© Schwäbische Zeitung - 30.12.2013

Pfarrer Ulrich Heinzelmann

Pfarrer Ulrich Heinzelmann SZ-Foto: Gerd Mägerle

Biberach lässt Haare für St. Martin
gem 30. Dezember 2013

BIBERACH - Die SZ und die Friseur-Innung des Landkreises Biberach hatten Ende Juni gerufen, und die Biberacher kamen in Scharen. Die erste Benefizaktion „Biberach hilft – Schnitt für Schnitt“ erbrachte rund 10000 Euro an Spenden für die Bauhütte Simultaneum, die sich den Erhalt der Stadtpfarrkirche St. Martin zum Ziel gesetzt hat. Friseure von neun Salons schnitten auf dem Schadenhof fünf Stunden lang ohne Pause. Pro Haarschnitt wurde eine Spende von zehn Euro verlangt, die Volksbank Biberach erhöhte den Spendenbetrag dann noch. Die Biberacher nahmen das Angebot und das unterhaltsame Rahmenprogramm gerne an.



© Schwäbische Zeitung - 27.12.2013

Jürgen Berron eröffnet Kindern mit ihren Eltern einen Zugang zu Bachs Weihnachtsoratorium. SZ-Foto Kurt Zieger

Jürgen Berron eröffnet Kindern mit ihren Eltern einen Zugang zu Bachs Weihnachtsoratorium. SZ-Foto Kurt Zieger

Kinder lernen Bach verstehen

Jürgen Berron schreibt spezielles Libretto zu „Bach für Kinder“

ERTINGEN - Zwei Stunden, bevor die Riedlinger Kantorei Bachs Weihnachtsoratorium aufführte, hat Jürgen Berron zu einer kindgerechten Einführung in das Werk eingeladen. Viele Eltern kamen mit ihren Kindern, die zum einen ihren Spaß hatten, zum andern mit Interesse verfolgten, was der Dirigent mit seinen Mitarbeitern ihnen erzählte.

„Hallo Kinder! Schön, dass ihr da seid“, begrüßten Sophia Elsässer und Deborah Wiegand die erwartungsvolle Schar in den vorderen Bänken der Ertinger Pfarrkirche. Schnell entwickelte sich ein reges Gespräch:

„Wozu stehen da so viele Notenständer herum?“ – „Die sind für das Orchester“. „Dann kommt doch mal, ihr Flöten“ wurde in den Altarraum gerufen, denn dort standen die Flötenspieler. Auch die Geigen kamen und der dicke Kontrabass, Trompeten, Oboe und Flöten fanden sich ein. „Ich kenne das Fagott“, rief einer aus der vorderen Bank, „mein Papa spielt da auch mit“. Doch da stand noch eine komische Kommode. „Das ist eine Orgel, keine große wie auf der Empore, sondern eine tragbare, eine Truhenorgel“, erklärte Berron. Die Orchestermitglieder nahmen Platz. Jetzt fehlte noch der Chor. „Dia Männer, dia wo so ganz tief senget, des ist der Bass“, wusste einer der Buben.

Berron erzählte von Bach. Er kannte sich sehr gut in der Bibel aus. Daher sollte einer der Sänger, immer ein Tenor, das Evangelium verkünden. Ihn nennt man Evangelist. Sofort ließ Florian Cramer seine helle Stimme erklingen. Die Kinder erfuhren, dass Musik die wichtigen Teile des Textes unterstreicht und dass ein Rezitativ ein Sprechgesang ist, begleitet nur von Orgel und Cello. Bach hat die sechs Kantaten für ursprünglich sechs Weihnachtsfeiertage geschrieben, beginnend mit dem 25. Dezember bis hin zu Dreikönig am 6. Januar.

Mit markanten Paukenschlägen führte das Orchester in die erste Kantate ein, worauf der Chor sein „Jauchzet, frohlocket“ anstimmte. Alle Solisten stellten sich mit kurzen Auszügen vor. Berron erklärte, dass Komponisten in der Zeit vor 250 Jahren manchen Werken, die sie für Fürstenhäuser zu wichtigen Anlässen geschrieben haben, einen geistlichen Text unterlegten, um sie auch andersweitig verwenden zu können. Bach jedoch habe jede seiner sechs Kantanten aufgebaut wie einen evangelischen Gottesdienst und Melodie und neuen Text zu einer Einheit verschmolzen. Ohne Worte komme Bachs Frömmigkeit zum Ausdruck in der vom Orchester im Stil einer Hirtenmusik gespielten Sinfonia.

Die Eltern zeigten sich sehr angetan, wie Jürgen Berron mit seinem eigens für diesen Anlass geschriebenen Libretto den Kinder einen Zugang zu Bachs Weihnachtsoratorium mit seinen vielen schönen Melodien eröffnete.

© Schwäbische Zeitung - 27.12.2013

Kinder suchen als Hirten und Räuber das Christkind

Foto: privat

Kinder, Hirten und Räuber suchen das Christkind

ROT/ROT - Ein besonderer Gottesdienst ist in diesem Jahr im Seniorenzentrum in Rot an der Rot gefeiert worden. Zum ersten Mal führten die 19 Kinderkirchkinder der evangelischen Kirchengemeinde Erolzheim-Rot ihr Krippenspiel mit dem Titel „Die Hirten, die Könige und eine Räuberbande“ dort auf. In den vergangenen Jahren hatte das Krippenspiel der Kinder immer im Seniorenzentrum in Erolzheim stattgefunden. Ab jetzt ist ein jährlicher Wechsel zwischen den Seniorenzentren geplant. Besonders die Räuber wurden von den Gottdienstbesuchern mit einem Schmunzeln aufgenommen. Nachdem sie die Engel gehört hatten, entschieden sie sich, die Könige nicht auszurauben, sondern mit ihnen den Heiland zu suchen. Am Ende trafen sich Hirten, Könige und Räuber glücklich bei der Krippe. Das Krippenspiel wurde anschließend auch am Heiligabend in der evangelischen Diasporakirche in Erolzheim im Gottesdienst aufgeführt.

© Schwäbische Zeitung - 27.12.2013

Kinder beim Krippenspiel in der Wainer Michaelskirche

Engel, Hirten, Könige: Sie alle huldigen dem Jesuskind, auch beim Krippenspiel in der Wainer Michaelskirche. Foto: privat

Wainer Kinder spielen die Weihnachtsgeschichte

Tosender Applaus in der Michaelskirche belohnt die 30 Mädchen und Jungen

WAIN - 30 Kinder der Wainer Kinderkirche haben am Abend des ersten Weihnachtsfeiertags in der Michaelskirche das Kindermusical „Sonderbar“ von Gaba Mertins unter der Leitung von Christian Geiger aufgeführt. Tosender Beifall belohnte die Kinder, die fleißig ihre Rollen gelernt und geprobt haben, am Ende der 40-minütigen Darbietung in der gut besuchten Kirche.

Nach einer Einleitung von Pfarrer Ernst Eyrich zogen die Kinder die Besucher in den Bann der Weihnachtsgeschichte. Lena Wegmann nahm als Sprecherin das Auditorium mit nach Israel zu der Zeit, als Jesus geboren wurde, und erklärte, warum es wichtig ist, sich die Geschichte immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Maria (Hanna Frey) dankt Gott für all das Schöne in ihrem Leben, als ein Engel (Hannah Bauer) zu ihr kommt und verkündet, dass sie Gottes Sohn zur Welt bringen wird. Maria erschrickt, doch am Ende will sie sich Gott zur Verfügung stellen. Danach berichtet ein Sprecher (Katharina Unterweger), dass auch Joseph (Josia Frey) die Neuigkeit erfahren und Maria inzwischen geheiratet hat.

Nun kommt der Herold (Julius Bühler) und verkündet, dass sich alle Menschen auf Befehl des römischen Kaisers hin in ihre Heimatstadt begeben müssten, um gezählt zu werden. Die Bürger (Marie Frey, Jana Geiger, Sarah Frey) sind nicht begeistert über die Aussicht, ihre Geschäfte im Stich lassen zu müssen. Aber natürlich müssen alle dem Befehl Folge leisten, und so machen sich auch Maria und Joseph auf den Weg in Josephs Heimatstadt Betlehem. Dort angekommen, schickt sie sowohl der erste Wirt (Felix Geiger) als auch der zweite (Amos Frey) weg; in ihren Herbergen ist kein Platz mehr frei. Eine Wirtin (Salome Frey) bietet Maria und Joseph schließlich eine Unterkunft im Stall bei den Tieren an. Dort kommt Jesus zur Welt.

Den Hirten auf dem Feld begegnet nun der Engelchor, der die Geburt Jesu verkündet, und die Hirten machen sich auf den Weg zur Krippe. Als Nächstes erleben die Zuschauer, wie die Sterndeuter (Tim Guggenberger, Sarah Unterweger, Celina Kriesche), die schon lange einem besonderen Stern folgen, das neugeborene Jesuskind in der Krippe besuchen.

Harmonisch wurden die einzelnen Szenen mit passenden Liedern begleitet. Dabei sangen mal alle Kinder zusammen, mal eine kleinere Gruppe, und auch etliche Solisten. Unterstützt wurden die Kinder von Musikern aus der Gemeinde.

Wie in jedem Jahr erhielt im Anschluss an die Aufführung jedes in der Kirche anwesende Kind noch ein Geschenk von der Kinderkirche.

© Schwäbische Zeitung - 24.12.2013

Christine Müller, Florian Cramer, Michael Schmohl, Dirigent Jürgen Berron und Birgit Jabczynski (von links) gestalteten mit Chor und Orchester Bachs Weihnachtsoratorium in der... SZ-Foto Kurt Zieger

Christine Müller, Florian Cramer, Michael Schmohl, Dirigent Jürgen Berron und Birgit Jabczynski (von links) gestalteten mit Chor und Orchester Bachs Weihnachtsoratorium in der... SZ-Foto Kurt Zieger

Kantorei jubelt „Jauchzet, frohlocket“

Bachs Weihnachtsoratorium erfährt würdvolle am Text orientierte Wiedergabe

ERTINGEN - Die Evangelische Kantorei Riedlingen hat zusammen mit Solisten und einem Projektorchester unter der Leitung von Jürgen Berron ein musikalisch bedeutsames Weihnachtsgeschenk bereitet. Die Pfarrkirche in Ertingen war für Bachs Weihnachtsoratorium fast voll besetzt. Solisten, Chor und Instrumentalisten ließen die bekannten Melodien überzeugend erklingen.

Mit der Interpretation von Bachs Weihnachtsoratorium krönte die Evangelische Kantorei Riedlingen ihr musikalisches Jahr 2013. Ansteckende Freude sprühte aus den Anfangstakten, mit dem das Projektorchester den Chor zu „Jauchzet, frohlocket“ animierte. In zügigem Tempo führte Jürgen Berron Chor und Instrumente zu weihnachtlichem Jubel, der als Grundtendenz die gesamte Interpretation von Bachs wohl weltweit bekanntem Werk prägte. Nach Bachs Vorstellung sollte dieser Jubel vom 25. Dezember über die ursprünglich sechs Weihnachtsfeiertage bis zum 6. Januar anhalten.

Dieser Grundidee wurden alle an der rundum gelungenen Wiedergabe Beteiligten gerecht. Der Chor jubilierte bei „Herrscher des Himmels“, verlieh jedoch auch vielen Chorälen ihr eigenes Gepräge. So etwa bei „Wie soll ich dich empfangen“ als gläubige Textumsetzung in fließendem Tempo oder dem anregenden „Brich an, o schönes Morgenlicht“.

Das in allen Bereichen gut besetzte Orchester, das mit den berühmt präzisen Paukenschlägen in die erste Kantate einführte, zeigte sich den ganz verschiedenen Herausforderungen stets gewachsen. In angenehm weichem, fast schwerelos anmutendem Musizieren erklang als Hirtenmusik die Sinfonia. In den ganz unterschiedlichen Klangfarben konnte man erahnen, dass Bach mit dieser Komposition die Verbindung von Himmel und Erde zum Ausdruck bringen wollte. Neben dem partnerschaftlichen Begleiten des Chors in seinen ganz unterschiedlichen Auftritten, strahlten die Intermezzi der einzelnen Arien und vor allem die Unterstützung von Cello und Orgel bei den Rezitativen wohltuende Ruhe aus.

Der umfangsreichste Part unter den Solisten fällt naturgemäß dem Evangelisten zu. Für den erkrankten Tobias Wall war kurzfristig Florian Cramer aus Freiburg eingesprungen. In beeindruckender Weise verlieh er jedem Rezitativ wie auch seinen Arien – etwa als Gegengewicht zu einem Querflötensolo – eigenständiges Profil. Ohne Zuhilfenahme von Text oder Partitur sang er das ganze Oratorium auswendig. Er fand durch seine exzellente Sprechtechnik und seine in fast sphärische Höhen steigende Tenorstimme die ganz persönlich ausstrahlende Nähe zu den Zuhörern. Birgit Jabczynski lieh nicht nur dem Engel bei seiner Verkündigung ihre hell strahlende Sopranstimme, sie harmonierte voll Liebreiz auch mit Michael Schmohl im Duett „Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen“. Mit großem Tonumfang gab er den Gegenpart zum strahlenden Trompetensolo bei „Großer König“. In hohen Lagen konnte Christine Müller ihre Mezzosopran-Stimme etwa bei Rezitativen mühelos einsetzen. Typischen Alt-Arien, wie bei „Schlafe, mein Liebster“, verlieh sie mit viel Wärme und Innigkeit einfühlsames Profil.

