© Schwäbische Zeitung - 29.11.2011

Der ehemalige Pfarrer der Christuskirche, Horst Oberkampf, mit seiner Ehefrau Rosl bei der Unterzeichnung der Urkunde, links Pfarrerin Dorothee Moser.

 

Christuskirche gründet Stiftung

 

Kapital von 100000 Euro soll für Unterhalt genutzt werden – 300000 Euro bis 2023 angepeilt

Von Mathias Kirchenmajer

BAD SCHUSSENRIED - In einem feierlichen Akt ist am Sonntag in der Christuskirche in Bad Schussenried die „Stiftung Christuskirche“ gegründet worden. Damit hat die Evangelische Kirchengemeinde das von ihr selbst gesteckte und vor einem Jahr ausgegebene Ziel erreicht, das für die Gründung der Stiftung erforderliche Kapital in Höhe von 100000 Euro zu beschaffen. Das Geld soll nun die Unterhaltung des Gemeindezentrums mit Kirche, Pfarr- und Mesnerhaus für die Zukunft gewährleisten.

Die stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Beate Walaschek-Leube, begrüßte die Versammelten, der Posaunenchor Aulendorf-Bad Schussenried begleitete die Veranstaltung musikalisch. Neben den Stiftungsgründern war Pfarrer Helmut Liebs von der Evangelischen Landeskirche in Stuttgart als Berater in Stiftungsgründungen dabei.

Walaschek-Leube schilderte kurz die Entwicklung des Vorhabens vom Entschluss bis zur Gründung. Besonderes Lob hatte sie für Pfarrerin Dorothee Moser und deren Ehemann, Alexander Steiner: Sie hätten mit enormem Einsatz den Arbeitskreis immer wieder ermutigt und daran gearbeitet, die Stiftung voranzubringen. Pfarrer Helmut Liebs gratulierte allen Beteiligten und dankte ihnen: „Sie haben gemeinschaftlich ein gewaltiges Werk geschaffen“.

Mehrere Gründer legten dar, weshalb sie Stifter wurden. Karl-Otto Denninger etwa identifizierte sich mit der Christusgemeinde. Besonders beeindruckt habe ihn das Kirchenasyl für eine Familie, der die Abschiebung drohte. Es sei wert, diese Kirche zu erhalten. Er wünsche sich, dass sich das Stiftungsvermögen rasch vermehre. Wolfgang Rieger erklärte, er sei mit seiner Familie in den 80er Jahren zugereist. Persönliche Ereignisse, wie Taufe der Kinder und Enkelkinder, Konfirmationen seien hier gefeiert worden. Sie seien mit der Christuskirche und den Menschen hier verbunden. Die Kirche sei hell und einladend, eine gelungene Lösung und erhaltenswert.

Harald Thyroff, der dem Arbeitskreis angehörte, erklärte, Pfarrer Helmut Liebs sei für ihn Initiator und Motor für die Gründungsarbeit gewesen. Er schilderte die Vorarbeiten, die für die Gründung erforderlich gewesen seien, und dadurch sei er selbst Stifter geworden.

In persönlichen Gesprächen mit weiteren Stiftungsgründern brachten diese immer wieder ihre enge Verbundenheit mit der Kirche und den Menschen hier zum Ausdruck. Im Anschluss wurden von Pfarrerin Dorothee Moser die Stifterinnen und Stifter namentlich zur Unterschrift aufgerufen. Damit war die „Stiftung Christuskirche“ gegründet.

Für die weitere Zukunft nannte Dorothee Moser ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2023 ein Stiftungskapital von 300000 Euro zu erreichen. Dafür hatte sie auch ein passendes Motto parat: „Alle sagten, das geht nicht. Da kam einer, der wusste das nicht und hat’s gemacht!“

© Schwäbische Zeitung - 29.11.2011

Die Senioren wurden beim Altennachmittag von den Konfirmanden der Gemeinde bedient. Foto: pr

Kinder und Kirchenchor flöten und singen

Beim Altennachmittag in Wain freuen sich die Gäste über musikalische Unterhaltung

Wain (sz) - Zum Altennachmittag am ersten Advent sind mehr als 60 ältere Mitglieder der Kirchengemeinde Wain der Einladung gefolgt und haben sich im Wainer Gemeindehaus an interessanten und abwechslungsreichen Beiträgen erfreut. Die Konfirmanden haben die Bedienung übernommen. Mit viel Engagement und Eifer kamen sie dabei ihren Aufgaben nach.

Nach der Begrüßung durch Pfarrer Albrecht Schmieg und Vikarin Rahel Kießecker sprach Bürgermeister Christian Schlenk. Er zitierte ein paar Seiten aus dem Buch „Gönn dir Zeit. Es ist dein Leben“ von Abtprimas Notker Wolf, in dem es um den Umgang mit dem Tod geht.

Nach einer Pause, welche die Gäste zum Kaffeetrinken und für Gespräche nutzten, erfreuten die Kinder des Flötenkreises Wain unter der Leitung von Renate Unterweger die Gäste mit bekannten und weniger bekannten Klängen. Im Anschluss trug der Kirchenchor Wain unter der Leitung von Gerhard Schließer zum Gelingen des Nachmittags bei.

Danach nahmen Pfarrer und Vikarin die Gäste auf eine Diashow mit. Der von Rogier von der Weyden gemalte Columba-Altar „Anbetung der Könige“ war mehrfach auf Dia aufgezogen worden, jeweils in unterschiedlicher Größe, sodass einmal der gesamte Altar zu sehen war und ein anderes mal nur ein kleiner Ausschnitt. Rahel Kießecker und Pfarrer Schmieg interpretierten die Bilder abwechselnd und machten die Besucher auf viele Details aufmerksam.

© Schwäbische Zeitung - 26.11.2011

Der Stiftung steht nichts mehr im Weg

Evangelische Christuskirchengemeinde Bad Schussenried hat 100000 Euro beisammen

Bad Schussenried (grü) - Noch befindet sich die evangelische Christuskirchengemeinde in Bad Schussenried in der heißen Phase des Endspurts – ihr großes Ziel aber hat sie bereits erreicht: Die angestrebten 100000 Euro Gründungskapital sind beisammen. Damit sind die rechtlichen Voraussetzungen für die Stiftung Christuskirche erfüllt, die am Sonntag aus der Taufe gehoben wird.

„Mich freut’s riesig, dass es uns gelungen ist, die Stiftung innerhalb eines Jahres zu gründen“, berichtet Dorothee Moser begeistert. Am ersten Advent vergangenen Jahres hatte die Pfarrerin mit den Kirchengemeinderäten und fünf weiteren Mitgliedern des Arbeitskreises Stiftungsgründung das ehrgeizige Ziel abgesteckt.

Anlass waren die anstehende Erneuerung der Glasfassade am Gemeindezentrum und die Dämmung des Dachs: Arbeiten, wie sie nach 40 Jahren bei einem Gebäude eben anfallen – und immer wieder anfallen werden. „Mir als Pfarrerin ist aber wichtig, dass genügend Geld für die lebendige Arbeit in der Gemeinde da ist“, sagt Moser, „und die Kirchensteuern nicht für das Gebäude draufgehen.“ Die Lösung: Eine Stiftung, mit der die Gemeindemitglieder heute für die nächste Generation Vorsorge treffen.

