© Schwäbische Zeitung - 30.11.2013

Vier Herren halten einen Scheck im Wert von 400 Euro in der Hand

Auf dem Bild zu sehen sind (von links) Franz Hoffmann, Stefan Mayer, Pfarrer Edzard Albers und Andreas Raschig. Foto: privat

400 Euro für das Bonhoefferhaus

BIBERACH (sz) - Die Old Tablers 75 Biberach haben eine Spende in Höhe von 400 Euro an die Evangelische Bonhoefferkirchengemeinde Biberach übergeben. Die Old Tablers 75 fördern den Serviceclub Round Table 75 Biberach, die Mitglieder unterstützen Projekte im sozialen Bereich. Auf dem Gelände der Bonhoefferkirche wird derzeit ein Inklusionsprojekt in Kooperation mit dem Verein Mariaberg, Träger der Diakonie, vorbereitet. Am Köhlesrain 10 soll ein neues Wohngebäude für Menschen mit Behinderungen entstehen. Auf dem Bild zu sehen sind (von links) Franz Hoffmann, Stefan Mayer, Pfarrer Edzard Albers und Andreas Raschig. Foto: privat


© Schwäbische Zeitung - 30.11.2013

Evangelische Kirchengemeinderatswahl steht an

Am Sonntag wählen die Evangelischen – Wahlberechtigt sind alle ab 14 Jahre – Auch Wahl zur Landessynode

BIBERACH - Mitglieder der Evangelischen Kirche wählen am Sonntag, 1. Dezember, die Mitglieder der Kirchengemeinderäte und die Mitglieder der Landessynode. Wahlberechtigt sind alle Gemeindeglieder ab 14 Jahren. Die meisten Wahllokale öffnen nach den Gottesdiensten. Gewählt werden kann in der Regel bis 18 Uhr, manche Wahllokale schließen jedoch auch früher. Die genauen Zeiten sind auf der Wahlbenachrichtigung ausgewiesen. Allen Wahlberechtigten sind Briefwahlunterlagen zugegangen. Diese können am Wahltag bis zur Schließung der Wahllokale im Wahlbüro oder im Pfarramt abgegeben werden.

Für die Wahlen in der Gesamtkirchengemeinde Biberach steht der Wahlbriefkasten im Rathaus Biberach noch bis heute, Samstag, um 12 Uhr zur Verfügung. Dort können die Wahlbriefe für die Biberacher Gemeinden und für die Versöhnungskirche in Ummendorf eingeworfen werden.

Wahl zum Kirchengemeinderat

Zur Wahl stehen die Mitglieder der Kirchengemeinderäte. Dafür kandidieren in der Gesamtkirchengemeinde insgesamt 45 Frauen und Männer.

Die Gewählten werden in den kommenden sechs Jahren über die Gemeindearbeit und über die Zusammenarbeit der fünf Gemeinden entscheiden.

Wahl zur Landessynode

Bei der Wahl zur Landessynode gehören die hiesigen Gemeinden zum Wahlkreis 26 Biberach/Ravensburg. Die Landessynode ist die gesetzgebende Versammlung der Landeskirche und ähnelt in ihren Aufgaben denen eines Parlaments. Ihre Mitglieder werden in Württemberg als einziger Landeskirche in Deutschland direkt von den Kirchenmitgliedern für sechs Jahre gewählt. Im Wahlkreis 26 sind zwei Laien und zwei Theologen zu wählen. Alle, die hier kandidieren, ordnen sich einem der Gesprächskreise zu, diese sind: „Lebendige Gemeinde“ (LG), „Kirche für Morgen“ (KfM), „Evangelium und Kirche“ (EuK) und „Offene Kirche“ (OK).

Als Laien bewerben sich vier Frauen und Männer: Edeltraud Stetter (LG), Krankenschwester aus Balzheim, Claus Wagner (KfM), Studienrat aus Riedlingen, Andreas Merkle (EuK), Bürgermeister aus Gutenzell-Hürbel und Jutta Henrich (OK), Bibliothekarin aus Laupheim. Als Theologen bewerben sich Heiko Bräuning (LG), Pfarrer aus Wilhelmsdorf, Lennart Meißner (EuK), Pfarrer aus Aitrach und Hellger Koepff (OK), Dekan aus Biberach.

© Schwäbische Zeitung - 30.11.2013

Johanna Aschurer, Alexia Kirschner und Ralf Klotz freuen sich auf das Adventskonzert

Johanna Schurer (v. l.), Alexia Kirschner und Ralf Klotz freuen sich auf das Adventskonzert in der Stadtpfarrkirche St. Martin in Biberach. Foto: privat

Weihnachtslieder erklingen in der Stadtpfarrkirche

Vokalensemble Belcanto lädt zu Adventskonzert

BIBERACH (sz) - Ein Adventskonzert erklingt am Sonntag, 1. Dezember, ab 16 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Martin Biberach. Unter dem Motto „Stimmet Hosianna an“ lädt das Vokalensemble Belcanto zu einer musikalischen Einstimmung in den Advent mit vorweihnachtlichen Liedsätzen sowie Arien des Barock für Sopran, Flöte und Orgel ein.

Nach „Stimmet Hosianna an“ von Wolfgang Carl Briegel gibt es Georg Friedrich Händels „Tochter Zion“ und andere adventliche Liedsätze zu hören. Demgegenüber stehen als Solobeiträge Georg Philipp Telemanns „Lauter Wonne, lauter Freude“ und Johann Sebastian Bachs „Himmelskönig sei willkommen“ sowie Dietrich Buxtehudes Solokantate „Jubilate Domino omnis terra“. Außerdem sind mit den Barockkomponisten Diogenio Bigaglia und William Babell zwei virtuose Konzertstücke für Flöte und Orgel zu hören.

Mitwirkende sind das Vokalensemble Belcanto, Johanna Schurer (Sopran) und Alexia Kirschner (Flöte). Leitung und Orgelspiel liegen bei Kantor Ralf Klotz.


© Schwäbische Zeitung - 30.11.2013

Vier Herren halten einen Scheck im Wert von 400 Euro in der Hand

Auf dem Bild zu sehen sind (von links) Franz Hoffmann, Stefan Mayer, Pfarrer Edzard Albers und Andreas Raschig. Foto: privat

400 Euro für das Bonhoefferhaus

BIBERACH (sz) - Die Old Tablers 75 Biberach haben eine Spende in Höhe von 400 Euro an die Evangelische Bonhoefferkirchengemeinde Biberach übergeben. Die Old Tablers 75 fördern den Serviceclub Round Table 75 Biberach, die Mitglieder unterstützen Projekte im sozialen Bereich. Auf dem Gelände der Bonhoefferkirche wird derzeit ein Inklusionsprojekt in Kooperation mit dem Verein Mariaberg, Träger der Diakonie, vorbereitet. Am Köhlesrain 10 soll ein neues Wohngebäude für Menschen mit Behinderungen entstehen. Auf dem Bild zu sehen sind (von links) Franz Hoffmann, Stefan Mayer, Pfarrer Edzard Albers und Andreas Raschig. Foto: privat


© Schwäbische Zeitung - 30.11.2013

Evangelische Gemeinde zieht zur Nikolauskapelle

HERBERTINGEN (sz) - Nach 53 Jahren zu Gast in der Auferstehungskapelle in Herbertingen zieht die evangelische Gemeinde am Samstag, 30. November, mit einem Abschlussgottesdienst in die frisch renovierte Nikolauskapelle um. „Wir freuen uns sehr, dass wir ab jetzt unsere Samstagabend-Gottesdienste dort feiern dürfen und uns die katholische Gemeinde so schwesterlich aufnimmt“, sagt Pfarrerin Tabea Hartmann.

Um 19 Uhr ist ein letztes Mal der Treffpunkt wie gewohnt in der Auferstehungskapelle. Dort wird ein kurzes Abendmahl gefeiert. Anschließend machen sich die Teilnehmer sich gegen 19.20 Uhr mit Kerzen und Lichtern auf den Weg. Von der Hauptstraße geht es über Sonnenstraße und Holzgasse bis zur Nikolauskapelle.

Dort sollen ein Lied gesungen, ein Gebet gesprochen und die Lichter abgestellt werden. Anschließend ist noch gemütliches Beisammensein bei einem warmen Punsch geplant. Alle Interessierten sind zur Teilnahme eingeladen, Kinder mit Laternen sind willkommen.


© Schwäbische Zeitung - 30.11.2013

Die Protestanten haben die Wahl

Am Sonntag werden die Kirchengemeinderäte und die Landessynode neu bestimmt

 Von Roland Ray 29. November 2013

LAUPHEIM /WAIN/OBERHOLZHEIM - Fast zwei Millionen Protestanten in der württembergischen Landeskirche sind am Sonntag aufgerufen, neue Kirchengemeinderäte und eine neue Landessynode zu wählen. Auch in den Evangelischen Gemeinden Laupheim, Oberholzheim und Wain ist alles für den Gang zur Wahlurne vorbereitet.

Knapp 4000 Mitglieder zählt die Laupheimer Gemeinde, die auch Mietingen, Baltringen, Walpertshofen, Baustetten, Unter- und Obersulmetingen umfasst. Etwa 3370 Menschen sind am Sonntag stimmberechtigt. Erstmals dürfen bereits 14-Jährige wählen, was Pfarrer Hermann Müller freut: „Wir erhoffen uns davon, dass junge Leute früher und leichter einen Zugang finden, in der Kirche Verantwortung zu übernehmen.“

Zwölf Männer und Frauen kandidieren für die neun Sitze im Kirchengemeinderat. Sieben Bewerber werfen erstmals ihren Hut in den Ring. Das Bewerberfeld spiegele „die Vielfalt in unserer Gemeinde“, sagt Pfarrer Müller. Den einen oder anderen Aktivposten beim Evangelischen Jugendwerk hätte er gern zur Kandidatur bewogen. „Das hat nicht funktioniert, aber sie engagieren sich ja auch künftig im Jugendwerk.“

Von 11 bis 18 Uhr ist das (einzige) Wahllokal im Gemeindehaus in Laupheim, Schillerstraße 9, am Sonntag geöffnet. Groß ist die Zahl der Briefwähler, was auch für die Nachbargemeinden gilt.

Gezielt junge Kandidaten gesucht

In der Evangelischen Kirchengemeinde Wain, zu der auch die Protestanten in Schwendi gehören, sind knapp 1200 Menschen zur Synodal- und Kirchengemeinderatswahl aufgerufen. Das Wahllokal im Wainer Gemeindehaus hat am Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Neun Sitze im Kirchengemeinderat sind zu vergeben, zehn Männer und Frauen bewerben sich darum. Sechs der bisherigen Räte kandidieren wieder. Drei „Neulinge“ kommen aus Wain, einer aus Großschafhausen. „Wir haben bewusst auch jüngere Kandidaten gesucht, die in die Aufgaben hineinwachsen und weitere Verantwortung übernehmen sollen“, sagt Pfarrer Ernst Eyrich. Dass ab 14 Jahren gewählt werden darf, findet er für den Kirchengemeinderat in Ordnung, „aber wenn es um die Landessynode geht, werden die Jüngsten wohl doch überfordert“.

Zwölf Bewerber für zwölf Sitze

In der Evangelischen Kirchengemeinde Oberholzheim, zu der auch die Protestanten in Staig, Bihlafingen, Hüttisheim, Schnürpflingen, Achstetten, Stetten, Bronnen, Burgrieden, Rot und Bühl gehören, sind etwa 2000 Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen. Gewählt wird auch dort ein Kirchengemeinderat, der für den gesamten Bereich zuständig ist. „Es gibt zwölf Sitze, und wir haben zwölf Kandidaten. Sechs von ihnen sind neu“, berichtet Pfarrer Andreas Kernen. Folglich werden alle den Einzug ins Gremium schaffen. Gleichwohl appelliert Kernen an die Gemeindeglieder, wählen zu gehen – „zum einen geht es ja auch um die Landessynode, zum anderen bedeutet jede Stimme ein Stück Motivation, Bestätigung und Rückenwind“.

Die Kandidatensuche sei nicht einfach gewesen, so Kernen. Von den sechs Neulingen sind drei aus Staig und je einer aus Achstetten, Stetten und Oberholzheim. In Burgrieden, wo die meisten Gemeindeglieder wohnen, war die Suche vergeblich.

Es gibt drei Wahllokale, in Oberholzheim, Staig und Burgrieden, jeweils im Gemeindehaus. Sie öffnen nach dem Gottesdienst und schließen um 16 Uhr.

© Schwäbische Zeitung - 30.11.2013

Federseegemeinden wählen ihren Kirchengemeinderat

Im Gremium der evangelischen Kirchengemeinde stehen sieben Sitze für Laien zur Verfügung

BAD BUCHAU (mal)- Die Protestanten aus den Federseegemeinden wählen am Sonntag, 1. Dezember, in Bad Buchau im evangelischen Gemeindehaus von 11 bis 18 Uhr den neuen Kirchengemeinderat.

Im evangelischen Kirchengemeinderat stehen sieben Sitze zur Verfügung, um die sich neun Kandidaten bewerben. Veröffentlicht wird das Wahlergebnis am Sonntagabend gegen 20 Uhr.

Aus Bad Buchau stammen sechs der neun Bewerber: Susanne Eichbaum, Melanie Haas, Dr. Stefan Hart, Valentina Schulz, Daniel Zerdack und Wolfgang Zippel. Kerstin Hensler aus Seekirch, Catrin Kern aus Alleshausen und Wolfgang Rausch aus Moosburg, sind Vertreter aus den umliegenden Gemeinden.

Der stellvertretende Vorsitzende der evangelischen Gemeinde Wolfgang Zippel sagt zwar, dass die Bewerberzahlen zur Kirchengemeinderatswahl rückläufig seien, „aber insgesamt haben wir eine tolle Truppe zusammen bekommen“. Eine der zukünftigen Aufgaben des Kirchengemeinderats werde zudem die Kinder und Jugendarbeit sein, so Zippel.

Parallel hierzu werde, wie in allen evangelischen Kirchengemeinden der Württembergischen Landeskirche, die Synodale für die Landessynode gewählt.



© Schwäbische Zeitung - 29.11.2013

Evangelische Christen wählen am Sonntag zweimal

Wahl zur Landessynode und zum Kirchengemeinderat – Elf Kandidaten wollen in den Kirchengemeinderat

Von Rudi Multer 29. November 2013

BAD SAULGAU/HERBERTINGEN - Gleich zweimal geben die evangelischen Christen in Bad Saulgau am Sonntag ihre Stimme ab: Zum einen wählen sie damit die Vertreter der Region für die Landessynode, zum anderen den neuen Kirchengemeinderat. Drei Vertreter, einen Theologen und einen Laien, gilt es aus der Region in die Landessynode zu wählen. Elf Kandidaten bewerben sich um elf Sitze im Kirchengemeinderat in Bad Saulgau.

Vier Listen schicken für die Wahl zur Landessynode ihre Kandidaten ins Rennen: Lebendige Gemeinde, Evangelium und Kirche, offene Kirche und Kirche für morgen – so die Namen der Listen von der eher bewahrenden zur progressiveren Richtung – wollen ihre Kandidaten ins Kirchenparlament schicken. „Die württembergische Landeskirche ist die einzige, in der die Kandidaten der Landessynode direkt gewählt werden“, sagt der evangelische Pfarrer Paul Bräuchle in Bad Saulgau. In der Landessynode entscheiden 60 Laien und 30 Theologen über die wichtigen Fragen der Kirche. Die Synode beschließt unter anderem den Haushalt der Landeskirche und wählt den Landesbischof. Präsident der Landessynode ist grundsätzlich ein Laie.

Alle sechs Jahre hat die evangelische Kirchengemeinde nicht nur die Wahl über die Vertreter zur Landessynode, sondern im selben Wahlgang über die Kandidaten für den Kirchengemeinderat. In Bad Saulgau gibt es für elf Plätze ebenso viele Kandidaten, in der großen Mehrzahl Frauen. Pfarrer Bräuchle macht klar, dass er sich mehr Kandidaten gewünscht hätte. Im Kirchengemeinderat und zusätzlich in den Ausschüssen wie dem Verwaltungs-, Bau- und Kinderhausausschuss fielen wichtige Entscheidungen. Die Kirchengemeinde ist Arbeitgeber von 15 Mitarbeitern.

Schwierige Suche

Doch der evangelischen Kirche gehe es nicht anders wie Vereinen und der katholischen Kirche. Es werde immer schwerer, Menschen zu finden, die sich engagieren möchten. Auf der anderen Seite wolle er möglichen Bewerbern nicht vorgaukeln, dass dieses Mandat ohne großen Zeitaufwand zu machen sei. „Das Amt erfordert Präsenz und Engagement“, sagt der evangelische Pfarrer. Einen weiteren Grund für die schwache Resonanz bei der Kandidatensuche sieht der Pfarrer in der Eigenart der evangelischen Kirchengemeinde. Da die Kirchengemeinde in Bad Saulgau in der evangelischen Diaspora im Vergleich zu Gemeinden in evangelisch geprägten Landstrichen vergleichsweise jung ist, „gibt es bei uns keine alteingesessenen Familien, in denen die Arbeit im Kirchengemeinderat weitergereicht wird“. Mit Heidrun Boll und Wolfgang Schuttkowski treten lang gediente Kirchengemeinderäte nicht mehr an.