In Erinnerung bleibend

So wie das Thema der Sinfonia als Beginn der zweiten Kantate auch an anderer Stelle wieder auftaucht, so beinhaltet die dritte Kantate exponierte Stellen, die jeden Zuhörer nach der Aufführung in die Nacht hinausbegleitet. Dazu zählt das Rezitativ von den Hirten, die wieder umkehrten und Gott priesen, ebenso wie das Bekenntnis des Chors: „Ich will dich mit Fleiß bewahren.“ Vor allem jedoch gilt dies für den faszinierenden Eingangs- und Schlusschor „Herrscher des Himmels“, in dem Bach seinen Glauben in jubilierende Klänge fasste, und der durch die Wiedergabe der Kantorei Riedlingen noch lange in bester Erinnerung bleiben wird.

© Schwäbische Zeitung - 23.12.2013

Glocken in der Stankt Martin Kirche Biberach

Süßer die ökumenischen Glocken nie klingen (Foto: Häfele)

Süßer die ökumenischen Glocken nie klingen
Am Heiligen Abend erklingt das Sechsergeläut der Stadtpfarrkirche St. Martin
Süßer die ökumenischen Glocken nie klingen

Von Daniel Häfele

Biberach „Süßer die Glocken nie klingen als zu der Weihnachtszeit“ - mit diesen Zeilen beginnt ein deutsches Weihnachtslied aus dem 19. Jahrhundert. Auch in Biberach werden am Heiligen Abend die sechs Glocken der Stadtpfarrkirche St. Martin, die Elferin, die Fallerin, die Stürmerin, die Achterin, die Große Kindsglocke sowie die Kleine Kindsglocke, zu hören sein. Dann erfüllt die Stadt eine Stimmung aus Frieden, Freude und Weihnachtswonne.

Etwa auf halber Höhe des 69 Meter hohen Kirchenturms der Biberacher Stadtpfarrkirche St. Martin hängt das ökumenische Sechsergeläut. Die Glocken in der Tonfolge h° - e' - g' - a' - b' - c‘‘ wurden größtenteils von einheimischen Gießern geschaffen. An Heiligabend und weiteren kirchlichen Hochfesten läuten die evangelische Mesmerin Maria Keil und der katholische Mesmer Herbert Wohnhas alle sechs Glocken. „Das ist schon etwas Besonderes“, sagt Maria Keil, die dieses Jahr Heiligabend bereits zum 22. Mal die Glocken in Bewegung setzt.

Die Mesmer müssen das Sechsergeläut aber nicht mit Körpereinsatz in Schwingung bringen. Das läuft heutzutage alles automatisch. Schräg gegenüber vom Kreuz- oder Julianaaltar in der Stadtpfarrkirche St. Martin befindet sich ein Schaltschrank mit vielen Knöpfen, daneben eine etwa zehn Jahre alte Funkuhr. „In diesem großen Apparat wird alles zeitlich eingestellt. Dann läuft alles automatisch“, erklärt Herbert Wohnhas.

Doch einige wenige Ausnahmen gibt es. So läutet der Meßmer zum Beispiel beim „Christkindle ralassa“ das Sechsergeläut manuell. Da sich im Vorfeld nicht genau sagen lässt, wann das Glockengeläut einsetzen muss, sei eine zeitliche Terminierung schwierig, wie Herbert Wohnhas sagt. Deshalb stehen Mitarbeiter der Stadt mit Funkgeräten bereit. Sie geben Wohnhas ein Zeichen, er betätigt daraufhin die entsprechenden Knöpfe: „Das muss alles ganz genau passen.“

Wann und wie viele Glocken erklingen, das ist in einer Läuteverordnung festgelegt. „Daran müssen wir uns halten“, sagt Maria Keil. An kirchlichen Hochfesten wie beispielsweise Weihnachten, Reformationstag und Ostern werden alle sechs Glocken der Stadtpfarrkirche St. Martin geläutet. Beim Angelusgebet der katholischen Kirche erklingt täglich um 6, 12 und 18 Uhr dagegen nur eine Glocke.

Heute hat das Läuten der Glocken für die Menschen weniger eine zeitgebende Funktion. Vielmehr dienen sie dazu, die Gläubigen in den Gottesdienst einzuladen. In früheren Zeiten haben sie dagegen den Tag der Gläubigen strukturiert. Dekan Hellger Koepff erklärt: „Läuteten morgens, mittags oder abends die Glocken, haben die Menschen auf dem Feld kurz innegehalten und gebetet. Danach haben sie mit ihrer Arbeit weitergemacht.“ Die Glocken hätten den Menschen gezeigt, dass es mehr als die Arbeit gibt. Auch wenn die Glocken heutzutage weniger den Tag strukturieren, hat der Glockenschlag dennoch eine große Bedeutung für manche Menschen. Koepff sagt: „Ich weiß von Gläubigen, dass ihnen der nächtliche Stundenschlag das Gefühl vermittelt, nicht allein zu sein.“

© Schwäbische Zeitung - 17.12.2013

Jürgen Berron. Foto: Archiv

Jürgen Berron. Foto: Archiv

Bachs Musik auch für Kinder


In der Ertinger Pfarrkirche St. Georg wird am 22. Dezember das Weihnachtsoratorium aufgeführt


ERTINGEN - Die Evangelische Kantorei Riedlingen führt am Sonntag, 22. Dezember, um 17 Uhr, in der Ertinger St. Georgskirche die ersten drei Teile des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach auf.

Mit den Gesangssolisten Birgit Jabczynski (Sopran), Christine Müller (Alt), Tobias Wall (Tenor), und Michael Schmohl (Bass), und einem Projektorchester, gestalten die Kantorei und ihr Leiter Jürgen Berron auch das um 15 Uhr stattfindende „Weihnachtsoratorium für Kinder“, ebenfalls in der Pfarrkirche St. Georg in Ertingen.

Für die knapp einstündige Kinderfassung hat Jürgen Berron eigens ein Libretto geschrieben. Zu Beginn werden die Darstellerinnen Deborah und Sophia mit den Kindern das Orchester zusammenstellen. Mitten in der Vorstellung des Eingangschores erscheint unter den Ausführenden eine Person aus einer längst vergangener Zeit und behauptet, dass der soeben verklungene Chor damals für ihr Wiegenfest gespielt wurde. Nachdem noch ein Zweiter mit so einer Behauptung unter die Akteure tritt, wird es Zeit für klärende Worte. Doch nicht nur dieses Verwirrspiel steht im Vordergrund, sondern vor allem Johann Sebastian Bachs musikalisch-theologisches Konzept des Weihnachtsoratoriums.

Am Mittwoch, 18. Dezember, gibt Jürgen Berron ab 20 Uhr im Johannes-Zwick-Haus eine Einführung in das Werk.




© Schwäbische Zeitung - 14.12.2013

Leute

Die neue Pfarrerin der Heilig-Geist-Gemeinde, Daniela Bleher, ist in einem Investiturgottesdienst von Dekan Hellger Koepff in der Stadtpfarrkirche St. Martin in ihr Amt eingeführt worden. Bleher stellte sich der Festgemeinde persönlich vor. Dekan Koepff verpflichtete sie zur Verkündigung des Evangeliums in Wort und Sakrament. Dazu bat er auch die Zeugen und die Mitglieder des Besetzungsausschusses vor den Altar. In ihrer ersten Predigt sprach Pfarrerin Bleher von offenen und verschlossenen Türen und legte den Predigttext Offenbarung 3 aus. Die evangelische Kantorei gestaltete den Gottesdienst musikalisch. Dann waren alle ins Gemeindehaus Sandgrabenstraße eingeladen. Vertreter der Stadt, der katholischen Gemeinde, der evangelischen Gesamtkirchengemeinde, des Evangelischen Jugendwerks und des Hölzles, sowie der Bezirksjugendpfarrer sprachen Grußworte.

© Schwäbische Zeitung - 13.12.2013

Bauhütte und Stiftung

Der Förderverein Bauhütte Simultaneum ist quasi der „Geldbeschaffer“ für die aktuell anstehende Sanierung der Stadtpfarrkirche St. Martin. Neben zahlreichen Spenden von Privatleuten, Firmen und Organisationen hat sich auch die Stadt Biberach entschlossen, 2015 eine einmalige Spende von einer Million Euro zu geben. Etwa 2,5 Millionen Euro braucht es insgesamt für die Sanierung. Wenn sie abgeschlossen ist, wird sich der Verein wieder auflösen. Ziel ist, dass danach die 2012 wiederbelebte Stiftung „Gemeinschaftliche Kirchenpflege Biberach“ den jährlichen Unterhalt des Kirchengebäudes in Höhe von etwa 60000 Euro aus eigenen Erträgen finanziert. Rund fünf Millionen Euro Stiftungsvermögen braucht es dafür. Die Stiftung wird zu gleichen Teilen von der Stadt, der evangelischen sowie der katholischen Gesamtkirchengemeinde getragen. Zum Stiftungsvermögen gehört die Stadtpfarrkirche St. Martin samt Kirchplatz.

© Schwäbische Zeitung - 13.12.2013

Sie bilden den Vorstand des Vereins Bauhütte Simultaneum: (v. l.) Thomas Stöhr, Ulrich Heinkele, Hans Beck, Herbert Pfender, Johannes Walter und Markus Hoch. SZ-Foto: Gerd Mägerle

Sie bilden den Vorstand des Vereins Bauhütte Simultaneum: (v. l.) Thomas Stöhr, Ulrich Heinkele, Hans Beck, Herbert Pfender, Johannes Walter und Markus Hoch. SZ-Foto: Gerd Mägerle

Hans Beck steht jetzt an der Spitze der Bauhütte Simultaneum

Verein wählt neuen Vorstand - Entscheidung über neue Kirchenheizung soll im kommenden Jahr fallen

BIBERACH - Führungswechsel beim Verein „Bauhütte Simultaneum“: Bei der Mitgliederversammlung am Mittwochabend im Gemeindehaus St. Martin ist Hans Beck zum neuen Vorsitzenden gewählt worden. Er übernimmt dieses Amt von Thomas Handtmann, der es im September niedergelegt hatte. Becks Stellvertreter ist künftig Ulrich Heinkele. Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist auch im kommenden Jahr das Sammeln von Spenden für die Sanierung der Stadtpfarrkirche St. Martin.

Hans Beck hatte als stellvertretender Vorsitzender in den vergangenen Monaten unermüdlich für das Anliegen des Vereins getrommelt. Ihn zu überzeugen, nun den Vorsitz zu übernehmen, war deshalb nicht so schwer. „Ich mache das gerne und die Stadtpfarrkirche ist es wert, dass man sich für sie einsetzt“, sagte er nach seiner Wahl.

Künftig drückt sich der Gedanke des Simultaneums auch im Vorstand der Bauhütte aus, denn zum Stellvertreter des evangelischen Hans Beck wurde der katholische Ulrich Heinkele gewählt. Schriftführer bleibt Thomas Stöhr, Kassierer ist Markus Hoch und Beisitzer sind in den kommenden beiden Jahren Herbert Pfender und Johannes Walter. Für Kristel Buttschardt, die ihr Amt niederlegte, konnte in der Versammlung kein drittes Beiratsmitglied gefunden werden. Dies soll im Lauf des nächsten Jahres geschehen.

Rund 290000 Euro aus Spenden

Der Verein verfügt derzeit über Spenden von knapp 290000 Euro. Insgesamt will er rund 2,5 Millionen Euro erreichen, um damit in den nächsten Jahren die wichtigsten Sanierungsmaßnahmen an der Stadtpfarrkirche bewältigen zu können. Dazu gehören neben einer neuen Heizungsanlage auch die Elektrik und die Außenfassade. Während die Arbeiten an der Elektrik bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein werden, wird es mit der Heizung noch einige Zeit dauern. „Klar ist, dass es wohl eine Fußbodenheizung sein wird, unklar ist noch, wie wir diese befeuern“, sagte der evangelische Stadtpfarrer Ulrich Heinzelmann. Bei einem Expertensymposium im Frühjahr sollen mehrere Modelle regenerativer Energiegewinnung diskutiert werden. „Wir werden uns dafür Zeit lassen und nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen“, sagte Heinzelmann.

2014 will die Bauhütte den Zweck und die Struktur des Vereins stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken (siehe Kasten). „Außerdem ist wichtig, dass die Leute erfahren, dass wir die neue Heizung nicht nur brauchen, damit es die Kirchenbesucher schön warm haben“, sagte Vereinsmitglied Bernd Otto. Es gehe vor allem darum, mit einer neuen Heizung den Erhalt der Bausubstanz des Biberacher Wahrzeichens zu sichern.