Mittlerweile ist die Kirche mit Gemeindezentrum wieder in gutem Zustand. Noch hat die Kirchengemeinde für die 150000 Euro teure Sanierung allerdings einen Teil ihrer Ersparnisse opfern müssen. In Zukunft sollen Arbeiten am Gebäude über die Zinsen der Stiftung finanziert werden. Dafür sorgen auch die Gründungsstifter, die sich mit einer Einlage von mindestens 2000 Euro beteiligt haben. 13 Einzelpersonen, 19 Paare und eine kirchliche Gruppe – der Posaunenchor Aulendorf-Bad Schussenried – hat der Arbeitskreis als Stifter gewinnen können. Hinzu kommen drei Banken, ein hiesiger Betrieb, die Stadt und die katholische Kirchengemeinde St. Magnus. Bei ihren Anfragen habe der Arbeitskreis „sehr positive, sehr unterstützende Resonanz“ erfahren, freut sich Moser – und noch sei das Rennen nicht gelaufen: „Man kann auch noch Last-Minute-Gründungsstifter werden.“

© Schwäbische Zeitung - 25.11.2011

Evangelische Christen rücken zusammen

Biberach (sz) - Die evangelischen Christen in Biberach rücken zusammen. Daher feiern die Gemeinden von Stadtpfarrkirche und Heilig-Geist-Kirche ab jetzt regelmäßig gemeinsam den Sonntagsgottesdienst in der Stadtpfarrkirche. „Wann könnten wir besser Neues beginnen als am 1. Advent“, fragt Dekan Hellger Koepff und verweist auf den Beginn des neuen Kirchenjahres. „Wer mit uns feiert, soll es warm haben“, ergänzt Pfarrer Ulrich Heinzelmann. Darum werden erstmals die Decken am Eingang ausgeteilt. Drei Geistliche halten zusammen eine Predigt. Zusammen mit Pfarrer Ulrich Weber von der Heilig-Geist-Gemeinde stellt Heinzelmann die Konfirmanden der beiden Kirchengemeinden vor. Der Posaunenchor sowie die Kantorei und das Vokalensemble Belcanto übernehmen die festliche musikalische Gestaltung des Abendmahlgottesdiensts.

© Schwäbische Zeitung - 25.11.2011

sz/Foto: pr

Lehrkräfte brauchen Stärkung

 

Im Rahmen eines Abendgottesdienstes in der Spitalkirche in Biberach sind drei Lehrerinnen mit der Erteilung von evangelischem Religionsunterricht beauftragt worden. Melanie Eichardt (Foto: links), die an der Grundschule Ehingen-Rißtissen unterrichtet, Christina-Susanne Häussler (Foto: mitte), die in Kirchdorf und Kirchberg Lehrerin ist und Sarah Lübche (Foto: rechts), die in Hohentengen eingesetzt ist, bekamen von Schuldekan Michael Pfeiffer (3. v. l.) ihre Vokationsurkunden der evangelischen Landeskirche in Württemberg ausgehändigt. Im gottesdienstlichen Rahmen wurden sie ermutigt, Kinder zu „starken Bäumen“ zu machen, die gut im Leben „verwurzelt“ sind. Dabei wurde deutlich, dass die Lehrkräfte selbst auch Stärkung brauchen. Darum kümmert sich die staatliche Fachberatung. Hier wurde gleichzeitig für den evangelischen Religionsunterricht Daniela Barth (2. v.l.) aus Laupheim als Fachberaterin begrüßt und Frank Halke (2. v. r.) aus Biberach mit Dank verabschiedet. sz/Foto: pr

© Schwäbische Zeitung - 23.11.2011

Advent


Kirchengemeinde präsentiert Krippe

 

Attenweiler (sz) - Die evangelische Kirchengemeinde Attenweiler präsentiert am ersten Adventssonntag, 27. November, im Gottesdienst um 9.30 Uhr in der Kirche in Attenweiler ihre in Eigenarbeit entstandene Krippe. Sie ist als Ganzjahreskrippe konzipiert und wird die Kirchengemeinde somit durch das ganze Kirchenjahr mit biblischen Szenen begleiten. Im Frühjahr wurde mit einem Aufruf im Gemeindeblatt für den Krippenbau geworben. Es meldeten sich rund ein Dutzend Gemeindemitglieder, die im Herbst mit der Fertigung der Figuren begannen. Im Anschluss an den Gottesdienst werden im Gemeindesaal die einzelnen Arbeitsschritte der Krippenentstehung in Form einer Bildpräsentation vorgeführt. Parallel dazu können Besucher bei Punsch und Gebäck am Büchertisch erste Weihnachtsgeschenke erstehen.

© Schwäbische Zeitung - 22.11.2011

Mit viel Spaß haben Kinder die Bibelwoche erlebt. Foto: pr

Kinder haben Spaß bei der Kinderbibelwoche

Unter dem Motto „Voll das Leben“ haben 60 Teilnehmer an der Veranstaltung des evangelischen Jugendwerks teilgenommen

Laupheim (sz) - An drei Nachmittagen boten die ehrenamtlichen Mitarbeiter ein vielfältiges Programm für 60 Teilnehmer an. Gemeinsames Singen und kurze Theaterstücke der Leiter bildeten den Beginn der Nachmittage. Anschließend bastelten und spielten die Kinder je nach Alter in verschiedenen Gruppen, von der Kindergartengruppe über Grundschüler bis zu Schülern der siebten Klasse.

Die Kinder und die Leiter waren mit Eifer und Spaß bei der Sache, was für eine ausgelassene Stimmung sorgte. Höhepunkte des Programmes waren ein Nachtgeländespiel im Schloßpark mit Abschluss am Lagerfeuer und ein gemeinsames Frühstück.

Wie in den Vorjahren, bildete der Gottesdienst den Abschluss der Woche. Kinder aus jeder der fünf Gruppen durften den Gottesdienst mitgestalten. Die Beiträge zum Gottesdienst wurden in den Gruppenstunden vorbereitet. Die Theatergruppe zeigte das an den Vortagen einstudierte Anspiel zum Thema Schöpfung. An der Taufe, die im Gottesdienst stattfand, durften die Kinder ebenfalls mitwirken. So brachten sie das Weihwasser zum Taufstein, präsentierten Plakate, auf denen sie ihre guten Wünsche für das Taufkind dargestellt hatten, und trugen die Fürbitten vor.

Fotos von der Kinderbibelwoche können auf der Internetseite www.ejl-online.de angeschaut werden. Wer sich für die regelmäßigen Gruppenstunden interessiert, findet dort auch Informationen und Termine zu den wöchentlichen Jugendgruppen.

© Evang. Gemeindeblatt Nr. 47 vom 20.11.2011

Text: Alexander Schweda

 

 

 

© Schwäbische Zeitung - 18.11.2011

Bartnings Werk zeigt sich in der „Diasporakirche“

 

 

Klang-Raum-Installation „Räume der Besinnung“ wird bei der Eröffnung gespielt

Erolzheim (sz) - Unter dem barocken Titel „Raum ist Spannung – Leben und Werk des (Kirchen-)Baumeisters Otto Bartning (1883-1959)“ eröffnet am Freitag, 25. November, eine neue Ausstellung in Erolzheim. Dafür öffnet die evangelische Kirche in Erolzheim („Diasporakirche“) um 19.30 Uhr. Die von der Otto-Bartning-Arbeitsgemeinschaft Kirchenbau (OBAK) in Berlin konzipierte Ausstellung wird aus Anlass des 60. Geburtstags der Diasporakirche nach Erolzheim geholt. Sie soll eine Gelegenheit bieten mehr über Otto Bartning und sein Werk zu erfahren. Seine aktuelle Bedeutung zeige sich beispielsweise auch darin, dass die Europäische Union gegenwärtig das internationale Projekt „Otto Bartning in Europa“ fördert.

Die Ausstellung besteht aus Architekturmodellen im Maßstab 1:100 von Kirchbauten Bartnings, großformatigen Ausstellungstafeln, audiovisuellen Präsentationen, Materialien zur Vertiefung und einer Hörstation, an der eine Rede Bartnings im O-Ton erlebt werden kann. Der Kirchenraum selbst wird dabei Gegenstand einer künstlerischen Interpretation: Als Attraktion wird die vom Klangkünstler Falk Zenker zum „Bauhausjahr 2009“ komponierte Klang-Raum-Installation „Räume der Besinnung“ gespielt. Durch die Klänge werden verschiedene Räume akustisch umgrenzt, projiziert, ineinander verschränkt und über das Hören erlebbar gemacht.

Zur Eröffnung am 25. November um 19.30 Uhr sprechen Pfarrer Dr. Hans-Jürgen Kutzner vom EKD-Zentrum für Qualitätsentwicklung im Gottesdienst und Immo Wittig vom Vorstand der OBAK und Kurator der Ausstellung zum Thema „Gebaute Theologie und Care-Pakete für die Seele: Kirchen Otto Bartnings“.

© Schwäbische Zeitung - 16.11.201

Nachgefragt

 

„Auch das Schweigen gehört zur Seelsorge“

 

 

Die Bankangestellten sowie die Kunden, die am Montag von zwei Bankräubern in der Maselheimer Raiffeisenbank bedroht worden sind, wurden nach der Tat von Notfallseelsorgern betreut. SZ-Redakteurin Helen Walter hat den stellvertretenden Geschäftsführer der Notfallseelsorge im Landkreis Biberach, den evangelischen Pfarrer Markus Lutz aus Bad Buchau, gefragt, worauf es bei der Betreuung der Opfer ankommt.