Die Kandidaten, so Paul Bräuchle, würden unterschiedliche Berufe und unterschiedliche Gruppen der evangelischen Gemeinde vertreten. Er bedauert, dass aus dem Kreis der russischstämmigen Gemeindeglieder kein geeigneter Kandidat gefunden werden konnte. Aus Herbertingen – Die evangelischen Christen gehören zur Kirchengemeinde Bad Sauglau – kommen zwei Kandidaten. Wahlberechtigt sind 2847 Menschen (2342 aus Bad Saulgau und 505 aus Herbertingen). 14-Jährige dürfen ebenfalls zur Wahl.

© Schwäbische Zeitung - 29.11.2013

Blick in Pflummerns renovierte Kirche

Blick in Pflummerns renovierte Kirche. Foto: SZ-Archiv Viola Lang

Zwiefalten und Pflummern wählen

Evangelische Kirchengemeinden wählen am Sonntag ihren Kirchengemeinderat

Von Matthias Lang 29. November 2013

ZWIEFALTEN - /Pflummern - Am kommenden Sonntag wird in den evangelischen Kirchengemeinden der Region gewählt. Auch in Zwiefalten und in der Kirchengemeinde Pflummern sind die evangelischen Christen aufgerufen, ihre Vertretung zu wählen.

Der Kapitelsaal in Zwiefalten ist von 11 bis 16 Uhr für die Wähler geöffnet. Das Wahlergebnis wird voraussichtlich am Sonntagabend, 1. Dezember, gegen 19 Uhr feststehen. Insgesamt werden fünf Sitze vergeben. Zur Wahl treten Bettina Eppler, Manfred Witting, Anita Fleischmann, Achim Göhring und Gerhard Wiedmer an. Achim Göhring und Gerhard Wiedmer waren bereits im Kirchengemeinderat und kandidieren erneut. Rund 450 Wahlberechtigte zählt die evangelische Kirchengemeinde Zwiefalten.

Die evangelische Kirchengemeinde berührt die drei Kreisgrenzen Reutlingen, Biberach, Sigmaringen, von Tigerfeld nach Riedlingen, von Reutlingen bis Sigmaringen. Die Gläubigen seien weit verstreut. „Es ist eine Herausforderung ein gemeinsames Miteinander zu schaffen, da der Lebensmittelpunkt des Einzelnen meist an die auseinanderliegenden Wohnorte gebunden ist“, erklärt der Pfarrer. „Die Grundherausforderung ist die Diaspora-Situation in unserer evangelischen Kirchengemeinde“, so Pfarrer Roland Albeck. Die Verteilung der Gläubigen erstrecke sich über 22 Wohnstätten und Teilorte, die zur evangelischen Kirchengemeinde gehören, meint Pfarrer Albeck. In Zwiefalten sind über zehn Prozent der Bürger evangelisch, die Zahlen seien rückläufig: „Wir sind immer weniger“.

Nach der Wahl wird der neu gewählte Kirchengemeinderat gemeinsam mit Pfarrer Albeck, die Aufgabe haben, neue Akzente zu setzen. Schwerpunkt sei die Kirchenmusik für Kinder und Erwachsene, aber auch die Gemeindeleitung, neue Gottesdienstformen, Jugendarbeit, Verwaltungs- und Baufragen. Ebenso sind Gottesdienstzeiten und neue Herausforderungen in der Ökumene von Bedeutung.

Pflummern-Heiligkreuztal

Auch die evangelische Kirchengemeinde Pflummern-Heiligkreuztal wählt am kommenden Sonntag, 1. Dezember, ihren Kirchengemeinderat. Die Gemeinde Pflummern, darunter Grüningen, Friedingen, Ittenhausen, Dürrenwaldstetten und Ohnhülben, zählen 318, Heiligkreuztal mit den Ortschaften Langenenslingen, Andelfingen, Binzwangen, Wilflingen, Bilafingen und Emerfeld, 427 Wahlberechtigte. Die Wähler haben die Möglichkeit entweder in Pflummern im Mörikehaus von 10 bis 16 Uhr, oder in Langenenslingen im Mauritiushaus, neben der Kirche, von 11.30 bis 14 Uhr ihre Stimme abzugeben.

9 Sitze im Kirchengemeinderat

Im Kirchengemeinderat fallen jeweils fünf Sitze für die Gemeinde Pflummern und vier Sitze für die Gemeinde Heiligkreuztal an. „Nach der Wahl legt man besonderen Wert auf die nähere Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde Riedlingen“, sagt Herr Hungerbühler.

In Pflummern kandidieren Reiner Bischel, Christian Weeger und Mirjam Weggerle, die bisher im Kirchengemeinderat vertreten waren. Neu haben sich Stefanie Bossler und Cornelia Mayer für das Amt aufstellen lassen.

Für die Gemeinde Heiligkreuztal kandidieren Matthias Poferl, Gertraud Vogel, Mechthild Zieger und Stefan Meinholt. Pfarrer Hans Rieger schätzt die Wahlbeteiligung der evangelischen Kirchengemeinde Pflummern-Heiligkreuztal auf ungefähr 15 Prozent.

© Schwäbische Zeitung - 28.11.2013

Kirchengemeinde lädt ein zum Frauenfrühstück

BAD SAULGAU (sz)- Mit dem Titel „Gott-mein Zufluchtsort“ lädt die evangelische Kirchengemeinde am kommenden Samstag, 30. November, von 9-11 Uhr wieder ins evangelische Gemeindehaus (Gutenbergstr. 49) zum Frauenfrühstück ein. Sabine Fernholz wird uns einen Einblick über die Erfahrungen, die König David einst mit Gott gemacht hat, geben und auch aus ihrem eigenen (Glaubens-)leben berichten. Herzliche Einladung zu einem wunderbaren Frühstück, schöner Gemeinschaft und zum Austausch übers Leben und über den Glauben! Kosten: sechs Euro für das Frühstück.

Anmeldung: Pfarrerin Tabea Hartmann (07581/3863) und Sabine Fernholz (07586/917969). Und dieses Mal gibt es nach dem gemeinsamen Frühstück von 10-11 Uhr eine Kinderbetreuung!

© Schwäbische Zeitung - 28.11.2013

Seniorenadvent in Riedlingen

RIEDLINGEN (sz) - Alle Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Riedlingen ab 70 Jahren sind am Sonntag, 1. Advent, um 14.30 Uhr zur Einstimmung in den Advent ins Johannes-Zwick-Haus eingeladen. Umrahmt wird die Veranstaltung vom Unlinger Doppelquartett und dem Bläserkreis der Evangelischen Kirchengemeinde. Wer eine Mitfahrgelegenheit benötigt, kann sich im Pfarramt unter der Telefonnumer 2567 melden. In diesem Jahr steht der erste Advent im Zeichen der evangelischen Kirchenwahl: So ist gleich nach dem Singe-Gottesdienst um 9.30 Uhr mit der Kantorei in der Christuskirche, das Johannes-Zwick-Haus ab 10.30 Uhr als Wahllokal geöffnet. Danach werden beim Adventsbasar Gebäck und weihnachtliche Geschenke angeboten, zugunsten eines Projekts des ökumenischen Freundeskreises.


© Schwäbische Zeitung - 28.11.2013

Kanditaten der Kirchengemeinderatswahl in Mengen

Die Kandidaten der Kirchengemeinderatswahl: Norbert Paschold, Manuela Jäger, Julia Rahm, Klaus von Fürich und Ulrike Höhle (hintere Reihe), Silke von Fürich, Lars Schmidt, Mar... Foto: Privat

Evangelische Christen wählen neuen Kirchengemeinderat

Wahl ist erstmals für Jugendliche ab 14 Jahren

MENGEN (vk) Die evangelische Kirchengemeinde Mengen wählt am Sonntag einen neuen Kirchengemeinderat. Für den neunköpfigen Kirchengemeinderat stehen den Wählern neun Frauen und Männer zur Wahl. Trotzdem sind Pfarrerin Ines Fischer und Pfarrer Wolfgang Raiser hoch erfreut.

Raiser und Fischer betreuen gemeinsam eine Gemeinde von rund 2180 evangelischen Christen aus Mengen, Hohentengen und Scheer. 2180 Gläubige, das sind 14 Prozent der Christen im Bezirk. Eine Kirchengemeinde mit diakonischem Zuschnitt.

Kirchengemeinderat ist eine anspruchsvolle Aufgabe


„Es ist heutzutage nicht mehr leicht, Menschen für eine ehrenamtliche Aufgabe zu finden“, sagt Raiser. Die Aufgabe eines Kirchengemeinderats in der evangelischen Landeskirche ist aber sehr anspruchsvoll. Die Rechte des Gremiums reichen weiter als etwa die in der katholischen Kirche. Der Kirchengemeinderat entscheidet über die Besetzung der Pfarrerstelle. Der Rat bestimmt, wer Pfarrer in der Gemeinde wird. „Auch ich habe mich damals einer Wahl stellen müssen“, erläutert Fischer.

Bei der Wahl am Sonntag stellt sich eine bunt gemischte Truppe zur Wahl „Die bunteste, die wir je hatten“, sagt Raiser. Wahlberechtigte dürfen aber zwei Stimmen auf einen Kandidaten vergeben.


© Schwäbische Zeitung - 28.11.2013

Konzert: Gospelmusik erklingt am Dienstag

LAUPHEIM (sz) In der evangelischen Kirche Laupheim wird am Dienstag, 3. Dezember, um 19 Uhr der Gospelchor Wiblingen (Ulm) mit einem Konzertprogramm zu Gast sein, das die große Bandbreite moderner Gospelmusik in leuchtenden Farben erstrahlen lässt. Unter dem Motto „Joy to the World“ wird der 30-köpfige Chor zeigen, welchen Weg das Genre seit „Go down, Moses“ beschritten hat, und welch faszinierende Kombinationen entstehen, wenn sich die Gospelmusik mit aktuellen Stilrichtungen verbindet.

Es gibt Vertrautes und Überraschendes zu hören, Solisten aus den Reihen des Chores, melancholische Melodien und natürlich den fetzigen Gospel-Sound, für den der Chor bekannt ist. Natürlich wird hierbei dem bevorstehenden Weihnachtsfest genügend Raum gegeben – sind es doch nicht zuletzt die „Christmas-Gospels“, die sich in unseren Tagen ungebrochener Beliebtheit erfreuen.

Alle Sätze und Arrangements hat Chorleiter Albrecht Schmid geschrieben; der Chor singt mit Klavierbegleitung und unplugged. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

© Schwäbische Zeitung - 27.11.2013

Riedlinger haben eine echte Wahl

Am Sonntag bestimmen die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde ihren Gemeinderat

Von Bruno Jungwirth 27. November 2013

RIEDLINGEN - „Ich bin wirklich gespannt, wir haben viele gute Kandidaten“, sagt der evangelische Pfarrer Martin Elsässer. Denn für Elsässer und die evangelischen Christen in der Gemeinde ist nach der Wahl schon wieder vor der Wahl: Kaum ist die Bürgermeisterwahl in der Donaustadt vorbei, stehen bei ihnen die Kirchengemeinderats- und die Landessynodewahlen an.

Die evangelische Kirchengemeinde reicht über Riedlingen hinaus: Ertingen, Altheim, Dürmentingen und Unlingen gehören dazu. Zwölf Sitze werden im evangelischen Kirchengemeinderat vergeben, wobei die Anzahl der Sitze pro Ort fix sind: Riedlingen erhält sechs Sitze, Ertingen drei, Altheim, Dürmentingen und Unlingen je einen.

Zwar wählen alle Gemeindemitglieder für alle Orte mit, doch letztlich haben sie nur in Riedlingen eine echte Auswahl. Hier haben sich insgesamt elf Kandidaten beworben. „Dort ist es sehr, sehr spannend“, meint denn auch Pfarrer Elsässer.

Neun neue Kandidaten

Acht bisherige Gemeinderatsmitglieder werfen ihren Hut wieder in den Ring, darunter fünf in den „kleineren Orten“. Nur Elisabeth Neumann wird neu ins Gremium kommen. In Riedlingen haben sich drei erneut beworben.

War es schwer, Kandidaten zu finden? „Es war schon eine Arbeit“, sagt der Pfarrer. Leute ansprechen, nachhaken. Das brauchte schon etwas Geduld. Aber manche seien auch von sich aus gekommen, erzählt der Pfarrer. Er zeigt sich zufrieden über die Mischung bei den Kandidaten: neue und bisherige, Männer und Frauen. Und unterschiedliche Charaktere, die sich auch religös anders positionieren: Vier Gruppierungen gibt es innerhalb der evangelischen Kirche, die eher liberale „Offene Kirche“, die evangelikale „Lebendige Gemeinde“, die gemäßigte „Evangelium und Kirche“ sowie die „Kirche für morgen“, die vor allem die Kirchenreform zum Ziel hat – sie alle spielen auf der Ebene der Kirchengemeinden kaum eine Rolle, sondern erst in der Synode.

3500 Wahlberechtigte

Rund 3500 Wahlberechtigte sind am kommenden Sonntag zur Wahl berechtigt. Doch Elsässer gibt sich kaum der Illusion hin, dass alle wählen gehen. Vor sechs Jahren lag die Quote bei 19,5 Prozent. Dieses Mal hofft er auf 20 Prozent, „die magische Marke“. Alle Gemeindemitglieder haben komplette Briefwahlunterlagen erhalten, die sie wieder abgeben können bis Sonntag 17 Uhr in Ertingen oder 17.30 Uhr in Riedlingen. Wichtig ist, dass sie die Unterlagen mit unterschriebener Wahlkarte zurückgeben, „sonst ist der Stimmzettel verschenkt“.

Das Ergebnis steht voraussichtlich Sonntagabend ab 21.30 bis 22 Uhr fest.
 

© Schwäbische Zeitung - 27.11.2013

Pfarrer wünschen sich eine gute Wahlbeteiligung

Die evangelischen Pfarrer Wolfgang Bertl und Gebhardt Gauß sprechen über die Kirchenwahl

Aulendorf/Bad Waldsee /sz - Rund 1,9 Millionen Protestanten in der evangelischen Landeskirche in Württemberg können am Sonntag, 1. Dezember, ihre neuen Kirchengemeinderäte sowie die 15. Landessynode wählen. Auch die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinden in Bad Waldsee und Aulendorf sind am ersten Advent aufgerufen zur Wahl. Simone Harr hat mit den Pfarrern Wolfgang Bertl (Bad Waldsee) und Gebhardt Gauß (Aulendorf) über die Kirchenwahl gesprochen.

Welche Bedeutung hat die Kirchenwahl für Sie?

Gauß: Im Prinzip könnten wir stolz sein auf dieses demokratische Gepflogenheit... ist sie doch ein Markenzeichen des Protestantismus bis dahin, dass die Gemeinden auch ihren Pfarrer/ihre Pfarrerin wählen und nicht einfach von einer „Hierarchie“ vorgesetzt bekommen. In der Verfassung bis Mitte der Siebziger hatten wir auch keinen „Bischof“, sondern einen „Kirchenpräsidenten“, leider hat sich da der Klerikalismus wieder durchgesetzt. Mir ist diese Tradition als markantes Zeichen des Protestantismus wichtig, vor allem, weil historisch auf diesem Boden die württembergischen Evangelischen dem König auch die Wahl der Bürgermeister abgetrotzt hatten. Sie meinten, wenn wir den Pfarrer wählen können, dann wäre das auch für den Bürgermeister angezeigt und der König gab weise nach. Als ich das im Studium gelesen hatte, war ich richtig stolz, ein Protestant zu sein.

Bertl:
Es ist ein Signal, dass alle Kirchenmitglieder die Zukunft ihrer Kirche mitgestalten können. Es ist ein Bekenntnis zur Demokratie und zum Priestertum aller Gläubigen. Wer wählt, kann die zukünftige Richtung der Landeskirche mitbestimmen. Wer darauf verzichtet, hat irgendwie schlechte Karten, sich hinterher zu beschweren, wenn etwas nicht so läuft, wie man sich es wünscht.

Wie schwer beziehungsweise leicht war es, Kandidaten für die Wahl zum Kirchengemeinderat zu gewinnen?

Gauß: Es war nicht schwer, wenngleich wir „nur“ neun Kandidaten haben für neun zu Wählende. Das letzte Mal hatten wir ein Drittel mehr, insofern war es schwerer. Ich vermute, es drückt auch den gesellschaftlichen Bedeutungsverlust von „Kirche“ wieder, vielleicht aber ist es auch nur der allgemeine Trend, dass Menschen immer weniger bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Ein gutes Zeichen aber ist, dass fast alle seitherigen Kirchengemeinderäte weitermachen und dass die Zusammensetzung unseren volkskirchlichen Charakter spiegelt. Eine gute Mischung.

Bertl: Es war noch nie so einfach für mich, Kandidatinnen und Kandidaten zu gewinnen. Anscheinend stimmt das Klima im Kirchengemeinderat. Wir haben ohne Mühe drei KandidatInnen mehr als zu wählen sind.

