© Schwäbische Zeitung - 29.06.2013

Pfarrer Paul Bräuchle (links) und Pfarrer Peter Müller feiern ihren Namenstag an Peter und Paul heute gemeinsam mit einem ökumenischen Gottesdienst. Foto: Rudi Multer

Interview


Zwei Pfarrer feiern eine Ökumene mit Kanten

Peter Müller (katholisch) und Paul Bräuchle (evangelisch) laden an Peter und Paul zu einem Gottesdienst ein

Es war ein spontaner Einfall des evangelischen Pfarrers Paul Bräuchle beim Grußwort zur Investitur von Pfarrer Peter Müller in der Stadthalle. Der evangelische Pfarrer lud seinen katholischen Kollegen nicht nur zum Du ein, sondern auch dazu „Peter und Paul“ gemeinsam zu feiern. Heute ist Peter und Paul und es kommt zur gemeinsamen Feier: einem ökumenischen Gottesdienst in St. Antonius mit anschließendem Stehempfang. Alle sind zum Mitfeiern eingeladen, ganz besonders alle, die Peter, Petra, Paul und Paula heißen. Vor dem gemeinsamen Namenstag sprach SZ-Redakteur Rudi Multer mit den beiden Pfarrern.

Herr Pfarrer Bräuchle, was verbinden Sie mit dem Namen Peter und dem Heiligen Petrus?

Paul Bräuchle: Mich beeindruckt an Petrus, wie er sich auf neue Lebenssituationen einlässt. Er lässt sich von Jesus rufen und folgt ihm nach. Manches versteht er nicht. Zum Beispiel, als er sich von seinem Meister die Füße waschen lassen soll. Es gibt diese Nacht, in der er Jesus verleugnet. Petrus ist kein untadeliger Apostelfürst. Er ist ein Mensch, der Jesus mit all seinen Schwächen nachfolgt.

Herr Pfarrer Müller, und welche Bedeutung hat für Sie der Heilige Paulus?

Peter Müller: Ich erinnere mich an die Statue des Paulus in Rom: Mit Sturmfrisur, Buch und Schwert in der Hand. Er lebt für Christus, er kämpft für Christus. er stirbt sogar für Christus. Paulus verfügt über eine exzellente Bildung, die Paulusbriefe sind stilistische Meisterwerke. Letztendlich: Er ist ein herausragender Theologe.

Was können die beiden Heiligen für die Ökumene bedeuten?

Peter Müller: Beide folgen Jesus Christus nach, sind aber grundverschieden. Paulus schreitet voran, während Petrus die Tradition hütet. Paulus, der Intellektuelle, Petrus der einfache Fischer. Beide ziehen an einem Strang, aber auf ihre ganz verschiedene Weise. Das beschreibt unser Verhältnis zueinander: Wir und unsere Kirchen sind so wie wir sind, aber wir mögen einander.


Paul Bräuchle: Ein gutes ökumenisches Klima bedeutet nicht, dass wir dafür unsere Kanten abschleifen und unser Profil verwässern müssen. Mit einem Minimalkonsens in der Ökumene ist unseren Gemeinden nicht gedient. Wir dürfen in unseren Unterschieden kein Defizit sehen. Das Miteinander von Volksbräuchen und Glauben hier in Oberschwaben kennen wir Protestanden beispielsweise so nicht. Aber wir können uns hier fröhlich einfädeln.


Gibt es außer dem Gottesdienst noch eine persönliche gemeinsame Namenstagsfeier?

Paul Bräuchle: Bei der Investitur habe ich ihm vorgeschlagen, dass ich ihn schön zum Essen ausführe. Das steht noch aus. Das machen wir in nächster Zeit.

Peter Müller (lacht): Ich zeige dann den Weg zur Wirtschaft, am besten im Schatten einer Kirche oder einer Kapelle.

© Schwäbische Zeitung - 29.06.2013

Familiengottesdienst


So viel du brauchst …

Biberach (sz) - „So viel du brauchst …“ ist das Thema eines Gottesdiensts für Kinder und ihre Familien. Sie sind eingeladen, am Sonntag einen besonderen Gottesdienst in der evangelischen Bonhoefferkirche zu feiern. Im Mittelpunkt wird die Geschichte des Volkes Israel auf dem Weg durch die Wüste stehen. Die Erfahrung des „Genug für alle“ wird kindgerecht verständlich gemacht durch eine Sammelaktion mit allen Kindern in der Mitte des Gottesdiensts. Der Gottesdienst wird vorbereitet von Pfarrer Edzard Albers und dem Team des evangelischen Kindergartens Hühnerfeld.

© Schwäbische Zeitung - 28.06.2013

Dekan Hellger Koepff (v. l.), Pfarrer Kaspar Baumgärtner und Oberbürgermeister Norbert Zeidler.SZ-Foto: Gerd Mägerle

„Unglück hat Narben hinterlassen bis heute“

Ein Gottesdienst in der Birkendorfer Kirche erinnert an die Opfer des Flugzeugabsturzes von 1983

Biberach (gem) - Mit einem berührenden Gottesdienst hat Biberach am frühen Donnerstagabend in der Birkendorfer St.-Josef-Kirche der Opfer des Flugzeugabsturzes vom 27. Juni 1983 gedacht. Damals war ein französischer Düsenjäger mit einem Privatflugzeug kollidiert und in ein Birkendorfer Wohngebiet gestürzt. Dabei kamen acht Menschen ums Leben.

Es seien Bilder der Trauer, des Schreckens und des Sterbens, die sich in die Erinnerung all derer eingebrannt hätten, die damals mit dabei waren, sagte der evangelische Dekan Hellger Koepff, der den Gottesdienst zusammen mit dem katholischen Stadtpfarrer Kaspar Baumgärtner zelebrierte. Neben Angehörigen der Opfer waren auch Rettungskräfte gekommen, die damals im Einsatz waren, genauso wie Nachbarn und Biberacher Bürger, die das Unglück vor 30 Jahren miterlebt hatten. Außerdem waren mehrere Stadträte und der Warthauser Bürgermeister Wolfgang Jautz anwesend.

„Wir wollen an die Menschen erinnern, die vor 30 Jahren ihr Leben lassen mussten“, sagte der Biberacher Oberbürgermeister Norbert Zeidler und las die Namen der Verstorbenen vor. „Dieses Unglück hat Narben hinterlassen bis heute.“ Er dankte den Rettungskräften und den politisch Verantwortlichen von damals für ihren Einsatz. Der Gottesdienst, so Zeidler, solle auch gleichzeitig eine Mahnung sein: „Jeden Tag kann uns ein ähnlich schlimmes Unglück ereilen. Niemand weiß, was das Schicksal für uns bereit hält.“ Die Hochwasserkatastrophen der vergangenen Wochen hätten gezeigt, wie wichtig die Hilfe untereinander sei. „In Biberach engagieren sich viele in den Hilfsdiensten. Dafür meinen tief empfundenen Dank“, sagte der OB. Ausdrücklich dankte er den beiden Pfarrern und dem katholischen Kirchenchor St. Josef, der den Gottesdienst mit Liedern mitgestaltete, sowie allen Besuchern: „Sie sorgen dafür, dass die Opfer nicht in Vergessenheit geraten.“

Pfarrer Kaspar Baumgärtner wies in seiner Predigt darauf hin, wie ohnmächtig und klein der Mensch vor Unglücken wie dem vor 30 Jahren stehe. „Wie kann Gott so etwas zulassen? Warum gerade wir?“ Ein solches Unglück weise darauf hin, uns nicht zu übernehmen, die Grenzen zu erkennen. Es zeige aber auch, was in den Menschen stecke. „Viele haben geholfen und geschaut, dass es weitergeht.“

Kollekte für Notfallseelsorge

Die Fürbitten sprachen die beiden Pfarrer für die Opfer des Absturzes sowie für die Rettungskräfte damals und heute. Die abschließende Kollekte kam der Notfallseelsorge im Landkreis zugute. Eine solche, so sagte der frühere Biberacher Polizeichef Kurt Frey in der Mittwochsausgabe der SZ, hätte er sich am Tag des Unglücks vor 30 Jahren gewünscht. „Damals gab es sie nicht, heute haben wir sie“, sagte Dekan Hellger Koepff.

Viele der Besucher blieben nach dem Gottesdienst noch längere Zeit vor der Kirche stehen und sprachen über ihre ganz persönlichen Erinnerungen an den 27. Juni 1983.

Sie gedachten der Opfer des Flugzeugabsturzes vor 30 Jahren: Dekan Hellger Koepff (v. l.), Pfarrer Kaspar Baumgärtner und Oberbürgermeister Norbert Zeidler.SZ-Foto: Gerd Mägerle

© Schwäbische Zeitung - 27.06.2013

Foto: archiv

Michael Grube spielt für die Stadtpfarrkirche

Der Ausnahmegeiger gibt im Anschluss an seine Europa-Tournee ein Benefizkonzert in Biberach

Biberach (red) - Der Violinist Professor Michael Grube gibt ein Konzert in Biberach. Der Erlös kommt der sanierungsbedürftigen Stadtpfarrkirche zugute.

Am Freitag, 5. Juli, ist der vielfach ausgezeichnete Violinist in Biberach zu Gast. Bei dem Benefizkonzert wird er – teils allein, teils begleitet vom Biberacher Kantor Ralf Klotz an der Chororgel – Klassiker der Violin-Literatur spielen. Grube unterstützt damit die Aktivitäten des Fördervereins Bauhütte Simultaneum, der sich seit mehr als zwei Jahren für die Renovierung der Kirche einsetzt.

Der Verein hat bisher durch etliche Veranstaltungen und Aktivitäten über 250 000 Euro gesammelt. Das Geld soll für die Erneuerung der Heizung und der Außenfassade verwendet werden.

