© Schwäbische Zeitung - 28.02.2013

Bildunterschrift siehe unterer Abschnitt im Text.

Frankreich steht beim Weltgebetstag im Mittelpunkt

 

Frauen aller Konfessionen laden in unserer Region am 1. März zum Weltgebetstag ein

Von Michaela Kegel

Riedlingen/Region - Immer am ersten Freitag im März findet der Weltgebetstag – die größte ökumenische Bewegung der Frauen – statt. Er wird in über 170 Ländern auf der ganzen Welt gefeiert und in jedem Jahr bereiten Frauen aus dem Land, das im Mittelpunkt steht, die Gottesdienstordnung vor. In diesem Jahr kommt der Weltgebetstag aus Frankreich, unserem Nachbarland, mit dem uns viel verbindet. Es ist mit seinen 540000 Quadratkilometern Fläche eines der größten Länder Europas und besitzt eine große landschaftliche Vielfalt, die von hohen Gebirgsketten über sanfte Hügellandschaften und Flusstäler bis zur Küste reicht.

Der Großteil der Bevölkerung gehört der römisch-katholischen Kirche an – die strikte Trennung zwischen Religion und Staat ist in der Verfassung verankert. Oft wird Frankreich als beispielhaftes Land genannt, wenn es um die Möglichkeit geht, wie Frauen Familie und Beruf vereinbaren können, denn den Französinnen gelingt dies dank der gut ausgebauten staatlichen Kinderbetreuung scheinbar mühelos. Allerdings verdienen Frauen in Frankreich durchschnittlich rund achtzehn Prozent weniger als die Männer und Führungsposten in Politik und Wirtschaft bleiben ihnen häufig verwehrt.

Schwer hat es auch die Bevölkerung mit Migrationshintergrund, deren Anteil rund elf Prozent ausmacht. Meist kommen sie aus den ehemaligen Kolonien Frankreichs in Nord- und Westafrika und leben oftmals am Rande der Großstädte. Der Anteil der Menschen, die „ohne Papiere“ in Frankreich leben, kann nur geschätzt werden und es wird vermutet, dass es sich hierbei zwischen 200000 und 400000 Menschen handelt. Weltweit verlassen immer mehr Menschen ihr Land und versuchen, woanders heimisch zu werden.

Der Frage, was es bedeutet, Vertrautes zu verlassen und plötzlich fremd zu sein, sind die zwölf Französinnen aus sechs christlichen Konfessionen nachgegangen, die den diesjährigen Weltgebetstag vorbereitet haben. Ihr Gottesdienst ist mit dem Bibelzitat „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“ (Mt 25,35) überschrieben. Es soll dazu eingeladen werden, zu überlegen, wie wir eine „Kultur des Willkommens“ schaffen können. Einen kritischen Impuls dazu geben die weltweiten Gottesdienste zum Weltgebetstag, die auch in unserer Region stattfinden und von Frauen in den jeweiligen Gemeinden gestaltet werden.

Seit 40 Jahren in Riedlingen

Eine lange Tradition hat der Weltgebetstag in Riedlingen – dort findet er schon seit 40 Jahren statt. Erstmals feierte der evangelische Pfarrer Erich Munke einen Gottesdienst zum Weltgebetstag in Riedlingen. Auch seine Frau Christel sei maßgeblich an der Vorbereitung beteiligt gewesen. Daran erinnern sich Gretel Seit und Eleonore Todt noch gut – beide gehörten von Anfang an dem Vorbereitungsteam an und sind bis heute aktiv dabei. Waren es zuerst Frauen aus der evangelischen Kirche, so kamen später Frauen aus der katholischen Kirche und der Freikirche hinzu. „Der Weltgebetstag ist ein schönes Miteinander, das die Ökumene vor Ort stärkt“, findet die evangelische Pfarrerin Helga Steible-Elsässer.

So findet dieser jährlich abwechselnd im Johannes-Zwick-Haus und im katholischen Gemeindehaus statt. Die Frauen basteln und backen für den Weltgebetstag – stets sind es landestypische Gerichte und Dekorationen in den Landesfarben. Am Freitag werden neben Gebäck auch Baguette, Käse, Crèpes und Cidre serviert. Der „vollwertige Gottesdienst von Frauen für Frauen“ habe als Ziel das gemeinsame Gebet und es sei ein Zeichen der Solidarität zu erkennen, denn es käme bei der Kollekte in Riedlingen immer erstaunlich viel Geld zusammen. Damit werden weltweit Projekte für Frauen und Mädchen gefördert.

Bibelzitat passt nach Riedlingen

Fast 100 Frauen würden jedes Jahr den Weltgebetstag in Riedlingen besuchen, dabei sei das Altersspektrum von 20 bis fast 90 Jahre groß. „Ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen“ – dieses Bibelzitat passt auch ganz besonders gut nach Riedlingen mit seinem hohen Anteil an Spätaussiedlern aus Russland. So werden Anfang und Schluss des Gottesdienstes seit fast zehn Jahren stets auch in russischer Sprache verlesen.

Der Weltgebetstag sei eine gute Möglichkeit, etwas über das Leben in den anderen Ländern zu erfahren, finden die Frauen aus dem Riedlinger Vorbereitungsteam. „Und dabei werden auch die Probleme der Bevölkerung und nicht nur Bilder aus Reiseprospekten gezeigt“, meint Pfarrerin Steible-Elsässer, die darin ein „Bewusstsein für die ganze weltweite Kirche“ erkennt. Auch für Kinder wird es in Riedlingen einen Kindergottesdienst zum Weltgebetstag geben – der Termin wird noch bekannt gegeben.

