© Schwäbische Zeitung - 31.10.2013

Lennart Meißner

Lennart Meißner Fotos: privat

Evangelische Christen wählen ihr Kirchenparlament

Bürgermeister Andreas Merkle und Pfarrer Lennart Meißner gehören zu den Kandidaten für die 15. Landessynode

Von Michael Hänssle 31. Oktober 2013

REGION - Fast zwei Millionen Mitglieder der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sind am 1. Dezember zur Kirchenwahl aufgerufen: In 1374 Kirchengemeinden sind die Gremien neu zu wählen, ebenso 90 für die 15. Landessynode. In den Kirchenbezirken Ravensburg und Biberach mit rund 100000 Wahlberechtigten bewerben sich als Synodale die vier Laien Edeltraud Stetter, Krankenschwester aus Balzheim, der Riedlinger Studienrat Claus Wagner, die Laupheimer Bibliothekarin Jutta Henrich und Andreas Merkle, Bürgermeister von Gutenzell-Hürbel. Dazu die drei Theologen Heiko Bräuning, Pfarrer in Wilhelmsdorf, sein Aitracher Kollege Lennart Meißner und der Biberacher Dekan Hellger Koepff.

Die sieben Bewerber für die Synodalwahl treten in den Wahlvorschlägen „lebendige Gemeinde“, „Kirche für morgen“, „Evangelium und Kirche“ sowie „Offene Kirche“ an. Der Aitracher Pfarrer Lennart Meißner und Bürgermeister Andreas Merkle stehen auf der Liste „Evangelium und Kirche“. Meißner wünscht sich eine Kirche, die sich mit Herz und Engagement für alle Menschen einsetzt, in der das Thema Bildung eine zentrale Rolle spielt und die im Bereich „Gottesdienst und geistliches Leben“ Bewährtes pflegt, sich aber auch kreativ weiterentwickelt. Für Bildung und Jugendarbeit – hierfür möchte er sich in der Landessynode, werde er gewählt, gerne einsetzen für begeisternde Angebote an Kinder und Jugendliche in den Gemeinden, für eine Konfirmandenarbeit, die wichtige Inhalte mit einer gesunden Lockerheit verbindet und für guten Religionsunterricht sowie neue Wege in der Zusammenarbeit von Schule und Jugendarbeit. Was die gemeinsamen Vorstellungstermine anbetrifft, so sei er zufrieden, überlege sich noch weitere Möglichkeiten, sich bekannter zu machen. Nur eines sei ihm derzeit aus Wettbewerbsgründen verwehrt: in anderen Gemeinden Gottesdienst zu halten. Was den Einsatz von 65 Tagen im Jahr anbetrifft, wie es Bürgermeister Kurt König aus Altshausen bezifferte, glaubt Meißner, dies organisieren zu können: „Mittlerweile bin ich gut vernetzt.“

Der 42-jährige Andreas Merkle (verheiratet, zwei Kinder) wünscht sich ebenfalls, dass das Thema Jugendarbeit in der 15. Landessynode eine wichtige Rolle spielt, dass Pfarramt und der Kirchengemeinderat gestärkt werden und mit der Kirchensteuer verantwortungsvoll umgegangen wird. Letzteres stellt für Ochsenhausens Pfarrer Jörg Schwarz einen wichtigen Grund dar, die Kandidatur Merkles zu unterstützen. Auch die baden-württembergische Landeskirche benötige Synodale, die „Haushalter“ sind. Als Christ müsse man seinen Glauben in den Alltag einbringen und immer wieder zum Maßstab seines Handelns machen.



© Schwäbische Zeitung - 31.10.2013

Jugendarbeit soll wichtige Rolle spielen

Gläubige der Evangelischen Landeskirche wählen am 1. Dezember neue Kirchengemeinderäte und zwei Synodale – Die Laupheimerin Jutta Henrich bewirbt sich

REGION (häm) - In knapp fünf Wochen, am 1. Dezember, sind fast zwei Millionen Mitglieder der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zur Kirchenwahl aufgerufen: In 1374 Kirchengemeinden sind die Gremien neu zu wählen, ebenso 90 für die 15. Landessynode.

In den Kirchenbezirken Ravensburg und Biberach mit rund 100 000 Wahlberechtigten bewerben sich als Synodale die vier Laien Edeltraud Stetter, Krankenschwester aus Balzheim, der Riedlinger Studienrat Claus Wagner, die Laupheimer Bibliothekarin Jutta Henrich und Andreas Merkle, Bürgermeister von Gutenzell-Hürbel. Dazu die drei Theologen Heiko Bräuning, Pfarrer in Wilhelmsdorf, sein Aitracher Kollege Lennart Meißner und der Biberacher Dekan Hellger Koepff.

Die sieben Bewerber für die Synodalwahl sind vier Laien und drei Theologen, die in den Wahlvorschlägen „lebendige Gemeinde“, „Kirche für morgen“, „Evangelium und Kirche“ sowie „Offene Kirche“ antreten.

Der Aitracher Pfarrer Lennart Meißner, mit Bürgermeister Andreas Merkle auf der Liste „Evangelium und Kirche“, wünscht sich eine Kirche, die sich mit Herz und Engagement für alle Menschen einsetzt, in der das Thema Bildung eine zentrale Rolle spielt und die im Bereich „Gottesdienst und geistliches Leben“ Bewährtes pflegt, sich aber auch kreativ weiterentwickelt. Für Bildung und Jugendarbeit – hierfür möchte er sich in der Landessynode, werde er gewählt, gerne einsetzen, für begeisternde Angebote an Kinder und Jugendliche in den Gemeinden, für eine Konfirmandenarbeit, die wichtige Inhalte mit einer gesunden Lockerheit verbindet und für guten Religionsunterricht sowie neue Wege in der Zusammenarbeit von Schule und Jugendarbeit.

Was die gemeinsamen Vorstellungstermine anbetrifft, so sei er zufrieden, überlege sich noch weitere Möglichkeit, sich bekannter zu machen. Nur eines sei ihm derzeit aus Wettbewerbsgründen verwehrt: In anderen Gemeinden Gottesdienst zu halten. Was den Einsatz von 65 Tagen im Jahr anbetrifft, wie es Bürgermeister Kurt König aus Altshausen bezifferte, glaubt Meißner, dies organisieren zu können.

Andreas Merkle, 42-jähriger. Bürgermeister der Gemeinde Gutenzell-Hürbel, verheiratet, zwei Kinder, wünscht sich ebenfalls, dass das Thema Jugendarbeit in der 15. Landessynode eine wichtige Rolle spielt, das Pfarramt und der Kirchengemeinderat gestärkt und mit der Kirchensteuer verantwortungsvoll umgegangen wird. Letzteres stellt für Ochsenhausens Pfarrer Jörg Schwarz einen Grund dar, die Kandidatur Merkles zu unterstützen. Auch die Landeskirche benötige Synodale, die „Haushalter“ sind.

Zur Bekanntmachung der sieben Bewerber finden im Gebiet des Wahlkreises sechs gemeinsame Vorstellungsveranstaltungen statt: 7. November, im evangelischen Gemeindehaus in Laupheim, am Dienstag, 12. November folgen Bad Saulgau (ev. Gemeindehaus), Biberach am 13. November(Martin-Luther-Gemeindehaus), dann Friedrichshafen, Wangen sowie am 25. November Ravensburg. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.


© Schwäbische Zeitung - 30.10.2013

Die Zehn Gebote sind ein Werte-Anker, betonte Margot Käßmann beim VR-Unternehmerforum in Laupheim. sz-foto: roland ray

„Wir brauchen etwas, das zusammenhält“

Beim VR-Unternehmerforum in Laupheim spricht Margot Käßmann über christliche Werte

Von Roland Ray 30. Oktober 2013

LAUPHEIM - Es ist proppenvoll im Kulturhaus Laupheim, und mucksmäuschenstill. 750 Zuhörer lauschen konzentriert. Diese Rednerin fesselt. Margot Käßmann, ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, spricht beim Unternehmerforum der Volks- und Raiffeisenbanken im Kreis Biberach über das, „was wirklich zählt“. Mit Verve wirbt sie für mehr Gemeinsinn und Solidarität auf der Grundlage christlicher Werte und zeichnet einen Gegenentwurf zur Gier und Geiz-ist-geil-Mentalität.

Die deutliche Distanzierung vieler Menschen von den Kirchen könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass Europa auf den Pfeilern jüdisch-christlicher Tradition ruht, sagt Käßmann. Die Zehn Gebote sind ihr ein Werte-Anker schlechthin, und zeitlos aktuell. Zum Beispiel „Du sollst Vater und Mutter ehren“: Das vierte Gebot lenkt der Theologin Blick auf unseren Umgang mit den Alten. „Wie wir andere Menschen respektieren, zeigt sich zuallererst daran.“ Das Gebot „Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“ führt zu der Frage, was einem wichtig ist. Meist sind es Haben und Konsum, stellt Käßmann fest und mokiert sich über das Gehechel der Börsianer: „Woran hängt das Herz einer Gesellschaft, die pausenlos wissen muss, wie es dem Dax geht?“

Eine Ökonomie für alle und mit allen müsse das Ziel sein, betont Käßmann, zieht gegen Spekulanten und Raffzähne zu Felde und predigt eine „Ethik des Genug“. Freies Unternehmertum müsse das Gemeinwohl im Auge behalten, Reichtum dürfe nicht besessen machen. Einen Kreislauf der Solidarität verficht die Honorarprofessorin und frühere Landesbischöfin zu Hannover, eingedenk dessen, dass es Lebensphasen gibt, in denen der Mensch zu geben vermag, und solche, in denen er auf andere angewiesen ist. „Wir brauchen eine Wirtschaft, die das Leben als Ganzes wahrnimmt, nicht nur als Erwerbsleben; eine Wirtschaft, in der auch die weniger Leistungsstarken ihren Platz finden und ihre Würde behalten.“ Die entscheidenden Dinge im Leben seien ohnehin nicht käuflich.

Verantwortung zeigen

Mehr Solidarität und eine von christlichen Werten getragene „Ethik des Genug“ wären auch auf anderen Feldern ein Segen, betont Käßmann. „Wir brauchen eine Streitkultur auf Augenhöhe“, sagt sie und empört sich darüber, wie in Internet-Blogs im Schutz der Anonymität über Menschen hergezogen wird. Die Tatsache, dass der Durchschnittsdeutsche täglich Stunden vor dem Fernseher zubringt, kontrastiert sie mit ambulanten Pflegekräften, denen nur wenige Minuten zur Verfügung stehen, einen gebrechlichen Menschen morgens frisch zu machen; schon müssen sie zum nächsten eilen. Wie hilfreich es doch wäre, würden mehr Zeitgenossen sich verantwortlich fühlen und etwas von ihrer Zeit vor dem Bildschirm anderen Dingen widmen.

„Das Leben ist geschenkte Zeit“, sagt Margot Käßmann. Es gehe darum, dem einen Sinn zu geben. Wichtiger denn je erscheint ihr die Sinnfrage in einer „karnevalisierten Gesellschaft“, in der alles jederzeit Spaß machen muss.

Ein riesiger Schatz

Der grassierenden Kurzlebigkeit setzt sie Kultur, Tradition, Rituale entgegen: „Wir brauchen etwas, das zusammenhält.“ Eine christliche Wertegemeinschaft, das sei ein riesiger Schatz, für den es sich lohne einzutreten. „Diese Werte können auch heute Orientierung geben. Dann gäbe es mehr Zukunftszuversicht.“


© Schwäbische Zeitung - 30.10.2013

Glaubenskurs befasst sich mit Lebenskrisen

mike 30. Oktober 2013

ERTINGEN - Im November beginnt ein Glaubenskurs der Reihe „Stufen des Lebens“ im Ertinger Gerhard-Berner-Haus. Das Thema lautet „Durch Krisen reifen“ und der Kurs befasst sich mit der Tatsache, dass sich Krisen manchmal langsam anbahnen, dann aber wie ein Gewitter auf einen Menschen hereinstürzen. Doch manchmal können durch Krisen auch Chancen ausgelöst werden, die einen Wachstums- und Reifungsprozess mit sich bringen. Anhand der Elia-Geschichte im Alten Testament sollen hier Beispiele aufgezeigt werden. „Stufen des Lebens“ ist vergleichbar mit einem Religionskurs für Erwachsene. Gemeinsam entdecken die Teilnehmer, wie biblische Aussagen in unser Leben passen. Mit Bodenbildern wird ein Thema veranschaulicht und im Dialog vertieft. Die Religionskurse basieren auf erprobten Kursentwürfen, die von der Katechetin Waltraud Mäschle entwickelt und von einem Redaktionskreis als Arbeitsmappe gestaltet wurden. Ein Kurs umfasst vier in sich abgeschlossene Einheiten von je zwei Stunden wöchentlich. Jeder ist eingeladen, sich auf eine Begegnung mit sich selbst und der Bibel einzulassen. Gerne können Interessierte auch ganz unverbindlich zum Schnuppern kommen. Es werden keine Bibelkenntnisse vorausgesetzt. In Ertingen werden von den Kursleiterinnen Veronika Gotterbarm und Antonie Mack zwei Kurse parallel angeboten, die am Dienstagabend oder Mittwochmorgen stattfinden. Veranstalter sind die Evangelische und die Katholische Kirchengemeinde Ertingen. Die Kurse sind kostenlos.


© Schwäbische Zeitung - 29.10.2013

Dirigent Alexander Fischer

Dirigent Alexander Fischer erhält zum Abschluss des Konzerts einen Blumenstrauß. Foto: Monika Fischer

Posaunenchor bringt Publikum zum Singen
Konzert vereint Meditation und Musik zu einer wohltuenden Abendserenade
 
Monika Fischer 29. Oktober 2013

BAD SAULGAU - Konzerte des Posaunenchores in der evangelischen Christuskirche sind inzwischen gute Tradition und haben ein beträchtliches Stammpublikum erworben. So freuten sich Pfarrer Paul Bräuchle, der auch als Trompeter aktiv war, und der Leiter des Posaunenchors, Alexander Fischer, wieder über ein gut gefülltes Gotteshaus. Bei der Zusammenstellung des Programms bewies Dirigent Fischer auch diesmal eine geschickte Hand und kombinierte geistliche Musik mit weltlichen Klängen, die bis zu Musical-Titeln reichten.

