gesundes Fichten- und Douglasienholz zurecht und passen es ins Gestühl ein. Meter um Meter arbeiten sie sich vor, die Südseite ist fertig. Voraussichtlich bis August wird die Sanierung dauern.

 

 

© Schwäbische Zeitung - 08.06.2011

Für Kinder unter zwei gibt’s mehr Plätze

 

Aulendorf / mjb

 

Die Evangelische Kirchengemeinde will ab Februar 2012 die bisherige altersgemischte Gruppe, in der sowohl Kinder ab drei Jahren als auch Schulkinder nachmittags betreut wurden in einem Gruppe für Kinder von zwei bis sechs Jahren umwandeln. In der neuen Gruppe gäbe es 22 Plätze.

Der Kindergarten Grashüpfer möchte ab September eine Kleinkindbetreuung anbieten. Diese Gruppe würde in diesem Jahr fünf Kinder aufnehmen und im kommenden Jahr bis zu zehn Kinder. Der Kindergarten ist bereit, die Kosten für eine Fachkraft bis Ende 2012 selbst zu übernehmen.

 

Der Gemeinderat stimmte den Anträgen der evangelischen Kirche und des Kindergartens Grashüpfer zu. Allerdings unter der Bedingung, dass auch die evangelische Kirche notwendige Personalkosten für die U3-Betreuung selbst übernehmen muss. In Zukunft soll es in vier Kindergärten eine U3-Betreuung geben. Im Kindergarten Villa Wirbelwind gibt es sieben Plätze für Kinder unter drei, in St. Berta gibt es fünf Plätze. Im Kindergarten Grashüpfer gibt es fünf Plätze für Kinder unter drei. Weitere Plätze gibt es eventuell im evangelischen Kindergarten. (mjb)

 

© Schwäbische Zeitung - 01.06.2011

Alkoholsucht ist noch immer ein Tabuthema
Blaues Kreuz feiert 100-jähriges Bestehen – Helfer sehen auch in Zukunft viel Arbeit vor sich

 

Biberach (sz) -

 

Das Blaue Kreuz ist eine Anlaufstelle für Menschen mit Suchtproblemen. Dort finden sie Gesprächspartner, die sie motivieren, sich Hilfe in Form einer Therapie zu holen. In Biberach gibt es diese Anlaufstelle seit 100 Jahren.

 

Mehr als 300 Gäste haben mit dem Ortsverein am vergangenen Sonntag gefeiert. Am Vormittag stand ein Gottesdienst auf dem Programm, die Predigt hielt Jürgen Werth, der Direktor des Evangeliumsrundfunks aus Wetzlar.

 

Um die gesellschaftlichen Dimensionen von Alkoholsucht und anderen Suchterkrankungen ging es in der Podiumsdiskussion mit Oberbürgermeister Thomas Fettback, Stadträtin Marlene Goeth (Freie Wähler), Stadtrat Johann Späh (Grüne), Dekan Hellger Koepff sowie Vertretern des Blauen Kreuzes. Bei dem Gespräch wurde deutlich, dass Suchterkrankungen keine Randgruppenproblematik ist. „Sucht findet mitten in unserer Gesellschaft statt“, lautete ein Fazit. Aus diesem Grund waren sich die Vertreter von Stadt und Kirche einig, dass alle gefordert seien, das Problem gemeinsam im Auge zu behalten. Das könnte deutlich werden in einer neuen Festkultur, die ältere Generation wäre hier gefordert als Vorbild für Jugendliche zu dienen, so ein Ansatz.

 

Bei der Diskussion wurde aber auch deutlich, dass auch das Thema Alter und Sucht zunehmend an Bedeutung gewinnt. Es brauche die Anstrengung vieler, um etwas zu erreichen, stellten die Diskussionsteilnehmer fest. „Das Blaue Kreuz hat da mit seiner christlichen Werteorientierung seinen Platz unter anderen“, so der Biberacher Ortsvereinsvorsitzende Helmut Horseling.

 

Auch Angehörige leiden

Auch Reinhard Lahme, Bundessekretär des Blauen Kreuzes machte die nach wie vor Tabuisierung von Suchterkrankungen zum Thema. „Wir haben nur andere Formen gefunden, die Sucht zu verstecken“, fand er. Viele seien betroffen, auch Angehörige und Kinder von Abhängigen, aber kaum einer wage es, offen über die hohe Menge an Suchtmittelgebrauch in der Gesellschaft zu reden.

 

Am Ende der Veranstaltung ging der Blick nach vorne. Immer noch gebe es viel zu tun. „Für die Mitarbeiter des Blauen Kreuzes sei der Festtag eine Ermutigung gewesen, weiter helfend hinzuschauen, stellt der Biberacher Ortsvereinsvorsitzende Helmut Horseling fest.

 

Musikalisch umrahmt wurde die Festveranstaltung vom Chor „Biberach united“ unter Leitung von Michael Studer. Der Sporttherapeut Horst Pfefferle brachte den Saal in Bewegung.