Wie wird die Notfallseelsorge tätig und in welchen Fällen wird sie informiert

Sie wird von der Leitstelle Biberach informiert. Kooperationspartner sind die Feuerwehr, die Polizei, das Deutsche Rote Kreuz und der Notarzt. Wir gehen als Seelsorger oft mit, wenn wir eine Todesnachricht überbringen müssen. Aber auch, wenn Schreckliches erlebt wurde. Jeder Einsatz ist anders.

Worauf kommt es an, wenn man Opfer eines Banküberfalls betreuen soll?

Diese Menschen mussten um ihr Leben fürchten. Da geht es als Seelsorger erst mal darum, für sie da zu sein und ihnen zu versichern, dass sie jetzt nicht mehr in dieser Situation sind. Gut ist es, wenn man die Opfer, die natürlich unter Schock stehen, dazu bringen kann, etwas zu erzählen. Wenn sie gar nicht sprechen wollen, wird es schwieriger, aber auch das miteinander Schweigen gehört mit zur Seelsorgearbeit.

Wie lange sind Sie dann bei den Menschen

Das ist unterschiedlich. Meist zwischen zwei und fünf Stunden oder so lange, bis die Familie bei den Betroffenen eintrifft. Dann können wir wieder gehen, aber raten bei der Verabschiedung auch dazu, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, insbesondere wenn der Schreck sich festsetzt und die Betroffenen auch nach mehreren Tagen nicht schlafen können.

Wie oft haben Sie Opfer von Banküberfällen zu versorgen?

Das ist vermutlich das erste Mal, dass wir in der Notfallseelsorge im Landkreis Biberach damit zu tun hatten. Und uns gibt es seit zehn Jahren.

© Schwäbische Zeitung - 16.11.201

Pfarrer Ernst Eyrich bedauert, dass der Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag mehr ist. Foto: arc

„Wer den Mut hat, Buße zu tun,erlebt Freude und Licht“

 

Heute ist Buß- und Bettag – Der evangelische Pfarrer Ernst Eyrich aus Wainüber den Bedeutungsverlust dieses Tages und den Wert der inneren Einkehr

Der protestantische Buß- und Bettag wurde 1995 zur Finanzierung der Pflegeversicherung in allen Bundesländern außer in Sachsen als gesetzlicher Feiertag gestrichen. „Das ist ein Verlust“, sagt Pfarrer Ernst Eyrich aus Wain im Gespräch mit Roland Ray. Gerade bei der heutigen Betriebsamkeit könnten Momente der Besinnung den Menschen gut tun.

SZ: Herr Eyrich, diesen Mittwoch ist Buß- und Bettag. Viele Menschen wissen nichts mehr damit anzufangen, arbeitsfrei ist auch nicht mehr. Was haben wir verloren?

Eyrich: Einen Sonntag mitten in der Woche, in Württemberg einst vom König eingeführt, auf dass die Leute über ihr Leben nachdenken und innere Einkehr halten sollten. Die Frage ist freilich, wer das in der Alltagshektik heute noch will und kann.

Brauchen wir solche Anlässe nicht wie eh und je?

Natürlich, der Bedarf ist geblieben. Doch diese Gesellschaft hat das „Stoppschild“, das der Buß- und Bettag darstellte, entfernt. Viele Menschen fahren nun achtlos über die Kreuzung – und wundern sich, wenn’s kracht. Der Buß- und Bettag lädt dazu ein, zu sich zu kommen und damit zu Gott. Buße tun heißt die Seele reinigen, sich von Schuld und Last zu befreien und umzukehren in die offenen Arme Gottes. Das ist für Leib und Seele ein großer Segen.

Haben Sie Hoffnung, dass die Gesellschaft diesen Segen für sich neu zu entdecken vermag?

Vielleicht merkt sie ja eines Tages, dass ihr ein Stück Seele genommen wurde. Heute jedenfalls sind viele am Sonntagabend erschöpfter als am Freitag, wenn sie von der Arbeit nach Hause kommen.

Wie begeht die Evangelische Kirchengemeinde Wain den Buß- und Bettag?

Mit einer deutschen Messe um 19.30 Uhr in der Michaelskirche. Bereits um 15.30 Uhr feiert Pfarrer Albrecht Schmieg in der Kapelle der Fachklinik für Neurologie Dietenbronn einen Buß-und-Bettags-Gottesdienst.

Werden die Menschen strömen?

Der Besuch ist deutlich schlechter als vor zehn Jahren. Daran merkt man, dass am Bewusstsein geschliffen wurde, das verliert sich schleichend.

Sie haben im Auftrag der Landeskirche eine Prädikantenpredigt zum Buß- und Bettag geschrieben, die verlesen werden kann, wo immer der Pfarrer gerade fehlt. Bitte tragen Sie unseren Lesern einige Sätze daraus vor.

Gern. Ich betone unter anderem: Buße klingt heute irgendwie altmodisch und dunkel, überholt und wenig trendig. Und doch gibt es zu ihr keine Alternative, wenn wir im Frieden mit uns selbst, mit unserem Nächsten und mit Gott leben wollen. Wer den Mut hat, sie zu tun, erlebt Freude und Licht.



© Schwäbische Zeitung - 15.11.201

Pfarrer Wolfgang sucht mit der Gemeindeversammlung finanzierbare Lösungen für die Zukunft. (Foto: Vera Romeu)

Verkaufen oder abreißen, das ist die Frage


Die Evangelische Kirchengemeinde kann das ehemalige Kindergartengebäude nicht mehr halten

Von Vera Romeu

Mengen Die evangelische Kirchengemeinde macht sich Gedanken, wie es nach der Schließung des Kindergartens mit dem Gebäude nun weiter gehen soll. In dem Gebäude war der Gruppenraum untergebracht, derzeit ist er übergangsweise an eine Yogaschule vermietet. Darüber liegt die Hausmeisterwohnung, sie ist aus den 50ger-Jahren und entspricht nicht mehr den modernen Wohnansprüchen. Im Untergeschoss haben sich die Jugendlichen der Kirchengemeinde in den vergangenen Wochen eingerichtet. „Wir brauchen natürlich einen Raum für die Jugendarbeit, wir können aber aus finanziellen Gründen das gesamte Gebäude nicht mehr halten. Es müsste dringend saniert werden, auf rund 500 000 Euro werden die Kosten geschätzt. Dafür fehlen uns die Mittel“, erklärt Pfarrer Wolfgang Raiser. Nicht nur dieses Gebäude muss saniert werden, sondern auch der Paulussaal. „Seit Jahren schieben wir dieses Vorhaben, jetzt wird es dringlicher, die Heizung kann jederzeit ausfallen“, erklärt Pfarrer Raiser. Der Oberkirchenrat hat der Gemeinde die Aufgabe gestellt, sich zu überlegen, wohin die Jugendarbeit verlegt werden könnte. Klare Vorgabe ist, das Kindergartengebäude aufzugeben. Die Gemeindeversammlung wurde einberufen, um Ideen zu entwickeln und Entwürfe zu besprechen.
Die Versammlung überlegte, ob das Gebäude verkauft oder abgerissen werden sollte. Beide Varianten haben Nachteile. Ideal wäre es, einen Investor zu finden, der das Gebäude kauft und saniert, das Untergeschoss der Kirchengemeinde für die Jugendarbeit aber weiterhin überlässt. Das hielten die meisten aber für unrealistisch. Auch möchte die evangelische Gemeinde nicht jede Folgenutzung neben der Pauluskirche haben: Ein zu Wohnzwecken umgebautes Gebäude wäre schön, ein gewerblich genutztes wird vielleicht zum Problem. Das Gebäude abzureißen, stand ebenfalls zur Debatte: „In der Gemeinde können sich manche vorstellen, nach dem Abriss einen Park mit Bäumen und Teich anzulegen“, berichtet Pfarrer Raiser. Doch entstünde neben der Kirche eine unschöne Lücke, die schwer zu gestalten wäre.
Für den Jugendraum eine gute Lösung zu finden, steht im Mittelpunkt der Überlegungen. Architektin Ulrike Höhle hatte vom Oberkirchenrat den Auftrag bekommen, Vorschläge auszuarbeiten, um den Jugendraum in den Paulussaal zu integrieren. Die Versammlung verwarf jedoch die Vorschläge: „Dieser Umbau würde Geld kosten und wir hätten dann für größere Veranstaltungen keinen Raum mehr. Auch wären Konflikte vorprogrammiert“, befürchtet Pfarrer Raiser. Der Vorschlag, einen Jugendraum unter dem ovalen Andachtsraum zu bauen, wurde ausgiebig diskutiert. Die 70 Quadratmeter Grundfläche würden zwar reichen, doch auch hier setzen die Finanzen klare Grenzen: Die Kirchengemeinde muss sich entscheiden, entweder den Paulussaal zu sanieren oder einen Jugendraum zu bauen. „Wir können nur eines der beiden Vorhaben schultern und sind auf die Zuschüsse des Kirchenbezirks und des Oberkirchenrats angewiesen.“, erklärt Pfarrer Raiser.