Das Wahlalter wurde bei dieser Wahl von 16 auf 14 Jahre gesenkt. Wie bewerten Sie dies?

Gauß: Im Prinzip entspricht das dem Anspruch der Religionsmündigkeit der Mitglieder. Bringen tut das praktisch nichts, denn in diesem Alter ist für 95 Prozent Kirche irrelevant.

Bertl: Mit 14 ist man religionsmündig. Das macht schon einen gewissen Sinn, das Wahlalter dann entsprechend anzusetzen. Die große Frage ist, ob es gelungen ist, den Jugendlichen die Bedeutung der Wahlen entsprechend zu vermitteln.

Welche Wahlbeteiligung wünschen Sie sich? Wie möchten Sie möglichst viele Wahlberechtige an die Urne bringen?

Gauß: Letztes Mal hatten wir annähernd 30 Prozent, das wäre mein Wunsch auch dieses Mal. Ich fürchte freilich, dass wir dieses Ziel nicht erreichen werden: Wenn ich daran denke, welche öffentliche Bedeutung zu Beginn meiner Berufstätigkeit Kirche hatte, dann ist auch hier ein deutlicher Profilverlust zu erkennen. Nicht weil die Menschen weniger religiös sind, sondern weil die evangelische Kirche sich zu sehr um sich selbst dreht, Konflikte scheut und es jedem recht machen will. Viele Kollegen erwarten von den Menschen nichts oder zu wenig und tun, was den Menschen beliebt. Wünschen täte ich mir 50 Prozent, aber das wird wohl nix. Als kleinen Motivationspunkt verlosen wir aus allen Wahlbeteiligten zehn Menüs in einem Restaurant als Gäste der Kirchengemeinde. Vielleicht motiviert auch der den Unterlagen beigelegte Aufruf meinerseits.

Bertl: Ich wäre schon froh, wenn wir mehr als 15 Prozent bekommen. Die letzte Wahlbeteiligung bei meiner ersten Wahl hier in Bad Waldsee hat mich doch etwas desillusioniert. Da war ich anderes gewohnt. Damit sich das ändert, haben wir die Religionslehrer gebeten, in den betroffenen Altersstufen über die Wahl zu informieren. Wo ich gehe und stehe, mache ich gerade Werbung für die Wahl, erinnere auf der Straße, in der Kirche, im Gemeindebrief. Jetzt sind am Sonntag unsere Kirchenmitglieder dran.

Wie wird die Briefwahl bislang angenommen?


Gauß:
Bisher ist die Beteiligung der Briefwahl recht gut.

Bertl: Der Trend von der letzten Wahl setzt sich fort: Viele machen von der Möglichkeit der Briefwahl Gebrauch. Bis Dienstag sind etwa 130 Wahlbriefe eingegangen. Aber ich habe die große Bitte an alle Briefwählerinnen und -wähler: bitte sorgfältig die „Bedienungsanleitung“ dazu lesen und befolgen. Wir hatten so viele ungültige Stimmen bei der letzten Wahl. Schade.

© Schwäbische Zeitung - 27.11.2013

Regina Laue war zwölf Jahre im Kirchengemeinderat der evangelischen Thomaskirchengemeinde in Aulendorf aktiv. Bei der Kirchenwahl am Sonntag, 1. Dezember, tritt sie nicht mehr als Kandidatin an. (Foto: privat)

Zwölf Jahre als Kirchengemeinderätin
Regina Laue von der evangelischen Thomaskirchengemeinde Aulendorf wirbt für die Wahl

Von Simone Harr

Aulendorf - Zwölf Jahre war Regina Laue im Kirchengemeinderat der evangelischen Thomaskirchengemeinde in Aulendorf aktiv – zehn Jahre davon als Vorsitzende. Bei der Kirchenwahl am Sonntag, 1. Dezember, tritt sie nicht mehr als Kandidatin an. „Es passt beruflich nicht mehr in meinen zeitlichen Rahmen. Nach zwölf Jahren darf man auch sagen: Es darf was Neues kommen. Einen gesunden Wechsel im Kirchengemeinderat finde ich wichtig“, sagt sie. Mit der Thomaskirchengemeinde bleibe sie weiterhin verbunden. „Ich werde mich an anderen Stellen engagieren. Ich bleibe beim Tema Thomasmesse und möchte Studientage mitgestalten“, sagt Laue.

Viele Baumaßnahmen realisiert

Ihre Zeit im Kirchengemeinderat sei geprägt gewesen von Bauvorhaben. So seien die Außenanlage, das Pfarrhaus und das Gemeindehaus saniert und umgebaut worden. „Die Innenrenovierung der Kirche war ein langer Prozess. Wir wollten die Gemeinde einbeziehen und auch die Menschen, die die Kirche gebaut haben“, berichtet Laue. Zudem sei der Thomaskindergarten sowie der darüberlegende Jugendraum und die Wohnung saniert worden. „Ich war zwölf Jahre Bauherrin“, sagt sie lachend. Die Arbeit im Kirchengemeinderat sei für sie völliges Neuland gewesen, in das sie sich Schritt für Schritt eingearbeitet habe.

„Eine wichtige Sache war die zweite Pfarrstelle. Die Schulseelsorgestelle ist mir sehr wichtig. Ich habe bis zum Schluss für sie gekämpft – unter anderem mit einem Schreiben an den Landesbischof“, berichtet Laue. Seit Pfarrer Johannes Unz vor gut einem Jahr gegangen ist, ist die Schulseelsorger-Stelle unbesetzt. Für die Klinikseelsorge konnte Pfarrerin Annette Roser-Koepff gewonnen werden. „Am Samstag war Bezirkssynode. Dort hat die Prälatin den Abschlussbericht zur Bezirksvisitation vorgestellt und ist auch auf die Schulseelsorger-Stelle in Aulendorf eingegangen. Es wird durchaus oben wahrgenommen, wie sehr wir darum kämpfen. Es gibt ein klares Bekenntnis des Kirchengemeinderats zur Schulseelsorger-Stelle“, sagt Laue.

Gerne erinnert sich Laue an die Namensfindung für die Kirchengemeinde. „Das war sein sehr schöner Prozess. Der Name Thomaskirchengemeinde ist im Sprachgebrauch schon drin“, sagt sie. Auch die Feier 2003 zum 50-jährigen Jubiläum der Thomaskirche sei sehr schön gewesen. „Der Kindergarten ist ein Kneippkindergarten geworden. Die Erzieherinnen haben den Prozess toll mitgemacht. Das war richtig super“, erzählt Laue.

Die Ökumene erlebe sie in Aulendorf als zäh. „Der evangelische Gottesdienst wird nicht als vollwertig angesehen. Der Basis ist nicht bewusst was Ökumene ist und wie es wäre, wenn wir es ökumenisch gestalten“, sagt Laue. Beim Frauenweltgebetstag funktioniere die Ökumene. „Das ist richtig gut“, freut sich Laue.

Sie wünscht sich, dass möglichst viele Menschen zur Kirchenwahl gehen. „Die Kandidaten sind berufstätig und möchten zusätzlich Verantwortung für die Kirchengemeinde übernehmen. Deshalb brauchen die Kandidaten Stimmen, auch um ihnen zu zeigen: Wir vertrauen Euch die Gemeinde an, wir unterstützen Euch und wir finden es toll, dass Ihr Euch engagiert“, betont Laue. Dies sei auch sehr wichtig für die Motivation der Kirchengemeinderäte. „Nichtwählen bedeutet Gleichgültigkeit. Wählen bedeutet auch sich zur evangelischen Kirche zu bekennen. Gerade in der Diaspora ist das wichtig“, sagt sie. Laue würde sich freuen, wenn auch viele Jugendlichen ab 14 Jahren zur Urne gehen. „Durch die Wahl haben sie eine Stimme in der Gemeinde. Sie haben das gleiche Recht wie die Erwachsenen“, betont Laue.

© Schwäbische Zeitung - 25.11.2013

Gruppenfoto der neuen Notfallseelsorger

In einem Gottesdienst wurde ein Quartett neuer Notfallseelsorger ausgesandt: Im Beisein der Polizeivertreter Ellen Bartsch-Sontheimer und Helmut Sontheimer, Klaus Merz von der... Foto: privat

Sie leisten Erste Hilfe für die Seele

Vier neue Notfallseelsorgerinnen werden bei Biberacher Gottesdienst ausgesendet

sz 25. November 2013

BIBERACH - Bei einem ökumenischen Gottesdienst in der Biberacher Dreifaltigkeitskirche sind Patricia Billwiller (Biberach), Jutta Cook (Biberach), Pamela Filter-Schweitzer (Bihlafingen) und Rosemarie Löhe (Gutenzell) als ehrenamtliche Notfallseelsorgerinnen beauftragt und ausgesendet worden. Den Gottesdienst gestalteten die Leiter der Notfallseelsorge, Dekanatsreferentin Kerstin Held und Pfarrer Markus Lutz, sowie Diakon Hans-Jürgen Hirschle.

In seiner Predigt stellte Pfarrer Lutz die Frage nach dem, was im Leben und in schwierigen Situationen trägt. „Ich könnte den Dienst als Notfallseelsorger nicht machen, wenn ich nicht wüsste, dass Jesus Christus da ist, auch wenn ich ihn nicht spüre“, sagt Lutz. Wir seien im Leben und im Sterben in Gottes Liebe geborgen. Das Vertrauen darin helfe in Einsätzen und im alltäglichen Leben. Gottes Liebe bleibe und von ihr könne uns nichts trennen. Lutz betonte aber auch, dass es immer wieder Zweifel gebe, vor allem nach schweren Schicksalsschlägen. Dann sei es gut, wenn andere das Licht des Glaubens für einen anzünden. Lutz weiter: „Ich bin mir mit Apostel Paulus ganz sicher, dass nichts uns von Gottes Liebe trennen kann: weder Tod noch Leben, weder Engel noch Dämonen, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges.“

Die Notfallseelsorge arbeitet eng mit Feuerwehr, Polizei und DRK zusammen. Deswegen waren auch Klaus Merz vom Kreisfeuerwehrverband, Ellen Bartsch-Sontheimer und Helmut Sontheimer von der Polizei sowie Michael Mutschler vom Deutschen Roten Kreuz bei der Aussendung dabei.

Die Notfallseelsorger überbringen mit der Polizei Todesnachrichten, trösten Hinterbliebene, beten mit ihnen oder hören einfach zu. „Wenn Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst wieder weg müssen, haben die Notfallseelsorger Zeit und bleiben bei den Angehörigen“, weiß Kerstin Held. Markus Lutz ergänzt: „Die Notfallseelsorger werden dazu selbstverständlich von uns umfangreich ausgebildet und geschult, bevor sie in einen Einsatz geschickt werden.“ Im Durchschnitt hat die Notfallseelsorge im Landkreis Biberach 110 Einsätze pro Jahr. 55 Frauen und Männer gewährleisten mit ihrem ehrenamtlichen Engagement, dass die Einsatzkräfte rund um die Uhr etwa bei Verkehrsunfällen mit Todesfolge, erfolglosen Reanimationen oder plötzlichem Kindstod die Notfallseelsorge alarmieren können.


© Schwäbische Zeitung - 25.11.2013

Kirchenbezirk Biberach ist in einigen Bereichen Schrittmacher

Bei der Synode des evangelischen Kirchenbezirks Biberach lobt die Ulmer Prälatin Gabriele Wulz die Arbeit in verschiedenen Feldern

Von Josef Aßfalg 25. November 2013

BIBERACH - Gute Noten hat die Ulmer Prälatin Gabriele Wulz dem evangelischen Kirchenbezirk Biberach ausgestellt. Bei der Bezirkssynode am Samstag im Biberacher Martin-Luther-Gemeindehaus berichtete sie ausführlich über die Bezirksvisitation. Sie versuchte auf die Frage, was über die evangelische Kirche jenseits der Mühen und Leistungsanforderungen zu sagen ist, eine Antwort zu finden.

Gegenüber der Visitation vor acht Jahren sei ihr aufgefallen, dass Biberach inzwischen auf der Höhe der Zeit sei und in manchen Bereichen auch Schrittmacher, experimentierfreudig und prozessorientiert. „Die oberschwäbische Gemütlichkeit ist nicht mehr so dominant“, sagte sie mit einem Lächeln.

Der in der Presse abgebildete Stresstest der Bundesbürger zeige, dass im Norden, Westen und Osten die Grüntöne vorherrschen. Je weiter man nach Süden blicke, werde es immer röter. Im Südwesten, also Baden-Württemberg, sei es tiefrot. „Hier lebt die gestressteste Bevölkerung“, so Prälatin Wulz. Offenbar habe der Wohlstand seinen Preis. Das ständige Optimieren fordere unseren Seelen viel zu viel ab. Wulz weiter: „Und die Kirche ist mitten in der Welt keine Insel, sondern ein Teil dieses Systems. Dass wir hier in der Region zu den glücklichsten Menschen zählen, mag ein Trost sein.“ Bei ihrer Reise durch den Kirchenbezirk sei sie vielen Menschen begegnet, die Unglaubliches leisten und mit Begeisterung bei der Sache seien. „Vielleicht ist das ja das Geheimnis zum Glücklichsein“, meinte Wulz.

Beim Thema Jugendarbeit lobte die Prälatin unter anderem die Waldheimarbeit im „Hölzle“, die fast ein evangelisches Alleinstellungsmerkmal sei. „Das ‚Hölzle’ ist Lebensgefühl, Leuchtturmprojekt und Erfolgsgeschichte in einem.“ Frustrierend für sie sei, wenn man eine Church-Night anbiete und kaum eine Gemeinde mache mit, weil „man nach Biberach nicht geht“. Im Spannungsfeld von zentralen und dezentralen Angeboten sei der Kirchenbezirk besonders gefordert, erklärte Gabriele Wulz. Die große Fläche, die weiten Wege und die wenig gewachsenen Beziehungen machten eine Kooperation über die Gemeindegrenzen hinweg schwierig. „Nur wenn alle zusammenarbeiten und sich für die Jugendarbeit verantwortlich fühlen, kann es gelingen, punktuelle Verbindlichkeit zu leben und junge Menschen auf dem Weg zum eigenständigen Leben, Handeln und zum Glauben zu begleiten.

Zum Erwachsenenbildungswerk Oberschwaben sagte sie, dass es in den vergangenen acht Jahren eine Rundum-Erneuerung erfahren habe. Es sei in der neuen Konstellation frisch, munter und profiliert präsent. Ein besonderes Lob hatte sie für Brunhilde Raiser und Andrea Luiking, die die Erwachsenenbildung im Biberacher Bezirk findig, kreativ und gut gelaunt vorantreiben.

Zur Diakonie in Biberach sagte Wulz, dass sie es gegenüber der übermächtigen Caritas nicht leicht habe, wahrgenommen zu werden. „Man tauscht sich in einem vierteljährlichen Jour fixe mit den Verantwortlichen der Caritas aus.“ Da zu sein, wo andere nicht sind, das sei der innere Antrieb der Diakonie, sich weiter bei den Beschäftigungsprojekten zu engagieren. „Wer nimmt sonst wahr, dass in einer Boom-Region mit Vollbeschäftigung Menschen sind, die nicht mehr oder kaum vermittelbar sind, nicht mal in Biberach.“ Sie sei gerne in der Region unterwegs und hoffe, „dass Sie sich an der einen oder anderen Stelle wahrgenommen gefühlt haben“, sagte Prälatin Wulz in ihrem Schlusswort.

© Schwäbische Zeitung - 25.11.2013

Dekan Koepff, Prälatin Wulz und Vorsitzender der Kirchenbezirkssynode Jürgen Kuhnt

Jürgen Kuhnt (r.), Vorsitzender der Kirchenbezirkssynode des Evangelischen Kirchenbezirks Biberach, wird von der Vertreterin des Landesbischofs, Prälatin Gabriele Wulz, mit Dekan Hellger Koepff SZ-Foto: Aßfalg

Evangelische Landeskirche ehrt Jürgen Kuhnt

Der Balzheimer erhält bei der Bezirkssynode in Biberach die Johannes-Brenz-Medaille in Bronze

aß 25. November 2013

BIBERACH - Eine hohe Auszeichnung hat der scheidende Vorsitzende des evangelischen Kirchenbezirks Biberach, Jürgen Kuhnt aus Balzheim, bei der Bezirkssynode am Samstag im Martin-Luther-Haus in Biberach erhalten. Die theologische Vertreterin des Landesbischofs, Prälatin Gabriele Wulz, zeichnete Kuhnt mit der Johannes-Brenz-Medaille in Bronze sowie mit Urkunde der Evangelischen Landeskirche Württemberg aus.

Rund 80 Delegierte der 24 Kirchengemeinden waren in Biberach zur Bezirkssynode zusammengekommen. Sie applaudierten dem Geehrten im Stehen. In seiner Laudatio lobte der Biberacher Dekan Hellger Koepff im Namen des Kirchenbezirks, die ruhige, aber zugleich feste Hand, mit der Kuhnt schwierige Diskussionen und Sitzungen geleitet habe. „Sie wussten immer, dass es Befürworter und Zweifler, Bremser und Vorpreschende, Mehrheiten und Minderheiten gibt. Bei Ihnen gab es nie einen Hauch des Zweifels“, so Dekan Koepff. In den Sitzungen, die er geleitet habe, „konnte ich mich entspannt und gelassen daneben setzen, und das will bei mir etwas heißen“, bekannte Hellger Koepff schmunzelnd.

