© Schwäbische Zeitung - 24.07.2012

Foto: Rudi Multe

Dekan: Pfarrer Günzler hat Gemeinde geprägt

Die evangelische Kirchengemeinde verabschiedet sich von der Pfarrerfamilie – 16 Jahre in Bad Saulgau

Von Rudi Multer

Bad Saulgau - Unter großer Beteiligung der Bevölkerung, den Vertretern der Stadt und der anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften ist am Sonntag die evangelische Pfarrerfamilie Günzler aus Bad Saulgau verabschiedet worden. Pfarrer Stephan Günzler wird in Weingarten eine neue Stelle als leitender Pfarrer übernehmen. Mechthild Vogt-Günzler konnte wegen eines Klinikaufenthalts an der Abschiedsfeier nicht teilnehmen. In seiner Predigt im Festgottesdienst rief Stephan Günzler noch einmal zur Gemeinsamkeit in der Kirchengemeinde auf. Sogar Pfarrer Remppis, sein Vorgänger, war zusammen mit seiner Frau gekommen. Mit Pfarrer Samuel Hartmann, Klinikpfarrerin Dorothee Schieber und Pfarrerin Tabea Hartmann waren alle Pfarrer der Gemeinde an diesem Gottesdienst beteiligt.

Die letzten Gäste bekommen nur noch Stehplätze

In der evangelischen Christuskirche bekamen die letzten Gäste nur noch Stehplätze. Der Posaunenchor der Kirchengemeinde gestaltete den Gottesdienst musikalisch mit. Stephan Günzler hat das Orchester selbst viele Jahre geleitet. Der Kirchenchor unter der Leitung von Tabea Hartmann sang. Das musikalische Programm war auf den Abschied der musikalischen Pfarrersfamilie zugeschnitten.

Mit einem Teil seiner Predigt zum Paulus-Brief an die Philipper und zur Speisung der 5000 aus dem Neuen Testament betonte der scheidende Pfarrer noch einmal die Gemeinschaft einer Kirchengemeinde. Niemand dürfe ausgeschlossen werden, in Demut sollen sich die Menschen in der Kirchengemeinde begegnen. Stephan Günzler: „3300 Menschen warten darauf, Wertschätzung zu erfahren, damit sie einen Bezug zur Gemeinde bekommen.“ So gelinge es, Schätze zu heben. Er nannte als Beispiel das Gesangbuchprojekt „Da capo als fine“. Die Kirchengemeinde sang in einer Vielzahl von Veranstaltungen die Lieder aus dem Gesangbuch von Anfang bis zum Ende. Das sicherte Aufmerksamkeit über Bad Saulgau hinaus.

„Sie haben die Gemeinde geprägt und an nachhaltiger Stelle gestaltet“, sagte Dekan Helger Koepff aus Biberach. Die Musikprojekte, die Arbeit mit den Kindern und die Sanierung von wichtigen Gebäuden nannte er. „Alle Gebäude sind in bestem Zustand“, so der Dekan. Nach dem Gottesdienst verlagerte sich das Fest um und in das evangelische Gemeindehaus. Posaunenchor und Gospelchor Joyful Singers gestalteten die Feier. Hier moderierte die zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Karin Fuchs, den Stehempfang. Bürgermeisterin Doris Schröter dankte dem Ehepaar Günzler für seinen Einsatz in Bad Saulgau.

Zum Abschied gibt’seine Hummelfigur

Besondere Erwähnung fand die Neugestaltung der Christuskirche und der Aufbau des evangelischen Kinderhauses mit einem bis dahin neuartigen Angebot der Ganztagsbetreuung. Eine Hummelfigur gab’s zum Abschied. Statt Spitzbube habe sie sich dann aber doch für einen Gipfelstürmer entschieden, sagte sie schmunzelnd. Ulrich Mildenberger dankte für das Engagement des Ehepaars Günzler für die Notfallseelsorge und das neben der Arbeit fürs Pfarramt. Walter Knoll für die Bürgerstiftung hob Stephan Günzlers Engagement im Beirat der Bügerstiftung hervor und hatte als besonderes Abschiedsgeschenke einen Scheck über 1500 Euro für das evangelische Kinderhaus mitgebracht.

Besonders herzlich fielen die Abschiedsworte von Pfarrer Wolfgang Knor aus. „Wir waren gemeinsam unterwegs und das auf Augenhöhe. Es war eine unkomplizierte Ökumene“, sagte der katholische Kollege. „Sie haben eine große ökumenische Weite und dennoch einen klaren evangelischen Standpunkt", sagt Pfarrer Wolfgang Raiser aus Mengen. Man habe von Mengen schon immer mal nach Bad Saulgau geschaut, was die Gemeinde so mache, machte Raiser deutlich. Für das stets offene Ohr für die Belange der evangelischen Erwachsenenarbeit bedankte sich Doris Gaißmaier. Das Angebot des Dialogs der Religionen trage seine Handschrift.

Für den Posaunenchor sprachen dessen Leiter Alexander Fischer und Posaunist Claus Schumacher. Neben einem Buchgeschenk hatten sie ein ganz besonderes Geschenk. Noch einmal durfte der frühere Leiter das Orchester dirigieren. Dann ging es zum großen gemeinsamen Mittagessen im Gemeindehaus.