Pfarrerin Ines Fischer leitet die Jugendarbeit. Sie wünscht sich für die Jugendlichen einen Platz, wo sie sich kontinuierlich treffen können. „Es wäre schon gut, wenn der Jugendraum an der Pauluskirche angesiedelt bliebe. Da muss man schauen, welche Optionen möglich und vor allem finanzierbar sind“, erklärt die Pfarrerin.
Der Kirchenrat hat die vielen Ideen und Einwände der Versammlung aufgenommen und wird sich bald zusammensetzen, um letztendlich die richtige Lösung zu entwickeln.

© Schwäbische Zeitung - 15.11.201

 

Dialog der Religionen läuft


Bad Saulgau (sz) - Am Freitag, 18. November, wird ab 19 Uhr mit der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes der Dialog der Religionen, die Begegnung Christen-Muslime fortgesetzt, die von der evangelischen Erwachsenenbildung ins Leben gerufen wurde, um das gegenseitige Kennenlernen und Wissen übereinander zu verbessern. Beginnend mit einem Besuch der beiden Kirchen und der Moschee standen in den vergangenen Jahren verschiedene Fastentraditionen und religiöse Feste auf dem Programm sowie unter anderem die religiöse Erziehung der Kinder. Das nächste Treffen ist in der Moschee der Türkisch-Islamischen Union in der Schwarzachstrasse in Zusammenarbeit mit dem türkischen Elternbeirat. Muslime laden Christen zum offenen Gespräch und Austausch ein über das Thema „Der Islam früher und heute“. Im Frühjahr sind die Muslime bei den Christen eingeladen, wobei es um das Christentum früher und heute geht, und was sich verändert hat.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen gibt’s bei Doris Gaißmaier unter der Telefonnummer 07581/506515 und bei Dieter Braun (07581/7392).

© Schwäbische Zeitung - 15.11.201

Leute

 

Die Fachklinik für Neurologie Dietenbronn hat zwei langjährige Mitglieder des Besucherdienstes verabschiedet. Franziska Feilhauer (auf dem Foto links) und Anna Gretzinger (Dritte von links) engagierten sich seit vielen Jahren in ihrer Freizeit für die Patienten der Klinik. Sie übernahmen kleine Besorgungen am Krankenhauskiosk, begleiteten bei Spaziergängen und Gottesdiensten. Sie versorgten die Patienten mit Büchern, lasen vor oder hörten zu. Pfarrer Albrecht Schmieg bedankte sich im Namen der Seelsorge bei den beiden für ihre mitmenschliche Nähe und Aufmerksamkeit für die Sorgen und Nöte kranker Menschen. Jutta Hörmann, kommissarische Pflegedienstleitung der Fachklinik für Neurologie, betonte, wie wertvoll das Engagement für das Haus ist. Mit Unterstützung der Damen und Herren des Besuchsdienstes gelingt es, den emotionalen und seelischen Bedürfnissen der Patienten gerecht zu werden.

© Schwäbische Zeitung - 14.11.201

Polizist und Autor liest aus Kriminalroman

BAd Buchau (sz) - Der Autor Gerd Stiefel liest am Freitag, 25. November, um 19.30 Uhr im Goldenen Saal der Rehabilitationsklinik Schloss Bad Buchau aus seinem Buch „Stiefels Stein“. Darin erzählt er die Geschichte seiner Urgroßmutter. Karoline Stiefel war eine Frau wie unzählige um die Wende zum 20. Jahrhundert. Arm, zwölf Kinder, schwanger, plötzlich Witwe und mit einem hochverschuldeten Hof vor dem Nichts. Aber ein Gedenkstein auf der Schwäbischen Alb erinnert indirekt an ihr Schicksal. Gerd Stiefel ist der Bedeutung dieses Steins nachgegangen. Am Anfang der Geschichte steht ein Mord. Auf dem Heimweg wird der Urgroßvater des Autors ermordet. Auch dessen Großvater war 50 Jahre zuvor ermordet worden. Der Autor, Polizist und Kriminalbeamter, geht diesen Spuren in der eigenen Biographie nach. Ein regionaler Kriminalroman und ein spannendes Sozialdrama. Der Abend wird musikalisch gestaltet durch Markus Lutz auf der Laute. Veranstalter der Lesung sind die evangelische Klinikseelsorge und die Buchhandlung Thomas Lutz. Der Eintritt kostet drei Euro.

© Schwäbische Zeitung - 14.11.2011

Christof Sauer macht sich für Religionsfreiheit stark

Der evangelische Theologe aus Biberach leitet in Kapstadt ein internationales Institut

biberach/Kapstadt (epd) - Der gebürtige Biberacher Pfarrer Christof Sauer leitet jetzt das „Internationale Institut für Religionsfreiheit“ in Südafrika. Der 48-jährige Missionswissenschaftler und Religionsfreiheitsexperte ist im November von seiner Heimatkirche als Direktor ernannt worden. Das Institut beschäftige sich quer durch alle Fachrichtungen mit dem Thema Religionsfreiheit, so Sauer. Beispielsweise erforschten Psychologen die traumatischen Folgen religiöser Verfolgung und Soziologen verglichen die Intensität von Bedrängnis in Ländern mit der geringer Religionsfreiheit. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeiten sollen der Lobbyarbeit für diskriminierte und verfolgte Gläubige dienen.

Der promovierte Theologe hat zudem im Oktober eine außerordentliche Professur für Praktische Theologie und Missionswissenschaft an der Universität Stellenbosch erhalten.

Was bewegt einen Pfarrer, sich für Religionsfreiheit einzusetzen? „Religionsfreiheit ist der Gradmesser für die Freiheit einer Gesellschaft“, sagt Christof Sauer. „Religionsfreiheit ist unteilbar. „Wer sich für die Religionsfreiheit von Christen einsetzt, muss das auch für Angehörige anderer Religionen tun.“

Nach Schätzungen von Menschenrechtsexperten leben rund 200 Millionen Christen in Ländern mit eingeschränkter Religionsfreiheit und werden zum Teil diskriminiert oder verfolgt.

© Evang. Gemeindeblatt Nr. 46 vom 13.11.2011

Schwarz ist die Farbe von Gerhard Langenfeld

Eine Ausstellung zum Ende Kirchenjahres - ganz in schwarz

 

Gleiches ist nicht gleich

Mengen (Dekanat Biberach) - Ein goldener Herbst, ein roter Sonnenuntergang, schwarz wie die Nacht. Farben assoziieren Stimmungen. Der Künstler Gerhard Langenfeld aus Bad Saulgau zeigt das Licht und die Farbigkeit in der Farbe Schwarz. Demnächst in einer Ausstellung in Mengen.

Seit vielen Jahren arbeitet der Maler, der an der Kunstakademie in Stuttgart studierte, mit der Farbe Schwarz.  Seine Serie „Schwarzproben“ startete 2003 mit einem schwarzen Quadrat im Format 18x18 cm. Diese Arbeitsreihe umfasst mittlerweile über 1000 Exemplare im selben Format. Sie sind schwarz, aber nicht gleich schwarz. In seinem Atelier zeigt er ein Protokoll einer gemalten Schwarzprobe. Darauf steht: “Mischung aus Beinschwarz und Furnaceruß, 5 Schichtungen. Einmal mit Mischung aus Spinellschwarz, Tiefstschwarz, Graphit-Schwarzpuder übermalt, leicht gebürstet. Nr. 240, Reihe 68, Bild Nr. 5. Schwarzprobe auf 2,2 cm mitteldichte Faserplatte, 18,0 cm mal 18,0 cm.“ Wissenschaftlich, akribisch, rational wirkt der Beleg. Emotional, fast poetisch wirken die Namen der verwendeten Farbe.