© Schwäbische Zeitung - 11.12.2013

Heribert Reinke organisiert das Essen

Heribert Reinke organisiert das Essen. SZ-Foto: Kerstin Schellhorn

Das Geschenk der Gemeinschaft

Köcheclub Oberschwabens kocht am Heiligen Abend ehrenamtlich für Riedlinger


RIEDLINGEN - – „Was es zu essen gibt, wissen wir noch nicht, das kommt auf die Anzahl der Gäste an“, sagt Heribert Reinke. Der Inhaber des Riedlinger Stadtcafés veranstaltet dieses Jahr an Heilig Abend zum ersten Mal ein kostenloses Weihnachtsessen für Bürger aus Riedlingen und Umgebung, die das Fest der Liebe gerne in Gemeinschaft mit anderen Menschen feiern wollen. Beginn ist um 18.15 Uhr im Johannes-Zwick-Haus. Für den Festschmaus zeichnet der Club der Köche Oberschwabens verantwortlich, auf dessen Initiative hin die Veranstaltung ins Leben gerufen wurde.

„Wolfgang Müller kam zu mir und hat mich gefragt, ob ich so ein Essen in Riedlingen machen möchte“, erzählt Reinke. Müller ist derVorsitzende des regionalen Köcheclubs und hat eine Idee aufgegriffen, die auf den ehemaligen und inzwischen verstorbenen Vorsitzenden Karl Steinhardt zurückgeht. „Wir wollten sehen, wie so ein Weihnachtsessen bei den Leuten ankommt.“ Bei positiver Resonanz wolle der Club der Köche jedes Jahr ein Essen organisieren. Der Veranstaltungsort solle variieren, aber immer in einer Stadt sein, in der einer der Köche lebt, erklärt Reinke. „Zwischen 50 und 60 Anmeldungen haben wir schon.“ Mit rund 100 Gästen rechnet das Organisationsteam, das aus ehrenamtlichen Helfern besteht und zu dem auch Tafelladen-Gründerin Helga Steible-Elsässer zählt. Über die Pfarrerin hat das Team das Johannes-Zwick-Haus aufgetan, das für rund 120 Personen Platz bietet. Aber auch die Stadt sei bei der Raumsuche hilfreich gewesen, sagt Reinke. „Der ehemalige Bürgermeister Hans Petermann hat gesagt, er stellt jeden Raum zur Verfügung, der gebraucht wird.“

Danke sagen

Gesponsert wird das Weihnachtsessen von örtlichen Firmen und Betrieben, die auch den Druck der Flugblätter übernommen haben. Darin heißt es: „Der Club der Köche Oberschwabens möchte alle, welche sich am Heiligen Abend allein und einsam fühlen, zu einem gemeinsamen Abendessen einladen.“ Dass diese Formulierung einige Menschen abschreckt, glaubt Reinke nicht – im Gegenteil. Diejenigen, die es am meisten bräuchten, kämen selten zu solchen Veranstaltungen. „Deshalb wollten wir die Leute direkt ansprechen.“ Davon abgesehen, wolle man an diesem Abend „Danke“ sagen und ausdrücken, dass man nicht alles als selbstverständlich betrachte.

© Schwäbische Zeitung - 11.12.2013

Spendenaktion: Neue Aktion trägt den Titel „Gold für St. Martin“

BIBERACH - Der Verein Bauhütte Simultaneum, der Geld für die Renovierung der Stadtpfarrkirche sammelt, hat mit „Gold für St. Martin“ eine neue Spendenaktion ins Leben gerufen. Ab sofort nimmt der Verein Edelmetalle entgegen und investiert den Erlös aus dem Gold- und Silberverkauf in die Erneuerung der Heizung.

Initiator dieses Gedankens ist Bruno Heiss, der über 30 Jahre Erfahrung im Goldhandel verfügt. Die angenommenen Besitztümer werden an eine Scheideanstalt weitergegeben und von dieser weiterverkauft. „Die Scheideanstalt verlangt hierfür keinerlei Gebühren von uns und unterstützt damit den guten Zweck. Dem Spender geht nach dem Verkauf eine Quittung über den überlassenen Wertgegenstand zu“, sagt Bruno Heiss.

Die Edelmetalle können bei allen Biberacher Pfarrämtern abgegeben werden. Wer seine Schätze schätzen lassen und erst danach entscheiden möchte, ob er den Wert spenden möchte, kann von Bruno Heiss den Wert ermitteln lassen. Er bietet ab dem 17. Dezember zweimal wöchentlich eine Gold-Sprechstunde im Biberacher Gemeindezentrum St. Martin an: dienstags und mittwochs von 10 bis 12 Uhr im Pfarrbüro St. Martin. Bei Fragen erteilen das katholische und evangelische Pfarramt (Telefon 07351/18140 oder 07351/9401) Auskunft. Dort können die Edelmetalle auch anonym im Umschlag in den Briefkasten gelegt werden.

© Schwäbische Zeitung - 10.12.2013

Foto: Privat

Nikolaus im Stadtteilhaus

BIBERACH - Während des ersten lebendigen Adventskalenders im Stadtteil Gaisental/Weißes Bild und Fünf Linden hat der Nikolaus vorbeigeschaut. Etwa 40 Kinder mit ihren Eltern und Verwandten haben sich vor dem Stadtteilhaus eingefunden, um gemeinsam zu singen und den Nikolaustag zu feiern. Die Akkordeonspieler der Lebenshilfe sorgten für adventliche Stimmung. Bei der Aktion werden Spenden für die Stiftung „Kinder in Not“ gesammelt.

© Schwäbische Zeitung - 10.12.2013

Viele Gäste sind gekommen, um bei der Enthüllung des Ortsschilds Bethlehem in Wain dabei zu sein.

Viele Gäste sind gekommen, um bei der Enthüllung des Ortsschilds Bethlehem in Wain dabei zu sein. Foto: Ulrike Guggenberger

Zwei Ortsschilder halten jetzt die Erinnerung an Bethlehem wach

Bei der Enthüllung in Wain sieht sich der InitiatorKarl-Heinz Blattert von Gratulanten umringt

Von Ulrike Guggenberger


WAIN - Eine bunte Mischung aus traditionsverbundenen und musikbegeisterten Bürgern ist am Sonntagabend in der Wainer Poststraße zusammengekommen. Dort wurde ein Hinweisschild, das den Übergang in den Ortsteil Bethlehem kennzeichnet, enthüllt. Ein zweites Namensschild steht jetzt am Ortseingang aus Richtung Schwendi.

Karl-Heinz Blattert, der das Vorhaben angestoßen hatte, richtete seine Ansprache an alle Wainer, im Besonderen an die in Bethlehem Geborenen und Wohnhaften. Dabei wurde durchaus bei dem einen oder anderen ein Auge feucht.

Er sei selbst ein wenig überrascht von der Dynamik, die das Projekt Bethlehem in Wain entwickelt habe, sagte Blattert. Als die Schwäbische Zeitung im April über sein Engagement berichtete, den außergewöhnlichen, 1529 erstmals urkundlich erwähnten Ortsnamen und das Wissen darüber zu erhalten, sei noch nicht abzusehen gewesen, wie es um die Pläne bestellt sein würde. Positive Rückmeldungen nach dem SZ-Artikel haben Blattert in seinem Tun bestärkt. Er fand Fürsprecher und Unterstützer.

Ein Arbeitskreis Bethlehem wurde aus der Taufe gehoben. Ihm gehören aktuell sieben heimatverbundene Bürger an. Sie wollen dazu beitragen, dass der Ortsname Bethlehem nicht in Vergessenheit gerät.

Bevor die neuen Ortsschilder aufgestellt werden konnten, mussten verschiedene Stellen gehört und das Einverständnis von Kommune und Landkreis eingeholt werden. Peter Obrist, Mitglied im Arbeitskreis, sorgte im Zusammenspiel mit der Straßenmeisterei dafür, dass die beiden Schilder bestellt und aufgestellt wurden. Die Positionierung an der Landesstraße erwies sich als gar nicht so einfach. Dort gelten andere Bestimmungen als zum Beispiel an Feldwegen. Am Ende aber wurde eine Lösung gefunden, die alle Beteiligten zufrieden stellt.

Auch das Ziel des Arbeitskreises, die Bethlehem-Schilder noch im Advent zu enthüllen, ist erreicht. Bei genauem Hinsehen konnten die Gäste am Sonntag sogar den Abendstern über der neuen Tafel erkennen. Das hat nicht nur viele Kinder in Erstaunen versetzt.

Musikalisch gestaltet haben die Feier der Musikverein Wain und der Posaunenchor. Sie bezogen das Publikum in die Liedtexte ein. Der Dirigent des Musikvereins, Sebastian Just, war vom Arbeitskreis Bethlehem gefragt worden, ob das Adventskonzert in diesem Jahr zeitgleich mit der Ortsschildenthüllung möglich wäre. Gern stimmte er zu. Auch für die Bewirtung war gesorgt: Es gab Punsch, Glühwein und Würstchen. Karl-Heinz Blattert sah sich von Gratulanten umringt.

© Schwäbische Zeitung - 09.12.2013

Groß ist die Freude bei den Empfängern der „Aktion Glückspfennig“-Spendenschecks. foto: roland ray

Groß ist die Freude bei den Empfängern der „Aktion Glückspfennig“-Spendenschecks. foto: roland ray

„Aktion Glückspfennig“ schüttet 6750 Euro aus

Das Geld fließt in sieben Projekte in der Region und lindert die Not einer Familie in Kasachstan


LAUPHEIM -
Viele kleine Beträge ergeben eine stattliche Summe, mit der sich Gutes tun lässt. Nach diesem Prinzip funktioniert die „Aktion Glückspfennig“ beim Flugzeugkabinenausstatter Diehl Aircabin. Am Montag wurden 6750 Euro ausgeschüttet. Peter Hess und Sylvia Russ vom Betriebsrat und Personalleiter Jens Böhlke überreichten die Spendenschecks.

1500 Euro gehen an die Werkstätten der Lebenshilfe Donau-Iller. Seit neun Monaten restaurieren Menschen mit Behinderung in Neu-Ulm das Motorschiff „Ulmer Spatz“. Ab Mitte April soll der Oldtimer (Baujahr 1934) wieder als Touristenattraktion auf der Donau fahren. Die Lebenshilfe will den „Spatz“ künftig betreiben. „Wir bilden Kapitäne dafür aus und schulen sechs behinderte Menschen als Matrosen“, sagt der Werkstättenleiter Roland Bader.

Ebenfalls mit 1500 Euro unterstützt Diehl Aircabin die Stiftung „Kinder in Not“. Das Geld dient als Anschubfinanzierung für ein neues Programm, das im Frühjahr im Landkreis Biberach startet: „Geschwisterzeit“. Im Mittelpunkt stehen Brüder und Schwestern von behinderten und schwerkranken Kindern. „Sie müssen in der Familie häufig zurückstecken, für sie möchten wir deshalb spezielle Angebote schaffen“, erklärt Peter Grundler, Regionalleiter der Caritas Region Biberach.

1000 Euro erhält der Arbeitskreis Asyl Ochsenhausen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter betreuen mehr als 40 Menschen; die meisten kommen aus den früheren GUS-Staaten, vom Balkan und aus Afghanistan, viele Kinder sind darunter. Die Spende wird für kleine Geschenke zu Weihnachten verwendet und für Spiel- und Bastelmaterialien, die das soziale Lernen fördern sollen.

Weitere 1000 Euro gehen nach Kasachstan. Die „Aktion Glückspfennig“ sei eigentlich regional ausgerichtet, erklärte Peter Hess, doch in diesem Fall werde davon abgewichen. Die Schwester einer Aircabin-Mitarbeiterin und ihre Familie sind in Not geraten, ihr Haus ist abgebrannt. „Sie haben alles verloren, und in Kasachstan gibt es keine Versicherung“, so Hess. Die Spende aus Laupheim soll beim Neuanfang helfen.

500 Euro überweist die „Aktion Glückspfennig“ nach Baltringen. Der katholische Kindergarten Sankt Nikolaus kauft davon Musikinstrumente.

Mit demselben Betrag wird der katholische Kindergarten Mariengarten in Söflingen bedacht, zum Kauf eines Sonnensegels.

Und noch ein Scheck über 500 Euro: Dieses Geld hilft eine Reittherapie für einen zehnjährigen Jungen mit ADHS-Syndrom finanzieren, auf der Ponyranch in Walpertshofen.

250 Euro erhält die Interdisziplinäre Frühförderstelle der St. Elisabeth-Stiftung in Blaubeuren. Für die ergotherapeutische Arbeit wird eine Reitsitz-Schaukel angeschafft.

© Schwäbische Zeitung - 07.12.2013

Die Evangelische Kantorei führt in Ertingen das Weihnachtsoratorium von Bach auf

Die Evangelische Kantorei führt in Ertingen das Weihnachtsoratorium von Bach auf. Foto: privat

„Jauchzet, frohlocket, auf preiset die Tage…“

Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach erklingt in St. Georg in Ertingen

ERTINGEN - Die Evangelische Kantorei Riedlingen führt am 22. Dezember um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Georg in Ertingen die ersten drei Teile des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach auf.

