© Schwäbische Zeitung - 30.03.2012

Theologe und Privatdozent wird ständiger Pfarrer im Bereich Ertingen/Dürmentingen

Ertingen/Dürmentingen (sz) - Die Evangelische Kirchengemeinde Riedlingen feiert am Sonntag, 1. April, im Gerhard-Berner-Haus in Ertingen um 10.45 Uhr die Investitur ihres Pfarrers Dr. Hans-Martin Rieger auf die Pfarrstelle Ertingen/Dürmentingen.

Der Theologe und Privatdozent an der Universität Jena wird nach eineinhalb Jahren Tätigkeit im Bereich Ertingen/Dürmentingen jetzt als ständiger Pfarrer durch Dekan Hellger Koepff eingeführt. Neben Dekan Koepff aus Biberach werden die Investiturzeugen aus dem Kirchengemeinderat, der Bläserkreis der Evangelischen Kantorei und die Kinderkirche diesen Gottesdienst mitgestalten. Im Anschluss wird Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Gratulation an Pfarrer Dr. Rieger sein. Die geknüpften Kontakte und die Zusammenarbeit auch in der Ökumene und mit den bürgerlichen Gemeinden sollen dabei zum Ausdruck kommen.

An den Aufgaben von Pfarrer Dr. Rieger ändert sich war durch die Investitur nichts, doch die Investitur bedeutet für die Evangelische Landeskirche, die Gemeinde vor Ort und den Pfarrer selbst, dass die Amtsverpflichtung und Einsetzung nun offiziell ausgesprochen und mit der Gemeinde und ihren Mitarbeitern gefeiert wird. Dazu gehört auch die Bitte um den Segen für den Dienst des Pfarrers. Gemeindeglieder, Vertreter der Öffentlichkeit und des Kirchenbezirks sind herzlich willkommen.

Pfarrer Dr. Hans-Martin Riegersz-archivfoto: Michaela Kegel

© Schwäbische Zeitung - 28.03.2012

 

Marc Marshall spricht über Glauben und Musik

 

Das Evangelische Gemeindeblatt spricht mit dem Sänger Marc Marshall am Freitag, 30. März, um 19.30 Uhr im Martin-Luther-Gemeindehaus in Biberach. „Worte und Inhalte eines Stücks reflektiere ich immer stärker, je älter ich werde“, sagt Marshall. Der Gemeindeblatt-Redakteur Alexander Schweda interviewt Marshall über die Verbindung von Glauben und Musik, aber auch zu seinem Leben. Beim Interview wird Marshall auch singen.

„Mein Anspruch ist es, meinem Publikum ehrlich gegenüberzutreten“, sagt Marc Marshall. Der Eintritt zu dem Gespräch ist frei. Die Reihe „Evangelisches Gemeindeblatt im Gespräch“ findet in den nächsten Jahren immer in einem anderen Dekanat statt und greift die Themen der Lutherdekade bis zum Jahr 2017 auf. Derzeit geht es um Musik.

© Schwäbische Zeitung - 28.03.2012

 

Leute

 

Das Besetzungsgremium der Kirchenbezirke Kirchheim und Nürtingen hat die Bad Schussenrieder Pfarrerin Dorothee Moser zur neuen evangelischen Schuldekanin gewählt. Die 48-Jährige tritt die Nachfolge von Renate Schullehner an. Sie ist für mehr als 270 staatliche und kirchliche Religionslehrer an mehr als 85 Schulen zuständig. „Die Lehrkräfte sind das Herzstück des Religionsunterrichts, sie sollen alle Unterstützung bekommen, die sie brauchen“, sagte die neue Schuldekanin. Außerdem gehört zu ihren Aufgaben die Begleitung der Kindergartenfachberatung, der Jugendarbeit sowie der Beratung von Gemeinden in Bildungsfragen. Ihr sei es ein Anliegen, dass „Religionsunterricht weiterhin einen guten Platz in der Schule hat“. Eine Gesellschaft, die die Religion ausschließe, stehe in der Gefahr, einen wichtigen Teil der menschlichen Persönlichkeitsentwicklung auszuschließen, sagt Moser. Das sei für die Schule nicht zukunftsweisend. Gerade auch der Dialog zwischen den Völkern und Religionen brauche ein gutes Wissen über die Religion. Die gelernte Theologin und Diplom-Pädagogin war nach der Vikariatszeit theologische Referentin im Büro der Frauenbeauftragten, fünf Jahre in der Fort- und Weiterbildung der Landeskirche tätig. Seit 2005 war sie Gemeindepfarrerin in Bad Schussenried und Vorsitzende des Evangelischen Erwachsenenbildungswerks Oberschwaben. Sie wird ihr neues Amt wohl zum 1. Juni antreten.

© Schwäbische Zeitung - 28.03.2012

Das Biberacher Vokalensemble Belcanto präsentiert am Sonntag in Wain ein Passionskonzert. Foto: pr

Passionskonzert erklingt am Palmsonntag

Vokalensemble „Belcanto“ führt Paul Ernst Ruppels Werk „Crucifixion“ in der evangelischen Kirche auf

Wain (sz) - Ein Passionskonzert findet am Palmsonntag, 1. April, um 16 Uhr in der evangelischen Kirche in Wain statt. Dabei wird das Werk „Crucifixion“ von Paul Ernst Ruppel aufgeführt, gesungen vom Vokalensemble „Belcanto“ unter der Leitung von Kantor Ralf Klotz.

Kreuzigung und Auferstehung Christi haben seit jeher Komponisten zu berührenden Chorwerken inspiriert. Eine individuelle musikalische Sichtweise findet sich in Paul Ernst Ruppels (1913 bis 2006) „Crucifixion“. Er gestaltete seine 1960 komponierte Passion bewusst in deutscher Sprache auf der Grundlage verschiedener Spirituals, um mit dem frischen Wind des Spiritualgesanges die mehr introvertierte europäische Kirchenmusik zu bereichern. „Crucifixion“ ist ein gemäßigt modernes Passionswerk, dass durch seine Direktheit besticht.

Das zeitgenössische Werk – eine musikalische Passionsgeschichte für Chor, Vorsänger, Sprecher, Posaune und Kontrabass – basiert neben den Spirituals auf Psalmtexten, dem Choral „Schaut ihr Sünder“ von Matthäus A. von Löwenstein sowie auf ausgewählten Texten der altkirchlichen Passionsliturgie.