Der 1954 in Überlingen geborene und inzwischen in Südamerika lebende Violinist Grube hat schon Konzerte in rund 110 Staaten gegeben und wurde im Jahr 2003 in Großbritannien zum internationalen „Musiker des Jahres“ gewählt. Er spielt auf einer Violine von Nicola Amati, die aus dem 17. Jahrhundert stammt. Zu Biberach hat er einen ganz persönlichen Bezug: Der heute in Ecuador lebende Grube verbrachte einen Teil seiner Kindheit und Jugend in der Stadt an der Riß und fühlt sich ihr bis heute verbunden.

Thomas Handtmann, Vorsitzender des Fördervereins Bauhütte Simultaneum, sagt: „Es ist eine große Auszeichnung für Stadt und Kirche, dass sich der Star-Geiger Grube nach seiner Europa-Tournee Zeit nimmt für ein Konzert in Biberach. Dass er auf seine Gage komplett verzichtet und den Erlös der Bauhütte zukommen lässt, freut uns in besonderem Maße.“ Auch OB Norbert Zeidler, der der Stiftung Gemeinschaftliche Kirchenpflege vorsteht, freut sich auf das musikalische Ereignis: „Grube in Biberach, das ist Spitzenklasse. Und auf dem langen Weg der Kirchensanierung wird uns das Benefizkonzert sicher ein großes Stück voranbringen.“

Der Ausnahmegeiger Michael Grube spielt in Biberach. Foto: archiv

Beginn ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, die Organisatoren bitten stattdessen um Spenden vor Ort oder per Überweisung (Förderverein Bauhütte Simultaneum, Verwendungszweck: Bauhütte, Konto 7 499 731, BLZ 654 500 70, Kreissparkasse Biberach).

© Schwäbische Zeitung - 26.06.2013

Foto: Vera Romeu

Jugendliche erläutern Taizé-Aufenthalt

13 Jugendliche aus Mengen nehmen an dem Gottesdienst teil

Mengen (vr) - Der Paulussaal ist ganz verdunkelt. Viele Kerzen brennen. Die Jugendlichen sitzen als Gruppe auf einem großen Teppich in der Mitte, die Erwachsenen auf Stühlen rundum an der Wand. Sie feiern mit Pfarrerin Ines Fischer Gottesdienst nach der Liturgie von Taizé: viele Lieder, die Pfarrerin Fischer am Klavier begleitet, Texte, die die Jugendlichen in unterschiedlichen Sprachen lesen. „Im Gottesdienst erinnern wir uns an unsere Fahrt nach Taizé. Es ist ein Heimweh-Gottesdienst. Taizé ist ein besonderer Ort“, erklären die Jugendlichen Salome, Anja, Nadine und Celine.

In Taizé ist alles anders: Die Jugendlichen gehen dreimal am Tag in den Gottesdienst, halten die Stille und das Schweigen aus, nehmen an Bibeleinführungen teil, beteiligen sich an der Arbeit, geben sich mit einem einfachen Essen zufrieden, verzichten auf Handy und Facebook. „Wenn man in Taizé ankommt, hat man das Gefühl, dass ganz viel Druck von einem wegfällt“, erklärt Anja. Es sind viele Begegnungen mit jungen Leuten, viele Gespräche, die gut tun. „In Taizé kann man sich selber sein, da bewertet und urteilt keiner. Jeder grüßt jeden, man lächelt einander selbstverständlich zu“, erklärt Salome. Es sind junge Leute aus aller Welt da, aus allen Religionen.

Über Pfingsten waren rund 3000 Jugendliche in Taizé, 13 davon aus Mengen. „Alle gehen in die Kirche. Das ist ein Hammerfeeling, wenn alle singen oder alle schweigen“, berichtet Anja. In den Gottesdiensten wird viel gesungen, wenig vorgelesen, aber beides in verschiedenen Sprachen. Es gibt keine Predigt. „Wir denken über die Texte lieber selber nach. Man bekommt Impulse, man spricht mit anderen und erfährt ganz viele Möglichkeiten, einen Text zu verstehen“, erklärt Nadine.

Taizé ist ein Ort, an dem das Handy meist ausgeschaltet bleibt und Facebook stillsteht. „Keiner vermisst es“, berichtet Anja. Es ist die Erfahrung der Stille, die die Jugendlichen beeindruckt. Im Gottesdienst schweigen 2000 Jugendliche. „Da kann man über alles nachdenken, in sich hineinhören, und auf einmal ist Gott da“, erklären die Jugendlichen.

Viele Jugendliche nehmen aus Taizé das kleine Kreuz mit heim und tragen es als Halsschmuck. „Es ist Erinnerung und Erkennungszeichen zugleich. Wenn man es bei jemand sieht, dann weiß man: Der war auch in Taizé. Man spricht einander darauf an und teilt Erinnerungen“, berichtet Celine. Wenn von Taizé die Rede ist, dann schwingt Begeisterung in der Stimme mit.

Die Jugendlichen erinnern sich beim Gottesdienst an ihren Taizé-Aufenthalt. Foto: Vera Romeu

© Schwäbische Zeitung - 24.06.2013

SZ-Foto: Mägerle

Die Biberacher lassen reichlich Haare für St. Martin

Biberach (gem) - Die SZ und die Friseur-Innung des Landkreises Biberach haben gerufen, und die Biberacher sind in Scharen gekommen. Die Benefizaktion „Biberach hilft – Schnitt für Schnitt“ erbrachte rund 10000 Euro an Spenden für die Bauhütte Simultaneum, die sich den Erhalt der Stadtpfarrkirche St. Martin zum Ziel gesetzt hat. Friseure von neun Salons, wie Friseurmeister Dirk Reisacher (Foto), schnitten auf dem Schadenhof fünf Stunden lang ohne Pause. Pro Haarschnitt wurde eine Spende von zehn Euro verlangt. Die Biberacher nahmen das Angebot und das unterhaltsame Rahmenprogramm gerne an. Mehr darüber finden sie auf einer Panoramaseite in der Mitte des Lokalteils. SZ-Foto: Mägerle

© Schwäbische Zeitung - 24.06.2013

SZ-Fotos: Gerd Mägerle, Christian Klose

10000 Euro – Biberach schneidet glänzend ab

Benefizaktion von SZ, Friseur-Innung und Volksbank zugunsten von St. Martin stößt auf riesige Resonanz

Von Gerd Mägerle

Biberach - Büschelweise Haare liegen am späten Samstagnachmittag auf dem Biberacher Schadenhof. Einen eindrucksvolleren Beweis für den Erfolg der Benefizaktion „Biberach hilft – Schnitt für Schnitt“, initiiert von der Friseur-Innung Biberach und der Schwäbischen Zeitung Biberach, hätte es gar nicht geben können. Mehr als fünf Stunden lang schnitten, föhnten, glätteten und kämmten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von neun Friseursalons der Friseur-Innung Biberach Hunderte von spendenwilligen Bürgern.

Mindestens zehn Euro gingen pro Haarschnitt als Spende an die Bauhütte Simultaneum, die sich die Sanierung von Heizung und Elektrik der Stadtpfarrkirche St. Martin auf die Fahnen geschrieben hat. Viele der frisch Frisierten stockten den Betrag aber bereitwillig noch ein bisschen auf. So kamen am Ende rund 4000 Euro allein durch das Haarschneiden zusammen. EnBW und Ewa Riss spendeten zusammen 400 Euro und von der Volksbank Ulm-Biberach kamen 5000 Euro als Spende obendrauf. Josef Schneiderhan, Direktor der Volksbank Biberach, erklärte spontan, dass sein Institut die Summe auf 10000 Euro aufrunden werde. Doch damit nicht genug: Wenn innerhalb der nächsten Zeit 2500 Euro auf das neue Spendenkonto der Bauhütte Simultaneum bei der Volksbank eingehen (Details siehe Kasten), will die Volksbank Biberach auch diesen Betrag nochmals verdoppeln. Damit stünden am Ende 15000 Euro als Erlös aus der Aktion.

Dass es am Vormittag noch leicht vom bedeckten Himmel regnete, machte den Friseuren und Kunden von Biberachs größtem Freiluft-Salon nichts aus. Bereits um 9.40 Uhr, also 20 Minuten vor der offiziellen Eröffnung der Aktion war Thomas Kehm der Erste, der einen neuen Haarschnitt erhielt.

„Ich war ja zunächst etwas skeptisch, was die Aktion anging“, sagte Innungs-Obermeister Boris Aierstock bei der Eröffnung zu SZ-Redaktionsleiter Christian Klose, der die Aktion moderierte, „aber jetzt sind alle Plätze belegt. Das ist einfach toll.“

Und der Zustrom an spendenwilligen Kunden sollte in den folgenden fünf Stunden auch nicht mehr abreißen. An allen Friseurplätzen unter den Sonnenschirmen der Werbegemeinschaft bildeten sich kleine Schlangen, und die Friseurinnen und Friseure schnitten sich im wahrsten Sinne des Wortes die Finger wund.

Oberbürgermeister Norbert Zeidler, Schirmherr der Aktion, dankte der SZ für die Idee, die so viele Leute für die gute Sache zusammenbrachte. „Ich werde mir heute auch das wallende Haar schneiden lassen.“

„Mir geht das Herz auf, wenn ich diesen Zuspruch sehe – wunderbar“, schwärmte der katholische Stadtpfarrer Kaspar Baumgärtner. „Es ist toll, dass so viele den Pelz lassen, damit die Kirche warm wird“, sagte der evangelische Dekan Hellger Koepff in Anspielung an die kaputte Heizung von St. Martin, die mit dem Geld unter anderem erneuert werden soll. „Es tut der Stadtpfarrkirche gut, dass sie heute so in der Öffentlichkeit steht, schließlich ist sie das erste Haus unserer Stadt.“ Hans Beck, stellvertretender Vorsitzender der Bauhütte Simultaneum, dankte besonders der Friseur-Innung. „Toll, dass Sie bereit sind, diese Zeit zu investieren.