Zwei Stunden vor der Aufführung, um 15 Uhr, sind alle Kinder zum „Weihnachtsoratorium für Kinder“ ebenfalls in die Pfarrkirche St. Georg in Ertingen eingeladen. Die Kinder hören Ausschnitte aus den bekanntesten Chören, Arien und Chorälen. In kindgerechter Weise werden dazu einzelne Szenen rund um die Entstehungsgeschiche des Weihnachtsoratoriums dargestellt um zu verdeutlichen, welche Bedeutung das Werk für die Menschen früher hatte und bis heute hat.

Kaum ein anderes Werk gehört so sehr zu Weihnachten, wie das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach und kein zweites Werk Bachs erlangte solche Bekanntheit wie dieses. Er komponierte sein Weihnachtsoratorium, dem die biblische Erzählung nach dem Evangelisten Lukas zugrunde liegt, für die Weihnachtsgottesdienste der Leipziger Hauptkirchen St. Nicolai und St. Thomas zur Jahreswende 1734/35.

Die Gesangssolisten sind: Birgit Jabczynski, Sopran; Christine Müller, Alt; Tobias Wall, Tenor und Michael Schmohl, Bass. Es spielt ein Projektorchester. Die Leitung hat Jürgen Berron.

Am Mittwoch, dem 18. Dezember, um 20 Uhr führt Jürgen Berron im Johannes-Zwick-Haus interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer in das Weihnachtsoratorium mit Erläuterungen zu Hintergründen und Entstehung, ein.

© Schwäbische Zeitung - 07.12.2013

Landrat Heiko Schmind (v.l.) zeichnete Stefan Winkler für seinen Einsatz für Jugendliche aus. Dekanatsreferentin Kerstin Held hielt die Laudatio

Landrat Heiko Schmind (v.l.) zeichnete Stefan Winkler für seinen Einsatz für Jugendliche aus. Dekanatsreferentin Kerstin Held hielt die Laudatio. Foto: Daniel Häfele

Sie setzen sich seit Jahren für ihre Mitmenschen ein

Landratsamt Biberach verleiht zehn Ehrenamtspreise an Bürger aus dem Kreis

Von Daniel Häfele 7. Dezember 2013

BIBERACH - Das Landratsamt Biberach hat zum zehnten Mal den Ehrenamtspreis vergeben. Für ihren ehrenamtlichen Einsatz überreichte Landrat Heiko Schmid zehn Gruppen und Einzelpersonen eine Urkunde sowie einen Scheck in Höhe von 1000 Euro. Der jüngste der anwesenden Preisträger war der 26-jährige Stefan Winkler aus Bad Buchau.

Hoch hinaus ragt der geschmückte Weihnachtsbaum im Großen Saal des Biberacher Landratsamts. Bis zum Weihnachtsfest sind es zwar noch ein paar Tage hin, das Landratsamt hat jetzt aber schon Geschenke verteilt. Auch wenn die Gaben wohl nur einen Bruchteil des Wertes haben dürften, den die Preisträger mit ihrem ehrenamtlichen Engagement für die Menschen und Tiere im Kreis erbringen. Aber um die Übergabe von Schecks in Höhe von jeweils 1000 Euro geht es bei der Verleihung des Ehrenamtspreises nicht vordergründig, vielmehr darum, Menschen für ihren freiwilligen Einsatz öffentlich zu ehren.

Ehrenamtliche arbeiten weitgehend im Hintergrund

Denn: „Die ehrenamtlichen Tätigkeiten geschehen oftmals unauffällig, im Verborgenen und ohne öffentliche Aufmerksamkeit“, sagte Landrat Heiko Schmid. Das Motto für die diesjährige Verleihung lautete in Anlehnung an Franz von Assisi: „Brüder, solang wir Zeit haben, lasst uns Gutes tun.“

Unter 38 Vorschlägen wählte die Jury, bestehend aus Kreisräten, Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche sowie Mitgliedern von sozialen Einrichtungen, zehn Einzelpersonen und Gruppen aus, die sich um das Gemeinwohl verdient machen. An diesem Abend wurde deutlich, mit wie viel Einsatz sich die Ehrenamtlichen für andere Menschen einsetzen. Über Jahrzehnte arbeiten sie weitgehend im Hintergrund.

Seit 1964 verwaltet beispielsweise Charlotte Bendel die mehr als 5000 Kostüme für das Heimatfest Laupheim. Der Betreuungsverein Landkreis Biberach kümmert sich seit etwa 20 Jahren um jene Menschen, die infolge von psychischer oder körperlicher Krankheit, seelischer oder geistiger Behinderung mit den Herausforderungen des Alltags nicht mehr zurecht kommen. Die Altheimerin Waltraud Wolf betreute bereits Ender der 80er-Jahre Asylbewerber und danach Übersiedler aus der DDR. Unter all den älteren Ehrenamtlichen an diesem Abend gibt es auch ein junges Gesicht: Stefan Winkler.

So recht scheint der 26-Jährige nicht zu verstehen, warum die Jury ausgerechnet ihn mit dem Ehrenamtspreis 2013 des Landkreises Biberach bedacht hat. Etwas nervös tritt er auf die Bühne, Dekanatsreferentin Kerstin Held hält die Laudatio. Der 26-Jährige ist seit vielen Jahren vor allem für Jugendliche in und um Bad Buchau Ansprechpartner und Fürsprecher. Er vertritt die Meinung junger Menschen im Buchauer Stadtrat, ist beim Deutschen Roten Kreuz aktiv sowie im Jugendrotkreuz von Bad Buchau Leiter und Ansprechpartner. Stefan Winklers Auszeichnung soll für junge Menschen Motivation sein, sich ebenso für eine Sache einzubringen, von der sie überzeugt sind und die dem Gemeinwohl diene, sagte Laudatorin Kerstin Held.

Von klein auf ist Stefan Winkler im Roten Kreuz aktiv


„Ich war überrascht, dass ich für den Ehrenamtspreis vorgeschlagen wurde“, sagt Stefan Winkler im Gespräch mit der SZ. Er freut sich sichtlich über die Auszeichnung: „Das ist schön, wenn die Arbeit auch gewürdigt wird.“ Ihm sei es wichtig, dass die Jugendlichen einen Ansprechpartner haben. Wie er zu seinen Ehrenämtern gekommen ist – das weiß er selbst nicht mehr: „Von klein auf bin ich im Roten Kreuz aktiv, und dann von einem zum anderen gekommen.“ Leicht sei es nicht immer, Beruf, Privatleben und Ehrenamt unter einen Hut zu bekommen: „Allerdings bekommt man es immer hin, wenn man will.“



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Landrat Heiko Schmid (links) und Laudator Hellger Koepff (rechts) haben den Betreuungsverein Landkreis Biberach mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Foto: Bernd Schwarzendorfer

Sie setzen sich seit Jahren für ihre Mitmenschen ein

Landratsamt Biberach verleiht zehn Ehrenamtspreise an Bürger aus dem Kreis

Von Daniel Häfele

BIBERACH - Das Landratsamt Biberach hat zum zehnten Mal den Ehrenamtspreis vergeben. Für ihren ehrenamtlichen Einsatz überreichte Landrat Heiko Schmid zehn Gruppen und Einzelpersonen eine Urkunde sowie einen Scheck in Höhe von 1000 Euro. Der jüngste der anwesenden Preisträger war der 26-jährige Stefan Winkler aus Bad Buchau.

Hoch hinauf ragt der geschmückte Weihnachtsbaum im großen Sitzungssaal des Biberacher Landratsamts. Bis zum Weihnachtsfest sind es zwar noch ein paar Tage, das Landratsamt hat jetzt aber schon Geschenke verteilt. Auch wenn die Gaben wohl nur einen Bruchteil des Wertes haben dürften, den die Preisträger mit ihrem ehrenamtlichen Engagement für die Menschen und Tiere im Kreis erbringen. Aber um die Übergabe von Schecks in Höhe von jeweils 1000 Euro geht es bei der Verleihung des Ehrenamtspreises nicht vordergründig, vielmehr darum, Menschen für ihren freiwilligen Einsatz öffentlich zu ehren. Denn: „Die ehrenamtlichen Tätigkeiten geschehen oftmals unauffällig, im Verborgenen und ohne öffentliche Aufmerksamkeit“, sagte Landrat Heiko Schmid. Das Motto für die diesjährige Verleihung lautete in Anlehnung an Franz von Assisi: „Brüder, solang wir Zeit haben, lasst uns Gutes tun.“

Ehrenamtliche arbeiten weitgehend im Hintergrund

Unter 38 Vorschlägen wählte die Jury, bestehend aus Kreisräten, Vertretern der evangelischen und katholischen Kirche sowie Mitgliedern von sozialen Einrichtungen, zehn Einzelpersonen und Gruppen aus, die sich um das Gemeinwohl verdient machen. An diesem Abend wurde deutlich, mit wie viel Einsatz sich die Ehrenamtlichen für andere Menschen einsetzen. Über Jahrzehnte arbeiten sie weitgehend im Hintergrund.

Seit 1964 verwaltet beispielsweise Charlotte Bendel die mehr als 5000 Kostüme für das Heimatfest Laupheim. Der Betreuungsverein Landkreis Biberach kümmert sich seit etwa 20 Jahren um jene Menschen, die infolge von psychischer oder körperlicher Krankheit, seelischer oder geistiger Behinderung mit den Herausforderungen des Alltags nicht mehr zurechtkommen. Die Altheimerin Waltraud Wolf betreute bereits Ende der 80er-Jahre Asylbewerber und danach Übersiedler aus der DDR. Unter all den älteren Ehrenamtlichen an diesem Abend gibt es auch ein junges Gesicht: Stefan Winkler.

So recht scheint der 26-Jährige nicht zu verstehen, warum die Jury ausgerechnet ihn mit dem Ehrenamtspreis 2013 des Landkreises Biberach bedacht hat. Etwas nervös tritt er auf die Bühne, Dekanatsreferentin Kerstin Held hält die Laudatio. Der 26-Jährige ist seit vielen Jahren vor allem für Jugendliche in und um Bad Buchau Ansprechpartner und Fürsprecher. Er vertritt die Meinung junger Menschen im Stadtrat, ist beim Deutschen Roten Kreuz aktiv sowie im Jugendrotkreuz von Bad Buchau Leiter und Ansprechpartner. Stefan Winklers Auszeichnung soll für junge Menschen Motivation sein, sich ebenso in eine Sache einzubringen, von der sie überzeugt sind und die dem Gemeinwohl diene, sagte Laudatorin Kerstin Held.

Von klein auf ist Stefan Winkler im Roten Kreuz aktiv


„Ich war überrascht, dass ich für den Ehrenamtspreis vorgeschlagen wurde“, sagt Stefan Winkler im Gespräch mit der SZ. Er freut sich sichtlich über die Auszeichnung: „Das ist schön, wenn die Arbeit auch gewürdigt wird.“ Ihm sei es wichtig, dass die Jugendlichen einen Ansprechpartner haben. Wie er zu seinen Ehrenämtern gekommen ist – das weiß er selbst nicht mehr: „Von klein auf bin ich im Roten Kreuz aktiv und dann von einem zum anderen gekommen.“ Leicht sei es nicht immer, Beruf, Privatleben und Ehrenamt unter einen Hut zu bekommen: „Allerdings bekommt man es immer hin, wenn man will.“

© Schwäbische Zeitung - 06.12.2013

Ein Nachmittag mit Plätzchen und Besuch
St. Nikolaus bringt Kindern von Asylbewerbern bei der Adventsfeier Geschenke mit

Von Jessica Hörmann 6. Dezember 2013

BIBERACH - Die Asylbewerber aus der Gemeinschaftsunterkunft in der Bleicherstraße haben sich im Gemeindehaus St. Martin für eine Nikolausfeier getroffen. Die Feier findet schon seit einigen Jahren statt, aber dieses Jahr erstmals – statt im Asylbewerberheim – im Gemeindehaus St. Martin, das die katholische Kirchengemeinde zur Verfügung gestellt hatte. „Es ist hier einfach größer und heller. Außerdem fühlen sich die Menschen eingeladen und müssen nicht ihr eigenes Essen mitbringen, da alles von uns organisiert wird“, sagte Matthias Ströhle, evangelischer Pfarrer aus Erolzheim, der die Feier mitorganisiert hatte.

Viele Ehrenamtliche, vor allem vom Freundeskreis Asyl, hatten bei der Vorbereitung geholfen. Die Tische in dem großen Saal waren mit von den Asylbewerbern gebastelter Weihnachtsdekoration und Tannenzweigen geschmückt. Fast alle Bewohner aus der Gemeinschaftsunterkunft waren da, um zusammenzusitzen und zu feiern. Bei Kaffee, Tee, Plätzchen und Mandarinen sprachen sie durch- und miteinander in verschiedenen Sprachen.

Nach der Begrüßung von Pfarrer Peter Schmogro, Diakon Damian Walosczyk und Andreas Gratz von der Caritas stimmten alle ein Weihnachtslied an. „Das ist unser erstes Jahr auf der Feier“, erzählte die zehnjährige Smila Azemi, „es gefällt uns sehr gut.“ Die Nikolausgeschichte kennen die meisten Kinder, denn die haben sie in der Schule gelernt. Als der Nikolaus kam, waren vor allem die Jüngsten aufgeregt. Nachdem sie ihn mit „Lasst uns froh und munter sein“ begrüßt hatten, durfte jedes Kind einmal den Stab halten.

