© Schwäbische Zeitung - 30.06.2012

Foto: Rudi Multer

Die Familie Günzler macht sich auf nach Weingarten

Wechsel nach 16 Jahren in Bad Saulgau – Unter Stephan Günzlers Leitung wurde die Christuskirche renoviert

Von Rudi Multer

Bad Saulgau - Pfarrer Stephan Günzler wird mit seiner Familie Bad Saulgau verlassen und in Weingarten eine neue Pfarrstelle antreten. 16 Jahre war er in Bad Saulgau. Dankbar über diese Zeit praktiziert die Familie Günzler die „Kultur des Wechsels“ – und hat sich für die Zeit in Weingarten einiges vorgenommen.

„Das eine oder andere lassen wir zurück“, sagt Pfarrer Stephan Günzler. Dazu gehört der Garten hinter dem Pfarrhaus mit seinen Bäumen. Drei davon haben die Günzlers gepflanzt, für jedes ihrer Kinder eines: Victoria, Viola und Valentin. „Der Garten wäre jetzt so richtig in Schuss“, sagt Mechthild Vogt-Günzler. Vor 16 Jahren hat sie die Gartenarbeit als Herausforderung angenommen und ihn auf ökologischer Basis angelegt, unter Verwendung von gutem Kompost, wie sie betont. Eine weitere Herausforderung steht für die Familie Günzler an. Zum 1. September übernimmt Stephan Günzler die Stelle des leitenden Pfarrers der evangelischen Gemeinde in Weingarten. Doppelt so viele Gemeindeglieder wie in Bad Saulgau und drei Kindergärten gehören zu seinem neuen Aufgabenbereich. Für 3300 evangelische Christen trägt Pfarrer Günzler in Bad Saulgau die Verantwortung. Umziehen wird die ganze Familie, Ehefrau Mechthild Vogt-Günzler wird von dort aber weiter nach Bad Saulgau pendeln. Sie bleibt Religionslehrerin am Störck-Gymnasium in Bad Saulgau.Der Zeitpunkt ist günstig

Trotz des Abschieds. „Der Zeitpunkt ist günstig“, sagt der 53-jährige Pfarrer. Auch familiär. Valentin, der Älteste, macht gerade das Abitur, Viola, die Zweitälteste hat sich selbst für eine schulische Ausbildung im Internat entschieden. Allein Victoria, die Jüngste, wird das Störck-Gymnasium verlassen und in Weingarten auf das dortige Gymnasiums wechseln.

Für Stephan Günzler passt der Zeitpunkt aber auch gut zur „Kultur des Wechsels“, einem ungeschriebenen Gesetz innerhalb der evangelischen Kirche. Werke sind vollbracht, neue Werke können kommen. 14 bis 15 Jahre Zeit bräuchten große Projekte wie eine Kirchenrenovierung – von der ersten Planung bis zur Fertigstellung. Die Kirchenrenovierung ist auch in Bad Saulgau geschafft. Die evangelische Kirchengemeinde hat dieses Großprojekt vor anderthalb Jahren unter seiner Leitung abgeschlossen. Als letzter Akt wurde im Jahr 2010 die Kirche nach einer künstlerischen Neukonzeption an die Gemeinde übergeben. Die Kirchenrenovierung war nicht das einzige wichtige Projekt. Unter Stephan Günzlers Führung baute die evangelische Kirchengemeinde das alte Pfarrhaus zum evangelischen Kinderhaus um. Die Kirchengemeinde betrat damit im Jahr 1999 auch bei der Kinderbetreuung konzeptionelles Neuland in Bad Saulgau. Günzler „Viele Betreuungsangebote finden hier Platz unter einem Dach“.

Er hat nicht nur Theologie, sondern auch Kirchenmusik studiert. Auch als Kirchenmusiker hinterlässt er Spuren. In Erinnerung bleibt das Gesangbuchprojekt „Da Capo al Fine“. In einer Vielzahl von Veranstaltungen hat die evangelische Kirchengemeinde in den Jahren 2003 bis 2007 das evangelische Gesangbuch vom ersten bis zum letzten Lied durchgesungen und sich intensiv mit den Lieder beschäftigt. „Das ist bis heute einzigartig geblieben“, sagt er.

Eine „großartige Erfahrung“ nennt Stephan Günzler die Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde im Rahmen der Ökumene, die von großem Vertrauen geprägt sei.

Die Entwicklung der Gemeinde machen auch Zahlen sichtbar. Mit 26 Angestellten hat sich die Gemeinde zu einem kleinen mittelständischen Unternehmen entwickelt. Die Kirchengemeinde wuchs vor allem durch den Zuzug von Aussiedlern. Aus einer Pfarrstelle sind inzwischen drei geworden. Unter anderem an dieser Stelle zeigt sich das gute Miteinander von Pfarrer und Kirchengemeinderat. Das Gremium und der Pfarrer fuhren gemeinsam zum Oberkirchenrat, um sich für eine personelle Verbesserung der wachsenden Gemeinde einzusetzen.

Auch für Weingarten hat sich Pfarrer Günzler einiges vorgenommen. Die Neukonzeption der Kindergärten und der Wunsch nach einer Kooperation mit der Hochschulgemeinde stehen auf seiner Projektliste.

© Schwäbische Zeitung - 30.06.2012

Foto: Diana Hofmann

„Der Grundstein hat es in sich“

Am neuen evangelischen Gemeindehaus feiert die Gemeinde Grundsteinlegung und Richtfest

Laupheim (dih) - Das neue evangelische Gemeindehaus ist längst über sein Fundament hinaus gewachsen, nun wurde der symbolische Grundstein im Eingangsbereich eingemauert. „Der Grundstein hat es in sich“, sagte Pfarrer Hermann Müller während der Feierstunde zur Grundsteinlegung.

Der trapezförmige hohle Stein werde „eine bunte Auswahl an Dingen aus unserem Leben bergen“. Robert Eß stellte diese Dinge vor: Neben einer Digitalkamera, einem Handy, Euro-Münzen und einer CD mit Informationen über die Gemeinde, enthält die Kartusche papierene Dokumente wie Müllers Rede und die Lieder zur Feier der Grundsteinlegung, die Jahreslosung, je ein Exemplar des evangelischen Gemeindebriefs, des Gemeindeblatts der Stadt Laupheim und der Schwäbischen Zeitung sowie eine Liste der Gemeinderäte. Als Inschrift trägt er die Jahreszahl 2012 sowie eine Bibelstelle, 1. Kor 3,10. Der neue Grundstein ist der Zwilling des Steins von 1954, der bei den Abbrucharbeiten des alten Gemeindehauses geborgen wurde. Zusammen werden sie künftige Generationen an die beiden Baujahre erinnern. Im Anschluss an die Grundsteinlegung wurde das Richtfest gefeiert. Dritte Lokalseite

Robert Eß (links) und Pfarrer Hermann Müller verpacken unter den interessierten Blicken der Gemeinde den Grundstein. Foto: Diana Hofmann

© Schwäbische Zeitung - 30.06.2012

Fotos: Diana Hofmann

Vor dem Richtfest geht es Schlag auf Schlag

Der Einzug in das neue Gemeindehaus ist für den kommenden Frühling geplant

Von Diana Hofmann

Laupheim - Schlag auf Schlag geht der Bau des neuen evangelischen Gemeindehauses voran: Knapp vier Monate nach dem Spatenstich ist gestern bei strahlendem Sonnenschein Richtfest gefeiert worden. Mit einem dreifachen Hoch auf Bauherren, Architekt und Handwerker wünschte Zimmererlehrling Tobias Müller vom frisch aufgerichteten Dachstuhl aus „Glück und Segen dem Gemeindehaus“ und besiegelte seinen Richtspruch mit dem traditionellen Zerschlagen der Weingläser auf dem Fußboden.