Das 40-minütige Werk mit dem Untertitel „Golgatha“ verlangt Dynamik, Rhythmus, Expressivität sowie eine prägnante textliche Deklamation. Tatsächlich blickt man teils erstaunt auf ungewöhnliche Klangfarben, die sich in Gesang und Musik widerspiegeln. Auch emotional bewegend gelingt Ruppel die Betrachtung der Passionsgeschichte Christi, die in den zwölf Teilen des Stücks lebendig wird. Trauer kehrt ein beim gefühlvollen Wechselgesang zwischen Vorsänger und Chor, der in seinen Texten fragt, anklagt und kritisch betrachtet. Der Chor wird durch die zwar sparsame, aber sehr ungewöhnliche und rhythmisch anspruchsvolle Kolorierung nur von Kontrabass und Posaune auf ideale Weise unterstützt. Die eingeschobene textliche Rezitation in modern-anschaulicher Sprache führt den Zuhörer in die Unmittelbarkeit des Erlebens des dramatischen Sterbens Jesu Christi.

Der aus Esslingen stammende Paul Ernst Ruppel war Kantor, Chorleiter und Komponist von 152 Werken mit moderner sowie oft ungewöhnlicher Tonsprache. Bekannt ist der Komponist und Textautor von vielen Kirchenliedern. Weltweit bekannt ist sein Kanon „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des Herrn“.

Außerdem erklingen im Konzert die von Ralf Klotz komponierten Spirituals „Deep River“ und „Were you there, when they crucified my Lord“. Ausführende sind das Vokalensemble „Belcanto“, Dr. Jan Sandel, Sprecher, Manuel Zieher, Posaune, und Michael Weigler, Kontrabass. Die Leitung hat Kantor Ralf Klotz.

© Schwäbische Zeitung - 26.03.2012

Die Pfarrerin begeistert die Besucherinnen mit wunderbaren selbstgemachten Schokoladegenüssen. Foto: Vera Romeu

 

Fastenzeit und Kakao haben vieles Gemeinsam

 

An Massenprodukt Schokolade haftet Kinderarbeit – Fastenzeit fordert Umdenken

Von Vera Romeu

Mengen - Schokolade hat so wie ihr Geschmack zwei gegensätzliche Seiten, nämlich bitter und süß. Rund 50 Frauen kamen in den Paulussaal und folgten der ökumenischen Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde und des Eine-Welt-Ladens. Pfarrer Wolfgang Raiser hatte bewusst in der Fastenzeit die Ulmer Pfarrerin Yasna Crüsemann, vom Dienst für Mission, Ökumene und Entwicklung, eingeladen, um zu vergegenwärtigen, dass Schokolade nur in bestimmter Qualität und Preis gekauft werden sollte, weil beim Massenprodukt Schokolade überproportional Kinderarbeit eingesetzt wird. Die Fastenzeit ist eine Zeit des Nachdenkens und Bewusstmachens, so Pfarrer Raiser.

Pfarrerin Crüsemann nannte erschreckende Zahlen: Weltweit gibt es um den Äquator fünf Millionen Kleinbauern, die Kakaobohnen ernten. Es arbeiten 215 Millionen Kinder dort und da ist nicht Mithilfe nach der Schule gemeint, sondern das was man offiziell als „Kinderarbeit“ definiert, betonte Pfarrerin Crüsemann. Sie empfahl, bewusst nur die hochqualitative Schokolade zu kaufen, auf Gütesiegel zu achten, die gewährleisten, dass die Kleinbauern einen fairen Preis für ihre Ernte bekommen und davon leben können.

Auf einem großen Tisch hatte Christa Eisele die Auswahl an Schokoladenprodukten, die sie im Eine-Welt-Laden führt, ausgelegt: Sie überraschte die Besucherinnen mit rund 30 verschiedenen Produkten. Schokolade mit einem Gehalt von 70 Prozent Kakao ist ein Produkt von hoher Qualität und intensivem Geschmack. Es kann vielseitig verarbeitet und genossen werden. Pfarrerin Crüsemann hatte die hochprozentige Schokolade aufgewärmt und flüssig gemacht. Es duftete herrlich nach Schokolade. Sie hatte eine umfangreiche Palette an Gewürzen dabei, die sie über die Schokolade streute. „Kreativität kennt bei der Schokoladeverarbeitung keine Grenzen“, sagte sie. Chili, Pfeffer, Rosa Beeren, Rosenblüten, Gewürzmischungen mit Namen wie „Flower-Power“, „Arabische Nächte“ gaben der Schokolade einen ganz neuen Reiz. Die gewürzte flüssige Schokolade wurde wieder hart und konnte zu schönen Bruchstücken als Geschenke in Zellophan verpackt werden.

In der Bibel gibt es die Schokolade nicht, weil sie zu dieser Zeit im Vorderorient und Europa nicht bekannt war. Aber das Süße wird in der Bibel als Symbol für Leben und Reichtum und als Vorgeschmack des Himmels verwendet. „Manche meinen, Askese führe zu Gott. Andere sehen den Weg zu Gott im Wunderbaren, im Süßen“, erklärte Pfarrerin Crüsemann. Sie hielt einen Umfangreichen Vortrag über die Geschichte des kostbaren Kakaos, der bis in die Neuzeit nur getrunken wurde.

Pfarrerin Yasna Crüsemann spricht über den Ursprung des Kakaos: Bei den Asteken, Incas und Mayas war Kakao eng mit Religion verbunden. 

© Schwäbische Zeitung - 24.03.2012

„Volles Haus“ hieß es gestern bei der Messe „Aktiv 50 plus.“SZ-Foto: emka

Messe „Aktiv 50 plus“ erfreut sich auch beim zwölften Mal vieler Besucher

Rund 40 Aussteller präsentieren ihre Produkte – Besonders gefragt sind in der Gigelberghalle die Vorsorgemappen des Stadtseniorenrats

 

BIBERACH (emka) - Großer Besucherandrang hat gestern in der Gigelberghalle in Biberach geherrscht, wo die Messe „Aktiv 50 plus“ heuer zum zwölften Mal stattfand. Unterstützung erfährt die Messe seit ihrem Bestehen durch den Landkreis, die Stadt, den Stadtseniorenrat Biberach und die Initiative „Bürger für Bürger“.


Entsprechend dem Motto und der Zielgruppen war das Angebot breit gefächert. Rund 40 Aussteller, Institutionen und Organisationen präsentierten ihre Angebote. Das begann beim Angebot von alltagserleichternden Hilfsmitteln, ging über nützliche Tipps für die Ernährung ab 50 und Wohnberatungen bis zum Krankenhauslotsen-Angebot der Initiative „Bürger für Bürger“.


Biberachs Erster Bürgermeister Roland Wersch übernahm in diesem Jahr für Stadt und Kreis die Begrüßung der Besucher.