Herzlicher Abschied über Kofessionsgrenzen hinweg: Pfarrer Stephan Günzler (rechts) mit seinem katholischen Amtskollegen Wolfgang Knor. Foto: Rudi Multe



© Schwäbische Zeitung - 22.07.2012

Ökumenischer Gottesdienst am Marktplatz (Foto Bogenrieder)

Biberacher Jahr hat seinen Zenit erreicht


Biberach / sz cbk - Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, zu der auch die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde gehört, gestalten gestern einen außergewöhnlichen Gottesdienst auf dem Marktplatz. Pfarrerin Birgit Schmogro von der Friedenskirche und Diakon Damian Walosczyk von der Kirchengemeinde St. Martin predigen an Bauernschützen über Gott und die Biberacher. Die Kleine Schützenmusik umrahmte die Dankesfeierfeier musikalisch und Schüler verschiedener Schulen zeigten Zunfttänze aus längst vergangenen Tagen. Zudem wurde der neue Festwagen der Glockengießer gesegnet.

„Das Biberacher Jahr hat seinen Zenit erreicht“, stellte Diakon Walosczyk gleich zu Beginn seiner Predigt fest. Er blickte auf die vergangenen Schützentage zurück, erinnerte ans Feiern, Festen und Genießen, weckte dabei Heimatgefühle, dankte allen Verantwortlichen und sagte: „Schützen ist Gott gewollt, es macht uns fähig, wie Kinder zu sein.“ Und dies sei ein wunderbares Geschenk.

Pfarrerin Birgit Schmogro nahm die Gedanken des Diakons auf und spannte einen Bogen in die Zeit „nach der Schützen“. Da sei zunächst ausgeträumt mit „rund um mich her ist alles Freude“, weil auch in Biberach wieder Alltag ist. Sie sprach von der Vergänglichkeit des Schönen, der Freude, der Zeit und sorgte mit ihrer Geschichte vom wünscheerfüllenden Flaschengeist für herzerfrischendes Lachen.

Schmogro sagte dann mit Bezug zum Evangelium: „Als Christen können wir immer wieder auftanken, weil wir nicht allein sind.“. Sie munterte damit alle auf, den letzten Sonntag der Schützenwoche gemeinsam zu genießen und danach nicht in Katzenjammer zu verfallen, schließlich sei jeder Sonntag ein kleiner Festtag.

Viel Freude hatten die Besucher an den Zunfttänzen, die in den Gottesdienst eingebettet waren. Einer davon war der Erntekronentanz, der von und Schülern der fünften Klassen des Bischof-Sproll-Bildungszentrums (BSBZ) vorgeführt wurde. „Wir proben seit den Weihnachtsferien“, sagte deren Betreuerin, Margret Gaiser. Sie erklärte auch, dass das BSBZ im zweijährigen Turnus einmal den Bändertanz und einmal den Erntekronentanz zeigen darf.

(Erschienen: 22.07.2012 19:30)

© Schwäbische Zeitung - 21.07.2012

Die Wainer Konfirmanden entzündeten erstmals ihre selbstgestalteten Kerzen.Foto: privat

20 Konfirmanden bereiten sich vor

 

Kerzen und die Bibel dienen als Symbole für das Licht und das Wort Gottes

Wain (sz) - 20 Konfirmanden haben am Sonntag in der Michaelskirche in Wain zum ersten Mal ihre selbstgestalteten Kerzen angezündet. Die Kerzen sind Symbol dafür, dass Jesus Christus Licht ist auf ihrem Lebensweg und sie auch auf dem Weg zur Konfirmation 2013 begleitet. Aber auch die Konfirmanden selbst sind Licht in der Welt für ihre Mitmenschen und somit auch für die Evangelische Kirchengemeinde Wain. Mit ihren vielfältigen Begabungen und Persönlichkeiten bereichern sie das Gemeindeleben der Kirchengemeinde, wie Vikarin Rahel Kießecker betonte.

Im Vorstellungsgottesdienst erfuhren die Gottesdienstbesucher einiges über die Teenager, die bis zur Konfirmation einmal wöchentlich im Evangelischen Gemeindehaus zusammenkommen, um sich mit Themen des christlichen Glaubens zu beschäftigen. So wurden sie darüber ins Bild gesetzt, welche Lieblingsgerichte, Hobbies und Berufswünsche die Konfirmandengruppe hat und was sich die jungen Menschen für ihr Leben vornehmen.