Für jede Familie gab es eine Geschenktüte mit Süßigkeiten, Bastel- und Malsachen. „Danke, ich freue mich sehr“, sagte der sechsjährige Arman Habibyar und zeigte stolz seine Tüte, in der sich Schokolade und ein Geschenk befanden. „Wir hoffen, es ist Spielzeug drin“, erklärte sein zehnjähriger Freund Agzon Sinani, „denn davon haben wir nur sehr wenig.“ Zum Abendessen wartete ein Büfett mit türkischem Essen, das die Frauen der türkisch-islamischen Ditib-Gemeinschaft organisiert hatten. Alles in allem war es eine gelungene Feier und, wie Diakon Damian Walosczyk verkündete, „definitiv wiederholungswürdig“.

© Schwäbische Zeitung - 06.12.2013

Bauhütte Simultaneum erhält 2015 eine Million Euro von der Stadt

Auch für Ferienfreizeiten gibt es 2014 mehr Zuschuss – Stadtbücherei erhält weniger Geld

Von Gerd Mägerle 6. Dezember 2013

BIBERACH - Biberach - Das wird die Gläubigen in Biberach freuen: Voraussichtlich 2015 wird die Bauhütte Simultaneum einen einmaligen Zuschuss von einer Million Euro von der Stadt erhalten, um die Sanierung der Stadtpfarrkirche St. Martin vorantreiben zu können. Auch für viele Biberacher Kinder gibt es eine gute Nachricht: Die Stadt will den Zuschuss für die Ferienfreizeiten in Biberach ab 2014 erhöhen. Dagegen muss die Stadtbücherei im kommenden Jahr mit weniger Geld auskommen. Dies sind nur einige Ergebnisse der rund dreistündigen Beratung des Hauptausschusses über den städtischen Haushalt 2014, die zum ersten Mal öffentlich stattfand. Die SZ stellt die wichtigsten Entscheidungen und Stellungnahmen dar.

Bauhütte Simultaneum: Der Verein, der um Spenden für die Sanierung der Stadtpfarrkirche wirbt, darf sich voraussichtlich 2015 über einen einmaligen Zuschuss der Stadt in Höhe von einer Million Euro freuen. Der Hauptausschuss folgte damit einstimmig einem CDU-Antrag. Diese erhofft sich davon, dass der städtische Zuschuss die Spendenbereitschaft der Biberacher weiter ankurbelt. Bislang sind rund 280000 Euro auf dem Spendenkonto, rund 2,5 Millionen Euro hat sich der Verein zum Ziel gesetzt. Damit soll unter anderem die Heizung in der Kirche erneuert werden. Im nächsten Jahr werde es dafür konkrete Pläne geben, kündigte Baubürgermeister Christian Kuhlmann an.

Ferienfreizeiten:
Die Stadt bezahlt ab 2014 einen Euro mehr Zuschuss pro Kind, das an einer der Ferienfreizeiten wie „Hölzle“ oder „Paradiesle“ teilnimmt. Alle Fraktionsvertreter folgten diesem Antrag der CDU, der die Stadt kinderfreundlicher machen solle. Bisher sind es drei Euro Zuschuss pro Kind, ab 2014 dann vier Euro. Insgesamt lässt sich die Stadt das etwa 8000 Euro kosten. Die SPD habe einen solchen Antrag in früheren Jahren auch schon gestellt, sagte Fraktionsvorsitzende Gabriele Kübler. „Damals hieß es von der Verwaltung, dass seitens der Vereine kein Antrag auf Erhöhung vorliege und deshalb kein Bedarf dafür bestehe. Warum geht es jetzt?“, wollte sie wissen. „Es gibt ein gewisses Direktionsrecht des Oberbürgermeisters, von dem ich hier Gebrauch gemacht habe“, antwortete OB Norbert Zeidler.

Stadtbücherei: 30000 Euro erhält die Stadtbücherei im kommenden Jahr für Investitionsmaßnahmen. „Das ist sehr knapp“, meinte Büchereileiter Frank Raumel in der Sitzung. Eigentlich hatte er 74000 Euro beantragt, im Haushaltsplan standen dann knapp 44000 Euro drin. Auf Antrag der CDU wurde dieser Betrag für die endgültige Planung auf 30000 Euro gesenkt. Das sei kein Misstrauen gegenüber der Bücherei, sagte CDU-Fraktionschef Tom Abele. „Wir wissen aber auch, dass sie den Standard gerne auf 150 Prozent legt, wenn auch 100 Prozent ausreichen.“ Man lasse die Bücherei ja nicht verhungern. Unterstützung fand der CDU-Antrag bei den Freien Wählern, die anderen Fraktionen stimmten dagegen.

Aktiv- und Abenteuerspielplatz „Biberburg“: Bis zum Frühjahr muss der Betreiberverein ein Konzept vorlegen, wie der Platz dauerhaft organisiert und finanziert werden kann. Darauf hatte sich der Gemeinderat im Mai dieses Jahres geeinigt. Erst wenn dieses Konzept vorliegt, will sich der Rat entscheiden, in welcher Weise die Stadt dies unterstützt. Einen Antrag der SPD für eine Informationsfahrt zu anderen Abenteuerspielplätzen samt Expertengespräch, um Anregungen für einen Weiterbetrieb zu bekommen, zog die Fraktion zurück. Denn eine Mehrheit hätte er nicht bekommen. „Der Gemeinderat hat nicht die Zeit, auch noch die Arbeit von Vereinen zu übernehmen“, sagte Tom Abele (CDU). Ein Jahr Zeit müsse für einen Verein ausreichen, selbst ein Konzept zu entwickeln, befand auch OB Zeidler.

WLAN im Rathaus: Es wird ab kommendem Jahr ein drahtloses, lokales Netzwerk für den schnellen Internetzugang mit Smartphones im Rathaus geben. Dieses wird aber, so Hauptamtsleiter Joachim Simon, mit einem Zugangscode versehen sein, sodass es nur von städtischen Mitarbeitern und Stadträten genutzt werden kann. Für eine öffentliche Nutzung durch alle Bürger sei dies nicht vorgesehen. Es gebe aber Pilotprojekte des Städtetags für öffentliches WLAN, die man genau verfolgen werde, so Baubürgermeister Christian Kuhlmann. Des Weiteren gebe es das Angebot eines Anbieters im Bereich des östlichen Marktplatzes, einen sogenannten „Hotspot“ einzurichten.

Türkische Partnerstadt: Die von der CDU beantragte Suche nach einer türkischen Partnerstadt für Biberach gestaltet sich nach wie vor schwierig. Gespräche mit Generalkonsulaten hätten bislang zu keinem Ergebnis geführt, informierte Kulturamtsleiter Klaus Buchmann. Weitere Anregungen verspreche man sich von einer Bürgerreise in die Türkei, die in den Herbstferien 2014 stattfinden soll.

© Schwäbische Zeitung - 06.12.2013

Karl-Heinz Blattert setzt sich für den Erhalt des Wainer Ortsnamens Bethlehem ein.

Karl-Heinz Blattert setzt sich für den Erhalt des Wainer Ortsnamens Bethlehem ein. Foto: ray

Die Erinnerung lebt
In Wain werden zwei Bethlehem-Schilder eingeweiht

WAIN (ry) - Im 16. Jahrhundert ist in Wain der Weiler Bethlehem entstanden. Ein im Frühjahr gegründeter Arbeitskreis um Karl-Heinz Blattert hat sich zum Ziel gesetzt, den außergewöhnlichen Ortsnamen vor dem Vergessen zu bewahren. Ein entscheidender Schritt ist jetzt getan: Am zweiten Adventssonntag, 8. Dezember, werden zwei Hinweisschilder mit der Aufschrift „Bethlehem“ eingeweiht.

Um 17.30 Uhr beginnt die Zeremonie. In der Poststraße, auf Höhe des Zehntstadels, wird Karl-Heinz Blattert eine Ansprache halten und eines der beiden Schilder enthüllen. Das andere steht künftig am Ortseingang von Wain aus Richtung Schwendi.

Zur Feier des Tages erklingt Musik. Der Musikverein Wain verlegt sein Adventsspiel von der Insel beim Schloss an den Standort des Bethlehem-Schilds beim Zehntstadel. Der evangelische Posaunenchor spielt ebenfalls auf. Die MV-Musiker schenken außerdem Glühwein und Kinderpunsch aus. „Bei schlechtem Wetter finden wir im Zehntstadel Unterschlupf“, sagt Blattert.

Der 77-Jährige sieht sich mit der Enthüllung der Bethlehem-Schilder am Ziel seiner Mühen. „Ich liebe den Namen, er hat mich durchs Leben begleitet“, sagt Blattert. Der von ihm initiierte Arbeitskreis will gleichwohl weiter Erinnerungsarbeit leisten. Nächstes Projekt ist ein Flyer zur Geschichte von Bethlehem zu Wain, der dem Amtsblatt beigelegt werden soll.

© Schwäbische Zeitung - 05.12.2013

Musikschule gibt Feierabendkonzert

BIBERACH (sz) - Das nächste Feier-abendkonzert der Bruno-Frey-Musikschule mit dem evangelischen Kantorat ist am Freitag, 6. Dezember, von 18 Uhr an in der evangelischen Spitalkirche Biberach zu hören. Die beiden Hornisten Silke Kekeisen und Matthias Hänle spielen Musik aus Klassik und Romantik und werden dabei von Andreas Winter am Klavier begleitet. Zu Gehör kommen unter anderem Werke von W. A. Mozart und Franz Strauss. Die musikalischen Beiträge bereichert Pfarrer Ulrich Heinzelmann durch kurze Texte, von ihm selbst ausgewählt und gelesen. Der Eintritt ist frei.

© Schwäbische Zeitung - 05.12.2013

Pfarrerin Daniela Bleher

Gehören künftig zusammen: die neue Pfarrerin Daniela Bleher und die Heilig-Geist-Gemeinde. sz-Foto: Gerd Mägerle

Biberach ist für Daniela Bleher noch Neuland

Die neue evangelische Pfarrerin der Heilig-Geist-Gemeinde wird am Sonntag in ihr Amt eingeführt

gem 5. Dezember 2013

BIBERACH - Vieles ist neu für Daniela Bleher in diesen Tagen in Biberach. Am kommenden Sonntag wird die 40-Jährige offiziell in ihr Amt als neue Pfarrerin der evangelischen Heilig-Geist-Gemeinde eingeführt. Für die kommenden Wochen hat sie sich eines ganz besonders vorgenommen: „viele Menschen kennenlernen“. Sie tritt die Nachfolge von Pfarrer Ulrich Weber an, der Biberach im März nach 14 Jahren verlassen und die Leitung der Telefonseelsorge in Pforzheim übernommen hatte.

Für Daniela Bleher beginnt das große Auspacken schon vor Heiligabend. Bei ihr sind es aber keine Geschenke, sondern zunächst einmal Umzugskartons. Anfang November ist sie bereits nach Biberach gezogen, war aber danach noch längere Zeit auf Fortbildung. „Deshalb habe ich von der Stadt auch noch gar nicht viel gesehen“, sagt sie. Biberach ist für sie Neuland. Die Stadt kennt sie bislang nur von Besuchen. In Biberach wohnt sie zusammen mit ihrem Mann, der an der Berufsschule in Ehingen unterrichtet. Im Juni hat das Paar geheiratet.

Studium in Jerusalem

Die neue Pfarrerin stammt aus Münsingen und hat Theologie in Tübingen, Leipzig und an der Hebräischen Universität in Jerusalem studiert. Vor allem die Zeit in Jerusalem habe ihren Blick für andere Religionen geweitet. Nach dem Examen absolvierte sie ihr Vikariat in Leonberg und war anschließend unter anderem eineinhalb Jahre in der Klinikseelsorge in Esslingen tätig. In den vergangenen fünf Jahren war Daniela Bleher Gemeindepfarrerin in Kirchheim unter Teck.

Und obwohl die Heilig-Geist-Gemeinde mit rund 1900 Gemeindemitgliedern aus Biberach, Bergerhausen und Mettenberg annähernd so groß ist wie ihre Gemeinde in Kirchheim/Teck ist Daniela Bleher im überwiegend katholischen Oberschwaben in der Diaspora tätig. „Das ist etwas Neues für mich“, sagt sie, genauso wie die dezentrale Struktur ihrer neuen Kirchengemeinde. Ihre Stelle in Biberach teilt sich auf in 75 Prozent Heilig-Geist-Gemeinde und 25 Prozent Jugendpfarrerin. Hierbei ist sie auch für die Hölzle-Freizeiten zuständig. Die Konfirmanden hat sie bereits am Sonntag im Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche kennengelernt. Und auch einige Mitglieder der Heilig-Geist-Gemeinde hat sie an diesem Tag bei der Kirchenwahl getroffen, bei der Daniela Bleher als Wahlhelferin mitgearbeitet hat.

In den nächsten Wochen möchte sie Biberach und seine Menschen näher kennenlernen. „Ich bin ein Teammensch und freue mich auf einen vertrauensvollen Austausch und ein gutes Miteinander“, sagt sie.


