© Schwäbische Zeitung - 30.11.2012

Foto: privat

13 evangelische Religionslehrkräfte erhalten Vocatio

 

Landkreis Biberach (sz) - „Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum. Wenn viele gemeinsam träumen, ist das der Anfang einer neuen Wirklichkeit.“ Mit Worten von Helder Camara wurden 13 junge evangelische Religionslehrkräfte ermutigt, mit ihren Schülern gemeinsam immer wieder nach der Wirklichkeit zu suchen, für die Jesus Christus einsteht. „In unserer Welt wird es nur besser, wenn wir der Liebe trauen, die das Gesicht Jesu trägt“, sagte Schuldekan Michael Pfeiffer in seiner Predigt. Solche Liebe könne den Teufelskreis brechen. Die Lehrer hatten den kleinen Festgottesdienst in der Spitalkirche mit vorbereitet, in dem sie ihre kirchliche Beauftragung zur Erteilung von evangelischem Religionsunterricht (Vocatio) erhielten. Die jungen Lehrkräfte kommen aus dem ganzen Kirchenbezirk Biberach. Es sind: Patrizia Auchter (GHWRS Mittelbiberach), Marc Behrendt (Schwarzbachschule Biberach), Ruth Maria Buchholz (Pestalozzi-Gymnasium Biberach), Daniela Dörfler (Drümmelbergschule Bad Schussenried), Svetlana Flach (GS Ochsenhausen), Carola Kohler (WRS/RS Aulendorf), Monique Mayer (Rottal-Schule Burgrieden), Dominique Ramsperger (Federseeschule Bad Buchau), Martina Schilling (RS Ochsenhausen), Sophia Stoll (GS Birkendorf), Bernd Wallbaum (Schwarzbachschule Biberach), Ronja Weber (GWRS Oberdischingen), Dorothee Wörner (Dollinger-Realschule Biberach).

© Schwäbische Zeitung - 30.11.2012

Pfarrstelle einer lebendigen Gemeinde

 

Zum Artikel „Bis zum Jahr 2018 fallen zwei Pfarrstellen weg“ (SZ vom 26. November) erreichte uns folgender Leserbrief:


Mit Erstaunen habe ich die Kürzungen einzelner Pfarrstellen in Ihrem Bezirk den Presseberichten entnommen. Ausgerechnet die Gemeindepfarrstelle der Friedenskirche mit 50 Prozent soll gestrichen werden. Sie wird einer sehr lebendigen Gemeinde genommen, in der außer regem Gottesdienstbesuch (im Gegensatz zu anderen Gemeinden) sehr viele Aktivitäten stattfinden, die auch über die Gemeinde hinaus wichtig sind (christlich-muslimischer Frauenkreis, deutsch-russischer Gesprächskreis, Mittagstisch im Stadtteilhaus). Fehlt diese Stelle, können manche dieser seelsorgerischen Aktivitäten nicht mehr stattfinden. Will man das?


Gerade in Zeiten von Kirchenaustritten und schlecht besuchter Gottesdienste finde ich diese Entscheidung sehr bedenklich.


Eva Hein-Dorfschmidt, Biberach

© Schwäbische Zeitung - 30.11.2012

Georgischer Bischof zu Gast in Biberach

 

Biberach (sz) - Auf Einladung des Gustav-Adolf-Werkes (GAW) Bezirk Biberach wird der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Georgien, Hans-Joachim Kiderlen, zusammen mit GAW-Geschäftsführer Ulrich Hirsch das Adventstreffen des GAW Biberach besuchen. Am 1. Advent, Sonntag, 2. Dezember, um 14.30 Uhr berichtet Bischof Kiderlen im Martin-Luther-Haus in Biberach in Wort und Bild von den kleinen Gemeinden und der lutherischen Minderheitskirche im Kaukasus. Interessierte sind zum Vortrag eingeladen.


Unter den über vier Millionen Einwohnern, vor allem georgisch-orthodoxer Konfession, leben auch etwa 800 Lutheraner in sieben bis acht weit verstreuten Gemeinden. Diese haben zum Teil ihre Wurzeln in den Auswanderungsströmen des 18. und 19. Jahrhunderts aus Schwaben.

Politische, wirtschaftliche und nicht zuletzt religiöse Gründe – die Erwartung der Wiederkunft Christ für 1836 – ließen mehrere hundert Familien dem Ruf des Zaren AlexanderI Folge leisten. Heute ist die kleine Evangelisch-Lutherische Kirche Georgiens mit Sitz in der Hauptstadt Tiflis, Partnerkirche der Evangelischen Landeskirche Württemberg und eine von mehr als 40 Partnerkirchen auf drei Kontinenten des GAW.

Das GAW Württemberg unterstützt 40 evangelische Partnerkirchen in 30 Ländern. Vorsitzende ist die Ulmer Regionalbischöfin Prälatin Gabriele Wulz. Der Name erinnert an den Schwedenkönig Gustav Adolf (1594 bis 1632), der bedrängten Protestanten im 30-jährigen Krieg zur Hilfe eilte.

© Schwäbische Zeitung - 30.11.2012

Jahr des Gottesdienstes

 

Wain (sz) - Die württembergische Landeskirche begeht das Jahr 2012 als „Jahr des Gottesdienstes“. Der Gottesdienst gilt als Mitte der Gemeinde. Aber was kennzeichnet den Gottesdienst eigentlich? Welchen Stellenwert hat die Predigt? Und was heißt es, das ganze Leben, als Gottesdienst zu begreifen? Mit einer Vortragsreihe will die evangelische Kirchengemeinde Wain dieses Anliegen aufgreifen. Eingeladen sind alle zu einer Vortragsreihe, die im evangelischen Gemeindehaus Wain, jeweils um 19.30 Uhr, stattfindet.

Beginn ist am Dienstag, 4. Dezember: Feiern am Sonntag mit Pfarrer Dr. Hartmut Schmid, Holzgerlingen; am Donnerstag, 6. Dezember: Glaube am Montag, ebenfalls mit Pfarrer Schmid; am Mittwoch, 12. Dezember: Die Predigt – das „Wort zum Sonntag“? mit Pfarrer Rainer Holweger, Herrenberg.

Hartmut Schmid ist seit 2009 Vorsitzender des Liebenzeller Gemeinschaftsverbands. Zuvor war er Studienleiter am Albrecht-Bengel-Haus in Tübingen und acht Jahre Gemeindepfarrer in Baiersbronn. Rainer Holweger ist seit 2009 Geschäftsführer der Christus-Bewegung „Lebendige Gemeinde“ (ehemalige Ludwig-Hofacker-Vereinigung). Davor war er Pfarrer beim Dekan im Kirchenbezirk Herrenberg.

© Schwäbische Zeitung - 27.11.2012

„Wir kennen uns mit dem Schrumpfen nicht aus, denn es muss ja alles immer mehr werden“: Dekan Hellger Koepff Foto: michaela Kegel

Entscheidungen brauchen Mut

Dekan Hellger Koepff über Veränderungen und die Zukunft des Kirchenbezirks Biberach

Von Michaela Kegel

Biberach - „Wir kennen uns mit dem Schrumpfen nicht aus, denn eigentlich muss ja alles immer mehr werden“, stellte Dekan Hellger Koepff in seinem Bericht zur Kirchenbezirkssynode am vergangenen Samstag im Martin-Luther-Gemeindehaus fest. Erstmals stand der Kirchenbezirk Biberach vor der Herausforderung, Pfarrstellen reduzieren zu müssen (die SZ berichtete).

Dass Beteiligung nicht ohne Information ginge und Entscheidungen Mut bräuchten, machte Dekan Koepff klar. Es stünde einer evangelischen Kirche gut zu Gesicht, die Themen ausführlich zu diskutieren. Auch in anderen Bereichen seien Veränderungen in den Rahmenbedingungen festzustellen. Koepff nannte hier das Ringen um die Zukunft der Kliniken im Landkreis Biberach, Standortschließungen bei der Bundeswehr und die Umstrukturierung der Polizei.

 

Auch die Schulen würden gerade eine dramatische Veränderung durchlaufen. Der demografische Wandel, verbunden mit problematischen Auswirkungen in den Renten- und Pensionssystemen sowie in den dörflichen Strukturen, verlange die Überlegung, welche natürlichen Ressourcen und welche Altlasten man den kommenden Generationen hinterlasse. „Die Kirche ist dabei nicht außen vor“, stellte Koepff fest.


Veränderungen bringen Angst


Die Einnahmen der Landeskirche würden sinken und die Gemeindegliederzahlen gingen zurück. Die Zahl der Pfarrerinnen und Pfarrer sinke, wenn starke Jahrgänge in Ruhestand gingen. Und die zu unterhaltenden kirchlichen Gebäude seien zu viele. Veränderungen seien auch in der Kirche Alltag und mit Angst und Trauer verbunden. Doch würden sie auch zur Theologie und zum Glauben rufen. Der Gedanke des Apostels Paulus „Meine Gnade genügt“ bremse die Menschen heilsam aus, wenn sie immer mehr und immer Besseres wollten. Dieses Wort stelle sich der Atemlosigkeit in Gemeinden und im Pfarramt in den Weg. „Ich bin zutiefst überzeugt, dass Jesus Christus als Herr der Kirche nicht will, dass wir über der Arbeit in seiner Kirche kaputtgehen“, sagte Koepff.


In seinem Bericht ging der Dekan auf bereits gelungene Veränderungen ein: Als neuer geschäftsführender Jugendreferent konnte Florian Neuhäuser eingesetzt werden. Auch im Bereich Erwachsenenbildung würde gute Arbeit geleistet, die spürbar sei. Hinsichtlich ihres Energiemanagements seien einige Gemeinden auf einem guten Weg und die Familienkirche in Herbertingen verzeichne einen guten Zulauf.