 

Bildunterschrift:

Einige Frauen sind zum Basteln der Tischdekoration für den Weltgebetstag im Riedlinger Johannes-Zwick-Haus zusammen gekommen: (erste Reihe sitzend von links) Erika Schneider, Maria Szabadi, Gretel Seit, stehend (von links) Ludmilla Schick, Sofia Felser, Margit Müller, (dahinter) Ursula Madre, Waltraud Jakober, Pfarrerin Helga Steible-Elsässer, Eleonore Todt, Bärbel Winecker und Hilde Pfitzinger. Foto: Michaela Kegel

„Und dabei werden auch die Probleme der Bevölkerung und nicht nur Bilder aus Reiseprospekten gezeigt“
Pfarrerin Steible-Elsässer.

© Schwäbische Zeitung - 27.02.2013

SZ-Foto: Mägerle

Kirchenpflege-Stiftung erwacht aus dem Dornröschenschlaf

Bei der ersten Sitzung von Stiftungsrat und -vorstand geht es um dringende Sanierungsarbeiten an der Stadtpfarrkirche

Biberach (gem) - „Wir haben die Stiftung gemeinschaftliche Kirchenpflege aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt.“ So fasst der evangelische Stadtpfarrer Ulrich Heinzelmann die konstituierende Sitzung des Stiftungsrats zusammen, dessen Vorsitzender Heinzelmann nun ist. Sein Stellvertreter ist der katholische Gesamtkirchenpfleger Thomas Stöhr.

Mit der ersten Sitzung des neuen Stiftungsrats, der sich aus je drei Vertretern der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde sowie drei Vertretern des städtischen Gemeinderats samt den drei Mitgliedern des Stiftungsvorstands zusammensetzt, kommt wieder Leben in das jahrhundertealte Rechtskonstrukt der Stiftung. In einem jahrelangen Prozess hatten Rechtsexperten der Kirchen und von kommunaler Seite den Status der Stiftung geprüft und waren im vergangenen Jahr zu dem Schluss gekommen, dass es sich um eine Stiftung öffentlichen Rechts handelt.

Bis zum vergangenen Sommer hatte der Gemeinderat in Stiftungssachen gemeinschaftliche Kirchenpflege die Stiftung verwaltet, zu deren Vermögen zwar die Stadtpfarrkirche St. Martin samt Kirchplatz, nicht jedoch Finanzmittel gehören. Indem der Gemeinderat im Juni einer neuen Stiftungssatzung zustimmte, machte er den Weg für die nun erfolgte Wahl des Stiftungsrats frei.

Damit ist es auch möglich, der Stiftung gemeinschaftliche Kirchenpflege Zustiftungen zukommen zu lassen, was nun oberste Priorität haben werde, wie Heinzelmann sagt. Denn an der Stadtpfarrkirche stehen dringende Sanierungsarbeiten an. So wird in diesem Jahr die veraltete Elektroinstallation entfernt und durch eine neue ersetzt. Rund 20 Kilometer Kabel müssen dabei herausgerissen werden, so Heinzelmann. „Die Versicherung hatte uns bereits angedroht, die Brandschutzversicherung zu kündigen, wenn wir nicht modernisieren.“ Zur Adventszeit 2013 oder zum Jahresbeginn 2014 soll die neue Elektrik eingebaut sein.

Noch nicht geklärt ist, durch welches neue System die defekte Kirchenheizung ersetzt werden soll. „Wir prüfen immer noch, was am geeignetsten ist“, sagt Heinzelmann.

Zunächst gehe es darum, zusammen mit dem Verein Bauhütte Simultaneum, der der Stiftung zugeordnet ist, um Spenden und Zustiftungen zu werben. Auf welche Weise dies möglich ist, darüber will die Stiftung in nächster Zeit informieren.

Die Mitglieder von Stiftungsrat und Stiftungsvorstand der „gemeinschaftlichen Kirchenpflege“ bei ihrer konstituierenden Sitzung.SZ-Foto: Mägerle

© Schwäbische Zeitung - 26.02.2013

Weltgebetstag wendet sich gegen Rassismus

Beim Gottesdienst am Freitag geht es um Frankreich und das Thema Migration

Bad Saulgau (sz) - Menschen aus der ganzen Welt feiern am Freitag, 1. März, den Gottesdienst „Ich war fremd – ihr habt mich aufgenommen“. Auch in Bad Saulgau hat eine Gruppe von Frauen zusammen mit der Band des Klosters Sießen den Weltgebetstag vorbereitet. Er wird um 19 Uhr in der Christuskirche gefeiert. „Migration ist auch bei uns ein Thema“, sagt Veronika Eberhart-Multer, die den Weltgebetstag mit vorbereitet hat, „denn jeder hat doch schon einmal die Erfahrung des Fremdseins gemacht“. Die Liturgie des Weltgebetstags werde zwar von Frauen eines bestimmten Landes vorbereitet - in diesem Jahr Frankreich - der Weltgebetstag vor Ort wird von einer Gruppe von Frauen organisiert. Eingeladen sind aber alle, Männer und Frauen. Es ist ein ökumenisches Angebot.

