© Schwäbische Zeitung - 31.10.2012

Ökumenische Vesperkirche

 

Biberach (sz) - Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Biberach bietet von 5. bis 10. November wieder eine ökumenische Vesperkirche an. In dieser Woche gibt es täglich ab 12.15 Uhr in der evangelischen Spitalkirche in Biberach einen günstigen Mittagstisch. Seit 2003 werden täglich etwa 100 Essen gekocht und von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Biberacher Kirchengemeinden ausgegeben. Gehbehinderten und älteren Gästen wird das Essen am Tisch serviert. Zu diesem Dienst haben sich in diesem Jahr Redaktionsmitglieder von lokalen Medien, auch von der SZ, bereit erklärt. Für Gehbehinderte wird ein Abholdienst über das Pfarrbüro (Telefon 07351/18140) organisiert. Das Essen kostet 4,50 Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder bis 14 Jahre. Wohnsitzlose und Bedürftige bekommen das Essen für einen Euro.

© Schwäbische Zeitung - 31.10.2012

„Bitter und bedauerlich“ sei die Schließung des Café Kumm im Biberacher Hallenbad, sagt Horst Knöpfel vom Dornahof. SZ-Foto: Gerd Mägerle

Café Kumm schließt zum Jahresende

 

Projekt des Dornahofs im Hallenbad endet wegen geänderter Gesetzeslage nach 13 Jahren


Von Gerd Mägerle


Biberach - „Ab 1. Januar 2013 ist der Gastronomiebetrieb des Frei- und Hallensportbades zu verpachten“ heißt es in der Anzeige der Stadtwerke Biberach, die am 6. Oktober in der SZ Biberach erschienen ist. Dies bedeutet, dass nach 13 Jahren die Ära des Café Kumm zu Ende geht. Dieses Projekt in Trägerschaft des in Altshausen ansässigen Dornahofs hat seit 1999 dafür gesorgt, dass insgesamt knapp 900 Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance gehabt hätten, die Möglichkeit erhielten, sich zu qualifizieren und Praxiserfahrung zu sammeln. Das Café Kumm war über die ganzen Jahre Sinnbild für die Gastronomie im früheren Wilhelm-Leger-Hallenbad und im neuen Hallensportbad an der Memminger Straße.


„Dass wir das Café Kumm jetzt schließen müssen hat aber nichts mit den Stadtwerken oder dem Landkreis zu tun“, sagt Horst Knöpfel, Leiter der Dornahof-Außenstelle Biberach. Mit beiden habe man gut zusammengearbeitet. Ausschlaggebend für das Ende des Projekts ist die sogenannte Instrumentenreform der Bundesregierung im Rahmen des Sozialgesetzbuchs (SGB) II. Darin heißt es unter anderem, dass Arbeitsgelegenheiten, landläufig als Ein-Euro-Jobs bekannt, seit 2012 wettbewerbsneutral zu sein haben. Ein Gastronomiebetrieb wie das Café Kumm fällt nicht darunter. Deswegen drohte das Aus eigentlich schon zu Jahresbeginn.


Mittel aus dem ESF


Dass es dennoch ein weiteres Jahr bestehen konnte, lag daran, dass es gelang, zusammen mit Diakonie und Wohnungslosenhilfe sowie mithilfe des Landratsamts für das Jahr 2012 ein Projekt zu schaffen, in das auch die Kumm-Mitarbeiter eingebunden waren. Sie waren dadurch keine Ein-Euro-Jobber mehr, sondern Teilnehmer einer Fortbildung, zu der auch Theorieunterricht gehörte. Gefördert wurde dies durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF).


Die Zuschüsse decken aber bei Weitem nicht die Kosten, die der Dornahof trotzdem zu tragen hat. Laut Knöpfel ist das eine fünfstellige Summe pro Jahr. „Sie finden niemanden, der das dauerhaft fördert“, sagt er, weswegen es für das Café Kumm nun keine Zukunft mehr gibt. Knöpfel findet das Signal, das die Bundesregierung mit der Gesetzesreform aussendet „bitter und äußerst bedauerlich“. Damit schreibe man eine bestimmte Zielgruppe von der Versorgung am Arbeitsmarkt ab. „Diese Menschen sind schwer in ein reguläres Arbeitsverhältnis zu vermitteln, können aber gut in einem Projekt wie dem unseren arbeiten“, sagt Knöpfel. Trotz der Schwierigkeiten durch Alter, Sprachkenntnisse oder bestimmte Handicaps liegt die Vermittlungsquote in diesem Jahr bei 33 Prozent. „Das ist für ein Projekt dieser Art sensationell“, so Knöpfel.


„Wir ziehen das durch“


Neben dem reinen Gastronomiebetrieb hätten die Mitarbeiter des Dornahofs versucht, für die Projektteilnehmer darüber hinaus etwas zu erreichen. „Das war kein Durchschleusen“, sagt Knöpfel, „wir haben Klinken geputzt, telefoniert und uns gekümmert, um für jeden unserer Klienten eine passgenaue Anschlussbeschäftigung zu finden.“ Das Schlimme sei jetzt, dass mit dem Ende des Projekts auch die Dornahof-Mitarbeiter, die sich darum gekümmert haben, ihren Job verlieren. Dies seien insgesamt 4,75 Stellen. „Das klingt nicht nach viel, aber es geht hier um eine sozialpolitische Richtungsentscheidung.“ Er selbst bleibe zwar beim Dornahof, so Knöpfel, aber mit zum Teil anderen Tätigkeitsbereichen. Bis zum Jahresende werde man das Kumm am Leben erhalten. „Wir ziehen das durch, das haben wir uns geschworen. Dafür danke ich meinen Mitarbeitern, weil ich weiß, dass das nicht leicht ist“, sagt er.


Auch Sozialdezernentin Petra Alger im Landratsamt bedauert das Ende des Projekts. „Wir haben immer versucht, es an die aktuellen Förderrichtlinien anzupassen“, sagt sie. Das Kriterium der Wettbewerbsneutralität sei aber nicht zu erfüllen. Diese Neutralität gebe es ohnehin nicht: „Das wäre dann Schneemann bauen im Sommer.“ Die Instrumentenreform sei der Dolchstoß für das Projekt gewesen. Schwierig sei es für das Kumm allerdings schon mit dem Umzug vom alten ins neue Hallenbad vor einigen Jahren geworden, so Alger. „Da ist ein Haufen Laufkundschaft verloren gegangen.“




© Schwäbische Zeitung - 31.10.2012

In Biberach wird an Reformationstag gedacht

 

Biberach (sz) - Die evangelische Kirche erinnert jedes Jahr am 31. Oktober an den symbolischen Beginn der Reformation mit dem Thesenanschlag Martin Luthers an der Schlosskirche zu Wittenberg. In Sachsen ist der 31. Oktober bis heute offizieller Feiertag. In Biberach erinnert die Evangelische Gesamtkirchengemeinde jedes Jahr mit einem Reformationsabend an den Anlass des Gedenkens.


In diesem Jahr soll anlässlich seines 50. Todesjahres beispielhaft der Dichter Hermann Hesse im Mittelpunkt der Reformationsfeier stehen.


Ein biografisches Porträt des Dichters Hermann Hesse in Wort und Bild wird heute Abend um 19.30 Uhr in der evangelischen Spitalkirche in Biberach von Pfarrerin Birgit Oehme und Pfarrer Ulrich Heinzelmann gestaltet.

 

© Schwäbische Zeitung - 31.10.2012

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Ulrich Heinzelmann Foto: Kretzschmar

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Edzard Albers Foto: privat

„Mir kommt das künstlich vor“


Evangelische Pfarrer aus Biberach können sich mit Halloween nicht anfreunden


Von Sabrina Bachmor


Biberach - Welches Fest fällt Ihnen ein, wenn Sie an den 31. Oktober denken? Während die einen sofort an Halloween denken, kommt anderen eher der heutige Reformationstag in den Sinn.


Der evangelische Pfarrer Ulrich Heinzelmann aus Biberach (Stadtpfarrkirche) beobachtet mit Sorge, dass Halloween aber offenbar immer wichtiger wird: „Das ist ein Signal, dass kirchliche Feiertage in den Hintergrund geraten und andere Events ihre Rolle übernehmen“, sagt er. „Es macht mich ein bisschen traurig, dass die alten, traditionellen und für die evangelische Kirche wichtigen Feste vergessen werden.“ Für ihn ist nicht Halloween an sich das Problem: Er selbst sei als Kind auch mit einer ausgehöhlten Zuckerrübe durch die Straßen gezogen.


Was Heinzelmann stört, ist die kommerzielle Seite. „Mir kommt das künstlich vor“, sagt der Pfarrer. Das Fest werde aufgebauscht, überall könne man in der Zeit vor dem 31. Oktober Halloweenartikel kaufen. Das ganze Fest werde kommerziell ausgenutzt, es werde generell versucht, so viel Profit wie möglich aus jedem Fest zu schlagen.


Der evangelische Pfarrer Edzard Albers aus Biberach (Bonhoefferkirche) sieht das anders. Für ihn liegt das Problem in der Idee von Halloween. Er fordert vor allem Jugendliche auf: „Wenn ihr so ein Fest feiert, informiert euch doch, was ihr feiert.“ Halloween war ursprünglich ein keltisches Totenfest. Das Fest thematisierte unter anderem die Angst vor den Toten und vor übernatürlichen Wesen. „Halloween, wie es heute gefeiert wird, erinnert an die Angstmache, die es ursprünglich war“, kritisiert Albers. „Da wird eigentlich nur die Angst vor dem Tod geschürt.“


Genauso verhalte es sich mit dem Feiertag Allerheiligen, der namensgebend für Halloween war. Halloween kommt von „All Hallows Eve“ also der Abend vor Allerheiligen. An diesem Tag betet man für die Toten, damit diese in den Himmel kommen. „Aber das alles lässt sich durch nichts belegen und unsere Bibel macht uns sogar Mut dagegen“, sagt Albers. In Römer 8, Vers 38/39 steht beispielsweise: „Denn ich bin gewiss, dass [nichts] uns scheiden kann von der Liebe Gottes.“


In gewisser Weise sei der Reformationstag deshalb inhaltlich das Gegenteil von Halloween, meint Albers. Schließlich wollte Luther gegen Ängste und Vorurteile vorgehen, als er vor fast 500 Jahren seine 95 Thesen veröffentlichte. Dass beide Feste am selben Tag sind, spielt für Albers dabei keine Rolle. „Es würde mich genauso stören, wenn Halloween im Sommer gefeiert werden würde.“ Für ihn zähle der Inhalt. Deshalb finden heute, Mittwoch, verschiedene Jugendgottesdienste statt, in denen beispielsweise auch die Bedeutungen von Halloween und dem Reformationstag erklärt werden. Außerdem gibt es die „Church Night“. Pfarrer Heinzelmann erklärt: „Wir versuchen mit verschiedenen jugendgerechten Events die Jugendlichen an den Reformationstag zu erinnern.“

„Es macht mich traurig, dass die alten, für die evangelische Kirche wichtigen Feste vergessen werden“, sagt der evangelische Pfarrer Ulrich Heinzelmann.
Die „Church Night“ ist eine Initiative des Landesjugendwerkes Baden-Württemberg.