Mit Lesung und Gebet


Dazwischen war Zeit für eine Lesung, Singen mit Bläserbegleitung und ein Gebet als meditativer Ausklang des Sonntags. Zur Eröffnung spielten die über zwanzig Musiker das Stück „Extrada“ des zeitgenössischen Komponisten Matthias Nagel und überraschten dabei mit spannenden Harmonien. Eine für Bläser bearbeitete Fassung von Anton Diabellis „Drei melodischen Stücken“ erinnerte im ersten und dritten Satz an temporeiche volkstümliche Tänze, während der Mittelteil liedhaft ausgestaltet war. Daran schloss sich eine weitere Tanzform, die „Allemande“ des Komponisten Valentin Haußmann (1560 -1614), in der das Bläserensemble den streng gesetzten Schreittanz des Barocks erlebbar machte.

Traugott Fünfgelds Vertonung des Texts „Nun jauchzet dem Herrn alle Welt“ gab dem Publikum die Gelegenheit zum Mitsingen, wobei die Instrumente eine Begleitfunktion übernahmen. An späterer Stelle wurden die Besucher nochmals zum Singen eingeladen und intonierten, wiederum kräftig unterstützt vom Posaunenchor, Attila Kalmans Choral „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“. Bei dem Satz „La Réjouissance“ aus Georg Friedrich Händels „Feuerwerksmusik“ war volle Bläser-Power angesagt in Form von schnellem, elegantem Musizieren, das in strahlenden Schlusstönen ausflutete. Mit zwei Titeln aus „Der Fluch der Karibik“ machte das Ensemble einen Ausflug in die Filmmusik, der mit breit ausufernden Klängen begann, rhythmisch Fahrt aufnahm und in abebbenden Stakkati endete. Dabei bewiesen die Musiker, wie delikat sie das Tonvolumen zu steigern und mindern vermochten. Deutlich wurde dies auch in Jacob de Haans Tongemälde „Yellow Mountains“ das bei einem Besuch des Komponisten in der Schweiz entstand und die großartige Bergwelt in Klangbilder fasst.

Aus der Musical-Sparte stammten die rockigen Stücke „Oh Happy Day“ (Sister Act) und „Hosanna“ (Jesus Christ Superstar), während die „Brass Serenade“ des 1965 geborenen Thomas Riegler nach leisem Beginn einen überaus harmonischen Klangteppich bot. Johann Sebastian Bachs „Gib dich zufrieden und sei stille“ setzte das offizielle Ende einer Konzertstunde, die Meditation und rhythmische Akzente zu einer wohltuenden Abendserenade verband.



© Schwäbische Zeitung - 29.10.2013

Asylbewerber verlassen den Dornahof

18 Personen ziehen um in die Hauptstraße und die Ostracher Straße in Altshausen

Von Julia Freyda 29. Oktober 2013

ALTSHAUSEN - Für die Asylbewerber auf dem Dornahof steht am heutigen Dienstag der Umzug nach Altshausen an. Rund ein Jahr haben sie in Containern auf dem Hof für Wohnungslose gelebt. Der Gemeinderat hat mittlerweile bei einer nicht-öffentlichen Sondersitzung beschlossen, die Asylbewerber in zwei gemeindeeigenen Häuser in der Hauptstraße und der Ostracher Straße unterzubringen. Die Container gehören der Gemeinde Altshausen, stehen derzeit am Dornahof und dienen dort eigentlich als provisorische Unterkunft während Bauarbeiten. Da gegen Ende des Jahres auch das Haus 2 altengerecht umgebaut werden soll, müssen diese Bewohner nun in die Container umziehen.

Dornahof-Chef Albrecht Weil zieht ein positives Fazit zum vergangenen Jahr. „Es hat keine größeren Probleme gegeben. Anfangs waren wir unsicher, wie das Zusammenleben zwischen unseren Bewohnern und den Asylbewerbern klappen würde. Doch wir glaubten, dass wir uns mit Personen in existenzieller Not auskennen und haben uns dieser Herausforderung gestellt“, sagt Weil. Zudem sei die Hilfe für ihn eine urdiakonische Aufgabe. Die ersten Tage hätten allerdings viel Improvisation erfordert.

Durch Sachspenden wurden die Asylbewerber unter anderem mit Fahrrädern und Fernsehgeräten ausgestattet. Ehrenamtliche haben Deutschunterricht angeboten. Bei Alltagsfragen standen die Dornahof-Mitarbeiter stets zur Seite. „Wir haben außerdem ermöglicht, dass die Asylbewerber für rund einen Euro pro Stunde gemeinnützig bei uns mitarbeiten durften“, sagt Weil. Das haben direkt viele angenommen und sich über die Beschäftigung gefreut. Mittlerweile haben sie nach einem Jahr Aufenthaltsdauer die Möglichkeit, richtige Arbeitsstellen anzunehmen.

Für Weil stand von Anfang an fest, dass nicht mehr als 20 Asylbewerber aufgenommen werden. In den Wohncontainern standen für jeweils zwei Personen 14 Quadratmeter Wohnraum zur Verfügung. Küche und Bad wurden geteilt. „Von der Fläche her hätten wir sicher mehr aufnehmen können, aber die Menschen sind zum Teil schwer traumatisiert. Wir wollten uns nicht selber überfordern“, sagt Weil.

Landkreis könnte weiteren Container aufstellen

Dass wieder Asylbewerber auf den Dornahof ziehen, ist für Albrecht Weil nicht ausgeschlossen. Es besteht Platz für einen weiteren Container. Weil hat dem Kreis angeboten, dort einen aufzustellen. „Wir werden das auf jeden Fall prüfen“, sagt Franz Hirth, Sprecher des Landratsamtes Ravensburg. Zwar habe der Appell an die Gemeinden im Kreis, Unterkünfte zur Verfügung zu stellen, Früchte getragen. „Aber wir sind weit davon entfernt, ausreichend Unterkünfte zu haben. Außerdem wissen wir nicht, wie viele Asylbewerber in Zukunft noch kommen werden“, sagt Hirth.

Ab heute sollen die Flüchtlinge aus Iran, Indien, Pakistan und der Türkei ihr Zuhause in gemeindeeigenen Gebäuden in der Hauptstraße und in der Ostracher Straße finden. Dafür wurden die Häuser von Bauhof und Handwerkern für die neuen Bewohner vorbereitet.



© Schwäbische Zeitung - 29.10.2013

Singen, Beten, Theaterszenen und Basteln füllten die Kinderbibeltage. SZ-Foto: Kurt Zieger

Elia vertraut seinem starken Gott

Ökumenische Kinderbibeltage vereinen 90 Kinder aus verschiedenen Pfarreien

Von Kurt Zieger 29. Oktober 2013

RIEDLINGEN - Prophet Elia, König Ahab mit seinem Gefolge und Rita Rabe gehörten zu den herausragenden Figuren, an denen Pfarrer Dr. Hans-Martin Rieger mit seinem ökumenisch ausgerichtetem Team 90 Kindern das Vertrauen in einen starken Gott erläuterte. Einprägsame Spielszenen, gemeinsame Lieder und Basteln in Gruppenarbeit prägten die erlebnisreichen Tage im Zwick-Haus Riedlingen.

Rita Rabe (temperamentvoll Sophia Elsässer) kommt aus dem Elia-Land, wo alles verdorrt, weil es ganz trocken ist: „Nicht einmal Raben finden hier etwas zu saufen!“ Auch König Ahab sucht mit seinem Knecht Wasser für seine Pferde. Angeblich sei Elia schuld, dass es nicht mehr regnet. Doch der Prophet (Frederik Knoll) schleudert Ahab entgegen: „Du hast Gott vergessen und unser Volk ins Unheil gestürzt.“ Auf dem Berg Karmel werde man sehen, wer der wahre Gott ist.

Um diese Kernszene am zweiten Tag der ökumenischen Kinderbibeltage 2013 rankten sich viele Begleitphasen für Kinder der Klassen eins bis sechs. Pfarrer Dr. Rieger stimmte mit seiner Begleitband Bewegungslieder an, lud jedoch auch ein zu besinnlichen Weisen und Texten. Im Wechsel zwischen ihm und den Kindern wurden Psalmen gebetet wie „Er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf all deinen Wegen.“ Weil Gott ein starker Gott ist, solle man mit Hoffnung in einen jeden neuen Tag gehen. Dies betonte Prophet Elia auch gegenüber König Ahab: „Zeig deinem Volk, wer der wahre Gott ist.“

Auf dem Freigelände vor dem Zwick-Haus wurde die Szene auf dem Berg Karmel eindrucksvoll nachgespielt: Lässt Baals Gott Feuer vom Himmel fallen? Trotz lautem Rufen und Schreien seiner Diener geschieht nichts. Elia hingegen betet zu seinem Gott, und siehe: Das Feuer brennt. Es steht zugleich als Zeichen, dass wieder Regen die Zeit der Dürre beenden wird. Enttäuscht ziehen König Ahab und sein Gefolge ab, während Elia Dank und Lob anstimmt gemäß dem Thema der Bibeltage: „Wetten, dass mein Gott echt stark ist?“ Gemeinsames Singen, Beten und Betrachten am Anfang im Plenum, danach ein Theaterblock mit verschiedenen szenischen Darstellungen, anschließend Gruppenarbeit und der Abschluss wieder in der Gemeinsamkeit aller 90 Kinder mit den Betreuern bildeten das organisatorische Gerüst der Bibeltage.

Das Zwick-Haus in Riedlingen bot zusammen mit Außenstationen in der Förderschule oder im katholischen Gemeindehaus genügend Möglichkeiten, um in altersgemäß passenden Gruppen vor allem zu basteln. Da standen eine Jutetasche ebenso auf dem Programm wie ein Haus für Meisenknödel wie der Bau eines Regenrohrs für die Wüste oder eines Memobretts mit dem Motto „Gott nicht vergessen“. Beliebt war das Gestalten von Rabe Rita, der als Symbolfigur durch die ganze Geschichte führte.

„Es ist eine wundervolle Arbeit mit Helfern auf echt ökumenischer Basis“, betonte Pfarrer Dr. Rieger im Gespräch. Kinder sollten in die Glaubensgewissheit hineingeführt werden „Ich trau auf dich, o Herr, in deiner Hand liegt meine Zeit.“

Das fetzige Thema „Wetten, dass“ hat auch dazu beigetragen, dass 90 Kinder an zwei Nachmittagen voll bei der Sache waren bis zum Abschlussgottesdienst am Sonntag in der Christuskirche.

© Schwäbische Zeitung - 29.10.2013

Foto mit dem ehemaligen Schulseelsorger Pfarrer Johannes Unz

Großer Andrang bei der Pausenandacht am Schulzentrum Aulendorf: Bis vor einem Jahr war der evangelische Pfarrer Johannes Unz (links) als Schulseelsorger in Aulendorf tätig. Einen Nachfolger gibt es bislang nicht. (Foto: Archiv)

Zukunft der evangelischen Schulseelsorge ist ungewiss

Aulendorf (sz) Die evangelische Thomaskirchengemeinde in Aulendorf sucht noch immer nach einer langfristigen Lösung für die Klinik- und Schulseelsorge. Nachdem Pfarrer Johannes Unz vor gut einem Jahr gegangen ist, war die Stelle ein halbes Jahr vakant. Seit 1. Januar ist Pfarrerin Annette Roser-Koepff in Aulendorf in der Klinikseelsorge tätig. Ihre 25-Prozent-Stelle war zunächst für ein halbes Jahr befristet und wurde später bis April 2014 verlängert.
Simone Harr hat mit Gebhardt Gauß, Pfarrer der evangelischen Thomaskirchengemeinde, über die Zukunft der evangelischen Klinik- und Schulseelsorge in Aulendorf gesprochen.


Wie wichtig ist für die evangelische Thomaskirchengemeinde die Klinikseelsorge und warum?

Die Seelsorge an Rehapatienten ist eine Riesenchance, weil diese Menschen eine längere Verweildauer haben und daher mehr Zeit, über ihr Leben nachzudenken. Im Gegensatz zu den klassischen Patienten in den Krankenhäusern, deren Verweildauer aus Kostengründen immer kürzer wird und so kaum eine Chance besteht, mehr als einen kurzen Kontakt aufzunehmen. Ich sehe das auch daran, dass Patienten häufig in den Gottesdienst kommen. Mit „Riesenchance“ meine ich, dass man nicht nur ein Kontakt, sondern intensivere Kontakte aufbauen kann. Religiöse und Sinnfragen kann man ja nicht so abhaken wie einen Einkaufszettel. Getreu dem Motto Bonhoeffers: „Kirche ist dann Kirche, wenn sie für andere da ist“ sind wir an Menschen gewiesen, die in einer Lebenskrise, nicht um sie zu angeln, sondern um ihnen einen „seelischen Horizont“ zu öffnen.

Der Vertrag von Pfarrerin Annette Roser-Koepff läuft noch bis April 2014. Wie geht es danach weiter?

Wenn ich das wüsste... Gottes Mühlen mahlen langsam, die der kirchlichen Bürokratie noch langsamer.

Wie weit sind die Überlegungen, die Aulendorfer Stelle mit anderen Klinikseelsorgestellen zusammenzulegen beispielsweise mit Bad Buchau und Bad Schussenried?

Diese Überlegungen sind im Gespräch und im Rahmen der Neuorientierung durch den Pfarrplan wird das auch umgesetzt werden. Dessen bin ich mir sicher, weil das ein Einsparungspotenzial ist ohne nennenswerten Qualitätsverlust. Bad Buchau ist kein Thema, Bad Schussenried liegt im Fokus.

Was ist mit der Stelle des Schulseelsorges am Schulzentrum?

Ich wiederhole mich: Wenn ich das wüsste... Gottes Mühlen mahlen langsam, die der kirchlichen Bürokratie noch langsamer. Die Vorsitzende des Kirchengemeinderats Regina Laue hat schon einen deutlichen Brief an unseren Bischof geschrieben. Ich bin gespannt, in der Regel hat das Wort eines Laien oder einer Laiin und einer Vorsitzenden bei der Kirchenleitung Gewicht. Wir sind schließlich eine demokratische Kirche, die sich von unten aus den Gemeinden aufbaut. Inhaltlich gilt analog zur Klinikseelsorge: Wenn die Kirche nicht dort ist, wo Menschen leben, wird sie ihnen fremd. Und Schule ist zunehmend eine Lebensraum geworden, und ich rede nicht nur von Krisen, sondern auch davon, dass die Schüler und Schülerinnen und Lehrer und Lehrerinnen diesen Raum positiv gestalten. Schulseelsorge bedeutet: wir bieten den Dialog an über die Dimensionen des Lebens, die uns wichtig sind: die Religion. Das Kind braucht Religion und ist immer schon religiös. Wir möchten die Mehrdimensionalität des jungen Menschen anmahnen.

