© Schwäbische Zeitung - 10.01.2013

Foto: privat

Evangelische Kantorei Riedlingen startet mit Liszt und Bach ins Jahr 2013

Interessante Angebote – auch für Kinder – stehen im neuen Jahresprogamm: Kirchenmusik 2013

Riedlingen (sz) - Vor 14 Jahren hat die Evangelische Kantorei in der Stadtpfarrkirche St. Georg in Riedlingen zum ersten Mal die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach aufgeführt. Es war für den Chor und die Zuhörer damals ein großes Erlebnis!

Nach so langer Zeit steht es in diesem Jahr am 22. Dezember um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Georg in Ertingen wieder auf dem Konzertprogramm. Am Mittwoch vor der Aufführung können sich Musikinteressierte über den Komponisten, die Entstehung und das Werk in einem Einführungsabend im Johannes-Zwick-Haus informieren. Zwei Stunden vor der Aufführung sind alle Kinder zu einem „Weihnachtsoratorium für Kinder“ eingeladen.

Am Karfreitag widmet sich der Chor einem Spätwerk von Franz Liszt: „Via crucis“, den 14 Stationen des Kreuzwegs. In der Christuskirche erklingt die Passionskomposition für Chor, Bariton und Orgel um 15 Uhr zur Sterbestunde Jesu.

Für diese zwei Werke besteht für Projektsängerinnen und -sänger die nur eine begrenzte Zeit in einem Chor mitsingen möchten, wieder die Möglichkeit eine Passion von Liszt und Bachs Weihnachtsoratorium kennenzulernen und einen Einblick in die Arbeit des Chores zu bekommen.

Das Jahresprogramm „Kirchenmusik 2013“, das in Riedlingen und Umgebung ausliegt, birgt weitere interessante Angebote: für Kinder eine Exkursion zur süddeutschen Orgelpfeifenfabrik Killinger in Freiberg am Neckar und ein Kinderorgelkonzert.

Konfirmanden lernen auch in diesem Jahr ihr Gesangbuch spielerisch kennen. Für die Konfirmationen sind zum ersten Mal Musikerinnen und Musiker eingeladen, sich zu einer Band zusammen finden. Nach drei Proben gestalten sie die Gottesdienste musikalisch mit.

Der Bläserkreis spielt Ende September bei einer Aktion, die von „Brot für die Welt“ und dem Amt für Kirchenmusik initiiert wird. Eine gerechte Welt gibt es nur, wenn wir teilen, Brot teilen und in diesem Fall Musik teilen.

Die evangelische Kantorei Riedlingen bietet allen Menschen, die Freude am Singen haben, eine gute Chorgemeinschaft. Foto: privat

Näherer Informationen bei Bezirkskantor Jürgen Berron, Telefon 07373/921689 oder www.ev-kirche-riedlingen.de.

© Schwäbische Zeitung - 10.01.2013

Foto: privat

Kantorei sucht Gastsänger

Unter der Leitung von Kantor Ralf Klotz soll Verdis „Requiem“ aufgeführt werden

Biberach (sz) - Die Evangelische Kantorei unter der Leitung von Kantor Ralf Klotz führt zu Giuseppe Verdis 200. Geburtstag dessen großes „Requiem“ auf und sucht dazu Gastsänger mit Chorerfahrung.

Die sehr häufig aufgeführte „Missa da Requiem“ ist eines der am größten besetzten Oratorien. Zusammen mit opulentem romantischem Orchester und vier Opernsolisten taucht der Chorsänger in eine einzigartige, meisterhafte Verschmelzung dieser musikalischen Mittel ein. Sehr emotionale Stellen wechseln mit furios-kräftigen ab und verleihen dem Werk eine breite Ausdruckspalette. Eine besondere sängerische Herausforderung für den Chor stellt das achtstimmige „Sanctus“ sowie das abschließende „Libera me“ dar, in denen Verdi sein kontrapunktisches Können zeigt.

Zwei Proben am Wochenende

Für die große Besetzung dieses Projekts werden nun Gastsängerinnen und Gastsänger gesucht. Die Proben sind donnerstags von 20 bis 22 Uhr in der Evangelischen Spitalkirche (beim Museum). Außerdem finden an diesem Wochenende zwei wichtige Probentage als „Startschuss“ statt: am Samstag, 12. Januar, ab 9.45 Uhr im Martin-Luther-Gemeindehaus, Waldseer Straße 18, sowie am Sonntag, 13. Januar, ab 11.30 Uhr im Kloster Weingarten (Mitfahrgelegenheit möglich). Noten und Übe-CDs können vom Kantorat gestellt werden.