© Schwäbische Zeitung - 31.10.2012

SZ-Foto Kurt Zieger

Kantorei bringt Vaterunser zum Klingen

Komponisten aller Jahrhunderte deuten das zentrale Gebet der Christenheit

Von Kurt Zieger

Heiligkreuztal - Die Hoffnung von Pfarrer Heinrich-Maria Burkard, das sensibel gestaltete Konzert der evangelischen Kantorei Riedlingen im kalten Münster Heiligkreuztal habe zumindest Herz und Seele erwärmt, hat sich bei den vielen Zuhörern erfüllt. Die theologischen und musikalischen Hintergründe, mit denen er und Dorothee Berron die verschiedenen Jahrhunderte charakterisierte, verdeutlichten die sängerische Vielfalt, mit der Jürgen Berron und die Kantorei die Zuhörer von der Gregorianik bis in die Neuzeit führten.

Mit drei Choralbearbeitungen für Orgel eröffnete Jürgen Berron die geistliche Feierstunde „Das Vaterunser in Wort und Musik“. Dietrich Buxtehude verziert das besinnlich wirkende Thema mit erhellenden Momenten, während sich Bachs Version wesentlich melodienfreundlicher im Sinne barocken Musizierens darstellt. Max Reger dagegen setzt eher auf streng choraliter ausgerichteten Wechsel betonter und dezenter Abschnitte. Allen Vertonungen verlieh der Organist ihr spezifisches Profil.

„Benedicte vor dem Essen“

Auf die ökumenische Fassung nach einem gregorianischen Vaterunser folgte als Tischgebet das „Benedicte vor dem Essen“ von Heinrich Schütz „Alle Augen warten auf dich Herre“. Daran schließt sich unmittelbar ein kunstvoll verziertes Vaterunser an. Teile wie „Gib uns unser Brot heute“ stellte die Kantorei in sauber ausgearbeiteten figuralen Abschnitten vor, bis zur strahlenden Herrlichkeit vor dem Schlussakkord im Amen. Hans Leo Haßler verlieh in seiner Vertonung des Vaterunser jeder Gebetszeile eine eigene Strophe, gleichbleibend in Melodie und Chorsatz. Im Blick auf das Anliegen jeder Anrufung zeigte der Chor sein sensibles Empfinden für durchdachte Ausdrucksweise, wobei Haßlers Werk als Zeitgenosse von Heinrich Schütz einen vorwiegend liedhaften Charakter aufweist. Im Todesjahr von Haßler wird Andreas Hammerschmidt geboren. Seine Motette „O Vater aller Frommen“ mit seinen vielen bewegten Szenen gilt als musikalisches Brückenglied zwischen Judentum und Christentum. Stimmlich aufblühende Sequenzen treten in ein chorisches Wechselspiel mit kurzen prägnanten Passagen.

Etwa zeitgleich schufen im 19. Jahrhundert Christian Heinrich Rink, Charles Gounod und Joseph Rheinberger ihre Vertonungen des deutschen und lateinischen Textes des Vaterunsers. Vor dem schlichten Amen in Rinks Vertonung stehen wie bei den anderen Komponisten die sieben Vaterunser-Bitten als symbolhafte Zahl in musikalischer Ausdeutung. Gounods Version, etwas später komponiert, ist dagegen wesentlich vielgestaltiger, beruhend auf Wurzeln aus seiner Instrumentalmusik.

Die Kantorei nutzte die singfreudige Vorlage in beeindruckender Weise, um ihr chorisches Können in prägnanten Abstufungen zu zeigen. Rheinbergers Werk schließlich besticht durch klar aufsteigende Klangstrukturen als Gegensatz zu demütigen Bitten. In teilweise engen Sequenzen weist er musikalisch den Weg in die Neuzeit. Auch hier nutzte der Chor jede sich bietende Möglichkeit, durch variable Gestaltung dem an sich immer gleichbleibenden Text spezifische Nuancen abzugewinnen. Textlich moderne Übetragungen wie bei Ernst Arfken nach einem westindischen Calypso oder der bei Jugendchören beliebten Fassung „Bist zu uns wie ein Vater“ rundeten den Gang durch die Jahrhunderte.

Von Generation zu Generation wurde und wird das Vaterunser als zentrales Gebet der Christenheit weitergegeben. Erstmals vorgestellt in aramäischer Sprache sollten im Sinne einer liturgischen Handlung keine unnötigen Worte gebraucht und jegliches Sich-zur-Schau-Stellen vermieden werden. Theologische und musikalische Entschlüsselungen das Vaterunser als beeindruckendes ökumenisches Zeichen im Heiligkreuztaler Münster bildeten mit den unterschiedlichsten durch die Kantorei durchweg stimmig vorgetragenen Kompositionen den Kern einer tiefgehend bewegenden Feierstunde.

Die Evangelische Kantorei Riedlingen gestaltet im Münster Heiligkreuztal Vertonungen des Vaterunser aus verschiedenen Jahrhunderten. SZ-Foto Kurt Zieger

© Schwäbische Zeitung - 31.10.2012 l

Büchercafé öffnet

Biberach (sz) - Auch in diesem Jahr öffnet das Büchercafé im Martin-Luther-Gemeindehaus, Waldseer Straße 20, wieder seine Pforten. Geboten wird eine große Auswahl von gebrauchten Büchern sowie Kaffee und Kuchen. Termine sind am Freitag, 2. November, 13 bis 18 Uhr, und Samstag, 3. November, 9.30 bis 18 Uhr. Wer Bücher hat, die er nicht mehr braucht, kann diese gern spenden. Informationen gibt es unter Telefon 07351/159420.

Der Erlös des Büchercafés kommt in diesem Jahr der Sanierung der Heilig-Geist-Kirche zugute.

© Schwäbische Zeitung - 31.10.2012

Kantor Ralf Klotz (v. links) dirigierte, die vier Solisten Gertrud Hiemer-Haslach (Sopran), Irene Streis (Alt), Johannes Petz (Tenor) und Thomas Scharr (Bass) sangen ausdrucksstark. sz-Foto: vogel

Aus Todesahnung erwächst Tröstliches

 

Die Biberacher Evangelische Kantorei und der Basilikachor Weingarten führen in der Stadtpfarrkirche das „Requiem“ von Mozart auf


Von Günter Vogel


Biberach - Kantor Ralf Klotz hat das „Requiem“ von Mozart von Evangelischer Kantorei und Basilikachor Weingarten in der Stadtpfarrkirche dirigiert. Es sangen Gertrud Hiemer-Haslach (Sopran), Irene Streis (Alt), Johannes Petz (Tenor) und Thomas Scharr (Bass). Es spielte die „Capella Novanta“ mit Konzertmeister Günther Luderer.


Mozarts Requiem ist die am meisten aufgeführte Totenmesse, ein nicht ganz in sich geschlossenes Werk, da der Meister über dieser seiner letzten Arbeit verstarb und sein Schüler Süßmayr das Sanctus, Benedictus und Agnus Dei sowie Teile des Lacrimosa nachkomponierte. Der Wechsel ist hörbar. Die Erfindungstiefe der Musik ist flacher, Süßmayrs Teile gehen nicht unter die Haut. Ein direkter Bruch ist es aber nicht, auch dessen Musik ist von Einfühlungsvermögen und Frömmigkeit geprägt.


Im Vordergrund steht wie bei keinem anderen Werk Mozarts der vierstimmige Chorsatz. Trotz der Vorbilder Bach und Händel vervollkommnet Mozart seine Komposition in seiner eigenen Subtilität und Genialität.


Himmelwärts gerichtet


Das „Introitus“ setzt mit wuchtigen Akkorden und großem Chorsatz ein schicksalhaftes Zeichen. Dem kraftvoll aufstrebenden „Kyrie“ folgt das dramatische „Dies irae“, mit großer Innigkeit das „Recordare“. Das „Confutatis“ dann wieder hochdramatisch, majestätisch das großräumige „Lacrimosa“. Der Text von „Domine Jesu“ spricht vom „ruhmvollen König“, unterstreicht das mit sieghaftem, forschem Andante. Das „Sanctus“ ist von überzeugter Frömmigkeit erfüllt, ein wunderbares „Agnus Dei“ ist himmelwärts gerichtet, schon nicht mehr von dieser Welt.


Das abschließende „Lux aeterna“, das „ewige Licht“, führt voll Verheißung und Zuversicht zur Ewigkeit.


Bis auf kleine Sopransoli sangen die Solisten chorisch, trugen ausdrucksstark ihre Texte, sangen mit präzisem Oratorienton und ohrschmeichelndem Gesamteindruck.


Die Chorsätze wirkten wie Ausrufungszeichen der religiösen Botschaft des Werkes. Artikulation und Intonation waren makellos gestaltet. Die Interpretationen waren zupackend, ausgewogen im Klangcharakter und in der Dynamik. Letzteres mit Einschränkungen, da zwischen Frauen- und Männerchor ein quantitativ deutlicher Unterschied bestand.


Die „Capella Novanta“ bestach durch ihre starke Klangqualität und Homogenität der einzelnen Instrumentengruppen sowie die sehr sorgsam austarierten Interpretation. Ralf Klotz leitete mit vorbildlicher Schlagtechnik und eloquenter Gestensprache, unaufdringlich zurückhaltend, musikalisch mitreißend.


Das Kirchenkonzert hatten zwei weitere Werke eröffnet. Bachs letzte Arbeit, eine Orgelchoralbearbeitung, fesselte mit dem ruhigen Fluss der Melodie. Man hörte eine Fassung für zwei Posaunen und zwei Trompeten.


Als Georg V. 1936 starb, komponierte Paul Hindemith in London eine Trauermusik für Solo-Bratsche und Orchester. Die „Capella Novanta“ bereitete für ihre Solo-Bratschistin Susanne Weis ein weiches Klanggerüst, in dem diese mit einem warmen, klangreinen und cellohaften Ton dieses wunderschöne Werk interpretierte.

 

© Schwäbische Zeitung - 27.10.2012

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Ladens mit Pfarrerin Helga Steible-Elsässer (rechts) und dem Referenten Dr. Günther Banzhaf (3. von rechts). SZ-Foto: Bruno Jungwirth

Riedlinger Tafelladen hilft seit fünf Jahren

Beim Festakt gestern Abend wird Armut in einer reichen Gesellschaft angeprangert


Von Bruno Jungwirth

Riedlingen - Wer samstagmorgens an der Ziegelhüttenstraße entlangfährt, entdeckt die Traube von Menschen vor dem Tafelladen. Dort erhalten Bedürftige verbilligte Lebensmittel aus Beständen, die sonst im Müll gelandet wären. Über 200 Männer und Frauen haben in der Raumschaft einen Berechtigungsschein. Knapp 40 nutzen jeden Samstag die Möglichkeit dort einzukaufen.