Als Ausblick nannte der Dekan seinen Antrag bei der Kirchenleitung, die Verwaltungsstrukturen der Kirchengemeinden „auf neue Beine“ zu stellen. Zusammenfassung der Aufgaben und Entlastung des Pfarrers von Verwaltungsaufgaben durch Gemeindegeschäftsführer könnten hier neue Wege sein. Gelegenheiten, sich zu präsentieren, wird der Kirchenbezirk Biberach im Frühjahr 2013 bekommen: Zum einen vor den Mitgliedern der Landessynode bei einem Abend der Begegnung im März und zum anderen hat sich Prälatin Gabriele Wulz für April zu einer Bezirksvisitation angemeldet.

 

© Schwäbische Zeitung - 27.11.2012 (Kopie 1)

Hermann Müller, Ernst Eyrich, Andreas Kernen

© Schwäbische Zeitung - 27.11.2012

„Kirche bremst zu früh und zu stark“


Biberach/LAUPHEIM (dih) - Am Wochenende hat die evangelische Bezirkssynode in Biberach entschieden, bis 2018 zwei Pfarrstellen im Kirchenbezirk zu streichen (SZ berichtete). Die Streichung betrifft auch die Gesamtkirchengemeinde Biberach. Wie berichtet, soll die Diakoniepfarrstelle im Bereich Friedenskirche II (bisher 50 Prozent) bis zum Jahr 2018 gestrichen werden. Pfarrerehepaar Schmogro, das dort das Pfarramt ausübt, wollte sich dazu und zu den Auswirkungen gestern auf Nachfrage der SZ nicht äußern.

 

Betroffen sind auch die Pfarreien Wain und Oberholzheim-Holzstöcke bei Laupheim mit je einer Viertelstelle. Was das für die Gemeinden bedeutet, erklären die Pfarrer der Gemeinden. Von der Stellenkürzung ist die Gemeinde Laupheim-Stadt nicht betroffen. „Mit vier Hauptamtlichen, das heißt zwei Pfarrern, einem Diakon und einer Ausbildungsvikarin, sind wir gut aufgestellt“, sagt Pfarrer Hermann Müller. Indirekt betrifft sie die Kürzung dennoch: „Um die Kollegen zu entlasten, werden wir verstärkt mit den Nachbargemeinden kooperieren und viel mehr als bisher nach Synergien suchen“, sagt Müller.

 

Einen richtigen Einschnitt für seine Gemeinde erwartet er mit der Umsetzung des Pfarrplans 2024: „Dann wird Laupheim nachdenken müssen: Wie fangen wir das auf?“ In der Pfarrgemeinde Wain fällt die Stelle des Klinikseelsorgers der Fachklinik für Neurologie in Dietenbronn weg. Durch den Wechsel von Klinkseelsorger Albrecht Schmieg nach Biberach wird die Stelle vorzeitig vakant und nicht wiederbesetzt. In zwei Jahren wäre sie planmäßig ausgelaufen, so Pfarrer Ernst Eyrich. Diese Aufgabe wird nun seinem Deputat zugeschlagen. Er hält den Pfarrplan 2018 für eine Fehlentscheidung der Landeskirche: „Die Mehrarbeit wird auf Schultern verteilt, die schon genug tragen.“ Auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der demografische Wandel für sinkende Mitgliederzahlen sorgen wird, ist er der Meinung, „dass die Kirche zu früh und zu stark bremst“.

© Schwäbische Zeitung - 26.11.2012

Bis die Beschlussfassung zum Pfarrplan 2018 stand, waren viele Einzelabstimmungen nötig – Schuldekan Michael Pfeiffer nimmt hier die Stimmkarten der Vertreter aus Riedlingen entgegen. Foto: kegel

Bis zum Jahr 2018 fallen zwei Pfarrstellen weg


Kirchenbezirkssynode entscheidet über Pfarrstellenstreichungen im Kirchenbezirk Biberach


Von Michaela Kegel


Biberach – In regelmäßigen Abständen passt die Evangelische Landeskirche Württemberg die Zahl der Pfarrstellen an die Gemeindegliederzahl an. Am vergangenen Samstag bei der Synode des evangelischen Kirchenbezirks Biberach stand auch die Beschlussfassung zu den Vorgaben der Landeskirche bezüglich des Pfarrplanes an. Das höchste Gremium im Kirchenbezirk, dem 48 Laien sowie 39 Pfarrerinnen und Pfarrer angehören, entschied sich letztendlich für eine Variante, die bis zum Jahr 2018 sogar die Streichung von insgesamt zwei Pfarrstellen vorsieht. Damit ist der Pfarrplan 2018 übererfüllt und der Einstieg in den Pfarrplan 2024 gegeben.


Schmerzlich für Pfarrer-Ehepaar


Derzeit verfügt der Kirchenbezirk Biberach über 34,5 Pfarrstellen in 25 Kirchengemeinden, die sich vom nördlichen Landkreis Biberach bis nach Mengen und vom westlichen Landkreis Biberach bis ins Illertal erstrecken. Neben Krankenhauspfarrstellen und einer Jugendpfarrstelle mit 25 Prozent gibt es noch ein Diakoniepfarramt, welches bisher in der Gesamtkirchengemeinde Biberach dem Pfarramt Friedenskirche II zugeordnet ist und durch Pfarrer Peter Schmogro ausgeübt wird.


Schmerzlich trifft die Pfarrstellenstreichung nun das Pfarrer-Ehepaar Schmogro, denn im Gegenzug zur Aufstockung der Diakoniepfarrstelle soll die Pfarrstelle im Bereich Friedenskirche II (bisher 50 Prozent) bis zum Jahr 2018 gestrichen werden. Auch in Mengen-Scheer ist man nicht glücklich über Streichungen: Der Kirchengemeinderat hatte bereits im Juli eine Stellungnahme der Gemeinde zu den vorgesehenen Kürzungen verfasst und Kirchengemeinderätin Gerlinde Blickle-Hummel trug ein Schreiben vom 16. November an Dekan Koepff und die Mitglieder des Pfarrplanausschusses vor. Darin kam auch Enttäuschung darüber zum Ausdruck, dass „das Gremium bisher keine Reaktion“ erreicht habe. Es sei eine „große Lobby für das Diakoniepfarramt des Kirchenbezirks“ wahrzunehmen, doch auch im Bereich Mengen seien Strukturen entstanden, die man nicht mehr missen möchte. „Ich entschuldige mich dafür, nicht nach Mengen geschrieben zu haben“, sagte Dekan Hellger Koepff dazu.


Die Stellungnahme der Kirchengemeinde Mengen sei im Pfarrplanausschuss „intensiv diskutiert“ worden. Dass in Mengen-Scheer bisher eine 100-Prozent-Stelle ausgewiesen war, erklärte der Dekan damit, dass darin neben einer 25-Prozent-Stelle zur Entlastung eines Kollegen mit Schwerbehinderung auch eine Jugendpfarrstelle mit einem Umfang von 25 Prozent enthalten war. Letztere könne in Mengen aufgrund der geographischen Lage nicht erhalten bleiben. Die Jugendpfarrstelle solle nun an eine andere Stelle „angedockt“ werden. Im Pfarrplan 2018 findet sich diese im Bereich der Heilig-Geist-Kirche in der Gesamtkirchengemeinde Biberach wieder. Aktuell wird die Jugendpfarrstelle durch Pfarrer Matthias Ströhle von der Kirchengemeinde Erolzheim-Rot betreut – die Umsetzung des Pfarrplanes 2018 sieht die Neuausschreibung einer 100-Prozent-Stelle für die Heilig-Geist-Kirche vor mit der Aussicht, dass mit Freiwerden der Jugendpfarrstelle diese Aufgabe übernommen werden muss.


„Der Pfarrplan ist kein Königsweg, den alle bejubeln. Er ist eher als gemeinsamer Pfad zu verstehen“, äußerte sich der Riedlinger Pfarrer Martin Elsässer. Verständnis dafür, dass die betroffenen Pfarrer und Pfarrerinnen unter „innerem Druck stehen, die Stelle wechseln zu müssen“, zeigte Dekan Koepff. Tröstlich sei, dass der „Abschmelzprozess“ kontinuierlich verlaufen solle und bis Ende 2018 Zeit für die Umsetzung sei. „Die Betroffenen sind bei der Evangelischen Landeskirche angestellt, sie verlieren nicht ihre Beschäftigung wie bei Schlecker.“




Der Beschluss bei der Kirchenbezirkssynode brachte das Ergebnis, dass hier bis Ende 2018 Stellen eingespart werden: Balzheim/Dietenheim/Wain: 0,5 Stellen Ersingen/Laupheim/Oberholzheim: 0,25 Stellen Riedlingen/Pflummern: 0,25 Mengen/Bad Saulgau: 0,25 Attenweiler/Biberach/Warthausen: 0,75 Stellen.

Federseejournal November 2012

Auf ein  Wort

„Die Mitte der Nacht ist der Anfang eines neuen Tages“.
Eigentlich logisch. Wenn Mitternacht vorbei ist, fängt ein neuer Tag an. Die Stundenzählung beginnt von vorn.


Doch hinter diesen Worten steckt mehr. Sie entstammen einem alten christlichen Hymnus. Gemeint ist: Mitternacht ist Zeitenwende.

 

Damit wird es zu einem weihnachtlichen Lied.
Wir erinnern uns: Bei Nacht überrascht der Engel der Verkündigung die Hirten auf dem Feld vor Bethlehem mit den Worten „Fürchtet euch nicht. Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Euch ist heute der Heiland geboren.“ Und die staunenden Hirten machen sich auf, der Besuch an der Krippe verändert ihr Leben. Mitten in der Nacht änderte sich ihr Geschick.

 

Das verbinde ich mit Weihnachten: Weihnachten ist nicht nur ein einmaliges Fest. Weihnachten ist Zeitenwende. Da verändern sich die Bedingungen der Welt. Menschen sind bereit aufeinander zuzugehen. Gräben werden überwunden. Frieden wird möglich. Alle haben zu lachen. Freude wird geteilt. Keine bleibt vor der Tür. Ein Licht geht auf in der Dunkelheit. Und das alles wegen eines Kindes? Ja, wegen dieses Kindes, das zur Mitternacht geboren wurde unter widrigen Umständen. Seinetwegen haben Menschen noch mal ganz neu anfangen können. Sind gesund geworden. Haben sich mit anderen und mit sich selbst versöhnt. Ihm haben die Menschen zugetraut, die verdunkelten Herzen zu erreichen, Tyrannen umzustimmen und Recht und Gerechtigkeit zum Blühen zu bringen.