Die Evangelische Kantorei bei einer Probe mit Kantor Ralf Klotz (links).Foto: privat

Wer gerne mitsingen möchte, kommt am Donnerstag, 10. Januar, um 20 Uhr in die Probe (Spitalkirche) oder am 12. Januar, 9.45 Uhr, ins Gemeindehaus. Auskünfte gibt Kantor Ralf Klotz (Telefon 07351/74984). Das Werk wird zunächst am 11. Mai in Guernsey zusammen mit dem dortigen Chor aufgeführt.

© Schwäbische Zeitung - 09.01.2013

Foto: Privat

Werke von Vivaldi und Bach begeistern die Zuhörer

Die Kombination von Konzert und Lesung in der evangelischen Kirche Altshausen überzeugt das Publikum

Von Gerhard Blessing

Altshausen - Der Titel ist Programm: „Viva Vivaldi“- es lebe Vivaldi. Gemeint ist Antonio Vivaldi, der von 1678 bis 1741 lebte und als einer der bedeutendsten Barockkomponisten gilt. Er schrieb über 200 Konzerte für verschiedene Instrumente. Es gibt zahlreiche Bearbeitungen dieser Konzerte, sozusagen Cover-Versionen, für die unterschiedlichsen Besetzungen. So auch von Johann Sebastian Bach, der offensichtlich von Vivaldis Musik so fasziniert war, dass er einige von Vivaldis Concerti bearbeitet hat.

Beim Konzert in der evangelischen Kirche Altshausen hauchten Kuno Högerle mit der Trompete und Bettina Gilbert an der Orgel der Musik von Vivaldi neuen Atem ein und begeisterten damit das Publikum. Umrahmt wurde dies durch Lesungen, vorgetragen von Johannes Menge. Den Auftakt bildete das Concerto für Laute, zwei Violinen und Basso continuo, bearbeitet für Trompete und Orgel. Kuno Högerle konnte mit der Trompete die dynamischen und klanglichen Möglichkeiten überzeugend ausschöpfen und mit der vielfältigen Klangfarbigkeit der Orgel kombinieren. So verliehen die beiden Musiker diesem Kleinod der Musik eine neue Lebendigkeit sowie eine innige meditative Stimmung. Leicht und schwebend

Das Allegro aus dem Concerto BWV 972 ist eine Bearbeitung J.S. Bachs für Cembalo nach dem Concerto Nr. 9 für Violine und Orchester von Vivaldi. Auch dieses Allegro sprudelte vor Spielfreude. Ihr großes Können ließ die preisgekrönte Organistin Bettina Gilbert, die als Bezirkskantorin in Blaubeuren wirkt, bei Bachs Concerto a-moll für Orgel BWV 593 nach Vivaldi durchscheinen. Sowohl im virtuosen Allegro als auch im meditativen Larghetto e spirituoso, wie im abschließenden Allegro, wurde die Musik in Bachs Bearbeitung immer leichter und schwebender. Das Largo „Der Winter“ stammt aus den vier Jahreszeiten und ist für Orgel und Trompete bearbeitet. Die beiden Solisten beschrieben mit dieser Musik einfühlsam die Stimmung eines Winterabends, das sachte Prasseln der Regentropfen und die wohlige Wärme eines Kamins. Drei Originalkompositionen standen im Anschluss daran auf dem Programm: drei Choralbearbeitungen aus der Sammlung „Schübler- Choräle“ von Johann Sebastian Bach.

Feinfühlig registrierte und interpretierte Bettina Gilbert die bekannten Choräle „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ und den sehr lebhaft umspielten Cantus firmus von „Wo soll ich fliehen hin“. Das Concerto RV 548 für Trompete und Orgel ist eine Bearbeitung des Concerto für Oboe, Violino concertante, Streicher und Basso continuo. Bei der Bearbeitung erhielt die Trompete die Solo-Abschnitte der Oboe, die Solo-Violine und die Tuttistreicher wurden im Orgelpart vereint. Der durch rege Konzerttätigkeit erfahrene Trompeter Kuno Högerle aus Laupheim verlieh dabei seinem Instrument in den höheren Lagen einen strahlenden und in den tieferen Lagen sehr warmen Klang.

Johannes Menge streute mit seiner angenehmen Stimme in eindrucksvollem Gestus literarische Perlen in die Runde. Seine Texte vom Frührenaissance-Dichter Franco Sacchetti spielten auf die willkürliche Rechtsprechung der damaligen Zeit an und brachten ob ihrer aktuellen Bezüge manchen Zuhörer zum Schmunzeln. Das Publikum bedankte sich für die lebendigen Darbietungen mit langem Beifall.