Bereits zur Messeeröffnung hatten sich zahlreiche Besucher eingefunden und bevölkerten die verschiedenen Info-Stände. Besonders großer Andrang herrschte am Stand des Stadtseniorenrats Biberach. Dort lagen die neu erstellten Vorsorgemappen zur kostenlosen Mitnahme bereit. In die Mappen können wichtige Daten eingetragen werden, und der zweite Teil enthält wichtige Informationen über vorsorgende Verfügungen. Diese Mappen gingen weg wie die sprichwörtlichen „warmen Semmeln“. Marlene Goeth, Vorsitzende des Stadtseniorenrats Biberach, erklärte, die Informationen an ihrem Stand würden sehr gut angenommen. Bei den Vorsorgemappen werde sie wohl bald Nachschub holen müssen.


Naturgemäß locken Speisen und Getränke Besucher besonders an. Deshalb waren auch der Stand der Kreisklinik mit seinem Angebot von Suppen und Gemüsespießen und die „Erholecke“ mit Kaffee und Zopfbrot besonders stark gefragt.


Auch die Gelegenheit der kostenlosen Kontrolle des Blutzuckers und des Blutdrucks nahmen die Besucher gern wahr.


Der Verein „Bürger für Bürger“ fährt nach Auskunft von Gottfried Palm zweigleisig: Zum einen zeigt er den Besuchern die Hilfen auf, die er leistet, zum anderen wirbt er um weitere Helfer zum Helfen.


Die Besucher waren mit den Angeboten der Messe zufrieden. Georg Stehle aus Biberach sagte: „Ich habe die Messe schon öfter besucht. Das Angebot ist vielseitig. Gut ist, dass es keinen Kaufzwang gibt. Die Fläche dürfte größer sein.“ Auch Erika Wieland und Germana Büttner äußerten sich positiv: „Die Messe finden wir sehr gut. Es gibt viele Informationen. Wir finden es auch gut, dass es keinen Verkauf gibt.“ Als einzigen Negativaspekt führten einige Besucher die Enge der Ausstellungsfläche an.

 

© Schwäbische Zeitung - 23.03.2012

Evangelisches Dekanat verliert 1,75 Pfarrstellen

 

Alle Gemeinden sollen aber erhalten bleiben


Biberach (sz/ck) - Die Landeskirche streicht dem Evangelischen Dekanat Biberach 1,75 Pfarrstellen. Laut Dekan Hellger Koepff ist unklar, wo die Stellen entfallen. Auf der Bezirkssynode hat Koepff den neuen Pfarrplan der Landeskirche vorgestellt. Bei ihr sind die Pfarrer offiziell angestellt. Bis 2018 gibt es demnach noch Pfarrer auf 32,75 Stellen im Dekanat. Bis dahin werde die Zahl der evangelischen Gemeindemitglieder auf 44 000 gesunken sein, sagt die Landeskirche voraus.


„Der Rückbau schmerzt uns alle“, sagt Koepff. Die Landeskirche begründet ihn mit sinkenden Mitgliederzahlen, demografischem Wandel und einer sinkenden Zahl von Pfarrern. „In welchen Kirchengemeinden unseres Bezirks die 1,75 Stellen bis Ende 2018 abgebaut werden, erarbeitet zurzeit ein speziell eingesetzter Pfarrplanausschuss“, sagt Koepff. Darin sitzen Vertreter des Kirchenbezirksausschusses und aus den drei Teilgebieten des Dekanats. Bis zum November erarbeiten sie ein Konzept für den Stellenabbau. Die Debatten will Koepff offenlegen. Die Entscheidung über die Streichung trifft allerdings die Landeskirche.


Gemeinden bleiben erhalten


Die 25 Kirchengemeinden im Dekanat bleiben aber erhalten. Entfällt ein komplettes Pfarramt, so sei dies in Gemeinden, die über mehr als eine Stelle verfügen.


Die Aufgaben der Pfarrer werden sich wohl mit dem Stellenabbau verändert. Dekan Koepff sagt, dass schließlich nicht weniger Pfarrer die gleiche Arbeit machen könnten, die derzeit erledigt wird. Schon jetzt arbeiten die meisten Pfarrer länger als 40 Stunden in der Woche. „Wir müssen debattieren: Was ist unser Auftrag und wofür sind wir eigentlich da?“, sagt Koepff. Als eigentliche Aufgabe der Pfarrer begreift er, das Evangelium zu verkünden, die Seelsorgen und das Unterrichten. Doch dafür bleibe angesichts vieler anderer Aufgaben zu wenig Zeit.


Pfarrer müssten heute auch viel verwalten, etwa die kirchlichen Kindergärten, Projekte der Landeskirche umsetzen, Werbung für Veranstaltungen machen. „Es gibt Pfarrer, die sagen, dass Zeit für die Seelsorge fehlt“, sagt Koepff.

© Schwäbische Zeitung - 23.03.2012

Aktiv 50 plus richtet sich an Ältere und Angehörige

 

Die Messe in der Gigelberghalledauert heute von 10 bis 17 Uhr


Biberach (sz) - Vieles kann man auf der Messe Aktiv 50 plus heute von 10 bis 17 Uhr in der Gigelberghalle ausprobieren, zum Beispiel Computer und Internet, Gehhilfen, Hausnotruf oder Essen auf Rädern. Auch die Medienwelt der Stadtbücherei, die mehr als Bücher und Zeitschriften bietet, kann man kennenlernen.

Gesunde Säfte zum Probieren, eine kostenlose Tasse Kaffee und Zopfbrot sowie ein Gesundheitsquiz mit Pflanzendüften und Gesundheitsfragen tragen zur besonderen Messeatmosphäre bei, in der man gerne Kontakte knüpft, auch zu Selbsthilfegruppen wie der Aktion Multiple Sklerose Erkrankter (Amsel), der Parkinson-Gruppe, dem Blauen Kreuz.

„Bürger für Bürger“ stellt die Krankenhaus-Lotsen vor. Pflegende Angehörige finden Unterstützung bei ehrenamtlichen „Pflegebegleitern“, mit denen sie ihre Sorgen teilen können. Auf Wunsch wird ein Lungenfunktionstest vorgenommen, der individuelle Kalorienbedarf berechnet oder die Muskelmasse, das Idealgewicht, Blutzucker, Blutdruck bestimmt. Informationen zu Pflegediensten, Tages-/Nacht- und Kurzzeitpflege sowie über nützliche Geschenke runden die Messe ab.