© Schwäbische Zeitung - 29.10.2013

Katholischer Klinikseelsorger Diakon Vitus von Waldburg-Zeil und Pfarrerin Annette Roser-Koepff, Evangelische Klinikseelsorge im Gespräch

„Der Mensch ist mehr als Krankheit und Leid“

„Der Mensch ist mehr als Krankheit und Leid“

Von Simone Harr

Aulendorf Gespräche, Gottesdienste, Bibelgespräche, Führungen durch die katholische Kirche St. Martin oder die mittägliche Andacht „Atempause für die Seele“: Das Angebot der Klinikseelsorge in Aulendorf ist groß. Seit 1. Januar ist Pfarrerin Annette Roser-Koepff in Aulendorf in der Klinikseelsorge tätig. Beinahe zeitgleich mit ihr hat der katholische Klinikseelsorger Diakon Vitus von Waldburg-Zeil seine Arbeit im Parksanatorium aufgenommen. „Wir bieten uns als Gesprächspartner an“, sagt von Waldburg-Zeil.

Das Parksanatorium ist eine Fachklinik für Onkologische Rehabilitation. Das Zimmer 2.301 ist der Raum der Klinik- und Kurseelsorge. „Wir haben feste Sprechzeiten, damit die Patienten wissen, wann sie uns antreffen können. Das ist wichtig“, sagt Roser-Koepff. Die Patienten könnten jedoch auch individuelle Termine ausmachen. „Wenn gerade niemand zu mir in die Sprechstunde kommt, dann gehe ich in das Café und komme dort mit den Leuten ins Gespräch“, sagt die Klinikseelsorgerin.

Religionszugehörigkeiten spiele bei ihrer Arbeit keine Rolle. „Die Klinikseelsorge ist bewusst überkonfessionell. Der Mensch ist da und braucht nichts mitbringen“, betont von Waldburg-Zeil. Seine Kollegin ergänzt: „Wir arbeiten unter Verschwiegenheit. Es gibt keine Berichte, die in einer Patientenakte landen. Das zeichnet die Klinikseelsorge aus und ist ganz wichtig.“ Umgekehrt habe die Klinikseelsorge keinen Einblick in die Patientenakten.

Nur wenige Schritte vom Zimmer 2.301 entfernt ist der Andachtsraum. „Es ist schön, dass wir diesen Raum ha ben“, sagt von Waldburg-Zeil. Gemeinsam mit Roser-Koepff möchte er ihn offener und zeitgemäßer gestalten. „Die Wände werden gestrichen und wir wollen die Stühle anders stellen“, erklärt er. Der Raum sei rund um die Uhr geöffnet. „Er ist ein Rückzugsort für die Patienten“, sagt Roser-Koepff.

Die Patienten bekommen bei ihrer Ankunft eine Broschüre mit Informationen rund um das Angebot der Klinikseelsorge. „Manche Patienten bereiten sich vor und kommen mit dem Gedanke, dass sie mit uns sprechen möchten. Entweder haben sie bereits gute Erfahrungen mit der Klinikseelsorge gemacht oder sie haben ein bestimmtes Thema, das bei ihnen aufbricht“, berichtet Roser-Koepff.

Die Bandbreite der Themen sei groß. Oft gehe es um Trauer, Verlustgedanken, Beziehungen, Schwierigkeiten in der Familie, Existenzängste, Schuldfragen oder den Tod. „Auch der Wertverlust spielt eine Rolle zum Beispiel bei Männern mit Prostatakrebs. Man muss sich an das Thema annähern. Es darf zur Sprache kommen“, betont Roser-Koepff. Die Patienten dürfen Schwäche zeigen. „Manchmal schweigt man auch einfach gemeinsam, um das Elend auszuhalten. Ich biete Dir meinen Beistand an. Ich kann nur neben Dir stehen“, sagt Roser-Koepff. Sie sehe sich als Wegbegleiterin der Menschen. „Eine Reha ist eine Auszeit, in der Dinge, die sonst unter Verschluss gehalten werden, Zeit haben an die Oberfläche zu kommen“, erklärt Roser-Koepff. Von Waldburg-Zeil weist daraufhin, dass die Klinikseelsorger nicht therapeutisch tätig sind. „Wir geben einen geschützten Raum, in dem jegliches Thema angesprochen werden kann ohne den Anspruch einer Therapie. Der Mensch ist mehr als Krankheit und Leid“, sagt er.

Die Menschen in der Reha seien in einer intensiven Lebenssituation. „Was mich fasziniert an der Arbeit, ist die innere Teilhabe am Menschen. Sie sagen uns Dinge, die sie nicht mal mit dem eigenen Ehepartner besprechen“, sagt von Waldburg-Zeil. Die Anonymität weg von Zuhause gebe den Patienten diese Möglichkeit. „Wir haben oft Leute, die in ihren Kirchengemeinden aktiv sind, aber mit ihren Pfarrern nicht darüber reden möchten. Sie wissen, dass wir eine Begleitung auf Zeit sind. Sie dürfen das Gesicht zeigen, das sie möchten“, sagt Roser-Koepff. Für diesen Vertrauensvorschuss der Patienten sei sie sehr dankbar.

Und wie wird die Klinikseelsorge von den Patienten angenommen? „Das ist je nach Jahreszeit unterschiedlich. Im Sommer, wenn das Wetter gut ist lockt die Eisdiele und die vielen Veranstaltungen“, sagt Waldburg-Zeil. Dann sei die Nachfrage geringer. In der Regel kommen die Patienten während ihres dreiwöchigen Aufenthalts einmal zum Gespräch. Eine vorgegebene Dauer des Gesprächs gebe es nicht. „Manche Gespräche können auch anderthalb Stunden gehen“, sagt Roser-Koepff.

© Schwäbische Zeitung - 29.10.2013

Musiker mit Klarinette, Violine, Akkordeon, Gitarre und Kontrabass

Foto: privat

Jontef spielt jiddische Musik

EROLZHEIM - Nach einem ausverkauften Konzert vor sechs Jahren ist die jiddische Musikgruppe „Jontef“ am 15. November wieder zu Gast im Illertal. Auf Einladung des Erolzheimer Kulturausschusses und der evangelischen Kirchengemeinde Erolzheim-Rot tritt sie mit ihrem Programm „Sìs gut“ in der Diasporakirche in Erolzheim, Edelbeurer Straße 3, auf. „Sìs gut“ schildert leidenschaftlich, virtuos und mit komödiantischem Witz die Sorgen und Nöte der jüdischen Stetlbewohner. Virtuose Klezmermusik mit Klarinette, Violine, Akkordeon, Gitarre und Kontrabass bewegt Herz und Bein. Karten zu zehn Euro gibt es im Vorverkauf beim evangelischen Pfarramt der Kirchengemeinde Erolzheim-Rot (Tel. 08395/9369380). Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr.

© Schwäbische Zeitung - 28.10.2013

Autor und Pastor Kneifel

Johannes Kneifel hat aus seinem Buch „Vom Saulus zum Paulus“ gelesen. Foto: Agathe Markiewicz

„Mein Leben ist durch Vergebung bereichert worden“

Der ehemalige Häftling Johannes Kneifel erzählt, wie er im Gefängnis die Liebe Gottes erfahren hat

 
Von Agathe Markiewicz 29. Oktober 2013

LAUPHEIM - Als er 17 Jahre alt ist, verprügelt Johannes Kneifel zusammen mit einem Kumpel einen Mann so heftig, dass dieser einen Tag später stirbt. Für diese Tat muss Johannes für knapp fünf Jahre ins Gefängnis. „Man wird nicht besser im Knast“, sagt Kneifel. Dennoch findet er dort zu Gott. Nach seiner Entlassung studiert Johannes Kneifel Theologie. Mittlerweile ist er 31 Jahre alt und Baptisten-Pastor in Sachsen. Von seiner Wandlung hat er am Freitagabend im evangelischen Gemeindehaus in Laupheim berichtet.

Lammfromm und unauffällig kommt der zierliche Mann daher, in Jeans und schwarzem Hemd. Die Brille ist dunkel umrandet. Seinen rot-blonden Bart trägt er kurz, genauso wie seine Haare. Das einzige, was ins Auge sticht, sind die leuchtend weißen Turnschuhe mit grasgrünen Streifen. Das ist Johannes Kneifel heute. Vor 14 Jahren allerdings sieht er anders aus. Damals trägt er Glatze und schwere Stiefel mit Stahlkappen. Er ist ein Nazi und verbreitet eher Angst. Auch vor Gewalt schreckt Johannes nicht zurück.

Am Freitagabend liest der 31-Jährige aus seinem Buch „Vom Saulus zum Paulus. Skinhead, Gewalttäter, Pastor – meine drei Leben“. Zudem beantwortet er Fragen der Zuhörer und seines Interviewpartners Heiko Bräuning. Bräuning und Edeltraud Stetter sind Kandidaten für die Kirchenwahl. Sie stellen sich an dem Abend vor und moderieren diesen zum Teil.

Bei der Lesung liest Johannes szenenartig Episoden vor. Er springt von der Tat, wie er Peter Deutschmann verprügelt, ins Gefängnis, wo er in ungezählten fensterlosen Räumen befragt wird. „Ich kann nicht weglaufen“, liest Johannes. „Ich wünsche mir, aus dem Albtraum aufzuwachen, alles unter der Dusche abzuwaschen. Aber es ist zu spät. An der Vergangenheit kann man nichts mehr ändern.“

Im Gerichtssaal sieht er seine Eltern und fühlt sich furchtbar. Die Tränen seiner Mutter berühren ihn. Der Bruch zwischen Eltern und Sohn, der viele Jahre nicht zu kitten war, ist fast vergessen. „Ich fühle wieder eine Verbindung zu ihnen, und dass sie starke Gefühle für mich haben.“

Im Gefängnis macht Johannes harte Zeiten durch. Muss oft Tage und Wochen in der Isolation verbringen. „Ich fühle mich ohnmächtig. Will stark sein, alles allein schaffen. Jetzt bin ich wieder gescheitert.“

„Alle sind Sünder“


Mit einem ehrenamtlichen Kirchenmitarbeiter unterhält sich Johannes über Gott. Er will wissen: „Will Gott mir überhaupt helfen? Ist er auf meiner Seite?“ Die Antwort des Ehrenamtlichen hilft ihm: „Wir sind alle Sünder. Niemand lebt so, wie Jesus es sich wünscht.“ Johannes beginnt, im Gefängnis Gottesdienste zu besuchen. Er freundet sich mit Ausländern an, seinen früheren Hassobjekten. „Gott hat mir Zugang zu Emotionen verschafft“, liest Kneifel. „Zu meinen eigenen, aber auch zu denen von anderen.“

Aus dem Plenum möchte jemand wissen, ob Johannes die Schuld dafür, dass er in jungen Jahren gescheitert ist, jemand anderem als sich selbst gibt. Seine Antwort: „Ich war jung und meine Eltern haben die Verantwortung für mich getragen. Sie sind zum Teil schuld, aber das hilft niemandem weiter. Im Augenblick der Vergebung konnte ich erst meine Schuld vollkommen eingestehen.“ Ob er glaube, dass ihm die Verwandten von Peter Deutschmann verziehen haben, will ein anderer Zuhörer wissen. Kneifels Antwort: „Ich hoffe, dass die Angehörigen mir irgendwann verzeihen können. Mein Leben ist durch Vergebung bereichert worden.“ Warum hat er Peter Deutschmann überhaupt verprügelt? „Ich hatte keine einfache Kindheit. Gewalt war normal“, erzählt Johannes. „Meine Kumpels und ich waren Rechte. Peter Deutschmann war ein Linker. Er hat sich kritisch über uns geäußert. Das wollten wir uns nicht gefallen lassen. Wir haben viel getrunken und sind zu ihm. Es war irgendwie logisch für uns, das zu tun.“ Am Ende lautet das Urteil Körperverletzung mit Todesfolge. Fünf Jahre Haft bekommt Johannes Kneifel dafür.

Taufe symbolisiert den Wandel

Heute bereut er alles. Er würde das nicht mehr tun, weil er die Liebe Gottes erfahren hat, erzählt der 31-Jährige. Doch es gibt Menschen, die ihm die Wandlung nicht glauben. Denen antwortet er: „Seht genau hin. Ich lasse mich auf das Leben ein. Ich lasse mich nicht mehr provozieren. Werde nur noch wütend, wenn in der Kirche nicht alles so läuft, wie es soll. Und wenn jemand nicht nach der Lehre von Jesus lebt.“ Diesen Wandel symbolisiert seine Taufe. Bei dem Ritual habe er seine dunkle Vergangenheit abgewaschen. „Es ist ein Wunder, wie Gott mir geholfen hat, wieder ein Mensch zu werden.“

Ein Zuhörer fasst am Ende zusammen: „Man sieht, dass Gott Wunden heilen kann. Und man sieht an dir Johannes, deine Wunde ist verheilt.“


© Schwäbische Zeitung - 28.10.2013

Kreis mit Kindern der Mentorengruppe 1+1

Der Herbst war Thema des Fests der Mentorengruppe 1+1 Bad Buchau. Foto: privat

„Spitze, dass du da bist“

Herbstfest der „1+1 Mentoren Bad Buchau“

BAD BUCHAU (sz) - „Einfach spitze dass du da bist“, mit diesem Lied startete das Herbstfest der Gruppe 1+1 Mentoren für Grundschul- und Vorschulkinder aus Bad Buchau und Umgebung im Evangelischen Gemeindehaus. 40 Kinder und 20 Erwachsene trafen sich, um gemeinsam zu singen, zu essen und zu basteln.