 

Und was ist mit der Not? Sie ist doch mit Händen zu greifen!
Viele bleiben krank, Streit eskaliert an vielen Orten und reißt nicht ab.
Die Mitte der Nacht ist der Anfang eines neuen Tages. Der Hymnus geht weiter: Die Mitte der Not ist der Anfang des Lichts.
Gott ist mitten in die Not hineingeboren worden. Als Hoffnungslicht für diese Welt. Das ist Gabe und Aufgabe für uns.

 

Mit dieser Hoffnung feiern wir Weihnachten und verschießen doch die Augen

nicht. Mit dieser Hoffnung können wir mutig und getröstet auch ins neue Jahr hinübergehen - um Mitternacht.

Bleiben Sie behütet!
Ihre Klinikseelsorgerin Pfarrerin A. Roser-Koepff


© Schwäbische Zeitung - 24.11.2012

Foto: privat

Büchercafé stiftet seinen Erlös der Heilig-Geist-Kirche

Biberach (sz) - 2074,50 Euro Erlös hat ein Team von 15 ehrenamtlichen Mitarbeitern der evangelischen Gesamtkirchengemeinde Biberach mit dem Büchercafé am 3. November im Martin-Luther-Gemeindehaus erwirtschaftet. Das Büchercafé setzt die Tradition eines Buchantiquariats im Rahmen des ehemaligen „Bazars“ der Gesamtkirchengemeinde fort und verbindet dies mit einem Ort der Begegnung im Caféhausstil. Im Jahr des 350. Jubiläums des Wiederaufbaus der Heilig-Geist-Kirche hat das Team den Erlös für die Sanierung des Dachstuhls der Heilig-Geist-Kirche und damit für ihre Bestandssicherung gewidmet. Im Rahmen einer Nachfeier überreichten Barbara Martin und Robert Xeller dem Pfarrer der Heilig-Geist-Gemeinde Ulrich Weber den symbolischen Scheck, verbunden mit dem Wunsch, dass sich weitere Unterstützer zur Finanzierung der Restaurierung finden.

© Schwäbische Zeitung - 24.11.2012

Es fehlt noch viel Geld


Bauhütte Simultaneum diskutiert über Sanierungsnotwendigkeiten an der Stadtpfarrkirche


Biberach (sz) - Der Förderverein Bauhütte Simultaneum hat zur Mitgliederversammlung eingeladen. Pfarrer Ulrich Heinzelmann und Markus Hoch legten den Rechenschaftsbericht vor: Durch Aktionen und Spenden konnte der Verein sein Vermögen seit der letzten Versammlung von 671,94 Euro auf 197000 Euro erhöhen. Der Vorstand dankte Ursula Gursch, die die Buchhaltung ehrenamtlich wahrnimmt. Die Mitglieder wählten Helene Fetsch als Kassenprüferin und entlasteten den Vorstand.


Zu Diskussionen der Mitglieder führten die Ausführungen des Architekten Siegfried Locher über den Sachstand der baulichen Umsetzungen, Heizungserneuerung und Außensanierung. Die Vorstellung einer nachhaltigen Wärmeversorgung durch eine Zieh- beziehungsweise Schluckbrunnenanlage fand nicht das Wohlwollen der Archäologie.


Die Umsetzung einer Fußbodenheizung ist zwar genehmigungsfähig, ohne ein schlüssiges Konzept für die Wärmeversorgung wäre sie aber weder im Sinne der Finanzierbarkeit noch der Anforderungen an Umweltfreundlichkeit. Der Bauausschuss von Stadt und Kirchengemeinden möchte daher in ein Konzept weitere Überlegungen einfließen lassen, die 2013 durch die Ewa Riss und die Hochschule Biberach erarbeitet werden. So ist mit einer neuen Heizungsanlage wohl erst für das Jahr 2017 zu rechnen. Um bauliche Schäden zu vermeiden, soll die Außensanierung der Kirche 2014 vorgezogen werden, 2013 soll eine Überarbeitung der Elektrik erfolgen. Dies kann nur geschehen, wenn eine Gesamtfinanzierung, die auf circa 2,5 Millionen geschätzt wird, gewährleistet ist. Der Anspruch an Bauhütte, Stiftung und Kirchengemeinden, die Mittel kurzfristig aufzubringen, wächst damit. Die Kirchengemeinden allein sind mit der Finanzierung überfordert.


Neben Spenden werden Ehrenamtliche für die Aktionen benötigt. Hierzu ist weder die Mitgliedschaft im Verein noch ein regelmäßiger Dienst notwendig. Hermann Hagel erklärte sich bereit, Ansprechpartner für Ehrenamtliche zu sein.

 

© Schwäbische Zeitung - 23.11.2012

Totentanz“ mit Belcanto

Biberach (sz) - Das Vokalensemble Belcanto bestreitet am Sonntag, 25. November, 17 Uhr, in der Stadtpfarrkirche St. Martin Biberach das Konzert „Totentanz“.

Das Konzert handelt von der Figur „Tod“. Im Mittelpunkt steht die Uraufführung „Totentanz – Memento mori“ von Ralf Klotz für Chor, Sopran, Sprecher, Instrumente und Bildprojektion, eine Komposition zu Worten des Psalms 90 und des Füssener Totentanzes von 1602. Für die Veranstaltung des Evangelischen Kantorats wurde Andreas Weil, einer der renommiertesten Orgelimprovisatoren Süddeutschlands, gewonnen. Er improvisiert über die Lieder „Schnitter Tod“ und „Der grimmig Tod mit seinem Pfeil“.

Der Ulmer Kirchenmusiker studierte Kirchenmusik A in Stuttgart, das Fach Orgel bei Bernhard Ader und Willibald Betzler. Er ist Preisträger beim SWR-Orgelimprovisationswettbewerb sowie beim Kompositionswettbewerb der Diözese Rottenburg-Stuttgart für zeitgenössische liturgische Chormusik. Weitere Mitwirkende sind Johanna Schurer, Sopran, Vokalensemble Belcanto, Jan Sandel, Sprecher, Cantabile unter Gesamtleitung von Ralf Klotz. Karten gibt es an der Abendkasse.

© Schwäbische Zeitung - 23.11.2012

Evangelische Kirche muss Pfarrstellen einsparen

Die Kirchenbezirkssynode legt morgen bei der Sitzung in Biberach Vorgaben vor

Von Gerd Mägerl

Biberach - Demografischer Wandel, sinkende Kirchensteuereinnahmen und eine rückläufige Zahl von Pfarrerinnen und Pfarrern. Mit diesen Faktoren muss sich die Synode des evangelischen Kirchenbezirks Biberach bei ihrer Sitzung am Samstag, 24. November, im Biberacher Martin-Luther-Haus auseinandersetzen. Auf der Tagesordnung steht an diesem Tag auch der Pfarrplan, der regelt, wie viele Pfarrer es in welcher Kirchengemeinde gibt.

Derzeit sind es noch 34,5 Stellen in den 24 Kirchengemeinden des Kirchenbezirks mit seinen rund 46000 evangelischen Christen. Bis Ende 2018 müssen laut Vorgabe der Landeskirche 1,75 Stellen eingespart werden. Bis 2030, so schätzt der Biberacher Dekan Hellger Koepff, werden es weitere acht bis neun Stellen sein. „Das ist der sinkenden Zahl unserer Gemeindeglieder geschuldet, aber auch der Tatsache, dass von den starken Pfarrerjahrgängen bis 2030 viele in Ruhestand gehen“, sagt Hellger Koepff.

Bei der Bezirkssynode, dem höchsten Gremium des Kirchenbezirks, geht es nun darum, ein Modell zu finden, wo sich die 1,75 Stellen bis 2018 einsparen lassen. Klar ist: Es fallen keine kompletten Stellen weg, die Einsparung wird auf mehrere Stellen verteilt. Wo und wie viel, das entscheiden die rund 90 Mitglieder der Bezirkssynode am 24. November. Der Oberkirchenrat in Stuttgart hat eine Empfehlung erarbeitet (siehe Kasten). Der Ausschuss, der sich im Kirchenbezirk um den Pfarrplan kümmert, hat sich an verschiedenen Kriterien orientiert. „Wir wollen möglichst viele 100-Prozent-Stellen erhalten“, sagt Koepff, „wir schauen, wo Pfarrhäuser sind. Außerdem orientieren wir uns an sogenannten Entwicklungsräumen.“ Damit sind Kirchengemeinden gemeint, die in den kommenden Jahren stärker zusammenarbeiten sollen. Sieben solcher Entwicklungsräume gibt es im Kirchenbezirk. „Gemeinden, die räumlich nahe beieinander liegen, müssen sich mit Blick auf die langfristige Entwicklung ihre pfarramtlichen Dienste genau anschauen“, sagt Koepff, „immer unter der Fragestellung: Wo können wir noch stärker zusammenarbeiten.“

Schmerzlich für Betroffene

Umgesetzt werden die Einsparungen nicht sofort, sondern immer bei Pfarrwechseln. Klar ist für den Dekan aber: „Für die, die es betrifft ist es sicher schmerzlich.“ In den betreffenden Gemeinden werde es zu Einschränkungen kommen: „Der eine oder andere Gottesdienst wird wegfallen.“ Auch mit ehrenamtlicher Arbeit sei nicht alles aufzufangen. „Wir können die Ehrenamtlichen nicht zu Lückenbüßern machen“, so Koepff.

Die Erfahrungen aus anderen Bezirken, die bereits Pfarrstellen einsparen mussten, zeigten, dass es machbar ist. „Und vielleicht erwachsen daraus ja ganz neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden“, hofft Koepff


„Der eine oder andere Gottesdienst wird wegfallen“,
prophezeit Dekan Hellger Koepff.