© Schwäbische Zeitung - 22.03.2012

Pfarrer Dr. Hans-Martin Rieger (links) und Pfarrer Dr. Peter Häring hatten ein Thema aufgegriffen, das auf großes Interesse stieß. SZ-Foto: Michaela Kegel

Was die Kirchen trennt

 

Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Evangelischen und der Katholischen Kirche


Von Michaela Kegel


ERTINGEN - Mit dem Thema „Aber wir haben doch alle den gleichen Gott – was trennt und was eint Katholische und Evangelische“ setzten sich im Ertinger Abt-Bischof-Spies-Haus der katholische Pfarrer Dr. Peter Häring und sein evangelischer Kollege Dr. Hans-Martin Rieger auseinander. Der Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde stieß auf sehr großes Interesse und das Gemeindehaus füllte sich rasch.


Ablassstreit und Luther


Zu allererst war eine Rückblick auf die Geschichte notwendig und die Frage „Wie sind wir anders geworden?“, wurde erforscht. Pfarrer Rieger klärte über den damals herrschenden Ablassstreit und den Reformator Martin Luther auf. Auch war damals eine hohe Unzufriedenheit mit der römisch-katholischen Kirche und dem Lebenswandel der Päpste vorhanden. Beleuchtet wurden die Gnadenlehre und die Rechtfertigungslehre und es zeigte sich die hohe Komplexität des Themas. Pfarrer Häring erklärte das Konzil von Trient (1545 – 1563) und die Reaktion der katholischen Kirche, die sich selbst verändern wollte.


„Worin sind wir anders?“


Unter dem Thema „Worin sind wir heute anders?“ stellten die beiden Pfarrer die wesentlichen Unterschiede heraus. Dass die katholische Kirche die Kirche als „sakramentales Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott“ sehe, erklärte Häring. Die Kirche würde als von Christus gestiftete Gemeinschaft verstanden und die Kirche Christi finde ihre Verwirklichung im katholischen Glauben.


In der evangelischen Kirche sei die Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen zu verstehen, es gäbe keine sichtbaren Strukturen und kein Oberhaupt. „Das Wort schafft in den Herzen Glauben“, so Rieger. Während es bei den Protestanten keine „Umwandlungslehre“ gibt, feiern die Katholiken die „Wandlung des Brotes in die reale und bleibende Gegenwart Christi“. „Der Wein bleibt Wein“, erklärte Rieger und der Tod Jesu am Kreuz sei eine Einmaligkeit. Die Einladung zum Abendmahl mit Vergebungszusage ergehe an alle: „Christus empfangen darf jeder, der im Glauben empfängt.“ Anders dagegen bei der katholischen Kirche, denn hier bedingt die Teilnahme am Mahl „die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche“ und die Sünden werden in der Beichte vergeben. Während es bei den Katholiken Messen für Verstorbene und bestimmte Anliegen gibt und Heilige verehrt und angerufen werden, ist dies bei den Protestanten nicht denkbar. Auf katholischer Seite steht das Weihepriestertum mit der „Ehelosigkeit um des Himmelsreiches Willen“ der Einsetzung des evangelischen Pfarrers per Ordination mit Befürwortung der Ehe als Gottes Gebot gegenüber.


Herausforderungen ergründet


Man erfuhr, dass in der evangelischen Kirche die Pfarrer keine Priester und in der katholischen Kirche die Pfarrer Priester sind, doch gibt es auch Priester, die keine Pfarrer sind. Letztere haben keine Pfarrgemeinde zu betreuen. Im dritten Teil des Abends ergründeten Rieger und Häring die gemeinsamen Herausforderungen. Die Ökumene verstehe sich als „Verschiedenheit von Brüdern und Schwestern, die sich näher kommen, indem sie Christus und seinem Wort näher kommen“. Dabei dürfe die Ökumene kein Kompromiss sein, sondern eigene Fehler müssten korrigiert werden. „Wir haben heute eine Gesellschaft, die mit Heil und Reich Gottes nichts mehr anfangen kann – es geht heute in erster Linie um Wohlstand und da sitzen wir im gleichen Boot“, sagte Pfarrer Rieger. Die beiden Kirchen dürften sich nicht im Streit verzetteln, sondern hätten die gemeinsame Aufgabe, „das christliche Menschenbild zu vermitteln“. Dass „Ökumene aber auch weh tut, erklärte Rieger: „Ich lade zum Abendmahl ein, aber auf der anderen Seite kommt die Einladung nicht.“ Die Fragen der Zuhörer befassten sich unter anderem mit dem Fegefeuer, der Hölle, der Ausbreitung des Islams und damit, ob die christlichen Kirchen nicht besser zusammenhalten müssten. Dass die Stärke des Islams auch die Folge der Schwäche des christlichen Glaubens sei, stellte Pfarrer Häring klar: „Die beste Weise, den Muslimen zu begegnen ist, den christlichen Glauben aktiv und überzeugend zu leben.“

 

© Schwäbische Zeitung - 21.03.2012

 

Kleine Experten intonieren Orgelpfeifen

 

16 Kinder des Kinder-Orgel-Clubs und fünf Erwachsene aus der Orgelempore der Christuskirche haben am Samstag mit Orgelbaumeister Erich Weber und Bezirkskantor Jürgen Berron Orgelpfeifen, deren Material und Beschaffenheit unter die Lupe genommen. Nach einer theoretischen Einführung durften die Kinder das erworbene Fachwissen in die Tat umsetzen. Jedes Kind erhielt eine eigene Pfeife, einen Rohling den die Süddeutsche Pfeifenfabrik Killinger extra für diese „Orgelwerkstatt für Kinder“ angefertigt hatte. Damit sie überhaupt klingen kann, wurde mit einem Reduktionszirkel die Höhe abgemessen, die der Orgelbaumeister dann mit einem scharfen Messer aufschnitt. Allen Pfeifen wurde, wie es üblich ist, auf der Rückseite eine Stimmrolle eingeritzt. Anschließend haben die Kinder die Feinarbeit am Klang der 21 Pfeifen (Intonation) mit sehr gespitzten Ohren und außerordentlich konstruktiven Beiträgen verfolgt. Zum Schluss nahmen die Teilnehmer ihre schön klingenden Orgelpfeifen zufrieden nach Hause.

sz/Sz-Foto: Inge Veil-Köberle

© Schwäbische Zeitung - 17.03.2012

Sie bilden den Vorstand der ACK-Ortsgruppe Biberach: (v. l.) Damian Walosczyk, Ute Kuhlmann und Ulrich Heinzelmann. Sz-Foto: gem

Drei Konfessionen tun sich zusammen

 

Ökumenische Gottesdienste für Motorradfahrer und an Bauernschützen

 

Von Gerd Mägerle


Biberach - Seit Jahresbeginn hat Ökumene in Biberach einen neuen Stellenwert. Seither bilden Katholische und Evangelische Gesamtkirchengemeinde sowie die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde eine Ortsgruppe der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Baden-Württemberg. Diese ACK-Ortsgruppe tritt an die Stelle des Ökumenischen Arbeitskreises, den es seit 2003 in der Stadt gab. „Der Unterschied besteht darin, dass nun die kompletten Kirchengemeinden ACK-Mitglied sind und sich nicht mehr nur Einzelpersonen um die Ökumene kümmern“, sagt der evangelische Stadtpfarrer Ulrich Heinzelmann, der zusammen mit dem katholischen Diakon Damian Walosczyk und Ute Kuhlmann von der Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde den Vorstand der ACK-Ortsgruppe bildet.