Die Kinder kamen aus Deutschland, Polen, Rumänien, Bosnien, Syrien, Russland und der Türkei. Seit diesem Frühjahr nehmen auch Kinder aus dem Haus für Asylbewerber in Bad Buchau an den 1+1 Mentoren-Veranstaltungen teil. Mit Namensschildern für alle und einer Begrüßung per Handschlag machte das Leitungsteam deutlich: Jeder ist willkommen.

„Der Herbst ist da“ lautete das zweite Lied der Kinder, begleitet von Anatol Lasarev auf der Gitarre. Ein herbstliches Bodenbild veranschaulichte den Liedtext. Aus Holzmodelliermasse für den Körper und Samenhüllen von Bucheckern als Stacheln gestalteten die Kinder mit Unterstützung ihrer Mentoren, Eltern und anderen erwachsenen Helfern mehrere Igel.

Mit einem gemeinsamen Imbiss endete der bunte Herbstnachmittag. Jedes Kind konnte seinen Igel, ein buntes Herbstblatt, eine Nuss und einen Apfel mit nach Hause nehmen. Und noch viel wichtiger: das Gefühl hier willkommen zu sein.


© Schwäbische Zeitung - 26.10.2013

 

Kinder-Bibel-Woche sucht SuperheldenLAUPHEIM (sz) - Langeweile in den Herbstferien? Nicht auf der Kibiwo! Die Kinder-Bibel-Woche des Evangelischen Jugendwerks Laupheim findet in den Herbstferien von Donnerstag, den 31. Oktober, bis Sonntag, 3. November, statt. In altersgerechten Gruppen sind Kinder und Jugendliche vom Kindergartenalter bis zur 7. Klasse eingeladen, an einem vielfältigen Programm mit Spielen, Singen, Basteln und spannenden Aktionen wie einer Nachtwanderung mit Übernachtung teilzunehmen. Unter dem Motto „Superhelden gesucht“ begibt sich das etwa 20-köpfige Leiterteam mit den Teilnehmern auf die Suche nach kleinen und großen Superhelden im Alltag und in der Bibel. Beginn ist am Donnerstag um 14 Uhr im evangelischen Gemeindehaus.

 

© Schwäbische Zeitung - 24.10.2013

Blick auf den Turm von der Stadtpfarrkirche Santk Martin

Ein gewohnter Anblick in Biberach: Schon kurz nach der Säuberungsaktion umflatterten die Dohlen wieder den Turm von St. Martin. Foto: nabu

Nabu und Jugendfeuerwehr Warthausen reinigen Brutkästen in der Stadtpfarrkirche

Rund 60 Dohlen haben im Turm von St. Martin ihr Zuhause

BIBERACH - Laut rufend kreisen etwa 60 Dohlen um den Turm der Stadtpfarrkirche – ein gewohnter Anblick in Biberach. Doch kürzlich gab es Aufregung im Dohlen-Domizil: Der Naturschutzbund Biberach (Nabu) hat mit tatkräftiger Unterstützung der Jugendfeuerwehr Warthausen die Dohlenbrutkästen in Inneren des Turmes gereinigt.

Sie waren vor 30 Jahren vom Nabu hinter den Gerüstbalkenlöchern als zusätzliche Nistmöglichkeiten angebracht worden. Anlass der Reinigungsaktion war der Brandschutz: Aus Sicherheitsgründen musste Nistmaterial, das aus den Brutkästen in den Innenraum des Turmes gefallen war, entfernt werden. Bei dieser Gelegenheit säuberte der Nabu die Brutkästen und dichtete sie ab.

21 Kästen galt es, ausgerüstet mit Mundschutz, Akkuschrauber und Kehrichtschaufel, zu überprüfen. Die meisten waren nur mit einer hohen Leiter zu erreichen und forderten den vollen Einsatz der jungen Feuerwehrleute und ihrer Ausbilder.

Einige Kästen waren bis oben hin mit Nistmaterial und Staub gefüllt, zum Brüten blieb da nur noch wenig Platz. „Dabei ist der Rabenvogel dringend auf Lebensräume in unseren Siedlungen angewiesen“, schreibt der Nabu. Jahrhundertelang lebten Dohlen mit Menschen unter einem Dach und waren wichtige Helfer bei der biologischen Schädlingsbekämpfung. Inzwischen ist durch Gebäudesanierungen und Vergitterung von Einfluglöchern eine große Wohnungsnot ausgebrochen.

Hinzu kommt ein Mangel an eiweißreicher Insektennahrung durch Flächenversiegelung und Intensivierung der Landwirtschaft.

Mit den frisch gereinigten Nistkästen in der Stadtpfarrkirche sowie den etwa zehn Kästen im Weißen Turm leistet Biberach einen wichtigen Beitrag für den Schutz der gefährdeten Art. Die Tatsache, dass die Dohlen den Kirchturm schon wenige Minuten nach Abschluss der Reinigungsarbeiten wieder in Beschlag genommen hatten, ist für den Nabu ein gutes Zeichen, dass im nächsten März wieder zahlreiche Paare ihre Nester über den Dächern der Stadt beziehen werden.

© Schwäbische Zeitung - 21.10.2013

Foto: Reiner Schick

Foto: Reiner Schick

Bazar der Evangelischen Kirchengemeinde stößt auf gute Resonanz

LAUPHEIM - Erstmals nach drei Jahren hat die Evangelische Kirchengemeinde Laupheim am vergangenen Samstag wieder zum Herbst-Bazar eingeladen. Der Neubau des Gemeindehauses machte die Pause erforderlich, in umso schönerem Ambiente fand nun die „Wiedergeburt“ dieser Veranstaltung statt – und sie stieß auf gute Resonanz. Das Angebot eines reichhaltigen Frühstücksbuffets wurde zwar noch verhalten angenommen, dafür strömten die Besucher zum Mittagessen recht zahlreich. Die Marktstände des Bastelkreises und des Gustav-Adolf-Frauenkreises stießen ebenso auf Interesse wie der Büchertisch der Familie Kwasny. Am Nachmittag nutzten viele die Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen den Beiträgen der verschiedenen Gemeindegruppen zuzuschauen. Das Bild zeigt einen Teil der Konfirmanden, die beim Bazar tatkräftig mithalfen und zusammen mit Pfarrer Hermann Müller ein Lied sangen. Ein Vesper und das Abendgebet beschlossen den Bazar, der bei milden Temperaturen sogar zum draußen Sitzen eingeladen.


© Schwäbische Zeitung - 21.10.2013

Das Team des Bücher-Cafés und die Biberacher Pfarrer

SZ-Foto: Tanja Bosch - Das Team des Bücher-Cafés und die Biberacher Pfarrer

Simultaneum freut sich über mehr als 3000 Euro

 

BIBERACH -  3025 Euro und 22 Cent sind beim Bücher-Café der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Anfang Oktober zusammengekommen. Der Erlös fließt nun in den Förderverein „Bauhütte Simultaneum“. Das Team des Bücher-Cafés und die Biberacher Pfarrer (Foto) freuen sich über die Spende. „Es ist so toll, wie viele Menschen gekommen sind und Bücher gekauft und gespendet haben“, sagt Barbara Martin. „Wir freuen uns sehr über die Unterstützung in Biberach.“

 

Auch Pfarrer Ulrich Heinzelmann freut sich über den Erfolg: „Damit kommen wir unserem Ziel wieder ein Stück näher.“ Mit den Spendengeldern soll die Stadtpfarrkirche St. Martin renoviert werden, die Heizung muss ebenfalls erneuert werden. Mittlerweile hat der Förderverein, der in Biberach natürlich ökumenisch ist, bisher etwa 275000 Euro gesammelt. „Bis zu den 2,5 Millionen Euro, die die Maßnahmen grob kosten werden, haben wir aber noch einen weiten Weg vor uns“, sagt Heinzelmann. Doch er ist zuversichtlich: „Die Biberacher unterstützen uns sehr.“ SZ-Foto: Tanja Bosch

© Schwäbische Zeitung - 19.10.2013

„Weihnachten im Schuhkarton - Geschenke der Hoffnung“

Die Frauen vom evangelischen Frauenkreis Uttenweiler packen bereits zum 11. Mal Päckchen


UTTENWEILER - Der evangelische Frauenkreis Uttenweiler packt wieder Päckchen für „Geschenke der Hoffnung“. Wer einem Kind eine Freude zu Weihnachten machen möchte, kann gerne ein Päckchen packen.

Die Päckchen kommen nach Osteuropa in Waisenhäuser, für Straßenkinder und sozial schwache Familien und in Kindergärten. Verteilt werden sie über christliche Organisationen.

So wird es gemacht

Ein Schuhkarton wird mit Geschenkpapier beklebt und dann mit Hygieneartikeln, Schulsachen, einer Kleinigkeit zum Spielen, Vollmilchschokolade/Bonbons und evtl. einem neuen Kleidungsstück (Socken, Unterwäsche, Mützen etc.) gefüllt. Wer möchte, kann auch noch 6 Euro für Porto beilegen, oder dem Flyer einen Überweisungsvordruck entnehmen.

Die Frauen vom Frauenkreis sind auch dankbar über Spenden, wie selbst gestrickte Socken, Schals, Zahncreme oder Zahnbürsten. Wie ein Päckchen richtig gefüllt wird ist dem Flyer zu entnehmen, der in Uttenweiler in der Kreissparkasse, St. Uta Apotheke, Bücherei und im Rathaus ausliegt. In Riedlingen liegen Flyer bei der Volksbank-Raiffeisenbank , der Kreissparkasse und Marktapotheke aus.

Die Päckchen werden in Uttenweiler am Mittwoch, 13. November, von 16 bis 18 Uhr im Evang. Gemeindehäusle hinter der Abt-Ulrich-Blank-Schule angenommen. Infos: 07374/921901 oder 07374/9147440.


© Schwäbische Zeitung - 19.10.2013

Die Kandidaten Jutta Henrich und Hellger Koepff (Zweiter von links) informierten sich im Dornahof. sz-Foto: Johannes Nuß

Die Kandidaten Jutta Henrich und Hellger Koepff (Zweiter von links) informierten sich im Dornahof. sz-Foto: Johannes Nuß

Henrich und Koepff kandidieren für die Synode

Die Wahl zur Landessynode Württemberg der evangelischen Kirche findet am 1. Dezember statt

RIEDLINGEN - Wenn am 1. Dezember die Wahl zur Landessynode der evangelischen Kirche in Württemberg stattfindet, kandidieren für den Wahlkreis Biberach/Ravensburg für die Gruppierung „Offene Kirche“ der Biberacher Dekan Hellger Koepff und die Laupheimer Bibliothekarin Jutta Henrich. Am Donnerstag waren beide Kandidaten in Riedlingen, um sich die Küche des Dornahofes anzuschauen.

Während Jutta Henrich schon seit 2008 als Laienvertreterin der Landessynode Württemberg angehört, ist es für Hellger Koepff absolutes Neuland. „Dabei setze ich mich ein für eine Kirche, in der das Evangelium einladend und ansteckend in vielerlei Form weitergegeben wird. Dass die Volkskirche das Zusammenleben im Sinne Jesu mitgestaltet, sich einmischt, querdenkt und um Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung ringt“, sagt er von sich selber.

Er will in einem offenen, ehrlichen Gespräch Menschen anderer Religionen und Kulturen begegnen und suchen, was sie gemeinsam für das Leben tun können.

Jutta Henrich will sich für eine Kirche einsetzen, in der Menschen unterschiedlicher Frömmigkeitsformen und Lebensstile miteinander leben, feiern und glauben. Weiter steht Henrich für eine Kirche, in der Erkenntnisse der theologischen Wissenschaft ihren Weg an die Gemeindebasis finden, die präsent ist, wo Menschen die Menschenfreundlichkeit Gottes spüren sollen – weit über die Kerngemeinde hinaus und die offen sowie einladend auch für Distanzierte und Suchende ist.




© Schwäbische Zeitung - 19.10.2013

sz-foto

Viele Bürger informieren sich über Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

MENGEN - – Eine Gesprächsrunde über „Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung“ in den Lebensräumen der St.-Anna-Hilfe war sehr gut besucht. Eine hochkarätige Gesprächsrunde mit Notarin Marianne Unger, Caritasberaterin Lucia Brass und dem Arzt Klaus Seubert unter der Moderation von Franz Ott, Vorsitzender der Christlichen Sozialstiftung Hohentengen, nahm das Thema unter verschiedenen Blickwinkeln unter die Lupe: Eingeladen hatten der evangelische Krankenpflegeverein, die katholischen Krankenpflegevereine Ennetach und Scheer sowie die Hohentenger Sozialstiftung. Rund 80 Bürger aller Generationen waren in die Lebensräume für Jung und Alt gekommen.

„Über Leben und Sterben muss man nachdenken und reden“, betonte Ott. Ziel der Veranstaltung war nicht, alle Fragen zu beantworten, sondern die Dringlichkeit und die Schwierigkeit der Fragen bewusst zu machen, erklärte Pfarrer Wolfgang Raiser und sagte: „Die Kunst des Sterbens ist in der Gesellschaft vielfach verloren gegangen, doch nur wer jene beherrscht, beherrscht auch die Kunst des Lebens.“

Empfehlung der Fachleute ist, eine notarielle Vorsorgevollmacht zu erteilen und eine detaillierte Patientenverfügung aufzustellen. Die Vorsorgevollmacht hat viele Vorteile, erklärte Notarin Unger. Der Bevollmächtigte kann im Bedarfsfall für den Patienten entscheiden und für dessen Belange kämpfen, die Steuererklärung unterschreiben und nach dem Ableben des Patienten weiter die Bankgeschäfte tätigen.

Diese Bevollmächtigung werde von allen Behörden oder Krankenhäusern anerkannt. Seubert empfahl, nur eine Person zu bevollmächtigen, weil im Ernstfall Probleme entstehen können, wenn sich die Bevollmächtigten nicht einig sind. Auch ist es ratsam, eine Kopie der Urkunde beim Hausarzt zu hinterlegen. Notärzte fragten bei dem oft nach, ob Vollmacht oder Patientenverfügung vorliegen. Wichtig sei auch Angehörige oder Nachbarn zu informieren, wo diese Dokumente in der Wohnung hinterlegt sind. Eine Vorsorgevollmacht kann zu jeder Zeit erteilt werden, umso früher desto besser. Dies betreffe auch junge Leute, betonte Ott.