Seit fünf Jahren gibt es nun den Tafelladen in Riedlingen, der vom Deutschen Roten Kreuz und der evangelischen Kirchengemeinde getragen wird. Das war gestern Abend bei einem schlichten Festakt vor rund 100 Gästen im Johannes Zwick-Haus ein Grund um „Danke zu sagen“, wie es eine der Initiatorinnen, Pfarrerin Helga Steible-Elsässer formulierte: Dank an die Märkte, die dem Tafelladen die Lebensmittel spenden, aber Dank auch an die Sponsoren und an die rund 25 Ehrenamtlichen, ohne die diese Einrichtung nicht denkbar wäre. „Ein Tafelladen ist ein Mahnmal gegen Ausgrenzung und Armut in einer reichen Gesellschaft“, hob die Pfarrerin in ihrer Begrüßung hervor. Er sei auch ein Mahnmal gegen Lebensmittelvernichtung, und ein Lernort: Ein Ort, wo Jung und Alt, Arbeitslose und Menschen in Arbeit, hier Geborene und Menschen mit Migrationshintergrund zusammenarbeiten. Tafelladen ein Ort der Integration: Konsequenterweise ist er eng mit dem Ökumenischen Kreis für Integration verknüpft.

Der Festredner, Dr. Günter Banzhaf vom Diakonischen Werk Württemberg griff die Gedanken der Pfarrer auf. „Was kommt in der Riedlinger Tafel alles in die Tüte?“, fragte er zu Beginn. Die Antwort war vielfältig: Lebensmittel, Gesundheit, Teilhabe und Hoffnung, so Banzhaf. Denn Tafelläden sind nach seiner Ansicht mehr als soziale Einrichtungen, die Lebensmittel verteilen. Das natürlich auch und zuvorderst. „Kann es sein, dass in unserer reichen Gesellschaft nicht alle wenigstens das täglich Brot kaufen können? Ja, es ist so. Die Armut in unserem Land nimmt zu“, betonte Banzhaf. Jeder zehnte Haushalt im Lande sei an oder unter der Armutsgrenze. Dass immer mehr Tafelläden, Vesperkirchen, Kleiderkammern benötigt werden sei ein „Armutszeugnis“ für die Gesellschaft, zitierte Banzhaf den evangelischen Landesbischof Frank Ottfried July.

In seiner politischen Ansprache warb der Redner um eine gerechtere Verteilung des Reichtums, für ein „umfairteilen“: Er forderte den Mindestlohn, eine höhere Besteuerung für hohe Einkommen und auch eine höhere Erbschaftssteuer.

Tafelläden tragen ihren Teil zur Gerechtigkeit bei, indem sie den Armen helfen, indem sie den Bedürftigen gesunde Lebensmittel zur Verfügung stellen. „Sie machen mit ihrem Tafelladen Armut sichtbar“, sagt er. Und die Mitarbeiter können den Bedürftigen den Rücken und damit deren Selbstwertgefühl stärken.

„Der Tafelladen ist eine wichtige Einrichtung in der Stadt. Wenn es ihn nicht gäbe, müsste man ihn schaffen“, sagte Bürgermeister Hans Petermann in seinem Grußwort. Auch er hob die Hilfe für die Bedürftigen hervor, aber auch den Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung.

Am Ende des Festakts, der musikalisch vom Duo Wolf umrahmt wurde, wurde auch noch „getafelt“: Kartoffelsuppe, die vom Ökumenischen Arbeitskreis für Integration gesponsert wurde.

Ohne sie könnte der Tafelladen nicht geführt werden: Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Ladens mit Pfarrerin Helga Steible-Elsässer (rechts) und dem Referenten Dr. Günther Banzhaf (3. von rechts). SZ-Foto: Bruno Jungwirth

„Sie machen mit ihrem Tafelladen Armut sichtbar“
Dr. Günter Banzhaf vom Diakonischen Werk Württember

© Schwäbische Zeitung - 24.10.2012

sz-Foto: Bogenrieder-Kramer

Lieder versprühen Trost und Mitgefühl

25 Jahre „füreinander – miteinander“ – Gesprächskreis pflegende Angehörige feiert Jubiläum

Von Carmen Bogenrieder-Kramer

OCHSENHAUSEN - „Heute wird unsere Tradition gebrochen. Zuerst kommt das Programm, dann der Kaffee.“ Das sagte Ursula Schulz von der Diakonie beim Treffen der pflegenden Angehörigen anlässlich der Dankesfeier zum 25-jährigen Bestehen des Ochsenhauser Gesprächskreises. Dann kündigte sie die Gruppe „Dreisam“ an. Renate Wiese, Thomas Walter und Magdalena Ruf gestalteten den Nachmittag mit künstlerischen Beiträgen, Liedern und Texten von Trauer und Trost.

Häusliche Pflege verändert den Alltag und stellt neue Anforderungen. Das hatten Karl-Heinrich Gils, Isolde Mader und Ursula Fietze schon vor 25 Jahren festgestellt, erklären sie. Sie gründeten damals den Gesprächskreis für pflegende Angehörige in Ochsenhausen, der sich jeden Monat trifft und „wie ein Magnet wirkt“. Träger sind Diakonie und Caritas in Zusammenarbeit mit der Sozialstation Rottum-Rot-Iller. Ursula Schulz ist vor Ort verantwortlich und organisiert die einzelnen Nachmittage unter dem Motto „füreinander – miteinander“. Sie kennt sich aus und benennt die Ziele des Gesprächsforums.

Erfahrungsaustausch ist wichtig

Wichtig sei etwa, dass die Betroffenen ihre eigenen Erfahrungen austauschen können, Informationen rund um die Pflege erhalten, über Perspektiven reden dürfen und auch einmal selbst Entspannung und Erholung finden. „In den vergangenen Jahren haben wir viel miteinander gelacht und geweint“, erinnert sich Ursula Schulz.

Daher sollte in der dankbaren Rückschau auch Raum sein für einen besinnlichen und Kraft gebenden Nachmittag mit der Gruppe „Dreisam“ und Magdalena Ruf, die den pflegenden Angehörigen schon lange bekannt ist, weil sie 19 Jahre lang selbst bei den Gesprächskreisen dabei war.

„Einsam, zweisam, dreisam, gemeinsam.“ Beim abschließenden Bühnenbild des Dreierteams schließt sich der Kreis. Zu dem einsam auf der Bühne stehenden Thomas Walter gesellen sich Renate Wiese und Magdalena Ruf, gerade so, wie dies auch zu Beginn des gut einstündigen Programms der Fall war. Zu dritt ist es den talentierten Künstlern gelungen, Lebensfreude in den Gemeindesaal zu zaubern, trotz der berührenden Texte und der bewegenden Lieder, die bei einigen Zuhörern Tränen übers Gesicht rollen ließen.

Renate Steur von der Hospizgruppe Ochsenhausen-Illertal fasste zusammen, was an allen Tischen zu hören war: „Das hat gut getan. Schön, dass die drei ihre Erlebnisse mit Tod und Trauer so weitergeben können.“

Renate Wiese beim „Schattenspiel“, in dem sie bei der Jubiläumsfeier des Ochsenhauser Gesprächskreises Pflegende Angehörige ihre Gedanken am Grab ihres Vaters vortrug. sz-Foto: Bogenrieder-Kramer

© Schwäbische Zeitung - 24.10.2012

Foto: privat

Das Vaterunser in Wort und Musik

Heiligkreuztal (sz) - Unter dem Thema „Das Vaterunser in Wort und Musik“ findet am Sonntag, 28. Oktober, ab 17 Uhr in der Klosterkirche St. Anna in Heiligkreuztal eine geistliche Chormusik statt. Die Evangelische Kantorei unter der Leitung von Jürgen Berron singt Vaterunser-Vertonungen aus über vier Jahrhunderten. Ergänzend lesen Dorothee Berron und Pfarrer Heinrich-Maria Burkard Texte zum Vaterunser. Das Vaterunser ist einer der wichtigsten zentralen Texte des christlichen Glaubens. Jede Zeit legt dabei ihre eigenen Auslegungen in den Text. So können die einzelnen Bitten im Laufe der Zeit zwar verschiedene Bedeutungen bekommen, sie verlieren jedoch nie den Bezug zu ihrem Biblischen Ursprung. Dies Darzustellen ist die Absicht dieses Konzertprogramms.

Der Eintritt ist frei.

Die evangelische Kantorei Riedlingen.

© Schwäbische Zeitung - 22.10.2012

Foto: Privat

Drei Generationen fahren auf Familien-Freizeit

Riedlingen (sz) - Zu den Quellen haben sich kleine und große Leute aus drei Generationen ins Feriendorf Tieringen zur Familien-Freizeit der Evangelischen Kirchengemeinde Riedlingen auf die Balinger Alb aufgemacht. Unter diesem Motto wurde ungeahnte Kreativität freigelegt, beim Natur-Parcours die Sinne geschärft, gespielt, gesungen und bis in die tiefe Nacht am Lagerfeuer gelacht. Der Stationen-Gottesdienst zum Abschluss führte dann über Berg und tiefes Tal zur Schlichenquelle.

© Schwäbische Zeitung - 16.10.2012

Bei den Kinderbibeltagen wurde die spannende Geschichte der Ester auch als Theaterstück gespielt. SZ-Foto: Thomas Warnack

Ester-Geschichte zieht Kinder in Bann

Über 80 Jungs und Mädchen nehmen an den ökumenischen Kinderbibeltagen teil

Von Bruno Jungwirth

Riedlingen - Mit einem gemeinsamen Gottesdienst sind am Sonntag die Kinderbibeltage (Kibita) zu Ende gegangen. Über 80 Kinder haben sich dieses Jahr der spannenden Geschichte von Königin Ester beschäftigt, die ihr jüdisches Volk vor einem Massaker bewahrte.

Die Geschichte wurde den Kindern in drei Teilen von Freitag bis Sonntag in einem Theaterstück vorgespielt, ehe in der Gruppenarbeit die Themen aufgegriffen und weitergesponnen wurden. Altersgemäß. Denn bei den Kinderbibeltagen reichte die Altersspanne von Erstklässlern bis zu Sechstklässlern. In fünf Gruppen, auch geschlechtsspezifisch getrennt, wurde gearbeitet. Aber nicht nur. In den Gruppen wurde auch gesungen und gebastelt. Mobilés aus Spiegeln wurden erstellt, Cremes und Duftöl gemischt oder von den größeren Jungs ein Geschicklichkeitsspiel gebaut. Freitag- und Samstagnachmittag wurde nach dem gemeinsamen Einstieg in den Gruppen gearbeitet, ehe am Sonntag in der Kirche der gemeinsame Abschluss stattfand.