Beim Weltgebetstag gibt es Informationen über Frankreich und die Situation von Frauen in diesem Land. Das Team arbeitet mit persönlichen Erfahrungsberichten von Frauen im Nachbarland. Mit dem Weltgebetstag wolle man ein Zeichen von Solidarität setzen, eine "Kultur des Willkommenseins" fördern. Das Geld der Kollekte ist für die Unterstützung von Projekten für Frauen und Mädchen bestimmt, die flüchten und Asyl beantragen müssen. Im Anschluss an den Gottesdienst besteht die Möglichkeit zu Gesprächen und Begegnungen bei einem kleinen Umtrunk.

Was heißt es, die Heimat verlassen zu müssen und plötzlich „fremd“ zu sein? Diese Frage stellen sich Frauen aus Frankreich, die den Gottesdienst zum Weltgebetstag 2013 mit dem Titel „Ich war fremd – ihr habt mich aufgenommen“ geschrieben haben. In Kirchengemeinden in über 170 Ländern der Erde gestalten Frauengruppen unterschiedlicher christlicher Konfessionen den Gottesdienst der Französinnen. Mit Gebeten, Liedern und kreativer Gestaltung lädt er uns alle zu einer Kultur des Willkommens ein. Mutig zeigen die Französinnen aber auch, wo unsere europäische Gesellschaft keine Willkommensgesellschaft ist. Alltäglicher Rassismus und rigide Asylgesetze stehen im krassen Gegensatz zu den Worten Jesu Christi.

In Frankreich, wo über 50 Prozent der Bevölkerung römisch-katholisch sind, ist die strikte Trennung von Staat und Religion in der Verfassung verankert. Es gibt weder Kirchensteuer noch Religionsunterricht an staatlichen Schulen, dennoch ist der Glaube vieler Französinnen und Franzosen lebendig. Die Weltgebetstagsbewegung verbreitete sich in den 1980er Jahren vom Elsass aus in ganz Frankreich und ist ein sichtbares Zeichen der christlichen Ökumene.

Der ökumenische Gottesdienst zum Weltgebetstag beginnt am Freitag, 1. März, um 19 Uhr in der evangelischen Christuskirche.

© Schwäbische Zeitung - 26.02.2013

Pfarrer wechselt den Kirchenbezirk

 

Blaubeuren/Dietenheim (sz) - Pfarrer Thomas Breitkreuz, bisher zuständig für die Kirchengemeinde Wippingen, die Krankenhausseelsorge Blaubeuren und die Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks Blaubeuren, wird im Sommer nach Dietenheim im Kirchenbezirk Biberach wechseln.

Pfarrer Breitkreuz war bisher von der Landeskirche befristet angestellt, die Probezeit am Anfang der Pfarrerlaufbahn läuft im März aus. Da die Pfarrstelle Wippingen vom Pfarrplan 2018 betroffen ist, kann Pfarrer Breitkreuz nicht in Wippingen bleiben. Die Kirchengemeinde wird künftig von der Pfarrstelle Asch mitversorgt. Die Kirchengemeinden Asch, Sonderbuch und Wippingen arbeiten mit Hochdruck daran, dass bis zum Sommer ein nahtloser Übergang möglich sein wird. Die Krankenhausseelsorge in Blaubeuren wird künftig vom Pfarramt Gerhausen mitversorgt, die Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenbezirks wandert nach Blaubeuren.

Pfarrer Breitkreuz freut sich nach eigenen Worten darauf, nun ganz für eine Kirchengemeinde da sein zu können. Ihn erwartet ein großes Spektrum an Aufgaben im Illertal, in Dietenheim mit Regglisweiler, und Illerrieden mit Wangen und Dorndorf. Seine neue Kirchengemeinde hat mehr als 1600 Gemeindeglieder.

© Schwäbische Zeitung - 26.02.2013

Kirche diskutiert Pfarrplan

 

Biberach (sz) - Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde veranstaltet morgen, Mittwoch, ab 19.30 Uhr im Martin-Luther-Gemeindehaus eine Vollversammlung für alle Kirchengemeinderatsgremien der fünf Gemeinden. Die Vorsitzenden Dr. Ulrike Werthmann und Dekan Hellger Koepff berichten über die Entscheidungen des Kirchenbezirks zum Pfarrplan sowie über die jüngsten Entwicklungen bei den Gebäuden der Kirchengemeinde. Die Sitzung ist öffentlich, Fragen und Stellungnahmen sind möglich.

© Schwäbische Zeitung - 23.02.2013

Leid – Warum lässt Gott das zu?

Vortragsabend der Erwachsenenbildung in Ertingen

Ertingen (sz) - Das diesjährige Thema der Erwachsenenbildung in Ertingen wird wieder von beiden Kirchengemeinden getragen und widmet sich einer der spannendsten und schwersten Fragen des Denkens und Glaubens. Seit der Antike provoziert die Frage, warum Gott das Leid und Böses zulasse, immer wieder neue Antwortversuche. Der Abend findet am Dienstag, 26. Februar im Abt-Bischof-Spies-Haus in Ertingen statt, Beginn ist 19.30 Uhr.

In der Moderne führt sie häufig auch zu einer Abkehr vom Gottesglauben, sie wird zum „Fels des Atheismus“. In der Tat: Wie soll man angesichts des Bösen in der Welt an einen guten Gott glauben können? Sprechen nicht die Übel in der Welt gegen einen Gott? Wer nicht so weit geht will: Gott gerät zumindest auf die Anklagebank – er hat sich zu rechtfertigen dafür, dass er die Geschichte dieser Welt nicht in den Griff bekommt. Die Frage der „Theodizee“ (wörtlich: Rechtfertigung Gottes) wird in der Philosophie bis heute kontrovers diskutiert.