Mit einem gemeinsamen Gottesdienst wurde die Gründung Ende Januar gefeiert, jetzt geht es an die konkrete Umsetzung von Ideen. Geplant ist zum Beispiel ein ökumenischer Motorradgottesdienst auf dem Gigelberg. In den ökumenischen Gottesdienst an Bauernschützen auf dem Marktplatz soll künftig auch die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde eingebunden werden, sagt Walosczyk. Gefördert werden soll auch der interreligöse Dialog. „Außerdem gibt es in der Stadt noch viele kleine christliche Gruppen, zu denen wir bisher noch gar kein Verhältnis haben. Da wollen wir im Herbst mal eine Anfrage starten, ob die mit uns ins Gespräch kommen wollen“, so Walosczyk. Es gehe zunächst um eine Bestandsaufnahme, um festzustellen, wo Anknüpfungspunkte bestehen, sagt Ute Kuhlmann.


Ziel, so Heinzelmann, soll sein, in der Öffentlichkeit bei wichtigen Fragen stärker gemeinsam aufzutreten. Im Mittelpunkt stehe der Leitgedanke der ACK – versöhnte Verschiedenheit. Durch die Tradition des Simultaneums seien die Schranken zwischen den Konfessionen bereits weit heruntergesetzt, sagt Walosczyk. „Das gibt es so in der Region sonst nicht. Vielleicht können wir mit unserer verstärkten Zusammenarbeit ein Beispiel sein, das weit über Biberach hinaus wahrgenommen wird.“


Nutzen im Alltag


Neben gemeinsamen Gottesdiensten könnte sich die Gründung der ACK-Ortsgruppe auch in der Alltagsarbeit der einzelnen Konfessionen niederschlagen. „Jeder kocht sein eigenes Süppchen, jeder kämpft mit Mitarbeitermangel“, sagt Kuhlmann. Wenn hier Energien zusammengeführt würden, könne man in der Stadt stärker präsent sein. Dies könne auch bedeuten, dass man noch enger bei der gemeinsamen Nutzung kirchlicher Gemeindehäuser kooperiere, sagt Walosczyk.


Mehr Informationen zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen gibt es im Internet unter www.ack-bw.de.

© Schwäbische Zeitung - 13.03.2012

Hanspeter Gruber.Foto: pr

Hanspeter Gruber: „Klein, aber fein“ ist oft wirtschaftlicher

Referent berichtet beim Familiennachmittag des Evangelischen Bauernwerks in Wain aus seinem Leben „in und mit der Landwirtschaft“

WAIN (sz) - Klasse statt Masse war die Empfehlung und Essenz seiner Lebens- und Berufserfahrung, die Vorstandsmitglied Hanspeter Gruber am Sonntag beim Familiennachmittag des Evangelischen Bauernwerks in Wain mit den zahlreichen Besuchern teilte.

In seinem Vortrag „Mein Leben in und mit der Landwirtschaft“ beschrieb er anhand von Bildern die Entwicklung seines Betriebes von der Landwirtschaft zum Lohnunternehmen. Wie bei vielen Familien im Veranstaltungsort Wain, stammen auch seine Vorfahren von Österreich, die als evangelische Flüchtlinge in Süddeutschland vor fast hundert Jahren eine neue Heimat fanden.

Diese liegt bei Hanspeter Gruber im Nördlinger Ries, wo aus dem kleinen Gemischtbetrieb innerhalb dreier Generationen ein moderner Dienstleistungsunternehmen geworden ist. Der Betrieb umfasst heute die Sparten Landwirtschaft, Mastschweinehaltung, Photovoltaik sowie als Haupteinkommensquelle das Lohnunternehmen mit Techniksparte.

Das Familienunternehmen mit drei Söhnen, die darin eingebunden, aber auch anderweitig berufstätig sind, beschäftigt zusätzlich zwei festangestellte Fahrer beziehungsweise Mechaniker. Daneben ist Gruber seit zwei Jahren ehrenamtlich als Vorstandsmitglied des Evangelischen Bauernwerks tätig.

Er sieht als Hauptproblem der heutigen Zeit den Zwang zu immer noch größeren Maschinen und Einheiten, die sich betriebswirtschaftlich oft nur vordergründig rechnen. Die benötigten Investitionssummen seien enorm und machten zu abhängig von Wirtschaft und Politik. „Klein, aber fein“, sei oft die wirtschaftlichere Variante.

Anhand von Beispielen belegte er seine Rechnung. Alle Daten werden in seinem Betrieb bei jedem Schritt mit einem Handcomputer erfasst und umgehend ausgewertet. Dabei zeigen sich sehr schnell die Kostenvorteile größerer Einheiten, es müssten dabei jedoch alle Faktoren berücksichtigt werden. Wenn dabei ohne Rücksicht auf Verluste von natürlichen und menschlichen Ressourcen gearbeitet werde, führe dies in Sackgassen und sei nicht nachhaltig. Dabei seien auch die Verbraucher gefordert, für die steigenden Ansprüche hinsichtlich Tierschutz und Lebensmittelqualität auch einen höheren Preis zu bezahlen. Das sei angesichts wachsender Fast-Food-Märkte jedoch Wunschdenken.

Glaser: In die Offensive gehen


Dies bestätigte in der anschließenden Diskussion auch der Kreisbauernverbandsvorsitzende und Vizepräsident Gerhard Glaser, der jedoch zu bedenken gab, dass die Lebensmittelkonzerne bestimmte Standards schlichtweg voraussetzen und einfordern. Da müssten Landwirte selbst in die Offensive, nicht in die Defensive gehen. Viele Bauern würden heute entweder aufhören oder in die Vollen gehen, was die große Zahl der Biogasbetriebe im Kreis Biberach bestätige. Hanspeter Gruber sieht eine Chance darin, Vorbild in puncto CO²-Footprint zu werden und energieautarke Höfe zu fördern.