Ungewöhnlich sei die Zusammenlegung von Grundsteinlegung und Richtfest, bemerkte Bürgermeister Rainer Kapellen in der vorangegangenen Feierstunde. Mit dem Neubau des Gemeindehauses und des Raumes für die dritte Kindergartengruppe „legen wir den Grundstein für die Zukunft.“ Das große Projekt stelle eine Herausforderung für all diejenigen dar, für die solche Tätigkeiten nicht zum Tagesgeschäft gehörten. Für die Zeitkapsel des Grundsteins überreichte er den Bauherren eine Zinnplakette mit dem Stadtwappen.

Endspurt geht zügig voran

Nachdem sich die Planungsphase unvorhergesehen in die Länge gezogen hatte, sei es jetzt „im Endspurt zügig vorangegangen“, meinte Architekt Werner Lehmann. Zwar werde man in diesem Jahr nicht mehr fertig, der Einzugstermin Frühjahr 2013 werde aber eingehalten – „wenn der Winter nicht zu sehr verrückt spielt.“

Der Inhalt der neuen Zeitkapsel lehnte sich an den der Kupferkapsel von 1954 an. Auch sie enthält unter anderem Münzen, ein Exemplar der Tageszeitung und des evangelischen Gemeindeblatts sowie die Jahreslosung 1954 und die Ansprache des damaligen Ortspfarrers Leopold Ganz, die beide noch von den Nachwehen des Zweiten Weltkriegs geprägt sind. Neben dem konkreten Inhalt der neuen Zeitkapsel verwies Pfarrer Herman Müller auf den symbolischen Gehalt des Grundsteins, repräsentiert durch die eingemeißelte Bibelstelle: „Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Christus“ (1 Kor 3,10). „Beständig und solide“ habe man gebaut, dem bescheidenen Äußeren sehe man die Geräumigkeit und Weite des Inneren nicht an. „Das passt zum Grundstein Jesus Christus.“ Müller wünschte sich, dass dieses Haus voll werde und von Großen und Kleinen als „ihr“ Haus betrachtet werde: „Die Menschen sollen hinausgehen und sagen: Dieses Haus hat es in sich.“

Mit einem dreifachen Hoch auf Bauherren, Architekt und Handwerker wünschten die Arbeiter vom frisch aufgerichteten Dachstuhl aus „Glück und Segen dem Gemeindehaus“. Fotos: Diana Hofmann

© Schwäbische Zeitung - 29.06.2012

Foto: anita Metzler-Mikuteit

Idee eines neuen Familienzentrums reift

Gebaut werden soll auf dem Platz des abgerissenen Gasthauses Schwedenkäppele – Betreuungslücke schließen

Von Anita Metzler-Mikuteit

Bad Saulgau - Die Idee, in Bad Saulgau ein Familienzentrum einzurichten, ist nicht neu. Das Thema wurde in der Vergangenheit immer wieder aufgegriffen. Inzwischen sind konkrete Konturen zu erkennen. Das hängt zunächst mit dem Abriss des Gasthauses Schwedenkäppele in unmittelbarer Nachbarschaft zum evangelischen Kinderhaus und dem anschließenden Kauf des knapp 400 Quadratmeter großen Grundstücks durch die evangelische Kirchengemeinde zusammen. Ein frei werdender Raum also, der die Leiterin des evangelischen Kinderhauses angespornt hat, das Thema aufzugreifen und zu konkretisieren. „Wir beobachten einen erhöhten Bedarf im Bereich Bildung und Beratung“, nennt Leiterin Stefanie Bublitz eines der vielen Argumente für den Bau eines solchen Zentrums.

Die Sozialpädagogin setzt sich engagiert für das neue Projekt ein, hat gemeinsam mit Mitgliedern der Kirchengemeinde wie auch Vertretern der Stadtverwaltung Projekte besichtigt, an fachspezifischen Tagungen teilgenommen, mit verschiedenen Gremien Gespräche geführt und die Ideensammlung vorgestellt. Dabei hat insbesondere der Besuch in Söflingen rundweg positive Eindrücke hinterlassen. Im Ulmer Stadtteil wurde ein ehemaliges Gemeindehaus zu einem Familienzentrum umgebaut. Begegnung, Betreuung, Bildung und Beratung stehen dort im Mittelpunkt.

Und so soll es auch in Bad Saulgau sein, sollte das Projekt realisiert werden. Konkret hieße das: Verschiedene bereits bestehende Beratungsangebote, wie etwa das Jugendamt, das Kinder- und Jugendbüro, die Schwangerschaftsberatungsstelle Donum vitae oder die diakonische Lebensberatungsstelle, fänden in dem neuen Haus genau so Platz wie eine weitere Kinderkrippe, ein Speiseraum, ein Elterncafé und zusätzliche Betreuungsräume. „Die könnten von Tagesmüttern genutzt werden, um in Form eines ergänzenden Betreuungsangebotes besonders die Abend- und Ferienzeiten abzudecken“, so Bublitz.

Eltern fragen nach

Immer wieder werde sie von berufstätigen Müttern und Vätern auf diese Betreuungslücke angesprochen. „Mit dieser Einrichtung wollen wir Familien von Anfang an bestmöglich begleiten, eine niederschwellige, konfessionsunabhängige und kompetente Unterstützung und Begleitung anbieten.“ Darüber hinaus könnte das Haus mit vielfältigen Angeboten wie Vorträgen und Workshops zu unterschiedlichen Themen oder Ernährungskursen mit Leben gefüllt werden. Schwester Marlies vom Kindergarten St. Josef ist an der Idee eines Familienzentrums schon seit einigen Jahren dran. „Aber das ist für uns vor allem räumlich nicht zu stemmen, wir stoßen schon lange an unsere Grenzen“, sagt die Franziskanerin, die sich ab August einer neuen Aufgabe im Mutterhaus widmen wird. Bei der SPD-Fraktion ist ein Familienzentrum für Bad Saulgau ein „lange gehegter Wunsch“. Stadträtin Gerlinde Frühbauer begrüßt deshalb die Initiative. Vieles ist zum jetzigen Zeitpunkt noch ungeklärt, nicht zuletzt die Finanzierung.