Glaubende haben eine andere Perspektive auf diese Frage, sind aber zum Teil umso mehr betroffen: Denn warum sind es gerade auch gute und glaubende Menschen, die das Leid trifft? Wie soll man einen Gott in seiner Verborgenheit und mit seinen dunklen Seiten lieben können? Wie soll man die Allmacht Gottes denn verstehen können, wenn er offensichtlich nicht eingreift, um dem Bösen oder um Katastrophen und Krankheiten Einhalt zu gebieten?

Ein Vortragabend mit Pfr. Dr. Hans-Martin Rieger, evangelischer Pfarrer in Ertingen und Privatdozent an der Universität Jena, wird diese Fragen ausloten und die Möglichkeit der Antwortversuche erkunden. Neben der denkerischen Herausforderung ist ihm wichtig zu klären, wie Menschen mit Leid so umgehen können, dass sie ihnen ihre Kraft zum Menschensein nicht raubt.

Pfr. Dr. Häring, katholischer Pfarrer in Ertingen, wird die Frage „Wie kann ich als Glaubender mit Leid umgehen?“ dann zum Thema seiner Fastenpredigt am Sonntag, 3. März in der kath. Pfarrkirche Ertingen machen. Beginn ist hier um 18 Uhr.

Zu beiden Veranstaltungen sind alle Interessierten eingeladen. Beim Vortragsabend besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

© Schwäbische Zeitung - 23.02.2013 (Kopie 1)

Dorine Studerde Vere Peratoner (Kunstpädagogin), Andrea Tiebel-Quast (Malerin), Karin Burgmaier-Laengerer (Leiterin der FBS) und Birgit Schmogro (Pfarrerin) haben die Ausstellung erarbeitet. sz-Foto: Vogel

Menschen begegnen der Bibel auf kreative Art

 

Künstlerin Andrea Tiebel-Quast zeigt in der Friedenskirche großformatige Werke und eine Installation

Von Günter Vogel


Biberach - In der Friedenskirche ist ab morgen, Sonntag, 24. Februar, 11 Uhr, eine Ausstellung mit Bildern und einer Installation der Künstlerin Andrea Tiebel-Quast zu sehen.

Es sind jeweils großformatige Dreiergruppen in Öl oder Acryl, die die Malerin unter ein bestimmtes Thema gestellt hat wie „Liebe Deinen Nächsten“, oder „Ihr seid das Licht der Welt“ und „Gottes Wort ist Leben.“

Die Bilder imponieren durch feine Strukturen, durch eigene dynamische Ausdrucksformen, durch sanfte, vielfach fließende Farbgebung. Sie stellen die Bibel in den Fokus, sollen wegführen von der heutigen Schnelllebigkeit. Sie sollen helfen, Denken und Fühlen auf die unveräußerlichen beständigen Werte des Lebens zurückzulenken.

Die Werke enthalten kurze Schriftzüge aus dem Evangelium nach Matthäus, die von rechts nach links zu lesen sind sowie Verweise auf die genaue Bibelstelle.

Die Idee dazu kam der Malerin vor dreieinhalb Jahren. Die Bilder waren auch bereits in Ulm ausgestellt.

Ein Teil der Werke ist in der Emblemform dargestellt, der Urform der Werbebotschaft; die Hinweise erschließen sich durch das gelesene Wort. Nach dem Bibellesen formen sich Bilder, die gedanklich weiterführen.

Vor dem Altar ist eine Installation aufgebaut. Zwei alte Nähmaschinen der Großmutter der Künstlerin sind durch Korn und Psalmen, Gottes Wort auf Papier, miteinander verbunden. Das Korn steht für die Nahrung des Menschen. Die Nähmaschinen symbolisieren den Menschen, dessen Arbeit, dessen Mühen. Sieben alte Bibeln sind in die Gestaltung integriert.

Andrea Tiebel-Quast: „Die Bibel ist für mich ein altes, aber immer aktuelles Werk. In der Bibel kann jeder herausfinden, was für das Leben wegweisend ist – vom mental uninspirierten zum inspirierten Menschen; vom Kokon zum Schmetterling.“

Bei der Finissage am Sonntag, 10. März, um 9.30 Uhr werden etwa 40 Konfirmanden und weitere Jugendliche kreativ integriert. Die jungen Menschen werden unter Leitung von Andrea Tiebel-Quast und Dorine Studer-de Vere Peratoner ein selbstständiges Projekt erarbeiten. Sie bemalen ein sieben bis acht Meter langes Tuch, das dann zerschnitten wird, dessen Streifen am Altar aufgehängt und durch einen Luftstrom bewegt werden.

Das Projekt ist eine Zusammenarbeit der Künstlerin mit der Pfarrerin der Friedenskirche, Birgit Schmogro, der Kunstpädagogin Dorine Studer-de Vere Peratoner sowie der Familien-Bildungsstätte (FBS) der evangelischen Kirche unter Leitung von Karin Burgmaier-Laengerer.

Die Werke sind während der regulären Öffnungszeiten der Friedenskirche zugänglich.