Viele Ämter inne

Der Balzheimer Gemeindepfarrer Harald Wilhelm Losch hatte ihm eine Reihe von Ämtern aufgelistet, die Kuhnt inne hatte und Aufgaben, die er bewältigt habe. So ist Jürgen Kuhnt unter anderem seit 1989 Mitglied der Bezirkssynode des Evangelischen Kirchenbezirks Biberach, seit 1995 Mitglied des Bezirksausschusses und seit 2001 dessen stellvertretender Vorsitzender. Den Vorsitz der Kirchenbezirkssynode hat Kuhnt ebenfalls seit zwölf Jahren inne. Des Weiteren sei er Technikpate an der Montessori-Schule in Weißenhorn (Bayern) und in den 1980er-Jahren war er Vorsitzender des Bayerischen Elternbeirats.

© Schwäbische Zeitung - 21.11.2013

Vocalensemble "Belcanto"

Das Vokalensemble „Belcanto“ singt am Samstag in der evangelischen Kirche in Attenweiler zugunsten der dortigen Orgel. Foto: privat

„Belcanto“ und „Cantabile“ musizieren in Attenweiler

Wohltätigkeitskonzert unter Leitung des Kantors Ralf Klotz zugunsten der Orgel in der evangelischen Kirche

sz 21. November 2013

ATTENWEILER - Zugunsten einer neuen Orgel in der evangelischen Kirche in Attenweiler wird in eben jenem Gotteshaus am Samstag, 23. November, von 19 Uhr an ein nicht alltägliches Konzert für Chor, Instrumente und Sprecher aufgeführt. Das Vokalensemble „Belcanto Biberach“, das Instrumentalensemble „Cantabile“ und die Sopranistin Johanna Schurer bringen die Komposition „Totentanz – Memento mori“ von Ralf Klotz zu Gehör. Der Biberacher Kantor hat auch die musikalische Leitung und spielt selbst die Orgel.

In der 2012 uraufgeführten Komposition hat Ralf Klotz den Psalm 90 („Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen“) und seine Eindrücke von Gemälden des Malers Jakob Hiebeler vertont. Bei den Bildern in der St.-Anna-Kapelle Füssen aus dem Jahr 1602 „handelt sich um eine der ältesten und besterhaltenen Totentanz-Darstellungen im süddeutschen Raum“, sagt Ralf Klotz. Sie zeigen den Tod als Gerippe, das Menschen eines jeden Standes zum „Todestanz“ abholt. Außerdem sind auf den Bildern Reimsprüche zu finden. Während der Aufführung in Attenweiler werden die Bilder und Bildsprüche Jakob Hiebelers auf eine Leinwand projiziert.

Daneben erklingen am Samstag weitere Chor- und Orgelwerke. Das Vokalensemble Belcanto Biberach widmet sich vor allem europäischer, geistlicher A-cappella-Literatur. Dem Ensemble unter der Leitung von Kantor Ralf Klotz wurde „ein hoher Grad an Professionalität und Ausdruckskraft“ bescheinigt. Seit seinem Gründungskonzert 2001 im französischen Valence, einer Partnerstadt von Biberach, konzertiert das Ensemble regelmäßig und erfolgreich und hat sich auch um die Pflege der Beziehungen zu europäischen Partnerstädten verdient gemacht. Jan Sandel wirkt bei der Aufführung als Sprecher mit.

© Schwäbische Zeitung - 21.11.2013

Reinhold Adler (Mitte) zeigt Michael Pfeiffer (links) und Andrea Luiking einen etwa 250 Millionen Jahre alten Ammoniten.

Reinhold Adler (Mitte) zeigt Michael Pfeiffer (links) und Andrea Luiking einen etwa 250 Millionen Jahre alten Ammoniten. SZ-Foto: Günther Vogel

Heimatforscher spricht über seine Arbeit
Reinhold Adler zu Gast bei „Mensch Nachbar“


 vo 21. November 2013

BIBERACH - In die Evangelische Spitalkirche hat das Evangelische Bildungswerk Oberschwaben zum Sonntagsgespräch geladen. Die Vorsitzende des Bildungswerks, die Ummendorfer Pfarrerin Andrea Luiking, hatte für die vierte Veranstaltung der Reihe „Mensch Nachbar“ das Thema „Heimatverbundenheit“ ausgesucht. Dazu begrüßte sie etwa 50 Zuhörer.

Als Referent war der Biberacher Heimatforscher Reinhold Adler zu Gast. Adler war Lehrer an der Dollinger-Realschule und hatte intensive Forschungen zum Internierungslager Lindele und zur Geschichte von Arbeitsmigranten in Biberach betrieben. 2003 hat er den Landespreis für Heimatforschung erhalten. Der Referent hatte sich schon früh mit Fragen der Heimatgeschichte befasst, schrieb bereits als junger Mann eine Zulassungsarbeit über die Jüdische Gemeinde in Bad Buchau. Mit diesen Untersuchungen – auch mit Recherchen in alten Protokollen – stieß er seinerzeit nicht immer auf freundliche Resonanz.

Der Schuldekan Michael Pfeiffer moderierte Adlers Vortrag. Adler betonte, dass sich das Heimatverständnis nicht nur in schönen Landschaften erschöpfen sollte. Aber auch: „Meine Arbeit erfordert eine gewisse innere Distanz zum heimatlichen Gegenstand meiner Untersuchungen.“ Er fügte hinzu: „Da wo ich bin, will ich wissen, was war, damit ich alles hier verstehe.“ Als Beispiel seiner Untersuchungen nannte er den sogenannten „Russenfriedhof“ an der Memminger Straße.

Neue Heimaten schaffen

Er definiert Bindung an die Heimat als „Nicht-loskommen-können“. Er differenziert aus früheren Zeiten Heimatrecht und Wohnrecht in Abhängigkeit von Grundeigentum, erzählt, dass der Begriff „Heimat“ in den 1960er-Jahren politisch so weit rechts angesiedelt war, dass er als Lehrer „Heimatkunde“ zu „Sachkunde“ verändert hat. Inzwischen ist alles aber längst wieder entideologisiert und normalisiert.

Heimat verändert sich. Adler sagte: „Heimat gefällt mir, sofern sie gestalterisch akzeptabel ist.“ Und er zitiert Walter Jens: „Es gibt nicht nur Heimweh; es gibt auch ein Hinausweh.“ Gemeint ist, immer wieder neue Heimaten zu schaffen.

Die Musik kam von Rolf Richie Golz. Er spielte zwei pianistisch anspruchsvolle Eigenkompositionen mit schönen Melodien und gefälligen Harmonien sowie blühend-markante Paraphrasen über das Schützenlied.
 

© Schwäbische Zeitung - 21.11.2013

Arbeitsgruppe mit Plakat "Nein zu Gewalt an Frauen".

Die Biberacher Arbeitsgruppe „Geschlechter gerecht“ beschäftigt sich ab Sonntag, 24. November, mit dem brisanten Thema „Nein zu Gewalt an Frauen“: (oben v. l.) Werner Szollar,... sz-Foto: Tanja Bosch

Arbeitsgruppe klärt über Prostitution auf
„Geschlechter gerecht“ organisiert Veranstaltungen zum Thema Frauenhandel und Gewalt


Von Tanja Bosch 21. November 2013

BIBERACH - Unter dem Motto „Nein zu Gewalt an Frauen“ zeigt die Biberacher Arbeitsgruppe „Geschlechter gerecht“ Flagge und hat am Sonntag, 24. November, zwei Veranstaltungen geplant. Am Montag, 25. November, ist ein von der Uno anerkannter internationaler Gedenktag. An diesem Tag werden in Biberach die Fahnen der Organisation „Terre des Femmes“ aus den Rathausfenstern wehen.

Warum diese Thematik ausgerechnet in Biberach interessant ist? „Das Thema Frauenhandel und Zwangsprostitution ist gerade überall aktuell, zurzeit wird ein Fall aus Neu-Ulm verhandelt“, sagt Ulrich Maucher von der Lokalen Agenda 21. Biberach sei nicht verschont von Prostitution. „Auch wenn die Menschen hier die Augen davor verschließen“, sagt Elfi Eyssel. Das kann Hans Birkle vom Weißen Ring bestätigten: „Natürlich gibt es hier Prostituierte, allerdings nur inoffiziell.“ Und genau deshalb will die Gruppe „Geschlechter gerecht“ auch die Biberacher für dieses Thema sensibilisieren und aufklären.

„Verkauft, versklavt, zum Sex gezwungen“ heißt es deshalb am Sonntag, 24. November, beim Podiumsgespräch im Biberacher Rathaus. Ab 11 Uhr dreht sich alles rund um das Thema Prostitution und Frauenhandel in Deutschland. An aktuellen Beispielen werden verschiedene Referenten über diese gesellschaftlichen und größer werdenden Probleme sprechen. „Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir so tolle Gäste haben“, sagt Andrea Sülzle vom Frauen-Forum. „Wir haben einen ehemaligen Kriminalhauptkommissar aus Ulm und jemanden vom Fraueninformationszentrum aus Stuttgart, ebenso wird Ingrid Krumm von Solwodi, der Organisation „Solidarität mit Frauen in Not“, von ihren Erfahrungen erzählen.“

Um 17 Uhr geht es am Sonntag weiter unter dem Titel „Gotteskünderinnen – Frauenpredigt zum Thema: Bei mir bist Du schön“. Die evangelische Pfarrerin Birgit Schmogro wird in der Biberacher Kirche zur Heiligen Dreifaltigkeit über Prophetinnen und Propheten berichten, die im Namen Gottes auf politische Missstände und soziale Ungerechtigkeit hingewiesen haben. „Die Politik spielt im Fall Prostitution in Deutschland eine große Rolle“, sagt Karin Burgmaier-Laengerer. „Mit der gut gemeinten Änderung des Prostitutionsgesetzes im Jahr 2002 wurden der Prostitution leider alle Türen geöffnet.“

© Schwäbische Zeitung - 21.11.2013

Reinhold Adler (Mitte) zeigt Michael Pfeiffer (links) und Andrea Luiking einen etwa 250 Millionen Jahre alten Ammoniten.

Reinhold Adler (Mitte) zeigt Michael Pfeiffer (links) und Andrea Luiking einen etwa 250 Millionen Jahre alten Ammoniten. SZ-Foto: Günther Vogel

Heimatforscher spricht über seine Arbeit

Reinhold Adler zu Gast bei „Mensch Nachbar“

BIBERACH - In die Evangelische Spitalkirche hat das Evangelische Bildungswerk Oberschwaben zum Sonntagsgespräch geladen. Die Vorsitzende des Bildungswerks, die Ummendorfer Pfarrerin Andrea Luiking, hatte für die vierte Veranstaltung der Reihe „Mensch Nachbar“ das Thema „Heimatverbundenheit“ ausgesucht. Dazu begrüßte sie etwa 50 Zuhörer.

Als Referent war der Biberacher Heimatforscher Reinhold Adler zu Gast. Adler war Lehrer an der Dollinger-Realschule und hatte intensive Forschungen zum Internierungslager Lindele und zur Geschichte von Arbeitsmigranten in Biberach betrieben. 2003 hat er den Landespreis für Heimatforschung erhalten. Der Referent hatte sich schon früh mit Fragen der Heimatgeschichte befasst, schrieb bereits als junger Mann eine Zulassungsarbeit über die Jüdische Gemeinde in Bad Buchau. Mit diesen Untersuchungen – auch mit Recherchen in alten Protokollen – stieß er seinerzeit nicht immer auf freundliche Resonanz.

Der Schuldekan Michael Pfeiffer moderierte Adlers Vortrag. Adler betonte, dass sich das Heimatverständnis nicht nur in schönen Landschaften erschöpfen sollte. Aber auch: „Meine Arbeit erfordert eine gewisse innere Distanz zum heimatlichen Gegenstand meiner Untersuchungen.“ Er fügte hinzu: „Da wo ich bin, will ich wissen, was war, damit ich alles hier verstehe.“ Als Beispiel seiner Untersuchungen nannte er den sogenannten „Russenfriedhof“ an der Memminger Straße.

Neue Heimaten schaffen

Er definiert Bindung an die Heimat als „Nicht-loskommen-können“. Er differenziert aus früheren Zeiten Heimatrecht und Wohnrecht in Abhängigkeit von Grundeigentum, erzählt, dass der Begriff „Heimat“ in den 1960er-Jahren politisch so weit rechts angesiedelt war, dass er als Lehrer „Heimatkunde“ zu „Sachkunde“ verändert hat. Inzwischen ist alles aber längst wieder entideologisiert und normalisiert.

Heimat verändert sich. Adler sagte: „Heimat gefällt mir, sofern sie gestalterisch akzeptabel ist.“ Und er zitiert Walter Jens: „Es gibt nicht nur Heimweh; es gibt auch ein Hinausweh.“ Gemeint ist, immer wieder neue Heimaten zu schaffen.

Die Musik kam von Rolf Richie Golz. Er spielte zwei pianistisch anspruchsvolle Eigenkompositionen mit schönen Melodien und gefälligen Harmonien sowie blühend-markante Paraphrasen über das Schützenlied.

© Schwäbische Zeitung - 21.11.2013

Jürgen Berron an der Orgel der Christuskirche

Jürgen Berron an der Orgel der Christuskirche. SZ-Foto: Kurt Zieger

Jürgen Berron interpretiert Orgelmusik

Werke in c-moll prägen das Konzert in der Christuskirche

RIEDLINGEN - In der Christuskirche Riedlingen stellte Organist Jürgen Berron Orgelwerke vor, die trotz voluminöser Abschnitte alle in der c-moll-Tonart zum Volkstrauertag passten. Auch im Zeitalter des Barock gehörte Trauer zum Jahresablauf, was Komponisten wie Pachebel oder Bach in ihren Werken zum Ausdruck brachten.

Mit besinnlichen Tonfolgen, von Jürgen Berron zurückhaltend registriert, beginnt Johann Pachelbel sein Ricercare in c-moll. Diese Tonart prägte das ganze Konzert. Telemann war ein bedeutender Orgelmusiker in Wittenberg, sein Ricercare gilt als Vorstufe für Bachs große Fugen. In der Übernahme italienischer Vorbilder folgen auf den bedächtigen Einstieg eine mit kurzen Tonläufen durchstrukturierte Weiterführung des begonnenen Themas. Bei aller Helligkeit weiterer Register verlässt Pachelbel nie den nach innen gerichteten Charakter der gewählten Tonart.

Präludium und Fuge in c-Moll gehören zu den großen Orgelwerken Bachs, die er in seiner Leipziger Zeit zwischen 1730 und 1740 komponierte. In dieser schöpferischen Phase entstehen auch die Matthäuspassion und das Weihnachtsoratorium. Das Präludium beginnt trotz des moll-Charakters als kompaktes Tongebilde. Doch bald überwiegen freudige Strukturen in der typisch Bach’schen Art und Weise, über einer dezenten Pedalbegleitung sich unbehindert in die Höhe erheben zu können.

Bach war 22 Jahre alt, als Pachelbel starb. Er kannte dessen Musik. So ließ er nach dem mächtigen Ende des Präludiums auch die recht umfangreiche Fuge mit tonlich einfachen Strukturen beginnen. Dank sinnvoller Registrierung durch den Organisten war das Thema immer wieder erkennbar. Nach permanenten Steigerungen des gesamten Klanggefüges führte Bach sein Werk wieder zum typischen Erscheinungsbild einer moll-Tonart zurück.

Auch Felix Mendelssohn-Bartholdy, 100 Jahre nach Bach gestorben, fühlte sich dessen Kunst sehr verbunden. Wie Bach schrieb auch er sechs Orgelsonaten. Seine Sonate Nr.2 aus dem Jahr 1844 beginnt mit seinem recht besinnlichen Grave in melodisch weiten Abschnitten. Nach einem klangprächtigen Allegro maestoso, bei dem Berron vor allem die hellen Register seiner Orgel zum Klingen brachte, beschloss ein angenehm klingendes Allegro moderato das figurenreiche Werk.

Bach wiederum zu entdecken

Josef Gabriel Rheinberger, bei vielen Chören durch sein Abendlied bekannt, komponierte in der Zeit vor 1900 insgesamt 20 Orgelsonaten. Sein Lehrer war ebenfalls ein glühender Bach-Verehrer. So ist Bachs Kompositionskunst auch in Rheinbergers Sonaten zu finden. Zwar beginnt er in seiner vorgestellten Sonate Nr.1 das Grave mit ungewöhnlich hellen Passagen, doch der basso profundo im Pedal weist stets auf die beherrschende Tonart c-moll hin.