Vor wenigen Tagen fand ein erstes Gespräch mit Bürgermeisterin Doris Schröter und weiteren Vertretern der Stadtverwaltung, der evangelischen Kirchengemeinde und des evangelischen Kinderhauses statt. „Die Idee Familienzentrum soll weiter verfolgt werden“, erzählt Pfarrer Stephan Günzler von der evangelischen Kirchengemeinde. Konkret in Planung ist eine Projektgruppe, die die aktuelle Ideensammlung konkretisieren soll.

Stefanie Bublitz, Leiterin des evangelischen Kinderhauses, ist sehr an einem Familienzentrum interessiert. Die Idee soll jetzt weiter verfolgt werden. Foto: anita Metzler-Mikuteit

© Schwäbische Zeitung - 28.06.2012

Kindergarten Ummendorf
„Villa Regenbogen“ feiert 20 Jahre


Ummendorf (sz) - Die evangelische Versöhnungskirche feiert das 20-jährige Bestehen des Kindergartens „Villa Regenbogen“ in Ummendorf mit einem Open-Air-Gottesdienst und einem Fest unter dem Motto „In den Farben des Regenbogens – alle Kinder dieser Welt“. Der Gottesdienst mit Pfarrerin Andrea Luiking beginnt um 10.30 Uhr in der Versöhnungskirche, das Fest endet gegen 16.30 Uhr. Die 50 Kinder mit ihren Eltern, die sieben Erzieherinnen um Susanne Maier, die neuen Konfirmanden und deren Eltern sowie der Kirchengemeinderat und zahlreiche Gemeindemitglieder haben ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Sie bewirten die Gäste, der Musikverein Ummendorf begleitet das Fest musikalisch. Ein menschlicher Regenbogen, aus luftiger Höhe fotografiert, wird einer der Höhepunkte. Spiel- und Bastelangebote für die Jüngeren, der Film „Manege frei! Zeigt uns eure Welt – ein Zirkusprojekt im südafrikanischen Township“ und Wettspiele für Erwachsene und Kinder runden das Programm ab.

© Schwäbische Zeitung - 27.06.2012

SZ-Foto: Gerd Mägerle

Die Stiftung ist da, das Geld fehlt (noch)

Gemeinschaftliche Kirchenpflege braucht bis zu fünf Millionen Euro Stiftungskapital

Von Gerd Mägerle

Biberach - Von einem „historischen Augenblick“ war die Rede am Montagabend im Biberacher Ratssaal. Der Gemeinderat in Stiftungssachen Gemeinschaftliche Kirchenpflege traf sich zum letzten Mal in dieser Zuständigkeit. Denn Stadträte und Vertreter der beiden Konfessionen votierten einstimmig für die Satzung der Stiftung „Gemeinschaftliche Kirchenpflege Biberach“. Diese Stiftung – und nicht mehr der Gemeinderat – kümmert sich in Zukunft um den Unterhalt der Stadtpfarrkirche St. Martin.

Der Weg bis dahin war ein langer. Die Stiftung selbst existiert zwar schon seit Jahrhunderten, unklar war aber immer, um was für eine Art Stiftung es sich handelt. Denn damit verbunden sind bestimmte Auflagen an die Stiftung. In einem Arbeitsprozess, der sich über mehrere Jahre hinzog, sind kirchliche und kommunale Rechtsexperten zu dem Schluss gekommen, dass es sich um eine Stiftung öffentlichen Rechts handelt. Vor allem Oberbürgermeister Thomas Fettback und der evangelische Dekan Hellger Koepff haben sich in dieser Sache stark engagiert.

Die Organe der Stiftung sind der Vorstand und der Stiftungsrat. Der Vorstand besteht aus dem Biberacher Oberbürgermeister sowie den beiden leitenden Geistlichen der evangelischen und der katholischen Gesamtkirchengemeinde. Der Stiftungsrat setzt sich aus drei Personen aus dem Gemeinderat der Stadt sowie je drei Vertretern der evangelischen und der katholischen Gesamtkirchengemeinde zusammen – also alles ganz paritätisch.

Woran es jetzt noch fehlt, ist das Geld. Zum Stiftungsvermögen gehört zwar die Stadtpfarrkirche samt Kirchplatz, beim Geldvermögen steht allerdings eine Null. Rund vier bis fünf Millionen Euro, schätzt Koepff, braucht die Stiftung, um den Unterhalt der Stadtpfarrkirche sicherstellen zu können. Und hier gibt es in den nächsten Jahren neben den laufenden Maßnahmen einiges zu tun: die Heizung ist defekt, die Elektrotechnik ist völlig veraltet und auch die Außenfassade bedarf einer Sanierung.

„Kosten werden gewaltig sein“

„Es muss uns gelingen, mit den Bürgern zusammen das notwendige Kapital aufzubringen“, sagte Edmund Wiest (CDU). Die Erwartungshaltung dürfe nicht zu große sein, meinte Gabriele Kübler (SPD): „Stiftungen sind heutzutage nichts Außergewöhnliches mehr.“ Die Kosten für den Unterhalt der Kirche werden gewaltig sein, mutmaßte Christoph Funk (FDP). Er regte an, zu prüfen, ob auch die Aufnahme eines Kredits möglich sei. Er bedauerte, dass durch die Zusammensetzung des Stiftungsrats nicht mehr alle fünf Ratsfraktionen in die Entscheidungen einbezogen seien. Kommentar

Hand drauf: Evangelische und katholische Kirchengemeinde sowie die Stadt sind in der Stiftung Gemeinschaftliche Kirchenpflege künftig paritätisch vertreten. Der evangelische Stadtpfarrer Ulrich Heinzelmann (v. l.), sein katholischer Amtskollege Kaspar Baumgärtner und der evangelische Dekan Hellger Koepff freuen sich darauf.SZ-Foto: Gerd Mägerle

© Schwäbische Zeitung - 25.06.2012

Foto: Rudi Multer

Die Alte Post erstrahlt mit modernem Glanz

Altshausen feiert die Fertigstellung eines zentralen Bausteins in der neuen Ortmitte

Von Rudi Multer

Altshausen - Mit einem großen Festakt im Freien hat die Gemeinde Altshausen den Abschluss der Sanierungsarbeiten für die „Alte Post“ gefeiert. Das einst heruntergekommene frühere Hotel ist nun zu einem Schmuckstück der Gemeinde geworden. Ein moderner Zwischenbau sichert den Zugang ohne Barrieren zu allen Räumen, bietet Funktionsräume und schafft die Verbindung zu einem in einem zweiten weiteren Schritt geplanten Bürgersaal im Obergeschoss des benachbarten Sparkassengebäudes. Der katholische Pfarrer Christof Mayer und die evangelische Pfarrerin Birgit Oehme gestalteten die Feier zur Segnung des Gebäudes gemeinsam. Das Projekt ist noch nicht ganz abgeschlossen, es fehlen die Außenanlagen.