Und damit der Friseur-Kundschaft die Zeit nicht zu lange wurde, war für ein tolles Rahmenprogramm auf der eigens aufgebauten Showbühne gesorgt. So hatten die Breakdancer der „Funky Kids“ einen umjubelten Auftritt und mussten gleich noch eine akrobatische Zugabe geben.

„Wir singen euch jetzt die Haare schön“, sagte Monika Lessmeister, Leiterin des Chors „FiS“ („Frauen in Stimmung“), der mit seinen schwungvollen Liedern und guter Laune die Besucher mitriss.

Dass nicht nur Frauen, sondern auch junge Männer den perfekten Chorgesang beherrschen, stellte im Anschluss eine Abordnung der St.-Martins-Chorknaben unter der Leitung von Johannes Striegel unter Beweis.

Wie schicke Kurzhaar-Frisuren mit viel Volumen oder festliche Steckfrisuren für festliche Anlässe entstehen, demonstrierte das Team der Friseur-Innung unter seiner Leiterin Gabi Primorac auf der Showbühne. Dort bekam dann auch SZ-Redaktionsleiter Christian Klose die Haare schön. „Eine Frisur mit viel Volumen wird bei mir eher schwierig“, scherzte er.

Hunger und Durst musste während der Wartezeit für den Freiluft-Friseurtermin keiner leiden, denn das Café Weichhardt und das Restaurant „Goldene Ente“ versorgten die Besucher mit Essen und Getränken.

So waren nach mehr als fünf Stunden zwar einige erschöpfte, aber in erster Linie glückliche Gesichter zu sehen. „Die Aktion war überwältigend“, sagte Boris Aierstock am Schluss, „ich hätte nie gedacht, dass es so gut wird.“

Großen Applaus für die Hauptakteure, nämlich die Friseurinnen und Friseure, gab es zum Abschluss der Benefizaktion.SZ-Fotos: Gerd Mägerle, Christian Klose

„Wir singen euch jetzt die Haare schön“,
sagte Monika Lessmeister, Dirigentin des Chors „FiS“ („Frauen ins Stimmung“), zu Beginn des Auftritts bei der Benefizaktion am Samstag.
Weitere Fotos von der Aktion gibt es im Internet unter www.schwäbische.de/biberach

© Schwäbische Zeitung - 22.06.2013

Foto: Privat

Wie funktioniert eine Orgel? – Kinderkirche mal anders
Man staunt nicht schlecht: 19 Kinder und 12 Erwachsene kamen an diesem Samstag zur Kinderkirche. Das Kinderkirchteam der ev. Kirchengemeinde Erolzheim-Rot und Pfarrerin Dorothee Sauer hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen: Auf Einladung der Kinderkirche kam der ev. Bezirkskantor Jürgen Berron nach Rot an der Rot und erklärte Kindern und Erwachsenen wie eine Orgel funktioniert. Die ev. Kinderkirche war dafür zu Gast in der kath. Kirche St. Verena in Rot an der Rot. Es gab viel zu lernen, nicht nur dass die Orgel zu den Blasinstrumenten gehört, sondern auch wie eine Orgel gebaut wird und wie sie funktioniert. Erwachsene und Kinder staunten nicht schlecht, besonders als die berühmte Holzhey-Orgel dann auch zu hören war. Beim nächsten Gottesdienstbesuch, egal in welcher Kirche, wird die Orgel, die Königin der Instrumente, sicher noch einmal ganz anders wahrgenommen werden. Der spannende Nachmittag wurde mit einem gemeinsamen Grillen und Spielen bei der ev. Christuskirche in Rot abgerundet.

© Schwäbische Zeitung - 22.06.2013

Kurz berichtet

Die biblische Urgeschichte

Warthausen (sz) - Die ersten elf Kapitel der Bibel fragen und antworten in ganz grundsätzlicher Weise nach Sinn und Wesen der Menschheit. In einer Seminarreihe über sechs Abende soll in die biblische Urgeschichte eingeführt, Inhalt und Aussage erkundet werden. Nächster Termin ist Montag, 24. Juni, 20 Uhr, mit 1. Mose 1, dem zweiten Schöpfungsbericht: Gottes Werk in sieben Tagen? Jeder Abend im evangelischen Bodelschwingh-Gemeindezentrum Warthausen ist in sich abgeschlossen. So können auch einzelne Themen und Abende ausgewählt werden. Die Teilnahme ist kostenfrei. Referent ist Pfarrer Hans-Dieter Bosch.

© Schwäbische Zeitung - 21.06.2013

Sonntagsgespräch


Uwe Degreif zu Pflichtbewusstsein

Biberach (sz) - Das zweite Sonntagsgespräch ist für Sonntag, 23. Juni, von 18 bis 19 Uhr in der evangelischen Spitalkirche in Biberach im Museumshof geplant. Es bietet eine Stunde Zeit für einen Denkanstoß für die neue Woche. An diesem Abend gibt es einen Gedankenaustausch zum Thema „Pflichtbewusstsein“ mit Dr. Uwe Degreif, dem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Biberacher Museums. Pfarrerin Andrea Luiking und die Geschäftsführerin des Erwachsenenbildungswerks Oberschwaben, Brunhilde Raiser, leiten das Gespräch. Miriam Klüglich spielt auf der Violine Musikwünsche des Gastes. Im Anschluss können die Gespräche bei Gebäck fortgesetzt werden.

© Schwäbische Zeitung - 20.06.2013

Foto: privat

Lager gibt Konfirmanden Impulse

Camp der evangelischen Kirchengemeinde auf der Weidacher Hütte bei Blaustein

Mengen (sz) - Mehr als 40 Jugendliche der evangelischen Kirchengemeinde haben bei einem dreitägigen Lager Gemeinschaft und inhaltliche Arbeit erfahren. Unter dem Motto „Der Himmel könnte auf die Erde kommen“ trafen sich die neuen Konfirmanden und Konfirmandinnen. Ausgerichtet wurde es von ehemaligen Konfirmanden und Mitarbeitern der Kirchengemeinde. Die thematische Leitung hatte Pfarrerin Ines Fischer inne, die Küchenleitung oblag Pfarrer Wolfgang Raiser, weitere Begleiter waren die Kirchengemeinderäte Klaus und Silke von Fürich.

Für die Jugendlichen wurde das Konficamp zu einer Möglichkeit der Begegnung von Jugendlichen, um sich mit der biblischen Erzählung der Speisung der 4000 aus dem Markus-Evangelium auseinanderzusetzten. Der biblische Text legt nahe, dass es auf dieser Erde und in dieser Welt für alle reichen könnte, wenn sich die Haltung der einzelnen verändert. Deshalb wurden Möglichkeiten gesucht, das Leben zu teilen. Spiele und Workshops, gemeinsam gefeierte Gottesdienste, Wanderungen, bunte Abende und das gemeinsame Singen prägten die drei Tage.

Für die neuen Konfirmanden war dieses erstmals von Mengen in Eigenregie veranstaltete Camp der Auftakt für das neue Konfirmandenjahr, das neben dem Konfirmandenunterricht von Begegnungen mit Menschen aus Kirche und Gesellschaft geprägt sein wird.

Bei dem gemeinsamen dreitägigen Aufenthalt haben die Jugendlichen Erfahrungen gesammelt. Foto: privat

© Schwäbische Zeitung - 19.06.2013

Foto: privat

Kindergartenfest Talfeld


Ilse Schwick geht nach 40 Jahren

Biberach (sz) - Anlässlich der Verabschiedung von Ilse Schwick, die 40 Jahre lang Erzieherin im Kindergarten Talfeld gewesen ist, hat die Einrichtung ein großes Fest veranstaltet. „Zu meinem Abschied nach 40 Jahren als Leiterin des Kindergartens Talfeld haben Elternbeirat und Kolleginnen heimlich ein Fest für mich vorbereitet“, sagt die Erzieherin. „Alle Familien aus dieser ganzen Zeit wurden eingeladen, sofern die Adressen bekannt waren.“ Besonders erstaunt ist Ilse Schwick darüber, dass alles so geheim geblieben ist, sie hat nichts bemerkt: Selbst alle Kinder haben dichtgehalten.“ Vergangenen Samstag konnte dann das Fest beginnen. Ilse Schwick wurde mit einem Oldtimer-Cabriolet von zu Hause abgeholt und mitten ins Hölzle gefahren. Hier warteten bereits die Gäste und begrüßten sie. Nach einem musikalischen Programm von Eltern und Kindern sowie Kolleginnen der evangelischen Kindergärten sprach Pfarrer Ulrich Weber über die gemeinsam erlebte Zeit im Kindergarten.

Neben der Hüpfburg, die von Mitarbeitern des evangelischen Jugendwerks betreut wurde, war ein Luftballonstart mit Glückwunschkarten ein echter Höhepunkt für die kleinen Gäste.

Ilse Schwick darf auf der Jubilarsbank Platz nehmen. Der Abschied fällt Kindern wie Kollegen nicht leicht. Foto: privat

© Schwäbische Zeitung - 15.06.2013

Evangelische Kirchengemeinde


Familien sind zum Gottesdienst im Grünen eingeladen

Laupheim (sz) - Die evangelische Kirchengemeinde Laupheim feiert am Sonntag, 16. Juni, 10.30 Uhr, auf dem Waldspielplatz in Baltringen einen Gottesdienst im Grünen. Das Thema lautet „Kein Tierlein ist auf Erden dir, lieber Gott, zu klein“. Der Gottesdienst ist für die ganze Familie geeignet. Brave Hunde dürfen an der Leine dabei sein und Kinder gern ihr Lieblingskuscheltier mitbringen. Es spielt der Posaunenchor. Nach dem Gottesdienst gibt es Mittagessen – gegrillte Würstchen, Fleischkäse, Wecken, Getränke – auf dem Waldspielpatz.