Als Atempause zum Innehalten registrierte Berron ein sehr dezent gehaltenes Andante sostenuto, um in der bewegten Fuge im alla breve-Takt das klangliche Volumen seiner Orgel auszuloten. Figurale Partien durften ungehindert ineinander übergehen, so dass das oft düstere Moll mit hellen Glanzpunkten durchsetzt war.

Mit herzlichem Beifall dankten die vielen Zuhörer in der Christuskirche für die musikalische Bereicherung des Tags.



© Schwäbische Zeitung - 21.11.2013

Christen und Muslime begegnen sich morgen

BAD SAULGAU - Morgen wird in Kooperation mit der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes der Dialog der Religionen und die Begegnung Christen-Muslime fortgesetzt, die von der evangelischen Erwachsenenbildung vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurden, um das gegenseitige Kennenlernen und Wissen übereinander zu verbessern. Beginnend mit einem Besuch der beiden Kirchen und der Moschee standen in den vergangenen Jahren unter anderem die Fastentraditionen und religiöse Feste auf dem Programm sowie die religiöse Erziehung der Kinder, Sterben und Tod und unterschiedliche Glaubensrichtungen in Christentum und Islam.

Das nächste Treffen in der Moschee der Türkisch-Islamischen Union in der Schwarzachstraße, das in Zusammenarbeit mit dem türkischen Elternbeirat stattfindet, beginnt morgen um 18.30 Uhr. Muslime laden Christen ein, die frisch renovierte Moschee anzuschauen und anschließend ins Gespräch zu kommen. Im Frühjahr sind dann die Muslime wieder bei den Christen zu Gast.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, weitere Informationen gibt es bei Doris Gaißmaier unter Telefon 07581/50 65 15 und Dieter Braun unter Telefon 07581/73 92.



© Schwäbische Zeitung - 21.11.2013

Karl-Heinz Vollstedt, Gerda Knoch, Pfarrerin Ines Fischer und Pfarrer Wolfgang Raiser

Eine gute Aktion für bedürftige Kinder in der Stadt finden (von línks) Karl-Heinz Vollstedt, Gerda Knoch, Pfarrerin Ines Fischer und Pfarrer Wolfgang Raiser. Foto: Volker Knab

Kinder bekommen zum Fest Geschenke

Erstmalige Aktion des Diakonielädeles unterstützt von der evangelischen Kirchengemeinde

Von Volker Knab 21. November 2013

MENGEN - – Das Diakonielädele in Mengen bereitet für das bevorstehende Weihnachtsfest eine besondere Aktion vor: Kein Kind in der Stadt soll an Weihnachten ohne Geschenk bleiben. Unter dem Titel „Sternenfunkeln“ sind Kinder von Menschen mit einem schmalen Geldbeutel in der Stadt die Zielgruppe der Geschenkinitiative. Die Schenker sind Menschen, die es sich leisten können, zum Weihnachtsfest einem fremden Kind zusätzlich eine Freude bereiten zu können. Kein Geschenkwunsch darf allerdings 20 Euro übersteigen. Die beschenkten Kinder bleiben aus Datenschutzgründen selbstverständlich völlig anonym.

Ende November werden deshalb an ausgewählten Orten in Mengen aus Holz gefertigte Weihnachtsbäume stehen. An die können dann betroffene Kinder ihren Wunsch an Sterne geheftet anbringen. Dafür gibt es Vordrucke vom Diakonielädele. Aber der Reihe nach.

„Damit kein Kind leer ausgeht!“, heißt die Aktion im Untertitel. Pfarrerin Ines Fischer hat das Vorbild dieser Initiative aus Reutlingen übernommen und ist im Diakonielädele mit der Idee auf offene Ohren gestoßen.

Aktion bleibt für Betroffene völlig anonym

„Ich finde es toll für solche Kinder in unserer Stadt etwas zu tun“, sagt Gerda Knoch vom Diakonielädele. Pfarrer Wolfgang Raiser betont bei der Projektvorstellung die Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde: „Ich finde es schön, dass mit dieser Aktion gezielt auf bestimmte Kinder eingegangen und versucht wird, deren Wünsche aufzugreifen.“

Denn eins ist klar: Mit der Aktion sollen Kinder von Eltern angesprochen werden, die aus finanziellen Gründen Schwierigkeiten haben, Geschenkwünsche ihrer Kinder zu erfüllen. Die Aktion bleibt für die Betroffenen völlig anonym. Der Geschenkwunsch hängt an einem Baum, ohne Namen des Kindes.

Wer den Wunsch erfüllen will, nimmt den Stern mit dem daran gehefteten Wunschzettel ab. Die Wunschzettel liegen als Flyer im Diakonielädele aus. Da sind auch detailliert die Vorgaben aufgeführt. Die Geschenkwünsche dürfen keine elektrischen Geräte oder Kriegsspielzeug sein und sollten sich bei den Kosten im Bereich zwischen 15 und 20 Euro bewegen. Die Kinder füllen den Zettel gemeinsam mit den Eltern oder einem Erziehungsberechtigen aus. Letztere müssen ihn unterschreiben. „Die Daten brauchen wir nur, um die Kinder verständigen zu können, wann das Geschenk im Diakonielädele abgeholt werden kann“, erläutert Fischer und unterstreicht dabei nochmals die Gewährleistung des Datenschutzes. Niemand erfahre den Namen des Kindes und er stehe selbstverständlich auch nicht auf dem Wunschzettel. „Die Spender erhalten dann einen Dankesbrief“, so Fischer weiter. Für alle Sterne, die übrig bleiben, übernimmt das Diakonielädele die Patenschaft.

Für Karl-Heinz Vollstedt vom Diakonielädele heißt es jetzt sägen und den Feinschliff machen. Er fertigt die Christbäume aus Holz für die Sterne. Er freut sich schon darauf, unterstreicht er im Gespräch, weil er voll hinter der Aktion steht. Die fertigen Bäume werden dann anschließend von den Konfirmanden bemalt.

© Schwäbische Zeitung - 19.11.2013

Filmstudenten in der Kirche

Und Action: Filmstudenten drehen in der evangelischen Thomaskirche in Aulendorf. Foto: Simone Harr

Die Thomaskirche wird zum Filmset

Aulendorf ist Drehort eines Spielfilms von drei Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg

Von Simone Harr 19. November 2013

AULENDORF - Studenten der Filmakademie Baden-Württemberg drehen derzeit in Aulendorf. Der Film „Zwischen den Welten“ ist der Diplomfilm von Thomas Szabó (Regie), Lukas Steinbach (Kamera) und Roman Köppel (Produktion). Voraussichtlich 2015 wird der 90-minütige Spielfilm im TV-Sender Pro Sieben ausgestrahlt.

Die evangelische Thomaskirche in Aulendorf verwandelte sich in ein Filmset. Laster mit Kabeln, Lampen und vielem mehr stehen auf der abgesperrten Schulstraße. Um die Kirche herum sind große Scheinwerfer aufgebaut. „Bad Saulgau ist unsere Basis. Wir haben dort unser Produktionsbüro und das Hauptmotiv in der ehemaligen japanischen Toin-Gakuen-Schule“, berichtet Köppel. Ein „Location-Scout“ hatte nach passenden Schauplätzen in Baden-Württemberg gesucht. „Als wir die Schule hatten, haben wir nach weiteren Motiven in der Nähe gesucht“, sagt Köppel. Oft entstehe ein zweiter Drehort per Zufall – so sei es auch mit Aulendorf gewesen. „Wir haben jetzt vier Motive hier: die Thomaskirche, die Getreidesilos Richtung Zollenreute, ein Haus in der Hofgartenstraße und eine Landstraße“, erzählt Köppel.

In einem Raum unter der Kirche sitzt ein Teil des 50-köpfigen Teams und isst eine Kleinigkeit, bevor es wieder weitergeht. Soeben ist der Knabenchor St. Johannes aus Bad Saulgau in einem Reisebus wieder abgefahren. Die Kinder haben einen kleinen Auftritt im Film. Die Szene mit ihnen ist im Kasten. „Die Tonaufnahme werden wir noch separat mit ihnen machen“, erklärt Köppel.

Während die einen essen, proben die Schauspieler Franz Dinda und Vladimir Burlakov mit Regisseur Thomas Szabó die nächste Szene im Altarraum. Burlakov geht auf Dinda zu und packt ihn am Kragen. „Soll ich ihn nicht lieber an der Schulter anfassen?“, fragt er.

Das Abschlussprojekt von Szabó, Steinbach und Köppel entsteht in Koproduktion zwischen ProSiebenSat1, der Filmakademie Baden-Württemberg und der Cut it Film- und Postproduktion GmbH und wird von der MFG Filmförderung Baden-Württemberg unterstützt.

Die Idee zum Film ist von Thomas Szabó und zwei seiner Kommilitonen. Er handelt von der 17-jährigen Mia (gespielt von Zoe Moore), die plötzlich unbekannte Kräfte an sich entdeckt, als ein neuer Lehrer an ihrem Internat auftaucht. Er ist ein gefallener Engel, der sich unter die Menschen mischt. Der neue Lehrer scheint mehr über den mysteriösen Tod ihrer Eltern zu wissen als sie selbst.

Zwischen zwei und sieben Darsteller stehen während der Dreharbeiten am Set. Dazu kommen 50 Komparsen. „Aulendorf ist ein sehr angenehmer und schöner Drehort. Ich habe kurz mit dem Bürgermeister gesprochen. Es läuft alles relativ unkompliziert“, berichtet Köppel. Der Bauhof sperre die entsprechenden Straßen ab. Ab und zu kämen Neugierige vorbei.

Noch bis 27. November ist die Filmcrew in Bad Saulgau, Aulendorf und Umgebung unterwegs. Er freut sich auch schon etwas auf den Drehschluss. „Nach zweieinhalb Jahren gehen wir am Krückstock. Wir freuen uns auf Weihnachten, auf Ruhe und Zeit“, sagt Köppel. Im Frühjahr gehe die Regie in den Schnitt. „Dann beginnt die richtige Postproduktion“, sagt Köppel.

Für Juni 2014 ist die Fertigstellung des Films geplant. Bevor „Zwischen den Welten“ Anfang 2015 bei Pro Sieben ausgestrahlt wird, soll er bei verschiedenen Filmfestivals gezeigt werden.


© Schwäbische Zeitung - 16.11.2013

Gottesdienst mit Dekan Koepff

(sz) - Die zehnte Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen Anfang November im koreanischen Busan hat unter dem Motto „Gott des Lebens, weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden“ gestanden. Dieses Motto nimmt Dekan Hellger Koepff im evangelischen Gottesdienst zum Volkstrauertag am Sonntag, 17. November, 9.30 Uhr, in der Stadtpfarrkirche auf. „Die Trauer um die Toten der Kriege muss sich heute verbinden mit dem Ringen um Gerechtigkeit und Frieden“, sagt der Dekan. Darum sollten die Christen aller Konfessionen gemeinsam aus der Friedensbotschaft des Alten und des Neuen Testamentes schöpfen und ihren Beitrag zu einem gerechten Miteinander der Völker leisten.

© Schwäbische Zeitung - 16.11.2013

Reinhold Adler

Reinhold Adler Foto: privat

Sonntagsgespräch

Reinhold Adler zu Gast in der Spitalkirche

BIBERACH - Bei „Mensch Nachbar – Sonntagsgespräch um sechs“ in der evangelischen Spitalkirche Biberach im Museumshof ist morgen, 17. November, 18 Uhr, Reinhold Adler zu Gast. Der Lehrer und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle für Schulgeschichte der PH Weingarten im Ruhestand verfolgte mit seinen Forschungen zum Internierungslager Lindele und zur Geschichte von Arbeitsmigranten in Biberach das Ziel, das „ganze Leben“ Biberachs zu sehen. Im Anschluss an den Dialog mit Adler können die Gespräche fortgesetzt werden bei Gebäck, Wein und anderem. Für die Musik bei der Veranstaltung der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Biberach und des Evangelischen Bildungswerks Oberschwaben sorgt der Pianist und Komponist Rolf Richie Golz. Die Leitung beim Sonntagsgespräch haben Pfarrerin Andrea Luiking, Ummendorf, und Schuldekan Michael Pfeiffer.



© Schwäbische Zeitung - 15.11.2013

Sie stellen sich für die Landessynode zur Wahl im Wahlkreis Ravensburg/Biberach (von links): Dekan Hellger Koepff (Offene Kirche), Pfarrer Heiko Bräuning (Lebendige Gemeinde),... SZ-Foto: Christian Klose

Themen der Basis sollen größere Rolle spielen

Die sieben Kandidaten für die Wahl zur evangelischen Landessynode haben sich in Biberach vorgestellt

Von Christian Klose 15. November 2013

BIBERACH - „Oberschwaben tickt irgendwie anders, auch in der Evangelischen Landeskirche.“ Mit diesen Worten hat Pfarrer Gunther Wruck aus Erbach-Ersingen als Moderator die Vorstellungsrunde im Martin-Luther-Gemeindehaus in Biberach zur Kandidaten-Vorstellung zur Wahl zur Landessynode eingeläutet. Insgesamt treten im Wahlkreis 26 Ravensburg/Biberach mit rund 96 000 Gemeindegliedern sieben Kandidaten bei der Wahl der Evangelischen Landeskirche am 1. Dezember in vier verschiedenen Glaubensgemeinschaften an. Darunter ist auch der Biberacher Dekan Hellger Koepff, der für die „Offene Kirche“ antritt.

Das Kandidatenfeld setzt sich aus ausgebildeten Theologen und Laien zusammen, die weltliche Berufe haben. Diese sieben Kandidaten gehen für den Wahlkreis in Oberschwaben ins Landessynodal-Rennen: Für die „Lebendige Gemeinde“ Edeltraud Stetter (Krankenschwester aus Balzheim) und Heiko Bräuning (Pfarrer aus Wilhelmsdorf), für die „Kirche von morgen“ Claus Wagner (Studienrat aus Riedlingen), für „Evangelium und Kirche“ Andreas Merkle (Bürgermeister aus Gutenzell-Hürbel) und Lennart Meißner (Pfarrer aus Aitrach) sowie für die „Offene Kirche“ Jutta Henrich (Bibliothekarin aus Laupheim) und Hellger Koepff (Dekan aus Biberach).

Dem Aitracher Pfarrer Lennart Meißner liegt vor allem die kreative Arbeit mit Kindern und Jugendlichen am Herzen. Dies sei auch sein Schwerpunkt als Pfarrer in seiner Gemeinde, wo die evangelische Kirchengemeinde auch Projekte in Schulen betreut. „Das möchte ich auch in der Landessynode einbringen, dass etwas Kreatives entsteht. Denn dieses Thema ist wichtig für die Zukunft der Landeskirche“, sagte er in Biberach vor knapp 50 Zuhörern.

Heiko Bräuning hat bereits sechs Jahre in der Landessynode im diakonischen Ausschuss hinter sich und will sich noch einmal wählen lassen. „Ich weiß jetzt, wie der Hase läuft.“ Edeltraud Stetter ist nach eigenen Worten seit ihrer Kindheit mit der Kirche verbunden, die Krankenschwester ist auch seit 30 Jahren im Kirchengemeinderat tätig. Sie will sich um die Themen an der Basis kümmern: „Diese kommen in der Synode genauso vor. Ich will diese Themen dort einbringen.“ Dekan Hellger Koepff zu seinen Beweggründen, kandidieren zu wollen: „Menschen, die über den Tellerrand hinaus geschaut haben, die Hoffnung verbreiten, haben mich nach Biberach geführt. Dies führte mich auch zur Erkenntnis, hier zu kandidieren: Glauben und Standpunkte zu verbinden mit einem wachen Blick auf die Gesellschaft. Ich will Oberschwaben stark machen in der Landessynode – fromm und politisch.“

Bürgermeister Merkle wurde von Pfarrer Schwarz aus Ochsenhausen gefragt, ob er für Bürgermeister König aus Altshausen kandidieren wolle. „Ich selbst bin der Kirche sehr verbunden, wäre selbst fast Pfarrer geworden. Doch der Herrgott hat mich auf einen anderen Weg geführt.“ Er will in der Landessynode „eine Portion gesunden Menschenverstand eines gestandenen oberschwäbischen Bürgermeisters“ einbringen und den Stuttgartern zeigen, „dass es hier ein bisschen anders ist“.

Jutta Henrich will den Schwerpunkt Erwachsenenbildung weiter angehen. Henrich ist schon Synoden-Mitglied und hat gemerkt, dass man gemeinsam Themen bewegen könne. „Es hat so großen Spaß gemacht, dass ich wieder kandidiere. Es ist gut, wenn man diese Erfahrung noch einmal anwenden kann.“

Claus Wagner, der am Riedlinger Kreisgymnasium Biologie und evangelische Religion unterrichtet, machte aus seinem Profil keinen Hehl: „Wenn Sie wollen, dass sich die Kirche nicht verändert, dann dürfen Sie mich nicht wählen.“ Wagner will die evangelische Kirche modernisieren. In die Kirche zu gehen, dürfe kein Zwang, sondern müsse „Erholung“ sein.