Pfarrer Ernst Eyrich und Vikarin Rahel Kießecker überreichten den Konfirmandinnen und Konfirmanden ihre Bibeln als Geschenk der Evangelischen Kirchengemeinde. Das Wort Gottes soll in ihrem Leben durch die tägliche Bibellese geistige Nahrung sein. Vikarin Kießecker betont: „Das Wort Gottes ist wie Regen und Schnee, der auf die Erde fällt und nicht mehr zum Himmel zurückkehrt, sondern die Erde befeuchtet, so dass der ausgesäte Samen wachsen kann und Brot gibt, zu essen, wie der Prophet Jesaja in Kapitel 55 schreibt.“ Und dort heißt es weiter: „So soll das Wort, das aus meinem Munde geht, auch sein: Es wird nicht wieder leer zu mir zurückkommen, sondern wird tun, was mir gefällt, und ihm wird gelingen, wozu ich es sende.“


© Schwäbische Zeitung - 21.07.2012

Der Palmsonntag ist ein wichtiger Termin im kirchlichen Kalender. Überhaupt ist Bad Saulgau in Sachen Religion gut aufgestellt. Foto: Thomas Warnack

Kirchengemeinden leben die Ökumene vor

 

Religion genießt einen hohen Stellenwert – Gottesdienstbesuch lässt zu wünschen übrig

Von Dirk Thannheimer

Bad Saulgau - Katholiken, Protestanten, Muslime, Freie Christengemeinde, Siebenten-Tags-Adventisten, Evangeliums-Christen, Zeugen Jehovas, neuapostolische Gemeinde: In Sachen Religion ist Bad Saulgau äußerst aktiv. „Religion hat hier einen hohen Stellenwert“, sagt der evangelische Pfarrer Stephan Günzler. 3300 Mitglieder, davon 600 aus Herbertingen, zählt aktuell die evangelische Kirchengemeinde. Im Vergleich dazu: 1970 waren es etwa 200 Mitglieder. „Die Gemeinde ist deutlich gewachsen. Das liegt unter anderem auch an den vielen Russlanddeutschen, die nach Bad Saulgau gezogen sind“, so Günzler.

Dennoch sei der Gottesdienstbesuch relativ schwach. Etwa vier Prozent der Mitglieder füllen bei den Gottesdiensten die Kirchenbänke. „Es waren auch schon weniger. Wir wachsen leicht auf niedrigem Niveau“, ergänzt Günzler. Aber es gibt ja nicht nur Gottesdienste. Die evangelische Kirchengemeinde bietet zusätzlich Angebote für alle Altersgruppen – angefangen von Kind bis zu den Senioren, die in der Altenbegegnung aktiv sind. Nur in der Altersklasse zwischen 30 und 50 Jahre klaffe laut Günzler eine Lücke. „Dafür sind wir im Bereich der Kirchenmusik sehr rege. Und wir haben ein großes Gemeindehaus, in dem viele Gruppen ein- und ausgehen.“ Dort fand kürzlich die ökumenische Kirchengemeinderatssitzung statt. Beim Stichwort Ökumene findet Günzler nur lobende Worte. „Die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirche ist ausgezeichnet. Man inspiriert sich gegenseitig. Das ist eine Vorzeigeökumene.“ Vorzüglich klappe auch die Zusammenarbeit mit der muslimischen Gemeinde. „Zwei Termine pro Jahr sind installiert, um voneinander etwas zu erfahren.“ Personell sieht es in der evangelischen Kirchengemeinde mit einer Militärpfarrerin und zwei Pfarrern noch gut aus. Noch, denn Günzler macht sich Sorgen um den Nachwuchs. „Aber ich bin kein Mensch, der schwarz sieht. Es kommen auch wieder bessere Zeiten“, ergänzt Günzler. Schlechte Zeiten, in denen es zahlreiche Austritte gab, sind vorbei. Nicht einmal zehn Austritte seien registriert.

Personal reicht nicht aus

20 bis 25 Austritte pro Jahr meldet die katholische Kirchengemeinde mit rund 12 000 Mitgliedern. „Die Austrittswelle ist vorüber“, sagt der katholische Pfarrer Wolfgang Knor, gleichzeitig Leiter der Seelsorgeeinheit Bad Saulgau. Sorgen bereitet Knor auch der schwächer werdende Gottesdienstbesuch. Wobei speziell in den Ortsteilen der Gottesdienstbesuch bedeutend besser sei als in der Kernstadt – „und zwar signifikant“. Die meisten Gottesdienstbesucher sind im Übrigen im Kloster Sießen zu finden.

Fast viermal so viele Mitglieder bedeuten mehr Personal. Fünfeinhalb Planstellen gibt es in Bad Saulgau. „Das ist trotzdem viel zu wenig. Wir stoßen alle an unsere Grenzen", so Knor, der in der Regel selbst drei Gottesdienste am Wochenende hält. Aber Gottesdienste sind nicht alles. Hochzeiten, Taufen oder Beerdigungen – die katholischen Pfarrer sind omnipräsent. „Ohne Ehrenamtliche und Pensionäre könnten wir das ganze Programm gar nicht stemmen“, ergänzt Knor, der an die zusätzlichen Gottesdienste in den Kliniken und Seniorenheimen erinnert. Dazu kommen viele Sondertermine wie Gottesdienste bei Einweihungen von Vereinsheimen, Jahrgängergottesdienste oder ähnliche Veranstaltungen. Groß ist generell die Nachfrage nach den vielfältigen Angeboten der katholischen Kirchengemeinde. „Wir haben querbeet alles zu bieten“ – angefangen von der Nachbarschaftshilfe über die Begleitung von Angehörigen bei Sterbefällen bis zu Beratungsdiensten. Knor trägt außerdem die Verantwortung für ein Budget in Höhe von fünf Millionen Euro, 30 kirchliche Gebäude müssen unterhalten werden. „Es kommen immer mehr Aktivitäten hinzu“, sagt Knor. Nur das Personal wird nicht mehr.