© Schwäbische Zeitung - 22.11.2012

Schule


14 neue evangelische Religionslehrkräfte

Biberach (sz) - 14 Religionslehrer erhalten am morgigen Freitag, 23. November, um 18 Uhr ihre kirchliche Beauftragung für den evangelischen Religionsunterricht. Sie sind an unterschiedlichen Schulen in der Region tätig. Gemeinsam haben sie den Abendgottesdienst in der evangelischen Spitalkirche vorbereitet, der unter dem Motto „Ein neuer Himmel und eine neue Erde?“ steht. Schuldekan Michael Pfeiffer wird mit den Lehrkräften und der Festgemeinde über Verse aus dem 65. Kapitel des Jesajabuchs nachdenken. Im Anschluss an den Gottesdienst ist die Gemeinde noch zu einem kleinen Stehempfang eingeladen. Die Lehrer und ihre Schulen: Patrizia Auchter (GHS Mittelbiberach), Marc Behrendt (Schwarzbachschule Biberach), Ruth Maria Buchholz (Pestalozzi-Gymnasium Biberach), Daniela Dörfler (Drümmelbergschule Bad Schussenried), Svetlana Flach (GS Ochsenhausen), Carmen Kauderer (Berta-Hummel-Schule Bad Saulgau), Carola Kohler (WRS/RS Aulendorf), Monique Mayer (Rottal-Schule Burgrieden), Dominique Ramsperger (Federseeschule Bad Buchau), Martina Schilling (RS Ochsenhausen), Sophia Stoll (GS Birkendorf), Bernd Wallbaum (Schwarzbachschule Biberach), Ronja Weber (GWRS Oberdischingen), Dorothee Wörner (Dollinger-Realschule Biberach).

© Schwäbische Zeitung - 21.11.2012

SZ-Foto: Josef aßfalg

Kirchenchor begeistert mit keltischer Messe

Zahlreiche Zuhörer lauschen Gesang und Predigt in der Versöhnungskirche

Ummendorf (aß) - Zur keltischen Messe „Das Licht in unseren Herzen“ haben Pfarrerin Andrea Luiking und der Kirchenchor in die Versöhnungskirche in Ummendorf eingeladen. Der Einladung waren nicht nur Besucher der Umlachgemeinde gefolgt, sondern auch viele Interessierte aus anderen Gemeinden.

Andrea Luiking führte zu Beginn in das Christentum des iroschottischen Mönchstums des sechsten bis achten Jahrhunderts ein. „Gerade in unserer technisierten Welt gewinnen die Segensworte von damals heute wieder an Popularität“, sagte Luiking in ihrer Ansprache. Passend zum Thema „Das Licht in unseren Herzen“ zündete die Pfarrerin drei Kerzen an.

Der Chor mit 18 Sängern unter der Leitung von Brigitte Eichhorn-Friedrich führte eindrucksvoll die Spiritualität und die musikalische Gestaltung der keltischen Messe mit 13 Liedvorträgen vor. Zwischen den Liedern fügte Pfarrerin Luiking, dem Thema der Messe entsprechend, geistliche Texte aus Irland und Schottland vom evangelischen Dichter Eugen Eckert ein. Der katholische Kirchenmusiker Peter Reuling hat die Texte vertont.

Unterstützt wurde der Chor von einem Ensemble, bestehend aus Claudia Scheffold an der Querflöte, Sabine Bracknies, Violine, Bernd Karrer, Drehleier, Martin Kiebler, Klavier, und Jonas Jöst am Schlagzeug. Diese Instrumentierung stellte die irischen und schottischen Klänge auf authentische Weise dar.

Die gesanglichen Solopassagen wurden von Johanna Schurer, und Hilde Widmer-Braun, beide Sopran, übernommen. Dieter Remke zeigte sich mit seinem Solovortrag am Bass präsent. Sabine Bracknies übernahm mit ihren Solis an der Violine eine tragende Rolle.

Stehend applaudierten die Kirchenbesucher nach der Messe Chor und Musikern, was die Akteure mit einer Zugabe honorierten. Beim anschließenden Stehempfang konnten sich Besucher und Chormitglieder austauschen. „Unsere Besetzung mit 18 Leuten ist etwas grenzwertig, da darf niemand krank werden“, scherzte nach der Messe Brigitte Eichhorn-Friedrich, seit 32 Jahren Leiterin des evangelischen Kirchenchores.

Unterstützt wurde der evangelische Kirchenchor von einem Ensemble, das für irische und schottische Klänge sorgte. SZ-Foto: Josef aßfalg

© Schwäbische Zeitung - 21.11.2012

Muslime und Christen treffen sich

Bad Saulgau (sz) - Am Freitag, 23. November, wird in Kooperation mit der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes der Dialog der Religionen, die Begegnung Christen-Muslime fortgesetzt, die von der evangelischen Erwachsenenbildung vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde, um das gegenseitige Kennenlernen und Wissen zu verbessern. Beginnend mit einem Besuch der beiden Kirchen und der Moschee standen in den vergangenen Jahren unter anderem die verschiedenen Fastentraditionen und religiöse Feste auf dem Programm sowie die religiöse Erziehung der Kinder, Sterben und Tod und unterschiedliche Glaubensrichtungen in Christentum und Islam.

Das nächste Treffen, das turnusmäßig wieder in der Moschee der Türkisch-Islamischen Union in der Schwarzachstrasse, in Zusammenarbeit mit dem türkischen Elternbeirat stattfindet, beginnt um 19 Uhr. Muslime zeigen Christen eine Power-Point-Präsentation über ihre Pilgerreise nach Mekka und führen ein offenes Gespräch und Austausch. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Infos gibt es bei Doris Gaißmaier unter der Telefonnummer 07581/506515 und bei Dieter Braun, Telefon: 07581/7392.

© Schwäbische Zeitung - 21.11.2012

Pfarrer Albrecht Schmieg

Leute

Neuer Seelsorger in der Biberacher Kreisklinik und der Hochschule

wird der evangelische Pfarrer Albrecht Schmieg (Bild). Am 15. Dezember tritt er die Stelle an. Schmieg, der seit sechs Jahren in Biberach wohnt, war zuletzt Klinikpfarrer in Dietenbronn und betreute die Seniorenheime im Gebiet der Evangelischen Kirchengemeinde Warthausen.

In der Klinikseelsorge folgt der 47-jährige Theologe auf Friedrich Lechner. Neu ist die Stelle eines Seelsorgers für die Hochschule – zur Freude von Dekan Hellger Koepff: „Die Landeskirche stellt zusätzliche Personalkapazität.“ Zwar werde Pfarrer Schmieg nur mit einem 25-prozentigen Auftrag in der Hochschule präsent sein, aber er habe mehr Zeit als Pfarrer Ulrich Heinzelmann, der die Aufgabe nebenher erledigte. Schmieg sieht die in der Landeskirche einmalige Verbindung der Aufgaben in Jesus begründet: „Jesus wendete sich den Kranken in besonderer Weise zu, begleitete zudem seine Jünger. Sie waren im Grunde Studenten und er der Rabbi, also der Lehrer.“ Am 9. Januar wird Pfarrer Schmieg von Dekan Koepff mit einem Gottesdienst an der Hochschule offiziell eingeführt.

© Schwäbische Zeitung - 21.11.2012

sz-Foto: Kusterer

Ergreifende Erinnerung

Szenische Lesung zu Sophie Scholl

Von Beate Kusterer

Biberach - Sophie Scholl, junge Widerstandskämpferin der Gruppe „Weiße Rose“, ist im Mittelpunkt der szenischen Lesung von und mit Lore Seichter-Muráth aus Berlin im Biberacher Gemeindehaus St. Martin gestanden. Die Lesung war Teil der Veranstaltungsreihe „Gewalt – Wir sind dagegen“ der Lokalen Agenda 21 und deren Kooperationspartner.

Der Berliner Schauspielerin und Autorin gelang es auf beeindruckende Weise, die Zuhörer an den Gedanken und Empfindungen der Sophie Scholl teilhaben zu lassen und ihr mithilfe von Auszügen aus Briefen und ihrem Tagebuch eine Stimme zu verleihen. Am 22. Februar 2013 jährt sich der Tag der Hinrichtung von Sophie Scholl durch die Nationalsozialisten zum 70. Mal, sie war 21 Jahre alt. Lore Seichter-Muráth beleuchtete besonders die Zeit um 1940, als Sophie Scholl zum Reichsarbeitsdienst in Krauchenwies bei Sigmaringen antreten musste.

Das musisch begabte und naturverbundene Mädchen war wie viele zunächst von der Hitlerjugend begeistert. Dies änderte sich aber bei ihr und ihren Geschwistern bald. Sophie Scholl hatte ein stark ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl und ertrug den Umgang des Regimes mit den Juden nicht. In der Zeit im Lager in Krauchenwies war sie weit von den Naziideologien entfernt, was das Leben für sie schwierig und einsam machte.

Ohne Requisiten, lesend und aufs Wesentliche konzentriert, machte die Theaterfrau Scholls Kämpfe, ihre Sinnsuche und auch ihre Lebensfreude deutlich. Unterschiedliche Stimmen in Dialekten (oft Schwäbisch) kamen zu Gehör: Scholls klare Stimme, aus Briefen die von Freunden und Geschwistern, der harte Befehlston der Führerin im Lager und der krächzende Volksempfänger mit Hitlers Reden. Dazwischen ließ Lore Seichter-Muráth, oft nur mit einer Liedzeile und a cappella, Emotionales aus den 1930er-Jahren anklingen: „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen.“

Zwei Auftritte in Biberach

Die Organisatorinnen des Abends, Karin Burgmaier-Laengerer von der Evangelischen Familien-Bildungsstätte und Edeltraud Wiedmann von der Katholischen Erwachsenenbildung, dankten Seichter-Muráth für die berührende und nachdenklich machende Aufführung. Es war nicht die einzige der Berliner Künstlerin an diesem Tag in Biberach. Am Morgen war sie damit in der Aula der Biberacher Gymnasien PG und WG vor 250 Schülern zu sehen gewesen.