Die Patientenverfügung sollte in Ruhe mit dem Arzt durchgesprochen werden. Dabei geht es etwa um die Grenzziehung des Einsatzes lebenserhaltender Medikamente des schwerkranken Patienten. „Das ist nicht einfach, das spürt man sobald man sich intensiver damit befasst“, sagte Ott. Brass erklärte, dass im Beratungsgespräch gemeinsam überlegt werde, was man sich für das Lebensende erhoffe, wovor man Angst habe. „Das Leben kommt von Gott, und wir geben das Leben in Gottes Hand zurück. Aufgabe ist, das Sterben in Gott zu vollenden.“

Vorsicht bei den Blättern für eine Patientenverfügung

Notarin Unger warnte davor, Vordrucke für die Patientenverfügung zu benutzen, auf denen durch Ankreuzen verfahren wird. Denn die sind juristisch anfechtbar. Wer angekreuzt hat, ist nicht klar ersichtlich. Auch seien bereits gefälschte Patientenverfügungen in Krankenhäusern aufgetaucht. Deshalb sei es wichtig, die Patientenverfügung notariell bescheinigen zu lassen. Entsprechende gedruckte Unterlagen für die Patientenverfügung gibt es vom Bundesministerium für Justiz oder die christlichen Patientenverfügungen.

© Schwäbische Zeitung - 19.10.2013

Humoristin tritt im Gemeindehaus auf

BAD SAULGAU - Die Humoristin Ingrid Koch tritt am Dienstag, 22. Oktober, um 14 Uhr im evangelischen Gemeindehaus mit Auszügen aus ihrem „Worthandwerk“ auf. Ingrid Koch ist gebürtige Tettnangerin und dort heute noch wohnhaft und fest verwurzelt. Ihre Texte sind voll geistvollem Witz und Poesie mit einem scharfen und doch barmherzigen Blick auf alles Zwischenmenschliche. Ihre Stoffe findet sie überall: in der Natur, in der Gesellschaft, im allzu Menschlichen. Ihre Auftritte auf zahlreichen Bühnen reichen inzwischen weit über Oberschwaben hinaus. Ihrem ersten Buch „Jetzed“ – schon zum vierten Mal verlegt – folgten inzwischen weitere Ausgaben ihrer Werke mit dem Titel „U’gschminkt“ und „Scho wieder“. Der Eintritt ist frei.

© Schwäbische Zeitung - 19.10.2013

Christoph Zehendner

Synodalwahl: Christoph Zehendner tritt in Biberach auf

 

BIBERACH - Der bekannte Liedermacher und Songwriter Christoph Zehendner ist am Dienstag, 22. Oktober, ab 20 Uhr zu Gast in Biberach, im Gemeindehaus der Friedenskirche. Gemeinsam mit seinem Pianisten Ralph Schuon nimmt er die Zuhörer mit auf ein Wortweltenwanderer-Konzert. Erdige Musik macht die ehrlichen Texte zu einer bewegenden Reise durch Beobachtungen und Erfahrungen. Ein Programm mit Tiefe und Leichtigkeit, Ernst und Humor für Menschen, die gerne zuhören, mitdenken und mitsingen. Der Eintritt ist frei. Innerhalb der Veranstaltung stellen sich auch die Kandidaten der Synodalwahl im Dezember vor: Pfarrer Heiko Bräuning und Edeltraud Stetter.

© Schwäbische Zeitung - 18.10.2013

Die evangelische Kantorei hat auf Schloss Hersberg das Weihnachtsoratorium geprobt. Foto: privat

Die evangelische Kantorei hat auf Schloss Hersberg das Weihnachtsoratorium geprobt. Foto: privat

Die Kantorei probt

Auf Schloss Hersberg erklingt das Weihnachtsoratorium

RIEDLINGEN - Alle zwei Jahre zieht sich die Evangelische Kantorei für ein Wochenende in ein Tagungshaus zurück, um sich auf eine anstehende Aufführung vorzubereiten und die Chorgemeinschaft zu pflegen.

Das Probenwochenende fand im Geistlichen Haus der Pallottiner St. Joseph auf Schloss Hersberg statt. Die Evangelische Kantorei war mit ihrem Programm, das intensive Erarbeiten des Weihnachtsoratoriums, Kantaten eins bis drei von Johann Sebastian Bach, in den Räumlichkeiten des Bildungshauses bestens aufgehoben. Intensive Probenphasen wechselten harmonisch mit freier Zeit für Gespräche, Spaziergang am Bodensee und Geselligkeit. Unter dem Eindruck eines gemeinsam gefeierten katholischen
Gottesdienstes mit gut abgestimmten musikalischen Beiträgen der Kantorei traten die 30 Sänger erfüllt die Heimreise an. Es war in jeglicher Hinsicht ein gelungenes Wochenende.

Das Weihnachtsoratorium führt die Evangelische Kantorei als Auftakt zum Weihnachtsfest am 22. Dezember, um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Georg in Ertingen auf. Zwei Stunden zuvor sind alle Kinder zum „Weihnachtsoratorium für Kinder“, einer kindgerechten Fassung des Bach’schen Werkes, eingeladen.


© Schwäbische Zeitung - 18.10.2013

Paare bekräftigen ihr Trauversprechen

Gottesdienst für Hochzeits-Jubilare

BIBERACH - Nach den positiven Erfahrungen der vergangenen Jahre findet am Samstag, 19. Oktober, ab 14 Uhr ein Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Martin statt. Eingeladen sind alle Ehepaare, die im Jahr 2013 auf eine runde oder halbrunde Jahreszahl an Ehejahren zurückschauen, also ihre silberne, goldene oder diamantene Hochzeit feiern oder gefeiert haben. In der gesamten württembergischenLandeskirche findet das Angebot, mit einem Dankgottesdienst auf gemeinsame Ehejahre zurückzuschauen, einen positiven Widerhall.

Die Feier einer Jubelhochzeit als Gemeindegottesdienst, zusammen mit anderen Eheleuten und deren Angehörigen, gibt Gelegenheit innezuhalten und sich bewusst an den gemeinsamen Weg zu erinnern. In Biberach sorgt der Posaunenchor für einen festlich-musikalischen Rahmen. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stehen die Bekräftigung des Trauversprechens, die Bitte um Gottes Geleit sowie eine gemeinsame Abendmahlfeier. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es Gelegenheit, bei einem Glas Sekt in der evangelischen Spitalkirche anzustoßen.

© Schwäbische Zeitung - 16.10.2013

Kirchengemeinde veranstaltet Flohmarkt

MENGEN - „Der etwas andere Flohmarkt“ – findet am Samstag, 19. Oktober, von 11 bis 17 Uhr rund um die evangelische Kirche statt. Verschiedene Liebhaberstücke suchen nach neuen Besitzern. Weiter werden Haushaltsgegenstände, Kinderspielzeug und Bücher sowie Weihnachtsschmuck und auch Selbstgebasteltes angeboten. Im Flohmarktcafe gibt es Kaffee und Kuchen. Der Erlös des Flohmarktes kommt der Arbeit der evangelischen Kirchengemeinde zugute.

© Schwäbische Zeitung - 16.10.2013

Ines Fischer (Foto: priva

„Wir brauchen einen legalen Zugang zum Asylverfahren“

Pfarrerin Ines Fischer fordert ein neues Denken in der Flüchtlingsfrage auch bei uns in der Region

Mengen / sz Die Flüchtlingsdramen vor Lampedusa sorgen für viele Diskussionen – und heftige Kritik an der europäischen Einwanderungspolitik. „Diese Toten hätten vermieden werden können“, sagte UN-Sonderberichterstatter Francois Crèpeau. Und Papst Franziskus thematisiert eine Globalisierung der Gleichgültigkeit. SZ-Mitarbeiterin Anita Metzler-Mikuteit hat sich mit der Mengener Pfarrerin Ines Fischer darüber unterhalten.

Frau Fischer, sie fordern längst ein „neues Denken“ in der Flüchtlingsarbeit. Was meinen Sie damit konkret?

Wenn ein Mensch aus seinem Heimatland flieht und dort seine Existenz aufgibt, dann hat das immer Gründe. Derzeit sind es politische Bedingungen wie beispielsweise in Syrien, Tschetschenien oder Afghanistan, die Menschen zur Flucht bewegen. Es gibt aber auch politische Konflikte, die zu verheerenden Auswirkungen für die wirtschaftliche Situation eines Landes führen. Wir haben als EU unseren Anteil daran. Trotzdem schließen wir unsere Grenzen. Wenn man Fluchtursachen bekämpfen will, dann muss man zunächst einmal hier bei uns anfangen: Waffen werden zum Teil direkt bei uns vor der Haustür produziert und kommen dann auf Umwegen in den Krisengebieten an. Sonderabo zur Bundestagswahl 2013

Sie meinen die EU-subventionierten Lebensmittelexporte?

Die heimischen Märkte werden mit Produkten aus Europa überschwemmt – von Altkleidern bis zum Abfall bei der Hähnchenproduktion. Im Senegal verlieren viele Fischer ihre Lebensgrundlage, weil die EU vertraglich abgesichert die heimischen Bestände abfischt. Das zeigt: Wir tragen Verantwortung.

Auch das Landgrabbing zeigt sicherlich mehr und mehr seine Auswirkungen....

Wenn ausländische Investoren Land in ärmeren Ländern aufkaufen, dann werden die Einheimischen zunehmend abhängiger von äußeren Entscheidungen. Das kann zu Entmündigung, Entwurzelung und zu einer gesellschaftlichen Spaltung führen. Ich glaube nicht, dass die Eigenständigkeit dadurch gefördert wird.

Die EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström fordert mehr Geld für die EU-Grenzschutz-Agentur Frontex (jährliches Budget bislang 85 Millionen Euro). Auch das neue Grenzüberwachungssystem Eurosur werde „einen wichtigen Beitrag leisten, um die EU-Außengrenzen zu kontrollieren“. Sind das aus Ihrer Sicht nachhaltige Methoden, um dem Flüchtlingsproblem etwas entgegenzusetzen?

Frontex war in der Vergangenheit ausschließlich damit beschäftigt, Flüchtlingen die Fluchtwege zu erschweren. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Küstenwachen sind Vorkommnisse geschehen, die als Menschenrechtsverletzungen dokumentiert wurden, etwa der Beschuss von Flüchtlingsbooten. Noch mehr Abschottung führt nur dazu, dass die Menschen sich neue und gefährlichere Fluchtwege suchen.

Sie sprechen sich also für offene Grenzen aus?

Wir brauchen einen legalen Zugang zum Asylverfahren und sichere Einreisemöglichkeiten. Ich glaube nicht, dass dies zu einem Anstieg der Flüchtlingszahlen führen würde, den Europa nicht verkraften könnte. Nach ihrer Ankunft dürfen Flüchtlinge dann in den Aufnahmeländern aber nicht in Lager gesteckt werden, in denen sich Traumatisierungen oder Ängste verstärken, sondern sollten Aufnahme inmitten der Bevölkerung finden. Bei kleineren Unterbringungseinheiten sind die Chancen viel größer, dass ein gutes Miteinander gelingt, Ängste und Vorurteile abgebaut werden. Hierfür brauchen wir aber die Bereitschaft, geeigneten leer stehenden Wohnraum auch tatsächlich zu vermieten.

Das Flüchtlingsaufnahmegesetz des akbdes soll geändert werden, Flüchtlinge sollen mehr Platz zur Verfügung haben, nämlich sieben Quadratmeter statt bisher 4,5 ...

Menschen, die auf 4,5 Quadratmeter eingeengt sind, können sich nicht entwickeln, kommen in schwierige Lebenssituationen aufgrund der Enge oder werden krank. Flüchtlinge haben zudem oft einen Weg hinter sich, der von traumatisierenden Ereignissen geprägt war. Es kann nur zu Verbesserungen führen, wenn diese Menschen genügend Raum für sich haben, so schnell wie möglich integriert, nicht kaserniert und schon gar nicht von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. Wir brauchen dafür aber neben neuen gesetzlichen Grundlagen auch eine Zivilgesellschaft, die Menschen in das Leben vor Ort einbindet.

Vor welchen Herausforderungen steht der Landkreis?

Die Unterbringung ist eine große Herausforderung, die Verantwortlichen suchen dringend nach Lösungen. Als problematisch erlebe ich es, wenn Menschen von den Kommunen in Unterkünfte eingewiesen werden, die eigentlich für die obdachlosenpolizeiliche Unterbringung vorgesehen sind. Die Ankunft der Flüchtlinge in den einzelnen Kreisgemeinden gestaltet sich wohl auch unterschiedlich: Am einen Ort gründet sich ein Unterstützerkreis, und eine einfach ausgestattete Wohnung wird zur Verfügung gestellt, andernorts muss erst ausgehandelt werden, was „menschenwürdige Unterbringung“ heißt. Als evangelische Kirchengemeinde versuchen wir vor Ort dazu beizutragen, dass sich die zugewiesenen Flüchtlinge willkommen fühlen. Wir möchten auch wenn möglich in der Zukunft wieder Wohnraum zur Verfügung stellen. Aber Menschen sollten nicht nur „untergebracht“, sondern auch integriert werden. Wir alle profitieren letzten Endes von einem Zusammenleben, das in diesem Sinne gelingt.

 

Link:

http://www.schwaebische.de/region/sigmaringen-tuttlingen/mengen/stadtnachrichten-mengen_artikel

,-Wir-brauchen-einen-legalen-Zugang-zum-Asylverfahren-_arid,5516042.html

 

© Schwäbische Zeitung - 16.10.2013

Foto: will

Evangelische Kantorei beeindruckt mit Verdi

Biberach (sz) - Die evangelische Kantorei hat ein beeindruckendes Konzert in der Stadtpfarrkirche St. Martin gegeben. Ralf Klotz dirigierte das Verdi-Requiem zu dessen 200. Geburtstag. Er führte den Chor, das Orchester Sinfonietta Tübingen und die Solisten Heike Beckmann (Sopran), Cristina Otey (Mezzosopran), Alexander Efanov (Tenor) und Sascha Vrabac (Bass) zu musikalischem Tiefgang und einer eindrucksvollen Gesamtleistung. Verdi schrieb das Requiem im Jahr 1873 auf den Tod der befreundeten Künstler Manzoni und Rossini, er verband einzigartig den Opernstil mit der kirchenmusikalischen Komposition. Das Werk zählt heute zu den bedeutendsten Requiems. Foto: will

© Schwäbische Zeitung - 16.10.2013

Archiv-Foto: Thomas Warnack

Wetten, dass mein Gott echt stark ist?