„One Moment in Time“ von Whitney Houston intonierte die Musikkapelle Altshausen unter der Leitung von Carmen Hugger. Kurz zuvor hatte Bürgermeister Kurt König das „laue Bauchgefühl“ mancher Gemeinderäte bei der Grundsatzentscheidung für die Sanierung er Alten Post beschrieben. Eine Garantie, dass eine Sanierung des ehrwürdigen und stattlichen, aber auch heruntergekommenen Gebäudes in der Ortsmitte möglich war, gab es damals nicht. Das bestätigten Handwerker und Architekten bei der Segnungsfeier. Der Gemeinderat, so Bürgermeister König, sagte „wenn nicht jetzt, dann nie“ und beschloss die Sanierung. Eine gute Entscheidung, fanden wohl auch die Musiker.

Groß war die Freude am nun fast vollendeten Werk. Bürgermeister Kurt König stellte das Ereignis auf eine Stufe mit der Freigabe der Umgehungsstraße im August 1999 und die Segnung des Marktplatzes im Mai 2003. Die Außenanlagen sind noch nicht fertig gestellt. Dennoch wollte die Gemeinde mit der Eröffnung nicht warten, weil, so König, „vor allem der Druck der Öffentlichkeit auf eine Einweihung mit Besichtigung immer größer wurde“. Dazu hatten die Bürger am Sonntag Gelegenheit.

In seiner Ansprache ging König detailliert auf die Geschichte des 4,8 Millionen Euro teuren Projekts ein. Er dankte allen Beteiligten und auch dem Land und dem Bund für die erheblichen Zuschüsse. 1,65 Millionen Euro muss die Gemeinde finanzieren, zwei Drittel des Investitionsbetrags kommt aus den unterschiedlichsten Fördertöpfen. Der Dank ging auch an das Landesdenkmalamt. Das habe oftmals großes Verständnis für die Sachzwänge der Gemeinde gezeigt. Bei der Farbauswahl für die Fassade habe sich das Amt zwar durchgesetzt, statt rot und gelb ist das Gebäude nun grau und weiß. Doch auch das, so Kurt König, sei schön. Sein bildliches Fazit: „Die ,Grande Madame‘ haben wir mit der modernsten Technik geliftet und neu eingekleidet.“

In ihrer Ansprache zur Segnungsfeier betonte die evangelische Pfarrerin Birgit Oehme, es komme auch darauf an, welcher Geist des Miteinander durch ein solches Gebäude gestaltet werde. Neben dem Notariat, der Volkshochschule, dem Sitzungssaal des Gemeinerats, einem Trauzimmer und dem Heimatmuseum findet in dem neuen Gebäude auch ein Beratungsstelle der Caritas ihren Platz. Als „Städtebauliches Highlight für die Gemeinde Althausen“ bezeichnete Gerhard Jansen vom Regierungspräsidium die Sanierung. Es sei „ein gemeinsames Wagnis von Land und Gemeinde“ gewesen, das ehemalige Hotel Post in ein gut nutzbares Gebäude umzuwandeln. Angesichts des anstehenden Projekts Bürgersaal versprach der Leitende Regierungsdirektor: „Das Land wird einer so erfolgreichen Sanierungsgemeinde wie Altshausen weiterhin unter die Arme greifen.“ Ebenfalls geholfen hat der Gemeindeverwaltungsverband. Im Namen der Verbandsgemeinden gratulierte Königeggwalds Bürgermeister Roland Fuchs: „Die Alte Post ist ein wahres Schmuckstück der Gemeinde geworden.“

Es sei wichtig gewesen die Alte Post als Klammer zwischen der mittelalterlichen und der barocken Bausubstanz zu erhalten, sagte der mit dem Projekt betraute Sanierungsbeauftragte Roland Groß. Entscheidend war die Frage, wie man das historische Gebäude neu nutzen kann. Die Entscheidung, den Postsaal im Ortszentrum zu bauen, „ist deshalb der Schlüssel für den Erfolg des Projekts“, blickte Groß zurück. Notariat und Volkshochschule brauchten so neue Räume und fanden sie in der Alten Post. Im Namen der beteiligten Architekten sprach Mark Mohr. Es sei schwierig gewesen, die Gegebenheiten der historischen Bausubstanz und die Anforderungen für eine moderne Nutzung zusammenzubringen. Dank des Know-Hows im Architektenteam und der beteiligten 38 Handwerksbetriebe habe man das aber bewältigt.

Michael Amman sprach für die Handwerksbetriebe. Die Sanierung sei eine große Herausforderung gewesen. Dennoch habe dieses Projekt zügig fertiggestellt werden können. Er lobte die Gemeinde: „Sie haben genauso prompt und zuverlässig gezahlt, wie die Handwerker ihre Leistungen erbracht haben.“

„Wenn nicht jetzt, dann nie“: So beschreibt Bürgermeister Kurt König den Moment der Entscheidung im Gemeinderat zur Sanierung der Alten Post, links im Bild. Danach intoniert die Musikkapelle unter der Leitung von Carmen Hugger "One Moment in Time" von Whitney Houson über den einen Augenblick in der Zeit. Foto: Rudi Multer

© Schwäbische Zeitung - 23.06.2012

Evangelische Kirche feiert Diakoniesonntag

Biberach. Am 24. Juni wird in den Gottesdiensten der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Biberach wie in der ganzen württembergischen Landeskirche der so genannte Diakoniesonntag gefeiert, der auf die gegenseitige Angewiesenheit von Kirchengemeinde und Diakonie hinweist. In den Gottesdiensten der Stadtpfarrkirchengemeinde und Heilig-Geistgemeinde sowie Bonhoeffergemeinde wird Ulrike Wachter in das Aufgabenfeld der wohnungslosenhilfe biberach e.V. einführen. In der Friedenskirche wird Diakoniepfarrer Peter Schmogro die vielfältigen Hilfsangebote der Diakonie in Biberach vorstellen.


Traditionell werden am Diakoniesonntag die Opfer und Spenden fürs Diakonische Werk Württemberg erbeten.
Der Kirchenbezirk Biberach ist einer von 51 Kirchenbezirken, die zusammen mit zwölf Diakonieverbänden von Kirchenbezirke und rund 240 Trägern von evanglisch-kirchlicher Sozialarbeit zum Diakonischen Werk Württemberg gehören. Sie sind für über 1.500 Einrichtungen verantwortlich. In diesen Einrichtungen und Diensten gibt es 31.600 Vollzeitstellen, die mit über 40.000 Voll- und Teilzeitbeschäftigten besetzt sind. Sie betreuen Menschen mit Behinderung, beraten Familien in Konfliktlagen, pflegen Kranke und Alte, begleiten Sterbende, unterstützen Flüchtlinge und Aussiedler, begleiten Suchtkranke, betreuen Kinder und Jugendliche, unterstützen Arme, Wohnungslose und Arbeitslose. Mehr als 30.000 Ehrenamtliche unterstützen durch ihr Engagement diese Arbeit der Diakonie in den Einrichtungen. Zusätzlich sind viele Personen in den Gemeinden ehrenamtlich für diakonische Aktivitäten tätig.