© Schwäbische Zeitung - 22.02.2013

Pfarrer Matthias Ströhle (r.) und das Team des ökumenischen Arbeitskreises Asyl nehmen gern den Spendenscheck der Südpack-Azubis entgegen. Foto: privat

Insgesamt 5000 Euro fließen in soziale Projekte

 

Auszubildende der Ochsenhauser Firma Südpack organisieren Tombola für den guten Zweck


Ochsenhausen (sz) - Die Auszubildenden der Firma Südpack organisieren jedes Jahr in Eigenregie eine Tombola zur Unterstützung von sozialen Projekten. Sie haben durch ihren Einsatz einen Spendenbetrag von 5000 Euro gesammelt, der es ermöglicht hat, verschiedene soziale Projekte zu unterstützen.

Ein großer Teil des Betrags, genau 500 Euro, kommt dem „Projekt 36“ zugute, das ein Kindertuberkolose-Krankenhaus der Organisation „Ärzte für die Dritte Welt“ unterstützt. Unter anderem das Engagement des Ärzteehepaars Kölle aus Schwendi hält den laufenden Betrieb des Krankenhauses aufrecht.

Hilfe zur weiteren Hilfe

Weiter erhalten Patenkinder in Argentinien einen Beitrag, um weiterführende Schulen oder Universitäten besuchen zu können.

Ebenfalls gefördert werden zwei Schulen vor Ort: Die Grund- und Werkrealschule Reinstetten-Ochsenhausen zur Unterstützung von Flüchtlingskindern bei der Integration in den normalen Schulbetrieb und die Rottumtalschule in Ochsenhausen, um den Schulalltag der Förderschule zu gewährleisten. Ein weiteres bereits langjährig bedachtes Projekt ist das „Ulrika Nisch Haus“ in Biberach, das Müttern und ihren Kindern in Not hilft.

Außerdem geht ein Teil des Geldes an den Tafelladen St. Martin in Ochsenhauen sowie das ökumenische Hilfsprojekt „Hoffnung für Kasachstan“ in Ochsenhausen, das verschiedene soziale Projekte in Osteuropa fördert. Das in einer internen Spendentombola gesammelte Geld wurde von den Auszubildenden der Firma Südpack an die Vertreter der jeweiligen Einrichtungen übergeben.

 

© Schwäbische Zeitung - 22.02.2013

Kommen gern zum Landfrauentag: Ursula Huber (links) und Ursula Feller. Fotos: Patricia Geiger

"Heimat ist etwas Einmaliges"

 

80 Landfrauen kommen zum Treffen ins Evangelische Gemeindehaus nach Wain

Von Patricia Geiger

Wain - „Heimat suchen – Heimat finden“: Zu diesem Thema haben sich rund 80 Landfrauen beim Treffen im Evangelischen Gemeindehaus in Wain Vorträge angehört und sich selbst Gedanken gemacht. Organisiert wurde das Treffen vom Arbeitskreis Frauen des Evangelischen Bauernwerks im Kirchenbezirk Biberach.

Pfarrerin Maike Sachs aus Sankt Johann ging in ihrem Vortrag dem Thema auf den Grund, was ein Ort braucht, um zur Heimat zu werden. Vor allem nach mehrfachen Wohnortswechseln stelle man sich oft die Fragen: „Was macht einen Ort zum Zuhause?“ Sachs kam zu der Erkenntnis, dass man erst ein Jahr warten müsse, um sich irgendwo richtig eingelebt zu haben. Gewohntes wie die Umgebung, aber auch Lebensrhythmen wie Feste, mitgebrachte Traditionen und auch die Menschen um einen herum seien Dinge, die einen Ort zum Zuhause machen können, aber nicht müssen.

„Heimat ist etwas Einmaliges“, erklärte Sachs. Das merke man selbst an so kleinen Dingen wie der Tatsache, dass es von dem Wort keinen Plural gibt. „Wir sprechen von verschiedenen Heimatorten, aber die Heimat gibt es nur einmal.“ Die Pfarrerin sprach auch über den Wandel in der Gesellschaft. „Früher haben die jungen Leute im Wohnort oder Nachbarort gelernt und sind dann auch dort geblieben.“ Dies sei heute fast nicht mehr möglich, da man ständig mobil sein müsse. Es sei jedoch möglich, dazu beizutragen, damit andere sich wohl fühlen und eine Heimat finden. So könne man der Gefahr entgegenwirken, sich voneinander abzukapseln. Auch das Leben in einer Gemeinde trägt laut Maike Sachs zum Heimatgefühl bei. Sie kam zu dem Schluss, dass ein Zuhause ein Ort ist, „an dem ich alle Viere von mir strecken und mich wohlfühlen kann.“

Ursula Huber hat 1961 in Illerrieden ein neues Zuhause gefunden, als sie mit ihrem Mann zusammen in dessen Heimatort zog. „Meine Heimat ist aber immer noch Brandenburg und auch der Harz“, meint die 72-Jährige, die in Brandenburg an der Havel geboren wurde und deren Familie in den Harz umzog, als Huber sieben Jahre alt war. Sie ist seit 35 Jahren als Mesnerin tätig.

