© Schwäbische Zeitung - 23.03.2011

(Foto: SZ)

Bauhütte: Damit es in St. Martin warm wird
Mit einem neuen Verein wollen beide Konfessionen Geld für Kirchensanierung sammeln

 

Von Gerd Mägerle

 

Biberach: Fenster, die sich während des Gottesdienstes wie von Geisterhand öffnen, plötzliche Stromausfälle, eine Heizung, die nicht heizt, dafür aber bisweilen Knallgeräusche von sich gibt und die Gläubigen erschreckt – in der Stadtpfarrkirche St. Martin liegt zehn Jahre nach der letzten Sanierung bereits wieder einiges im Argen.

 

So wie Katholiken und Protestanten die Kirche seit Jahrhunderten gemeisam nutzen, so wollen die beiden Pfarrer Kaspar Baumgärtner (katholisch) und Ulrich Heinzelmann (evangelisch) die Sanierung von Heizung und Elektrik nun gemeinsam angehen. Dafür wollen sie ein Modell wieder ins Leben rufen, mit dem bereits Ende der 1990er-Jahre erfolgreich Spenden für die damalige Sanierung gesammelt hatte – den Förderverein Bauhütte Simultaneum.

 

Am 4. April soll der Verein offiziell unter dem Motto „Ein Mantel für St. Martin“ gegründet werden. „Das Bild vom heiligen Martin und dem Mantel ist vielschichtig und passt gut zu unserem Vereinsziel“, sagt Baumgärtner. Der Mantel stehe für Wärme, also eine intakte Heizung, aber auch für Außenfassade des Gotteshauses, die ebenfalls saniert werden müsse.

 

(Erschienen: 23.03.2011 18:50)

 

© Schwäbische Zeitung - 21.03.2011

(Foto: Niederer)

Hospizdienst freut sich über ein besonderes Präsent

Zum 15. Geburtstag schenkt der Singkreis ein schönes und eindringliches Benefizkonzert

 

Laupheim / son

 

Unter Leitung von Ludwig Schwedes sangen der Chor mit seiner Sopransolistin Annerose Wanner Psalmvertonungen und Lieder aus sechs Jahrhunderten, komponiert von alten Meistern und zeitgenössischen Komponisten. Die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde, Martina Servatius-Koch, und Ulli Körner, Diakon der Katholischen Kirchengemeinde, regten zwischen den Liedbeiträgen mit besinnlichen Texten zum Nachdenken an.

 

„15 Jahre Ökumenischer Hospizdienst, dass ist ein Grund zu Feiern, “ sagte Pfarrerin Servatius-Koch zur Begrüßung. Zum Jubiläum solle diese Arbeit wieder in den Mittelpunkt gerückt und bekannt gemacht werden. In den Lesungen wurden die Situationen sterbender Menschen beschrieben, aber der Hoffnung Worte gegeben: „Der Herr wird mich allem Bösen entreißen, er wird uns retten, er wird uns in sein himmlisches Reich führen“, zitierte Pfarrerin Servatius-Koch.

Auch wenn oft die Worte fehlten, etwa aus sprachlichen Barrieren oder bei Angehörigen anderer Religionen, könne trotzdem ein Weg gefunden werden, dem anderen Trost zu spenden.

 

Die Liedauswahl des Laupheimer Singkreises war abwechslungsreich. Einmal handelten die Lieder von den tiefen Nöten der Menschen, deren Verzweiflung und ihr Hadern mit Gott, wie etwa bei Mendelsohn-Bartholdys „Richte mich Gott: Warum lässest du mich so traurig gehn, wenn mein Feind mich drängt?“

Die Sängerinnen und Sänger gaben aber auch der Hoffnung und Dankbarkeit der Menschen Ausdruck, etwa mit: „ Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln, er weidet mich auf frischer Au und führet mich zu frischem Wasser.“

Mit frischen roten Rosen bedankte sich Inge Humm, die Einsatzleiterin des Hospizdienstes, bei den Chormitgliedern für das schöne und eindringliche rund einstündige Konzert.

 

(Erschienen: 21.03.2011 21:40)