Die Berliner Autorin und Schauspielerin Lore Seichter-Muráth (Mitte) mit den Organisatorinnen der Veranstaltung im Gemeindehaus St. Martin, Edeltraud Wiedmann (links) und Karin Burgmaier-Laengerer. sz-Foto: Kusterer

© Schwäbische Zeitung - 20.11.2012

Foto: Anita Metzler-Mikuteit

Am Kirchplatz findet der Diakonieladen eine neue Heimat

Mehr Ladenfläche als bisher – Das Team der sozialen Einrichtung sucht nach ehrenamtlichen Helfern

Von Anita Metzler-Mikuteit

Bad Saulgau - Vor wenigen Tagen hat der Diakonieladen neue Räumlichkeiten bezogen. Der ehemalige Ladenraum in der Unteren Hauptstraße in Bad Saulgau war zu eng geworden. Mit einer fast doppelt so großen Ladenfläche ist die neue Heimat am Kirchplatz (ehemals Foto Platytsch) weit geräumiger.

Für Damen-, Herren- und Kinderbekleidung wurden jeweils eigene Bereiche unterteilt. Hinzu kommen ein Personalraum und Lagerräume samt zwei Toiletten. „Die neuen Räumlichkeiten sind einfach toll“, freut sich Ladenleiterin Ingrid Mers. Xaver Raichle, ehemaliger Inhaber des gleichnamigen Herrenmodengeschäfts aus Bad Saulgau, hat so manches Utensil – wie etwa Kleiderständer und Regale – beigesteuert. „Unser Dank gilt auch den Vermietern Irma und Otto Scheck, dass sie uns das alles ermöglicht haben“, so Ingrid Mers, die sich darüber freut, dass das neue Geschäft vom ersten Tag an auf große Resonanz stößt.

Etwas Gutes tun

Auch Walter Süss hat beim Umzug kräftig mit angepackt. Er ist seit vielen Jahren der einzige Mann im ehrenamtlich arbeitenden Mitarbeiter-team. „Es macht Spaß, hier zu arbeiten“, so der Rentner, der mit seiner Frau Karin regelmäßig Ladendienst macht, „das ist doch viel besser, als zuhause rumzusitzen“. Man komme mit Leuten ins Gespräch und tue dabei auch etwas Gutes. „Wir suchen händeringend nach weiteren ehrenamtlichen Mitarbeitern“, ergänzt Ingrid Mers. Nicht zuletzt deshalb, weil die größere Ladenfläche grundsätzlich von zwei Mitarbeitern betreut werden sollte. Aktuell sind die Kleiderständer und Regale prall gefüllt mit gut erhaltener und preiswerter Winterkleidung, die von Bürgern gespendet wurde. Mit dem Erlös werden sozial-nachhaltige Initiativen und Arbeitsprojekte unterstützt. Zum Sortiment zählen auch fair gehandelte Produkte wie Kaffee, Tee oder Honig und Nudeln vom Nudelhaus Trossingen. Das kleine Unternehmen ist ein Wirtschaftsbetrieb des Vereins „Lebenshaus“, in dem Menschen mit psychischen und sozialen Problemen Aufnahme finden.

Zahlreiche Gäste kommen anlässlich der Einweihung der neuen Räume am Kirchplatz in den Diakonieladen. Foto: Anita Metzler-Mikuteit

Der Diakonieladen hat montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet, montags und freitags auch nachmittags von 14 bis 18 Uhr. Samstags kann von 10 bis 12 Uhr eingekauft werden.

© Schwäbische Zeitung - 14.11.2012

Pfarrer Samuel Hartmann (links) begrüßt Generalinspekteur a.D. Wolfgang Schneiderhan im evangelischen Gemeindehaus.

Die Männerarbeit der Kirche setzt beim Vesper an

Generalinspekteur a.D. Schneiderhan spricht im evangelischen Gemeindehaus über „Schwerter zu Pflugscharen“

Von Rudi Multer

Bad Saulgau - Männervesper im evangelischen Gemeindehaus. Die Tische sind ohne Tischdeckchen eher spartanisch dekoriert, spartanischer als beim weiblichen Gegenstück, dem Frauenfrühstück. Statt Frühstück dürfen sich die Männer am Büfett ein schmackhaftes Vesper de luxe auf den Teller laden: Salat ja, aber vor allem Braten und Soße. Dazu Bier, manchmal auch Saft. Die evangelische Kirchengemeinde als Organisatorin bot diesmal außerdem in ökumenischer Zusammenarbeit einen hochkarätigen Redner auf. Den früheren Generalinspekteur der Bundeswehr und Vier-Sterne-General Wolfgang Schneiderhan. Dieter Braun hatte ihn beim Blumenkauf zu diesem Vortrag gewonnen. Kein Wunder also, dass sich diesmal 60 Männer zum dritten Männervesper dieser Art im evangelischen Gemeindehaus versammelten.

Zuerst gab es die Frauenfrühstücke, es folgten die Männervesper in der Gegend um Bad Saulgau. „Wir dachten, das könnten wir auch mal versuchen“, sagt Organisator und Pfarrer Samuel Hartmann. Mit Erfolg. „Von Mal zu Mal sind immer mehr gekommen“. Jedes Mal organisierte Samuel Hartmann einen Programmpunkt. Ein Gebet zur Begrüßung und ein Lied zum Abschluss gehören dazu. Warum Frauen gemeinsam frühstücken und Männer lieber gemeinsam vespern und was sie unterscheidet? „Männer sind anders“, weiß dazu Samuel Hartmann, „bei der Arbeit mit Männern gibt es für die Kirchen noch viel zu tun“, ist sich der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde sicher. Einen Unterschied erkennt er an der Deko: „Die Frauen haben Tischdecken“. Die Männer mögen es rustikaler. Diesmal hatte das Vesper eine ökumenische Note mehr. Dieter Braun vom Kirchengemeinderat der katholischen Schwestergemeinde hatte den Referenten, den früheren Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan eingeladen und dem Vier-Sterne-General ein provokantes Thema gegeben: „Schwerter zu Pflugscharen“. Um das aus der Bibel stammende Zitat gestaltete Schneiderhan seinen Vortrag und beantwortete dazu Fragen.

Zum Beginn standen persönliche Fragen von Samuel Hartmann. Lehrer für Deutsch und Geschichte wollte Schneiderhan zuerst werden. Da ihm aber das große Latinum fehlte, ging er zunächst zur Bundeswehr, wurde Zeitsoldat auf zwei Jahre und erzählte schmunzelnd von seiner Marktanalyse: „In der Bundeswehr gab es damals keinen einzigen schwäbischen Vier-Sterne-General. Ich habe mich entschlossen, in diese Lücke gehst du jetzt“.

Schneiderhan: Man braucht die biblische Vision und die Skepsis

Wolfgang Schneiderhan zeigte aber deutlich mehr als die Analysefähigkeiten dieser eher humorvollen Art. Hier die biblische Vision, dort die realistische Skepsis. „Man braucht beides“, sagt der Generalinspekteur. Wenn notwendig muss man dieser Realität mit militärischem Eingreifen begegnen.

Er nennt Beispiele, in denen der Verzicht darauf Tausende und Millionen Menschen das Leben gekostet habe: Das Massaker von serbischen Soldaten an 8000 muslimischen Männern in Sebrenica oder den Massenmord in Ruanda, dem vier Millionen Menschen zum Opfer fielen. „Ein Gewaltakt ist immer von übel. Es kann aber ein noch größeres Übel sein, wenn auf Gewaltanwendung verzichtet wird“, sagt der Generalinspekteur a.D.

Geänderte Voraussetzungen erkennt der General. Nationen hätten bei der Abrüstung „schon viel auf diesem Weg getan“ Doch statt Nationen benutzten selbst ernannte „Gotteskrieger“ ihre Schwerter. Er appelliert an die Verantwortung der Religionen: „Der Staat kann Terroristen einsperren. Religionen können ihnen den Nimbus der Gotteskrieger nehmen“. Schneiderhan umschreibt die weltweite Verantwortung von Politik, Militär und Religion umfassend. Prävention, Intervention und Krisennachsorge.

Beim Einsatz in Afghanistan von Krieg zu reden, hält er für falsch. „Wir sind dort, um den Menschen zu helfen“. Die Vision des Friedens hält er für realistisch, den Weg dorthin durch einen steilen Berg verstellt. Er legt den Kirchen die Menschen in der Bundeswehr ans Herz. Und tut selbst einiges dafür. Bei der Männervesper wirbt er um Unterstützung für die beim Katholikentag neu gegründete katholische Familienstiftung für Soldaten.

Pfarrer Samuel Hartmann (links) begrüßt Generalinspekteur a.D. Wolfgang Schneiderhan im evangelischen Gemeindehaus.

© Schwäbische Zeitung - 12.11.2012

sz-foto: Weiss

So etwas darf sich niemals wiederholen

Besinnliche Gedenkstunde auf dem jüdischen Friedhof Bad Buchau erinnert an die Opfer der Shoa

Von Klaus Weiss

Bad Buchau - Vor 73 Jahren brannte in Bad Buchau die Synagoge und jüdische Mitbürger wurden gedemütigt, beleidigt, verschleppt und später auch in den Konzentrationslagern ermordet. Alljährlich am 9. November wird auf dem jüdischen Friedhof in Buchau der Opfer der NS Gewaltherrschaft gedacht. Auch in diesem Jahr kamen zahlreiche Mitbürger zu der schlichten Gedenkfeier mit der festen Überzeugung, dass sich die Ereignisse vor 74 Jahren niemals wiederholen dürfen.