Pfarrer Dr. Hans-Martin Rieger aus Ertingen, bei dem die Fäden für die Kibita zusammenliefen, war hernach sehr angetan. „Danke Kinder, ihr wart super“, sagte er zum Abschluss des Gottesdiensts und ergänzte zusätzlich „Die Gruppe ist mit der Geschichte sehr gut mitgegangen.“

Doch die Geschichte und die Art der Aufbereitung hatte es auch in sich: Das Theater machte die Geschichte plastisch. Sehr eindrücklich wurde dargestellt, wie der Bösewicht Haman am Hof intrigiert und sich gegen das jüdische Volk wendet. Erst durch Esters Intervention bei ihrem Mann dem König, gehen dem die Augen auf und Hamann kommt in den Kerker.

Diese Geschichte ist eingebettet in eine Rahmenhandlung, in der Fridolin und die Journalistin Wilma Wichtig die Geschichte nochmals kindgerecht erzählen, erläutern und den Kindern damit weitere Hilfen geben. Und durch verständliche Inhalte werden den Kindern Glaubensbotschaften ins Herz gelegt.

Rund ein halbes Jahr vor den Kibita beginnen bereits die Vorbereitungen. Ein Team von 20 Helfern ist letztlich dabei, dieses Wochenende zu stemmen. „Es gibt einen Stamm an Mitarbeitern“, sagt Rieger, die jährlich dabei sind. Es sind Helfer über Konfessionsgrenzen hinweg: Von der evangelischen Kirche, der katholischen und der Freikirche. Auch das macht diese Bibeltage aus.

Kibita-Rakete zum Schluss

Es wurde auch viel gesungen mit den Kindern. Im Gottesdienst zeigten die Kinder, was sie gelernt hatten. Aber auch die Erwachsenen konnten dank der Texte, die an die Wand projeziert wurden, schnell mitsingen.

Der offizielle Abschluss fand – fast schon traditionell – vor der Kirche statt. In einem großen Kreis wurde nochmals eine „Kibita“-Rakete steigen lassen – mit Stampfen, Klatschen und Schreien. Und dann waren sie offiziell beendet: die Kinderbibeltage 2012.

Bei den Kinderbibeltagen wurde die spannende Geschichte der Ester auch als Theaterstück gespielt. SZ-Foto: Thomas Warnack

© Schwäbische Zeitung - 16.10.2012

Von links: Bürgermeister Achim Deinet, Ulrich Nestele, Karl Ulrich Zepf, Rektor Albrecht Binder, Dr. Sabine Schlegel, Pfarrer Georg Alexander Maile, Peter Kiess, Beate Luthmann und Dekan Hellger Koepff.Foto: jacob

Trommeln und Posaunen empfangen den neuen Pfarrer

Georg Maile wird feierlich als Pfarrer der evangelischen Christuskirchengemeinde Bad Schussenried eingesetzt

Bad Schussenried (sz) - Beinahe gefüllt wie an Weihnachten ist die evangelische Christuskirche am Sonntag gewesen: Georg Maile wurde feierlich in sein Amt als neuer Gemeindepfarrer in Bad Schussenried eingesetzt.

Dekan Hellger Koepff aus Biberach nahm in seinen Begrüßungsworten den Wochenspruch aus Jeremia 17,14 auf, um die Gemeinde und den neu gewählten Pfarrer in ihrem gemeinsamen Auftrag zu bestärken: „Heile du mich Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen.“ Ehe der Dekan dem neuen Seelsorger der evangelischen Gemeinde in Bad Schussenried die Ernennungsurkunde der Landeskirche überreichte, feierte eine große Gemeinde einen von Kirchenchor und Posaunenchor musikalisch umrahmten Gottesdienst im wunderschön geschmückten Kirchenraum.

Als Zeugen der Amtseinsetzung fungierten Gottfried Baumann, Mailes ehemaliger Ausbildungspfarrer in Bitz, und die Bad Schussenrieder Kirchengemeinderätin Dr. Sabine Schlegel. Nachdem Pfarrer Maile seine erste Predigt als neu ernannter Pfarrer gehalten hatte, trommelte Reverend Martin Ngnoumbamdjum als Freund der Familie die stattliche Reihe der Grußworte ein.

Für den Kirchengemeinderat sprach Karl Ulrich Zepf, der die vielfältigen Aufgaben in der hiesigen Gemeinde unterstrich. Pfarrer Dr. Ulrich Mack fügte als Kollege und Klinikseelsorger seine eigenen Erfahrungen von vielen Neuanfängen an verschiedenen Orten hinzu. Rektor Albrecht Binder von der Jakob-Emele-Realschule brachte die Verbundenheit der örtlichen Schulen zur Christuskirche zum Ausdruck. Bürgermeister Achim Deinet begrüßte Pfarrer Maile im Namen der politischen Gemeinde, während Dr. Rudolf Metzger die besonderen Verbindungen des ZfP zur Kirchengemeinde hervorhob. Für die katholische Kirchengemeinde sprach Pfarrer Joachim Meckler, der hofft, in nächster Zeit nun nicht mehr so schnell Abschiede besuchen zu müssen. Grüße aus dem Distrikt überbrachte Pfarrerkollege Bruno Schneckenburger aus Altshausen. Einen besonderen Dank von Seiten des Dekans und der Gemeinde erhielten Frau Beate Walaschek-Leube als zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats für ihren unermüdlichen Einsatz während der Vakatur und Kirchengemeinderat Peter Kiess, der sein Fachwissen als Architekt in vielen ehrenamtlichen Stunden in die Renovierung des Pfarrhauses einbrachte.

Mit einem Festgottesdienst wurde Pfarrer Georg Maile in sein Amt eingesetzt. Von links: Bürgermeister Achim Deinet, Ulrich Nestele, Karl Ulrich Zepf, Rektor Albrecht Binder, Dr. Sabine Schlegel, Pfarrer Georg Alexander Maile, Peter Kiess, Beate Luthmann und Dekan Hellger Koepff.Foto: jacob

© Schwäbische Zeitung - 16.10.2012

Über Spiritualität und Gesundheit

Bad Schussenried (sz) - Mit „Spiritualität und Gesundheit“ befasst sich Pfarrer Dr. Ulrich Mack in seinem Vortrag morgen, Mittwoch, ab 20 Uhr im Gemeindezentrum Christuskirche in Bad Schussenried. Die Veranstaltung der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Schussenried ist Teil der Vortragsreihe „Das Leben im Griff haben“. Ein spiritueller Mensch gilt als gelassener, ausgeglichener Mensch, dem es möglich ist, einen entspannten, gesunden Lebensstil zu pflegen. Tatsächlich hätten sich diese Annahmen in wissenschaftlichen Untersuchungen als Wirkungsmöglichkeiten von Spiritualität bestätigt, so der Referent. Spiritualität leiste einen wichtigen Beitrag für einen verantwortungsvollen Lebensstil und unterstütze den Heilungsverlauf bei körperlichen Erkrankungen durch die stabilisierende Wirkung auf die Seele. Auch zur seelischen Gesundheit trage Spiritualität bei. Der Vortrag klärt zunächst den Begriff der Spiritualität und seine Beziehung zum Glauben und möchte aufzeigen, was Spiritualität zu leisten vermag – und wo die Grenzen der Erwartungen liegen. Zum Schluss wird auf mögliche spirituelle Übungen hingewiesen, die jeder für sich erlernen kann.

© Schwäbische Zeitung - 13.10.2012

Christliche und muslimische Frauen in Brüssel

 

Jubiläumsfahrt des Frauentreffs führt ins Europaparlament, nach Gent und Brügge

Biberach/Brüssel (sz) - Auf Einladung der Europa-Abgeordneten Elisabeth Jeggle sind 34 Frauen des christlich-muslimischen Frauentreffs Biberach nach Brüssel gereist. Der Frauentreff existiert seit zehn Jahren und wird von Pfarrerin Birgit Schmogro sowie jeweils einer Vertreterin der türkischen Frauen betreut. Die diesjährige Reisegruppe bestand etwa zur Hälfte aus einheimischen Biberacherinnen und türkisch-stämmigen Muslima. Auf dem Programm standen Besichtigungen der traditionsreichen Städte Brüssel, Gent und Brügge sowie Besuche im Europaparlament, in der Landesvertretung von Baden-Württemberg in Brüssel und in der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Besonders aufschlussreich seien die Gespräche mit Jeggle und ihren Mitarbeitern gewesen, die die Aufgaben der europäischen Gremien, das Gesetzgebungsverfahren sowie die weltweiten Verflechtungen transparent machten. Diskutiert wurden auch aktuelle Themen wie die Eurokrise, der Beitritt der Türkei zur EU oder die gegenwärtigen Probleme der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ägypten. Neu war den Teilnehmerinnen, dass die EU-Abgeordneten jeweils drei Wochen in Brüssel und eine Woche in Straßburg arbeiten und daneben ihren Wahlkreis, der immer mehrere Landkreise umfasst, betreuen müssen.

Die christlichen und muslimischen Frauen treffen sich in der Regel einmal im Monat, abwechselnd in den Räumen der Friedenskirche und des Ditib, Zeppelinring 45. Flyer mit dem aktuellen Programm liegen in der Friedenskirche aus. Interessierte Frauen sind jederzeit willkommen.

Das nächste Treffen findet am Montag, 22. Oktober, ab 20 Uhr im Ditib statt. Dann werden Bilder von der Reise gezeigt.

© von der Friedenskirche, Pfarrerin Schmogro

Text / Foto von privat

Jubiläumsfahrt des christlich-muslimischen Frauentreffs


Frauen besuchen europäischen Einrichtungen
Auf Einladung der Europa-Abgeordneten Elisabeth Jeggle (Bildmitte) reisten 34 Frauen des christlich-muslimischen Frauentreffs Biberach nach Brüssel. Der Frauentreff existiert seit 10 Jahren und wird von Pfarrerin Birgit Schmogro sowie jeweils einer Vertreterin der türkischen Frauen betreut. Die diesjährige Reisegruppe bestand etwa zur Hälfte aus einheimischen Biberacherinnen und türkisch-stämmigen Muslima.