Für Moderator Gunther Wruck war als Fazit des Abends trotz mancher unterschiedlicher Ansichten zu Bibelauslegungen innerhalb der evangelischen Kirche klar, dass ihm die jeweiligen Kandidaten und Glaubensgemeinschaften, die sich am Sonntag, 1. Dezember, zur Wahl stellen, dennoch „Hoffnung für die Zukunft machen“. Von den insgesamt rund 96 000 Gemeindegliedern im Wahlkreis Ravensburg/Biberach kommen rund 40 000 aus dem Dekanat Biberach und rund 56 000 aus dem Dekanat Ravensburg.

© Schwäbische Zeitung - 12.11.2013

Tisch der Fair-Haus-Vertreter

Tisch der Fair-Haus-Vertreter - Foto Christoph Klawitter

Gemeinsames Gespräch steht im Vordergrund

Lichtblick-Vesper im Gemeindehaus


MENGEN -ck – Gemeinsam essen und miteinander ins Gespräch kommen: Das ist das ökumenische Lichtblick-Vesper. Zweimal im Jahr findet es statt. Im Frühjahr war die evangelische Kirchengemeinde Gastgeber, jetzt im Herbst war es die katholische Kirchengemeinde. Das Lichtblick-Vesper fand im Katholischen Gemeindehaus statt. Eine größere Resonanz hätte sich Kirchengemeinderätin Christa Eisele gewünscht: „Es wäre schön, wenn noch mehr den Weg hierher finden würden.“

Das Vesper ist gleichzeitig auch eine Möglichkeit für soziale Einrichtungen wie das Mengener Fair-Kaufhaus, auf sich aufmerksam zu machen. So waren Mitarbeiter des Kaufhauses beim Vesper dabei. Es gehe auch weniger um das Essen an sich als vielmehr um das gemeinsame Gespräch, meinte der Fair-Kaufhaus-Mitarbeiter Zvonimir Morman. Auch könne man als Fair-Kaufhaus „Präsenz zeigen“ bei solchen Veranstaltungen. Michael Femmer, Chef des Fair-Kaufhauses, sieht Letzteres aber mit gemischten Gefühlen. Einerseits erreiche man zwar die Bedürftigen, andererseits aber auch Spender, die ihren Schrott beim Fair-Kaufhaus abladen würden. Da gebe es Leute, die einen Tisch mit drei statt vier Beinen bringen würden mit der Bemerkung, den könne man ja noch richten. Er habe pro Jahr 4000 Euro Entsorgungskosten in der Deponie Ringgenbach, so Femmer.

Das Lichtblick-Vesper fand an zwei Tagen statt. Der eine Abend war vom Martinslädele und einem multikulturellen Essen geprägt, am anderen Tag informierte Marga Blumer vom Pflegestützpunkt Landkreis Sigmaringen über das Thema Pflege. Wer Rat bei sozialrechtichen Fragen brauchte, konnte sich an Marianne Kühnle vom Caritaszentrum Bad Saulgau wenden.



© Schwäbische Zeitung - 11.11.2013

75 Kerzen in Form eines Davidsterns

75 Kerzen in Form eines Davidsterns erinnern an die Verbrechen vor 75 Jahren: Die Buchauer gedachten auf dem jüdischen Friedhof ihrer jüdischen Mitbürger, die Opfer der Pogrom... sz-Foto: Klaus Weiss

Buchauer gedenken ihrer jüdischen Mitbürger

Vor 75 Jahren brannte auch in Buchau die Synagoge – Gedenkgottesdienst zum Jahrestag der Pogromnacht

Von Klaus Weiss 11. November 2013

BAD BUCHAU - Alljährlich am 9. November, dem Jahrestag der Reichpogromnacht 1938, wird auch in Bad Buchau der jüdischen Opfer der NS- Gewaltherrschaft gedacht. „Erinnerung und Umkehr“ war das Thema des Gedenkgottesdiensts, zu dem recht zahlreiche Teilnehmer gekommen waren.

Vor 75 Jahren brannte in Buchau die Synagoge und jüdische Mitbürger wurden gedemütigt, beleidigt, verschleppt und später auch in den Konzentrationslagern ermordet. Auch in diesem Jahr kamen wieder zahlreiche Mitbürger zu der Gedenkfeier mit der festen Überzeugung, dass so etwas wie vor 75 Jahren nie mehr geschehen darf.

Vorangegangen war ein Stunde der Erinnerung mit einem ökumenischen Gedenkgottesdienst in der Bad Buchauer Stiftskirche. Musikalisch umrahmt von den katholischen und evangelischen Kirchenchören führten Pfarrer Karl Erzberger und Pfarrer Markus Lutz die Besucher durch die Stunde der Erinnerung.

Nur wenige überlebten

Was geschah vor 75 Jahren in Deutschland? Diese Frage stellte Charlotte Mayenberger in der Lesung und umriss das damalige Geschehen. Auch die beiden Pfarrer griffen diese Frage in Bezug auf Buchau auf. Mehr als 200 jüdische Mitbürger hätten damals hier gewohnt, nur wenige sollten die NS-Herrschaft überleben. Mitglieder des Gesprächskreises „Juden in Buchau“ gedachten der Buchauer Shoah-Opfer und verlasen deren Namen.

Beim anschließenden Schweigemarsch an den Platz, an dem damals die Synagoge stand, verlasen die beiden Pfarrer Erzberger und Lutz die Fürbitten. Kränze der Stadt und der Kirchengemeinde wurden niedergelegt, bevor der schweigende Trauerzug zum Jüdischen Friedhof weiter führte. 75 Kerzen in Form eines Davidsterns, für jedes Jahr eine, flackerten hier vor der Gedenkstele. Vier Klarinettistinnen der Stadtkapelle stimmten eine Melodie an, bevor Landrat Heiko Schmid die Worte der Erinnerung sprach. Dieser Friedhof vermöge schmerzhaft in Erinnerung zu rufen, welch tiefe Zäsur die antisemitische Barbarei des NS-Regimes für ein oberschwäbisches Landstädtchen wie Buchau bedeute, so Schmid. Das Ausmaß des Völkermords an den europäischen Juden, ein ungeheurer Zivilisationsbruch, lasse sich nicht begreifen. Denn gerade hier in Buchau sei das Miteinander von Christen und Juden die Normalität gewesen. Der Novemberpogrom vor 75 Jahren sei für viele jüdische Deutsche ein Fanal gewesen, und viele, auch Buchauer, seien, sofern es noch möglich war, emigriert. Viele seien aber auch hier geblieben, weil Buchau ganz selbstverständlich ihre Heimat war. Sie konnten sich einfach nicht vorstellen, dass ihnen hier Hab und Gut geraubt würde und schließlich sogar das Leben.

Kaddisch, eines der ältesten jüdischen Totengebete auf Hebräisch, von Pfarrer Lutz und anschließend auf Deutsch von Pfarrer Erzberger vorgetragen, verlieh der Gedenkstunde einen besonderen Charakter. Genauso wie „D’ Jüdenna vo Bucha“, ein Gedicht von August Mohn, das Charlotte Mayenberger vortrug. Mohn schilderte darin, wie er in Riga einem Bautrupp begegnete, aus dem schwäbische Stimmen zu hören waren. Es waren Buchauer Jüdinnen, von denen keine mehr nach Buchau zurückkehrte.

„Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt“, das Lied der Hoffnung von Ben Chorim, wurde zum Abschluss begleitet von den vier Klarinetten, gemeinsam gesungen. Dann legten die Besucher nach alter jüdischer Tradition einen kleinen Stein des Gedenkens auf den Stein beim Mahnmal mit den Namen der Shoa-Opfer nieder.



© Schwäbische Zeitung - 11.11.2013

Kirchengemeinden laden zum Mittagstisch ein

Essen und Getränke kosten zwei Euro

BAD SAULGAU (sz) - Zu Dienstag, 12. November, laden die evangelische und die katholische Kirchengemeinde Bad Saulgau wieder zu einem ökumenischen Mittagstisch in das evangelische Gemeindehaus in der Gutenbergstraße 49 in Bad Saulgau ein. Getragen wird diese Veranstaltung vom Sozialausschuss der katholischen Kirchengemeinde, dem evangelischen Diakonieverein und der ökumenischen Seniorenbegegnungsstätte.

Nachdem dieser Mittagstisch schon in den vergangenen Jahren mehrmals abgehalten wurde und großen Zuspruch fand, soll nun im Herbst zum vierten Mal ein warmes Mittagessen angeboten werden, zu dem Jung und Alt herzlich eingeladen sind und mit dem die beiden Kirchengemeinden ein alternatives Angebot zu den sogenannten „Vesperkirchen“ bieten. Wie in den vorangegangenen Veranstaltungen soll auch jetzt für Essen und Getränke nur ein Beitrag von zwei Euro kassiert werden. Der Rest wird über Spenden finanziert, wozu in der Vergangenheit auch viele Besucher spontan beigetragen haben. Damit soll die Möglichkeit geboten werden, dass Menschen aus allen Glaubensrichtungen und sozialen Schichten an einem Tisch sitzen, das gleiche Essen zu sich nehmen, einander begegnen, wo man im Alltag eher aneinander vorbeischaut. Gedacht ist mit der Aktion auch an Mitmenschen, denen die Mittel oder die Zeit fehlen, sich selbst ein warmes Essen zu kochen, oder auch an solche, die einfach nur alleine sind.

Eingeladen ist jedermann, eine Anmeldung zum Mittagstisch ist nicht erforderlich.

© Schwäbische Zeitung - 11.11.2013

Evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer wünschen sich eine hohe Wahlbeteiligung

Pfarrerinnen und Pfarrer des evangelischen Kirchenbezirks Biberach wünschen sich eine hohe Wahlbeteiligung. Foto: privat

Die Evangelischen haben die Wahl

Kandidaten stellen sich im Gemeindehaus vor

BAD SAULGAU - Am 1. Dezember wird in allen evangelischen Kirchengemeinden gewählt. Wer bestimmt als Kirchengemeinderätin oder Kirchengemeinderat über die Geschicke der eigenen Gemeinde mit? Das können alle Gemeindeglieder ab 14 Jahren in der Kirchengemeinderatswahl mitbestimmen.

Neben den Kirchengemeinderäten werden aus dem Wahlbezirk Biberach/Ravensburg vier Mitglieder in die Landessynode nach Stuttgart entsandt. Die Landessynode beschließt als Kirchenparlament die kirchlichen Gesetze, verabschiedet den Haushalt der Landeskirche und stellt die Weichen, wie sich die Kirche in den nächsten sechs Jahren weiterentwickelt. Zu wählen sind zwei Laien, dafür kandidieren vier Frauen und Männer: Edeltraud Stetter, Krankenschwester aus Balzheim, Claus Wagner, Studienrat aus Riedlingen, Andreas Merkle, Bürgermeister aus Gutenzell-Hürbel und Jutta Henrich, Bibliothekarin aus Laupheim.

Daneben sind zwei Plätze für Theologen zu vergeben, darum bewerben sich: Heiko Bräuning, Pfarrer aus Wilhelmsdorf, Lennart Meißner, Pfarrer aus Aitrach und Hellger Koepff, Dekan aus Biberach.

Eine offizielle Kandidatenvorstellen findet, Dienstag, 12. November, um 20 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in Bad Saulgau statt.

© Schwäbische Zeitung - 09.11.2013

Neu: 14-Jährige können wählen

Evangelische Kirchenwahlen: 17 Kandidaten wollen in Kirchengemeinderat

RIEDLINGEN/ REGION - „Wer die Wahl hat: Kandidierende zur Evangelischen Kirchenwahl am 1. Dezember stellen sich vor“, heißt es im Presseschreiben des evangelischen Pfarramts Riedlingen. Nach sechs Jahren stehen in den evangelischen Kirchengemeinden der Württembergischen Landeskirche wieder Wahlen an.

In allen evangelischen Kirchengemeinden in Württemberg werde der Kirchengemeinderat gewählt, erklärt Riedlingens Pfarrer Martin Elsässer. Rund 3600 Wahlberechtigte dürfen ihr Stimme geben. Für die zwölf offenen Plätze im Kirchengemeinerat kandidieren 17 Männer und Frauen.

Zu den Aufgaben des Kirchengemeinderats zählen etwa die Leitung der jeweiligen Gemeinde zusammen mit dem Pfarrer. Damit befasst sich der Rat etwa mit Haushaltsentscheidungen sowie der Leitung aller Einrichtungen, wie Kindergarten oder einer Sozialstation, sofern vorhanden. Auch wann wichtige Gottesdienste, wie Konfirmationen stattfinden sowie bauliche Dinge, werde vom Kirchengemeinderat entschieden, sagt Elsässer.

Zudem werde die Landessynode gewählt. Diese ist gemeinsam mit dem Oberkirchenrat für alle wichtigen Themen im Bereich der gesamten Landeskirche zuständig, ihre Vertreter werden direkt von den Gemeindegliedern in 26 Wahlbezirken gewählt. Rund 100000 Wahlberechtigte dürften im Wahlbezirk Biberach/ Ravensburg ihre Stimme geben, so Elsässer.

Besonderheit bei dieser Wahl: Lag das Mindestalter bei der letzten Wahl noch bei 16 Jahren, dürfen jetzt schon Gemeindemitglieder ab einem Alter von 14 Jahren wählen. „Ab der Konfirmation, die viele mit 14 Jahren feiern, gilt man als vollwertiges Gemeindemitglied“, so der Pfarrer. Außerdem sollten die Jugendlichen die Einladung erhalten, die Kirche zu gestalten.

Eine „unechte“ Teilortswahl

Bei der Wahl des Kirchengemeinderats gebe es eine „unechte“ Teilortswahl. Bestimmte Bereiche hätten eine garantierte Anzahl an Plätzen für den Kirchengemeinderat. So habe Riedlingen sechs Plätze, Ertingen drei und Altheim, Dürmentingen und Unlingen je einen Platz für einen Kandidaten im Rat.

© Schwäbische Zeitung - 07.11.2013

Porträt von Elisabeth Eberle

Elisabeth Eberle fesselte ihre Zuhörerinnen mit einem unterhaltsamen Vortrag. Foto: Privat

Vertrauensvorschuss muss sein

Beim Frauenfrühstück im Wainer Gemeindehaus referiert Elisabeth Eberle über Freundschaft

WAIN (sz) - „Der Schatz der Freundschaft“ hat das Thema beim Frauenfrühstück im Wainer Gemeindehaus gelautet. 65 Frauen folgten am Montag der Einladung des Frauenkreises „Nur für Dich“ und des Gesprächskreises für Frauen.

Nach der Begrüßung durch Klara Villwock stärkten sich die Teilnehmerinnen erst einmal am reichhaltigen Frühstücksbuffet. Danach referierte Elisabeth Eberle über das Thema des Tages. Sie hatte vor zwei Jahren bereits am Wainer Dorfbrunnen aus ihrem Buch „Pauline“ vorgelesen.

Mal leicht und lustig, mal eher nachdenklich, dann wieder mit leicht erhobenem Zeigefinger oder auch biblisch fundiert beleuchtete die Referentin zwei Themenschwerpunkte. Zuerst warf sie die Frage in den Raum, warum wir überhaupt Freunde brauchen, und ging dann auf verschiedene Aspekte ein, die eine gute Freundschaft ausmachen. „Beziehungs-weise“ – nur wer genügend Weisheit besitzt, kann auch gute Beziehungen pflegen. So sei es wichtig, genügend Zeit in eine Freundschaft zu investieren, aber auch einen Vertrauensvorschuss zu geben, empfahl Elisabeth Eberle. Genauso wichtig sei es, den Alltag und das Arbeitsleben mit seinen Freunden zu teilen, denn nur so könnten sie einen richtig verstehen.

Nicht zuletzt aber müsse ein jeder eine Beziehung zu sich selber haben. „Das ist keine neue Erkenntnis“, so Eberle, „schließlich heißt es in den Evangelien bereits, dass wir unsere Nächsten so lieben sollen wie uns selber. Außerdem sollen wir unser Herz sprechen lassen und auch nach Möglichkeit eine gute Beziehung zu den Freunden des Partners aufbauen.“

Zwischendurch erfreuten die Frauen des Flötenkreises unter der Leitung von Renate Unterweger die Gäste mit ihrer Musik. Zum Abschluss der zweistündigen Veranstaltung lud Barbara Eyrich die Frauen in die beiden Frauenkreise ein.

Von der Evangelischen Kirchengemeinde Wain organisierte Frauenfrühstücke sind selten. Das letzte fand 2006 während der Zeltmissionswochen statt. Und so soll es auch bleiben, denn nur so bleibe die Veranstaltung auch etwas Besonderes, meinte eine der Hauptorganisatorinnen.

© Schwäbische Zeitung - 08.11.2013

Autorin Lea Fleischmann

Die Autorin Lea Fleischmann spricht am Dienstag, 12. November, im Lichtspielhaus über das Judentum. Foto: Veranstalter/pr

Lea Fleischmann erklärt das Judentum

Autorin aus Jerusalem spricht in Riedlingen auf Einladung der ökumenischen Erwachsenenbildung

RIEDLINGEN -(sz) – Die bekannte Autorin Lea Fleischmann aus Jerusalem ist am Dienstag, 12. November, in Riedlingen zu Gast. Sie spricht ab 20 Uhr im Lichtspielhaus zum Thema „Das Judentum für Nichtjuden verständlich gemacht“. Einlass ist ab 19.30 Uhr.