74 Kerzen in Form eines Davidsterns, für jedes Jahr eine, flackerten vor der Gedenksteele. Vera Gruber und Kathrin Merk stimmten mit fremdartig klingenden Klarinettenklängen auf die Gedenkstunde ein, bevor Charlotte Mayenberger ein Gedicht über die Reichskristallnacht vortrug. „Die Synagogen brannten – bald brannte Deutschland auch“, endete das Gedicht, das ein Betroffener einst niedergeschrieben hat.

Manche haben nichts gelernt

Pfarrer Markus Lutz äußerte Gedanken zur Pogromnacht 1938. Obwohl inzwischen 74 Jahre vergangen seien, könne man in den Medien immer wieder von Menschen hören, die aus der damaligen Schreckensherrschaft nichts gelernt haben. Lutz griff dabei die NSU-Gruppe und die Affäre um sie auf. Es dürfe – auch nicht im Ansatz – niemals mehr so etwas geschehen wie damals in Buchau und an vielen Orten im Deutschen Reichsgebiet. Jeder wisse, wohin das letztendlich führte – in die Vernichtung unzähliger Menschen, darunter mehr als sechs Millionen Juden. Niemals mehr dürften Menschen wegen ihrer Religion, ihres Aussehens oder ihrer Herkunft diskriminiert werden. Bürgermeister Peter Diesch las aus einem Brief von Sigge Einstein an Siegbert Einstein vor. Einstein schildert seine Eindrücke über die Pogromnacht in Buchau selbst. Die Buchauer, voran der damalige Bürgermeister Oechsle, hätten die Löscharbeiten an der brennenden Synagoge tatkräftig unterstützt. Und auch die Buchauer Landjäger hätten sich persönlich eingesetzt.

Ein Stein des Gedenkens

Aus den Lebenserinnerungen von Moritz Vierfelder lasen Schüler des Progymnasiums einige Passagen vor, in denen Vierfelder seine Eindrücke von damals festhielt. Vierfelder war ein angesehener Bürger Buchaus. Nachdenklich wirkten seine Worte auf die Anwesenden, zeigten sie doch, wie grausam diese Zeit für die betroffenen damals gewesen sein musste. Kaddisch, eines der ältesten jüdischen Totengebete, verlieh der Gedenkstunde eine besondere Note. Es wurde zunächst auf Hebräisch von Pfarrer Markus Lutz und auf Deutsch von Diakon Nikolaus Przywara vorgetragen. In seinem Gedicht „D’Jüdenna vo Bucha“, vorgetragen von Charlotte Mayenberger, schildert August Mohn, wie er in Riga einem Bautrupp begegnete, aus dem schwäbische Stimmen zu hören waren. Es waren die Buchauer Jüdinnen, von denen keine mehr zurückkehrten.

„Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt“, das Lied der Hoffnung von Ben Chorim, sangen die Besucher zum Abschluss in Begleitung der beiden Klarinetten. Nach alter jüdischer Tradition legten die Besucher danach einen kleinen Stein des Gedenkens am Mahnmal mit den Namen der Shoa-Opfer nieder.

Auf dem Bad Buchauer Friedhof gedachten die Besucher den Opfern des Nationalsozialismus – darunter auch viele Juden aus Buchau.sz-foto: Weiss

© Schwäbische Zeitung - 12.11.2012

Foto: Vera Romeu

Dekan segnet den neuen Pfarrer

Investitur von Paul Bräuchle – Viele Willkommensgrüße und Geschenke – Ende der Vakanz

Von Vera Romeu

Bad Saulgau - Feierlich und herzlich haben die evangelische Kirchengemeinde und ihre Gäste das Fest der Investitur des neuen Pfarrers Paul Bräuchle in der Christuskirche gestaltet. Pfarrer Bräuchle leitete in den vergangenen zehn Jahren die Kirchengemeinde in Holzgerlingen bei Böblingen und tritt nun seine neue Stelle an. Dekan Hellger Koepff betonte, segnete den knienden Pfarrer Bräuchle und investierte ihn.

Aus der Stuttgarter Prälatur sagte Gert Murr, er habe Pfarrer Bräuchle als einen standhaften und furchtlosen Pastor kennen gelernt. Andrea Bleher, Mesnerin an der ersten Pfarrstelle Bräuchles, berichtete, dass bei ihm das Predigen im Mittelpunkt stehe und dass er den Kindern viele biblische Geschichten erzählt habe. Pfarrerin Bettina Reiser-Krukenberg aus Holzgerlingen sagte, Pfarrer Bräuchle habe immer die evangelischen Positionen und die Kirchengemeinde in der Gesellschaft sichtbar gemacht. Pfarrer Bräuchle predigte über die Freiheit, die im Paulusbrief an die Galater beschrieben wird: „Zur Freiheit hat uns Jesus Christus befreit.“ Diese Freiheit ist von Gott gegeben, ist auf Beziehung mit ihm bestimmt. Freiheit habe mit Verantwortung zu tun, könne anstrengend sein. „Aus der Freiheit heraus, aus dem angstfreien Glauben können wir uns den Menschen zuwenden, die ein Recht auf unsere Fürsorge haben“, sagte Pfarrer Bräuchle. Im anschließenden Empfang war Zeit für Willkommensgrüße und Geschenke. Dekan Koepff überreichte die Urkunde und ein in Oberschwaben recht nützliches Büchlein für ökumenische Segensfeiern. Bürgermeisterin Doris Schröter übermittelte die Grüße der Stadt. „Heute ist ein besonderer Tag: Es wird Sankt Martin gefeiert und es findet die Martinisitzung der Narren statt.“ Sie wisse, dass die evangelische Kirche keine besondere Nähe zur Fasnet habe, doch werde er nicht umhin kommen, sich darin zu engagieren, prognostizierte sie mit Humor.

Ludwig Boll grüßte im Namen der katholischen Gemeinde und überreichte humorvoll einen Kanister samt Gutschein für Benzin für die Vespa, mit der man den Pfarrer schon durch die Stadt habe fahren sehen. Für die Schulen war Bernhard Weh gekommen und überreichte Saulgauer Köstlichkeiten. Mit einem Besuch aus der Partnerstadt Königshofen in Thüringen überraschte Regina Schmidt. Das originellste Grußwort und Geschenk – eine Gans - kamen von Pfarrer Wolfgang Raiser aus Mengen, der im Namen des Distrikts sprach: Er hatte seinen Gruß nach fasnachtlichen Tradition in Reimen verfasst und warb beim Pfarrer Bräuchle für die Vorzüge der oberschwäbischen Fasnet. Pfarrer Samuel Hartmann und seine Frau schenkten einen Eisgutschein. Karin Fuchs und Wolfgang Schuttkowski hießen ihrerseits im Namen der evangelischen Kirchengemeinde den neuen Pfarrer Willkommen und freuten sich über das Ende der Vakanz.

Dekan Hellger Koepff (rechts) setzt in der Christuskirche den neuen evangelischen Pfarrer Paul Bräuchle ins Amt ein. Foto: Vera Romeu

© Schwäbische Zeitung - 10.11.2012

Den Segen der Kirche überbrachten die Dekane Sigmund F. J. Schänzle (l.) und Hellger Koepff.

Die SZ ist wieder im Herzen der Stadt

Neues Zeitungshaus am Marktplatz 35 feierlich eröffnet – Heute ist Tag der offenen Tür

Von Gerd Mägerle

Biberach - Mit dem Segen der beiden Biberacher Dekane und einer Einweihungsfeier für rund 100 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur hat die Schwäbische Zeitung Biberach gestern Abend ihr neues Zeitungshaus am Marktplatz 35 offiziell eröffnet.

Einen großen Dank sprachen Dr. Kurt Sabathil, Geschäftsführer von Schwäbisch Media, und Alexander Schraut, Geschäftsführer der SZ Biberach der Verlegerin Hildegard Diederich sowie der Biberacher Verlagsdruckerei als Bauherren aus. „Es ist schön, wieder hier am Marktplatz zu sein“, sagte Alexander Schraut. „Wir fühlen uns hier sehr wohl“, meinte Redaktionsleiter Christian Klose. „Es ist für mich das schönste Geschenk, wenn Sie sagen, dass Sie sich hier wohl fühlen“, sagte Hildegard Diederich unter dem Applaus der Gäste.

Der katholisch Dekan Sigmund F. J. Schänzle und der evangelische Dekan Hellger Koepff hatten das sanierte Gebäude zuvor gesegnet. Schänzle sagte, dass auch sein morgendlicher Weg meist zuerst an den Briefkasten führe, um zu sehen, was in der Schwäbischen Zeitung steht: „Ma muss jo schließlich mitschwätza könna.“ Hellger Koepff bezeichnete den 9. November mit Blick auf die Pogromnacht 1938 und den Mauerfall 1989 als einen guten Tag, ein Zeitungshaus seiner Bestimmung zu übergeben.

Architekt Gerhard Schirmer überreichte den symbolischen großen Schlüssel an Alexander Schraut, Dr. Kurt Sabathil und Manfred Eisele, Geschäftsführer der Biberacher Verlagsdruckerei.

„Wir wollen da sein, wo die Menschen sind, deshalb ist die Innenstadt die richtige Lage für uns“, sagte Sabathil in einer kleinen Talkrunde mit Redaktionsleiter Klose. „Unsere Stärke ist die große Heimatverbundenheit“, so Sabathil.

„Biberacher Verlagsdruckerei und Schwäbisch Media haben hier ein Objekt realisiert, das im Herzen der Stadt wegweisend ist und Bedeutung erlangen wird“, sagte Senator h. c. Artur Maccari, Aufsichtsratsvorsitzender der Biberacher Verlagsdruckerei. Das Haus verbinde Historie mit Gegenwart. „In diesem Haus hat bereits Matthias Erzberger als Ihr Kollege gearbeitet“, sagte Maccari den Zeitungsleuten. Er sei der Überzeugung, dass es leichter sei, eine FAZ oder ein Handelsblatt zu machen, als die Schwäbische Zeitung. „Wenn Sie ein regionales Blatt machen wollen, müssen Sie jeden Morgen einen Teig anrühren, der aus so vielem besteht, weil die Leserinteressen so verschieden sind. Da ist es eine Kunst, ein gutes Produkt zu machen“, sagte Maccari.