Fazit: Der Glauben ist fest verankert in Bad Saulgau, die Kirchengemeinden leisten gute Arbeit. Nur auf Dauer wird es schwierig sein, mit dem vorhandenen Personal die Gottesdienste zu halten. Unter den derzeitigen Umständen ist es umso wichtiger, dass die Ökumene intensiv gelebt wird.

Der Palmsonntag ist ein wichtiger Termin im kirchlichen Kalender. Überhaupt ist Bad Saulgau in Sachen Religion gut aufgestellt. Foto: Thomas Warnack

© Schwäbische Zeitung - 16.07.2012

Webers Predigt stößt auf Kritik

 

Biberach (gem) - Er habe ein Signal setzen wollen, dass die Kommunikation in der Stadt sich wieder verbessern müsse, sagte der evangelische Pfarrer Ulrich Weber gestern der SZ. Der Seelsorger der Biberacher Heilig-Geist-Gemeinde hatte am Samstagabend die Festpredigt beim Jahrgänger-Gottesdienst in der St.-Martins-Kirche gehalten, die für einigen Diskussionsstoff sorgte.

Es gehe rund in Biberach während des Schützenfests, sagte er von der Kanzel, „doch es läuft nicht rund in Biberach“. Er brachte die Parabel eines Mühlrads, dessen einzelne Teile plötzlich beschließen, nicht mehr zusammenzuarbeiten, bis das Mühlrad schließlich auseinanderfällt, weil jedes Teil das tut, was es will.

Er verglich dies mit der Situation in Biberach, den Zerwürfnissen im Gemeinderat, den Konflikt um die Sicherheit des Schützenfests und spielte an auf den OB-Rücktritt: „Am vorläufigen Ende gibt einer auf.“ Es fehle an wichtiger Stelle ein Mensch, verschlissen im Streit der Glieder des Mühlrads“ so Weber. Die Kommunikationskultur in der Stadt brauche eine Überholung, sonst passiere Ähnliches wieder, so Weber zur SZ. Dies sei keine Kritik an einzelnen Personen gewesen, sondern eine Handlungsaufforderung an alle.

Geärgert hat sich über die Predigt vor allem der Vorsitzende der Schützendirektion, Klaus Bott: „Ich dachte, ich bin im falschen Film“, sagte er gestern öffentlich in der ersten Heimatstunde mit Bezug auf deren Motto „100 Jahre Kino in Biberach“. Es störe ihn, dass das Fest dadurch politisiert werde, meinte er gegenüber der SZ. Er wolle während des Fests aber nicht nachkarten, wohl aber nach den Festtagen nochmals das Gespräch mit der evangelischen Kirche suchen. Der Erste Bürgermeister Roland Wersch sprach gestern gegenüber der SZ davon, dass mit der Predigt Dinge einseitig dargestellt worden seien. Kommentar

Der Wortlaut von Webers Predigt steht im Internet unter www.schwäbische.de/biberach

© Schwäbische Zeitung - 15.07.2012

Webers Predigt stößt auf Kritik - die Predigt im Wortlaut

 

Biberach / gem Er habe ein Signal setzen wollen, dass die Kommunikation in der Stadt sich wieder verbessern müsse, sagte der evangelische Pfarrer Ulrich Weber der SZ. Der Seelsorger der Biberacher Heilig-Geist-Gemeinde hatte am Samstagabend die Festpredigt beim Jahrgänger-Gottesdienst in der St.-Martins-Kirche gehalten, die für einigen Diskussionsstoff sorgte.


Es gehe rund in Biberach während des Schützenfests, sagte er von der Kanzel, „doch es läuft nicht rund in Biberach“. Er brachte die Parabel eines Mühlrads, dessen einzelne Teile plötzlich beschließen, nicht mehr zusammenzuarbeiten, bis das Mühlrad schließlich auseinanderfällt, weil jedes Teil das tut, was es will.


Er verglich dies mit der Situation in Biberach, den Zerwürfnissen im Gemeinderat, den Konflikt um die Sicherheit des Schützenfests und spielte an auf den OB-Rücktritt: „Am vorläufigen Ende gibt einer auf.“ Es fehle an wichtiger Stelle ein Mensch, verschlissen im Streit der Glieder des Mühlrads“ so Weber. Die Kommunikationskultur in der Stadt brauche eine Überholung, sonst passiere Ähnliches wieder, so Weber zur SZ. Dies sei keine Kritik an einzelnen Personen gewesen, sondern eine Handlungsaufforderung an alle.


Geärgert hat sich über die Predigt vor allem der Vorsitzende der Schützendirektion, Klaus Bott: „Ich dachte, ich bin im falschen Film“, sagte er am Sonntag öffentlich in der ersten Heimatstunde mit Bezug auf deren Motto „100 Jahre Kino in Biberach“.


Es störe ihn, dass das Fest dadurch politisiert werde, meinte er gegenüber der SZ. Er wolle während des Fests aber nicht nachkarten, wohl aber nach den Festtagen nochmals das Gespräch mit der evangelischen Kirche suchen. Der Erste Bürgermeister Roland Wersch sprach gegenüber der SZ davon, dass mit der Predigt Dinge einseitig dargestellt worden seien.