Für die ökumenischen Kinderbibeltage sind noch Anmeldungen möglich

Riedlingen (sz) - Unter dem Motto „Wetten, dass mein Gott echt stark ist?“ finden die diesjährigen ökumenischen Kinderbibeltage in Riedlingen statt. Seit Monaten bereitet ein Team von mehr als 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um Pfarrer Dr. Rieger ein neues Thema vor.

Am vergangenen Samstag gab es dazu einen konzentrierten Vorbereitungstag. Die Mitarbeiter sind im Theaterteam, im Musikteam, bei den Kleingruppen, beim Kulissenbauen und beim Basteln engagiert. Jedes Kind wird ein spezielles Namensschild und einen Pass für die Kinderbibeltage bekommen; dazu werden die Ideen für die Kleingruppen abgesprochen und vorbereitet. Man spürt es: Auch dieses Jahr sollen die Kinderbibeltage ein Ereignis werden für viele Kinder aus der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde. Nach den letzten Kinderbibeltagen ist die Erwartung groß.

Das Thema ist Elia

Das diesjährige Thema handelt von Elia, einem Mann aus dem alten Israel, der seinen ganzen Mut aufbringen musste. Er hatte dem amtierenden König ein Prophetenwort auszurichten, das damals einen wirtschaftlichen Niedergang bedeutete: Kein Regen. Es liegt auf der Hand, dass er sich damit den Ärger des Königs einhandelte. Er flieht. Doch Gott lässt ihn nicht im Stich. Sogar Raben müssen eine wichtige Rolle spielen. Rita Rabe wird so bei den Kinderbibeltagen tatsächlich auch durchs Programm führen. Und das Technikteam hat sich einiges einfallen lassen, dass sich vom Himmel herab ein Feuer auf dem Altar entzündet. Das war für eine Wette tatsächlich erforderlich.

Die Kinderbibeltage sind offen für alle Kinder, die sich im Altersbereich der Schulkassen 1 bis 6 befinden. Start ist am Freitag, 25. Oktober, 14 bis 18 Uhr im evangelischen Johannes-Zwick-Haus in der Goldbronnenstraße 1. Die Fortsetzung findet am Samstagnachmittag, ebenfalls ab 14 Uhr statt. An beiden Nachmittagen stehen das Singen, die Geschichte von Elia sowie Basteln und andere Aktionen in nach Klassen geordneten Kleingruppen im Mittelpunkt. Den Abschluss bildet am Sonntag um 10 Uhr ein großer Familiengottesdienst in der Christuskirche. Hier findet dann auch die spannende Geschichte ihre Auflösung.

Im vergangenen Jahr war Ester Thema der Kinderbibeltage. Dieses Jahr widmen sich die Teilnehmer Elia. Archiv-Foto: Thomas Warnack

Anmeldungen sind noch möglich. In vielen Schulen wurden dazu Handzettel verteilt. Eine letzte Möglichkeit bietet eine telefonische Anmeldung über das evangelische Pfarramt Riedlingen (Telefon 2567) jeweils an den Vormittagen (außer montags). Der Kostenbeitrag beträgt 2,50 Euro.

© Schwäbische Zeitung - 15.10.2013

Der Gesamtchor stellte sein Können unter Beweis. sz-Foto: Klaus Weiss

Der Gesamtchor stellte sein Können unter Beweis. sz-Foto: Klaus Weiss

Chorgesang zum Erntedank

Stiftschor, evangelischer Kirchenchor und Laupheimer Singkreis gestalten geistliche Abendmusik zum Erntedank

BAD BUCHAU - Bereits zum zweiten Mal luden der Laupheimer Singkreis, zusammen mit dem katholischen Stiftschor und dem evangelischen Kirchenchor, zum Chorkonzert in die Stiftskirche ein. Gemeinsam gestalteten sie eine geistliche Abendmusik zum Erntedankfest mit dem Thema „Nun danket all und bringet Ehr“. Zahlreiche Besucher ließen sich besinnlich und künstlerisch beeindrucken.

Der erste gemeinsame Teil begann mit der ausdrucksstarken Psalmvertonung „Ich erhebe meine Augen zu den Bergen“ des jüdischen Komponisten Louis Lewandowski, dirigiert von Renate Bechtle und unterstützt durch Elisabeth Münz an der Altarorgel. Neben weiteren Lob-und Dankliedern erklang passend zum Erntedank die einfühlsame Hymne „Schau auf die Welt“ von John Rutter, in der Gott für seine Schöpfung gepriesen wird. Patricia Falkenberg begleitete den durch Frauen- und Männer-Soli abwechslungsreich gestalteten Chorsatz am E-Piano.
Mit dem Laupheimer Singkreis unter der Leitung von Ludwig Schwedes erklang christliche und orthodoxe Chormusik aus dem 18. Jahrhundert bis in die heutige Zeit. In bemerkenswerter Dynamik und in klanglichen Wechsel- und Echowirkungen gestaltete der Chor Werke wie „Lobe den Herren, den mächtigen König“ von Hugo Distler und „Ich freue mich im Herrn“ von G. A. Homilius. Ein gefühlvoller Beitrag aus der russisch-orthodoxen Liturgie „Radujsja“ (Freue dich) von Pavel Tschesnokow schloss sich an. Besonders beeindruckte auch das „Vater unser im Himmel“ des Laupheimer Komponisten Gregor Simon. Die Sopranistin Annerose Wanner verlieh mit ihrer warmen, ausdrucksstarken Stimme mehreren Chordarbietungen berührenden Glanz.

Der letzte, wieder gemeinsam gestaltete Konzertteil begann mit der rhythmisch sicher gestalteten Motette „Lobe den Herrn, meine Seele“ aus dem 17. Jahrhundert. Es folgten ruhige Chorsätze wie „Wirf dein Anliegen auf den Herrn“ von F. Mendelssohn-Bartholdy und „Mein Herr und mein Gott“ von W. Hirt, bei denen die drei Chöre ihre dynamische Spannweite zum Ausdruck bringen konnten.

Als krönender Abschluss erklang das sechsstimmige Abendlied von Josef Rheinberger.



© Schwäbische Zeitung - 15.10.2013

Taizé-Andacht in neuer Gestaltung

BAD SAULGAU - Die evangelische Kirchengemeinde Bad Saulgau lädt Christen aller Konfessionen zu Taizé-Andachten ein, die von Pfarrerin Tabea Hartmann und einem überkonfessionellen Team gestaltet werden. Um den Geist von Taizé stärker spüren zu können, hat das Team eine neue Gestaltung ausprobiert, die von den vielen Anwesenden positiv aufgenommen wurde. Viele Lichtgläser auf Backsteinen und Tüchern in orange und gelber Farbe gaben der Christuskirche einen neuen Akzent. Der nächste Termin ist Samstag, 19. Oktober, wieder um 19 Uhr in der Christuskirche. Weitere Auskünfte bei D. Gaißmaier, Telefon 07581/50 65 15.

© Schwäbische Zeitung - 15.10.2013

Helmut Gundert

Helmut Gundert Foto: privat

Ein widerständiges Leben

BIBERACH - Helmut Gundert liest am Mittwoch, 16. Oktober, ab 20 Uhr in der Biberacher Friedenskirche aus seinem Buch „Mein widerständiges Leben“ vor. Geboren wurde der promovierte Landwirt als Sohn eines schwäbischen Teepflanzers auf Sumatra. Er arbeitete als Farmer in Namibia, war landwirtschaftlicher Sachverständiger bei der Gasversorgung Süddeutschland, 17 Jahre lang Mitarbeiter der evangelischen Hilfsorganisation „Brot für die Welt“ und später als Geschäftsführer von „Bioland“ tätig. Die aufgeschriebenen Erinnerungen seines Lebens nennt er „Mein widerständiges Leben“. Während der Lesung gibt es eine Verköstigung mit verschiedenen Broten.



© Schwäbische Zeitung - 14.10.2013

Verdis Requiem offeriert Sprungbrett ins Ewige


Basilikachor Weingarten und Evangelische Kantorei Biberach unter Stephan Debeur und Ralf Klotz schenken den Hörern ein erhebende Erlebnis

Von Maria-Anna Blöchinger

Weingarten Transparente Stoffbahnen verhüllen den Altarraum der Basilika, dienen als Kulisse und akustisch als Halt. Davor die gut hundert Sängerinnen und Sänger, vier Solisten, das Orchester der Sinfonietta Tübingen und als Dirigent Stephan Debeur. Die Zuhörer füllen etwa zwei Drittel der Bänke. Sie folgen der eineinhalb Stunden langen Totenmesse gebannt und danken mit ausgiebigem Applaus. Das Ensemble hat das komplizierte Werk mit ganzem Einsatz gemeistert, Hingabe und Mut bewiesen. Tags drauf soll es in Biberach unter Ralf Klotz zu hören sein.

Fast jeder hat ein paar Takte Verdi im Ohr. Die mitreißenden Chöre und das Gespür für Empfindungen! Der zurzeit meistgespielte Opernkomponist regt zum Schwärmen an. Am 10. Oktober und das ganze Jahr feierte man den 200. Geburtstag von Giuseppe Verdi (1813 bis 1901). Seine „Missa da Requiem“, 1874 uraufgeführt und eines der größtbesetzten Oratorien, wird schon mal „Verdis beste Oper“ genannt. Für Basilika-Organist Stephan Debeur war es das bisher größte Ensemble. Unter seiner Leitung verschmolz es zum Klangkörper.

Der Tod blüht uns allen, und immer wieder, wenn ein nahestehender Mensch stirbt. Verdi setzt die Auflösungserscheinung als dramatische Grenzerfahrung in Szene. Die Vorstellung eines letzten Gerichts, die schon zu seiner Zeit an Bedeutung verlor, belebt er mit wirkungsvollen Kontrasten und motivischen Wiederholungen. Sein „Dies irae“ ist ein oft verwendetes, schaurig schönes musikalisches Endzeit-Gemälde. Ein Nervenkitzel, der als bloßer Genuss aber auch zur Geisterbahn werden kann.
Sonderabo zur Bundestagswahl 2013

Basilikachor Weingarten und Evangelische Kantorei Biberach sangen diesen feurigen Zorn, die peitschenden Klagen, Aufschrei und Ächzen mit Spielfreude, aber auch mit Durchlässigkeit, begleitet von der Sinfonietta Tuübingen. Die Instrumentalisten gaben dem Sprungbrett Dynamik, das zwischen Zorn und Klage hin und her schwang, wie das ganze Werk. Feinstes Pianissimo und kreischendes Fortissimo erklangen in der barocken Basilika. Die Solisten gingen im Ausdruck an die Grenze ihrer Kraft, mutig und vertrauensvoll, nie wirkte es peinlich oder übertrieben. Allein der Bass Sascha Vrabac verband auch noch schwärzeste Tiefe mit Wohlklang. Er war kurzfristig eingesprungen. Die Sopranistin Heike Beckmann, auch nicht von Anfang an vorgesehen, meisterte strahlend klare Höhen und schrille Grenzüberschreitung. Cristina Otey war als Mezzosopran die tragende Mitte des Quartetts, der Tenor Alexander Efanov makellos. Alle vier sind Mitglied im Stuttgarter Opernchor.

Das Ensemble unter Stephan Debeur und Ralf Klotz verstand es, das Wechselbad extremer Empfindungen so fein konturiert darzubieten, dass es sich nicht im Genuss erschöpfte. Den Hörern blieb die Freiheit, den Sprung in eine zeitlose Sicht, in die des Glaubens zu wagen. Im zweiten Teil überwiegt in Verdis Requiem das hellere Licht der Zuversicht. Im abschließenden „Libera me“, „Befreie mich, Herr Gott, vom ewigen Tode“, reißt der Komponist nochmal die Kluft auf und fasst das ganze Werk in eins zusammen. Chor und Sopranistin meisterten auch diese Herausforderung glanzvoll.

(Erschienen: 14.10.2013 10:50)

© Schwäbische Zeitung - 11.10.2013

Posaunenchor der evangelischen Christusgemeinde Bad Schussenried

Posaunenchor bläst für den guten Zweck

So gut kann Hilfe klingen: „Musik zum Teilen“ erklingt am Samstag auf dem Schussenrieder Wochenmarkt

BAD SCHUSSENRIED - Der Posaunenchor der evangelischen Christusgemeinde Bad Schussenried beteiligt sich an der landesweiten Aktion „Musik zum Teilen“: Am Samstag, 12. Oktober, gestalten die Bläser ab 10 Uhr auf dem Wochenmarkt in Bad Schussenried eine kleine Straßenmusik mit offenem Singen. Auch der Sonntagsgottesdienst in der Aulendorfer Thomaskirche am 13. Oktober wird ganz im Zeichen der Aktion stehen.

„Musik zum Teilen“ ist eine Initiative von „Brot für die Welt“ in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Württemberg und dem Amt für Kirchenmusik der Evangelischen Landeskirche in Württemberg im Brotaktionsjahr 2013 und dauert noch bis zum 20. Oktober.

„Musik zum Teilen“ will die Herzen der Menschen öffnen und ihnen die Themen und Ziele von Brot für die Welt nahebringen – durch Musik und Gesang in Kirchen und Konzerthallen, aber auch an ungewöhnlichen Orten. Die Aktion will einladen, gemeinsam zu musizieren und Musik mit anderen zu teilen.

Mit der Aktion sollen drei Projekte von Brot für die Welt unterstützt werden.

In Guatemala werden Kleinbauern unterstützt, die sich gegen eine Abholzung der lebenswichtigen Nebelwälder wehren. Ohne das Wasser aus diesen Wäldern können die Bauern keine Landwirtschaft mehr betreiben.

In Argentinien finden Kinder und Jugendliche aus zerrütteten Familien in einem Jugendzentrum am Rande von Buenos Aires Zuflucht. Dort können sie zusammen kochen, backen, malen, trommeln und tanzen.

In Kenia wird Bauern geholfen, durch angepasste Landwirtschaft extreme Trockenperioden zu überstehen. Dies geschieht durch den Anbau von Pflanzen, die widerstandsfähiger bei Dürre sind, und die Anlage von Terrassen zur Wasserkonservierung und als Erosionsschutz.