In der Reihe werden die helleren und dunkleren Varianten erkennbar. Weiterhin gibt es Arbeiten deren Balken und Rechteck genau konstruiert wurden und die eine räumliche Tiefe suggerieren. Ein anderes Bild verführt zum Anfassen, so samtartig schwarz wirkt es. Seine Werke mit Autolack glänzen und spiegeln alles was sich ihnen gegenüberstellt. Ein optisches Spiel beginnt: Wo ist der Standpunkt, um sich nicht im Bild zu sehen und wo hat dieses Schwarze Bild die Lichtquelle aufgegriffen.

Auf die heutige Bilderflut reagiert Langenfeld mit Ruhe und Reduziertheit, mit Konzentration und Ordnung. Als Künstler und Kunsterzieher ist es im wichtig genau hinzusehen. „Die Werke sind wie ein Konzentrat, das vergleichendes Sehen wieder ermöglicht. Gleiches ist nicht gleich“ sagt der 56jährige Langenfeld.
 
Sein Wunsch „Sich Zeit zu nehmen, um die Nuancen zu sehen“ verknüpft sich mit dem Thema zum Kirchenjahrende von Pfarrer Wolfgang Raiser. Unter dem Titel „Die Nacht leuchtet wie der Tag“ lud Pfarrer Raiser ihn für eine kleine Ausstellung in die Pauluskirche in Mengen ein. Es wird eine Auswahl von Werken gezeigt, die das Zusammenspiel von Hell und Dunkel, von Fläche und Tiefe, von Form und Farbe zeigen. Für Pfarrer Raiser ist es eine besondere Erfahrung, diese Bilder in der Kirche zu zeigen. „Es erweitert die Wahrnehmung und die Gedanken und es hat etwas sehr Spirituelles“ beschreibt er. Gerade zum Jahresende beherbergt das Licht, das Leuchten und die Finsternis eine christliche Botschaft.  Zur Eröffnung der Ausstellung am 13. November um 17 Uhr wird zudem Prof. Hermann Schaffer aus Heidelberg Orgelwerke aus der Klassik, Romantik und Moderne spielen. Danach führt Gerhard Langenfeld durch die Ausstellung in der Pauluskirche.

 

von Inge Veil-Köberle

Info:
„Die Nacht leuchtet wie der Tag“
Ausstellungseröffnung und Geistliches Konzert am Sonntag, 13. November, 2011 um 17 Uhr in der Pauluskirche, Zeppelinstraße in Mengen. Prof. Hermann Schaffer spielt Orgelwerke aus der Klassik, Romantik und Moderne. Gerhard Langenfeld wird durch die Ausstellung führen.

© Schwäbische Zeitung - 11.11.2011

Gläubige sollen nicht mehr frieren müssen

 

Der Verein „Bauhütte Simultaneum“ will für eine Heizung sorgen

 

Biberach (vo) - Um in der kalten Jahreszeit erträglichere Temperaturen für Gottesdienstbesucher und Konzertgäste erreichen zu können, muss ein neues Heizsystem installiert werden. Dies soll nachhaltig und nach Kriterien der Sparsamkeit, vor allem auch im Blick auf die Folgekosten geschehen.

 

Um finanzielle Mittel zu beschaffen, haben Gläubige beider Konfessionen im Februar 2011 den Verein „Bauhütte Simultaneum“ gegründet. Die Pfarrer Ulrich Heinzelmann und Kaspar Baumgärtner gaben weitere Informationen: Der Bauausschuss der Stadt und der beiden christlichen Konfessionen, hat die Grundpfeiler für ein neues Heizungssystem und zur Sanierung der Stadtpfarrkirche gesetzt, geprüft und auch verabschiedet.

 

Bislang gibt es seit 1969 eine Sitzheizung, die lediglich 6 Grad erreicht und dann abschaltet; das ist zu wenig und führt zu unangenehmen Zugerscheinungen. Das heutige Ziel ist es, den Kirchenraum auf 12 Grad erwärmen zu können. Dies dient nicht nur dem Wohlbefinden der Gläubigen, sondern wegen geringerer Temperaturunterschiede auch der besseren Erhaltung des Gebäudes.

 

Der Architekt Siegfried Locher stellte das vorgesehene System mit Bodenheizung vor, das von Wärmepumpen und mit Brunnenwasser betrieben wird. Die Investitionskosten betragen brutto 1,3 Millionen Euro; der jährlich Unterhalt beläuft sich auf 6500 Euro. Die Bauzeit wird etwa ein Jahr betragen; während dieser Zeit sollen die Seitenkapellen für die Besucher zugänglich bleiben.

 

Der Vorstand appellierte an die Öffentlichkeit und an die Wirtschaft und warb um breite Unterstützung, viel persönliches Engagement und um Spenden zur deutlichen Verbesserung der Heizsituation und insgesamt zum Erhalt dieses europäischen Kulturdenkmals und baulichen Schmuckstücks von Biberach. Bezüglich finanzieller Unterstützung werden auch mit den Gremien der Stadt Gespräche stattfinden.

 

Der 2. Vorsitzende Hans Beck: „Man kann die Stadt nicht aus ihrer Verantwortung entlassen!“ Insgesamt ist man zuversichtlich, dass die Finanzierung in absehbarer Zeit stehen kann.Bäume bringen GeldAktivitäten im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit werden unter anderem ein Weihnachtsbaumverkauf am 10. und 17. Dezember auf dem Markt sein; der Reinerlös kommt dem Gotteshaus zugute.

 

Am Sonntag, 11. Dezember, gibt die „Kleine Schützenmusik“ in der Kirche ein Benefizkonzert zugunsten der neuen Heizung.

 

Die Vereinsmitglieder wählten Thomas Handtmann ohne Gegenstimme zum Vorsitzenden.

 

Am Mittwoch, 7. Dezember zeigt der Dramatische Verein in der Stadtpfarrkirche ein Weihnachtsspiel, und am 22. Januar 2012 veranstaltet der Lions Club Biberach seinen traditionellen Frühschoppen in der Gigelberghalle. Die Erlöse beider Veranstaltungen kommen der geplanten neuen Kirchenheizung zugute.

© Schwäbische Zeitung - 11.11.2011

Pfarrer Ulrich Heinzelmann, im Bild links, neben seinem katholischen Kollegen Pfarrer Casper Baumgärtner.

150 gespendete Decken sollen Christen in Sankt Martin wärmen

150 knallrote Decken haben zwei Kirchenvorstandsmitglieder für die Stadtpfarrkirche St. Martin gespendet. Die Heizung ist kaputt, die Leute frieren, der Verein Simultaneum Bauhütte versucht, eine neue Heizung zu planen und mit Spenden zu finanzieren.

 

Bis das in trockenen Tüchern ist, müssen nun die 150 Decken – gekauft für etwa 600 Euro – aushelfen. Die Idee kam den Spenderinnen, als sie gesehen haben, dass auch im Ulmer Münster Decken verwendet werden. „Sie sind aber nur ein vorübergehendes Hilfsmittel, bis die neue Heizung kommt“, sagt der evangelische Pfarrer Ulrich Heinzelmann (im Bild links, neben seinem katholischen Kollegen Casper Baumgärtner).

 

Der Verein braucht noch dringend Spenden, die aktuelle Spendensumme liegt bei 14000 Euro. Mittlerweile hat sich der Verein auf Grundpfeiler für ein neues Heizungssystem geeinigt. Casper Baumgärtner gibt sich zuversichtlich: „ Wir hoffen, dass die neue Heizung bis Weihnachten 2013 funktioniert und wir die Decken dann nicht mehr brauchen. Wir sind sehr dankbar für diese großzügige Spende.“


© Schwäbische Zeitung - 11.11.2011

Zahlreiche Bürger nahmen an der Gedenkfeier in Bad Buchau teil. SZ-Foto: KLAUS WEISS

73 Kerzen brennen zum Gedenken

 

Gedenkfeier in Bad Buchau erinnert an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft

 

Von Klaus Weiss

 

Bad Buchau - Alljährlich am 9. November wird auch auf dem Bad Buchauer jüdischen Friedhof der Opfer der NS-Gewaltherrschaft gedacht. Vor 73 Jahren brannte in Bad Buchau die Synagoge und jüdische Mitbürger wurden gedemütigt, beleidigt, verschleppt und in Konzentrationslagern ermordet.