© Schwäbische Zeitung - 12.10.2012

In Bad Schussenried und in der evangelischen Gemeinde fühlt sich Georg Alexander Maile schon ganz heimisch. Am Sonntag wird der neue Pfarrer in der Christuskirche in sein Amt eingesetzt.sz-Foto: Grüninger

Pfarrer Maile ist angekommen

Georg Alexander Maile betreut die evangelische Christuskirchengemeinde in Schussenried

Von Annette Grüninger

Bad Schussenried - Die Fassade des Pfarrhauses ist noch eingerüstet, die Renovierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen und im Pfarrbüro stapeln sich die Umzugskisten. Georg Alexander Maile wirkt dennoch wie jemand, der schon angekommen ist. Der neue evangelische Pfarrer sitzt in der Sakristei der Christuskirche und schildert gelassen und mit ruhiger Stimme seine ersten Eindrücken von Bad Schussenried. Das erste Taufgespräch habe er bereits geführt, schon den einen oder anderen der zahlreichen Teilorte kennengelernt und Schussenrieds Traditionsfest, das hat Maile ebenfalls hautnah miterlebt: „Ich war beim Mangenfest sofort mittendrin – das war wunderschön.“

Diesen Sonntag steht dann die nächste Premiere an: Da wird der 55-Jährige seinen ersten Gottesdienst in der Christuskirche halten – und zugleich als Nachfolgerin Dorothee Mosers in sein Amt eingesetzt. Wenige Wochen zuvor ist Maile zusammen mit seiner Frau und den drei Kindern im Alter von elf, 15 und 17 Jahren nach Bad Schussenried gezogen. Davor hat die Familie fast 20 Jahre lang in Ottenhausen gelebt, einem Ortsteil von Straubenhardt, im nördlichen Schwarzwald zwischen Pforzheim und Karlsruhe.

Die Unterschiede zu Mailes neuer Wirkungsstätte fallen deutlich ins Auge: Mit 1400 Gemeindemitgliedern und 18 Teilorten ist die Schussenrieder Kirchengemeinde fast ein Drittel größer und stärker zergliedert. Und die Ottenhauser Kirche, in der Maile zuletzt predigte, stamme aus dem Jahre 1790: „Aber ein neues Gebäude wie hier bietet natürlich auch tolle Möglichkeiten, neue Gottesdienstformen etwa“, zieht der Pfarrer einen versöhnlichen Vergleich. Denn auch inhaltlich fühle er sich in Bad Schussenried gut aufgehoben. Angebote wie das Friedensgebet oder das ökumenische Miteinander haben ihn gleich für die neue Gemeinde eingenommen, sagt der gebürtige Hohenloher: „Das, was ich bisher gemacht habe – etwa die Friedensarbeit –, finde ich hier auch.“ Und bei der Kinderwoche mit dabei zu sein, das sei für ihn als ausgebildeter Erzieher selbstverständlich.

Den Zweitberuf verdankt Maile seinem Zivildienst im Albert-Schweitzer-Kinderdorf. Sozialpädagoge, Arzt oder Pfarrer – das seien schon früh seine Traumberufe gewesen: „Ich wollte immer etwas mit Menschen machen.“ Dass es dann doch die Theologie wurde – studiert hat Maile in Tübingen, Münster und Basel – liegt wohl auch an der Prägung durch das christliche Elternhaus. Ob Jungschar oder Kinderturnen – „ich habe mich immer christlich-sozial engagiert“.

Auch sein Amt als Pfarrer versteht Maile, dessen Berufsweg auch über die Stationen Bitz, Birkenfeld und Laupheim führte, vor allem als „solide Gemeindearbeit“: „Ich möchte die Menschen in allen Lebenssituationen begleiten, auch in schwierigen Zeiten.“

Ein Festgottesdienst zur Investitur von Pfarrer Georg Maile mit Dekan Hellger Koepff wird am Sonntag, 14. Oktober, ab 9.30 Uhr in der evangelischen Christuskirche Bad Schussenried gefeiert. Posaunen- und Kirchenchor sowie Peter Doubeck an der Orgel werden den Gottesdienst musikalisch begleiten. Anschließend findet ein kleiner Festakt statt.

© Schwäbische Zeitung - 10.10.2012

Tag des Dankes für einen guten Ernteertrag: Fleißige Helfer sorgten für ein erfolgreiches Gemeindefest in Ochsenhausen. Foto: privat

Kirchengemeinde feiert Erntedank mit vielen Gaben

 

Fest im seit 40 Jahren in Ochsenhausen bestehenden evangelischen Gemeindezentrum vereinigt Generationen


OCHSENHAUSEN (sz) - „Aller Augen warten auf dich und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit“ – unter dieses Zitat aus Psalm 145 hat Pfarrer Jörg Schwarz von der evangelischen Kirchengemeinde den Festgottesdienst zum Gemeindefest am Erntedanksonntag gestellt. Vor 160 Jahren kam ein Vikar monatlich aus Biberach zum Gottesdienst nach Ochsenhausen. Vergleichbar sei das mit dem Beginn der Saat. Aber ohne Gottes Wollen und Segen wäre das menschliche Arbeiten vergebens, meinte Pfarrer Schwarz.


Zu danken sei in diesem Zusammenhang auch für das Entstehen und Werden des evangelischen Gemeindezentrums, dessen Grundstein vor 40 Jahren gelegt worden sei, damals unter dem Vorsitz im Kirchengemeinderat von Forstdirektor a. D. Karl-Heinz Pfeilsticker.


Dankbar sei die Gemeinde auch für die gute ökumenische Zusammenarbeit in Ochsenhausen, die sich gerade im Zusammenspiel vom katholischen Dekan und evangelischen Stadtpfarrer zeige. So hielt die Festpredigt Dekan Sigmund Schänzle über Leben – Lieben – Loben. Gesanglich begleitet und untermalt wurde der Gottesdienst am Gemeindefesttag durch die Reinstetter Gruppe „Tonspuren“ unter Leitung von Christoph Keuchel.


Ein frohes und buntes Gemeindefest für alle Generationen schloss sich an, in dessen Verlauf Pfarrer Schwarz allen Spendern für viele leckere Kuchen sowie das bunte Salatbuffet dankte, ebenso wie dem Küchenteam und dem Kirchengemeinderat, die das Fest miteinander vorbereitet habe. Michaela Deiss, die sonst die Gottesdienste an der Orgel begleitet, erfreute die Gäste am Nachmittag mit geistlichen und modernen Liedern.


Konfirmanden bedienen

 

Das Kinderkirchteam machte sich auf die Spuren der Erntedankgaben und schloss dabei interaktiv die Gemeinde ein. Besonders gut brachten sich die neuen Konfirmanden aus Mittelbuch, Ringschnait, Erlenmoos, Reinstetten, Winterreute und Ochsenhausen ein, die emsig ihren Dienst an den Tischen versahen. Hiermit, so der evangelische Pfarrer Jörg Schwarz, werde deutlich, wie mit vielerlei fleißigen Händen, auch verstärkt mit ehemaligen Konfirmanden und deren Eltern, die Gemeinde ihre Verbundenheit über die Gemeindeteile hinweg pflege und zuversichtlich in die Zukunft gehe.



 

© Schwäbische Zeitung - 10.10.2012

Foto: Barbara Waldvogel

Forum befasst sich mit Bildung von Jungen

Biberach (bawa) - Das 1. Bildungsforum in Oberschwaben am Dienstag in der Biberacher Stadthalle hatte das Thema „Bildungserfolg für Jungen“. Die Nachfolgeveranstaltung des Aulendorfer Erziehertages der Evangelischen Kirche in Württemberg, organisiert von den Schuldekanen der Kirchenbezirke Ravensburg, Biberach und Ulm/Blaubeuren, besuchten rund 100 Lehrkräfte.

Bevor es ernst wurde, sorgten die Schüler der Braith-Grundschule unter der Leitung ihres Musiklehrers Felix Heiermeier für flotte Stimmung. Im Mittelpunkt der Fortbildung stand das Referat von Dr. Michael Matzner aus Heidelberg, der sich seit Jahrzehnten mit der Bildung von Jungen und jungen Männern befasst. Er spürte den Fragen nach, warum Jungen häufiger als Mädchen eine Klasse wiederholen müssen, öfter ohne Schulabschluss abgehen und in der Förderschule überproportional vertreten sind. Beim Podiumsgespräch diskutierten Dr. Tobias Mehlich (v. links), Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, Dr. Susanne Pacher vom Regierungspräsidium Tübingen, Schuldekan Michael Pfeiffer, die Ulmer Prälatin Gabriele Wulz und Referent Dr. Michael Matzner. Weiterer Bericht folgt Foto: Barbara Waldvogel

© Schwäbische Zeitung - 10.10.2012

Bereiten seit Monaten vor: Das Team der Ökumenischen Kinderbibeltage, die am Wochenende stattfinden. Foto: privat

Kinder erfahren die spannende Geschichte von Ester

Am Freitag beginnen die Ökumenischen Kinderbibeltage – Anmeldungen sind noch möglich

Riedlingen (sz) - Die Ökumenischen Kinderbibeltage sind jedes Jahr ein Ereignis für viele Kinder aus der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde. Seit Monaten bereitet ein Team von mehr als 20 Mitarbeitern um Pfarrer Dr. Martin Rieger ein neues Thema vor.

Sie sind im Theaterteam, im Musikteam, bei den Kleingruppen, beim Kulissenbauen und beim Basteln engagiert. Das fängt schon damit an, dass jedes Kind ein spezielles Namensschild und einen Pass für die Kinderbibeltage bekommt. Man spürt es den Mitarbeitern, die zum Teil schon über Jahre dabei sind, ab: Ihr Ziel ist es, den Kindern eindrückliche Kinderbibeltage zu bieten.

Das diesjährige Thema entstammt dem biblischen Buch Ester, das sich selbst wie ein Kriminalroman liest: Am Hof der persischen König wird die Königin verstoßen. Der König sucht eine neue schöne Königin. Ester, eine Jüdin, gewinnt die Auswahl. Ihr Gegenspieler ist Haman, ein Fürst am Hof, der sich selbst göttlich verehren lässt. Doch es gibt Juden, die diese göttliche Verehrung verweigern. Hamann gelingt es, eine Judenverfolgung anzuordnen. Die junge Königin Ester setzt nun ihr Leben aufs Spiel, um ihr Volk zu retten.

Die Kinderbibeltage sind offen für alle Kinder, die sich im Altersbereich der Schulkasseneins bis sechs befinden. Start ist am kommenden Freitag, 14 bis 18 Uhr im evangelischen Johannes-Zwick-Haus in der Goldbronnenstraße 1. Die Fortsetzung findet am Samstagnachmittag, ebenfalls ab 14 Uhr statt.

An beiden Nachmittagen stehen das Singen, die Geschichte von Ester sowie Basteln und andere Aktionen in nach Klassen geordneten Kleingruppen im Mittelpunkt. Den Abschluss bildet am Sonntag um 10 Uhr ein großer Familiengottesdienst in der Christuskirche. Hier findet dann auch die spannende Geschichte ihre Auflösung.


Anmeldungen werden noch entgegengenommen. In vielen Schulen wurde dazu Handzettel verteilt. Eine letzte Möglichkeit bietet eine telefonische Anmeldung über das Pfarramt Riedlingen (Telefon 2567) am kommenden Donnerstag, 8 bis 10 Uhr und 14 bis 17 Uhr und am Freitag von 8 bis 11 Uhr. Der Unkostenbeitrag: 2,50 Euro.