Lea Fleischmann kommt auf Einladung der Ökumenischen Erwachsenenbildung nach Riedlingen. In ihren Veranstaltungen stellt die Erwachsenenbildung in diesem Jahr die Lebenswirklichkeiten verschiedener Religionen vor. Nach dem bestens besuchten Vortrag über den Koran und Islam konnte für die Vorstellung der jüdischen Religiosität die renommierte Schriftstellerin Lea Fleischmann gewonnen werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

Lea Fleischmann wanderte 1979 von Deutschland nach Israel aus und lebt seitdem in Jerusalem. Dort schrieb die Buchreihe: „Das Judentum für Nichtjuden verständlich gemacht“. In dieser Reihe erschienen die Bücher „Schabbat“, „Rabbi Nachman und die Thora“ und „Heiliges Essen“.

Viele Geschichten

Lea Fleischmann wird die Bücher vorstellen und auf anschauliche Weise das Judentum, die Wurzel des Christentums, erläutern und der Frage nachgehen, was wir moderne Menschen von den alten Religionen lernen können.

Es sei eine informative Veranstaltung mit vielen Geschichten, bei der die Zuhörer die Möglichkeit haben Fragen zu stellen und mit der Autorin ins Gespräch zu kommen, heißt es von den Veranstaltern.

© Schwäbische Zeitung - 08.11.2013

Die Buchauer standen wenige Tage nach dem Brand vor der zerstörten Synagoge (Archivfoto)

Die Buchauer standen wenige Tage nach dem Brand vor der zerstörten Synagoge. Foto: Archiv Mayenberger

Gedenken an Pogromnacht

Ökumenischer Gottesdienst in Bad Buchau erinnert an die Geschehnisse vor 75 Jahren

BAD BUCHAU - Am 9. November 1938 brannten in Deutschland die Synagogen. Auch in Buchau, einer jüdischen Landgemeinde, wurde in dieser Nacht in der Synagoge Feuer gelegt. Anlass zu den Ausschreitungen gegen die Juden war das Attentat des Juden Herschel Grünspan, der am 7. November 1938 in Paris den deutschen Gesandtschaftsrat, Ernst vom Rath, erschoss. Propagandaminister Joseph Goebbels verkündete, dass spontane Demonstrationen gegen die Juden von der NSDAP nicht entgegengetreten werden soll.

Auch der SA-Brigadeführer Erich Hagenmeyer aus Ulm wurde telefonisch unterrichtet. Er gab daraufhin, der ihm unterstellten SA-Standarte Ochsenhausen den Befehl, die Buchauer Synagoge anzuzünden. Die Standarte 246 aus Ochsenhausen kam mit ihren Leuten am 9. November 1938 nach Buchau und legte Feuer in der Synagoge. Das wurde von den Buchauer Juden bemerkt. Der Bürgermeister und die Feuerwehr wurden verständigt und so konnte der Brand in dieser Nacht gelöscht werden. Die Feuerwehr hielt Wache, damit sich das gelöschte Feuer nicht wieder entfachte. Nach dieser Nacht wurden am frühen Morgen 15 Männer verhaftet, im Rathaustürmchen eingesperrt und anschließend nach Dachau deportiert. Alle kamen wieder zurück, aber jedem war bewusst, dass sich die Situation der Juden in Deutschland weiter verschlechtern würde.

In der Nacht vom 10. auf den 11. November kam die SA-Standarte erneut nach Buchau und zündete die Synagoge wieder an. Das Gestühl wurde zerschlagen, mit Benzin übergossen und angezündet. Die Feuerwehr durfte in dieser Nacht nicht löschen. Es war ihr nur gestattet, die umliegenden Häuser zu schützen.

Die Synagoge, die einst als Prunkstück in der Mitte der Stadt stand, war nun eine ausgebrannte Ruine. Als „ein Schandfleck im Stadtbild“ wurde das Gotteshaus bezeichnet. Die Buchauer Juden mussten selber für die Kosten der Sprengung aufkommen. Am 18. November wurden die Synagogenmauern gesprengt, die Ziegelsteine verkauft und mit dem „Bauschutt“, Steine die man nicht verbauen konnte, wurden feuchte Moorwege aufgefüllt. Heute steht an der Stelle an der einst der Thoraschrein war eine Trauerweide und einige Steine der Synagoge liegen auf dem jüdischen Friedhof.

© Schwäbische Zeitung - 08.11.2013

Brunhilde Raiser hängt ein Bild auf

Dieser Tage werden die Werke des Fotografen Helmut Hirler im Museum aufgehängt. Sensibel zeigt er, wie seine Großmutter durch den letzten Lebensabschnitt ging. Brunhilde Raise... Foto: Vera Romeu

Fotos zeigen den letzten Lebensabschnitt einer Frau

Eine Fotoserie von Helmut Hirler wagt tiefe Einblicke in eine schwierige Zeit


Von Vera Romeu 8. November 2013

MENGEN - Die Vernissage zur Ausstellung „Zeit des Wartens“ mit Werken des Fotografen Helmut Hirler findet am kommenden Sonntag, 10. November, um 16.30 Uhr im Rathaussaal in Mengen statt. Die Bilder sind in der benachbarten Alten Posthalterei-Stadtmuseum zu sehen. Alle Bürger sind zum kleinen Festakt eingeladen. Walter Joos, der den Künstler gut kennt, wird in das Werk einführen – musikalisch begleitet von Susanne Hinkelbein am Monochord.

Mit rund 50 Bildern zeigt Helmut Hirler seine Großmutter in ihrem letzten Lebensabschnitt. Es sind eindrucksvolle Schwarzweiß-Bilder voll leiser Poesie. „In diesen Bildern sieht man, dass diese Frau zwar oft innerlich schon weggegangen, aber noch ungeheuer neugierig ist auf die Dinge, die noch auf sie zukommen“, sagt Brunhilde Raiser, Vorsitzende des Hospizvereins Mengen. Der Hospizverein und das Kulturforum des Landkreises Sigmaringen sind die Veranstalter der Ausstellung, die sich in das Kulturprogramm mit dem Schwerpunktthema „Leben und Tod“ einreiht.

Fotograf lebt und arbeitet mittlerweile in Neuseeland


Helmut Hirler ist in Bad Saulgau bei seiner Großmutter aufgewachsen. Derzeit lebt und arbeitet er allerdings in Neuseeland. Immer wenn er seine Großmutter im Pflegeheim besuchte, hielt er mit der Kamera wichtige Momente fest. Dabei sind realistische Fotografien entstanden, mit denen er ihren Alltag zeigt: wie sie Zeitung liest oder über den Friedhof geht, wie sie bei alltäglichen Handgriffen auf Hilfe angewiesen ist.

„Es sind keine traurigen Bilder“, sagt Brunhilde Raiser. In dieser bewussten Art, den letzten Lebensabschnitt zu gestalten und zu erleben, liegt die Kernarbeit der aktiven Hospizbegleiterinnen. Es ist ein gemeinsames Erleben der Tage, in denen Begegnungen ermöglicht werden, Dinge, die noch wichtig sind getan oder abgeschlossen werden. Es ist ein aktives Warten auf Veränderungen, ein intensives Warten, das mehrere Monate gehen kann.

© Schwäbische Zeitung - 08.11.2013

Lichtblick-Vesper nährt Leib und Seele

Heute und morgen gibt es Beratung und gutes Essen

MENGEN (vk) - Heute um 18 Uhr beginnt das Lichtblick-Vesper mit interkulturellem Essen vom Büfett und mit Musik im Martinslädele. Das Lichtblick-Vesper ist eine ökumenische Aktion. Ziel des Lichtblickvespers ist es, einen gemeinsamen Tisch zu schaffen.

Am Samstag sind ab 11.30 Uhr vielfältige Beratungen zum Thema Pflege geboten. Marga Blumer gibt in ihrem Vortrag zum Thema „Pflegebedürftig – was nun“ beispielsweise Antworten auf Fragen, die nicht nur das Leben des betroffenen Menschen, sondern auch das des familiären Umfelds komplett verändern werden. Maria Kühnle von der Caritas Bad Saulgau bietet am Samstag Sozial- und Lebensberatung an. Damit will sie Bedürftigen wertvolle Tipps und Unterstützung geben.

Ehrenamtliche Kräfte tragen die Einrichtungen

Einblicke in ihr Angebot geben das Martinslädele und das Fair-Kaufhaus in Mengen. Beide Einrichtungen werden von ehrenamtlichen Kräften getragen. Sie organisieren kostengünstig Waren, die noch gut erhalten sind, aber die niemand mehr braucht. Zum Teil geben sie die Waren – gegebenenfalls gegen Bezugsscheine – auch selbst ab.

„Wir sind ein hundertprozentiger Tafelladen“, sagt Hans Schnell vom Team des Martinslädele bei einem Pressegespräch im Gemeindehaus Mengen. Zudem organisieren die Helfer zweimal im Jahr die Verköstigung von immer gut 100 Menschen. Bei längeren Lichtblickvespern sind es noch mehr.

Michael Semmer vom Fair-Kaufhaus betont die Bedeutung des Hauses für viele Hartz-IV-Empfänger. Der Laden funktioniere nur dank des Engagements Freiwilliger. Das gilt natürlich auch für das Martinslädele. „Mehr als 150 Menschen können über Bezugsscheine bei uns einkaufen“, sagt Helmut Schliske.

Ein anderes Thema und Stichwort Pflege am Samstag: Marianne Haile und Elisabeth Neubrand organisieren Freizeittage für Pflegebedürftige. Das engagierte Team hat auch den Vortrag von Marga Blumer am Samstag organisiert.


© Schwäbische Zeitung - 07.11.2013

Porträt Elisabeth Eberle

Elisabeth Eberle fesselte ihre Zuhörerinnen mit einem unterhaltsamen Vortrag. Foto: Privat

Vertrauensvorschuss muss sein
Beim Frauenfrühstück im Wainer Gemeindehaus referiert Elisabeth Eberle über Freundschaft


WAIN (sz) - „Der Schatz der Freundschaft“ hat das Thema beim Frauenfrühstück im Wainer Gemeindehaus gelautet. 65 Frauen folgten am Montag der Einladung des Frauenkreises „Nur für Dich“ und des Gesprächskreises für Frauen.

Nach der Begrüßung durch Klara Villwock stärkten sich die Teilnehmerinnen erst einmal am reichhaltigen Frühstücksbuffet. Danach referierte Elisabeth Eberle über das Thema des Tages. Sie hatte vor zwei Jahren bereits am Wainer Dorfbrunnen aus ihrem Buch „Pauline“ vorgelesen.

Mal leicht und lustig, mal eher nachdenklich, dann wieder mit leicht erhobenem Zeigefinger oder auch biblisch fundiert beleuchtete die Referentin zwei Themenschwerpunkte. Zuerst warf sie die Frage in den Raum, warum wir überhaupt Freunde brauchen, und ging dann auf verschiedene Aspekte ein, die eine gute Freundschaft ausmachen. „Beziehungs-weise“ – nur wer genügend Weisheit besitzt, kann auch gute Beziehungen pflegen. So sei es wichtig, genügend Zeit in eine Freundschaft zu investieren, aber auch einen Vertrauensvorschuss zu geben, empfahl Elisabeth Eberle. Genauso wichtig sei es, den Alltag und das Arbeitsleben mit seinen Freunden zu teilen, denn nur so könnten sie einen richtig verstehen.

Nicht zuletzt aber müsse ein jeder eine Beziehung zu sich selber haben. „Das ist keine neue Erkenntnis“, so Eberle, „schließlich heißt es in den Evangelien bereits, dass wir unsere Nächsten so lieben sollen wie uns selber. Außerdem sollen wir unser Herz sprechen lassen und auch nach Möglichkeit eine gute Beziehung zu den Freunden des Partners aufbauen.“

Zwischendurch erfreuten die Frauen des Flötenkreises unter der Leitung von Renate Unterweger die Gäste mit ihrer Musik. Zum Abschluss der zweistündigen Veranstaltung lud Barbara Eyrich die Frauen in die beiden Frauenkreise ein.

Von der Evangelischen Kirchengemeinde Wain organisierte Frauenfrühstücke sind selten. Das letzte fand 2006 während der Zeltmissionswochen statt. Und so soll es auch bleiben, denn nur so bleibe die Veranstaltung auch etwas Besonderes, meinte eine der Hauptorganisatorinnen.

© Schwäbische Zeitung - 07.11.2013

Kinder im Stuhlkreis

Kinder im Stuhlkreis Foto: privat

Kindern lernen, auf Gott zu vertrauen

OBERHOLZHEIM (sz) – Unter dem Motto „Noah – Entern oder Kentern“ haben die Kinderbibeltage der evangelischen Kirchengemeinde in der Wielandhalle in Oberholzheim stattgefunden. Die biblische Geschichte um Noah und die Arche leitete knapp 60 Kinder und 30 Mitarbeiter durch die Veranstaltung. Die Teilnehmer lernten, wie Noah auf Gott vertraut hat, dass auch sie auf Gott vertrauen können und dass Gott einen Rettungsplan für uns hat. An den Nachmittagen wurde Noah geholfen, die Arche zu bauen und die Tiere auf der Arche zu versorgen. Mit einem Gottesdienst wurden die Kinderbibeltage 2013 am Sonntag unter Gottes Segen abgeschlossen.



© Schwäbische Zeitung - 06.11.2013

Kandidaten für die Landessynodestellen sich vor

Im Wahlkreis Ravensburg/Biberach sind vier Mitglieder für das evangelische Kirchenparlament zu wählen

LAUPHEIM (sz)– Am 1. Dezember ist Kirchengemeinderatswahl in den evangelischen Gemeinden. Im Wahlkreis Ravensburg/Biberach sind außerdem vier Mitglieder für die Landessynode zu bestimmen. Sieben Kandidaten bewerben sich um diese Mandate im Stuttgarter Kirchenparlament. Am Donnerstag, 7. November, stellen sie sich im evangelischen Gemeindehaus in Laupheim (Schillerstraße 9) den Gemeindemitgliedern vor. Beginn ist um 20 Uhr.

Für die oberschwäbischen Protestanten werden aus dem Wahlbezirk Ravensburg/Biberach zwei Theologen und zwei Laien benannt. Die Laien-Bewerber sind: Edeltraud Stetter, Krankenschwester aus Balzheim; Claus Wagner, Studienrat aus Riedlingen; Andreas Merkle, Bürgermeister aus Gutenzell-Hürbel; Jutta Henrich, Bibliothekarin aus Laupheim. Daneben sind zwei Plätze für Theologen zu vergeben, darum bewerben sich: Heiko Bräuning, Pfarrer aus Wilhelmsdorf; Lennart Meißner, Pfarrer aus Aitrach; und Hellger Koepff, Dekan aus Biberach.

Die Kandidaten stellen sich vor und laden zur Befragung ein. Bei der Synodalwahl handelt es sich zwar um eine Personalwahl, aber die Kandidatinnen und Kandidaten werden von sogenannten Gesprächskreisen unterstützt. Gesprächskreise in der Synode sind den Parteien in einem Parlament vergleichbar. Sie haben eine progressive oder eher konservative Ausrichtung und spiegeln die aktuellen innerkirchlichen Richtungen.


© Schwäbische Zeitung - 06.11.2013

Brigitte Kuh geht seit 10 Jahren in die Vesperkirche

Brigitte Kuhn geht seit zehn Jahren in die Vesperkirche. Gestern gab es eine ihrer Lieblingsspeisen: Linsen mit Spätzle und Saiten. sz-Foto: Bosch

100 Mahlzeiten pro Tag gehen bei der Vesperkirche über die Theke

In dieser Woche treffen sich Menschen aus Biberach und Umgebung zum gemeinsamen Mittagessen in der Spitalkirche

BIBERACH - Die Vesperkirche in der Biberacher Spitalkirche gibt es bereits seit elf Jahren. Hier kommen in dieser Woche Menschen aus Biberach und Umgebung zusammen, um gemeinsam zu essen und ins Gespräch zu kommen. Die Biberacherin Brigitte Kuhn geht seit dem ersten Jahr zum Mittagsmahl in die Spitalkirche: „Das Essen ist sehr lecker und die Gesellschaft schön, ich komme wirklich sehr gerne hierher.“

Die über 70-Jährige hat seit Jahren schon ihren Stammplatz, den sie gestern fast schon verteidigen musste, weil so viel los war: „Es gibt ja auch Linsen mit Spätzle und Saiten, das mögen die Leute“, sagt Brigitte Kuhn. Und das wusste auch Hauptinitiator Hermann Hagel, „deshalb habe ich gleich 20 Essen mehr bestellt als sonst“. Zwischenzeitlich hatte Hagel sogar Angst, dass das nicht ausreicht, aber dann war es eine „Punktlandung“. 117 Mahlzeiten gingen gestern über die Theke. Das Schöne an der Vesperkirche: Es kommen Menschen unterschiedlichen Alters, aus jeder Schicht und jeder zahlt das, was er kann. „Der Mindestpreis ist ein Euro und der Richtpreis sind 4,50 Euro“, sagt Hermann Hagel. Seiner Erfahrung nach essen etwa ein Drittel der Gäste für einen Euro und zwei Drittel bezahlen den vollen Preis, also 4,50 Euro. „Das ist auch völlig in Ordnung und wir kommen meistens bei Null raus“, sagt der Hauptorganisator und Vorsitzende des ökumenischen Arbeitskreises.