Die Seele des Hauses

„Sie sorgt dafür, dass man sich daheim fühlt, wenn man in Illerrieden in die Kirche kommt“, sagt die 82-jährige Ursula Feller aus Regglisweiler. Die beiden Frauen kennen sich schon seit fast 40 Jahren und sind gemeinsam nach Wain gekommen. Feller kam 1956 von der Schwäbischen Alb der Liebe wegen nach Regglisweiler; die Familie ihres Mannes hat einen Hof mit eigener Brennerei. „Sie ist die Seele des Hauses“, sagt Ursula Huber über ihre gute Bekannte. Für Ursula Feller ist das Treffen in Wain etwas besonderes: „Es ist schön, wenn an so einem Tag so viele zusammenkommen. Dann trifft man alte Bekannte, die auch schon vor Jahrzehnten dabei waren.“

Pfarrerin Maike Sachs sprach zum Thema „Heimat suchen – Heimat finden“.

„Es ist schön, wenn an so einem Tag so viele zusammenkommen.“
Landfrau Ursula Feller (siehe Foto)

© Schwäbische Zeitung - 19.02.2013

Beim Volleyballturnier in Wain gab es 22 Sieger – auch wenn nur eine Mannschaft den Wanderpokal mit nach Hause nehmen konnte. Fotos: privat

22 Mannschaften kämpfen um den Sieg


Das 25. Volleyballturnier in Wain gewinnt das Team aus Illertissen

Wain (sz) - Der Jugendkreis Wain hat ein Volleyballturnier ausgerichtet. 22 Mannschaften kämpften um den Turniersieg, der am Ende an das Team „Yia mas“ aus Illertissen ging, gefolgt von „Next Generation“ und „Leichtatlethik“.

Schon am Freitagabend, kurz nach dem Anpfiff, herrschte eine gute Stimmung in der Wainer Mehrzweckhalle, wo sich neben den Mannschaften auch viele Leute zum Zuschauen und Anfeuern eingefunden hatten. Bis nach 23 Uhr kämpften die Mannschaften auf zwei Spielfeldern um die Siege. Dabei kam der Spaß nicht zu kurz. Im Anschluss konnten sich Zuschauer und Aktive noch in der Bar treffen und den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Am Samstagmorgen ging es früh weiter. Um 9.30 Uhr lud der Jugendkreis zum gemeinsamen Frühstück ein. Mehr als 100 Menschen folgten der Einladung. Anja Tischler und Michael Unterweger hatten eine Andacht zum Motto des Turniers „Just do it“ vorbereitet. Die beiden sprachen davon, dass auch in der Bibel viele Vorbilder zu finden sind, die genau das gemacht haben, nämlich Gottes Ruf bedingungslos nachzufolgen. Als Beispiel hoben sie das Buch Daniel hervor und lasen eine längere Passage daraus vor.

Ab 10 Uhr war dann wieder Volleyball angesagt. Auch an diesem zweiten Tag feuerten wieder mehr als Menschen die Teams an. Ein besonderes Highlight war ein Einlagespiel zum 25. Jubiläum des Volleyballturniers. Außer Konkurrenz spielte der Gemeinderat Wain gegen den Jungendkreis Wain. Auch wenn der Gemeinderat das Spiel verlor, war es doch für beide Seiten eine interessante Begegnung.

Nach einem spannenden Finale, das am Ende mit einem 50:22-Sieg für die Siegermannschaft „Yia mas“ ausging, waren einige Stunden Pause, in denen die Turnhalle unter anderem für das Abendprogramm umgebaut wurde. Zu diesem lud der Jungedkreis Wain ab 20 Uhr mit Siegerehrung und anschließendem buntem Programm ein.

Das Turnier fand die vergangenen 25 Jahre jährlich statt – mit einer einzigen Ausnahme, als eine Austragung nicht möglich war, da die Halle umgebaut wurde. Als kleine Anerkennung wurde dem Jungendkreis Wain eine Spende in Höhe von 150 Euro überreicht, welche die Jungendkreisleiterin, Lisa Maier, entgegennahm.

Zuvor waren Markus Schließer und Frieder Wegmann als Mitbegründer des Volleyballturniers interviewt worden. Sie berichteten, dass ihre Motivation für die Ausrichtung des Turniers war, anderen Menschen von Gott zu erzählen. Und so kamen sie auf die Idee, eine Volleyballveranstaltung auf die Beine zu stellen – gerade deshalb, weil es sich beim Volleyball um eine Sportart handelt, die alle austragen können. Bezeichnend fanden die beiden, dass der grobe Rahmen des Turniers immer gleich geblieben sei: Spiele am Freitagabend und Samstag, gemeinsames Frühstück mit Andacht und ein pfiffiges Abendprogramm mit Siegerehrung zum Abschluss.

Auch in diesem Jahr stand das Abendprogramm unter dem Motto des Turniers. Nach „Just do it“-Manier wurden sämtliche 170 Zuschauer in das abwechslungsreich gestaltete Programm involviert. So berichtete Christoph Ruopp von verschiedenen Touren, die er durch skandinavische Länder, osteuropäische Länder, Madagaskar und weitere Länder unternommen hat. Mal war er mit dem Fahrrad unterwegs, ein anderes Mal mit dem Kajak. Er zeigte zu verschiedenen Themenblöcken wie Essen, Orientierung, Kommunikation und Schlafen jeweils schöne Aufnahmen und berichtete von seinen Erlebnissen in verschiedenen Situationen und unterschiedlichen Kulturen. Nach jedem Themenblock wurden nach dem Zufallsprinzip meistens vier Zuschauer ausgelost, die eine witzige Aufgabe zu bewältigen hatten, welche zum Thema des jeweiligen Blocks passte. Im Anschluss an das fast zweistündige Abendprogramm war die Bar wieder geöffnet und es gab ein gemütliches Ausklingen eines schönen Volleyballturniers.