Spenden für die Diakonie können eingezahlt werden aufs Konto der Evangelischen Kirchenpflege Biberach: Konto 3021, Kreissparkasse Biberach, BLZ 654 500 70, Stichwort “Diakonie”.

© Schwäbische Zeitung - 18.06.2012

Foto: Vera Romeu

Christen und Muslime treiben Integration voran

Im Paulussaal sprach islambeauftragter Rothe vor großem Publikum

Von Vera Romeu

Mengen - Über Wochen haben sich evangelische und auch katholische Christen und Muslime in den Räumen der Paulusgemeinde Mengen getroffen, um über ihren Glauben zu sprechen. Pfarrer Wolfgang Raiser betonte, miteinander ein schönes Integrationsfest zu feiern sei das eine, „aber miteinander intensiv und offen über Glaubensfragen zu sprechen, ist eine besondere und kostbare Leistung“.

Zum Abschluss einer offenen und intensiven Gespräche hatten die Evangelische Kirchengemeinde und das Evangelische Bildungswerk Oberschwaben eine gemeinsame Veranstaltung organisiert und den Islambeauftragten der Landeskirche, Pfarrer Heinrich Georg Rothe, zu einem Vortrag mit dem Titel „Der Islam gehört zu Deutschland!?“ eingeladen.

Das Thema saß: Es waren fast genauso viele Christen wie Muslime da, der Mengener Imam Abuzer Yücekaya gekommen. Nach dem Vortrag wurde offen und kontrovers über Integration und gegenseitigen Erwartungen gesprochen. Am Ende des Abends waren sich viele einig, der Glaubensaustausch, die Begegnungen und Gespräche sollen weiter geführt werden. Es wurde ein Termin vereinbart: Donnerstag, 12.Juli, um 19.30 Uhr, im Andachtsraum neben der Pauluskirche beginnt die nächste Runde.

Islambeauftragter Rothe erläuterte die eindeutige Stellungnahme der Landeskirche: Christen und muslimische Bürger sollen „miteinander leben lernen“. Das sei eine gewichtige Formulierung: „Es geht um Leben, Nachbarschaft, Miteinander und es lernen zu müssen. Es geht um einander kennenzulernen und miteinander in der Unterschiedlichkeit zu leben“, schlüsselte Islambeauftragter Rothe auf. Kirchengemeinden haben seit 2006 den Auftrag, Formen zu finden, muslimische Bürger einzuladen und mit ihnen ins kontinuierliche Gespräch zu treten. „Wir wollen zusammen leben und wer miteinander leben will, gehört zusammen“, sagte Islambeauftragter Rothe.

Bei der Frage, ob der Islam zu Deutschland gehöre, blickte Rothe auf die Vergangenheit zurück und erklärte, das Argument des christlich jüdisch geprägten Abendlandes sei ein Konstrukt, das historisch so nie Realität gewesen sei.

Im Mittelalter hätten Christen die Juden eher auf muslimischer Seite empfunden und sie zusammen aus Spanien zurückgedrängt. Anderseits hätten aber im Mittelalter die christlichen Scholastiker auf ihre muslimischen Kollegen geschaut, wie die philosophische Fragen und religiöse Thesen beantworten.

Aber allein schon deshalb, weil die Muslime in Baden-Württemberg sechs Prozent der Bevölkerung ausmachten, sei klar, „der Islam gehört zu Deutschland“, so Rothe. Die Konsequenz davon sei, dass es zunehmend an den Schulen, in den Kindergärten, in den Krankenhäusern Angebote aus den muslimischen Gemeinden geben wird und dies politisch auch gewollt ist.

Bildungswerkleiterin Brunhilde Raiser betonte, verfassungsrechtlich sei es keine Frage: Der Islam gehört zu Deutschland, weil die Religionsfreiheit als Grundrecht jedem zugesichert ist.

In der anschließenden Diskussion machte Rothe klar, die muslimischen Bürger „haben einen starken Bildungs- und Integrationswille und sind gesetzestreu.“ Türkische Frauen baten eindringlich um Verständnis und erklärten, es sei nicht einfach, sich zurecht zu finden. Inzwischen sei es aber doch so, dass türkische Familien Häuser bauen, in Deutschland ihr Geld investieren und die Kinder zum Studium schicken.

Das Thema Sprache wurde kontrovers diskutiert. Rothe nahm dabei Bezug auf neue pädagogische Erkenntnisse. Zweisprachigkeit und unterschiedliche Bezugspersonen seien positiv. Deshalb müssten pädagogische Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen Verantwortung tragen, dass türkische Kinder Deutsch lernen. Aber: „Deren Muttersprache muss respektiert werden, sonst sperren sich die Kinder“, so Rothe. Ein Kind das sich im Kindergarten geliebt fühle, erlerne leicht die neue Sprache.

Insgesamt wurde festgehalten, dass die Integration der türkischen Familien weit fortgeschritten.

Pfarrer Wolfgang Raiser (rechts) und Imam Abuzer Yücekaya (dritter von rechts) hören der kontroversen Diskussion intensiv zu. Die Begegnungen und Gespräche zwischen Christen und Muslime werden vertieft und intensiviert. Die Integration ist auf gutem Wege. Foto: Vera Romeu

© Schwäbische Zeitung - 18.06.2012

 

Pfarrer und Bestatter diskutieren

 

BAD SCHUSSENRIED (sz) - Um die heutigen Bestattungskulturen geht es bei einer Podiumsdiskussion am Sonntag, 24. Juni, im Bibliothekssaal des Klosters Bad Schussenried. Die Veranstaltung von Landratsamt, katholischem Dekanat und evangelischem Kirchenbezirk ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Im Zeichen der Ewigkeit“ . Die Diskussionsrunde mit dem Titel „Verabschiedung in die Ewigkeit – Bestattungskulturen heute“ beginnt um 17 Uhr.

Welche Bestattungsformen gibt es und welche sind auch in unserem Landkreis gefragt? Warum lassen sich die einen kirchlich bestatten und die anderen nicht? Welche Vorstellungen haben Menschen von der Ewigkeit? Wie haben sich die Bestattungskulturen in den letzten Jahren verändert? Wie geht eine Gesellschaft mit ihren Toten um? Die Dekane Sigmund F. J. Schänzle und Hellger Koepff, Trauerrednerin Petra Kittner und Bestatterin Johanna Fisel kommen über diese und andere Fragen miteinander ins Gespräch.

Dekanatsreferentin Kerstin Held und Dr. Jürgen Kniep vom Kreiskultur- und Archivamt moderieren die Runde. Die Ausstellung läuft noch bis zum 21. Oktober.

Für den Besuch des Podiumsgesprächs ist der Eintritt in das Kloster frei, für den Besuch der Ausstellung fällt der reguläre Eintritt an.