© Schwäbische Zeitung - 09.10.2012

Rechtzeitig überlegen, was im Pflegefall eines Angehörigen zu tun ist: Darüber informieren am kommenden Freitag in der Ochsenhauser Sozialstation (in der ehemaligen Kreisklinik) und eine Woche später im Altenzentrum Goldbach Heidrun Güttler (Zweite von links), Karl-Heinrich Gils, Monika Wespel und Michaela Höfer. Veranstalter sind das Bildungswerk Ochsenhausen gemeinsam mit der evangelischen Erwachsenenbildung. Links die Bildungswerk-Geschäftsführerin Christina Mayer. SZ-Foto: Hänssle

Pflege benötigt einen Hilfsmix

Fachkräfte bieten Informationen um die Betreuung daheim oder im Heim


Von Michael Hänssle

OCHSENHAUSEN - Wie geht es weiter, wenn betagte Eltern oder ein Partner regelmäßig Pflegehilfe benötigen? Kann die Betreuung daheim gelingen oder ist der Betroffene im Heim besser aufgehoben? Darüber informieren Fachkräfte an zwei Abenden, einmal am kommenden Freitag in der Ochsenhauser Sozialstation sowie eine Woche später, am 19. Oktober, im Altenzentrum Goldbach, die Veranstaltungen können auch einzeln gebucht werden.

„Auch wenn das Thema vielfach verdrängt wird, man sollte rechtzeitig überlegen, was zu tun ist im Fall des Falles, der rascher als gedacht akut werden kann“, betonte Karl-Heinrich Gils im Pressegespräch im Ochsenhauser Altenzentrum. Er fügte im Beisein der Pflegedienstleiterinnen Heidrun Güttler (Altenzentrum) und Monika Wespel (ökumenische Sozialstation) hinzu, dass es für Angehörige nur von Vorteil sei, sich frühzeitig zu informieren, um sich wohlüberlegt entscheiden zu können, da dies ansonsten oft nach überraschendem Krankheitseinbruch unter Zeitdruck erfolgen muss.

Passende Antworten suchen

Wichtig sei es, so betonen alle Teilnehmer des Vorabgesprächs in Ochsenhausen, dass sich die Betroffenen rechtzeitig besprechen, wohl wissend, dass sich oftmals die Beziehung ändert, wenn Vater, Mutter oder Partner Hilfe benötigen. Auf jeden Fall komme es darauf an, für jede Familie die passende Antwort zu finden. Denn die Entscheidung hänge von mehreren Faktoren ab: Wohnsituation, Erkrankung des Betroffenen, die Beziehung zu ihm, die gesundheitliche und berufliche Situation der pflegenden Angehörigen, ihre pflegerischen Kenntnisse und die Finanzlage. Auf all diese Aspekte möchte Karl-Heinz Gils namens der Diakonie und Caritas der „Hilfen im Alter“ eingehen.

Da mehr als die Hälfte der Betroffenen selbst als Schwerstpflegebedürftige daheim von Angehörigen versorgt wird, informieren am Freitagabend in der Sozialstation Rottum-Rot-Iller in der einstigen Ochsenhauser Kreisklinik die Pflegedienstleiterin Monika Wespel und die Demenzbeauftragte Michaela Höfer über die Arbeit des Pflegedienstes, die anderen Betreuungsdienste sowie der Nachbarschaftshilfe. Die pflegerischen Handgriffe können Interessenten bei einem Pflegekurs üben. Doch ebenso wichtig sei es, so fügt Monika Wespel noch an, gegen die Vereinsamung den Betroffenen auf Kontaktmöglichkeiten hinzuweisen und die Pflegenden auf Luftholen anzusprechen mittels des Angebots Kurzzeitpflege.

Da die Lebenserwartung bei Pflegebedürftigkeit im Schnitt bei zehn und mehr Jahren liegt, gibt es jedoch Situationen, in denen die Betreuung daheim nicht mehr adäquat möglich ist. Dann biete eine Pflegeheim eine Alternative. Heidrun Güttler, Pflegedienstleiterin im Altenzentrum Goldbach stellt ihre Einrichtung vor und erläutert offene Fragen zu Heimkosten, Pflegeversicherung, Sozialhilfe, Unterhalt für den Partner oder erwachsene Kinder. Sie spricht über Betreuungsmöglichkeiten und stellt auch die sogenannte Vorsorgemappe vor für den Fall, dass der Betroffene nicht mehr selbst entscheiden kann. Sie will auch auf das Thema Haushaltshilfen aus Osteuropa eingehen sowie die Betreuungs- und Gruppenangebote in den Altenzentren der Region.

Anmelden kann man sich für diese Kooperationsveranstaltung des Bildungswerks zur Pflege mit der evangelischen Erwachsenenbildung, der ökumenischen Sozialstation Rottum-Rot-Iller, dem Altenzentrum Goldbach sowie der Diakonie und Caritas umgehend beim Bildungswerk Ochsenhausen, Telefon 07352/202893. Die Gebühr beträgt vier Euro je Abend. www.bildungswerk-ochsenhausen.de

© Schwäbische Zeitung - 07.10.2012

„Es ist keine Bedrohung, dass die Bevölkerung immer älter ist“, stellte Pfarrer Steven Häusinger in seinem Vortrag klar. Foto: Patricia Geiger

In jedem Alter bieten sich Perspektiven

 

„Dialog der Generationen“ hat sich den Umgang mit dem Alter zum Thema gemacht

Von Patricia Geiger

 

Wain - „Es wird nicht nur ein Dialog über die Generationen, sondern ein Dialog mit den Generationen“, sagte der Oberholzheimer Vikar Matthias Marschall, als er das Publikum zu Vortrag und Podiumsdiskussion im Wainer Gemeindehaus begrüßt hat. Er hat den Dialog der Generationen gemeinsam mit der Wainer Vikarin Rahel Kiessecker und der Laupheimer Vikarin Christine Marschall organisiert. Sehr zur Freude der Veranstalter setzten sich die Besucher aus allen Altersschichten zusammen.

Pfarrer Steven Häusinger stieg mit seinem Vortrag „Lust aufs Leben – Altersbilder: Chance für einen Dialog der Generationen“ direkt in die Thematik des Abends ein. Er sprach über die Bildungsbereiche Institution und Beruf, die das Erlernen sozialer Kompetenzen in der Familie nicht ersetzen können. „Menschsein heißt ein Leben lang lernen“, sagte Häusinger. Außerdem treibe die Neugierde den Menschen in jedem Alter an, sich neue Lebensbereiche zu erschließen.

Starre Bilder bremsen Entfaltung


Häusinger referierte über Altersbilder und stellte im Zusammenhang damit die Theorie einer Kultur des Alterns auf: „Jedes Alter hat Potenziale. Es ist keine Bedrohung, dass die Bevölkerung immer älter wird.“ Zudem habe sich das Altersbild verändert: Ältere Menschen seien heute attraktiver, was sich beispielsweise die Werbeindustrie zunutze macht. Starre Alters- und Jugendbilder ließen mögliche Entfaltungen nicht zu und dadurch Potenziale verkümmern.

Häusinger warf die Frage auf: „Diskriminieren wir uns am Ende gegenseitig?“ und beantwortete sie innerhalb des Vortrags damit, dass stattdessen die Chance ergriffen werden sollte, voneinander zu lernen. „Junge Menschen können auch weise sein“, sagte er. Es müsse nur ein Weg gefunden werden, das Erfahrungswissen der älteren Generation mit dem neuen Wissen der jüngeren zu verbinden.

An den Vortrag von Häusinger schloss sich eine rund halbstündige Podiumsdiskussion an, die von Vikarin Christine Marschall moderiert wurde. Zu Wort kamen dabei Pfarrer Steven Häusinger, der Burgrieder Bürgermeister Josef Pfaff, Robert Eß aus Laupheim, der sich jahrelang in der Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinde engagiert hat, Helga Sondhauß aus Altheim, Mitglied des Kirchengemeinderats, sowie Christina Scheck aus Oberholzheim, die sich unter anderem bei der Organisation der Jugendgottesdienste einbringt.

Müssen miteinander planen

Bei den Diskussionsteilnehmern herrschte Einigkeit darüber, dass es eine Herausforderung sei, die Interessen aller Altersgruppen gleichzeitig anzusprechen. „Wir brauchen Projekte, an denen beiden Gruppen interessiert sind. Dazu müssen wir miteinander planen“, sagte Helga Sondhauß. Josef Pfaff berichtete über das Projekt des Allengerechten Wohnens in Burgrieden: „Wir wollen nicht nur ein Haus hinstellen und es damit gut sein lassen. Wir machen uns Gedanken darüber, wie das Zusammenleben in dem Haus aussehen soll.“ Robert Eß, der selbst früher in einem Mehrgenerationenhaus gewohnt hat und auch durch die Jugendarbeit viel mit dem intergenerationellen Thema konfrontiert war, vertrat die Ansicht, dass ein langfristiges Gelingen von solchen Projekten, aber auch von Arbeitsgruppen davon abhinge, ob eine treibende Kraft dahinter stünde. „Es funktioniert nur so lange richtig, wie jemand das Programm macht.“

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion hatte das Publikum die Möglichkeit, die aufgeworfenen Thesen im gemeinsamen Gespräch weiter zu erörtern.


© Schwäbische Zeitung - 04.10.2012

Inklusionsprojekt im Bonhoeffer-Haus ist gescheitert

 

Die Zieglerschen steigen aus finanziellen Gründen aus – Dekan Koepff: „Sind wie vor den Kopf gestoßen“

 

Biberach (sz/gem) - Das diakonische Unternehmen „Die Zieglerschen“ übernimmt das evangelische Gemeindezentrum Bonhoeffer-Haus im Biberacher Stadtteil Mittelberg nun doch nicht. In einer gemeinsamen Presseinformation erklärten die Zieglerschen und die evangelische Gesamtkirchengemeinde Biberach das Projekt „Miteinander im Bonhoeffer-Haus“ am Dienstag für gescheitert. Um die geplanten Ziele umzusetzen, fehle es am Geld.

 

Seit 2009 bemüht sich die evangelische Kirche in der Stadt, die Zahl ihrer Immobilien zu verkleinern. Grund dafür sind die teuren Unterhaltungskosten bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen aus der Kirchensteuer. Für das Bonhoeffer-Haus schien durch das Engagement der Zieglerschen eine Lösung gefunden. Das Unternehmen wollte dort durch einen Umbau 25 Menschen mit Behinderung eine Wohn- und Arbeitsstätte bieten. Gleichzeitig hätte die Diakonie-Sozialstation, ein ambulanter Pflegedienst in Trägerschaft der Zieglerschen, seine Räume dort bekommen sollen. Außerdem sollte auch das Pfarramt die Räume für Gottesdienste und Gemeindearbeit mit benutzen können.