Brot für die Welt macht sich seit mehr als 50 Jahren für benachteiligte Menschen in aller Welt stark und leistet mit Projekten und Programmen weltweit Hilfe zur Selbsthilfe. Ob Nahrung, Wasser, Bildung oder vieles mehr – Brot für die Welt setzt sich für eine faire Verteilung aller Ressourcen ein, die für ein Leben in Würde nötig sind.

© Schwäbische Zeitung - 11.10.2013

Familienbildungsstätte: Angebot für Menschen in der Trennung

BIBERACH - Biberach - Für Menschen, die in Trennung oder Scheidung leben, bietet die Familienbildungsstätte eine Veranstaltungsreihe über vier Donnerstage an. Das Angebot startet am Donnerstag, 17. Oktober, 20 Uhr, bei der Familienbildungsstätte im Martin-Luther-Gemeindehaus, Waldseer Str. 20, mit dem Thema „Wie kann unser Kind die Trennung gut verkraften?“. Die Referenten Wolfgang Henne (Familientherapeut) und Marlies Hinderhofer (Familientherapeutin und Supervisorin) geben Anregungen, wie die Elternverantwortung auch nach der Trennung aufrecht erhalten werden kann. Aus der Erfahrung hat sich gezeigt, dass es sinnvoll und wünschenswert ist, wenn beide Elternteile an der Veranstaltungsreihe teilnehmen. Rechtsanwältin Edith Sonntag informiert am Donnerstag, 24. Oktober, um 20 Uhr mit „Rechtliche Auswirkungen von Trennung und Scheidung“ über die Änderungen im Unterhalts- und Zugewinnausgleichsrecht. „Trotz alledem … was könnte sich aus der Trennung Gutes entwickeln?“ ist das Thema des Abends am 7. November, 20 Uhr. Die Reihe wird am 14. November, 20 Uhr, mit „Rituale können helfen … Zeiten der Trennung selbst aktiv gestalten“ mit Wolfgang Henne und Marlies Hinderhofer abgeschlossen. Die Veranstaltungsreihe wird im Rahmen des Landesprogramms „Stärke“ gefördert und kann kostengünstig angeboten werden. Anmeldungen nimmt das fbs-Büro unter Telefon 07351/75688 oder per E-Mail an info@fbs-biberach.de entgegen.

© Schwäbische Zeitung - 11.10.2013

Evangelische Kantorei Biberach und der Basilikachor Weingarten (Stephan Debeur) sowie die Gesangssolisten Gertrud Hiemer, Cristina Otey, Alexander Efanov und Sascha Vrabac.

Kantorei singt Verdis „beste Oper

In Sankt Martin ist am Sonntag anlässlich seines 200. Geburtstags das Requiem zu hören

BIBERACH - Die Evangelische Kantorei unter der Leitung von Kantor Ralf Klotz führt am Sonntag, 13. Oktober, ab 16 Uhr, in der Stadtpfarrkirche St. Martin Biberach Giuseppe Verdis großes „Requiem“ auf. Anlass ist dessen 200. Geburtstag, den er am 10. Oktober gefeiert hätte.

Mit großer Geste und expressiven Kontrasten zeichnet Verdi ein singuläres Requiemswerk, eine – wie es schon bald bezeichnet wurde – „Oper im Kirchengewande“, obwohl Verdi selbst sagte, dass „diese Messa nicht so gesungen werden darf, wie man eine Oper singt“. Er legte daher größten Wert auf Klangnuancen. Die sehr häufig aufgeführte „Messa da Requiem“ ist eines der größtbesetzten Oratorien überhaupt. Zusammen mit opulentem romantischem Orchester und vier Solisten taucht der Chor in eine einzigartige, meisterhafte Verschmelzung und Verwebung dieser musikalischen Mittel ein. Sehr emotionale Stellen wechseln mit furios-kräftigen ab und verleihen dem Werk eine breite Ausdruckspalette. Dabei streut Verdi immer wieder die volkstümlichen Melodien ein, für die er so berühmt ist: das „Lacrimosa“ und das „Agnus Dei“, um nur einige zu nennen. Das bebende „Dies irae“ (Tag des Zorns) verteilt sich gleich viermal über das Werk. Eine besondere Herausforderung für den Chor stellt das achtstimmige „Sanctus“ sowie das abschließende „Libera me“ dar, in denen Verdi sein kontrapunktisches Können zeigt. Nicht umsonst wird das Werk als „beste Oper Verdis“ bezeichnet. Die Entstehung hatte den Tod zweier geschätzter Künstlerzeitgenossen zum Anlass: Gioachino Rossini und Alessandro Manzoni.

Stoff beflügelt Verdi immens

Nach anfänglichem Zögern beflügelte Verdi der Stoff dann doch immens: „Ich arbeite an meiner Messe wirklich mit großer Lust. Mir scheint, ich bin ein seriöser Mensch geworden.“

Mitwirkende bei diesem Werk, das in seiner Größe und Wirkung einzigartig ist, sind: Evangelische Kantorei Biberach und der Basilikachor Weingarten (Stephan Debeur) sowie die Gesangssolisten Gertrud Hiemer, Cristina Otey, Alexander Efanov und Sascha Vrabac.

© Schwäbische Zeitung - 10.10.2013

Konfirmanden gestalten den Gottesdienst

LAUPHEIM - „Wie sieht Gott aus?“ Zu dieser Frage gestalten Konfirmanden den Gottesdienst am Sonntag, 13. Oktober, 10 Uhr, in der evangelischen Kirche in Laupheim. In einem Anspiel stellen die Jugendlichen ihre Gedanken dar. Sie haben passende Lieder ausgewählt, Gebete geschrieben und unter Anleitung von Bezirksjugendreferent Florian Neuhäuser eine musikalische Begleitung eingeübt.

Mit diesem Gottesdienst stellen sich die Konfirmanden von Pfarrbezirk II ihrer Gemeinde vor. Sie bekommen ihre Bibel überreicht. Auch der Kirchenchor beteiligt sich, und ein Kind wird getauft.

© Schwäbische Zeitung - 09.10.2013

Antwort auf die Vereinsamung

Nachbarschaftshilfe Bad Buchau wird 30 Jahre alt – Am Sonntag wird mit einem Gottesdienst gefeiert


BAD BUCHAU - Vor 30 Jahren wurde die Nachbarschaftshilfe in Bad Buchau vom damaligen evangelischen Pfarrer Ulrich Deuchler und Lilo Zerdak gegründet. Sie entstand als Antwort auf die zunehmende Vereinsamung der Menschen in unserer Gesellschaft. Am Sonntag, 13. Oktober, feiert die Nachbarschaftshilfe ihr 30-jähriges Bestehen mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in der Evangelischen Kirche und anschließendem Stehempfang im Evangelischen Gemeindehaus. Alle Mitbürgerinnen und Mitbürger sind dazu herzlich eingeladen.

Die Aufgabe der Nachbarschaftshilfe liegt darin, hilfsbedürftigen Menschen zur Hand zu gehen. Sie ermöglicht insbesondere vielen älteren Menschen, in ihren eigenen vier Wänden bleiben zu können. Erledigung von Hausarbeiten, Einkaufen, Begleitung zum Arzt oder zu Behörden oder auch einfach das Gespräch mit den Betreuten, das sind die wichtigsten Hilfsangebote der Nachbarschaftshilfe.

© Schwäbische Zeitung - 09.10.2013

die sechs Jubelkonfirmanden

Die sechs Jubelkonfirmanden

Nachfolger beschenken Goldkonfirmanden

Evangelische Kirchengemeinde Ochsenhausen feiert 40 Jahre Gemeindezentrum


OCHSENHAUSEN - Zum TripleFest ist das traditionelle Gemeindefest der Evangelischen Kirchengemeinde Ochsenhausen umfunktioniert worden: Jahresfest mit Feier der Goldkonfirmation und vor allem wurde an das 40-jährige Bestehen des evangelischen Gemeindezentrums in der Poststraße 48 erinnert.

Pfarrer Schwarz predigte im voll besetzten, herbstlich dekorierten Kirchenraum von der guten Hausordnung Gottes für die ganze Schöpfung, ehe die stellvertretende Vorsitzende Uschi Sesselmann die Goldkonfirmanden begrüßte. Pfarrer Schwarz überreichte die Urkunden und wiederholte den Segen, den vor 50 Jahren Pfarrer Leonhardt gesprochen hatte. Von der aktuellen Konfirmandengruppe erhielten die sechs Jubelkonfirmanden einen Salzstreuer und eine Kerze, die an das Jesuswort „Ihr seid das Salz der Erde – ihr seid das Licht der Welt“ erinnern sollen.

Nach dem Gottesdienst bewerkstelligten viele flinke Hände den Umbau und so wurde Platz zum Mittagessen für alle im Kirchenraum geschaffen. Köstliche Salatspenden von Gemeindemitgliedern ergänzten Braten und Gegrilltes. Mittlerweile hatte Pfarrer Schwarz den evangelischen Dekan aus Biberach, Hellger Koepff, Dekan Sigmund Schänzle von der katholischen Nachbargemeinde und Bürgermeister Andreas Denzel willkommen geheißen, die die Versammlung mit Glückwünschen beschenkten. Aus gesundheitlichen Gründen verhindert waren Pfarrer i. R. Lier sowie der langjährige Vorsitzende des Kirchengemeinderats Karl- Heinz Pfeilsticker. Die Grußworte konnten aber im aktuellen Gemeindebrief weitergegeben werden, der allen Gemeindegliedern unentgeltlich zugestellt wurde.

Familien basteln Insektenhotel

Derweil wurde im Konfirmandenraum eifrig gebastelt: Die Kinder und Eltern der Kinder- und Familienkirche stellten unter dem Motto „Mach mal Zukunft“ ein sogenanntes Insektenhotel her. Es hat mittlerweile seinen Platz vor dem Eingang des Gemeindezentrums gefunden. Bei Kaffee und Kuchen, der ebenfalls von Gemeindemitgliedern gespendet wurde, konnten sich die Besucher austauschen und an dem Gesang von Michaela Deiß erfreuen. Größter Beliebtheit erfreute sich daneben der Eisstand, den das Eiscafé Rino in guter Nachbarschaft zur Verfügung gestellt hatte.

Spenden für zwei Chroniken


Bestens aufgenommen wurden die beiden Chroniken – eine zum 40-jährigen Bestehen des Gemeindezentrums, erstellt von der Laienvorsitzenden des Kirchengemeinderats, Uschi Sesselmann aus Reinstetten, und die andere, die auf das 160-jährige Bestehen einer Predigtstelle in Ochsenhausen und auf die Anfänge der Kirchengemeinde zurückblickt. Letztere wurde vom einstigen Kirchengemeinderat Manfred Pirner aus Ochsenhausen erstellt. Beide Chroniken konnten dank Spenden einheimischer Geschäftsleute erst erstellt werden.

© Schwäbische Zeitung - 08.10.2013

Vom Leben berührt

RIEDLINGEN - Sicher ist es vielen schon aufgefallen, das Kindergrabfeld für viel zu früh und fehlgeborene Kinder auf dem Riedlinger Friedhof wurde von Gärtner Vater und dem Friedhofsteam neu gestaltet und bietet jetzt einen harmonischen Blickpunkt, der zur Ruhe kommen lässt. Am Freitag, um 17 Uhr, lädt das Vorbereitungsteam mit Pfarrerin Steible-Elsässer und Pfarrer Stegmann dort zur Ökumenischen Gedenkfeier ein: Vom Leben berührt, das meint, der empfindlichen Trauer an diesem besonders gestalteten Platz Raum zu geben, aber auch die Hoffnung zu stärken und den Mut für das eigene Leben nicht zu verlieren. Die musikalische Gestaltung übernehmen ganz junge Musiker um Michael Reiter. Mütter und Väter, Großeltern und alle, die an dieser Trauer mittragen, sind willkommen. SZ-Foto: Buck

© Schwäbische Zeitung - 08.10.2013

Die Kinder des Kindergartens Paulinenpflege sangen ein Lied und machten dazu Bewegungen vor.

Die Kinder des Kindergartens Paulinenpflege sangen ein Lied und machten dazu Bewegungen vor. Foto: privat

Kinder gestalten den Familiengottesdienst mit


Das Erntedankfest steht am ersten Oktober-Sonntag in der Michaelskirche in Wain im Mittelpunkt


Wain (sz) - Zum Familienfestgottesdienst in der Michaelskirche hat die evangelische Kirchengemeinde Wain am Sonntag anlässlich des Erntedankfestes eingeladen. Auch in diesem Jahr wurde dieser traditionelle Gottesdienst am ersten Sonntag im Oktober vom Wainer Kindergarten Paulinenpflege und dem Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde Wain mitgestaltet.


Geordnet zogen die Kindergartenkinder zusammen mit ihren Erzieherinnen in die wunderschön geschmückte Kirche ein und legten die mitgebrachten Gabenkörbe am Altar nieder. Anschließend setzten sie sich auf die extra für die Kleinen im Altarraum aufgebauten Bänke. Bei der Gestaltung des Gottesdienstes waren die Kindergartenkinder durch verschiedene Beiträge aktiv beteiligt. So erfreuten sie die zahlreichen Kirchgänger in dem fast vollständig besetzten Gotteshaus unter anderem durch musikalische Beiträge und ein sehr gut vorbereitetes Anspiel.


Dieses erzählte die Geschichte eines armen Soldaten, der nichts außer ein paar Steinen und einigen Holzscheiten hatte. Mitten auf dem Marktplatz zündet er ein kleines Feuer an und holt die Steine aus seiner Jackentasche heraus. Die Umstehenden fragen ihn natürlich, was er hier tue und er antwortet ihnen, dass er dabei sei, sich eine leckere Steinsuppe zu kochen. Daraufhin bekommt er von einer der Anwesenden einen Topf ausgeliehen, in dem er Wasser über dem Feuer erhitzt und seine Steine kocht. Nach einiger Zeit probiert er die Suppe, befindet sie für gut und meint nur, mit ein paar Karotten würde sie noch besser schmecken. So bekommt er von der neugierigen Menge nach und nach alle Zutaten für eine nahrhafte Suppe geschenkt, und zum Schluss freuen sich alle über eine leckere Suppe. Zuvor hatten sie alle nicht viel zu essen und hüteten ihre Vorräte sorgfältig, denn es herrschte eine große Hungersnot zu der Zeit. Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes sangen die Kinder des Kindergartens Paulinenpflege dann den Predigttext vor.