© Schwäbische Zeitung - 04.12.2013

„Matching Ties“ spielen für den guten Zweck


mal 6. Dezember 2013

RIEDLINGEN - Die evangelische Kirchengemeinde veranstaltet am Samstag, 7. Dezember, ein Benefizkonzert mit der Band „Matching Ties“. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr im Johannes-Zwick-Haus, Saalöffnung ist ab 19 Uhr. Der Erlös geht an das Projekt „Elim Home - Heim für schwerstbehinderte Kinder, Südafrika“. Der Amerikaner Paul Stowe und der Engländer Trevor Morris spielen Irish & British Folk sowie Bluegrass & Acoustic Country, Swing und Blues. Karten sind an der Abendkasse für acht Euro oder ermäßigt fünf Euro erhältlich.

© Schwäbische Zeitung - 04.12.2013

Pfarrer Elsässer

Pfarrer Martin Elsässer von der evangelischen Kirche, und Pfarrer Walter Stegmann von der katholischen Kirche, freuten sich über die Spenden der Volksbank-Raiffeisenbank Riedl... SZ-Foto: Marion Buck

Voba spendet für Menschen in Not

Mit der Spende können die evangelische und die katholische Kirchen besondere Wünsche erfüllen

Von Marion Buck 4. Dezember 2013

RIEDLINGEN - Weihnachten steht vor der Tür und die Adventszeit ist die Zeit des Schenkens. Alle Jahre wieder spendet die Volksbank-Raiffeisenbank Riedlingen an die katholische und an die evangelische Kirchengemeinden Riedlingens. „Mit dem Geld soll unbürokratisch Hilfe geleistet werden“, so Vorstandssprecher Alfred Wormser. In diesem Jahr durften Pfarrer Walter Stegmann und Martin Elsässer je 2000 Euro entgegen nehmen. Mit dem Geld können die beiden Seelsorger Menschen, die in Not geraten sind, unterstützen.

Manchmal reicht Seelsorge alleine nicht aus. Manchmal ist es gut, wenn unbürokratisch geholfen werden kann. Und manchmal ist dafür Geld notwendig – für einen Heizkostenzuschuss, für eine Klassenfahrt des Kindes oder für ein besonderes Geschenk. Das sieht auch die regionale Riedlinger Bank so und hat das Projekt „Menschen in Not“ vor einigen Jahren ins Leben gerufen. Das Geld helfe tatsächlich auf verschiedenste Art, so Pfarrer Stegmann. Es helfe den Menschen in der Seelsorgeeinheit, die man kenne und die von der Kirche begleitet würden, fügt Pfarrer Elsässer an.

© Schwäbische Zeitung - 04.12.2013

Jung und Alt sitzen am Tisch

Jung und Alt sitzen am Tisch - Foto Privat

Die Jungen unterhalten die Älteren

WAIN (sz) - Die evangelische Kirche Wain hat am ersten Adventssonntag alle über 70-Jährigen zu einem zum Altennachmittag ins Gemeindehaus eingeladen. Die Konfirmanden haben mit großem Eifer Kaffee, Tee und kalte Getränke ausgeschenkt und darauf geachtet, dass immer genügend Kuchen auf den Tischen stand. Nach der Begrüßung durch Pfarrer Ernst Eyrich mit dem Wochenspruch richtete Bürgermeister Christian Schlenk das Wort an die Versammelten. Er las und kommentierte die Geschichte „Mairs Luis“ aus dem Buch „Mehr Hirn“ von Gerhard Raff. Dann kamen die Kinder an die Reihe. Zuerst unterhielt die Mädchenjungscher Senioren mit zwei Liedern und einem auf einer wahren Begebenheit basierenden Anspiel. Im Anschluss erfreuten die Kinder des Flötenkreises Wain unter der Leitung von Renate Unterweger die Gäste mit einer Vielzahl von weihnächtlichen Stücken. Hiernach entstand ein ziemlicher Tumult, denn dann war der Kirchenchor unter der Leitung von Sarah Locher an der Reihe. Da viele der Besucher aktiv im Kirchenchor mitsingen, standen sie auf, um mitzusingen. Zum Abschluss der musikalischen Darbietungen sangen die Konfirmanden unter der Leitung von Pfarrer Ernst Eyrich zwei Lieder. Foto: privat

© Schwäbische Zeitung - 04.12.2013

Pfarrer Raiser

Pfarrer Wolfgang Raiser - Foto: Volker Knab

„Wahlbeteiligung kann sich sehen lassen“

Die evangelische Kirchengemeinde Mengen/Hohentengen/Scheer hat gewählt

Von Volker Knab 4. Dezember 2013

MENGEN - Pfarrer Wolfgang Raiser freut sich. Alle sind gewählt. Bei einer Wahl mit neun Kandidaten und entsprechend zu vergebenden Posten eigentlich eine klare Sache. Aber so einfach ist das nicht. Bei der evangelischen Kirche haben Kirchengemeinderatswahlen einen anderen Stellenwert als im Kirchenrecht der katholischen Kirche. Gemeinderatsmitgliedern kommt eine höhere Verantwortung zu, bis hin zur Priesterwahl. Freilich bedeutet das nicht unbedingt mehr Engagement in der Kirchengemeinde.

Mit knapp 16 Prozent Wahlbeteiligung ist Pfarrer Wolfgang Raiser zufrieden über das Ergebnis der Wahl. „Wir konnten das Ergebnis dieser Wahl gegenüber dem Vorjahr nochmals steigern“, sagte er gegenüber der Schwäbischen Zeitung. „Dass alle neun unserer erforderlichen Kandidaten gewählt wurden, war klar, da neun zu wählen waren“, sagt er. Diese Wahl sei mehr eine Bestätigung mit Wertung. Deshalb gelte es bei der Bewertung einer solchen Wahl immer auch die Herkunft aus den Größen der jeweiligen Kirchengemeinden zu berücksichtigen. Der Kirchenbezirk umfasst Mengen, Hohentengen und Scheer.

Die Bereitschaft der gewählten Frauen und Männer freut Raiser besonders. Es sei durchaus nicht selbstverständlich erneut „als Kirchengemeinderäte Verantwortung für die Leitung der Gemeinde zu übernehmen, sagt er.

Raiser kündigt für die kommenden sechs Jahre keine einfachen Entscheidungen und Zeiten für das Gremium an. Es geht dabei „um Schwerpunkte unserer Gemeindearbeit, die bleiben und kommen sollen, die weitere Renovierung unserer Gemeinderäume und des Pfarrhauses“.

Weiter stehe auch die Entscheidung an, was mit dem Kindergartengebäude geschehen solle und die Zukunft der Personalstellen im Bezirk Mengen, Hohentengen und Scheer muss ebenfalls geklärt werden.

© Schwäbische Zeitung - 04.12.2013

Christuskirche in Riedlingen

Die neuen Kirchengemeinderäte der evangelischen Kirche stehen fest. Im Bild die Christuskirche Riedlingen. Sz-Foto: Matthias Lang

Neue evangelische Kirchengemeinderäte stehen fest

In Riedlingen, Pflummern, Zwiefalten und Bad Buchau wurde gewählt
 
Von Matthias Lang 4. Dezember 2013

REGION - Alle sechs Jahre wird in den evangelischen Kirchengemeinden ein neuer Kirchengemeinderat gewählt. Dieser setzt sich aus Laien und Theologen zusammen. Gewählt wurde am vergangenen Sonntag.

Wahlberechtigt waren in Riedlingen 3545 Gemeinderatsmitglieder, von denen 18,8 Prozent, das sind 666 Wählerinnen und Wähler, ihre Stimme abgegeben haben. Jeder Wahlberechtigte hatte insgesamt zwölf zu vergebende Stimmen, von denen maximal zwei Stimmen auf einen Kandidat entfielen. Im neu gewählten Kirchengemeinderat sind Ute Giese aus Altheim mit 392 Stimmen, Gudrun Zippler aus Dürmentingen, mit 299 Stimmen, aus Ertingen stammen Silke Renz mit 437 Stimmen, Irina Ihbe, 327 Stimmen und Elisabeth Neumann mit 308 Stimmen. Aus Riedlingen stammen Claus Wagner mit 598 Stimmen, Susanne Volz mit 541 Stimmen, Margarita Buchmüller, 507 Stimmen, Beate Etter, 461 Stimmen, Ulrike Moeller, 418 Stimmen, und Kevin Müllerschön mit 414 Stimmen. Paul Lenz kandidierte in Unlingen und erhielt 657 Stimmen. Der Riedlinger Claus Wagner ist einer von drei Ersatzmitgliedern der Landessynode.Pflummern-Heiligkreuztal

Insgesamt kandidierten in Pflummern-Heiligkreuztal neun Personen. Fünf Kandidaten wurden für den Bezirk Pflummern gewählt, vier für die Ortschaft Heiligkreuztal. In der evangelischen Kirchengemeinde Pflummern waren 318 Gemeindemitglieder wahlberechtigt. Davon beteiligten sich 106 Personen an der Wahl. Rainer Bischel erhielt 130 Stimmen, Stefanie Bossler 95 Stimmen, Cornelia Mayer 84 Stimmen, Christian Weeger 62 und Mirjam Weggerle 144 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug in Pflummern 33,3 Prozent. In Heiligkreuztal waren 427 Gemeindemitglieder wahlberechtigt. Lediglich 42 Personen nahmen an der Wahl teil. Stefan Meinhold aus Langenenslingen erhielt die Anzahl von 35 Stimmen, Mathias Poferl aus Heiligkreuztal 27 Stimmen; aus Andelfingen Gertraud Vogel mit 48 Stimmen und Mechthild Zieger aus Langenenslingen mit 53 Stimmen. Die Wahlbeteiligung in Heiligkreuztal lag bei 9,8 Prozent.

Sieben der neun Bad Buchauer Kandidaten, die sich in den Federseegemeinden zur Kirchengemeinderatswahl aufstellen ließen, wurden in das Amt gewählt. Am vierten Adventssonntag, 22. Dezember, werden die gewählten Kirchengemeinderäte im Gottesdienst in ihr Amt eingeführt, die ausscheidenden Kirchengemeinderatsmitglieder, verabschiedet.
Folgende Kandidaten wurden in den evangelischen Kirchengemeinderat Bad Buchau gewählt: Wolfgang Zippel aus Bad Buchau, stellvertretender Vorsitzender der Kirchengemeinde, erhielt mit 223 Stimmen den größten Anteil an Stimmen. Es folgt Daniel Zerdak mit 200 Stimmen, Stefan Hart mit 180 Stimmen, Melanie Haas mit 123 Stimmen (alle Bad Buchau), Catrin Kern aus Alleshausen mit 123 Stimmen; Kerstin Hänsler aus Seekirch mit 96 Stimmen und Susanne Eichbaum mit 88 Stimmen, die ebenfalls aus Bad Buchau stammt. Es nahmen 20 Prozent, das sind 189 Wählerinnen und Wähler, an der evangelischen Kirchengemeinderatswahl in Bad Buchau teil. Insgesamt waren 945 Gemeindemitglieder wahlberechtigt.

Der Kirchengemeinderat hat sich durch diese Wahl sehr verjüngt, meint Pfarrer Markus Lutz. Dadurch rücken die jungen Gemeindemitglieder, Kinder, Jugendliche und jüngere Erwachsene mehr in den Blick, so der Pfarrer. Die Gemeinden im Federseeraum sind mit zwei Kirchengemeinderätinnen im Kirchengemeinderat vertreten. „Leider haben wir auch im aktuellen Gremium keinen Kirchengemeinderat aus dem Bereich der russlanddeutschen Gläubigen, die einen bedeutenden Anteil der Gemeindemitglieder von etwa 20 bis 25 Prozent stellen. Der neue Kirchengemeinderat wird sich auch darüber verstärkt Gedanken machen müssen“, so Pfarrer Markus Lutz.

Zwiefalten: Unechte Teilortswahl


Im Zwiefalter Kirchengemeinderat kommen fünf Kandidaten auf fünf zu vergebende Sitze. Bettina Eppler erhielt 100 Stimmen, Anita Fleischmann 53 Stimmen, Achim Göhring 73 Stimmen, Gerhard Widmer 93 Stimmen und Manfred Witting 91 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 20 Prozent.

© Schwäbische Zeitung - 03.12.2013

Blick mit Musiker und Sänger in die Stadtpfarrkirche

Die Sopranistin Johanna Schurer (links) sang begleitet von Flötistin Alexia Kirschner, die beispielsweise Bigaglias Sonata a-Moll für Blockflöte virtuos interpretierte. Ralf Klotz sz-Foto: Vogel

Adventskonzert stimmt vorweihnachtlich ein
„Stimmet Hosianna an“ – Konzertstunde mit Musik des Barock und der Moderne

BIBERACH - „Stimmet Hosianna an.“ So lautete der verheißungsvolle Titel einer Konzertstunde mit Musik des Barock und der Moderne in der Stadtpfarrkirche St. Martin. Der musikalische Leiter Ralf Klotz eröffnete an der großen Orgel stilvoll mit einem Choral von Johann Sebastian Bach – „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ – in ruhigem Duktus.

Das Vokalensemble „Belcanto“ brachte einen schlichten Chorsatz des barocken Wolfgang Briegel. Der weihnachtliche Ohrwurm, Händels „Tochter Zion“ mit schön differenzierter Abstufung der Stimmgruppen stammt aus des Komponisten Oratorien „Judas Maccabäus“ und „Joshua“.