 

Das zeitgemäße Projekt im Sinne der Inklusion wie es politisch gewollt sei, scheitere nun am Geld, erklären beide Seiten. Denn die Refinanzierung des Projekts entwickle sich nicht so wie von den Zieglerschen erhofft. Auch Inklusion koste Geld. Die Landespolitik habe dafür zwar parteiübergreifend Verständnis signalisiert, heißt es in der Presseinformation. Weil aber nicht absehbar sei, wann die entsprechenden Förderrichtlinien geändert würden, seien die Zieglerschen außer Stande, diese finanzielle Durststrecke auf unbestimmte Zeit durchzuhalten. 

 

Für Biberach bedeutet das aus Sicht der Zieglerschen: „Der Betreiber bleibt auf den Erwerbskosten des Grundstücks und einem Teil der Baukosten sitzen, weil marktübliche Baukosten noch nicht refinanziert werden. Auch die Wohngeldmietsätze sind noch so niedrig, dass sich hieraus die Wohnungen für das ambulant betreute Wohnen für Menschen mit schweren und komplexen Behinderungen nicht kostendeckend betreiben lässt. Jährlich wäre deshalb beim Betrieb der Einrichtung in Biberach ein Defizit von rund 140000 Euro entstanden. Bei den Zieglerschen bedaure man das Ende des Projekts, von dessen Idee man nach wie vor überzeugt sei, außerordentlich, so der Vorstandsvorsitzende Professor Harald Rau. Die Zusammenarbeit mit Kirche, Stadt und Landkreis sei gut gewesen. „Uns tut das fürchterlich leid“, sagt Rau der SZ.


Rau: Kosten sind gestiegen 

 

Zwar seien einige finanzielle Dinge im Vorfeld abzusehen gewesen, „aber inzwischen hat sich herausgestellt, dass wir für Anbauten wegen des schwierigen Untergrunds eine Pfahlgründung machen müssen, außerdem sind die Baupreise kontinuierlich gestiegen“, so Rau. Kosten, die die Zieglerschen selbst tragen müssten. Eine neue Investitions-Förderrichtlinie des Landes, die das Thema Inklusion berücksichtige, gebe es bisher nicht, obwohl man bei den Zieglerschen auch darauf gesetzt habe. 

 

Bei der evangelischen Gesamtkirchengemeinde sitzen Entsetzen und Enttäuschung über diese Nachricht immer noch tief. „Wir sind wie vor den Kopf gestoßen“, sagt Dekan Hellger Koepff. Aus seiner Sicht wäre das Projekt eine echte Zukunftsperspektive gewesen. Auch für die Kirche, die sich in ihrem Bemühen um eine neue Nutzung des Bonhoeffer-Hauses um mehr als zwei Jahre zurückgeworfen sieht. Anfang 2015 hätte das Projekt starten sollen.

 

Welche Pläne man nun mit dem Bonhoeffer-Haus verfolge, sei derzeit nicht klar. „Wir müssen uns im Gesamtkirchengemeinderat neu sortieren“, sagt Koepff. Noch im Frühjahr hatte der Biberacher Gemeinderat aus planerischer Sicht den Weg für das Projekt frei gemacht.

© Schwäbische Zeitung - 04.10.2012

Kommentar von Chefredakteur Gerd Mägerle

 

Doppelt bitter

 

Das Scheitern des Projekts „Miteinander im Bonhoeffer-Haus“ ist ein Genickschlag im doppelten Sinne. Es bestätigt leider das Vorurteil, dass sich mit dem Begriff „Inklusion“, also der gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung, ganz wunderbar politische Sonntagsreden halten lassen, von denen aber meist nicht viel übrig bleibt, wenn es ans Bezahlen geht. Ob im konkreten Fall nun die Zieglerschen zu schnell oder die Politik zu langsam war, lässt sich im Moment nicht abschließend sagen. 

 

Bitter ist das Scheitern aber auch für die evangelische Gesamtkirchengemeinde in Biberach. Neben dem Vorzeigecharakter, den das Projekt inhaltlich gehabt hätte, wäre es auch ein Baustein in der Lösung des Immobilienproblems gewesen, dass die Kirche am Ort belastet. Hier steht sie nach zweieinhalb Jahren Vorarbeit nun wieder bei null.

 

 

© Schwäbische Zeitung - 04.10.2012

Der Pfarrer i. R. Roland Groner und Imam Hakki Yildis sprachen mit rund 20 Anwesenden über den Glauben an Gott, den Schöpfer. sz-Foto: Eva Zeising

Bibel und Koran sind in vielem gleich

 

Christen sehen die Schrift aber nicht als heilig, Muslime dagegen darin das Wort Gottes 

 

Von Eva Zeising 

 

Biberach - Beim interreligiösen Gespräch zum Thema „Der Glaube an Gott, den Schöpfer“, das zum ersten Mal in der Friedenskirche stattfand, beschäftigten sich ungefähr 20 Interessierte mit der Frage, was der Glaube an Gott, den Schöpfer im Christentum und im Islam bedeutet und welche Konsequenzen er im alltäglichen Leben hat. Der ehemalige Pfarrer Roland Groner führte ins Thema ein. Ausgewählte Stellen aus der Bibel und dem Koran wurden miteinander verglichen. Hakki Yildiz, Imam des DITIB (Türkisch-Islamische Union), beantwortete die Fragen der Anwesenden und Ilkgül Yigin übersetzte vom Deutschen ins Türkische und umgekehrt. Heimelige Atmosphäre

 

Die Teilnehmer sitzen sich an einer quadratischen Anordnung von Tischen gegenüber. Durch Kerzenschein und Blumen auf den Tischen entsteht sofort eine heimelige Atmosphäre. Die Verständigung mit dem Imam, der sich intensiv vorbereitet hatte, war zunächst schwierig. Aus diesem Grund diskutierten die meist christlich geprägten Teilnehmer über die Schöpfungsgeschichte in der Bibel und im Koran: In der Bibel gebe es zwei unterschiedliche Schöpfungsgeschichten, erläutert einer der Teilnehmer. Einfach ausgedrückt sei in Genesis I die Frau aus der Rippe eines Mannes geschaffen. In Genesis II schuf Gott Mann und Frau nach seinem Abbild.

 

Die Anwesenden scheinen sich einig, dass dies durchaus die Interpretation zulasse, dass Gott Mann und Frau in einer Person sei. Dieser Eindruck wird von Yildiz bestätigt. Die Erschaffung der Frau sei im Koran nicht ganz genau beschrieben. Die Frau werde plötzlich erwähnt und man müsse daran glauben, übersetzt Yigin spontan die Darstellung des Imam. „Das ist vergleichbar mit der Empfängnis der Jungfrau Maria“, fügt Yigin hinzu.

 

Der Koran sei gemäß dem muslimischen Glauben das Wort Gottes, übersetzt Yigin die Ausführungen von Yildiz. Der Erzengel Gabriel habe dem Propheten Mohammed das Wort Gottes überliefert. Die Schrift sei aus diesem Grund heilig. Die Erfahrungen der Propheten seien in einem separaten Buch, dem Hadith, aufgeführt, die unter anderem Anweisungen und Erläuterungen enthalten, die im Koran nicht enthalten seien. Grundlage der fünf Gebete am Tag liefere jedoch der Koran. Nicht wortwörtlich von Gott

 

Nun zur Bibel: „Nicht der einzelne Buchstabe in der Bibel ist heilig“, erklärt Groner. Die Bibel sei vielmehr heilig, da der Mensch durch das Lesen der Schrift den lebendigen Gott erfahren könne. Das Wort Gottes sei in der Bibel keine feste Größe, sondern der Mensch müsse sich mit ihr auseinandersetzen. Nach seinem Verständnis haben die Menschen ihre Erfahrungen mit Gott in der Bibel aufgeschrieben, weshalb sie nicht wörtlich zu verstehen sei.

 

Als Fazit lässt sich festhalten, dass es viele Ähnlichkeiten, ja sogar Gleiches in Bibel und Koran gibt. Dies trifft auch auf das Interesse der Jugendlichen am Thema Religion zu. „Heute wird Religion oftmals als etwas Negatives verstanden“, sagt Groner. Auch Yildis bestätigt, dass das Interesse der Jugend an Glaubensfragen nachlasse.

 

 

 

Der Pfarrer i. R. Roland Groner und Imam Hakki Yildis sprachen mit rund 20 Anwesenden über den Glauben an Gott, den Schöpfer. sz-Foto: Eva Zeis

 

 

© Schwäbische Zeitung - 04.10.2012

Organist Norbert Borhauer und das Trio „Die Biberacher Bachtrompeten“ überzeugten in der Stadtpfarrkirche mit differenziertem Gesamtklang. sz-foto: Günter Vogel

Festlich tönen Trompeten und Orgel

 

Beim „Biberacher Orgelsommer 2012“ spielten der Organist Norbert Borhauer und das Trio „Die Biberacher Bachtrompeten“ Festliches vom Barock bis zur Moderne

 

Von Günter Vogel

 

Biberach - Norbert Borhauer und die Trompeter Michael Bischof, Christian Buck und Hans Mohr haben das Konzert in der Reihe „Biberacher Orgelsommer“ mit Fanfare und Chorus aus einer Kantate von Dietrich Buxtehude eröffnet. Es waren sieghafte Trompetenklänge in der Stadtpfarrkirche St. Martin, deren strahlender Grundton sonst eher bei Händel zu finden ist. Es folgte vom ebenfalls barocken Pavel Vejvanosky dessen „Sonata Ittalica“, auch hier mit dem leuchtenden Basiston. Das italienische Element wird durch eine allerdings etwas erdhafte Heiterkeit ausgedrückt, endet in einer majestätischen Schlussfanfare.

 

Dann Bach mit Ausschnitten aus zwei Kantaten: „Jesus bleibet meine Freude“ strahlt mit sakral-pastosem Grundton tiefe Innigkeit aus. Geruhsam kommt eine Melodie aus der „Jagdkantate“ daher. Majestätisch strahlender Marsch

 

Henry Purcell wird bis heute als der größte englische Komponist angesehen. Seine Werke sind durchweg mit barockem Glanz erfüllt. Auch wenn das gespielte Werk „Suite Cathedral“ heißt, ist es doch von weltlichen Klängen erfüllt. In sechs kurzen Sätzen stellt der Komponist verschiedene barocke Tänze vor wie die behäbige Allemande, den ländlichen Rundtanz „Hornpipe“ mit Dudelsack-Charme, einen majestätisch strahlenden Marsch.

 

Norbert Borhauer spielte zwei Kompositionen für Orgel solo. Zuerst ein Präludium und Fuge von Buxtehude mit feiner Registrierung wie vom Basso ostinato gestützter Großklängigkeit sowie ein Präludium von Mendelssohn mit großer romantischer Klangarchitektur.