Wer von Laupheim mitkommen möchte, kann gratis mit dem Bus fahren, der um 10 Uhr an der evangelischen Kirche, Radstraße 12, abfährt (Rückkehr gegen 13 Uhr). Die Fahrradgruppe des evangelischen Jugendwerks startet um 9.30 Uhr an der Kirche. Bei schlechtem Wetter findet der Gottesdienst in der Scheune des Aussiedlerhofs der Familie Dangel, direkt unterhalb des Waldspielplatzes, statt.

© Schwäbische Zeitung - 15.06.2013

Hans Beck, Thomas Handtmann und Josef Schneiderhan.SZ-Foto: Klose

„Gnadenlos gut!“

Bauhütte Simultaneum von der Haarschneideaktion begeistert – Schon 250 000 Euro für St. Martin gesammelt

Von Christian Klose

Biberach - „Ich finde es gnadenlos gut und echt klasse, dass die Friseure der Friseurinnung bereit sind, diese Aktion zu machen. Sie geben ihre Unterstützung für ein soziales Projekt, das für ganz Biberach wichtig ist, und verzichten selbst auf Einnahmen in ihrem Salon an diesem Tag.“ Hans Beck, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Bauhütte Simultaneum, ist hellauf begeistert. Er findet die Idee der SZ und der Friseurinnung Biberach, am Samstag, 22. Juni, im Schadenhof unter freiem Himmel für die Stadtpfarrkirche St. Martin Haare schneiden zu lassen, schlicht glänzend. „Für uns vom Förderverein Bauhütte ist das ein Zeichen, dass die Bauhütte als Institution bei den Leuten langsam ankommt“, betont Beck, „denn es geht nicht darum, für die Amtskirchen zu spenden, sondern für unsere Stadtpfarrkirche, für unser Denkmal in Biberach.“

Hans Beck wird wie Thomas Handtmann, der Vorsitzende des Fördervereins Bauhütte Simultaneum, am nächsten Samstag auf dem Schadenhof sein, wenn um Punkt 10 Uhr der Startschuss zur Benefizaktion „Biberach hilft – Schnitt für Schnitt“ fallen wird. Wie berichtet, kann sich jeder im größten Open-Air-Salon Biberachs für zehn Euro von Profis der Friseurinnung Biberach die Haare schneiden lassen, die Volksbank Biberach erhöht den Preis für einen Haarschnitt um weitere zehn Euro auf 20 Euro. „Für uns war schon lange klar, dass die diesjährige Schwerpunktspende fürs Simultaneum sein soll, weil hier das gemeinschaftliche Engagement der Biberacher spürbar ist. Unsere Mitglieder und Kunden sind in beiden Konfessionen zu Hause, sie sollen sehen, was mit dem Geld aus dem VR-Gewinnsparen Sinnvolles fürs Simultaneum, fürs Handwerk und für die Wirtschaft hier passiert“, erklärt Josef Schneiderhan, Direktor der Volksbank Biberach, den Grund für die Unterstützung der Aktion der Schwäbischen Zeitung.

Die Biberacher Stadtpfarrkirche muss dringend saniert werden. Vor allem die Fassade, das Dach und der Dachstuhl haben hohen Bedarf. Und da wäre noch das Thema Heizung in der Kirche, das nicht nur die Bauhütte, sondern auch die beiden Kirchengemeinden umtreibt. „Noch ist das Weihwasser im Winter nie eingefroren, aber es ist vom Boden her in den Wintermonaten schon sehr kalt“, sagt Thomas Handtmann. „Wir stehen momentan bei rund 250 000 Euro Spendeneinnahmen. In den zwei Jahren nun ist das ein ganz gutes Ergebnis“, betont Hans Beck. Viele hohe Einzelspenden seien bisher bei der Bauhütte für das Biberacher Wahrzeichen eingegangen, aber auch viele Vereine oder Firmen haben Geld aus Aktionen oder Jubiläen fürs Simultaneum gespendet. Zuletzt hat der „Club der Köche Oberschwabens“ aus seiner Spargel-Aktion für die Stadtpfarrkirche Geld gegeben. „So gesehen, spiegelt die Zeitung mit ihrer Aktion die Volksmeinung wider“, meint Beck. Immer mehr Leute kämen jetzt auf den Förderverein zu, das würden auch die beiden Pfarrer bestätigen.

Insgesamt 2,5 Millionen Euro

Die veranschlagten Gesamtkosten für St. Martin belaufen sich jedoch auf zwei bis 2,5 Millionen Euro. „Wir haben also erst zehn Prozent“, sagt Handtmann. Das Sammeln geht also weiter, auch die SZ-Friseur-Aktion am kommenden Samstag wird etwas in die Kasse spülen. Mindestens die Hälfte der Gesamtkosten müsste der Förderverein zusammenbringen, damit die Kirchen in die Finanzierung einsteigen. Ein großer Fortschritt wäre es für St. Martin schon, wenn man damit beginnen könnte, Dach und Dachstuhl zu sanieren. „Die Substanzerhaltung hat auf jeden Fall Vorrang“, erklärt Beck. Bei der Heizung seien sich alle Beteiligten ohnehin noch nicht einig, wie die Stadtpfarrkirche beheizt werden soll. „Das wird momentan zwischen den Kirchen, der Stadt und dem Denkmalamt diskutiert, die sind dran am Thema. Vorbild könnte die Kirche in Ochsenhausen sein, die eine Fußbodenheizung hat“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins.

Freuen sich auf „Biberach hilft – Schnitt für Schnitt“ für die Bauhütte Simultaneum: Hans Beck, Thomas Handtmann und Josef Schneiderhan.SZ-Foto: Klose

„Biberach hilft – Schnitt für Schnitt“ findet am Samstag, 22. Juni, von 10 bis 15 Uhr auf dem Biberacher Schadenhof statt.

© Schwäbische Zeitung - 14.06.2013

(hintere Reihe) Vera Himmelsbach, Mirjam Götz, Anna Eiperle, (mittlere Reihe) Anja Notz und Katharina Ruppel, (vorne) Sonja Dietze, Florian Stadali und Melanie Schlanser. Foto: PG Biberach

Abiturienten halten kurz inne – vor dem nächsten Schritt

Schüler und Lehrer gestalten Gottesdienst am Abend vor der Bekanntgabe der schriftlichen Ergebnisse

Biberach (sz) - Mit dem Thema „Dein nächster Schritt ...“ feiern die Abiturienten des Pestalozzi-Gymnasiums am Sonntag, 16. Juni, ab 19 Uhr in der Friedenskirche ihren ökumenischen Abi-Gottesdienst, der von den Schülerinnen und Schülern des Abi-Gottesdienst-Teams, begleitet von ihren Religionslehrern, vorbereitet wurde. Seit Jahresbeginn arbeiten die Schüler bereits an der Themensuche, formulierten die dazu passenden Gebete, suchten die Lieder aus sowie die Band, die diese begleiten soll, entwarfen ein Plakat dazu und stellten in Handarbeit kleine Aufmerksamkeiten für die Gottesdienstbesucher her.

Ängste machen sich breit

Der Zeitpunkt des Gottesdienstes ist bewusst gewählt, handelt es sich doch um den Abend vor der Bekanntgabe der schriftlichen Abi-Ergebnisse – das anfangs gute Gefühl hat inzwischen bei vielen nachgelassen, zunehmend machen sich Verunsicherung und Ängste breit, das Thema verfehlt, wichtige Inhalte nicht richtig oder gar vergessen zu haben. Den Schülern tut es gut, wenn sie an dem Abend nicht alleine sind. Deshalb wollen die Abiturienten sich treffen, um zusammen mit Familien und Freunden vor Gott Rückblick auf die vergangenen Jahre zu halten und einen Blick in die Zukunft zu werfen: Was könnten ihre nächsten Schritte sein? Zum Gottesdienst und auch zum anschließenden Stehempfang sind alle Abiturienten, ihre Familien, Lehrer, Freunde und Bekannte eingeladen.

Das Team, das den Abi-Gottesdienst des Pestalozzi-Gymnasiums vorbereitet hat: (hintere Reihe) Vera Himmelsbach, Mirjam Götz, Anna Eiperle, (mittlere Reihe) Anja Notz und Katharina Ruppel, (vorne) Sonja Dietze, Florian Stadali und Melanie Schlanser. Foto: PG Biberach

© Schwäbische Zeitung - 13.06.2013

(v. l.): Prabhash Maharaj (Tabla), Pandit Vikash Maharaj (Sarod), der Vater der beiden anderen, und Abhishek Maharaj (Sitar). sz-Foto: Günter Vogel

Trio Maharaj betört mit indischer Musik

Tabla, Sarod und Sitar sorgen für ungewöhnliche Klänge in der Stadtpfarrkirche

Von Günter Vogel

Biberach -
Das Trio Maharaj hat seine Zuhörer in der Stadtpfarrkirche mit indischer Musik betört. Die Gruppe besteht aus Pandit Vikash Maharaj, der das Lauteninstrument Sarod spielt, seinem Sohn Abhishek, der die Sitar zupft, während der andere Sohn Prabhash die Tabla, die Kombination von zwei kleinen Pauken, schlägt.

Die drei indischen Künstler setzen in 14. und 15. Generation eine 500-jährige Familientradition fort. Bei ihren Konzerten sitzen sie auf Augenhöhe mit ihrem Publikum im Schneidersitz auf einem Podest, so auch hier. Der Synthesizer stand ebenfalls höher, dadurch war eine optimale Klangmischung gewährleistet. Bei drei gemeinsamen Stücken aus der neuesten Maharaj-CD „Holy Water“ (sie setzen sich für den weltweiten Gewässerschutz ein) übernahm Ralf Klotz am Synthesizer die spezifischen Klangbilder indischer Musik. Das war ein eindrucksvolles Hörerlebnis mit „Lamento“, „Hriday“ und „Ganges“, eine originäre Klangsymbiose.