Johann Crüger war ein Meister des Frühbarock. Von ihm stammt der Chorsatz „Nun jauchzet all ihr Frommen“. Das Lied, das zur überschäumenden Freude aufruft, gestaltet das Adventsevangelium vom Einzug Jesu in Jerusalem. Geschildert wird die Ankunft des Herrn, der die Bereiche des Teufels beseitigen wird.

Dietrich Buxtehudes Solokantate „Halleluja, Jauchzet dem Herrn alle Welt“ sang die Sopranistin Johanna Schurer und es spielte Alexia Kirschner mit der Altblockflöte begleitet von Ralf Klotz auf dem Continuo. Die musizierte Fassung verleiht der Freude versprühenden Komposition Strahlkraft. Charakterwechsel, filigrane Motivarbeit und Wechselrede zwischen den Koloraturen des Sopran und Soloinstruments machen den Reiz dieses selten aufgeführten Stücks aus.

Der Einzug Jesu nach Jerusalem

Bachs Sopran-Arie „Himmelskönig sei willkommen“ entstand 1714 für den Weimarer Hofgottesdienst. Gemäß der Bestimmung zum Palmsonntag thematisiert die Kantate den Einzug Jesu nach Jerusalem und den Beginn der Karwoche. Der gläubige Christ wird aufgefordert, als Dank für das von Jesus gebrachte Opfer dem Gottessohn sein Herz zu widmen und auch im Leiden zum Erlöser zu stehen. Es gab im Barock und im Rokoko eine ganze Reihe von komponierenden Mönchen. Der bekannteste war Antonio Vivaldi, aber auch in Oberschwaben gab es Äbte, die als Tonsetzer weit mehr als nur komponierende Laien waren. Der venezianische Benediktinermönch Diogenio Bigaglia war so einer, schrieb die gefällige und geistvolle Sonata a-Moll für Blockflöte, deren vier Sätze Adagio, Allegro, Menuetto und Allegro Alexia Kirschner virtuos und stilsicher interpretierte.

Johanna Schurer hörte man mit zwei Arien von Georg Philipp Telemann: „Frohlocket, ihr selgen Kinder“ mit Eingängigkeit und einer Fülle von kompositorischen Einfällen und „Lauter Wonne, lauter Freude“, klangmalerisch in sprunghaften Melodien sowie in schnellem Tempo. Dann zwei modernere Chorsätze von Gottfried Neubert und Fritz Baltruweit sowie das traditionelle „Seht die gute Zeit ist nah“, mit dem der alttestamentliche Friedensfürst verheißen wird. Der Schluss vereinigte noch einmal alle Mitwirkenden mit dem Concerto C-Dur für Sopran, Blockflöte und Continuo.

© Schwäbische Zeitung - 03.12.2013

Lebendiger Adventskalender: Heute öffnet sich das erste Türchen

BIBERACH (sz) - Erstmals laden die sozialen und kirchlichen Einrichtungen im Gaisental zu einem „Lebendigen Adventskalender“ ein. Nicht an jedem Tag, aber zu acht Terminen in der Adventszeit, immer um 17 Uhr, trifft man sich draußen vor dem jeweiligen Haus der Einrichtung. Die Gastgeber haben jeweils ein kleines Programm mit Adventsliedern und -texten vorbereitet. Im Anschluss sind die Besucher noch zu einer Tasse warmen Getränks und Weihnachtsgebäck eingeladen. Den Auftakt macht heute, Dienstag, die Friedenskirchengemeinde, Krummer Weg 1. Die weiteren Termine in dieser Woche sind am Donnerstag, 5. Dezember, am Stadtteilhaus Gaisental, Banatstraße 34, und am Samstag, 7. Dezember, vor dem Rosa-Bauer-Haus, Berthold-Hupmann-Straße 20. Bei allen Veranstaltungen wird eine kleine Spendenkasse aufgestellt. Hierbei wird um Spenden für die Stiftung „Kinder in Not“ im Kreis Biberach gebeten. Am „Lebendigen Adventskalender“ im Gaisental sind beteiligt: Familienhaus St. Wolfgang, Kindergarten Neusatzweg und Wolfgangsberg, Lebenshilfe Biberach, Kinderhäusle, M-Pire/Jugend Aktiv.


© Schwäbische Zeitung - 03.12.2013

Kirchenwahl: Protestanten wählen in elf Gemeinden

REGION - Auch die Kirchengemeinderäte haben am Sonntag zur Wahl gestanden. Folgende Kirchengemeinderäte leiten zukünftig gemeinsam mit dem Pfarrer die Gemeinde:

Versöhnungskirche in Ummendorf
, Teil der Gesamtkirchengemeinde Biberach: Michael Schmalz, Sonja Dobler, Wolfgang Horstmann, Elisabeth Schepers, Sabine Götze, Hanne Winter, Kurt Michael Fredel, Ute Schäffer, Monika Schreiner, Martin Haller

Bonhoefferkirche Biberach: Ulrike Werthmann, Angelika Schuck, Robert Xeller, Klaus Rose, Dorothea Brecht, Martin Hölzle, Klaus Flammer

Friedenskirche Biberach: Margarete Kührt, Walter Brumme, Roland Koenigsdorff, Ulrike Beck, Magdalena Bopp, Harald Gehring, Rudi Metzger, Sibylle Kapp-Elbers, Dietrich Schütze

Stadtpfarrkirche Biberach: Adelheid Olischläger, Manfred Häring, Ekkehard Braune, Hans Lenkawa, Heinz-Dieter Held, Witali Herzel, Steffen Mohr

Heilig-Geist Biberach:
Marita Finkbeiner, Erwin Gering, Ralf Harnisch, Verena Harzer, Friedrich Leidig, Barbara Mader, Rudolf Schuler, Hannelore Traub, Gisela Wagner

Warthausen: Darinka Philipp, Helmut Hennig, Claudia Besold, Sofie Ogger, Esther Jeggle, Corinna König, Walter Gering, Karl-Heinz Kienle, Christine Kaiser

Attenweiler: Werner Schmid, Norbert Stanger, Michael Peiffer, Andrea Eller, Renate Ege, Gabriele Gaupp, Ulrich Ruckh, Jutta Oldenburg

Bad Schussenried:
Renate Monika Hirscher, Meike Nickels, Anne Grabherr-Kölling, Ulrich Prinzing, Silke Rath-Reißmann, Danielle Schäfer

Ochsenhausen:
Joachim Ensinger, Heike Funk, Waltraut Kehrer, Claudia Müller, Roland Münch, Herbert Nar, Ursula Sesselmann

Erolzheim-Rot:
Silvia Bamberger, Ella Emmerling, Ulrike Friedrich, Marion Hohenhorst, Oskar Klein, Cornelia Stübler, Irene Stiefenhofer

Kirchdorf: Dorit Oelze, Patricia Hirt, Marta Bosler, Irina Volk, Gudrun Diebold, Horst Gogesch, Karl Hermann

© Schwäbische Zeitung - 03.12.2013

Hellger Koepff und Jutta Henrich ziehen in Landessynode ein
Wahlbeteiligung im Wahlkreis Ravensburg-Biberach beträgt 18,1 Prozent

BIBERACH/RAVENSBURG - (gw) - Bei der Evangelischen Kirchenwahl am vergangenen Sonntag haben sich im Wahlkreis 26 Ravensburg-Biberach Hellger Koepff und Heiko Bräuning bei den Theologen sowie Edeltraud Stetter und Jutta Henrich bei den Laien durchgesetzt und sind damit für die kommenden sechs Jahre Mitglieder der 15. Landessynode. Die Landessynode setzt sich aus 60 Laien und 30 Theologen zusammen.

Von den 95161 Wahlberechtigten im Wahlkreis 26 gaben 17817 ihre Stimme ab. Die Wahlbeteiligung betrug damit 18,1 Prozent (2006: 19,1 Prozent). Der Biberacher Dekan Koepff (Gesprächskreis „Offene Kirche“) erzielte mit 11447 Stimmen das beste Ergebnis bei den Theologen. Heiko Bräuning („Lebendige Gemeinde“), Pfarrer aus Wilhelmsdorf, kam auf 10913 Stimmen. Auf Lennart Meißner („Evangelium und Kirche“), der als dritter Theologe zur Wahl stand, entfielen 6870 Stimmen. Der Aitracher Pfarrer ist somit Ersatzmitglied der Synodalen. Bei den Laien erzielte Edeltraut Stetter („Lebendige Gemeinde“), Krankenschwester aus Balzheim, mit 10036 Stimmen das beste Ergebnis. Die Laupheimer Bibliothekarin Jutta Henrich („Offene Kirche“) schaffte mit 8345 Stimmen den Sprung in die Landessynode. Ersatzmitglieder sind Andreas Merkle („Evangelium und Kirche“), Bürgermeister von Gutenzell-Hürbel, und Claus Wagner („Kirche für morgen“), Studienrat aus Riedlingen. Sie kamen auf 5075 beziehungsweise 6128 Stimmen.

Das Ergebnis ist nach der Kirchlichen Wahlordnung vorläufig, da erst nach Vorlage und Prüfung aller beglaubigten Niederschriften der Ortswahlausschüsse des gesamten Wahlkreises der Vertrauensausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 5. Dezember, in Weingarten das Gesamtergebnis bindend feststellen kann.

© Schwäbische Zeitung - 03.12.2013

BIBERACH - Hellger Koepff ist gewählt

(sz) - Bei der Evangelischen Kirchenwahl am Sonntag haben sich im Wahlkreis 26 Ravensburg-Biberach Hellger Koepff und Heiko Bräuning bei den Theologen sowie Edeltraud Stetter und Jutta Henrich bei den Laien durchgesetzt und sind damit für die kommenden sechs Jahre Mitglieder der 15. Landessynode. Die Landessynode setzt sich aus 60 Laien und 30 Theologen zusammen.

© Schwäbische Zeitung - 02.12.2013

Wahl

In der Laupheimer Gemeinde wählen nur 16,2 Prozent

Protestanten in Laupheim, Wain und Oberholzheim haben neue Kirchengemeinderäte gewählt

LAUPHEIM/WAIN/OBERHOLZHEIM - (ry) - Rund 6500 Protestanten sind am Sonntag in den evangelischen Kirchengemeinden Laupheim, Oberholzheim und Wain zur Synodal- und Kirchengemeinderatswahl aufgerufen gewesen.

Den künftigen Kirchengemeinderäten gehören an:

Oberholzheim: Stefan Bucher, Simone Diener, Benedict Finkbeiner, Frank Gugumus, Petra Guter, Annika Halder, Hans-H. Harwat, Regina Klieber, Kornelia Pelzl, Alfred Scheck, Andrea Schön und Erich Stuhler. Das Besondere: Es gab zwölf Kandidaten für die zwölf Sitze.

Laupheim: In der evangelischen Gemeinde Laupheim sind in den Kirchengemeinderat gewählt: Bernd Pfister, Ulrich Höchsmann, Martin Gröner, Margot Stooß, Elisabeth Kilian, Fredy Wohnhas, Sabine Schilberg, Andreas Henrich und Marion Cascorbi. Die Wahlbeteiligung lag bei 16,2 Prozent. Pfarrer Hermann Müller berichtet von vielen nicht vollständig ausgefüllten Briefwahlunterlagen.

Wain:
In der evangelischen Kirchengemeinde Wain erreichte die Wahlbeteiligung 29,6 Prozent. Als Kirchengemeinderäte gewählt sind Monika Böhringer, Christian Geiger, Susanne Kaspar, Hans Schließer, Markus Schließer, Michael Unterweger, Michael Wahl, Martin Walcher und Frieder Wegmann.


© Schwäbische Zeitung - 02.12.2013

Eine Hand wirft den Wahlumschlag in die Wahlbox

Die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde haben gewählt.

Gerhard Lächelt ist der Stimmenkönig

Schwache Wahlbeteiligung von zwölf Prozent bei den Wahlen in der evangelischen Kirchengemeinde

Von Rudi Multer 4. Dezember 2013

BAD SAULGAU - Die evangelischen Christen in Bad Saulgau haben gewählt: Stimmenkönig bei der Wahl zum evangelischen Kirchengemeinderat ist Gerhard Lächelt. Er erreichte mit 428 Stimmen die höchste Stimmenzahl. Karin Käßmaier folgte ihm mit 413 Stimmen. Die Wahlbeteiligung in Bad Saulgau lag mit zwölf Prozent erheblich unter den Werten im Wahlkreis Biberach/Ravensburg und in Württemberg.

2847 evangelische Christen in Bad Saulgau und 505 in Herbertingen waren am Sonntag zu den Kirchenwahlen der evangelischen Kirchengemeinde Bad Saulgau aufgerufen. Die evangelischen Christen in Herbertingen gehören zur Kirchengemeinde Bad Saulgau. Zu wählen gab es einen neuen Kirchengemeinderat und die Vertreter für die Landessynode im Wahlkreis Biberach/Ravensburg. Gewählt wurde im gesamten Bereich der evangelischen Landeskirche Württemberg. Wählen durften Mitglieder der Kirchengemeinde schon ab dem 14. Lebensjahr.