 

Mit der festen Überzeugung, dass so etwas nie mehr geschehen darf, kamen zahlreiche Mitbürger zu der schlichten Gedenkfeier. 73 Kerzen in Form eines Davidsterns, für jedes Jahr eine, flackern vor der Gedenkstele. Vier Schülerinnen der Jugendmusikschule stimmten mit Klarinettenmusik auf das Gedenken ein, bevor Charlotte Mayenberger mit dem Gedicht „Ich bin ein Stern“ von Inge Auerbacher beginnt.

 

Auch nach 73 Jahren sei das Geschehene von damals immer noch berührend, so Pfarrer Markus Lutz. Mit Worten sei das Unfassbare fast nicht auszudrücken. Jede zerstörte Synagoge sei eine zu viel gewesen. Die Juden in Buchau seien Menschen wie wir alle gewesen, Mitbürger und auch Freunde, nur mit einer Besonderheit: Sie waren Juden, und wurden deshalb verfolgt.

Diesch liest aus Einstein-Brief

Bürgermeister Peter Diesch liest aus einem Brief von Sigge Einstein an Siegbert Einstein vor. Einstein schildert seine Eindrücke über die Pogromnacht in Buchau selbst. Die Buchauer, voran der damalige Bürgermeister Oechsle, haben die Löscharbeiten an der brennenden Synagoge tatkräftig unterstützt. Und auch die Buchauer „Landjäger“ hätten sich persönlich eingesetzt.

Aus den Lebenserinnerungen von Moritz Vierfelder, ein angesehener Bürger Buchaus, der während des Dritten Reichs auch zu leiden hatte, lasen Schüler der Federseeschule einige Passagen vor, in denen Vierfelder seine Eindrücke von damals festhielt. Die Kurzbiografien von fünf Buchauer Juden, die nach der Pogromnacht nach Riga deportiert wurden, vorgetragen von Schülern der Emele-Realschule aus Bad Schussenried, stimmten nachdenklich. Zeigten sie doch, wie grausam diese Zeit für die Betroffenen gewesen sein muss.

 

Keine Rückkehr

 

Kaddisch, eines der ältesten jüdischen Totengebete, verlieh der Gedenkstunde eine besondere Note. Zunächst auf Hebräisch von Pfarrer Markus Lutz, dann auf Deutsch von Pfarrer Karl Erzberger vorgetragen, folgte ein weiteres Musikstück. „D Jüdenna vo Bucha“, ein Gedicht von August Mohn, vorgetragen von Charlotte Mayenberger folgte. Mohn schilderte, wie er in Riga einem Bautrupp begegnete, bei dem er schwäbischen Dialekt vernahm. Es waren die Buchauer Jüdinnen, von denen keine mehr nach Buchau zurückkehrten. „Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt...“, das Lied der Hoffnung von Ben Chorim wurde zum Abschluss, begleitet von den vier Klarinetten, gemeinsam gesungen, und die Besucher legten nach alter jüdischer Tradition einen kleinen Stein beim Mahnmal mit den Namen der Shoa-Opfer nieder.

© Schwäbische Zeitung - 11.11.2011

Kantorei singt Requiem

Schütz schafft dreiteiliges, durchaus auch fröhliches Opus zum Thema Tod

 

Biberach (sz) - Die evangelische Kantorei Biberach, das Vokalensemble Belcanto sowie Vokal- und Instrumentalsolisten geben am Sonntag, 13. November, um 16 Uhr, unter der Leitung von Ralf Klotz in der Stadtpfarrkirche St. Martin ein Chorkonzert zum Kirchenjahresende.

 

Im Mittelpunkt stehen Heinrich Schütz' Musikalische Exequien, die als erste deutsche Requiemsvertonung bezeichnet werden darf, sowie weitere Motetten von Schütz, Bach und Mendelssohn. Die „Musikalischen Exequien“ gehören zu Schütz' wichtigsten Kompositionen. Die Begräbnismusik ist gegliedert in drei konzertante Teile, die mit dem Doppelchor „Herr, wenn ich nur Dich habe“ und dem Lobgesang Simeons „Herr, nun lässest Du Deinen Diener in Frieden fahren“ schließt. Damaliger Anlass war die Bestattungszeremonie des Landesfürsten Heinrich Posthumus von Reuß. Die Exequien, die das Thema Tod im Blick haben, sind aber keineswegs dunkel und dramatisch. Die erbauliche und auch fröhliche Musik zeugt von intensiver Beschäftigung mit dem Tod und dem hoffnungsvollen Glauben ans ewige Leben.

© Schwäbische Zeitung - 09.11.2011

Beim Erolzheimer Kinderbibeltag lebt die Wüste spielerisch auf. Foto: pr

Kinder folgen den Spuren der Magd Hagar in der Wüste

 

Ökumenischer Kinderbibeltag in Erolzheim endet nach einem Wettlauf an der Wasserstelle im Geschichtenerzählerzelt


EROLZHEIM (sz) - „Wüstenabenteuer auf Hagar’s Spuren“: Unter diesem Motto haben sich 60 Kinder beim ökumenischen Kinderbibeltag in Erolzheim auf die Spuren der Magd Hagar in die Wüste begeben.


Nach dem Beginn vor der sandfarbenen Wüstenkulisse mit Zelt erfuhren die Kinder von Benny, der Wüstenmaus, und einigen Mitarbeiterinnen von Hagar, die mit ihrem Sohn Ismael von Abraham in die Wüste geschickt und kurz vor dem sicheren Tod durch Gott gerettet wurde.


In Kleingruppen war dann ausreichend Gelegenheit gegeben, die Geschichte durch Gespräch, Spiele und Rätsel zu vertiefen. Außerdem wurden unter der Anleitung der elf Mitarbeiterinnen Nomadenbeutel aus Leder gebastelt. Am Nachmittag machten sich die Gruppen zu Fuß zu einem Wüstenabenteuer auf: zu brotbackenden Nomaden, zu einer Wasserstelle mit Wasserwettlauf, zum Beduinenzelt mit Tee und Feigen und zum Erzählerzelt.


Kinder spenden tosenden Beifall


Mit einem ökumenischen Gottesdienst mit Gemeindereferentin Rosi Hörmann, Pfarrerin Sauer und Pfarrer Braun ging der Kinderbibeltag zu Ende. Der tosende Beifall der Kinder zeigte den Mitarbeiterinnen und Eltern, dass ihnen der Kinderbibeltag wieder viel Freude gemacht hat.


Eigentlich lautete der Tenor am Schluss des Kinderbibeltags, angeboten von der katholischen Kirchengemeinde Erolzheim und der evangelischen Kirchengemeinde Erolzheim-Rot: „Es soll noch nicht vorbei sein!“

© Schwäbische Zeitung - 08.11.2011

Seit dem Umzug in die Schadenhofstraße kommen mehr Kunden in den Weltladen, sagen Susanne Barth und Arthur Reich.sz-Foto: Brauchle

Weltladen-Macher wünschen sich Fairness

Das Geschäft in Biberach bietet seit 30 Jahren fair gehandelte Produkte an

Von Angela Brauchle

Biberach - Am besten gehen Produkte wie Schalen, Tassen oder auch Taschen, die die Betreiber des Weltladens Biberach unter dem Begriff Kunstgewerbe zusammenfassen. Diese finden bei den Kunden großen Anklang.

Seit 30 Jahren besteht nun der Weltladen, dessen Mitarbeiter alle ehrenamtlich im Einsatz sind. Verkauft werden fair gehandelte Produkte: So werden Waren bezeichnet, die zwar in der dritten Welt produziert werden, für die Händler und Produzenten aber einen fairen Preis erhalten. Der Weltladen in Biberach verlässt sich dabei auf Importgesellschaften, die sich auf fairen Handel spezialisiert haben.