Maß und Ziel nicht zu verlieren und bei aller Arbeit und Zukunftssorge noch Mensch mit christlichen Werten bleiben zu können, beschrieb Bildungsreferentin Renate Wittlinger als das zentrale Anliegen des Evangelischen Bauernwerks. Der Bezirksbauernpfarrer und Ortspfarrer in Wain, Ernst Eyrich, umrahmte den Nachmittag mit geistlichen Impulsen. Er wünschte den Landwirtsfamilien an diesem Sonntag, der den Namen Occuli (Augen) trägt, den Blick für die Realitäten zu öffnen und mit Gottes Hilfe gestalten zu können.

© Schwäbische Zeitung - 13.03.2012

„Das wollte ich schon länger haben“ –„Es wird sich grundlegend nichts verändern“

Was evangelische Christen über das Kirchenwahlrecht mit 14 Jahren denken

Die Evangelische Kirche in Württemberg senkt das Wahlalter: An den Kirchenwahlen dürfen sich künftig Jugendliche ab 14 Jahren beteiligen. Bisher musste man 16 sein. Roland Ray hat zwei Pfarrer, einen Kirchengemeinderat und einen Vertreter des Evangelischen Jugendwerks gefragt, wie sie über die Neuregelung denken.

„Das ist sehr sinnvoll“, findet Paul Jung (22), Vorsitzender des Evangelischen Jugendwerks Laupheim. Wenn man Heranwachsenden früh ein Mitentscheidungsrecht einräume, werde man sie im Idealfall dafür begeistern, sich auch schon früh in der Gemeinde zu engagieren. Davon würde nicht zuletzt die Jugendarbeit profitieren. Zudem könnten sich Jugendliche ab 14 motiviert sehen, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen, wenn es junge Bewerber bei der Kirchengemeinderatswahl gibt. „Für die könnte es dann leichter werden, gewählt zu werden.“ Im Übrigen: „14 Jahre, das ist schon sehr jung. Aber viele Jugendliche sind heute in diesem Alter doch relativ weit im Kopf.

Ernst Eyrich, evangelischer Pfarrer in Wain, nimmt die Entscheidung der Frühjahrssynode mit einem Achselzucken zur Kenntnis. Das herabgesetzte Wahlalter orientiere sich an der Religionsmündigkeit durch die Konfirmation, notwendig sei der Schritt indessen nicht. Eyrich bezweifelt, dass die Beteiligung an den Kirchengemeinderatswahlen, die in Württemberg erfahrungsgemäß bei 20 bis 30 Prozent dümpelt, künftig einen Aufschwung nimmt: „Es wird sich grundlegend nichts verändern.“ Die Synode sei offenbar bestrebt gewesen, das Wahlalter an die Regelung in der badischen und bayerischen Landeskirche anzugleichen.

Konfirmanden seien in der Regel etwa 14 Jahre alt und mit ihrem Bekenntnis zur Kirche religionsmündig, sagt Andreas Kernen, evangelischer Pfarrer in Oberholzheim – „insofern macht es ein Stück weit Sinn, das Wahlalter auf 14 Jahre zu senken“. Gleichwohl sei er über die Entscheidung im Zwiespalt. Einerseits sei es eine schöne Geste und ein Zeichen der Wertschätzung, junge Menschen mitbestimmen und mitgestalten zu lassen, „zumal wenn sie bereits Verantwortung übernehmen in der Jugendarbeit“. Die Botschaft müsse lauten: „Wir nehmen euch ernst, aber auch in die Pflicht.“ Anderseits handele es um eine Altersgruppe, die sich in der Regel noch nicht vertieft mit Inhalten auseinandergesetzt habe – „das ist ein allgemeindemokratisches Problem“. Die Masse der Stimmberechtigten werde wohl auch in Zukunft eher nicht zur Kirchengemeinderatswahl gehen.

Bernd Pfister, zweiter Vorsitzender des evangelischen Kirchengemeinderats in Laupheim, begrüßt die Absenkung des Wahlalters: „Das wollte ich schon länger haben.“ Schließlich werde man im selben Alter durch die Konfirmation vollumfängliches Mitglied der Gemeinde – „warum sollten die jungen Leute dann nicht auch wählen dürfen?“ Ihnen werde auf diese Weise vermittelt, dass ihre Stimme Gewicht habe und sie etwas verändern können. Den Ausgang von Wahlen werde das aber wohl kaum entscheidend beeinflussen.

© Schwäbische Zeitung - 13.03.2012

sz-Foto: Morlok

Kopp erzählt von qualvollen Wegen ins Asyl

Arbeitskreis informiert in Ochsenhausen über einen „Exodus biblischen Ausmaßes“

Von Heinz Morlok

Ochsenhausen - Leiden ohne Ende – so ist ein Vortrag des Arbeitskreises Asyl Ochsenhausen zum Thema „Europas Asylpolitik an den Außengrenzen der EU“ überschrieben gewesen. Dazu hatte der AK die Referentin Judith Kopp vom Europareferat Pro Asyl eingeladen. Sie informierte die Besucher im evangelischen Gemeindezentrum der Rot-tumstadt über den teils menschenunwürdigen langen Weg von Asylbewerbern.

Judith Kopp, die für den verhinderten Europareferenten Karl Kopp eingesprungen war, der zu einem Symposion nach Istanbul musste, sprach von grausamen Fehlentscheidungen von Behörden, die beispielsweise einem havarierten Boot auf hoher See nicht helfen konnten oder wollten, obwohl die Position des Schiffes bekannt war. So seien viele Menschen qualvoll an Hunger und Durst gestorben.

Julia Kopp erklärte, wie sich Fluchtwege verändern, wie die Leiden der Asylsuchenden immer ausgeprägter werden. Dabei erwähnte sie auch, dass die obersten Behörden – zum Beispiel der Europäische Gerichtshof – sich für die Menschenrechte einsetzen und versuchen zu helfen. Der ehemalige italienische Innenminister, Roberto Maroni, sprach von einem „Exodus biblischen Ausmaßes“, und genau da müsse man ansetzen und die Gründe für diesen Exodus im Keim ersticken.

Jedes Jahr suchen Tausende von Menschen in Deutschland Asyl. Sie fliehen laut AK Asyl vor Kriegen, vor politischer, ethnischer oder religiöser Verfolgung. Drei Gemeinschaftsunterkünfte sind zurzeit im Kreis Biberach für die im Asyl lebenden Menschen bereitgestellt. In Ochsenhausen leben momentan 32 Personen. Weitere Unterkünfte für die heimatlosen Menschen stehen in Bad Schussenried und in Biberach.