Auf dem digitalen Weg

Auch wenn die gedruckte Zeitung noch immer das Kerngeschäft sei, habe sich Schwäbisch Media auch auf den digitalen Weg gemacht, sagte Chefredakteur Dr. Hendrik Groth. „Die SZ ist eine Top-Marke mit hoher Qualität. Das gilt es auf allen Kanälen zu erhalten.“

Der Biberacher Baubürgermeister Christian Kuhlmann betonte, dass das Haus Nummer 35 aus baulicher Sicht ein wichtiger Eckstein am Marktplatz sei. Für dessen Sanierung zollte er Architekt Schirmer und dem Baltringer Bauunternehmen Schmid hohes Lob. Dass die Zeitung am Marktplatz zurück sei, finde er gut: „Wir brauchen kritische Beobachter, die das Leben in der Stadt begleiten.“

Landrat Dr. Heiko Schmid schloss sich den guten Wünschen an und überreichte zur Eröffnung ein Kunstwerk von Erwin Lorch mit dem Titel „Schwäbische Zeit

Mit Blumen dankte Alexander Schraut, Geschäftsführer der SZ Biberach (v. l.), der Verlegerin Hildegard Diederich und ihrer Tochter Julia für ihr Engagement bei der Sanierung des traditionsreichen Zeitungshauses am Marktplatz 35.SZ-Fotos: Felix Kästle

Den Segen der Kirche überbrachten die Dekane Sigmund F. J. Schänzle (l.) und Hellger Koepff.

Heute, Samstag, ist das neue SZ-Zeitungshaus am Marktplatz 35 von 10 bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür geöffnet.

© Schwäbische Zeitung - 09.11.2012

SZ-Foto: Michaela Kegel

Zeit will erkannt und gelebt werden

Brunhilde Raiser hält bei Landfrauen ein Referat: „Zeit für mich – Kraft für mein Leben“

Von Michaela Kegel

Neufra – Ein „Patentrezept für die Kittelschürze, die Handtasche oder den Anzug“ konnte Brunhilde Raiser, Theologin und Geschäftsführerin des Evangelischen Bildungswerkes Oberschwaben zwar nicht geben, dafür Anregungen für bewusstes Erleben. Auf Einladung des Landfrauenverbandes Biberach-Sigmaringen hielt sie im Rahmen der Mitgliederversammlung ein Referat zum Thema „Zeit für mich – wie kann das gehen? Kraft für mein Leben – woher kann ich die nehmen?“

Einige wertvolle „Hilfestellungen“ für den Alltag konnte die Pfarrersfrau aus Mengen und langjährige Vorsitzende des Deutschen Frauenrats und des Dachverbandes Evangelische Frauen in Deutschland den Anwesenden mit auf den Weg geben. „Zeit will erkannt, gespürt und gelebt werden“, lautete eine ihrer wichtigsten Aussagen. Man müsse sich immer wieder klar machen: „Heute ist meine Zeit!“ Raiser las einige Seiten aus Michael Endes „Momo“ vor und verdeutlichte, wie die „grauen Herren“ Schritt für Schritt Besitz von einem Menschen nehmen und einen Friseur auffordern, seine Zeit lieber auf der Zeitsparkasse anzusparen, anstatt sie mit „Seifenschaum, Scherengeklapper und Geschwätz“ zu vergeuden. Doch Schritt für Schritt wird mit dieser „Zeitrechnung“ alles Zwischenmenschliche und damit das Leben zerstört.

Jeder Tag ein geschenkter Tag

Man müsse sich klarmachen: „Zeit ist Leben und das Leben wohnt im Herzen“. Ganz bewusst solle man der Frage nachgehen: „Was kennzeichnet meine Zeit?“. Das „Hier und Jetzt“ solle ergriffen und „jeder Tag als geschenkter Tag“ angesehen werden. Brunhilde Raiser lud die Anwesenden dazu ein, Sprichwörter und Zitate zum Thema „Zeit“ zu sammeln. Allerlei wurde hier zusammengetragen und die Referentin verwies mit dem Satz „Alles hat seine Zeit“ auf das Buch Prediger in der Bibel. Zeit sei als geschenkte Lebensmöglichkeit und Aufgabe zu sehen. Dabei solle alles in einem Rhythmus aus Arbeit und Muße stehen, dann könne auch die Arbeitszeit schön sein. „Das setzt aber voraus, dass ich mich selbst wahrnehme und mein Hamsterrad erkenne“, meinte Raiser.

Trott unterbrechen

Hat ein Mensch das Gefühl, für gar nichts mehr Zeit zu haben, seien häufig die Schwerpunkte falsch gesetzt. Man solle sich fragen: „Fällt es mir leichter, ja oder nein zu sagen?“ Der „Trott“ müsse unterbrochen werden, dies sei auch als Chance anzusehen, die aber Kraft koste. Mit dem Gebot „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“ machte Raiser deutlich, dass auch die Zeit für sich selbst wichtig ist. Denn wer selbst aufgebraucht ist, hat keine Kraft für andere. Ein Mensch müsse sich klarmachen, dass er keine Maschine sei und sich nicht ständig für andere aufopfern müsse. „Ich muss nicht ständig selbstlos sein, sonder ich muss ich selbst sein“, riet Raiser.

Wechsel macht glücklich

Eine Studie zum Thema Glück habe das Ergebnis gebracht, dass diejenigen Menschen am glücklichsten sind, die einen häufigen Wechsel in ihren Aktivitäten hätten. Der Wechsel zwischen Aktivität, Unterhaltung, Freiraum, Arbeit und Alleinsein sei sehr wichtig. Die Kraft für das Leben komme aus dem Aufatmen. Jeder Mensch müsse selbst danach suchen, wo er aufatmen könne und „seine Kraftorte“ suchen und finden. Als Beispiele nannte Raiser spazieren gehen, beten, joggen, jemanden besuchen. „Ich kann nur Hilfestellungen geben – was Ihnen hilft müssen sie ausprobieren und festhalten“, sagte Brunhilde Raiser, die zu einem „Sonntag zwischendurch“ und zum bewussten Wahrnehmen riet.

Die Vorsitzende des Landfrauenverbandes Biberach-Sigmaringen, Elfriede Elser, dankte der Theologin Brunhilde Raiser (links) mit einem Blumenstrauß für ihr ansprechendes Referat. SZ-Foto: Michaela Kegel

© Schwäbische Zeitung - 09.11.2012

Foto: privat

Benefizkonzert für Simultaneum

Biberach (sz) - Mit der kalten Jahreszeit werden die Besucher der Simultankirche wieder spürbar an das Anliegen der Bauhütte erinnert: „Ein Mantel für Sankt Martin“. Obwohl der Förderverein schon 160000 Euro zusammengetragen hat, ist es noch ein langer Weg, bis die Mittel für die Erneuerung der Heizung und die Außensanierung beisammen sind. Einen Beitrag möchten die Biberacher Musiker Thomas Buse und Katharina Bickel leisten. Am Samstag, 19 Uhr, kommen in der Stadtpfarrkirche „Lieder ohne Worte“ für Violoncello und Klavier von Couperin, Tschaikowsky, Bach und anderen Komponisten zur Aufführung. Um Spenden wird gebeten. Foto: privat

© Schwäbische Zeitung - 09.11.2012

Was Zivilcourage bedeuten soll

Biberach (sz) - Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gewalt – wir sind dagegen!“, die von der Lokalen Agenda im Biberacher Rathaus zur Zeit angeboten wird, laden der „Christlich-Muslimische Frauentreff“ sowie der „Offene Abend für Frauen“ der Friedenskirche am Montag, 12. November, ab 20 Uhr ins Rathaus ein. Die Veranstaltung an diesem Montagabend steht unter der Fragestellung „Verantwortung für mich und dich – was heißt denn hier Zivilcourage?“ und trägt damit dem Motto der Ausstellung Rechnung. Ellen Bartsch von der Kriminalprävention und Günter Majer als Opferschutzbeauftragter der Kriminalpolizei Biberach werden als ausgewiesene Spezialisten in dieses gesellschaftlich relevante Thema einführen. Anhand eines Filmausschnittes „Ohnmacht“ wird das Problembewusstsein entwickelt und geschärft, um danach Strategien aufzeigen zu können, wie man mit bedrohlichen Situationen umgehen kann und was es heißt, wenn Menschen sich der Verantwortung für sich und den anderen stellen müssen.

© Schwäbische Zeitung - 08.11.2012

Der stellvertretende Lokalchef der SZ Biberach, Gerd Mägerle, hat den Gästen der Vesperkirche gestern das Essen an den Tisch gebracht. sz-Foto: Werner

Gemeinsam essen und schwätzen

Seit zehn Jahren ist die Vesperkirche Biberach ein Ort der Begegnung für Menschen

Von Leonie Werner

Biberach - Eine andächtige Stille herrscht in der Spitalkirche Biberach, als die ersten Töne der Orgel erklingen und das Mittagsmahl eröffnen. Einen „Ort der Begegnung“ nennt Hermann Hagel, Vorsitzender des ökumenischen Arbeitskreises, die Vesperkirche, die es Menschen aus Biberach und Umgebung ermöglicht, gemeinsam zu essen und im Gespräch zusammenzukommen.

Kaum ist die Ansprache durch Adelheid Olischläger beendet, erheben sich die rund 100 geselligen Besucher fröhlich schwätzend, um sich für die Essensausgabe anzustellen. So wie hier geht es die ganze Woche lang jeden Mittag in der Spitalkirche zu. Der ökumenische Arbeitskreis bietet einen Ort der Zusammenkunft für sozial schwache Menschen, aber auch für andere Mitglieder der Gemeinden aus Biberach und Umgebung. „Wichtig ist, dass man spürt, in einer Gemeinschaft zu sein. Viele Alleinstehende genießen es richtig, hier mit anderen zu schwätzen“, erzählt Hauptorganisator Hagel. „Dieses Jahr findet die Vesperkirche zum zehnten Mal statt.“

Auch wer nicht mobil ist, ist willkommen. Ein Abholdienst ermöglicht die Anfahrt, und jeden Tag hilft ein anderer Medienvertreter bei der Essensverteilung – am gestrigen Mittwoch der stellvertretende Lokalchef der Schwäbischen Zeitung Biberach, Gerd Mägerle. So werde ein direkter Kontakt zwischen den Bürgern und der Stadt hergestellt und jede Seite habe etwas davon, so Hagel.