Liebe Jahrgängerinnen und Jahrgänger!


Der Würde des relativen Alters – was sind schon 40 Jahre? – und des hohen Alters –ein „Leben währt 70 und wenn es hoch kommt sind es 80 Jahre“, der Würde des Alters also verdanken wir, dass wir als Jahrgänger heute gemeinsam feiern, dankbar, fröhlich und ausgelassen sind.


Ich will sie grüßen von der vermutlich ältesten Jahrgängerin. Sie ist ein wenig immobil, mit ihren 7x50 Jahren doch auch schon recht betagt. Ganz Recht: 350 Jahre hat sie auf dem Buckel – und das in ihrem 3. Leben. Am 11. September 1662 geboren, nach elefantös langer Schwangerschaftszeit von 13 Jahren, die Heilig-Geist-Kirche, draußen vor den Toren der Stadt.


Wir feiern in diesem September ihr 350. Jubiläum. Als Zeichen des Friedenswillens ist sie nach dem 30jährigen Krieg wieder aufgebaut worden. Die konfessionelle Zerrissenheit in der Stadt sollte sie mit besänftigen, sollte den Weg frei machen für eine gemeinsame Verantwortung der Bürgerschaft für das Gemeindwohl, jenseits konfessioneller Unterschiede. In Simultaneum und Parität ist dieser Wille zur gemeinsamen Verantwortung gegossen.


Draußen an der Ulmer Straße steht die alte Dame, Mahnerin zum innerstädtischen Frieden, Ruferin zur gemeinsamen Verantwortung und sieht, was da geschieht. Wohl geht es rund in Biberach, es „schützelet“ ja, doch es läuft nicht rund in Biberach. Ein nicht kleiner und ein ebenso nicht feiner Unterschied.


Die Heilig-Geist-Kirche sieht, was innerhalb der Stadtmauern geschieht und schielt rüber zum alten Mühlrad in der Nachbarschaft, da, wo einst die obere Mühle stand und das Mühlrad erzählt Schaufelklappernd seine Parabel auf die Vorgänge in der Stadt.


“Ein altes Mühlrad, so wie ich eines bin, treib einen Generator an. Strom und Licht machte der für die Stadt. Doch es kam eine Zeit, da begannen die einzelnen Teile des Mühlrades zu reden, die Speichen, die Schaufeln, die Nabe und die Hölzer des Reifens. Aber das war kein schönes Reden, da wurde geschimpft und gemault und gepoltert. Eine Speiche donnerte: „Wir drehen uns falsch herum, ab morgen bewege ich mich rückwärts.“ Eine andere Speiche war schon aus Prinzip und persönlicher Animosität dagegen. Die Schaufeln sagten: „Wir sind die Mehrheit – die Nabe ist nur eine und scheint doch so wichtig zu sein.“ So wurde der Streit immer lauter und fürchterlicher, bis das Mühlrad auseinander fiel, der Generator still stand und das Licht in der Stadt verlöschte.“


Altes Mühlrad und Heilig-Geist-Kirche stehen vor den Mauern der Stadt und schauen auf diese. „Es geht rund in diesen Tagen in Biberach – aber es läuft nicht rund in Biberach!


„Es war kein schönes Reden“ heißt es in der Parabel, die Kommunikation, das Wort, die Rede, die Gemeinschaft stiften sollen, gelingt nicht mehr. Im unschönen Reden zeigen sich die Spannungen: Spannungen innerhalb der Stadtverwaltung, Zerwürfnisse in der Kommunalpolitik, der Streit um die Sicherheit beim Schützenfest, den viele mit angeheizt haben. Am vorläufigen Ende gibt einer auf. Dem Mühlrad, das Energie und Licht für die Stadt erzeugen soll, fehlt an wichtiger Stelle ein Mensch, verschlissen im Streit der Glieder des Mühlrades. Wohl geht es rund in diesen Tagen in Biberach, gerade auch beim Schützenfest – aber es läuft nicht rund in dieser Stadt. Das trübt meine Freude erheblich.


Unsere Kommunikationskultur bräuchte wohl eine Überholung – denke ich. Es ist ja nichts gelöst, wenn einer geht und die anderen bleiben, bzw. so bleiben, wie sie bisher miteinander im Gespräch, im Streit waren. Die Schriftlesung ermutigt zu einer neuen Kommunikationskultur: „So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“


Wollen wir wirklich zu Worten zurückfinden, die Gemeinschaft aufbauen, Gemeinschaft fördern, dann wäre es wohl gut, wenn wir erst einmal hören, was der andere wirklich sagt, ohne gleich seine Worte zu bewerten, zu deuten und ihn in Schubladen zu schieben.


Zweitens hilft es achtsam und ebenso behutsam für die Gefühle zu werden, die hinter den Worten stehen, aus denen sie emporsteigen. Achten wir die Gefühlslagen– es sind doch die Seiten, die jedem heilig sind, die nur vorsichtig berührt werden sollten.


Und drittes: Begreifen wir eigentlich, welche Bedürfnisse hinter den Gefühlswelten stecken, was wir, was der andere braucht, damit sein Leben aufgeht und gut sein kann?