Umfangreiche Palette der Hilfen

Der Zugang zum Arbeitsmarkt und der Weg durch die Behörden sei für diese Gruppen immens hart. Genau hier setzen die Aktivitäten der Arbeitskreise Asyl ein. Dabei geht die Beratung auch in den schulischen Bereich. Asyl suchende Kinder unterliegen nicht der Schulpflicht, haben aber ein Anrecht bis zum Alter von 17 Jahren, die Schule zu besuchen.

Überall eröffnen sich Betätigungsfelder für den Arbeitskreis Asyl, der von der evangelischen und katholischen Kirche getragen wird. Ebenfalls mit eingebunden ist der Migrationsdienst Asyl der Caritas und der Sozialdienst Asyl des Landratsamtes Biberach.

In Ergänzung zum Referat über die schlimme Situation an der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei veranstaltete das evangelische Dekanat Biberach für seine Pfarreien in Ochsenhausen eine Fortbildung. Unter der Regie von Pfarrer Matthias Ströhle, Erolzheim, und Pfarrerin Ines Fischer aus Mengen, Vorsitzende im Flüchtlingsrat, gab es einen Workshop zum Thema „Asyl, Schutz für Menschen, die Schutz brauchen“, an dem auch Judith Kopp teilnahm.

Judith Kopp (Mitte, zusammen mit Pfarrerin Ines Fischer vom Vorstand im Flüchtlingsrat Baden-Württemberg und Rex Osa als Sprecher der Flüchtlingshilfe in Biberach) war Hauptrednerin bei einem Vortrag in Ochsenhausen.sz-Foto: Morlok

© Schwäbische Zeitung - 12.03.2012

Trauernde treffen sich

Biberach (sz) - Der Tod eines Kindes, egal ob als Baby, Jugendlicher oder 40-Jähriger, erschüttert das gesamte bisherige Leben. Betroffene Eltern treffen sich am Mittwoch, 14. März, 19.30 bis 21 Uhr, zu einem überkonfessionellen Gesprächskreis in der Diakonie in der Biberacher Wielandstraße 24. Der Kreis wird von Betroffenen und Sozialpädagogen geleitet. Anmeldung bei der Diakonie, unter Telefon 07351/1502-50 oder E-Mail an gils@diakonie-biberach.de.

© Schwäbische Zeitung - 05.03.2012

In Malaysia kämpfen Frauen gegen Übergriffe

Weltgebetstag widmet sich dem Engagement von Christinnen in dem aufstrebenden Land

Bad Buchau (sz) - Im evangelischen Gemeindehaus haben Frauen einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert. Ein farbenfroh, kunstvoll gestaltetes Bodenbild mit Früchten, Blumen und technischen Erzeugnissen wies auf das Land Malaysia hin, dem dieses Jahr „Informiertes Beten und betend handeln“ gewidmet war. „Steht auf für Gerechtigkeit“ war der Titel, bei dem Frauen aus Malaysia mit ihrer Liturgie einen Weg gefunden haben, Korruption, Ungerechtigkeit und Menschenrechtsverletzungen anzuprangern. Sie ließen die Bibel sprechen und zum Himmel schreien mit den harten Klagen des Propheten Habakuk und der Geschichte der hartnäckigen Witwe bei dem korrupten Richter aus dem Lukasevangelium.

Mit einem Lichtbildvortrag gab Ilse Rommel Einblick in das tropische Land Malaysia in Südostasien, zwei Landesteile im südchinesischen Meer, 500 Kilometer voneinander getrennt. Es ist ein Land der Vielfalt und der Religionsfreiheit. 60 Prozent der Bevölkerung gehört dem Islam an. Daneben gibt es Buddhismus, Hinduismus, Shintoismus, Taoismus, indigene Religionen und nur zehn Prozent Christen. Im westlichen Teil liegt die Landeshauptstadt Kuala Lumpur mit dem Status einer prachtvollen Weltstadt. Das Land ist auf dem Weg zu einer Industrienation, reichstes Land in Südostasien. Alles könnte so schön sein, wenn dabei nicht Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Ungerechtigkeit herrschten. Der Vortrag zeigte bitterste Not in den Elendsvierteln, ganz besonders im Ostteil, wo meist die indigene und christliche Bevölkerung lebt. Das große Heer der Billigarbeitskräfte ist weiblich, der Willkür ihres Arbeitgebers ausgeliefert, leicht austauschbar und in der Regel nicht organisiert. Gewalt und sexuelle Übergriffe sind keine Seltenheit. Sexuelle Belästigung ist nicht strafbar. Dagegen kämpft seit 1991 Dr. Irene Fernandez als Menschenrechtsaktivistin in der Organisation „Tenaganita“, übersetzt „Frauenkraft“.Frauen spenden für Frauen

Der Gottesdienst hatte den Ruf nach Gerechtigkeit zum Inhalt. Die Vorbereitung war dieses Mal Aufgabe der evangelischen Frauen Bad Buchaus, die zusammen mit den katholischen Frauen die Liturgie feierten und abwechselnd die Gebete und Lesungen vortrugen. Der ökumenische Chor mit Instrumentalbegleitung, geleitet von Renate Bechtle, sang die von den Malaysierinnen ausgewählten Lieder. Sie luden mit Kraft zum „Aufstehen“ ein und es klang aus ihnen die Sehnsucht nach Gerechtigkeit, aber auch Hoffnung. Die Kollekte, ergab einen Betrag von 820 Euro, der „Tenaganita“ unterstützen wird.

Evangelische und katholische Frauen haben in Bad Buchau gemeinsam den Gottesdienst am Weltgebetstag der Frauen organisiert. Foto: pr

© Schwäbische Zeitung - 05.03.2012

Foto: pr

180 Frauen feiern malaiischen Gottesdienst

Weltgebetstag der Frauen Anfang März ist die größte ökumenische Aktion weltweit

Biberach (sz) - Immer am ersten Freitag im März ist Weltgebetstag der Frauen – die größte ökumenische Aktion weltweit: An diesem Tag wird überall auf der Welt derselbe Gottesdienst gefeiert, der jährlich neu aus einem anderen Land kommt. Dieses Mal war Malaysia an der Reihe. Das Biberacher Weltgebetstagsteam, bestehend aus zehn Frauen aller christlichen Gemeinden, hatte in die Bonhoeffer-Kirche eingeladen. Unter dem Thema „Steht auf für Gerechtigkeit“ feierten 180 Frauen und einige Männer einen bewegten und bewegenden Gottesdienst, mit Liedern aus Malaysia, begleitet vom Frauenchor „Coro senza nome“ („Chor ohne Namen“) unter Leitung von Doris Becker.