 

Bei den letzten Stücken musizierten die Instrumentalisten nicht mehr von der Orgelempore, sondern aus dem Altarraum. Borhauer spielte an der dortigen Chororgel. Interessant waren die Unterschiede in der Klangstruktur. Von oben öffnet sich weite Klangräumigkeit, die sich aus dem Kirchenschiff auf die Zuhörer senkt, von vorne dann der direkte, differenzierte Zugang. Empfindsame Melodie

 

Dort noch einmal Mendelssohn: „Denn er hat Euch seinen Engeln befohlen“, expressiv gestaltet aus der Weichheit des Klangcharakters. Vom zeitgenössischen Enrico Pasini gestalteten die Musiker ein Cantabile „Africa-Europa, un solo cuore, ein einziges Herz“. Die empfindsame Melodie klingt dialogisch. Die Musiker bauten eine lyrische Märchenwelt auf. Von Jean Mouret dann die „Sinfonies de Fanfares“, fröhlich bestimmt mit barockem Grundton.

 

Heinrich Vlll. brachte nicht nur Ehefrauen um, er komponierte auch. Als Zugabe hörte man sein „Pastime with good company“: Während der Renaissance wurde das mit seinem geschmackvollen Fanfarenton zum populären Volkslied. Schließlich der populäre Abschluss, die „Eurovisionsfanfare“ von Marc-Antoine Charpentier.

 

Die vier Musiker gestalteten einen souveränen und künstlerisch differenzierten Gesamtklang, entwickelten die melodiösen und harmonischen Bewegungen der Werke souverän und bereiteten so dem gebannt zuhörenden Publikum einen wunderbaren Konzertnachmittag.

 

© Schwäbische Zeitung - 02.10.2012

Mit einem musikalischen ökumenischen Gottesdienst in St. Martin gedachte Biberach seinem großen Komponisten Justin Heinrich Knecht zum 260. Geburtstag mit den Pfarrern Kaspar Baumgärtner (links) und Ulrich Heinzelmann, den St. Martins-Chorknaben, der Evangelischen Kantorei und dem Biberacher Bläserquartett. sz-Foto: Kurt Zieger

Biberach ehrt Justin Heinrich Knecht zum 260. Geburtstag

 

Auf einem Choral von ihm basiert das Schützenfestlied – Die Gemeinde stimmt bei der Evangelischen Kantorei mit ein

 

Von Kurt Zieger

 

Biberach - Mit einem musikalischen Gottesdienst auf ökumenischer Basis ehrte Biberach seinen großen Komponisten Justin Heinrich Knecht, der am vergangenen Sonntag seinen 260. Geburtstag hätte feiern können. So vielfältig Knechts kompositorisches Schaffen war, so mosaikreich hatte Kantor Ralf Klotz die musikalische Gratulation gestaltet. Auch wenn Knecht sich um den Choral besonders verdient gemacht hat, zeigte sich sein Wirken auch in Symphonien, Opern, Singspielen und Orgelliteratur. Nicht zufällig stellte Knechts Zeitgenosse Christoph Martin Wieland fest: „Justin Heinrich Knecht war ein musikalisches Genie, das mehr Aufmerksamkeit verdient hätte." 

 

Dies beleuchteten die beiden Pfarrer Ulrich Heinzelmann und Kaspar Baumgärtner in der Stadtpfarrkirche St. Martin in der Auslegung des Festchorals „Rund um mich her ist alles Freude“. In Anlehnung an die Bergpredigt Jesu gelte es, in die Welt hinauszuschauen, um all das zu betrachten, was uns geschenkt sei. Am Württembergischen Hof nicht glücklich geworden, blieb Knecht „im Schatten Biberachs“. Sein bekanntestes Werk „Rings um mich her ist alles Freude“ gilt seit 1840 als offizielles Schützenfestlied. Es solle „munter und angenehm zu singen“ sein, enthält aus der Zeit der Aufklärung die Sehnsucht nach Frieden und Freude nach dem Vorbild der Natur. Orgel war klar registriert

 

Viele Komponisten reizte die Tonfolge B-A-C-H zu Aussagen im Stil ihrer Zeit. Ralf Klotz stellte als musikalischen Einstieg Knechts volltönende Fuge dar, klar und differenziert registriert. Freudvoll ließ Klotz die Biberacher Orgel jubilieren, wobei das Thema vor allem bei den Pedalpassagen im Bass bis hin zu spannungsgeladenen Akkorden gut nachvollziehbar war. Mit akkurat ausgerichteten Choralvorspielen und glasklaren Klängen wie etwa zu „Womit soll ich dich wohl loben“ zeigte das Biberacher Bläserquartett mit Franz Schlegel sein Können. Zu einem strahlend klaren Thema gesellte sich rein instrumental eine höchst anspruchsvolle Variation mit virtuosen Passagen. 

 

Die Evangelische Kantorei Biberach gab vielfältige Einblicke in Knechts Kompositionskunst. Ihre abgerundeten Chorvorträge, nicht nur bei „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, mündeten in das Einstimmen der Gemeinde anhand des vor zehn Jahren erschienenen Biberacher Choralbuchs. Mit den St.-Martins-Chorknaben unter Johannes Striegel war die Jugend eingebunden, etwa bei „Ich singe dir mit Herz und Mund“ im Wechsel mit Kantorei und Gemeinde oder bei „Erwacht zu neuem Leben“. Besuchern geht das Herz auf

 

Spürbar gingen den Besuchern Herz und Stimme auf, als das Schützenfestlied angestimmt wurde. Zwar sei das Leben, so Pfarrer Baumgärtner, nicht immer so erbaulich, aber Biberach und Knechts Lied gehören untrennbar zusammen. Auch bei Knechts Vertonung von Psalm 100 „Jauchzt dem Herren, alle Welt“ und der machtvoll klangreichen Chorfuge „Gloria Patri, Nunc et semper“ gab die Kantorei in aufsteigenden Sequenzen bis hin zum jubilierenden Amen die Knechts’sche Kunst überzeugend wieder. Sein Choralvorspiel zu „Nun danket alle Gott“ nutzte Klotz, um in variantenreicher Registrierweise erzählende Abschnitte mit pittoresk umrankenden Passagen zu verbinden, aus denen helle Triller und perlende Läufe hervorstachen. Nach dem Schlusschoral, geführt und begleitet vom begeisternd agierenden Bläserquartett, dankten die Zuhörer mit reichem Beifall. 

 


© Schwäbische Zeitung - 02.10.2012

Foto: Sandra Niermann, als Beitrag im Foto- und Videowettbewerb des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, www.programm-altersbilder.de

Vortrag beschäftigt sich mit dem Dialog der Generationen

 

Wain (sz) - Wie nehmen sich Jung und Alt gegenseitig wahr? Wo liegen Chancen und wo Grenzen im Zusammenleben und Miteinander verschiedener Generationen in der Gesellschaft und in der Kirchengemeinde?

 

Um diese Fragen soll es am Freitag, 5. Oktober, um 19.30 Uhr im Gemeindehaus in Wain in der Kirchstraße 11 gehen. Pfarrer Steven Häusinger, der mehrere Jahre theologischer Leiter der evangelischen Tagungsstätte in Löwenstein war, wird über die Entwicklung der Altersbilder von Jugendlichen und Senioren referieren und welche Chancen darin für einen Dialog der Generationen verborgen liegen könnten.

 

Danach findet ein Podiumsgespräch mit Häusinger, Bürgermeister Josef Pfaff aus Burgrieden, Robert Eß aus Laupheim, Helga Sondhauß aus Altheim und Christina Scheck aus Oberholzheim statt. Anschließend kann man in gemütlicher Runde miteinander ins Gespräch kommen. Dazu werden sicher auch die Beiträge von Kindergartenkindern aus Laupheim und Konfirmanden aus Oberholzheim und Burgrieden anregen, die an einigen Stellwänden präsentiert werden. Für Essen und Getränke ist gesorgt. Nähere Infos unter Tel. 07392/939 41 08. 

 

© Schwäbische Zeitung - 02.10.2012

Unter dem Motto „Jauchzet dem Herrn alle Welt" hat der Laupheimer Singkreis unter Leitung von Ludwig Schwedes ein schönes Konzert in Oberholzheim gegeben. Foto: Sonja Niederer

Zuhörer erfreuen sich an schöner musikalischer Stunde

Der Laupheimer Singkreis hat in Oberholzheim ein Konzert gegeben

 

Von Sonja Niederer

 

Laupheim/Oberholzheim - Zu einer Stunde der geistlichen Abendmusik hat am Sonntag der Laupheimer Singkreis in die Peter-und-Paul-Kirche nach Oberholzheim eingeladen. „Sie haben alles richtig gemacht“, sagte Pfarrer Andreas Kernen bei seiner Begrüßung zu den Gästen. „Sie haben rechtzeitig den verkaufsoffenen Sonntag in Laupheim verlassen und Sie sitzen nicht vor den Fernsehgeräten.“ 

 

Der Pfarrer lud ein: „Lassen Sie sich nicht vom Nebel unterkriegen, gönnen Sie sich etwas für Geist und Herz und lassen sie sich es gut gehen.“ Maßgebend für das Wohlbefinden der Zuhörer waren natürlich die Lieder und Psalme, die der Laupheimer Singkreis unter Leitung von Ludwig Schwedes zu Gehör brachte. Unter dem Motto „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ hatte Schwedes eine rundum stimmige Auswahl getroffen, die von den Sängern mit gewohnt hoher Qualität wiedergegeben wurde. 

 

Mit einem Psalm von Gottfried August Homilius begannen sie die ansprechende musikalische Stunde „Kommt herzu, lasset uns dem Herrn frohlocken“. Es folgten die „Hymne an Gott“ von Josef Haydn und weitere Lobeslieder, wie das fröhliche „Ich will den Herrn loben allezeit“ und „Lobet den Herren“, bei dem die Besucher eingeladen waren, mitzusingen. 

 

Immer wieder hörenswert auch die Soli von Annerose Wanner, bei denen sie einfühlsam vom Chor begleitet wurden. Mit ihrer schönen Sopranstimme interpretierte sie die Lieder von Pavel Tschesnokov wie „Swajatij Bosche – Heiliger Gott“ und „Radujsja – Freue dich im Herrn“.

 

Männer und Frauen des Singkreises hielten eindringliche Zwiesprache bei dem Psalm 43, „Richte mich, Gott“ von Felix-Mendelssohn-Bartholdy. Aber nicht nur die Lieder alter Meister kamen beim Konzert zur Aufführung. Mit sichtlicher Inbrunst und Freude präsentierte der Singkreis auch eine moderne von Bertold Engel komponierte Version des „Vater unser“.

 

Mit „Herr, sei uns gnädig“ von Arnold Mendelsohn ging eine schöne musikalische Stunde zu Ende und die Zuhörer bedankten sich beim Chor mit lang anhaltendem Beifall.