Der Wainer Gemeinderat spielt gegen den Jugendkreis Wain.


© Schwäbische Zeitung - 13.02.2013 (Kopie 1)

„Riskier was, Mensch!“

 

Fastenaktion der evangelischen Kirche
ruft zu sieben Wochen ohne Vorsicht auf


BIBERACH (sz) -
„Riskier was, Mensch! Sieben Wochen ohne Vorsicht“
lautet das Motto der Fastenaktion der evangelischen Kirche „7 Wochen Ohne“ für 2013. Pfarrer Ulrich Heinzelmann führt am heutigen Aschermittwoch um 20 Uhr im Martin- Luther-Gemeindehaus, Waldseer Straße 20, in das zunächst ungewohnt und provozierend klingende Thema der Fastenaktion ein. Der die Fastenaktion begleitende Fastenkalender kann erworben werden. Er enthält Texte aus Kirche, Kultur und Alltagsleben. Die Texte sollen dazu ermutigen, sich im Austausch mit anderen im Sinne Jesu Christi zu erneuern und zu überprüfen, was sich an eingefahrenen Gewohnheiten ändern soll und muss. Darüber hinaus findet in Biberach während der Fastenzeit jeden Sonntag um 19 Uhr in der Evangelischen Spitalkirche ein meditatives Abendgebet statt, das die Thematik der Fastenaktion aufnimmt und als etwa 30-minütiges Taizégebet gestaltet wird. Sieben Wochen lang, von Aschermittwoch bis Ostersonntag, sollen die Fastenden ihre Manschetten ablegen und Tacheles reden: ein offenes Wort gegenüber dem Chef wagen oder dem Partner mutig sagen, dass er sich verrennt. Das Motto bezieht sich auf das von der Evangelischen Kirche in
Deutschland ausgerufene Jahr der Toleranz. Gegensätze, unterschiedliche
Auffassungen und Ansichten sollen im Gespräch ehrlich ausgetauscht
werden und nicht hinter einer Mauer des Schweigens, der Abwendung und
des Desinteresses verschwinden.

Weitere Informationen gibt es auf www.7-wochen-ohne.de. Dort
können auf einer interaktiven Landkarte Fastengruppen und
Einzelpersonen veröffentlichen, wo sie fasten und was sie konkret tun.
Weitere Aktionen können Interessierte auch auf Facebook unter
www.7wochenohne.facebook.de begleiten und kommentieren

© Schwäbische Zeitung - 04.02.2013

SZ-Foto: Kusterer

„Ich blicke auf eine reiche Zeit zurück“

Festlicher und herzlicher Abschied für Pfarrer Ulrich Weber und seine Frau Maren

Von Beate Kusterer

Biberach - Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes hat sich am Samstagabend Pfarrer Ulrich Weber nach über 13-jähriger Tätigkeit von der Heilig-Geist-Gemeinde Biberach verabschiedet. Er wird ab 1. März die Leitung der Telefonseelsorge in Pforzheim übernehmen. Für die musikalischen Glanzlichter in der vollbesetzten Kirche sorgten Christian Segmehl am Saxofon und Ludwig Kibler an der Orgel. Im Anschluss nutzten rund 200 Gemeindemitglieder und Weggefährten die Möglichkeit sich persönlich von ihm und seiner Frau Maren im Heilig-Geist-Gemeindehaus zu verabschieden.

In dem gemeinsam von Pfarrer Ulrich Weber, Dekan Hellger Koepff und Pfarrer Ulrich Heinzelmann gestalteten Gottesdienst wurde mehrmals auf die Jahreslosung aus Hebräer 13, Vers 14 Bezug genommen. „Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Neben der tieferen Dimension, die auf das Reich Gottes hinweise, sei es für einen Pfarrer, so Ulrich Weber, normal, nur eine bestimmte Zeit an einem Ort zu sein. Sieben Jahre hätten er und seine Frau Maren sich vorgenommen in Biberach zu bleiben, 13-einhalb seien nun daraus geworden. „Ich blicke voll Dankbarkeit auf die reiche, erfüllte und arbeitsintensive Zeit hier zurück“, sagte Weber abschließend.

Dekan Hellger Koepff dankte ihm im Namen der Kirche für seinen Dienst und den Einsatz seiner, wie der Dekan formulierte, „eigenen und besonderen Gaben, wie seiner seelsorgerischen Tiefe und dem wachen Gespür was untergründig und zwischen Menschen geschieht“.

Christian Segmehl und Ludwig Kibler ließen die Zuhörer an einer ganzen Bandbreite von musikalischen Stimmungslagen teilhaben: von getragenen und ruhigen Stücken von Bach, bis zu einem fetzig tönenden „Black & Blue“ von Cockcraft, um mit einem samtigen „One Moment in Time“, dem langer Beifall folgte, zu enden.

Musik und Geschenke

Im anschließenden, vom Kirchengemeinderat unter dem Vorsitz von Gisela Wagner organisierten Empfang im Heilig-Geist-Gemeindehaus, machten die verschiedenen Gruppen wie Kirchenchor, Erzieherinnen der evangelischen Kindergärten, evangelische und katholische Kollegen und viele Gemeindemitglieder, ihm und seiner Frau mit herzlichen Worten, Geschenken und viel Musik den Abschied nicht leicht. Das Programm moderierte Ralf Harnisch. Besonders die Klänge des Kirchenchors der Gemeinde, „Chörle“ genannt, den Maren Weber geleitet hatte, ließen beim Irischen Segenslied Abschiedsschmerz aufkommen. Doch es war auch immer wieder viel Platz für Lachen und Humor.