„Im Gegensatz zu früher kommen mehr Menschen, die bewusst in den Weltladen gehen, weil sie denken, dass Produkte aus fairem Handel besser sind“, berichtet die Vorsitzende des Vereins Weltladen Biberach, Susanne Barth. „Besonders der Kaffee läuft sehr gut.“

Gerechtigkeit statt Mitleid

Der Laden sei aus dem Idealismus entstanden, sich für eine gerechtere Welt einzusetzen, erzählt die frühere Vorsitzende des Vereins, Marie-Luise Krey. Auch Susanne Barth und der zweite Vorsitzende Arthur Reich sprechen über Ungerechtigkeiten auf der Welt, wenn sie über den Laden reden. „Der Leitsatz des Ladens könnte lauten: Gerechtigkeit statt Mitleid“, sagt die Vorsitzende. Wichtig für die Verbesserung des fairen Handels sei es, dass Menschen nicht nur aus Mitleid kauften. Spendenaktionen allein könnten die Verhältnisse nicht dauerhaft ändern. Susanne Barth glaubt, dass sich das Denken der Menschen in den Industrieländern ändern müsse: Sie sollten Produkte aus fairem Handel ohne den Hintergedanken kaufen, dass sie dabei etwas Gutes tun. „Das Ziel des Weltladens ist es nicht, möglichst viel Gewinn zu erzielen, sondern, dass die Händler in der Dritten Welt möglichst viele ihrer Produkte absetzen können“, erklärt Reich.

Vor etwa einem Jahr ist der Laden umgezogen, das neue Geschäft in der Schadenhofstraße ist größer und heller als das alte in der Pfluggasse. Es gibt eine gemütliche Kaffeeecke, wo sich Kunden gerne setzen.

Seit dem Umzug habe sich der Umsatz enorm gesteigert, sagt die Vereinsvorsitzende. „Zunächst gab es Anfangsschwierigkeiten. Wir hatten den Andrang unterschätzt, uns ging die Ware aus“, berichtet Reich. Inzwischen komme auch Laufkundschaft, ergänzt Barth: „Das liegt an der verbesserten Lage, an den besseren Öffnungszeiten und an den schönen Schaufenstern.“

Derzeit hat der Laden 30 Mitarbeiter, die ehrenamtlich arbeiten. „Alles läuft auf freiwilliger Basis und es funktioniert“, berichtet Reich. „Wir würden uns für die Zukunft wünschen, dass die Weltläden weiter so einen guten Zuspruch finden“, sagt Barth. Sie wünscht sich außerdem, dass noch mehr junge Leute in den Laden kommen.

In der nächsten Woche will der Weltladen sein 30-jähriges Bestehen feiern. Dann soll jeden Tag ein anderes Produkt vorgestellt werden. Der Weltladen in der Schadenhofstraße 11 hat folgende Öffnungszeiten: Montag von 12 bis 18 Uhr, Dienstag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und Samstag von 9 bis 13 Uhr.

© Schwäbische Zeitung - 08.11.2011

Etwa 100 Menschen kommen derzeit täglich zur Vesperkirche in die Evangelische Spitalkirche. sz-Foto: Eileen Kircheis

Vor dem Essen erklingt die Orgel

Etwa 100 Menschen täglich bekommen in der Vesperkirche eine warme Mahlzeit

Biberach (eis) - „Das Besondere an unserer Vesperkirche ist die schöne Atmosphäre in dieser schnuckeligen Kirche“, sagt Hermann Hagel, Vorsitzender des ökumenischen Arbeitskreises. Noch bis zum Samstag geben ehrenamtliche Helfer in der evangelischen Spitalkirche in Biberach Mittagessen aus. „Heute haben wir zwischen 80 und 90 Essen ausgegeben und morgen werden wir die Portionen nochmal auf 110 aufstocken“, sagt Hermann. Erfahrungsgemäß würden in den sechs Tagen während der Vesperkirche etwa 600 Menschen bewirtet.

Allein würden Hermann Hagel und der evangelische Pfarrer der Stadtpfarrkirche, Ulrich Heinzelmann diesen Ansturm gar nicht bewältigen können. Deshalb stehen den beiden 14 ehrenamtliche Helfer zur Seite. Aber auch prominente Unterstützung hat sich angekündigt. Landrat Dr. Heiko Schmid hat Essen ausgegeben, Kaffee verteilt und Geschirr abgeräumt, auch Oberbürgermeister Thomas Fettback will noch helfen.

Ab 12.15 Uhr werden die Hungrigen in der Spitalkirche bewirtet. „Aber es wird nicht gleich los gegessen, sondern vorher gibt es noch Orgelmusik und ein kurzes Gebet“, erklärt Hermann Hagel. Nicht nur Bedürftige sind eingeladen. „Wir haben hier vor allem ältere und alleinstehende Menschen, aber auch einige junge kommen vorbei“, erzählt Hagel. Für Erwachsene kostet das Essen vier und für Kinder zwei Euro. Bedürftige erhalten die warme Mahlzeit schon für einen Euro.

Im nächsten Jahr möchte Hermann Hagel die Vesperkirche vielleicht noch auf den Sonntag als eine Art Familientag ausdehnen. „Dann könnten wir direkt nach dem Gottesdienst mit einem Brunch beginnen.“

© Schwäbische Zeitung - 08.11.2011

Viel Spaß hatten die jungen Teilnehmer bei der Bibelwoche. Foto: pr

Kinder befassen sich mit Baumgeschichten aller Art

Evangelische Kirchengemeinde Wain hat zur Kinderbibelwoche geladen

Wain (sz) - Fast 50 Kinder kamen vom 2. bis 5. November jeden Vormittag im Evangelischen Gemeindehaus zusammen, um auf kindgerechte Weise mehr von Gottes Wort zu hören und zu lernen. Abgeschlossen wurden die abwechslungsreich gestalteten Tage mit einem Familiengottesdienst am Sonntag in der Wainer Michaelskirche, der ebenfalls sehr gut besucht war.

„Wie ein Baum gepflanzt an Wasserbächen“ - dieses Motto fand sich in allen Bereichen des Ferienprogramms wieder. So lernten die Kinder verschiedene „Baumgeschichten“ aus dem Alten und Neuen Testament der Bibel kennen. Am ersten Tag erlebten sie die Geschichte von Zachäus, der auf einen Baum geklettert ist, damit er Jesus sehen kann. Am zweiten Tag ging es um einen Ausschnitt aus Psalm 52, der vom Ölbaum handelt. Hier lernten die Kinder, was es bedeutet, tief im Glauben verwurzelt zu sein.

Am Freitag behandelten sie das Gleichnis vom Feigenbaum nach Lukas 13, welches auch den Predigttext für den Familiengottesdienst darstellte. Am letzten Tag wurde der sogenannte Schöpfungspsalm, Psalm 104, mit den Kindern durchgenommen.

Auch die Dekoration des Gemeindehauses war auf das Thema abgestimmt. Mit viel Ideenreichtum ließen die Mitarbeiterinnen die verschiedenen Baumarten für die Kinder lebendig werden. So erhielt jedes Kind ein Namensschild, welches aus einem Stück Birkenholz gefertigt war. Echte Oliven- und Feigenbäume schmückten den vorderen Teil des großen Saals im Gemeindehaus und sogar Holz, welches aus dem Dachstuhl der Kirche im Zuge der Renovierungsarbeiten entfernt werden musste, kam in einer Vertiefungsgruppe zum Einsatz.

Auch Kreativität gefragt

Mit vielen unterschiedlichen gestalterischen Mitteln konnten die teilnehmenden Kinder in kurzweiliger Art viel Neues lernen. Aber auch das kreative Gestalten kam nicht zu kurz. Jeden Tag wurde mit den Kindern gebastelt. Passend zum Thema erstellten die Kinder ein Baumtagebuch, in welches die älteren Kinder viele interessante Fakten zu dem jeweiligen „Tagesbaum“ aufschrieben und die kleineren ein schönes Bild des Baumes einklebten. Am Donnerstag bastelten sie zusätzlich eine „Blätterhand“, indem sie die Konturen ihrer eigenen Hand auf einem bunten Papier nachzeichneten und dann den Abdruck mit gepressten bunten Blättern ausklebten.

Am Freitag entstand unter der Anleitung der engagierten Helfer ein „Wachstumspäckchen“, in welches unter anderem ein Päckchen mit Sommerblumensamen, ein Kärtchen mit der Jahreslosung für nächstes Jahr und eine schöne Karte, auf welche die Kinder ihren Fingerabdruck aus Farbe setzten durften. Am letzten Tag gestalteten die Kinder mit Hilfe der Mitarbeiter Laternen. Vor und nach dem Familiengottesdienst konnten dann auch die Eltern, Großeltern und die Kirchenbesucher die gebastelten Kunstwerke der Kinder bewundern.