Besonders bereichernd war die Anwesenheit Shivenes Shammugams, einem jungen Mann aus Malaysia, der hier in Biberach studiert und nach dem Gottesdienst zusammen mit dem Chor ein traditionelles Lied aus Malaysia sang, sowie von einer Köchin, die in der Theaterstraße ein Lokal führt und von dort Speisen nach malaiischen Rezepten mitbrachte. Beide kamen dem Anlass entsprechend in malaiischen Festgewändern.

Zwei Gäste aus Malaysia und der „Coro senza nome“ bereicherten den Weltgebetstag in Biberach.

© Schwäbische Zeitung - 05.03.2012

Verein plant Mozarts Requiem Ende Oktober

 

Jahreshauptversammlung von „pro musica sacra“

BIBERACH (sz) – Konzertanter Höhepunkt von des Vereins „pro musica sacra“ ist im vergangenen Jahr die Aufführung der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach im April in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Biberach gewesen. Das resümierte der Vorsitzende Peter Seils bei der Jahresversammlung des Vereins in seinem Rückblick. Eine besondere Erfahrung war auch die Aufführung der „Missa brevis“ von Jacob de Haan im Oktober in Uttenweiler, die von der evangelischen Kantorei und dem Musikverein Hochdorf (Leitung Sabine Götze) präsentiert wurde. Hier wurden 900 Euro für die Notfall-Seelsorge eingespielt.

Die dreitägige Reise Anfang Oktober nach Leipzig mit Auftritt der evangelischen Kantorei in der Thomas-Kirche am Grab von Johann Sebastian Bach wird den über 50 Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben. Neue Mitglieder für den Verein zu gewinnen, ist und bleibt eine wichtige Zukunftsaufgabe.

Das Jahresprogramm 2012, von Kantor Ralf Klotz vorgestellt, präsentiert sich mit drei Schwerpunkten: Kantoreikonzerte, Orgelkonzerte und Gastkonzerte. Am 28. Oktober wird das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart von der evangelischen Kantorei zusammen mit dem Basilika-Chor Weingarten in Biberach aufgeführt. Mit namhaften Solisten und dem süddeutschen Orchester Capella Novanta sollte das ein kirchenmusikalischer Höhepunkt im Konzertjahr werden. Besonders hervorzuheben sei am 28. Juli die Aufführung der „Missa Lyrica“ von Pavel Stanek – wieder gemeinsam mit dem Musikverein Hochdorf. Auszüge davon werden bereits am Sonntag Cantate, am 6. Mai, zu hören sein.

Justin Heinrich Knechts Geburtstag ist Anlass für einen musikalischen Gottesdienst am 30. September zusammen mit den St.-Martins-Chorknaben Biberach. Neben den jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen wie Orgelsommer und Feierabendkonzerte sei das Konzert mit „Cello 4 Asti“ mit dem Titel „Autumn Leaves“ am 20. Oktober in der Spitalkirche hervorzuheben.

Die Finanzen erlauben die Unterstützung hochqualifizierter Projekte sowie die Herausgabe des neuen Jahresprogramms.

Das Faltblatt mit Informationen zu pro musica sacra liegt in Kirchen und Ämtern aus. Ab Mitte März ist auch das neue Jahresprogramm bei den entsprechenden Institutionen erhältlich.

© Schwäbische Zeitung - 03.03.2012

Foto: Niederer

Spatenstich als „Moment der Zuversicht“

„Alle Hürden sind genommen“: Bau des evangelischen Gemeindehauses kann beginnen"

Von Sonja Niederer

Laupheim - Festliche Klänge des Posaunenchors der Evangelischen Kirchengemeinde Laupheim kündeten gestern in der Schillerstraße von einem besonderen Ereignis. Bei strahlendem Sonnenschein fand der Spatenstich zum neuen Gemeindehaus statt.

„Heute ist also Spatenstich, Gott sei es gedankt“, begrüßte Pfarrer Hermann Müller die Gäste. „Endlich können die Dinge angegangen werden, für die wir so lange gespart haben.“ Eigentlich passe ja der Begriff „Spatenstich“ nicht so richtig ins kirchliche Leben, dennoch hätte der Kirchengemeinderat die Idee aufgegriffen, so Müller. Auch um den Moment der Zuversicht, dass es jetzt endlich losgeht, einzuleiten. „Wir können uns das Haus gut vorstellen“, sagte Pfarrer Müller. „Es soll eine Freude sein für viele kommende Generationen.“

„Nun endlich kann es beginnen“, griff Gerold Rechle, 1. Beigeordneter der Stadt, die Worte der Einladung zum Spatenstich auf. Seit einem Jahr gähne die Baugrube, „aber jetzt sind alle Hürden genommen“. Die Evangelische Kirchengemeinde präge seit vielen Jahren das Leben in der Stadt, so Rechle. Alle Mitglieder zögen an einem Strang.

„Das neue Gemeindehaus soll für viele Menschen Treffpunkt sein und Geborgenheit spenden.“

Als einen Raum, in dem sich das Evangelium ausbreiten und der Glaube wachsen kann, sah Dekan Hellger Köpff das neue Gemeindehaus. 1954 beim Bau des ersten Gemeindehauses musste die Baugrube noch von den Mitgliedern der Jungschar ausgehoben werden, sagte Köpff. Das sei heute zwar nicht mehr so, aber es zählten dennoch alle noch so kleinen Handgriffe, die zum Gelingen des Neubaus betragen.

2100 Kubikmeter umbauter Raum und 500 Quadratmeter Fläche im neuen Gemeindehaus böten vielseitige Möglichkeiten für die Aktivitäten der Kirchengemeinde, sagte Architekt Werner Lehmann. Bei der Planung wurde auf eine kompakte, wirtschaftliche Bauweise Wert gelegt. Etwa 60 Prozent der Arbeiten wurden bereits vergeben. Wenn das Wetter mitmacht, werde die Bauzeit zirka ein Jahr betragen, so Lehmann.

Sie gaben mit dem symbolisches Spatenstich das Startsignal für den Gemeindehaus-Neubau: (im Bild von links) Pfarrer Hermann Müller, Kirchenpfleger Gerald Wery, Dekan Hellger Köpff, Erster Beigeordneter Gerold Rechle, Pfarrerin Martina Servatius-Koch, 2. Vorsitzender des Kirchengemeinderats Bernd Pfister, Heinrich Komander (Baufirma) und Architekt Werner Lehmann. Foto: Niederer

Die Baukosten belaufen sich zirka 1,1 Millionen Euro. Etwa 60 Prozent der Summe muss die Kirchengemeinde selbst schultern. Der Oberkirchenrat bewilligt bis zu 30 Prozent der Kosten, ein Zehntel übernimmt der Kirchenbezirk.