Für die Applausgeier, Theatergruppe von Boehringer Ingelheim, die im Gemeindehaus proben, bedankte sich Abdolahf Messaoudi mit einem Scheck über 800 Euro für die Gemeinde.

Die Schwäbischen Applausgeier dankten im Rahmen der Verabschiedung von Pfarrer Ulrich Weber ihm und der Heilig-Geist-Gemeinde für den zur Verfügung gestellten Proberaum mit einem Scheck über 800 Euro für die Gemeinde: Pfarrer Ulrich Weber, Isolde Stark, Abdolahf Messaoudi (vorne von links), Evelyn Schmucker, Kerstin Merk, Helga Nickel, Martin Lang und Silke Rist (hinten, von links). SZ-Foto: Kusterer

© Schwäbische Zeitung - 02.02.2013

sz-Foto: müller

Kirchentagsmotto versus Metzgerfrage

Runde stellt sich einem Thema, das die Zukunft der Menschenheit entscheidet

Von Wolfgang Amadeus Müller


Biberach - Der indonesische Lebensstil würde zwei Drittel der Erde als Ressource brauchen, der deutsche würde zweieinhalbmal so viel brauchen, wie die Erde bietet, der US-amerikanische Lebensstil sogar viermal so viel. Während der Westen nach der Metzgerfrage, „Darf es auch ein bisschen mehr sein?“ lebt, möchte die evangelische Kirche auf ihrem Kirchentag vom 1. bis 5. Mai in Hamburg das Bibelwort „Nehme so viel du brauchst“ (2. Buch Mose) entgegenstellen. Dieses Motto aufgreifend, hat der Biberacher Pfarrer Edzard Albers zu einer anspruchsvollen Diskussionsrunde eingeladen und die Teilnehmenden mit der Frage konfrontiert „Wollen wir Grenzen des Wachstums?“

In einem einleitenden Vortrag setzte sich Professor Dr. Jörg Hübner, Wirtschaftsethiker und künftiger Leiter der evangelischen Akademie in Bad Boll, mit einer These Thomas Manns auseinander, der die Zehn Gebote als „die Quintessenz des Menschenanstandes“ bezeichnete. In seiner Interpretation löste er die Gebote in moderne Lebensfragen auf, immer unter der Prämisse: „Das höchste Gut ist die (von Gott geschenkte) Freiheit“. Nachhaltigkeit des Handelns, Wertschätzung des anderen und Schutz der Zukunft seien dabei generelle Bedingungen.

Das Gegenstück zur ethisch-moralischen Lehre sollte dann der Vorsitzende der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim, Professor Dr. Dr. Andreas Barner, stellen. Er ist als Konzernchef auch Mitglied im Wissenschaftsrat der Bunderegierung und im Vorstand des BDI und VCI, aber gleichermaßen seit Jahren kirchlich engagiert, etwa im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Insofern war hier keine allzu große Diskrepanz zu erwarten, aber dennoch wurde klar, dass ein Unternehmenschef nicht unbedingt ein Gutmensch sein kann, aber trotzdem ein guter Mensch.

Das echte – harte – Leben kam mit Gabriele Haller ins Spiel. Sie ist eine der Frauen, die bei Schlecker arbeiteten und dann ihren Job verloren. Ihre durchlebten Kränkungen bei der Jobsuche machten die Zuhörer betroffen. Im Bewerbungsgespräch ließ sie ein Sachbearbeiter wissen: „Sie werden hier noch angekrochen kommen und um einen Fünf-Euro-Job betteln.“ Der Moderator der Diskussion, Wirtschaftsjournalist Uli Röhm, nahm das zum Anlass, die beiden Vorredner nach ihrer Verantwortung als Repräsentanten von Wirtschaft und Kirche zu fragen. Hübner glaubt, dass Wachstum in unserer gesättigten Wirtschaft eigentlich nur zulasten etwa eines Schleckers gehen kann. Barner entgegnete der Forderung: „Was negatives Wachstum für unser Sozialsystem bedeuten würde, daran wage ich nicht einmal zu denken.“

350 Menschen hören zu

Nach gut zwei Stunden Diskussion mit den 350 Menschen, die in die Friedenskirche gekommen waren, wurde der Abend mit der Erinnerung beendet, dass nur noch bis zum 15. Februar vergünstigte Tickets für den Kirchentag zu erhalten seien.

Dr. Ulrike Werthmann, Vorsitzende der evangelischen Gesamtkirchengemeinde und Laborleiterin bei Boehringer Ingelheim, hat an der Orgel viel beachtete musikalische Höhepunkte gesetzt.

Uli Röhm (Journalist und Moderator, von links), Gabriele Haller (ehemalige Schlecker-Mitarbeiterin aus Reutlingen), Prof. Dr. Dr. Andreas Barner (Vorstandschef Boehringer Ingelheim), Pfarrer Edzard Albers (Bonhoeffer-Kirchengemeinde Biberach), Prof. Dr. Jörg Hübner (Wirtschaftsethiker) diskutierten lebhaft. sz-Foto: müller