Inder spielen lieber einzelne Töne

Es ist eine total andere Musikkultur, die diese Künstler dem gebannten Publikum mit exotischen und meditativen indischen Klängen und Melodien erschließen. Diese Musik ist losgelöst von europäischen Harmonien und Konsonanzen, besitzt keine echte Polyphonie. Sie legt weniger Wert auf Akkorde, sondern misst dem einzelnen Ton mehr Bedeutung zu. Deshalb spielt das Hintereinander der Töne die wichtigere Rolle, im Gegensatz zur Gleichzeitigkeit der Klänge in der westlichen Musik. Man hörte dabei aber auch moderne Rhythmen, fast südamerikanischen Elan, auch Lyrisches. Die beiden Saiteninstrumente, die lautenähnliche Sarod, eines der wichtigsten Instrumente der klassischen nordindischen Musik und die Sitar, die zur Gruppe der Langhalslauten gehört, dialogisieren spannungsvoll mit dem Synthesizer. Die kleinen Tabla-Pauken sind tonal gestimmt, erzeugen eine viel breitere Tonpalette als etwa Bongos.

Es gab eine Uraufführung: Ralf Klotz hatte für dieses Konzert ein rhapsodisches Klangbild geschrieben: „Rivers flowing in my Soul“. Auf die einleitenden Orgelwellen steigt das Trio mit Improvisationen ein, Jazzakkorde und melodische Chromatik erzeugen intensive Farben.

Klotz spielte dann solo auf der großen Orgel die „Toccata d-moll“ von Bach, einen „Barockreißer“ mit gewaltiger Klangarchitektur, mit wunderbar registrierten Charakterabstufungen, mit schnellen Läufen und vollgriffigen Akkorden.

Seine interpretatorische Meisterschaft und virtuose Beherrschung der Instrumente zeigte das Trio Maharaj bei den Improvisationen mit immer spontanen klanggebärenden Tonkonstruktionen, die wie Augenblickseingebungen daherkommen, ständig neue und überraschende instrumentale Wirkungen erzeugen.

Alle drei sind Virtuosen der Sonderklasse. Es ist immer wieder erstaunlich, ja schier aufregend, welche klanglichen Wirkungen sie solistisch, dialogisch, wie fast orchesterhaft erzeugen können. Lange Accelerandi und Crescendi bewirken zusätzlich hohe Spannungen.

Hinreißendes Charisma indischer Musik gepaart mit großem Orgelklang; es war ein außergewöhnliches Konzert der Sonderklasse.

Das Trio Maharaj spielt mit seinem Publikum in der Biberacher Stadtpfarrkirche auf Augenhöhe (v. l.): Prabhash Maharaj (Tabla), Pandit Vikash Maharaj (Sarod), der Vater der beiden anderen, und Abhishek Maharaj (Sitar). sz-Foto: Günter Vogel

© Schwäbische Zeitung - 12.06.2013

Christen treffen sich zum ökumenischen Gebetsabend

Laupheim (sz) - Alle zwei Monate kommen in Laupheim Christen verschiedener Kirchen zu gemeinsamen Lobpreisabenden zusammen. Es treffen sich Mitglieder der katholischen, evangelischen und der beiden freikirchlichen Laupheimer Gemeinden. Es wird für Anliegen in den Gemeinden, für die Stadt und für persönliche Dinge gebetet. Mit Liedern dankt und lobt die Gruppe gemeinsam Gott.

Die Veranstaltungen finden jeweils abwechselnd in der Baptisten- und in der Ecclesiagemeinde, im Kloster und in der evangelischen Gemeinde statt. Der nächste Gebetsabend ist am Donnerstag, 13. Juni, um 20 Uhr in der evangelischen Kirche in der Radstraße

© Schwäbische Zeitung - 12.06.2013

(v. l.): Rektor Albrecht Binder, WFV-Ehrenpräsident Alfred Sengle, Ausstellungs-Hauptorganisatorin Sabine Jacob, Christian Schmidt, Leiter der Fanbetreuung des VfB Stuttgart, und Pfarrer Georg A. Maile. SZ-Foto: Kirchenmajer

Sehenswerte Ausstellung öffnet die Pforten

Projekt von Bad Schussenrieder Jakob-Emele-Realschule und der evangelischen Kirche

Von Mathias Kirchenmajer

Bad Schussenried - Am Montagabend war es so weit: Die von der Jakob-Emele-Realschule (JERS) und der evangelischen Kirchengemeinde Bad Schussenried in Kooperation organisierte Wanderausstellung „Kicker, Kämpfer, Legenden – Juden im deutschen Fußball“ wurde vor mehr als 100 geladenen Gästen in der Christuskirche eröffnet.

Die Organisatoren von JERS und Kirchengemeinde hatten in den ver-gangenen drei Monaten mit viel Einsatz und Engagement ein Projekt geschaffen, das sich sehen lassen kann. Das Ausstellungsmaterial, viele Stellwände mit großformatigen, historischen Fotos und erläuternden Texten, stellte die Versöhnungskirche in Dachau leihweise zur Verfügung. Diese Präsentationen und zwei von den Schülern der JERS gestaltete Ausstellungswände verwandeln den Innenraum der Kirche in ein großes Informationszentrum. Das JERS-Schulorchester unter Leitung von Miriam Reiser gestaltete beeindruckend den musikalischen Rahmen der Vernissage. Mit dem Stück „Hevenu Shalom Aljechem“ (Wir wünschen Frieden Euch allen) stimmten die Musiker treffend auf die Ausstellung ein.

Pfarrer Georg Maile begrüßte als Hausherr die Gäste und erinnerte an die Reichspogromnacht vor 75 Jahren mit ihren unheilvollen Folgen. Albrecht Binder, Rektor der Jakob-Emele-Realschule, betonte, geschichtliches Interesse habe die Schule zu der Ausstellung bewogen. Das gemeinsame Projekt mit der evangelischen Kirchengemeinde werde stark von den Schülern und den Fachschaften Sport, Geschichte und Religion getragen.

Körbel-Grußwort verlesen

Anschließend verlas der Schulleiter ein Grußschreiben von Karl-Heinz (Charly) Körbel, einem ehemaligen deutschen Fußballspieler und Trainer, der als Profi für Eintracht Frankfurt spielte und mit 602 Einsätzen Rekordspieler der Bundesliga ist. Körbel schrieb unter anderem: „Ich finde es toll, dass ihr die Ausstellung geholt habt. Ich bin sicher, dass sie ein Erfolg wird. Viel Spaß!“ Rektor Binder dankte den Unterstützern der Ausstellung und den Organisatoren, besonders den Schülern mit der Hauptorganisatorin Sabine Jacob.

In ihren Grußworten führten Christian Schmidt, Leiter Fanbetreuung VfB Stuttgart, und Dr. h. c. Alfred Sengle, Ehrenpräsident des Württembergischen Fußballverbandes (WFV), aus, dass Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung auch heute (noch oder wieder) in Deutschland präsent seien. Deshalb sei es wichtig, dass Vereine schon in unteren Klassen und Verantwortliche wachsam seien und gegen Fehlentwicklungen angingen.

Schmidt beschrieb die Maßnahmen, die der VfB Stuttgart entwickelt und eingeführt habe. Er räumte aber auch ein, sehr wohl zu wissen, dass die positiven Ergebnisse Momentaufnahmen seien, die sich wieder ändern könnten. Sengle ging bei seiner Rede unter anderem auf das Leben und Wirken von vier Personen ein, die auch in der Ausstellung eine besondere Rolle einnehmen. Der WFV-Ehrenpräsident forderte dazu auf, der auch heute noch vorhandenen nationalsozialistischen Ideologie in unserer Gesellschaft entschieden entgegenzutreten, auch wenn es Zivilcourage erfordere.

Der Ausstellung wünschte Sengle den verdienten Erfolg, zahlreiche Besucher und eine interessierte Öffentlichkeit. Sein Dank galt allen, die sich für das Projekt engagierten, besonders Schülern, die durch Führungen den Besuchern die Ziele und Inhalte der Ausstellung nahebringen wollen.

Sabine Jacob leitete zur Ausstellungseröffnung über. Sie bot Gästen eine Kurzführung durch die Ausstellung an, die von etlichen Besuchern wahrgenommen wurde.

Die Resonanz unter den Gästen war durchweg positiv. Hans Konrad aus Bad Buchau meinte: „Die Ausstellung ist sehr informativ. Da muss ich aber mindestens noch einmal kommen, um mir alles in Ruhe anschauen zu können.“ Frank Spähn aus Bad Schussenried sagte: „Durch so eine Ausstellung kriegen die Schüler ein besseres Bild. Und es ist wichtig, darauf hinzuweisen: ,Das war damals und darf sich nicht wiederholen.‘“

Die Organisatoren haben eine informative Präsentation geschaffen, die eine Bereicherung bedeutet und von Darstellung und Inhalt her eine große Besucherzahl verdient hat.

Freuen sich über die gelungene Ausstellung in Bad Schussenried (v. l.): Rektor Albrecht Binder, WFV-Ehrenpräsident Alfred Sengle, Ausstellungs-Hauptorganisatorin Sabine Jacob, Christian Schmidt, Leiter der Fanbetreuung des VfB Stuttgart, und Pfarrer Georg A. Maile. SZ-Foto: Kirchenmajer

„Ich bin sicher,
dass die Ausstellung ein Erfolg wird.“
Der Ex-Fußballprofi Karl-Heinz Körbel in seinem Schreiben zur Eröffnung der Bad Schussenrieder Ausstellung

© Schwäbische Zeitung - 12.06.2013

Familie Frey stellt ihren Hof vor

 

Kirchlicher Besuch auf dem Hardtberghof erkundigt sich über aktuelle Entwicklungen

WAIN (sz) - Familie Andreas und Karin Frey hat hohen kirchlichen Besuch empfangen. Prälatin Gabriele Wulz und Dekan Hellger Koepff besichtigten den Hardtberghof und erkundigten sich über die aktuellen Entwicklungen und Überlegungen des Familienbetriebes im Oberen Weihungstal.