Das großzügige Wahlrecht wurde aber nur von jedem achten Wahlberechtigten wahrgenommen. Mit einer Wahlbeteiligung von zwölf Prozent liegt die Beteiligung in Bad Saulgau unter dem Wert im Wahlkreis mit 18,7 Prozent und dem Wert der württembergischen Landeskirche, wo laut Pfarrer Paul Bräuchle um die 24 Prozent an die Wahlurnen gingen.

Während Pfarrer Paul Bräuchle den Wert auf Landesebene angesichts der demographischen Entwicklung noch für gut hält, ist ihm die schwache Wahlbeteiligung in der Gemeinde noch ein Rätsel. „Vielleicht ist das Bewusstsein, was der Kirchengemeinderat leistet, in der Breite noch nicht so bekannt“, sagt der Bad Saulgauer Pfarrer.

Die Zahl von elf Bewerbern für elf Sitze im Kirchengemeinderat hält Paul Bräuchle aber nicht für den ausreichenden Grund. Mit der Wählerstimme hätten die Wähler deutlich dem eigenen Kandidaten den Rücken stärken können. Um die Beteiligung nachhaltig zu stärken, müsse sich die Kirche womöglich mehr als „hingehende Kirche und nicht als die nur rufende Kirche verstehen“.

Annähernd repräsentativ für den Wahlkreis war übrigens das Bad Saulgauer Ergebnis bei der Wahl zur Landessynode. Bei den Theologen erhielten Dekan Hellger Koepff und Pfarrer Heiko Bräuning die meisten Stimmen. Beide gewannen die Wahl auch auf Wahlkreisebene und bekamen die Sitze in der Landessynode. Ähnlich war es bei den Laien. In Bad Sauglau erhielten die Wahlgewinner Jutta Henrich und Edeltraud Stetter die meisten Stimmen. Auf Wahlkreisebene lag allerdings Edeltraud Stetter vor Jutta Henrich, in Bad Saulgau war es umgekehrt.

Keinen Sitz im Wahlkreis erhielt die Gruppe Evangelium und Kirche. Der Laien-Kandidat Andreas Merkle, Bürgermeister der Gemeinde Gutenzell-Hürbel, war als Nachfolger des Altshauser Bürgermeisters Kurt König angetreten. Anders als König schaffte er den Sprung in die Landessynode jedoch nicht.

© Schwäbische Zeitung - 02.12.2013

Ein 14-jähriger nutzt sein Wahlrecht

Der 14-jährige Leo Seebold aus Bad Waldsee nutzt sein Wahlrecht. Erstmals dürfen evangelische Gemeindemitglieder ab 14 Jahren ihre Kirchengemeinderäte mitbestimmen. (Foto: Gottfried Brauchle)

„Gerade wir jungen Menschen sollten uns einbringen“

Die Kirchenwahl am Sonntag in Aulendorf und Bad Waldsee

Von Dagmar Brauchle

Bad Waldsee In Bad Waldsee und Aulendorf haben Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinden am Sonntag Kirchengemeinderäte und Mitglieder der Synode gewählt. „Erstens bin ich Christ, zweitens von der Arbeit der evangelischen Kirche überzeugt und drittens stehe ich dahinter, dass das Leben in dieser Gemeinde weiter geht.“ Wie aus der Pistole geschossen kommt diese Antwort einer Wählerin. Bevor ihr Name auch noch heraussprudelt, macht sie leider dicht, den möchte sie nicht in der Zeitung lesen.

Es ist gerade halb Elf geworden, der Familiengottesdienst ist zu Ende und im evangelischen Gemeindezentrum in Bad Waldsee geht es rund. Es gibt Früchtebrot, Spekulatius und Punsch, eine große Adventskerze brennt und Kindergartenmütter verkaufen selbstgebackene Plätzchen zu Gunsten neuer Laufräder für die Kleinen. Drinnen im Saal sind Anna Baitinger, Thomas Asche und Vikar Jürgen Bobzin konzentriert bei der Arbeit, vor ihrem Tisch hat sich eine lange Schlange gebildet.

Bevor die Kuverts mit dem Stimmzettel in die Urne geworfen werden dürfen, wird im Wählerverzeichnis gewissenhaft die Stimmberechtigung jedes Einzelnen geprüft. „Ich war selbst im Kirchgemeinderat“, begründet Anna Baitinger ihre Motivation, diesen sonnigen Adventssonntag im Wahllokal zu verbringen. „Dieses Mal habe ich nicht mehr kandidiert. Dass ich heute mithelfe, ist sozusagen ein letzter Dienst, den ich der Gemeinde erweise.“ Die erste Schicht ist bis 15 Uhr im Einsatz und dann abends wieder beim Auszählen der Stimmen.

Für Karl-Heinz Velte ist der Gang zur Wahlurne „eine Pflicht. Ich wüsste nicht, dass ich irgendwann eine Wahl versäumt hätte. Wenn man nicht wählt, kann man den Mund nicht aufmachen“, ist seine Überzeugung. Für Martin Haberkorn, der selbst schon einmal im Gremium saß, drückt sich in der Wahrnehmung seines Wahlrechts auch seine „Wertschätzung für die Kandidaten“ aus. Begleitet wird er von seiner Tochter Sarah. Für sie ist es die zweite Kirchengemeinderatswahl, aber die erste Wahl der Landessynode. „Wenn man eine Stimme hat, sollte man die auch abgeben“, sagt sie.

In Aulendorf endet der Gottesdienst eine halbe Stunde später. Genügend Zeit also für die SZ-Mitarbeiter, auch dort den ersten – und einzigen – Sturm auf die Wahlurne mitzuerleben. „Das tröpfelt später nur noch. Erst um die Kaffeezeit herum zieht es noch mal ein bisschen an“, weiß Pfarrer Gebhardt Gauß aus Erfahrung. Zur Hauptzeit setzt sich das Team aus Heinrich Stöppler, Claus Jacob, Jürgen Schröder und Dierk Jacob zusammen: „Ich bin zum zweiten Mal im Wahlausschuss. Ich kandidiere nicht und helfe lieber auf diese Weise.“

Der Andrang ist direkt nach dem Gottesdienst ebenso groß wie in Bad Waldsee. Hier wie dort bringen die meisten ihren fertig ausgefüllten Stimmzettel im Kuvert mit dem stilisierten Hahn zur Wahl mit und müssen diesen nur noch in die Urne einlegen. Manche werden erst zur Kabine geleitet, damit sie dort ihre Kreuze machen können. Einige geben ihre Briefwahlunterlagen persönlich ab. Und auch ganz ohne Wahlunterlagen kommt vereinzelt jemand an. Für solche Fälle halten die Wahlhelfer Stimmzettel zum Ausfüllen bereit.

Für die 18-jährige Mirijam Sing ist es die erste Kirchengemeinderatswahl. „Wenn ich schon die Möglichkeit habe mich einzubringen und etwas zu bewegen, dann möchte ich das auch nutzen“, sagt sie. „Gerade wir jungen Menschen sollten uns einbringen.“ Auch für Susanne Layer ist das selbstverständlich. „Ich fühle mich in unserer Kirchengemeinde heimisch und möchte deren Arbeit unterstützen und Verantwortung übernehmen.“ Renate Schick-Vierkorn ist es „wichtig zu wählen, wer in der Kirche mitbestimmen darf.“

© Schwäbische Zeitung - 02.12.2013

Hand die eine Wahlbriefumschlag in die Wahlbox wirft.

411 Stimmzettel wurden in Bad Waldsee abgegeben. In Aulendorf waren es 381. (Foto: Gottfried Brauchle)

Kirchenwahl: Frauen sind die Gewinnerinnen

Die Wahlbeteiligung in Bad Waldsee nimmt leicht zu und in Aulendorf deutlich ab - 411 Stimmzettel wurden in Bad Waldsee abgegeben. In Aulendorf waren es 381.

Bad Waldsee/Aulendorf / sz (kab/sim) - Der evangelischen Pfarrer Wolfgang Bertl aus Bad Waldsee und sein Aulendorfer Kollege Gerbhardt Gauß sind zufrieden mit dem Verlauf der Kirchenwahl am vergangenen Sonntag. Beide hätten sich jedoch eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht.

In Bad Waldsee waren von den 2647 Wahlberechtigten 411 zur Wahl gegangen. Das entspricht einer Beteiligung von 15,4 Prozent. Im Vergleich zur Kirchenwahl 2007, als 14,6 Prozent zur Wahl gegangen waren, ist das ein leichtes Plus. „In meiner ehemaligen Gemeinde bei Bietigheim hatten wir eine Wahlbeteiligung um die 25 Prozent. Wie die Beteiligung ist, liegt wohl auch an der Tradition“, sagt Bertl. Erstaunlich sei, dass die Wahlbeteiligung in Bad Waldsee nach oben gegangen sei, obwohl auch die ganz jungen Gemeindeglieder wählen durften. Neu im Kirchengemeinderat sind Carsten Stoll, Andreas Elliger und Susanne Adams.

Von den 1991 Wahlberechtigten in Aulendorf haben 381 ihre Stimme abgebeben; also 19,1 Prozent. Bei der Kirchenwahl 2007 waren es noch 25 Prozent gewesen. „Bei der Wahlbeteiligung sind wir deutlich abgerutscht. Das liegt sicher daran, dass wir nur neun Kandidaten für neun Plätze hatten“, sagt Gauß. Unter den Konfirmanden seien diejenigen zur Wahl gekommen, deren Eltern auch zu den Stammwählern gehören. „Die eher konservativen, traditionellen gehen immer zu Wahl; die eher liberalen nicht so“, berichtet Gauß. Der neue Kirchengemeinderat in Aulendorf sei ein guter Querschnitt der Gemeinde. „Wir haben überraschend drei Frauen an der Spitze“, sagt Gauß. Zu den neuen Mitgliedern im Kirchengemeinderat zählen Carola Zweifel, Susanne Binder und Guido Winkhardt.

© Schwäbische Zeitung - 02.12.2013

Mitglieder des Fördervereins Piela-Bilanga

Die Mitglieder des Fördervereins Piela-Bilanga, Erwin Wiest (rechts) und Gustl Alger, vor ihrem Stand. sz-Foto: Heinz Morlok

Beim Weihnachtsmarkt passt alles

Ochsenhauser Vereine und Schulen informieren über soziales Engagement

Von Heinz Morlok 2. Dezember 2013

OCHSENHAUSEN - Beim Weihnachtsmarkt in Ochsenhausen hat alles gepasst: gutes Wetter, eine lockere und freundliche Stimmung und mit anderen Besuchern in der Vergangenheit schwelgen – all die Dinge genießen, die einen Weihnachtsmarkt ausmachen. Der Samstag ist jedoch in Ochsenhausen ein ganz besonderer Tag. Der Tag der Vereine und Schulen. Der Kirchplatz wird zu eng. Vor der Prälatur und dem Klostermuseum drängen sich viele weitere Stände. Stände, die von Schulen und Vereinen zu überwiegend karitativen Zwecken aufgebaut wurden. Neben einem Glühweinstand steht der Stand des Fördervereins Piela-Bilanga. Für viele Ochsenhauser ein Begriff, einige gehen hin, um mehr über die Ziele des Vereins zu erfahren.

Ein paar Schritte weiter, der Weihnachtsmarktbesucher steht am Stand der FöRe, dem Förderverein der Realschule Ochsenhausen. Eine Trinkwasseranlage, aus der die Schüler kostenlos stilles oder kohlensäurehaltiges Wasser zapfen können, wurde von der FöRe installiert und betrieben. Die laufenden Kosten, immerhin 1400 Euro im Jahr, übernimmt der Verein. Bei dem breitgefächerten Angebot, mit dem Schüler unterstützt werden, ist jeder Kerzenständer, der am Weihnachtsmarkt verkauft wird, wichtig. Jeder Euro kommt den Schülern zugute. Power-Point-Kurse, Musikkooperationen und Vorbereitungskurse zur Eurocom-Prüfung beinhaltet das Angebot von Eltern und Lehrern, die sich ehrenamtlich engagieren.

Direkt gegenüber der FöRe fand man einen Stand von beeindruckender Schlichtheit. Ziel war es nicht, Geld zu verdienen, sondern zu informieren und um Sympathien zu werben. Unter dem Motto „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“ firmierte der Stand des Ökumenischen Arbeitskreises Asyl (AKA) in Ochsenhausen. Pfarrer Matthias Ströhle spricht mit großer Überzeugung von den hehren Zielen. So biete der Verein Deutschkurse an und helfe den Asylbewerbern bei den grundlegenden Bedürfnissen des täglichen Lebens. Der AKA hilft bei Behördengängen, steht bei der Wohnungssuche für Asylanten zur Seite und gestaltet ökumenische Gottesdienste zu den Themen Flucht und Asyl.

Viele andere Vereine, die sich zum Ziel gemacht haben, Menschen jeglicher Couleur und jeglichem Alters zu helfen, findet man im Bereich der Schulen und Vereine. Und was das ganze so sympathisch macht: Hier einen Glühwein, dort ein Fischhäppchen oder einfach eine köstliche „rote Wurst“. Weihnachtsmarkt in Ochsenhausen heißt hingehen und genießen.