 

 

 

© Schwäbische Zeitung - 18.06.2012

Kinder des Kindergartens „Paulinenpflege“ aus Wain (im Hintergrund Mitglieder der „Sängerlust“) sangen beim Kreisjugendchortag in Wain. Foto: Bernd Baur

 

Die Kleinen singen mit größter Freude

 

Beim Kreisjugendchortag traten sechs Chöre mit jüngstem Nachwuchs auf – Auszeichnung für Kindergarten Wain

Von Bernd Baur

WAIN - Singen macht Spaß, Freude und bringt gute Laune: Zumindest für die etwa 140 Kindergartenkinder und Grundschüler, die gestern beim ersten Kreisjugendchortag des Jahres 2012 in der Wainer Festhalle auf die Bühne traten, ist diese Aussage zutreffend. Mit kindlicher Unbekümmertheit demonstrierten sie ihre Lust am Singen bei ihren Vorträgen. Sechs Chöre mit jüngstem Gesangsnachwuchs hatten sich für diese Veranstaltung, die mit einem Gottesdienst in der evangelischen Kirche in Wain begann, angemeldet.

„Bei dieser Gelegenheit können die jeweiligen Chöre sehen und hören, was die anderen vortragen und sich so Anregungen für die eigene Arbeit holen“, erklärte Ferdinand Kramer. Er ist Vorsitzender des Kreiskuratoriums für Kinder- und Jugendchorförderung und organisiert für den Landkreis Biberach die Kreisjugendchortage. Nach dem Auftakt in Wain folgen zwei weitere Veranstaltungen in Unlingen (24. Juni) und Winterstettenstadt (1. Juli).

Als Ausrichter des Kreisjugendchortages in Wain fungierte der Männergesangverein „Sängerlust“, der auch selber mit zwei Liedern auftrat. Ansonsten gehörte die Bühne am Sonntagmorgen den Kindern. Nacheinander hatten die Jungen und Mädchen der einzelnen Chöre zum Auftritt auf der Bühne Aufstellung genommen. Teilweise mit Instrumentenbegleitung (Klavier, Gitarre, Querflöte und einigen Orff-Instrumenten) sangen die Kinder unterschiedliche Lieder.

Beispielsweise trug der größte Chor mit fast 45 Kindern von der Grundschule Riedlingen Ausschnitte aus dem Musical „Die Rache der Igel“ vor, die sangesbegeisterten Grundschüler aus Wain gaben unter anderem das Pippi-Langstrumpf-Lied zum Besten. Auch die Grundschulchöre aus Sießen im Wald und Dettingen an der Iller sowie der Kinderchor „Young Voices“ aus Gutenzell hatten mit den Chorverantwortlichen passende Lieder einstudiert.

Als erster Chor hatte sich in der Festhalle der Kindergarten „Paulinenpflege“ aus Wain präsentiert. Von den Erzieherinnen dieses Kindergartens wird großer Wert auf die musikalische Bildung gelegt. Beleg hierfür ist die gestrige Verleihung des „Felix“-Qualitätszeichens vom Deutschen Chorverband. Die entsprechende Urkunde hatte Marianne Braunmüller, Felixbeauftragte im Oberschwäbischen Chorverband, an die Kindergartenleiterin Carina Peppelenbos übergeben. Bereits zum dritten Mal wurde damit das besondere Bemühen des Wainer Kindergartens um die gesangliche und musikalische Bildung der drei- bis sechsjährigen Kinder gewürdigt. Sehr zur Freude auch des „Sängerlust“-Vorsitzenden Hugo Gramm: „Kinder, bleibt beim Singen am Ball, denn die aktiven Chöre brauchen Nachwuchs.“


© Schwäbische Zeitung - 16.06.2012

Steffen Dietze steht vor einigen seiner Bilder.

Fotos zeigen Details der Stadtpfarrkirche

 

Fotograf Steffen Dietze stellt 25 Einzelbilder zugunsten der Martinskirche aus

Von Günter Vogel

Biberach - Die Fotowand des Mittelbiberacher Fotografen Steffen Dietze, dessen Arbeiten auch in einigen Galerien hängen, ist acht mal zwei Meter groß. Die 25 Einzelbilder haben ein Format von 70 mal 100 Zentimetern. „Licht und Raum“ nennt Dietze seine Bilder. Sie zeigen Ausschnitte aus der Architektur, aus Fenstern, aus schmiedeeisernen Gittern. Bänke werden zum Motiv, auch der Boden im Widerschein der Sonneneinstrahlung. Die Bilder haben viel Atmosphäre, kupferngoldener Farbton überwiegt. Impressionistische, ja abstrakte Wirkungen erzeugen ganz neue Sichtweisen, etwa der Sonnenstrahl, der unter der Kirchentür durchscheint.

Bei der Vernissage am Donnerstag in der Kreissparkasse Biberach standen alle diese Einzelbilder zur Versteigerung zugunsten der Bauhütte Simultaneum bereit.

Der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse, Günther Wall, versprach in seinem Grußwort, dass sein Institut den aus der Versteigerung erlösten Betrag verdoppeln werde. Der Vorsitzende des Fördervereins, Thomas Handtmann, sprach über die finanziellen Probleme, die die Kirchen allenthalben haben, die wie kürzlich in Österreich auch zu einer Klosterschließung führten.

Steffen Dietze erzählte von der Entstehung seiner Bilder, vom Umgang mit dem Licht, von Motiven und Effekten, von Druck.

Der evangelische Pfarrer Ulrich Heinzelmann sprach von der ästhetischen Bedeutung des Kirchenraumes der Stadtpfarrkirche, die sich kunstgeschichtlich keineswegs in der „Perlenkette der Oberschwäbischen Barockstraße“ verstecken müsse, auch wenn sie „Gotik in barocker Verkleidung“ sei. Heinzelmann erweiterte dann philosophisch den Lichtraum Kirche zum adäquaten Klangraum: „Gott ist ein musikalischer Gott.“

Die Versteigerung der Einzelbilder mit dem Grundgebot von 200 Euro leitete dann Jo Riedel in seiner locker-souveränen Art als Conférencier. Er animierte zum Kauf, und das machte er sehr erfolgreich: 20 der 25 Bilder erbrachten 4370 Euro; mit der Verdoppelung durch die KSK ergab das einen Reinerlös von 8740 Euro, der ungeschmälert an den Förderverein Bauhütte geht. Steffen Dietze arbeitete ohne Honorar.

© Schwäbische Zeitung - 16.06.2012

Posaunen erklingen zum 60-Jahr-Jubiläum

Württembergisches Auswahlensemble gratuliert dem Posaunenchor Attenweiler

Attenweiler (sz) - Der Posaunenchor Attenweiler feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen und lädt zum Jubiläum zu einem besonderen Konzert ein. Das „Bläserteam des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg“ musiziert am Sonntag, 17. Juni, um 16 Uhr in der evangelischen Kirche in Attenweiler. Es ist eines von drei Auswahlensembles unter insgesamt rund 700 Chören mit etwa 18000 Bläsern im Evangelischen Jugendwerk Württemberg (EJW).