Mitglieder des Gemeindepsychiatrischen Zentrums (GPZ) Biberach sind nicht nur eingeladen, sondern helfen auch aktiv mit. „Ich mache meine Arbeit hier gerne“, sagt Erwin Fuhrmann vom GPZ, der den Fair-Trade-Kaffee ausschenkt. „Es ist eine soziale, verantwortungsvolle Aufgabe. Für die Leute, die hier essen können ist es eine wunderbare Erfahrung.“

Möglich machen die Aktion der Dornahof in Riedlingen, die Bäckerei Keim, das Café Kumm und viele Ehrenamtliche. „Gemeinsame Mahlzeiten gibt es heutzutage immer seltener“, sagt Hagel. „Deswegen ist diese Aktion so wichtig und besonders.“

Karl-Heinz Schmidt vom GPZ findet es wichtig, die Probleme anderer Leute mitzubekommen und sich auszutauschen: „Man sieht über den Tellerrand hinaus.“ Dieser Gedanke solle auch in kleineren Städten aufgegriffen werden, findet er.

Das Ehepaar Gerster aus Mittelbuch, Mitglied der evangelischen Kirche, ist in der Spitalkirche mit Klaus Grabenstetter aus Biberach ins Gespräch gekommen. „Nach einem schweren Arbeitsunfall beziehe ich nun Hartz IV und bin über die Obdachlosenhilfe hierher gekommen“, erzählt er. „Man trifft nette Leute und es ist eine richtig gute Atmosphäre hier.“ Die „schnuckelige Atmosphäre der Spitalkirche“ sei einmalig, sagt Hagel. „Das Schönste ist die Freude, die man auf den Gesichtern der Leute ablesen kann und auch selbst erfährt.“

Der stellvertretende Lokalchef der SZ Biberach, Gerd Mägerle, hat den Gästen der Vesperkirche gestern das Essen an den Tisch gebracht.

© Schwäbische Zeitung - 08.11.2012

Foto: privat

„Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin“

Wain (sz) - „Schau dich an“: Das ist das Thema der Kinderbibelwoche der evangelischen Kirchengemeinde in Wain gewesen. Bis zu 40 Kinder kamen während der Herbstferien an vier Vormittagen im Wainer Gemeindehaus zusammen, um miteinander zu singen, beten, basteln und zu spielen. Viele fleißige und engagierte Ehrenamtliche sowie Vikarin Rahel Kießecker und der neue Bezirksjugendreferent des Kirchenbezirks Biberach, Florian Neuhäuser, sorgten dafür, dass die Kinder jeden Tag ein kunterbuntes Programm erwartete. Der Höhepunkt des Vormittages war für viele Kinder das gemeinsame Essen. Beim Abschlussgottesdienst erinnerte Vikarin Kießecker in der Predigt daran, dass selbst in Deutschland regelmäßige Mahlzeiten für Kinder aus Geldnot der Familien keine Selbstverständlichkeit sind. Als Christen seien wir zu allen Zeiten herausgefordert, den Blick für die Not des anderen zu bewahren und mutig zu handeln, wo unsere Hilfe nötig und möglich ist. Jeden Tag begleitete die Kinder ein anderer Vers aus Psalm 139 durch den Vormittag, der auf den zahlreichen Spiegeln, die das Gemeindehaus schmückten, zu lesen war. „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin“ (Ps 139, 14) blieb nicht nur ein Wort aus einem alten Psalm der Bibel, sondern wurde für die Kinder und Mitarbeiter beim Blick in den Spiegel zum lebendigen Wort. 

© Schwäbische Zeitung - 05.11.2012

Gespannt verfolgen die Kinder das kurze Theaterstück. Foto: fischer

Bis zu 60 Kinder sind Jesus auf der Spur


Kirchen richten ökumenische Kinderbibeltage aus


Bad Saulgau (mf) - Das evangelische Pfarrerehepaar Tabea und Samuel Hartmann und die katholische Gemeindereferentin Ute Scherer beschreiten mit gemeinsamen Kinderbibeltagen neue Wege der Ökumene. Unter dem Titel „Wir treffen Jesus“ haben sie für die Altersgruppe der Fünf- bis Elfjährigen ein viertägiges Programm erarbeitet, das den Kindern die Gestalt Jesus auf verschiedene Weise nahe bringt.


Treffpunkt war jeweils das evangelische Gemeindehaus, wo ein musikalisches Aufwärmprogramm die Nachmittage eröffnete. Die eingängigen, rhythmusbetonten Lieder rissen die Kinder buchstäblich von ihren Karton-Hockern, denn man durfte marschieren, mit den Armen schlenkern und nach Herzenslust mitklatschen. Dann wurde es spannend, denn auf der Bühne kam die Zeitmaschine zum Einsatz, die den Kindern durch kleine Theaterszenen verschiedene religiös bedeutende Orte vorstellte.


Mal landete das Zeitreise-Mobil bei Martin Luther in Wittenberg, mal bei der Heiligen Elisabeth auf der Wartburg, schließlich im Heiligen Land, wo Saulus zu Paulus bekehrt wurde. Danach war Gruppenarbeit angesagt, die das Gesehene in Form von Gesprächen, Malen, Basteln und kleinen Mahlzeiten aufbereitete. Sogar sportliche Übungen gehörten zum Programm, denn wer Jesus nachspürt, braucht Kraft und Ausdauer.


Bei den Bibeltagen engagierten sich auch ältere Schüler, die überall dort einsprangen, wo Not am Mann war: in der Küche, auf der Theaterbühne, bei der kreativen Dekoration. Die Jugendlichen sammelten während ihrer Einsätze soziale Erfahrungen, die manchem vielleicht einen Fingerzeig für eine spätere Berufswahl gaben. Die Initiatoren freuen sich über die positive Resonanz der Bibeltage. Im Sinne der Ökumene bleibt zu wünschen, dass sie den eingeschlagenen Weg weitergehen.



© Schwäbische Zeitung - 03.11.2012

Religionskurs für Erwachsene


Kurs hinterfragt Beziehungsgeflecht


Ertingen (mike) – Im November beginnt wieder ein neuer Kurs der Reihe „Stufen des Lebens“ im Ertinger Abt-Bischof-Spies-Haus. Das Thema lautet „Leben im Gef(l)echt von Beziehungen“. Die Kurse finden statt am Donnerstag von 19.30 bis 21.30 Uhr, jeweils am 8., 15., 22. und 29. November und am Freitag von 8.30 bis 10.30 Uhr, jeweils am 9., 16., 23. und 30. November.


Menschen sind in Beziehungen verflochten. Es gilt, Beziehungen zu hinterfragen und auch die grundlegende Frage nach der Beziehung zu Gott stellt sich. „Stufen des Lebens“ ist vergleichbar mit einem Religionskurs für Erwachsene. Gemeinsam entdecken die Teilnehmer, wie biblische Aussagen in ihr Leben passen. Ein Kurs umfasst vier in sich abgeschlossene Einheiten von je zwei Stunden wöchentlich. Gerne können Interessierte auch unverbindlich zum Schnuppern kommen.

In Ertingen werden von den Kursleiterinnen Veronika Gotterbarm und Antonie Mack zwei Kurse parallel angeboten, die jeweils am Donnerstagabend oder Freitagmorgen stattfinden. Veranstalter sind die Evangelische und die Katholische Kirchengemeinde Ertingen. Die Kurse sind kostenlos.


Anmeldungen nimmt das Katholische Pfarrbüro Ertingen, Telefon 07371 / 6474 oder das Evangelische Pfarrbüro Ertingen, Telefon 07371 / 1296345 entgegen.

© Schwäbische Zeitung - 02.11.2012

Kleine bunte Mürbteigfische haben die Kinder ausgestochen, geschmückt und gebacken.Foto: privat

„Steig ein ins Boot“

Ökumenischer Kinderbibeltag in Erolzheim

Erolzheim (sz) - Fast 70 Kinder und über zehn Mitarbeiterinnen sind ins Boot eingestiegen, und zwar beim sechsten ökumenischen Kinderbibeltag der katholischen Kirche St. Martinus Erolzheim und der evangelischen Kirche Erolzheim-Rot in der Grundschule Erolzheim.

Begonnen hat der Kinderbibeltag mit Liedern und einer Theaterszene zur Berufung des Petrus und weiterer Jünger durch Jesus. Danach ging es in Kleingruppen weiter. Dort wurde die biblische Geschichte vertieft und kreativ umgesetzt. Bald war geschäftiges Hämmern und Klopfen zu hören. Die Kinder gestalteten selbst kleine Fischerboote. Dazu gab es Spiele und Rätsel rund um das Fischerleben, Jesus und seine Jünger.

Am Nachmittag konnten die Kinder bei einem Stationenspiel selbst ein großes Fischernetz basteln, bei einem Bootswettrennen mit den gebastelten Booten auf dem See Genezareth teilnehmen, Mürbteigfische backen und beim Regietheater selber als Fischer arbeiten. Den krönenden Abschluss bildete der ökumenische Gottesdienst für Jung und Alt, bei dem Petrus noch einmal in Erscheinung trat und allen versicherte, wie toll die Freundschaft mit Jesus für ihn war. Unter großem Applaus dankten die Kinder allen Mitarbeiterinnen. Ein Kind fragte ganz am Ende: „Können wir morgen nochmal zum Kinderbibeltag kommen?“

Nein, leider nicht, aber nächstes Jahr gerne wieder.