Fremde werden zu Freunden

Brigitte Kuhn und ihre Bekannten bezahlen den vollen Preis: „Es ist schließlich eine vollwertige Mahlzeit und für einen guten Zweck.“ Sie genießt diese eine Woche im Jahr, in der sie nicht selbst kochen muss und sich im Anschluss bei einer Tasse Kaffee noch ein bisschen unterhalten kann: „Die Menschen hier sind so freundlich, auch wenn man sie nicht kennt“, sagt die Rentnerin. „Hier kommt man schnell miteinander ins Gespräch.“ Deshalb nennt Hermann Hagel die Vesperkirche auch einen „Ort der Begegnung“, „hierher kommen auch Menschen, die mit der Kirche sonst nichts am Hut haben, das ist schön“.

Täglich helfen mehr als zehn Ehrenamtliche mit. In diesem Jahr sind die Mitglieder der Schützendirektion noch zusätzlich dabei, den Menschen unter die Arme zu greifen oder ihnen das Essen zu servieren. Das kommt übrigens seit diesem Jahr aus dem Kloster Untermarchtal.

© Schwäbische Zeitung - 06.11.2013

Gruppenfoto der neuen Notfallseelsorger

Claudia Blum freut sich auf die Autorenlesung. SZ-Foto: Grüninger

Grenzgänger lesen in Schussenried

Deutsch-serbisches Autorenduo zu Gast in der Christuskirche – Die SZ präsentiert die Lesung

Von Annette Grüninger 6. November 2013

BAD SCHUSSENRIED - Das deutsch-serbische Autorenduo Christian Schünemann und Jelena Volic ist mit seinem Kriminalroman „Kornblumenblau“ am Montag, 11. November, ab 19 Uhr zu Gast im Gemeindesaal der Bad Schussenrieder Christuskirche. Unterstützt wird die Lesung, zu der die Schussenrieder Buchhandlung Eulenspiegel einlädt, durch die Robert-Bosch-Stiftung, die evangelische Christuskirchengemeinde und die Schwäbische Zeitung.

und Belgrad trennen exakt 1101 Kilometer. Belgrad ist der atmosphärisch dichte Schauplatz des Kriminalromans „Kornblumenblau“. Kornblumenblau sind die Uniformen der beiden serbischen Elitesoldaten, die in der Nacht zum 12. Juli auf dem Militärgelände von Topcider patrouillieren. Am nächsten Morgen werden sie erschossen aufgefunden. Ein unehrenhaftes Selbstmordritual, wie das Militärgericht behauptet? Oder steckt doch mehr dahinter? Das glaubt Kriminologin Milena Lukin, die im Auftrag der Angehörigen beginnt, zu ermitteln – und sich dabei immer stärker in Gefahr begibt.

„Als ich das Buch gelesen habe, war ich total begeistert“, schwärmt Claudia Blum. Ein Mitarbeiter des renommierten Diogenes-Verlags hatte der Inhaberin der Schussenrieder Buchhandlung Eulenspiegel das Erstlingswerk des Autorenduos ans Herz gelegt. Nach der ersten Lektüre stand für sie fest: Die beiden Schriftsteller müssen unbedingt nach Bad Schussenried kommen.

Schließlich ist nicht nur der Kriminalroman selbst, sondern auch seine Entstehung äußerst spannend. Der Berliner Journalist und Schriftsteller Christian Schünemann und die serbische Literaturwissenschaftlerin Jelena Volic kennen sich schon seit vielen Jahren. Fast ebenso alt wie ihre Freundschaft ist auch ihr Plan, gemeinsam einen Roman zu schreiben. Doch erst durch das Grenzgänger-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung konnten sie ihre Idee in die Tat umsetzen. Es ermöglichte Schünemann einen längeren Rechercheaufenthalt in Belgrad.

„Hinter dem Stipendium steht die Idee der Völkerverständigung“, erklärt Buchhändlerin Blum: „Serbien liegt nur ein paar Autostunden von uns entfernt und wir wissen kaum etwas über das Land.“ Und wenn, sind es eben meist die Gräueltaten des Jugoslawienkriegs, die man mit Serbien verbindet. Das Massaker von Srebrenica, bei dem bosnisch-serbische Soldaten in der UN-Schutzzone 8000 muslimische Bosnier ermordeten, gilt als das größte Kriegsverbrechen auf europäischem Boden seit Ende des Zweiten Weltkriegs.

Das schwierige Erbe der jüngsten Vergangenheit hat in Schünemanns und Volics Roman Eingang gefunden. Dabei nehmen die Autoren eine deutsch-serbische Perspektive ein. Denn wie ihre Hauptfigur Milena Lukin ist Jelena Volic, die in Belgrad Neuere Deutsche Literatur und Deutsche Kulturgeschichte lehrt, eine Grenzgängerin.

Podiumsdiskussion nach Lesung

Doch wie gelingt es einem Autorenduo, das mehr als 1000 Kilometer trennen, gemeinsam einen Roman zu schreiben? Diese und weitere Fragen werden Volic und Schünemann den Besuchern in der Christuskirche beantworten. Denn der Lesung schließt sich ein Podiumsgespräch an, das von SZ-Redakteurin Annette Grüninger moderiert wird.

Der Eintritt zur Lesung kostet fünf Euro, Inhaber der SZ-Abokarte bezahlen vier Euro. Platzreservierung ist möglich bei der Buchhandlung Eulenspiegel, Telefon 07583/3222 oder per E-Mail an info@eulenspiegel-buchhandlung.de.

© Schwäbische Zeitung - 06.11.2013

Gesprächsangebot: In Trauersituationen helfen 

BIBERACH sz - An mehreren Samstagen gibt es in Biberach die Gelegenheit, den persönlichen und individuellen Erlebnissen und Erfahrungen mit „Trauer und Verlust“ in einer offen gestalteten Gruppe Ausdruck zu verleihen. Das erste Treffen ist am Samstag, 9. November, 9 bis 12 Uhr, im Gemeindehaus der Friedenskirche, Krummer Weg 1, in Biberach. Austausch und die Suche nach Bewältigung, Orientierung und Entdecken von möglichen Wegen in diesen Trauersituationen will das Angebot der evangelischen Familienbildungsarbeit ermöglichen. Für dieses Projekt können sich alle von Trauer Betroffenen (Angehörige, Freunde, Lehrer, Kollegen, Nachbarn) gemeinsam oder einzeln anmelden. Weitere Treffen können in der Gruppe vereinbart werden. Pfarrerin Birgit Schmogro, Friedenskirche Biberach, Marlies Hinderhofer, Familientherapeutin und Supervisorin, Aulendorf, und Andreas Assenbaum, Familientherapeut und Supervisor, Isny, begleiten die Teilnehmer. Weitere Informationen gibt es beim Pfarramt der Friedenskirche, Telefon 07351/9403, oder beim fbs-Büro unter Telefon 07351/75688.



© Schwäbische Zeitung - 05.11.2013

Jasmin Walcher, Johannes Schließer und Katja Stock beim Anspiel in der Michaelskirche in Wain.

Jasmin Walcher, Johannes Schließer und Katja Stock beim Anspiel in der Michaelskirche in Wain. Foto: privat

Jugendliche in Wain feiern und fördern mit der „Church-Night“ biblische Werte

Gottesdienst in der Michaelskirche steht unter dem Motto „You'll never walk alone“

WAIN - Seit 2006 lädt das Evangelische Jugendwerk in Baden-Württemberg zur „Church-Night“ am Reformationstag ein. Hierzu hat auch in diesem Jahr ein Jugendgottesdienst in der evangelischen Michaelskirche in Wain stattgefunden.

Mit der „Church-Night“ soll die Wiederentdeckung der biblischen Werte gefeiert und gefördert werden. Fast 150 junge und jung gebliebene Menschen sind der Einladung des Jugendkreises Wain zu diesem Gottesdienst der besonderen Art gefolgt. Mit einer Lobpreis-Band, einem abwechslungsreich gestalteten Anspiel als Hinführung zum Thema der Predigt, die von der BWL-Studentin Katharina Schneider gehalten wurde, erhielt der Geburtstag der evangelischen Kirche einen sehr gelungenen Rahmen. Das Motto des Gottesdienstes lautete „You’ll never walk alone“ (zu Deutsch: Du wirst nie alleine gehen) und fand sich in allen Elementen des Gottesdienstes wieder.

Nach einem längeren Lobpreisteil zu Beginn folgte das von den Jugendlichen selbst entworfene Anspiel, in dem sich direkt in der Kirche gespielte Szenen und schon im Vorfeld gedrehte Filmclips abwechselten.

Predigt dreht sich um Treue

Direkt aufbauend auf diese Einführung, in der ein verkorkster Tag im Leben eines jungen Mädchens dargestellt wurde, folgte die Predigt, in der es schwerpunktmäßig um Treue ging. Um Treue und Loyalität ging es auch im Motto des Gottesdienstes, das gleichzeitig der Titel einer Fan-Hymne des FC Liverpool ist. In dem Lied geht es darum, dass man nie aufgeben und immer weitermachen soll.

Katharina Schneider berichtete von ihren eigenen Erlebnissen, die sie mit Gott während eines Auslandeinsatzes mit dem Gustav-Adolf-Werk in Chile gemacht hat. Ihre Beziehung zu Gott war ihr dort keine Glaubensangelegenheit mehr; sie hätte sich von Gott alleine gelassen gefühlt und sich dafür geschämt. Weiter berichtete sie, dass sie schließlich erneut eine bewusste Entscheidung für eine Beziehung mit Gott getroffen hätte, und forderte die Zuhörer auf, sich auf das Abenteuer eines Lebens mit Gott einzulassen, denn Gott sei immer zu 100 Prozent treu.

Die BWL-Studentin, die sich in ihrer Freizeit unter anderem im CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen) in ihrer Heimat Leonberg engagiert, führte den Anwesenden außerdem den Reformator Martin Luther als Beispiel vor Augen, der treu für Gott eingestanden war und seinen Herzenswunsch, den Menschen die Bibel zugänglich zu machen, trotz aller Widerwärtigkeiten immer weiter verfolgte.

Im Anschluss an den knapp eineinhalbstündigen Gottesdienst lud der Jugendkreis Wain alle Gottesdienstbesucher noch zu Gesprächen und Snacks ins Gemeindehaus ein.

© Schwäbische Zeitung - 05.11.2013

Pfarrer Dr. Martin Rieger

Pfarrer Dr. Martin Rieger zu Gast bei „LimA - Lebensqualität im Alter“ im Zwickhaus Riedlingen. SZ-Foto: Kurt Zieger

Sterben ist ein Teil des Lebens
Tod in der Gesellschaft verdrängt – Aufforderung zu bewussterem Leben
Von Kurt Zieger

Riedlingen - Im Rahmen der Zusammenkünfte der Gruppe „LimA - Lebensqualität im Alter“ haben Hildegard Bosch und Adelheid Heil den Ertinger Pfarrer Dr. Martin Rieger eingeladen, Gedanken zum Bereich Tod und Leben zu artikulieren. Unter dem Psalmwort „Meinen Geist lege ich in deine Hände“ soll der Tod als Lehrmeister für ein bewussteres Leben verstanden werden.

Seit zehn Jahren besteht die Reihe „LimA“ als Zusammenkünfte älterer Menschen, bei denen die Männer stets nur spärlich vertreten sind. Neben optimistisch ausgeleuchteten Themen stehen stets auch Nachdenkenswerte Überlegungen auf dem Programm der Zusammenkünfte.

Pfarrer Dr. Rieger nahm den Eingangsimpuls auf als Überleitung zu der Feststellung, dass auch Krankheit und Sterben uns lehren, dass vieles nicht selbstverständlich ist. Der Themenkreis um Sterben und Tod soll nicht niederdrücken, sondern auffordern, bewusster zu leben. „In der Gesellschaft wird der Tod verdrängt“, betonte der Referent, „früher blieben Verstorbene vor allem in ländlichen Gebieten bis zur Beerdigung im Haus.“ Damit habe man einen viel direkteren Bezug zu diesem Thema gehabt. Die bisherige Koppelung Rente und Tod gäbe es heute nicht mehr. Nach dem Eintritt in das Rentenalter könnten Menschen sich über viele Jahre in Gesundheit freuen.

Früher, so Rieger, hieß es „Alterstrost gleicht dem Gang zur Ewigkeit“. Heute heißt das Stichwort „Aktives Alter“, indem man etwas gegen Krankheit und frühen Tod tun könne. Im Nahhorizont sei der Tod ein Tabuthema, im Fernhorizont über die Medien werde er ungehemmt ausgebreitet. Die Zeit als Pflegefall und Sterben soll nach dem Wunsch vieler Menschen möglichst kurz sein. Einerseits hilft die Medizin zu einer Frontstellung gegen den Tod, doch als Christ müsse man sich fragen: Gehört der Tod nicht auch zum Menschsein? Zum christlichen Menschenbild gehöre die Überzeugung: „Wir sind ein auf Gottes Lehensgeist angewiesenes Wesen.“ Nimmt man uns den Geist, sind wir auf Erden wie ein toter Körper. Damit dürfe man die Verletzlichkeit des Körpers nicht verdrängen. „Nur so kann man sich freuen, kann mitfühlen, auch mittrauern.“ Gemäß der Überzeugung „Das Leben ist eine Leihgabe Gottes“ könne im Glauben auch der Tod angenommen werden. Aufgrund der Auferstehung Jesu’ gelte das Wissen: „Hinter jedem Kreuz geht auch die Sonne auf.“

Kultur des Loslassendürfens

Ins christlich geprägte Menschenbild passt die Kultur des Loslassendürfens und des Sterbendürfens, während die Gesellschaft weitgehend von der Maxime geprägt ist: Du musst kämpfen. Vielerorts herrsche die Angst unter älteren Menschen, anderen zur Last zu fallen: „Was ist, wenn ich nicht mehr kann?“ Doch Begrenzungen und Befristungen gehören, so Rieger, zum Leben und machen es damit intensiv. Der Tod als Lehrmeister bedeute, kostbarer und dankbarer zu leben. „Jede Selbstverständlichkeit erstickt die Dankbarkeit“, betonte der Pfarrer. Es gelte, bereits im Leben Abschiednehmen und Trauern einzuüben. In vielen Abendliedern werde der Schlaf als Bruder des Todes besungen, verknüpft mit der Hoffnung, dass Gott uns am anderen Morgen auch wieder aufweckt.

In anschließenden Gesprächen wurde auch die Frage gestellt: „Warum?“, auf die es selten eine Antwort gibt. Jedoch, so Pfarrer Rieger, auch Jesus habe am Kreuz geschrien als Zeugnis eines schmerzlichen Prozesses. „Doch auch aus einer Krise wächst Kraft.“

© Schwäbische Zeitung - 04.11.2013

Kirchenwahlen sind am 1. Dezember

BAD SAULGAU (sz) - Im Bereich der evangelischen Landeskirche und somit auch in der evangelischen Kirchengemeinde Bad Saulgau finden die Kirchenwahlen statt. Gewählt werden am Sonntag, 1. Dezember, in allen Gemeinden die Kirchengemeinderäte und die Abgeordneten der Landessynode. Wahlberechtigt sind alle Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde, die am Wahltag das 14. Lebensjahr vollendet haben. Erstmalig dürfen Jugendliche schon ab 14 Jahren an der Wahl teilnehmen. Die Liste aller Wahlberechtigten liegt im Gemeindebüro, Gutenbergstraße 49, zur öffentlichen Einsichtnahme zu den angegebenen Öffnungszeiten bis einschließlich Montag, 4. November, aus.


© Schwäbische Zeitung - 02.11.2013

Frauen in Gewändern gekleidet finden einen Korb, darin liegt das Kind Mose

Eine Szene zeigt, wie die Tochter des Pharao Mose findet. Foto: privat

Grundschüler gehen auf Moses Spuren
Ökumenischer Kinderbibeltag in Erolzheim

EROLZHEIM - „Auf geht es nach Ägypten“ – Unter diesem Motto trafen sich kürzlich 68 Grundschulkinder, um zusammen mit dem Archäologen Steini Maulwurf (gespielt von Rosi Hörmann) während des ökumenischen Kinderbibeltags in Ägypten zu landen. Eine bunte Theatergruppe stellte in Szenen die Kindheitsgeschichte Mose dar. Danach wurde in Kleingruppen dazu gebastelt und gespielt. An vier Stationen konnten die Kinder ägyptische Schriftzeichen entschlüsseln, eine Pyramide bauen, einen Schatz ausgraben und eine Mosesfigur filzen. Der Tag wurde mit einem Gottesdienst abgerundet, gestaltet von der evangelischen Pfarrerin Dorothee Sauer, dem katholischen Pfarrer Wolfgang Braun und der katholischen Gemeindereferentin Rosi Hörmann.