Nach der Begrüßung und Einsstimmung durch den Ortspfarrer und Bezirksbauernpfarrer Ernst Eyrich stellten Andreas und Karin Frey ihren Betrieb vor, der sich gerade in der Umstellungsphase von konventionell auf biologisch befindet. Nicht nur landwirtschaftlich, sondern auch kirchlich stark engagiert ist die Familie. Andreas Frey arbeitet aktiv im Bezirksarbeitskreis des evangelischen Bauernwerks mit. Auf der schönen Streuobstwiese am Hof findet alljährlich auch der Erntebittgottesdienst der Kirchengemeinde Wain statt, der durch die Einbindung der Grundschule große Bedeutung hat.

Andreas Frey hat nach landwirtschaftlicher Ausbildung den Aussiedlerhof 1998 von seinem Vater Hans übernommen. Die Aussiedlung aus beengter Dorflage auf den idyllischen Hardtberg fand bereits 1960 statt. Zu dieser Zeit war die Mechanisierung und Rationalisierung der Landwirtschaft noch in den Anfängen, sodass weiterhin viel Handarbeit auf dem Hof erforderlich war. Der Betrieb wurde bis 1997 als Gemischtbetrieb mit 35 Milchkühen und 170 Mastschweinen geführt und danach die Rinderhaltung zugunsten der Schweinefleischerzeugung mit 800 Mastplätzen aufgegeben.

Seit 25 Jahren arbeitet Andreas Frey auf dem benachbarten Golfplatz Reischenhof halbtags als „Greenkeeper“, was ein weiteres Standbein der Familie ist. Seine Frau Karin trägt als Floristin mit Werkstatt auf dem Hof und Blumenhandel kreativ und aktiv zum Familieneinkommen bei. Alle drei Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren sind im Hofgeschehen eingebunden und brauchen – auf eigenen Wunsch – keinen Fernseher.

Neue Herausforderungen

Nun stellt sich die Familie einer neuen Herausforderung: Seit einem Jahr produziert der Betrieb nach Naturland-Richtlinien, die biologische Bewirtschaftung bedeuten. Die Nachfrage nach biologisch erzeugtem Schweinefleisch ist in der Region gestiegen und vor allem die Babynahrungsindustrie ist ein wichtiger Abnehmer. Pünktlich zur Besichtigung haben 400 Ferkel den geräumigen Stall bezogen und fühlen sich wohl; ein weiterer Abschnitt für die weiteren 400 Schweine ist im Bau. Familie Frey ist überzeugt, dass es für sie der passende Weg ist und ist dankbar für die tatkräftige Unterstützung durch Familie und Freunde.

Dabei steht nicht die Wirtschaftweise als Ideologie im Vordergrund, sondern ihr Christsein, das auf diesem Hof spürbar ist. Davon konnten sich auch die beiden eingeladenen Arbeitskreise des evangelischen Bauernwerks überzeugen, die mit Bildungsreferentin Renate Wittlinger ebenfalls zu diesem Hoftermin eingeladen waren. Alle miteinander genossen bei Kaffee und Brezeln im Freien diese Begegnung. Prälatin Wulz würdigte das Engagement der Familie mit Dank und Anerkennung.

 

© Schwäbische Zeitung - 12.06.2013

Karin Frey (v. l.), Pfarrer Eyrich, Dekan Hellger Koepff und Prälatin Gabriele Wulz im Austausch über die regionale Landwirtschaft.

Andreas und Karin Frey erklären, wie sie ihren Betrieb umgestellt haben.

© Schwäbische Zeitung - 10.06.2013

Die Kindergartengartenkinder der Paulinenpflege sangen mit Begeisterung das Wainer Brunnenlied. Foto: Kurt Kiechle

Miteinander und gemeinsam“ feiern die Wainer

 

Das fünfte Dorfbrunnenfest lockt viele Besucher an – Mannschaften messen sich beim Torwandschießen

Von Kurt Kiechle

WAIN - Die Bürger von Wain verstehen es, zu festen und zu feiern. Aktuelles Beispiel ist das Dorfbrunnenfest am gestrigen Sonntag gewesen. Die Veranstaltung – mittlerweile bereits die fünfte – lockte wieder viele Besucher an, darunter auch ehemalige Wainer, für die es zugleich ein Treffen mit Schul- und Jugendfreunden in der Heimat war. Eingeläutet wurde der von Sonnenschein und angenehmen Temperaturen begünstigte Tag mit einem Familiengottesdienst in der voll besetzten Michaelskirche, mitgestaltet vom Posaunenchor, dem Kinderflötenkreis, dem Kindergarten Paulinenpflege sowie von Vikarin Rahel Kießecker und Pfarrer Ernst Eyrich.

Passend zu der von Pfarrer Eyrich erzählten Geschichte von drei Buben im Emmental und den daraus resultierenden Lehren „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse“, wurde während des Liedes „Wie ein Fest nach langer Trauer“ als Gag häppchenweise Emmentaler-Käse an die Gemeinde ausgeteilt.

Mit herzlichen Worten eröffneten der Präsident des Golfclubs Reischenhof, Ernst Blattert, und Bürgermeister Christian Schlenk vor dem evangelischen Gemeindehaus das Dorfbrunnenfest, das unter dem Motto „Miteinander und gemeinsam“ stand. In der Tat waren viele fleißige Hände am Werk, um das Fest wieder zu dem werden zu lassen, wie es sich Ernst Blattert vorgestellt hatte, als er im Jahr 1998 die Anregung zu einer solchen wiederkehrenden Veranstaltung gegeben hatte. Es sollte, so Blatterts Intention, in erster Linie zu einem Fest von Wainer Bürgern für Wainer Bürgern werden.

So beteiligten sich denn auch am unterhaltsamen Programm über den Tag hinweg die vier Grundschulklassen, der Posaunenchor und die MV Schülergruppe, die Flötenkinder, die Wainer Minis von der Abteilung Leichtathletik und die Kindergartenkinder. Die Jüngsten der Gemeinde und ihre Erzieherinnen mit Kiga- Leiterin Carina Peppelenbos an der Spitze, begrüßten die in weitem Halbkreis versammelten und froh gestimmten Festbesucher mit dem Brunnenlied. Couragiert sangen sie auf eine bekannte Melodie: „Von dem Kindergarten kommen wir und wir sehen, ihr seid alle hier. Ja, zum Brunnenfeste wünschen wir das Allerbeste, von dem Kindergarten kommen wir“.

Aufmerksamkeit fand die Erläuterung von Pfarrer Eyrich zur Geschichte und Bedeutung des Wainer Dorfbrunnens in der Form eines Achtecks und der Grundform des Chores der Michaelskirche nachempfunden. Interessantes wusste der Pfarrer auch zur Symbolik der Figuren zu sagen: „Das Schwein hat der Künstler für die Kinder von heute geschaffen. Sie sollen auf ihm sitzen und am Brunnen spielen, was auch häufig geschieht.“ Eyrich hatte auch ein Entdecker-Quiz zusammengestellt, bei dem die Teilnehmer ihre Ortskenntnis unter Beweis stellen konnten.

Auf sportliche Art bewiesen Kirchengemeinderäte, Gemeinderäte und Vereinsvorstände beim Torwandschießen ihr Können. Reichlich Spielmöglichkeiten für die Kinder und Jugendlichen bot die Spielkiste des TSV, für Wasserspiele sorgte die Feuerwehr, etliche weitere Attraktionen ließen keine Langeweile aufkommen. Das Dorfbrunnenfest hat bei bester Bewirtung durch Mitglieder von Gesang- und Musikverein und weiteren Helfern im Servicebereich gehalten, was es versprochen hatte.

„Von dem Kindergarten kommen wir und wir sehen, ihr seid alle hier. Ja, zum Brunnenfeste wünschen wir das Allerbeste, von dem Kindergarten kommen wir“,
sangen die Kindergartengartenkinder der Paulinenpflege

© Schwäbische Zeitung - 10.06.2013

Foto: Jungwirth

Klingefest zieht am Samstag viele Besucher an

 

Riedlingen (uno) - Viele Besucher hat das Klingefest am Samstagabend in Riedlingen angelockt. Zum Fest, das auch dem besseren Kennenlernen zwischen „Einheimischen“ und Aussiedlern dienen soll, waren viele große und kleine Besucher zum Zelt beim Spielplatz gekommen. Die Organisatoren vom ökumenischen Freundeskreis Aussiedler hatten etliche Gruppen eingeladen, die den Zuschauern ein unterhaltsames Programm boten: Die „Besondere Band“ der Happy Dinos machte den musikalischen Auftakt. Die Breakdance-Gruppe zeigte spektakuläre Einlagen und ertanzte sich eine Zugabe, ehe die Bauchtanz-Mädchen der Joseph-Christian-Schule an der Reihe waren. Es folgten noch die musikalische Unterhaltung durch Jungmusikanten und weitere Folklorauftritte. Die Schachgruppe hatte im Zelt ihre Bretter aufgebaut. Für die Kinder war eine extra Spielstraße aufgebaut worden, bei der die Kleinen Dosenwerfen, Fische angeln, Stelzen laufen oder Sackhüpfen oder basteln konnten. Das schöne Wetter am Samstagabend tat ein Übriges, dass viele Gäste noch sitzen blieben und ins Gespräch kamen – und damit der Zweck des Klingefests bestens erfüllt wurde.