Die zwölf Musiker aus verschiedenen Posaunenchören spielen ein Repertoire von Barock bis Pop, anspruchsvolle Werke für Posaunenchöre, aber auch Stücke für große Blechbläserensembles. Zu Gehör kommen festliche und fetzige Bearbeitungen von Chorälen, neue geistliche Lieder, Gospels und Spirituals sowie freie Musikstücke aus unterschiedlichen Epochen. Musiziert wird zum Teil mit Pauken und Schlagzeug.

Das Ensemble hat sich zur Aufgabe gemacht, zum Lob Gottes zu musizieren, die frohe Botschaft von Jesus Christus auszubreiten und beispielhaft für die Posaunenchöre zu spielen. Die Leitung hat Landesjugendreferent Michael Püngel. Die Kollekte kommt der Posaunenarbeit im EJW zugute.

© Schwäbische Zeitung - 13.06.2012

Noch steht der Glockenturm an der gleichen Stelle. Im Zuge des Um- und Neubaus auf dem Areal der Bonhoefferkirche wird der Turm versetzt. sz-Foto: Karin Reimold

Kirche beschließt neues Konzept für Bonhoefferhaus

 

Zieglersche und Gemeinde werden es nutzen

Von Karin Reimold

Biberach - Der evangelische Gesamtkirchengemeinderat hat dem Konzept für das Bonhoefferhaus zugestimmt. Das Haus am Mittelberg solle „ein Ort der Begegnung werden, von Menschen mit und ohne Behinderung“, sagt der evangelische Dekan Hellger Koepff. Der Beschluss des Projekts wurde bereits im Oktober vergangenen Jahres gefasst. Der Gesamtkirchengemeinderat prüfte das Konzept und berechnete die Kosten, bevor er zustimmte.

Die Zieglerschen mit Sitz in Wilhelmsdorf werden das Bonhoefferhaus übernehmen. Nun soll die diakonische Einrichtung eng mit der Kirchengemeinde kooperieren. „Dazu benötigen wir natürlich ein neues Gemeindekonzept, das den Inklusionsgedanken trägt“, sagt Koepff. Der Dekan spricht von einer zukunftsweisenden Entwicklung, bei der der geteilte Alltag als soziale Verpflichtung sichtbar werde.

Auf dem Gelände der Bonhoefferkirche wird ein neuer Gebäudekomplex stehen: eine Verbindung aus saniertem Altbau und einem Neubau. Im Zuge des Umbaus wird das jetzige Pfarrhaus abgerissen und der Glockenturm versetzt. 24 Menschen mit Behinderung sollen im Neubau ein neues Zuhause mit Tagesstrukturangeboten finden.

Durch die umfangreichen Baumaßnahmen ist mit der Eröffnung des neuen Bonhoefferhauses erst im Jahr 2015 zu rechnen.


© Schwäbische Zeitung - 09.06.2012

"Fair Play" im Gottesdienst

 

Riedlingen (sz) - Für 37 Jugendliche hat im Mai das Konfirmandenjahr mit einem Abend zum spielerischen Kennenlernen des Gesangbuchs mit Bezirkskantor Jürgen Berron und gemeinsam mit vielen Eltern begonnen. Am morgigen Sonntag, 10. Juni, werden die Konfirmanden im Gottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinde Riedlingen vorgestellt. „Fair play“ lautet um 10 Uhr im Johannes-Zwick-Haus das Motto. Eine gemeinsame Suppenmahlzeit, ein Fußball-Quiz, ein Sportler-Interview, Gitarrenmusik sowie Informationen über fair gehandelte Bälle sollen das Thema erlebbar machen. Eingeladen sind neben den Konfirmanden und ihren Familien natürlich alle Gemeindeglieder und Interessierte. In der Christuskirche findet am Sonntag kein Gottesdienst statt.

© Schwäbische Zeitung - 08.06.2012

 

Simultaneum - Künstler arbeitet zugunsten der Bauhütte

 

Biberach (sz) - Um die Bauhütte Simultaneum zu unterstützen, hat der Fotograf Steffen Dietze eine mehrteilige, großformatige Fotoarbeit über die Stadtpfarrkirche St. Martin angefertigt. Dietze wurde jüngst mit dem Preis des Kulturdezernats Biberach ausgezeichnet.

Seine circa acht Mal zwei Meter große Wandarbeit ist von Montag, 11., bis Freitag, 22. Juni, in der Kundenhalle der Kreissparkasse Biberach am Zeppelinring ausgestellt. Am Donnerstag, 14. Juni, findet um 19.30 Uhr eine Vernissage mit der A-cappella-Formation Al Dente statt. Der Fotograf führt in seine Arbeit ein, Pfarrer Ulrich Heinzelmann skizziert die ästhetische Bedeutung des Kirchenraums.

Die mehrteilige Arbeit wird zum Verkauf angeboten, der Erlös geht vollständig an die Bauhütte Simultaneum. Die Bauhütte Simultaneum ist ein überkonfessioneller Verein, der Spendengelder für die Außenrenovierung der Kirche sowie für die Ertüchtigung der Heizung sammelt.

© Schwäbische Zeitung - 05.06.2012

Das EM-Fieber steigt

An einigen Orten in Biberach wird während der Fußball-EM Public Viewing angeboten

Von Karin Reimold

Biberach - Daumen drücken, Leiden und euphorische Freudenschreie werden die nächsten Wochen begleiten. Die Europameisterschaft 2012 steht vor der Tür und lockt hartgesottene Fans oder die, die für vier Wochen welche werden, vor die Bildschirme.

Stichwort Public Viewing: Ob große oder kleine Städte, Gastronomen bereiten sich überall auf ihr Fußballpublikum vor. In Biberach zeigen Sportbars wie Woodpecker und Tweety in der Innenstadt die Spiele der deutschen Nationalelf über Fernseher.

Wie bereits bei der WM 2010 veranstalten der Hechtkeller, das Abdera und der Goldene Hirsch gemeinsam mit der Aral Tankstelle Public Viewing im größeren Stil.

Gemeinsam mitfiebern

Auf dem Parkplatz vor der Studentenkneipe Hechtkeller rechnen die Besitzer mit rund 800 Zuschauern, die die Spiele dort auf zwei großen Leinwänden verfolgen können.

Mit der Überschrift „Gleich der Hammer gegen Portugal“ lädt das Abdera zum meisterlichen Auftaktspiel am 9. Juni in die Kulturhalle ein. Alle Vorrundenspiele werden übertragen, bei einem Weiterkommen der Deutschen die jeweiligen Finalpartien.

Auch an der Riedlinger Straße kann man mit mehr als tausend Fans mitfiebern. Eine leinwandgroße Sicht auf die Spiele bieten der Goldene Hirsch und die Aral-Tankstelle den Fußballbegeisterten.