Und letztlich: Was Du brauchst, darum bitte. Bitten, nicht fordern!


Unsere Kommunikationskultur braucht eine Überholung. So könnte sie aussehen. „Gewaltfreie Kommunikation“ heißt dieses Kommunikationsmodell.


Wenn ich es recht weiß, haben das Schützenfest und die alte Dame Heilig-Geist-Kirche gemeinsam, dass sie gegründet sind in einer Friedenssehnsucht angesichts der 30jährigen Zerstörung durch Krieg, konfessionelle Spannungen und machtpolitischen Interessen. Ein Drittel seiner Bürger verlor Biberach im 30jährigen Krieg. Den Kindern in Kriegszeiten eine Freude zu bereiten, ihre Seelen das Heile, das Friedliche kosten zu lassen, ihnen ein Symbol für das Gute im Menschen, ihnen ein Vorbild für eine intakte Stadtkultur zu geben, das war doch wohl der Gründungsgedanke des Schützenfestes.


Wir Jahrgängerinnen und Jahrgänger, wir mit der Würde des relativen und hohen Altes Gesegneten, wir haben die Mitverantwortung dafür, unseren Kindern und Kindeskindern Frieden vorzuleben und mit ihnen eine Sprache des Friedens einzuüben, auf dass das Leben gut sei in unserer Mitte, auf dass wir der Stadt Bestes im Sinn haben, auf dass Gottes Segen reichlich unter uns sei.


(Erschienen: 15.07.2012 20:10)

© Schwäbische Zeitung - 11.07.2012

Friedrich Lechner hat 30 Jahre als Klinik- und Polizeiseelsorger gearbeitet. Sz-Foto: Vera Dudik

„Seelsorge ist Vertrauenssache“

 

Der Klinik- und Polizeiseelsorger Friedrich Lechner wird verabschiedet


Von Vera Dudik


Biberach - „Jeder ist der Seelsorger seines Nächsten.“ So beschreibt Friedrich Lechner, evangelischer Klinik- und Polizeiseelsorger in Biberach, das Verständnis von Seelsorge durch die Bibel. Der evangelische Seelsorger beendet nun nach rund 30 Jahren seine aktive Tätigkeit in Krankenhaus, Polizeischule und Hospiz, wo er nach diesem Credo tätig war. Wobei Lechner es nicht als Tätigkeit beschreibt: „Es geht in erster Linie nicht darum, etwas zu ‚machen‘. Man muss einfach da sein, zuhören und Geduld haben.“


Auch das Wort „Erfolg“ benutzt er nach dieser langen Zeit als Begleiter von Kranken, Sterbenden und deren Angehörigen nicht gern. Das würde die direkte, positive Folge auf eine Handlung beinhalten. Genau diese sei beim Wirken als Seelsorger aber eher selten gegeben. Dennoch würde sich Lechner, der vergangenen Sonntag offiziell verabschiedet wurde, immer wieder für seinen Beruf entscheiden. Dass er Pfarrer, Klinik- und Polizeiseelsorger und Mitinitiator der Notfallseelsorge in Biberach wurde, sei jedoch mehr in einer Art „Schneeballprinzip“ entstanden: „Als Kind wollte ich Elektriker werden“, erklärt Friedrich Lechner, der am 25. Juli 1947 in Neudrossenfeld im Kreis Kulmbach zur Welt kam. In der Familie seien sie acht Kinder gewesen, da hätte er gewissermaßen zwangsläufig oft zuhören und für andere da sein müssen. Die Entscheidung, Pfarrer zu werden, sei für ihn aber erst nach einem persönlichen Trauerfall gefallen.


Bis 1978 war er in der evangelischen Gemeinde in Königsbronn tätig, kann dann im September 1978 nach Biberach und betreute als Seelsorger die Nordöstliche Diaspora. 1983 ist er in Biberach an das damalig neue Krankenhaus gekommen, 2001 wurde er Polizeiseelsorger. „Ich wollte mehr direkten Kontakt mit den Menschen. Zu einem Pfarrer kommen die Wenigsten, die wirklich Hilfe gebrauchen können“, begründet Lechner seinen Schritt, neben einem katholischen Kollegen Klinikseelsorger zu werden.


Direkten Kontakt habe er in der Tat oft und intensiv gehabt. „Es nützt nichts, vom Wetter zu faseln. Das kann man mit jedem. Ich will da sein, zuhören, Trost spenden. Nur so können auch tiefere Gespräche entstehen“, sagt Lechner zu seiner Intention. Um das Eis zu brechen, sei für ihn vor allem Humor wichtig gewesen – und die Fähigkeit, unbedarft auf einen Menschen zu treffen, dessen Krankengeschichte man unter Umständen gut kennt.