© Schwäbische Zeitung - 08.06.2013

SZ-Foto: Christian Klose

Aktion für St. Martin soll gut abschneiden

SZ und Friseurinnung laden am Samstag, 22. Juni, zu „Biberach hilft – Schnitt für Schnitt“– Kunden können sich unter freiem Himmel für St. Martin die Haare schneiden lassen

Von Christian Klose

Biberach - „Helfen Sie uns helfen“: Passender könnte die Hilfsaktion am Samstag, 22. Juni, auf dem Biberacher Schadenhof nicht umschrieben werden. An diesem Samstag im Juni möchte Biberach im wahrsten Sinne des Wortes „gut abschneiden“. Von 10 bis etwa 15 Uhr heißt es auf dem Schadenhof „Biberach hilft – Schnitt für Schnitt“. Für zehn Euro kann sich jeder einfach unter freiem Himmel die Haare schneiden lassen und damit den Förderverein Bauhütte Simultaneum unterstützen.

Die Volksbank Biberach legt pro Haarschnitt noch zehn Euro drauf, so dass Sie hinterher nicht nur besser aussehen, sondern mit dem professionellen Haarschnitt im Spendenwert von 20 Euro helfen, die Biberacher Stadtpfarrkirche St. Martin zu renovieren. Friseure der Friseurinnung Biberach zeigen ihr Können an diesem Aktionstag im größten Freiluftsalon Biberachs. Die Schwäbische Zeitung Biberach und die Friseurinnung laden zu dieser Benefizveranstaltung ein, Biberachs Oberbürgermeister Norbert Zeidler hat dafür die Schirmherrschaft übernommen.

Einfach vorbeikommen

Und so läuft die Hilfsaktion in Biberach am 22. Juni ab: An verschiedenen Ständen, sprich Mini-Salons, werden Mitgliedsbetriebe der Friseurinnung Biberach auf dem Schadenhof schräg gegenüber von Intersport Heinzel jedem Kunden die Haare schneiden, frisieren, stylen, föhnen. Man kommt dazu einfach – ohne Voranmeldung – an einen der Stände. Für zehn Euro gibt’s eine professionelle Haarbehandlung. Und: Mit diesen zehn Euro unterstützen die Kunden dann auch noch den guten Zweck doppelt: Denn die Biberacher Volksbank macht jeden Haarschnitt mit weiteren zehn Euro für den guten Zweck noch attraktiver.

„Ich würde mich sehr freuen, wenn viele Biberacher an diesem Tag ihren Kopf für das Simultaneum im wahrsten Sinne des Wortes ,hinhalten‘“, sagt Schirmherr Norbert Zeidler. „Des wird a hooriga Sach! Da ich einen relativ unspektakulären Haarschnitt habe, bin ich vermutlich auch schnell fertig, was mir bei Friseurterminen mit das Wichtigste ist. Die Aktion ist eine tolle Idee.“ Die Friseurinnung und die SZ rannten im Biberacher Rathaus mit dieser Idee offene Türen ein: OB Zeidler und auch das Ordnungsamt sagten sofort ihre unbürokratische Unterstützung zu, dass die Aktion im Juni eine glänzende Sache wird. Boris Aierstock, Obermeister der Friseurinnung Biberach, freut sich mit seinen Kollegen ebenfalls schon auf die Aktion. „Dabei ist auf jeden Fall der Reiz des Neuen. Wir möchten als Friseurinnung ein Zeichen setzen und zeigen, dass wir in der Region auf der Höhe der Zeit sind. Wir möchten die Marke Friseurinnung bekannt machen und den Friseurbetrieben, die noch nicht zur Innung gehören, zeigen, dass wir etwas für unseren Berufsstand tun. Und wenn wir damit auch noch einen guten Zweck unterstützen, kann es ja besser nicht sein“, sagt Aierstock.

Freude ist groß

Doch die Freude auf die Aktion „Biberach hilft – Schnitt für Schnitt“ ist nicht nur bei den Organisatoren groß. Auch Kaspar Baumgärtner, katholischer Stadtpfarrer, freut sich über die haarige Unterstützung für Sankt Martin: „Ich finde es ausgezeichnet, dass sich hier Firmen und Gruppierungen aus der Stadt für die Kirche engagieren. Die Stadtpfarrkirche ist nämlich nicht nur ein Raum für Gottesdienste, sondern ein Teil von Biberach.“ So sieht es auch der evangelische Dekan Hellger Koepff: „Das finde ich eine hervorragende Idee: Den Pelz bei den Leuten runter, damit die Kirche warm wird. Denn die Bauhütte braucht Geld für eine neue Heizung und die Außenrenovierung.“ Unter uns gesagt

Sie laden in den größten Freiluftsalon Biberachs ein: Die Friseure der Friseurinnung Biberach die Volksbank Biberach, Stadtpfarrer Kaspar Baumgärtner und Dekan Hellger Koepff freuen sich auf die Benefizaktion „Biberach hilft – Schnitt für Schnitt“ am 22. Juni fürs Simultaneum. OB Norbert Zeidler ist Schirmherr der Aktion, die die SZ zusammen mit Friseuren initiiert. SZ-Foto: Christian Klose

Folgende Innungsfriseure unterstützen bisher die Benefizaktion für Sankt Martin: Salon Boris (Boris Aierstock), Frisierstüble Waltraud Mittelbiberach (Waltraud Klos), Abschnitt – Friseur am Markt (Diana Blersch), Friseurstudio Held (Simone Hepp-Held), Trendfriseur Simone Ochsenhausen (Simone Willmann), Friseursalon am Sandberg (Gabi Primorac), Friseur Reisacher (Dirk Reisacher), Figaro Claus (Claus Niedermaier) und Friseur Keller (Yannick Keller).

© Schwäbische Zeitung - 07.06.2013

Aus dem Ummendorfer Rat
Evangelischer Kindergarten bekommt Küche

Ummendorf (mad) - Im evangelischen Kindergarten in Ummendorf wird vom September an auch für die Kinder ab drei Jahren ein Mittagessen angeboten. Bisher gab es dies nur für die U3-Krippenkinder. Für das erweiterte Angebot muss eine Ausgabeküche eingerichtet werden. Das ist Sache der bürgerlichen Gemeinde, denn ihr gehört das Gebäude.

Da für den im Bau befindlichen kommunalen Kindergarten in der Schulstraße ebenfalls eine Küche angeschafft wird, greift die Gemeinde ohne erneute Ausschreibung auf das Angebot der Firma Grell aus Fischbach zurück: Sie hatte seinerzeit das günstigste Angebot unterbreitet und liefert jetzt hier wie dort die Küchen zu gleichen Konditionen. Mit der Vergabe des Auftrags stimmte der Gemeinderat zugleich der überplanmäßigen Investition in Höhe von 7815 Euro zu. Im Haushalt war Geld für den Wanddurchbruch und andere Arbeiten eingeplant, aber nicht für die Küche selbst.

© Schwäbische Zeitung - 07.06.2013

sz-foto: annette Grüninger

Durch Rassenwahn ins Abseits gestellt

Jakob-Emele-Realschüler wollen in einer Ausstellung in der Christuskirche an jüdische Fußball-Legenden erinnern

Von Annette Grüninger

Bad Schussenried - Die Zeitschrift „Kicker“ gäbe es ohne ihn sicherlich nicht, er hat die ersten Länderspiele organisiert, Bayern München und Eintracht Frankfurt aus der Taufe gehoben und war an der Gründung des Deutschen Fußballbunds beteiligt: Walther Bensemann hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts deutsche Fußballgeschichte geschrieben. Dass sein Name heute dennoch nahezu unbekannt ist, hat einen einfachen Grund: Bensemann war Jude. Während des Nationalsozialismus wurden er und zahlreiche andere jüdische Fußball-Pioniere geächtet, verfolgt oder gar ermordet – und systematisch aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht.

In einer gemeinsamen Ausstellung wollen Neuntklässler der Jakob-Emele-Realschule und die evangelische Christuskirchengemeinde nun die Leistungen der jüdischen Fußballer wieder in Erinnerung rufen: „Kicker, Kämpfer und Legenden“ sind ab 10. Juni in der Christuskirche Bad Schussenried zu sehen.

Mit Fußball hat Larissa Zander eigentlich nicht so viel am Hut. Doch die Begeisterung ist der Jakob-Emele-Realschülerin deutlich anzusehen: „Ich interessiere mich für jüdische Geschichte.“ Für Larissa und ihre Mitstreiter war es deshalb ganz selbstverständlich, sich in das Thema hineinzuknien. Nun sind die Neuntklässler zu Experten der jüdischen Fußballgeschichte geworden. Und die ist ziemlich bewegend. „Ohne Walther Bensemann und andere jüdische Spieler wäre Fußball in Deutschland nie so bekannt geworden“, erklärt Larissa, die wie ihre Mitschüler ein rotes T-Shirt des Württembergischen Fußballbunds trägt. „Das ist richtig krass – vor allem, weil das niemand weiß.“

Doch dafür sind ja nun Larissa und ihre Mitschüler da. In Zweier-Teams wollen die Schüler in den nächsten Wochen Besuchern den Inhalt der farbigen, mit zahlreichen historischen Fotografien gestalteten Schautafeln nahebringen.

„Kicker, Kämpfer und Legenden – Juden im deutschen Fußball“ ist eine Wanderausstellung des Centrum Judaicum in Berlin, die 2006, im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, zunächst in der KZ-Gedenkstätte Dachau gezeigt wurde. Sabine Jacob, Lehrerin an der Jakob-Emele-Realschule, hatte vor drei Jahren zufällig von der Ausstellung erfahren – und musste also einen langen Atem beweisen, um die begehrte Schau nach Schussenried zu holen.