Johannes Menge, Bettina Gilbert und Kuno Högerle (von links).Foto: Privat

© Schwäbische Zeitung - 02.01.2013

SZ-Foto: Kurt Zieger

Wohlklang durch Chor und Harfe

Ulrike Neubacher und die Capella Vocalis interpretieren „A Ceremony of Carols“

Von Kurt Zieger

Bad Buchau - Gerade in der Weihnachtszeit bietet die Intimität der evangelischen Kirche Bad Buchau den passenden Rahmen, um neben ausgefeiltem Gesang vor allem die besondere Klangsphäre einer Harfe auf sich wirken zu lassen. Pfarrer Markus Lutz stimmte die vielen Zuhörer ein auf ein „weihnachtliches Programm“, das mit „Ceremony of Carols“, einem „Kranz aus Lobechören“ von Benjamin Britten den Weg zum Stern von Bethlehem weist.

Benjamin Britten als namhafter Vertreter der Musikszene des 20. Jahrhunderts verlieh mitten in den Wirren des zweiten Weltkriegs alten englischen Weihnachtsliedern mit der damaligen Sprache der Musik ein neues Gewand. Eingängige, oft schlichte Melodien verband er mit auch für uns noch modernen, oft spannungsreichen Klangfolgen zu bewegenden, auch aufrüttelnden Kunstwerken, die von den sieben Akteuren der Capella Vocalis überzeugend und beeindruckend vorgestellt wurden. Ulrike Neubacher als professionelle Meisterin an der Harfe bot partnerschaftlich und solistisch weitere Glanzpunkte der erhebenden Stunde.

Von „Procession“ als Einzug bis zu „Recession“ als Abgang band Benjamin Britten aus zehn alten Weihnachtsliedern in „A Ceremony of Carols“ einen in sich sehr differenzierten „Kranz von Lobechören“. Das Ensemble der vier bestens geschulten Frauen- und drei Männerstimmen trugen alle Titel im originalen Englisch vor. Durch die deutsche Übersetzung der Liedtitel konnten sich die Zuhörer gut in die vorgestellten Beispiele einbringen.

Jubilierende Stimmen zu perlenden Harfenklängen prägten „Wolcum Yole - Willkommen, du Himmelskönig“, liebevoll nachempfunden „There is no Rose - Keine Rose hat solchen Ruhm, wie die Ros, die Jesum trug“. Organisch herausgearbeitete Steigerungen, für manchen Zuhörer in ungewohnten Stimmführungen, als Ganzes jedoch äußerst wirkungsvoll, kennzeichneten „In Freezing Winter Night - In kalter Winternacht“, thematisch beschwingt der Frühlingschor „Spring Carol“.

Als Zeitgenosse von Benjamin Britten sind Kompositionen des 1945 geborenen John Rutter bei vielen Chören bekannt. Vor allem sein Weihnachts-Wiegenlied „Christmas Lullaby“ wird in deutscher Übersetzung als „Strahlend und schön“ gern gesungen und gehört: Aufgewertet durch zarte Harfenbegleitung verströmte besonders das weich interpretierte wohlklingend abgerundete „Ave Maria“ weihnachtliche Freude. Nach seinem beeindruckenden „I wonder as I wander“ verkörperte der Stern aus dem Osten als „Star of the East“ von Alan Bullard mit seinen großen Melodiebogen die Beziehung zu Bethlehem.

Neben partnerschaftlichem Musizieren zeigte Ulrike Neubacher als Solistin ihr meisterhaftes Können an der Harfe. Reizend in der Melodie verwandelte sie ein Nocturne von Michail Glinka klar abgesetzt mit gebrochenen Akkorden und flüssig dahingleitenden Läufen in einen echten Hörgenuss. In den „Variationen über ein Thema im alten Stil“ von Carlos Salzedo zeigte die Künstlerin neben ihrer hohen Musikalität ihre Wandlungsfähigkeit. Nach hoheitsvollen Klängen für den König beehren Tänzerinnen, Jongleur und Seitänzer den Monarchen, von Ulrike Neubacher im gesamten Klangspektrum, das eine Harfe bieten kann, meisterlich dargeboten.

Die das Innere der Zuhörer berührende Melodie bei John Rutters Segenswunsch „The Lord bless you and keep you“ mit seinem klangreichen Amen und dem gut strukturierten, engagiert dargebotenen „Star Carol“ als Stern zu Bethlehem rundete durch das Wechselspiel zwischen anrührenden und expressiv anspruchsvollen Bearbeitungen die weihnachtlich geprägte Feierstunde ab.

Ulricke Neubacher ( Harfe ) und die Capella Vocalis gestalteten eine bewegende weihnachtliche Feierstunde. SZ-Foto: Kurt Zieger