Ein Seelsorger muss geduldig sein


Friedrich Lechner weiß, dass „Seelsorge Vertrauenssache ist“. Daher habe er immer versucht, anderen als Mensch zu begegnen, ihnen auch von sich erzählt und sie in ihren Ansichten ernst genommen: „Konfessionen spielen da für mich keine Rolle, ich habe nie versucht, jemanden zu etwas zu überreden. Was immer den Menschen in ihrer schwierigen Lage Halt gibt, ist gut.“


Aber auch der Seelsorger selbst muss nach Lechners Erfahrung einen festen Stand haben, um andere im Leid überhaupt begleiten zu können: „Die Seelsorge ist ein Geben und Nehmen. Manchmal muss man jedoch lange warten, bis etwas zurückkommt.“ Dies könnte mit der übertriebenen Erwartungshaltung zusammenhängen, mit der einige Kranke einem Seelsorger wie ihm begegneten. „Ich habe keine magischen Fähigkeiten, nach einem Besuch von mir ist nicht wieder alles gut“, macht Lechner deutlich. Es sei für ihn nicht immer leicht gewesen, dem gerecht zu werden. „Wenn ich gemerkt habe, dass ich nicht mehr genug Power für einen Besuch habe, bin ich lieber am nächsten Tag wieder gekommen.“ Die Fähigkeit, sich zurückzunehmen und sich nicht zu sehr beanspruchen zu lassen, habe er sich mit den Jahren erst antrainieren müssen.


Darauf, über seine Zeit frei verfügen zu können und sie mehr für seine Frau und sich selbst aufzuwenden, freut sich der passionierte Computerfan nun am meisten. Aber auch im Ruhestand wird Friedrich Lechner sicher nicht langweilig werden: „Ich werde erst nach angemessener Pause im Kirchenbezirk zu den Themen Krankheit, Leid, Sterben und Trauer zur Verfügung stehen. Oder wenn es klemmt, Vertretung übernehmen." Seelsorger bliebe man zudem ein Leben lang: „Die Seele geht ja nicht in den Ruhestand.“

 

 

© Schwäbische Zeitung - 08.07.2012

Pfarrer Johannes Unz verlässt Ende August Aulendorf.

Ein Pfarrer zwischen lauten und leisen Welten


Schul- und Klinikseelsorger Johannes Unz verlässt Aulendorf – Kein Nachfolger in Sicht


Von Simone Harr

Aulendorf Gerade drei Jahre ist es her, als Johannes Unz seine Umzugskisten in Aulendorf ausgepackt hat. Ende August heißt es für den Schul- und Klinikseelsorger und seine Familie wieder Kisten packen. Denn Unz tritt am 1. September seine neue Stelle als Gemeindepfarrer in Mühlen am Neckar in der Nähe von Horb an. „Es hat uns sehr gut gefallen in Aulendorf und Oberschwaben. In den drei Jahren ist unsere zweite Tochter geboren. Über unsere Kinder und die Arbeit haben wir hier ein Stückchen Heimat gefunden“, sagt Unz. Es falle ihm und seiner Familie schwer hier wegzuziehen. „Aber es war von vorneherein klar, dass es mit den drei Jahren vorbei ist. Das hat auch damit zu tun, dass es nur eine 75-Prozent-Stelle ist“, sagt Unz.


Die Stelle war damals als Projektstelle geschaffen worden. „Die evangelische Kirchengemeinde in Aulendorf hat eigentlich anderthalb Stellen. Der Kirchengemeinderat hatte beschlossen die halbe Stelle für die Schularbeit freizustellen. Das ist einzigartig, dass eine Kirchengemeinde das macht“, sagt Unz. Er sei der einzige Schulseelsorger in der württembergischen Landeskirche. „Der Schuldekan sagte, ich habe Pionierarbeit geleistet“, sagt Unz.


Denn als der junge Pfarrer nach seinem Vikariat im März 2009 nach Aulendorf kommt, gibt es am Schulzentrum Aulendorf noch keinen evangelischen Seelsorger. „Die Arbeit an der Schule hat mir großen Spaß gemacht. Die Schule ist mir sehr offen, freundlich und konstruktiv entgegengekommen. Man hat mich machen lassen“, sagt Unz. Und er machte viel. An der Werkreal- und Realschule gibt er Religionsunterricht und konzipierte beispielsweise die Kurzandacht „SMS an Gott“. „Das war mein Steckenpferd. Ich habe immer wieder interessante Leute dazu eingeladen und sie interviewt“, erzählt Unz. Sein Ziel war es, den Schülern spielerisch und unterhaltsam den Glauben zu vermitteln. „Ich habe da viel Energie reingesteckt. Ich wollte etwas, wo sich jeder Schüler angesprochen fühlt“, sagt er. Und das ist ihm gelungen. Zwischen 60 und 150 Schüler kamen wöchentlich zu „SMS an Gott“. Außerdem organisierte er verschiedene Aktionen, Projekte und Angebote für die Jugendlichen. „Wir hatten für die neunte Klasse beispielsweise die Tage der Orientierung. Hier ging es um Lebensfragen“, erzählt Unz. Er wollte die Schüler begleiten, mit ihnen über Fragen des Lebens sprechen. „Ich möchte ihre Neugier aufs Leben befeuern und Gott ins Spiel bringen“, sagt er.