Doch es habe sich gelohnt, ist die Religionslehrerin überzeugt. Die Ausstellung eröffne einen ganz neuen Zugang zur NS-Zeit und biete Berührungspunkte zwischen den Fächern Geschichte, Sport und Religion. „Vor dem Nationalsozialismus haben alle gedacht, dass Fußball die Menschen zusammenbringt, dass es um Werte wie Toleranz und Fairplay geht“, sagt Jacob. Nach und nach seien die jüdischen Fußballer durch Rassenwahn vom Spielfeld gedrängt und ins Abseits gestellt worden, bis sie das Schicksal aller europäischen Juden in dieser Zeit erlitten haben.

Doch Ausgrenzung und Diskriminierung seien bis heute ein Thema, nicht nur im Fußball. Ein fruchtbares Thema also auch im Gottesdienst, findet Pfarrer Georg Maile. Auch der Kirchengemeinderat sei sofort „Feuer und Flamme“ gewesen, als es darum ging, den Kirchenraum für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Außerdem wird Maile zusammen mit Jacob die Führungen im Anschluss an die Gottesdienste übernehmen.

„Ein wichtiges Thema“

Unter der Woche sind dann jedoch wieder die Schüler gefragt. Und die engagieren sich alle freiwillig, betont Jacob. „Aber es ist schon ein wichtiges Thema, das man nicht so schnell vergessen sollte“, begründet Jacquelin Saal, warum sie für die Ausstellung einen Teil ihrer Freizeit opfert. „Außerdem ist es auch interessant, wie Fußball bei uns entstanden ist“, ergänzt Fabian Baur, der selbst begeisterter und durchaus erfolgreicher Fußballer ist und für den demnächst ein Wechsel zum SSV Ulm ansteht. Nun hoffen die Schüler, dass sich auch viele Besucher für die Führungen anmelden werden – schließlich brennen sie darauf, andere mit ihrer Begeisterung anzustecken.

Eine starke Mannschaft (von links): Jana Domnowski, Albertina Zymperay, Larissa Zander, Jacquelin Saal, Maximilian Wresch, Pfarrer Georg Maile, Sabine Jacob und Fabian Baur wollen Besuchern das Schicksal der jüdischen Fußballer zur NS-Zeit nahebringen. sz-foto: annette Grüninger

„Ohne Walther Bensemann und andere jüdische Spieler wäre Fußball in Deutschland nie so bekannt geworden.“
Larissa Zander, Schülerin an der Jakob-Emele-Realschule

© Schwäbische Zeitung - 07.06.2013

Fotos: diana hofmann

Am 7. Juli weihen Laupheims Protestanten ihr neues Gemeindehaus ein

Der große Saal bietet bis zu 300 Personen Platz – Im Obergeschoss befinden sich Büro- und Schulräume

Von Diana Hofmann

LAUPHEIM - Die Handwerker geben sich die Klinke in die Hand: Vier Wochen vor dem Einweihungstermin am 7. Juli wird im neuen evangelischen Gemeindehaus auf allen Stockwerken emsig gearbeitet. Im Keller sind die Heizungsbauer zugange, im Obergeschoss hat der Raumausstatter das Industrieparkett bereits ein erstes Mal eingelassen und passt die Sockelleisten ein, und im Erdgeschoss wird die blitzende Edelstahlküche eingebaut. Draußen setzen Arbeiter die Randsteine zur Schillerstraße.

„Wir sind absolut im Zeitplan“, freut sich Pfarrer Hermann Müller. Auch wenn der letzte Schliff noch fehlt, lassen das lichtdurchflutete Foyer und der angrenzende große Saal bereits erahnen, dass sich die Gemeindemitglieder in ihrem neuen Domizil wohlfühlen werden. Mindestens 120 Menschen sollen an Tischen im großen Saal Platz finden, und 300 Personen, wenn in Reihen bestuhlt ist.

Haus soll offen sein für Gäste

„Das ist der Saal, mit dem wir arbeiten werden“, erläutert Müller. Auch einige der Gruppen, die schon das alte Gemeindehaus genutzt haben, hätten bereits angefragt. Das Haus soll offen sein für Gäste, sagt Müller, „denn wir waren während der Bauphase bei so vielen anderen Gast“. Sollte zum Beispiel das benachbarte Staatliche Seminar für Didaktik und Lehrerbildung, bei dem der Kirchengemeinderat vorübergehend tagte, Bedarf an einem Saal haben, sei es natürlich willkommen.

Im Obergeschoss befinden sich neben einem Büro zwei Schulräume, in denen vor allem die Konfirmanden ihren Unterricht bekommen werden. Der eine Raum hat Zugang zu einer Dachterrasse, der andere verfügt über eine Teeküche. „Schon einige unserer Gruppen haben beim Anblick dieses Raumes gemeint: ‚Au ja, do send dann mir!’“, erzählt der Pfarrer.

Der Saal und die angrenzende Terrasse können künftig auch vom Kindergarten genutzt werden. Die Verbindung entsteht derzeit durch den Bau des Kinderkrippen-Raums. Davon ist allerdings erst die Bodenplatte zu sehen, der Einzugstermin 1. September ist fraglich, so Müller.

Dieser Baustelle fällt heuer das traditionelle Gemeindefest im Pfarrgarten zum Opfer. Deshalb hat man beschlossen, sich auf die Einweihungsfeier am 7. Juli zu konzentrieren. An diesem Tag besteht Gelegenheit für alle, das 1,14 Millionen Euro teure Bauwerk zu besichtigen. Nach dem Fest- und Dankgottesdienst um 10 Uhr in der Kirche lädt die Gemeinde zu einem Stehempfang in den Neubau ein; der Festakt mit Schlüsselübergabe, Musik und Grußworten beginnt um 14 Uhr. Dekan Hellger Koepf aus Biberach wird die Räume einweihen.

„Wir sind voll im Zeitplan“, sagt Pfarrer Hermann Müller.Fotos: diana hofmann

Schmucker Neubau: das evangelische Gemeindehaus an der Schillerstraße.

© Schwäbische Zeitung - 06.06.2013

Foto Privat

Am Samstag steigt das Klingefest

 

Riedlingen (sz) - Die Vorbereitungen zum Straßenfest des Ökumenischen Freundeskreises auf der Klinge sind in vollem Gange. Das Fest findet am kommenden Samstag, 8. Juni, ab 16.30 Uhr am Ende der Sebastian-Wierer-Straße statt. Die Veranstalter warten mit bunter Unterhaltung durch die Jugendmusikschule, die Band der Happy Dinos, den Breakdancern, der jungen Bauchtanz-Mädchen der Joseph-Christian-Schule, dem Schachclub, Folkloretanz für alle und einem witzigem Kinderprogamm mit Barbara Spies und vielem anderem mehr an Begegnung und Erzählen auf.

© Schwäbische Zeitung - 05.06.2013

Auf dieser Fahne steht „Pace“ und das heißt „Friede“ auf Italienisch: Liane Schmid und Pfarrerin Ines Fischer (von links) laden zur Gründung der neuen Friedensgruppe ein. Foto: Vera Romeu

In Mengen gründet sich eine ökumenische Friedensgruppe

Morgen, um 19.30 Uhr, ist das erste Treffen im Andachtsraum

Von Vera Romeu

Mengen - Es soll kein Debattierklub werden, sondern das Bewusstsein dafür schaffen, dass nur eine friedliche Lösung von Konflikten auch dauerhaft Frieden schafft. In Mengen gründet sich eine ökumenische Friedensgruppe. Morgen trifft sie sich zum ersten Mal im Andachtsraum der Evangelischen Kirchengemeinde.

„Die Gruppe ist überkonfessionell und interreligiös ausgelegt. Spiritualität kann eine Rolle spielen, muss aber nicht. Die Gruppe ist für alle Altersklassen offen“, sagt Pfarrerin Ines Fischer. Wenn auch die Idee der Gründung ursprünglich aus der evangelischen Kirchengemeinde entstanden sei, so richte sich das Angebot an alle Menschen. Pfarrerin Fischer ist Beauftragte für Friedensarbeit in der evangelischen Kirche.

Gruppe entscheidet selbst über ihre Themen

Die Gruppe wird über die Inhalte der Themen und die Art, wie sie arbeiten möchte, selbst entscheiden. Es geht um die großen Konflikte auf der Welt, um ganz lokale Themen und auch um den persönlichen inneren Frieden, berichtet Liane Schmid, die in der Friedensgruppe mitarbeiten wird.

Bei der Friedensarbeit ist es wichtig über die Ursprünge eines Konflikts Bescheid zu wissen, um Handlungsstrategien zu entwickeln. Oft fehlen Informationen. Vorurteile werden dann kolportiert. „Kriegerische Auseinandersetzungen lösen nicht dauerhaft Konflikte. Daraus können keine Situationen entstehen, die den Menschen nachhaltig gut tun“, sagt Pfarrerin Ines Fischer. Manche Kriege wären zu vermeiden, wenn nicht so viel Geld am Krieg zu verdienen wäre, wenn bewusst präventiv gearbeitet würde. Zum Thema Frieden gehört die Frage nach der Industrie, die Waffen produziert. „Dann sind wir schon in unserer Region und am Bodensee und Fragen über unseren Wirtschaftsstandort“, erklärt Pfarrerin Fischer.

Eine etwas anders gelegene Sache sind Konflikte in unserem Umfeld, in unserem Alltag: Wie kommt es, dass Menschen in gewaltsame Auseinandersetzungen flüchten, um Konflikte zu lösen. Wie entstehen die verbale Gewalt und das Mobbing? Von internationalen Friedensorganisationen kann man lernen, wie Konflikte im Alltag ohne Gewalt gelöst werden können.

Am ersten Abend werden sich die Teilnehmer erst einmal kennenlernen. Vielleicht wird sich schon ein gemeinsames Thema herauskristallisieren. Die Formen sind offen. „Ob wir dazu ein Buch miteinander lesen, einen Referenten einladen, mit Soldaten ins Gespräch kommen, einen Film anschauen“, sagt Fischer. Die Friedensgruppe ist für alle offen und die Einladung richtet sich auch an Menschen, die im Umland Mengens wohnen.