Die nächste Adresse für Sportabende ist der Biberkeller, der die Partien der Europameisterschaft im Freien zeigt. Das letzte Gruppenspiel, Deutschland gegen Dänemark am 17. Juni, wird im Martin-Luther-Gemeindehaus übertragen. Organisiert haben das das evangelische Jugendwerk und das katholische Bildungswerk Biberach.

© Schwäbische Zeitung - 02.06.2012

Die Vertreterinnen des Strickkreises Maria Troll und Margarete Gerster (von links) überreichten den Scheck an den katholischen Pfarrer Caspar Baumgärtner (links) und an den evangelischen Pfarrer Ulrich Heinzelmann (rechts). sz/Foto: privat

Frauen stricken für die Heizung in Sankt Martin

 

Die Frauen vom Strickkreis Sankt Martin spendeten aus dem Verkauf ihrer Stricksachen kürzlich 2000 Euro an die Bauhütte-Simultaneum. Damit soll unter anderem die Finanzierung der Heizungsanlage in der Stadtpfarrkirche St. Martin unterstützt werden. Die Vertreterinnen des Strickkreises Maria Troll und Margarete Gerster (von links) überreichten den Scheck an den katholischen Pfarrer Caspar Baumgärtner (links) und an den evangelischen Pfarrer Ulrich Heinzelmann (rechts). Zuvor hatte der Strickkreis den Frauenbund Biberach für die Aktion „Frauenhandel“, das Hospiz in Biberach sowie krebskranke und leukämiekranke Kinder in Ulm bedacht.

 

© Schwäbische Zeitung - 02.06.2012

Pfarrer Ulrich Mack hat als Klinikseelsorger viele Familien mit schwerkranken Kindern begleitet – und darüber ein Buch geschrieben.sz-foto: grü

 

Auch Gesten können Brücken bauen

 

Ulrich Mack hat ein Buch über Hilfen für Familien mit schwerkranken Kindern geschrieben

Von Annette Grüninger

Bad Schussenried - Ein Kind wird krank. Schwerkrank. Sterbenskrank. Familien wird in dieser Situation der Boden unter den Füßen weggezogen. Was da in Eltern und Geschwistern vorgeht, ist für Außenstehende oft nur schwer nachvollziehbar. Der Wunsch, ihnen zu helfen, mag groß sein – die Angst, etwas falsch zu machen, ist meist größer. Dabei können mitunter schon kleine Handreichungen im Alltag dazu beitragen, die Familien zu entlasten, hat Pfarrer Dr. Ulrich Mack beobachtet. Über solche Formen der Unterstützung hat der Bad Schussenrieder ZfP-Klinikseelsorger nun ein Buch veröffentlicht: „Ehrenamtliche Hilfe für Familien mit schwerkranken Kindern.“

Bis zum Ende begleitet


Macks Ratgeber ist keine Kopfgeburt. Er fußt auf seinen Erfahrungen als Seelsorger an der Klinik für Kinderheilkunde und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Tübingen. Kinder und Jugendliche aus ganz Baden-Württemberg und darüber hinaus, von Frankfurt bis nach Friedrichshafen werden hier behandelt: hauptsächlich gegen Krebs und Leukämie, aber auch Mukoviszidose, Herz- und Nierenkrankheiten. „Ich habe mich bemüht, die Situation der Eltern und Kinder zu verstehen“, blickt der 62-Jährige zurück. Tausende von Seelsorgesprächen muss der Theologe in den siebeneinhalb Jahren geführt haben. 400 Kinder und ihre Familien, berichtet Mack, habe er auch beim Sterben begleitet.

„Sobald die Diagnose Krebs gestellt wird, geht die Angst mit, das Kind zu verlieren“, sagt Mack. Diese Furcht sei immer präsent und präge das ganze Familienleben. Gerade Krebserkrankungen mit ihrem wechselvollem Verlauf, den ständigen Aufs und Abs zehren an den Kräften: „Wenn die Blutwerte gut sind, geht es auch der Familie gut, sind sie schlecht, geht es allen schlecht – von einer solchen Krankheit ist immer die ganze Familie betroffen, sie schränkt das Leben ein und dominiert alles.“

In dieser Situation erhoffen sich die Familien auch Hilfe von außen. Im Umfeld der Kliniken seien mittlerweile einige Hilfsangebote etabliert worden, weiß Mack – doch anders sehe die Lage am Wohnort aus. Da herrsche dann betretenes Schweigen, meiden Nachbarn, Freunde und Arbeitskollegen das Thema krampfhaft oder versuchen sich hilflos an gut gemeinten, aber unangemessenen Ratschlägen. „Dabei wünscht sich die Familie vor allem, dass ein Stück Normalität erhalten bleibt“, hat der Seelsorger beobachtet.

Um aber auf breiterer Basis herauszufinden, wie eine gelungene Unterstützung aussehen kann, hat Mack neben vielen Gesprächen weitere Forschungsarbeit betrieben. Finanziell gefördert von der José-Carreras-Leukämiestiftung und unterstützt von Professor Friedrich Schweitzer von der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen hat er Fragebögen entwickelt. Sie wurden an 80 Fördervereine für krebskranke Kinder in ganz Deutschland geschickt und dort an betroffene Familien verteilt. Nach Auswertung der Ergebnisse hat Mack eine Konzeption zur Schulung Ehrenamtlicher erarbeitet – bereits von Bad Schussenried aus, nachdem der Pfarrer 2009 seine neue Aufgabe am ZfP begonnen hat.

Vertrauen und Verlässlichkeit

„Wichtig für die Familien ist vor allem Vertrauen, Verlässlichkeit und ehrliches Interesse“, fasst Mack die Ergebnisse zusammen. Und: „Schon relativ einfache Dinge können helfen.“ Das Geschwisterkind vom Kindergarten abzuholen, den Rasen zu mähen, wenn die Eltern wieder einmal am Klinikbett sitzen – „das tut einfach gut.“ Bei Gesprächen sollte man den Familienangehörigen selbst die Wahl lassen, wie viel über die Krankheit gesprochen wird. Und wo Worte versagen, können Gesten Brücken bauen.

Häufiger als solche gelungene Beispiele hat Mack in den beantworteten Fragebögen aber von Enttäuschungen lesen können. „Wir delegieren solche Themen heute lieber an Experten“, hat der Seelsorger erfahren. Mit Tod und Sterben konfrontiert zu werden, falle vielen eben schwer, sagt Mack, der bei Meditation, Fahrradfahren und seiner Familie einen Ausgleich zu seiner Arbeit findet. Kinder hätten da einen leichteren Zugang, meint Mack und erinnert sich schmunzelnd an einen seiner kleinen Patienten. Während die Nachbarinnen ratlos über die Krebserkrankung eines Bekannten flüsterten, holte der Junge spontan seinen Klinikbegleiter, einen Plüschtiger: „Der kann ihm helfen – er hat auch schon viel Chemoerfahrung.“

Mack, Ulrich: Ehrenamtliche Hilfe für Familien mit schwerkranken Kindern, Göttingen (Vandenhoeck & Ruprecht) 2011, ISBN-Nummer 978-3-525-57018-0.