Als Pfarrer an der Schule


Unz sieht sich als Ergänzung zur Schulsozialarbeit. „Die Zusammenarbeit mit Herr Schirrmeister und seinem Vorgänger war sehr gut. Wir haben verschiedene Schwerpunkte und zeitliche Umfänge“, sagt Unz. Er sei als Pfarrer an der Schule. „Ich bin für alles was mit Spiritualität zu tun hat zuständig. Ich habe besondere Kenntnis von Tod und Trauer“, sagt er. Diese Kenntnis kommt sicher auch von seiner Arbeit an der Schussentalklinik und im Parksanatorium in Aulendorf. Hier spielten sich 25 Prozent seiner Arbeit ab. Im Vergleich zur lauten energiegeladenen Schule, sei es in der Klinik leise und bedächtig. „Dieses Zusammenspiel war sehr spannend. Die beiden Welten haben für mich gut zueinander gepasst. Ich konnte mich gut vom einen ins andere erholen“, sagt Unz. Die Arbeit in den Kliniken sei sehr eng am Menschen. „Ich hatte hier sehr tiefgründige Gespräche. Man ist nah dran am Leben und am Tod in der Onkologie, da Krebserkrankungen das Lebensende in den Blick bringen“, sagt Unz. In der Schussentalklinik habe er sich mit Menschen auseinandergesetzt, die sehr am Leben zweifeln, die schwere Schicksalsschläge erleiden mussten. „Das ist aber auch das Schöne für einen Pfarrer, wenn es ans Eingemachte geht. Auch wenn ich persönlich dabei an Grenzen komme und es manchmal heißt, den Schmerz und das Leid mit dem Patienten nur aushalten zu können“, sagt er. Schön sei auch die gute Zusammenarbeit mit den katholischen Klinikseelsorgern gewesen. Neben seiner Arbeit im Schulzentrum und an den Kliniken unterstützte Unz Pfarrer Gebhardt Gauß und hielt einmal im Monat Gottesdienst.


Gauß bedauert den Weggang von Johannes Unz. „Es ist traurig für mich. Wir haben uns gerade aneinander gewöhnt. Er wird fehlen. Wir hatten eine gute Zeit“, sagt er. Gauß hat jedoch Verständnis für die Entscheidung seines Kollegen. „Ich kann verstehen, dass er jetzt eine eigene Pfarrstelle möchte“, sagt er. Ein Nachfolger für Unz sei noch nicht in Sicht. „Wir hatten zwei bis drei Interessenten, aber dann wurde daraus nichts. Es ist überall schwierig eine 75-Prozent-Stelle zu besetzen“, sagt Gauß. Nun hoffe er auf die Pfarrstelle in Bad Schussenried, die ebenfalls ausgeschrieben ist. „Vielleicht bewirbt sich dort ja ein Theologen-Ehepaar und einer von beiden könnte dann bei uns arbeiten. Das wäre ideal“, sagt Gauß.

 

Pfarrer Johannes Unz verlässt Ende August Aulendorf. Ab 1. September hat er eine eigene Kirchengemeinde in Mühlen am Necker (Nähe Horb). (Foto: Simone Harr)

© Schwäbische Zeitung - 04.07.2012

Foto: privat

Versöhnungskirche feiert „unter Gottes Regenbogen“

Das Jubiläum 20 Jahre Kindergarten Villa Regenbogen in Ummendorf wird mit einem Gottesdienst begangen

Ummendorf (sz) - Sonne und Regen haben die Besucher des großen Festes rund um die Versöhnungskirche Ummendorf am Sonntag erlebt – was irgendwie zum Motto „unter Gottes Regenbogen“ passte. Der Festgottesdienst, der durch das wechselnde Wetter kurzfristig in die Kirche verlegt worden war, wurde von den bunten Farben der Kindergartenkinder bestimmt. Ballons in Regenbogenfarben trugen ihre Gebete in die Höhe.

Die einzelnen Farben des Regenbogens standen für ihre Grundbedürfnisse und Träume. Die Ummendorfer Kinder haben sie in Zeichnungen dargestellt. Daneben standen Bilder von Kindern aus Durban, einer Stadt in der „Regenbogennation“ Südafrika. Regenbogen ist ein Symbol

Pfarrerin Andrea Luiking unterstrich die Bedeutung evangelischer Kindergartenarbeit, in der Kinder die Achtung voreinander und vor allem Leben einüben. Der Regenbogen stehe für diesen Auftrag Gottes und für sein Versprechen, das Leben zu beschützen. Musikalisch wurden der Gottesdienst und das anschließende Mittagessen gestaltet vom Musikverein Ummendorf unter der Leitung von Martina Rimmele. Höhepunkt war ein lebender Regenbogen aus allen Besuchern, fotografiert aus luftiger Höhe. Büffet im Freien genossen

Zum Jubiläum hatte Kindergartenleiterin Susanne Maier und ihr Team Spiele und ein Quiz vorbereitet. Auch ein Clownpaar stattete dem Fest einen Besuch ab. Konfirmanden boten Crêpes an und viele Gemeindeglieder waren den ganzen Tag im Einsatz. Das reichhaltige Büffet wurde von den meisten dann doch wieder bei Sonne unter den großen Schirmen im Freien genossen. Ein besonderes Lob bekamen die Männer der Freiwilligen Feuerwehr, die noch in der Nacht zu Sonntag das Festgelände von den Unwetterschäden befreit hatten.

Beim Festgottesdienst zum Jubiläum des Kindergartens Villa Regenbogen stellten die Besucher mit verschiedenen Farben einen Regenbogen dar.Foto: privat