© Schwäbische Zeitung - 08.11.2011

Von der Sehnsucht nach der Liebe Gottes, der Hoffnung und dem Trost durch den Glauben sang der Evangelische Kirchenchor unter Leitung von Dr. Stefan Hofmann. Foto: Niederer

Chöre erhellen einen nebelgrauen Tag

Benefizkonzert in der Evangelischen Kirche begeistert das Publikum

Von Sonja Niederer

Laupheim - Mit ihren Beiträgen sorgten am Sonntagabend der Evangelische Kirchenchor, der Gospelchor „Chili con Vocale“ sowie Gastorganist Michael Frey aus Wain beim Benefizkonzert zugunsten des Gemeindehaus-Neubaus für Licht am Ende eines tristen nebelgrauen Tages.

„Wir freuen uns, dass sie hier sind“, hieß Pfarrerin Martina Servatius-Koch die Gäste willkommen. Organist Michael Frey gelang mit dem „Präludium in e“ von Nicolaus Bruhns ein sehr festlicher und feierlicher Beginn bei dem einstündigen Konzert. Sehr gut vorbereitet zeigten sich auch die Sängerinnen und Sänger der Chöre, die beide von Dr. Stefan Hofmann geleitet wurden. Ein abwechslungsreiches Programm wartete auf die Zuhörer.

„Kommt herzu, lasst uns fröhlich sein, jauchzet und singet“ lud der Evangelische Kirchenchor ein. Mit „Ein Licht geht uns auf“, „Komm Trost der Welt“ oder „Lobe den Herrn, meine Seele“ sorgte der Chor für weitere schöne musikalische Akzente in dieser konzertanten abendlichen Stunde. Die Lieder handelten von der Sehnsucht nach der Liebe Gottes, der Hoffnung und dem durch den Glauben erfahrenen Trost.

Die gleichen Themen behandelte auch sehr gelungen der Chor „Chili con vocale“ in Form von Gospels, wie etwa dem sehr schwungvollen „Swing low“, „ All night, all day“ oder „Let my light shine bright“. Auch Organist Frey passte sich den mitreißenden Melodien der afroamerikanischen Bevölkerung an und zeigte bei seinem Zwischenspiel „Danke- Swingfüglein“ von Matthias Nagel, dass sich die Königin der Instrumente auch ausgezeichnet eignet, um Swing auf ihr zu spielen.

„Chili con vocale“ fühlt sich aber nicht nur in der Welt der Gospels wohl. Zurück zur klassischen Chorliteratur kehrten seine Mitglieder bei Mozarts „Ave verum corpus“ und beim „Abendlied“ von Joseph Rheinberger.

Ganz untätig durfte natürlich auch das Publikum an diesem Abend nicht bleiben. Es folgte der Einladung gerne und sang bei den Stücken „Bewahre uns Gott“, und „Der Mond ist aufgegangen“ kräftig mit. Mit dem gemeinsam gesungenen „Halleluja“ des Komponisten Jan Campanus und der Zugabe „Oh happy day“ verabschiedeten sich die Chöre von ihren begeisterten Zuhörern.

983 Euro Spenden

Ein glücklicher Tag war es auch für die Evangelische Kirchengemeinde, die sich über am Konzertabend gespendete 983 Euro freuen konnte.

Beim ersten Benefizkonzert für den Gemeindehaus-Neubau Anfang Oktober im Kulturhaus, bei dem der Gospelchor von Boehringer Ingelheim zu Gast war, kam ein Reinerlös von 4679 Euro zusammen.


© Schwäbische Zeitung - 05.11.2011

Kirchliches Leben
Brass erläutert nachhaltige Geldordnung

ROT AN DER ROT (sz) - Über das Thema „Eine Welt - eine Währung, ist das möglich? Gedanken zu einer nachhaltigen Geldordnung, Utopie oder möglicher Lösungsansatz zur Reform der globalen Finanzmärkte?“ spricht Peter Brass, Steinhausen/Rottum, am morgigen Sonntag, nach dem Gottesdienst ab 9.45 Uhr in der Roter Christuskirche.

 

Zuerst gibt es eine Einführung zu Freigeldtheorie und Komplementärwährung sowie eine Beschreibung der Idee eines neutralisierten Währungs- und Wechselkurssystems für Zentralbanken. In einer ersten Anwendung kann dies zu einem geschützten Währungsraum für Entwicklungsländer führen. Peter Brass skizziert damit einen neuen Lösungsansatz für hochverschuldete Entwicklungsländer. Als Modellbetrachtung kann dies auch auf die globale Finanzkrise übertragen werden. Der Vortrag dauert rund 40 Minuten, anschließend Diskussion.

© Schwäbische Zeitung - 02.11.2011

Matthias Schließer und Lara Vogel moderierten den Abend. Foto: pr

Mutig: Jugend stellt sich vor die Kamera

Gottesdienst der besonderen Art befasst sich mit Gleichnis vom Verlorenen Sohn

Wain (deh) - „Zimmer frei“ – in Gottes Wohnung ist immer Platz – darum ging es am vergangenen Montag im Wainer Gemeindehaus. Wie in den vergangenen Jahren veranstaltete der Jugendkreis der evangelischen Kirchengemeinde Wain im Rahmen der „church night“ einen Gottesdienst der etwas anderen Art, um unter anderem daran zu erinnern, dass am letzten Tag im Oktober Reformationstag ist und nicht nur Halloween.

Nach der Begrüßung durch das Moderatorenduo Lara Vogel und Matthias Schließer und einigen Liedern – von der Band des Jugendkreises begleitet – wurde ein extra für den Abend gedrehter Film anstelle eines Anspiels gezeigt. Die Vikarin der evangelischen Kirchengemeinde Wain, Rahel Kießecker, griff dann das Thema des Filmes in ihrer Predigt über das Gleichnis vom Verlorenen Sohn wieder auf. Das mit etwa 130 Personen voll besetzte Gemeindehaus erbebte während der Filmvorführung mehrfach unter dem Lachen der Gottesdienstbesucher, waren doch die Schauspieler den meisten der Anwesenden gut bekannt.

Auch der Film griff thematisch das Gleichnis vom Verlorenen Sohn aus dem 15. Kapitel des Lukasevangeliums auf. Zuerst wurde ein erfolgreicher, älterer Geschäftsmann gezeigt, der nach dem Aufstehen in seinen schicken Anzug schlüpft und sich somit eine Maske für den Tag zulegt. Während er noch beim Frühstück sitzt, klingelt es an der Haustür. Draußen steht ein Landstreicher. Dadurch fühlt der Geschäftsmann sich an seine eigene Kindheit erinnert und die Zuschauer sehen den Film, der vor den Augen des Geschäftsmannes abläuft.

Sie erleben seine Kindheit, in der sich die Eltern viel streiten, den Leistungsdruck, den sie ihm mit den Noten machen, und wie sie ihn schließlich von daheim wegjagen. Genauso werden sie mitgenommen, als der Geschäftsmann älter wird und Freiheit sucht, indem er eigene Regeln aufstellt. Er nimmt einem kleinen Mädchen die Spardose weg, den Sternsingern die Spenden, hat etliche Freundinnen zur selben Zeit und verhält sich auch sonst so rücksichtslos wie man nur kann. In gewisser Weise „verprasst“ er sein komplettes Leben. Am Ende lässt er den Landstreicher, der Jesus symbolisiert, bei sich übernachten. Es bleibt offen, ob und wie sich sein Leben dadurch ändert.

Bei Jesus immer willkommen

Ähnlich verläuft das bekannte Gleichnis des verlorenen Sohnes. Der jüngere Sohn fühlt sich von seinem Vater eingeengt und will die Freiheit. Doch damit kann er nicht umgehen, er verprasst seine komplette Habe. Schließlich besinnt er sich und kehrt zu seinem Vater zurück, um dort als Tagelöhner zu arbeiten. Doch der Vater lässt ihn gar nicht ausreden, so sehr freut er sich über die Rückkehr des Sohnes. Ähnlich mag es mit einer Beziehung zu Gott aussehen. Bei Jesus sind wir immer willkommen, so wie wir sind.

Danach wurde bei „Luthrischen“ und „Wienerle“ noch lange über den gelungenen Jugendgottesdienst geredet.