Der Schmuck der Kirche war nicht nur auf das Erntedankfest allgemein, sondern auch auf das Thema des Gottesdienstes im Besonderen ausgerichtet. Der Predigttext war die Speisung der 5000 nach dem Johannesevangelium und die fünf Brote und zwei Fische fanden sich in den Dekorationselementen wieder. Vikarin Rahel Kiesecker ging während ihrer Predigt auch immer wieder auf die Kinder ein und bezog sie in das Geschehen mit ein.


Zu den Klängen des Posauenchors zogen die Kindergartenkinder mit ihren Erzieherinnen am Ende des gelungenen Festgottesdienstes als erstes auf der Kirche aus, gefolgt von der Gemeinde. Im Anschluss an den Gottesdienst fand ein Kirchenkaffee im Gemeindehaus statt.

 

© Schwäbische Zeitung - 07.10.2013

80 Zuhörern hören Polizeikommissar Winfried Gayer zu, wie man sich vor Betrügern schützen kann.

Vor rund 80 Zuhörern zeigte Polizeikommissar Winfried Gayer auf, wie man sich vor Betrügern schützen kann. Foto: Kiechle

Wer klug ist, beugt vor


Polizei-Kommissar Winfried Gayer klärt beim ersten „Woimer Gmoinds-Treffen“ über Betrugsprävention auf


Von Kurt Kiechle


WAIN - Wenn Nepper, Schlepper, Bauernfänger unterwegs sind, dann ist höchste Vorsicht geboten. Wer die Tricks und Fallstricke der Betrüger kennt, ist eindeutig auf der sicheren Seite. Zum Auftakt ihrer Veranstaltungsreihe hat das kürzlich ins Leben gerufene „Woimer Gmoinds-Treffen“ (die SZ berichtete) am Freitagnachmittag zu einem lehrreichen Vortrag von Polizeikommissar Winfried Gayer von der Polizeidirektion Biberach in das evangelische Gemeindehaus in Wain eingeladen.


Fast 80 Interessierte, vorwiegend ab etwa 60 Jahren, hörten aus berufenem Munde wertvolle Empfehlungen, Tipps und Ratschläge, wie man sich gegen skrupellose Trickbetrüger, Taschendiebe und andere ungute Zeitgenossen schützen kann. Immer mehr ältere Menschen sind im Visier der Betrüger. Ihnen das Handwerk zu legen, ist oberstes Ziel solcher polizeilicher Präventions-Veranstaltungen.


An den Anfang seiner Ausführungen stellte Winfried Gayer das weitgesteckte Thema „Gefahren an der Haustüre“, die das Gebiet Trickdiebstahl, Trickbetrug, aber auch Telefon-Werbeaktionen und derlei Manipulationen mehr behandelten. Eindringlich warnte der Fachmann davor, Fremde in die Wohnung zu lassen. Schauspielerisch begabte Betrüger würden sich das Vertrauen der Hausbewohner erschleichen und mit immer neuen Varianten um Hilfe oder eine Gefälligkeit bitten. Die zentrale Gefahr bestehe darin: „Der Täter will in die Wohnung gelangen, lassen Sie es nicht so weit kommen, denn in Ihren vier Wänden wären Sie mit dem ungebeten Gast allein – und Sie können dabei Ihre Augen nicht überall haben.“ Gayer empfahl als vorbeugende Maßnahme den Einbau von Türspion – besser noch Weitwinkelspion – und die Montage eines Sperrbügelschlosses.


Größte Vorsicht sei ebenso an Orten mit vielen Menschen geboten. Überall, wo es eng hergehe, seien Taschendiebe besonders aktiv, erzählte der Polizeikommissar aus jahrelanger Erfahrung und anhand von exemplarischen, teil ganz aktuellen Fällen. Professionelle Trickdiebe würden es schaffen, im vollen Bus oder in der Bahn, auf Bahnhöfen und im Supermarkt an fremdes Eigentum zu gelangen, ohne dass es der Geschädigte zunächst bemerke. Allein im Jahr 2012 sei auf diese üble Masche eine Schadenssumme in Höhe von 32,5 Millionen Euro entstanden, die Dunkelziffer nicht mitgerechnet. Deshalb lautet ein Sicherheitstipp der Polizei: „Schlauer gegen Klauer“.


Gesundes Maß an Misstrauen


Einen zeitlich breiten Raum widmete der Referent der Thematik Werbeanrufe – „Sie haben gewonnnen…“, mit oft unzumutbaren Belästigungen, dem Kredit-Kartenmissbrauch und insbesondere dem sogenannten „Enkeltrick“, mit dem mit Vorliebe ältere Menschen schamlos reingelegt würden. Der Enkeltrick sei eine besonders hinterhältige Form des Betrugs, die für die geschädigte Person oft existenzielle Folgen haben könne. Auch hier schade ein gesundes Maß an Misstrauen nicht. Winfried Gayer legte seinen aufmerksamen Zuhörern ans Herz: „Geben Sie bei derlei dubiosen Telefonaten keine Details zu Ihren familiären oder finanziellen Verhältnissen preis und übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.“ Und wie in allen anderen geschilderten Fällen sollte sofort die Polizei informiert werden, „wenn Ihnen eine Kontaktaufnahme mit einer unbekannten Person verdächtig vorkommt: Notrufnummer 110.“


Lotte Obrist, die im Namen ihrer vier Mitstreiterinnen vom „Woimer Gmoinds-Treffen“ die Veranstaltung moderierte, bedankte sich bei Polizeikommissar Winfried Gayer für den sehr aufschlussreichen Vortrag. „Wir sind zur Erkenntnis gekommen, niemanden in unsere Wohnung rein zu lassen, den wir nicht kennen.“ Niemand könne von sich behaupten, „so etwas passiert mir nie“.


Vor rund 80 Zuhörern zeigte Polizeikommissar Winfried Gayer auf, wie man sich vor Betrügern schützen kann. Foto: Kiechle

© Schwäbische Zeitung - 04.10.2013

„Nun danket all und bringet Ehr“

Stiftschor und evangelischer Kirchenchor laden zum Erntedank ein


BAD BUCHAU - Zum Erntedank gestalten am Sonntag, 6. Oktober, um 16 Uhr in der Stiftskirche Bad Buchau der Stiftschor und der Evangelische Kirchenchor Bad Buchau zusammen mit dem Laupheimer Singkreis ein Geistliches Abendkonzert in der Stiftskirche Bad Buchau.

Zum Auftakt lassen die drei Chöre gemeinsam „Ich erhebe meine Augen“ von Louis Lewandowski“ erklingen, dann „Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut“ von Alan Viner, Crügers „Lobet den Herren“, „Singet ein neues Lied“ von W. Webber und „Schau auf die Welt“ von John Rutter.

Der Laupheimer Singkreis unter Ludwig Schwedes führt das „Nun danket all“ in einer Reihe von Chorsätzen von Hugo Distler, Hermann Finzenhagen, Ariel Ramirez, G. A. Homilius weiter und wechselt mit „Radujsja“ in die orthodoxe Musik, trägt Siegfried Neubers Psalmvertonung des „Sonnengesang“ vor und lässt mit dem „Vater unser“ von Gregor Simon aus Laupheim eine zeitgenössische Komposition erklingen, um wieder mit „Herr sei uns gnädig“ von A. Mendelssohn die Schönheit der Kirchenmusik durch die Jahrhunderte aufzuzeigen.

Ein weiterer gemeinsamer Teil der Chöre schließt sich an: das vierstimmige „Lobe den Herrn, meine Seele“ und „Wirf dein Anliegen auf den Herrn“ von F. Mendelssohn-Bartholdy, „Mein Herr und mein Gott“ im Satz des Rottenburger Kirchenmusikdirektors Walter Hirt, Crügers „Nun danket all“, aus der synagogalen Chormusik „Der Herr ist mein Hirte“ von Louis Lewandowski und „Bleib bei uns, Herr“ aus der Feder von W. Monk. Dabei begleiten Elisabeth Münz an der Orgel, Patricia Falkenberg am E-Piano, Solistin ist Annerose Wanner. Das Dirigat übernehmen Renate Bechtle und Ludwig Schwedes.

Die beiden Kirchenchöre sehen ihre Hauptaufgabe darin, im Gottesdienst zum Lob Gottes beizutragen. Der Laupheimer Singkreis unter Ludwig Schwedes vereint Sangesinteressierte, um sowohl christliche (einschließlich orthodoxe) und jüdische Chormusik aus allen Jahrhunderten zu interpretieren. „Weihnachten im Lied der Völker“ nennt sich eines seiner jährlichen Konzerte in Laupheim.

Der Eintritt ist frei. Für eine Spende danken die Chöre den Besuchern herzlich.

© Schwäbische Zeitung - 04.10.2013

Stellen das neue Programm der FBS vor: (v. l.) Barbara von Römer, Vorsitzende der FBS, Martina Eisele, Integrationsbeauftragte der Stadt Biberach, sowie Karin Burgmaier-Laenge... Foto: privat

„Toleranz“ lautet das Schwerpunktthema des Semesters

Evangelische Familien-Bildungsstätte präsentiert ihr neues Programm


BIBERACH - Die evangelische Familien-Bildungsstätte (FBS) bietet mit ihrem Semesterschwerpunkt „In-Toleranz leben“ in vielfältigen generationenübergreifenden Angeboten Anregungen und Impulse, „wie wir statt gleichgültiger Toleranz in den verschiedensten Lebensbereichen auf der Grundlage unserer Werte und Normen zu Akzeptanz und Respekt finden und wie wir mit Toleranz und Intoleranz im Alltag umgehen“, sagt die Vorsitzende der FBS, Barbara von Römer. Die evangelische Kirche Deutschland hat für 2013 ein „Jahr der Toleranz“ ausgerufen. Die FBS ist Kooperationspartnerin bei den „Interkulturellen Wochen“ der Stadt Biberach.

Erziehung bedeutet für Eltern von Anfang an auch eine Balance von Toleranz und Intoleranz im Alltag zu finden. Rat bei der Erziehung wird im Eltern-Forum gegeben mit Angeboten wie „Umgang mit Streit und Machtkampf…“, „Pubertät – wegen Umbau geschlossen…“, „Oh, Trotz lass nach!“, „Ermutigen statt kritisieren“, „Geschwisterfreud – Geschwisterstreit“, oder „4, 5, 3 – ist Rechnen eine Hexerei?“

In zahlreichen fortlaufenden Eltern-Kind-Gruppen bietet die FBS Gelegenheit, unter pädagogischer Begleitung die erste Zeit mit dem Baby und Kleinkind bewusst zu gestalten. „PEKiP-Kurse“ sind ein Angebot für Eltern mit Neugeborenen bis zum ersten Lebensjahr. Spezielle Förderung bietet das Hören von Klängen und Musik in der „Klangoase“ und in der „Klangwerkstatt“ oder die Bewegungsgruppe „Spiel-Raum für Bewegung“. In weiteren Seminaren, Kreativkursen, Tanz- und Gesundheitsangeboten der FBS gibt es viele Möglichkeiten, sich Gutes zu tun.

Die FBS ist anerkannter Partner des Programms „Stärke“ des Landes Baden-Württemberg zur Stärkung von Elternkompetenz. Junge Familien haben verschiedene Möglichkeiten ihren Gutschein einzulösen, den Sie bei der Geburt ihres Kindes bekommen. Der Gutschein ermöglicht die kostenfreie Teilnahme an „Stärke“-Kursen. Darüber hinaus bietet die FBS spezielle Stärke-plus-Angebote für Familien in besonderen Lebenslagen, beispielsweise ein Angebot „Mut für neue Wege in der Erziehung für Eltern, die mit ihren Kindern alleine oder in neuer Partnerschaft leben“ oder „Zwillinge, Drillinge & Co.“ mit monatlichen Treffen für Familien mit Mehrlingen, ein Intensivangebot „Die Kunst, Austern, Igel und Vulkane zu lieben…“ für Eltern von Kindern in der Vorpubertät und Pubertät sowie eine Veranstaltungsreihe „Trennung gestalten“ für Menschen, die in Trennung oder Scheidung leben. Auch für Familien, die von Trauer und Abschied betroffen sind, stehen die Türen der FBS offen mit dem neuen Projekt „Alles anders. Für uns alle. Und jetzt? Wenn Familien trauern.“

© Schwäbische Zeitung - 02.10.2013

Christoph Schmid, Joel, Christoph und Friedemann Lutz (von links) gestalteten als „SchlichtUndErgreifend“ einen genussvollen Abend in Bad Buchau. SZ-Foto: Kurt Zieger

Christoph Schmid, Joel, Christoph und Friedemann Lutz (von links) gestalteten als „SchlichtUndErgreifend“ einen genussvollen Abend in Bad Buchau. SZ-Foto: Kurt Zieger

Ideenreiches Quartett bietet Hörgenuss

„SchlichtUndErgreifend“ gastiert im Evangelischen Gemeindehaus in Bad Buchau

BAD BUCHAU - Das singende Quintett „Die Söhne Edgars“ mit Pfarrer Markus Lutz, das stets gern gehört die Zuhörer im Evangelischen Gemeindehaus Bad Buchau auf eine musikalische Reise mitnahm, ist keineswegs vergessen. Zwei dieser vier Brüder (immer fragte man sich, wer der Schwager war), Friedemann mit Sohn Joel, Christoph und Christoph Schmid bilden nun das ergötzliche Ensemble „SchlichtUndErgreifend“.

Keineswegs schlicht sind die Eigenkompositionen, richtig ergreifend viele bekannte Titel, die in eigenen köstlichen, oft etwas skurrilen Arrangements sich zu einem genussvollen Abend verbinden.
„Sie sitzt den ganzen Tag auf ihrer Fensterbank, lässt die Füße baumeln, mag Musik nur, wenn sie laut ist, denn sie ist taub.“ Nachdenkenswerte Texte bereits zu Beginn des Abends, eingebettet in warme Tonfolgen des Tenorsaxophons, waren kennzeichnend für den Grund, auf dem alle Freude an Musik und deren Gestaltung beruht. „Outdoor“ als Begrüßung stand für „ao do“ und zeigte damit die Bandbreite des Quartetts, auf dem seine bei aller Konzentration heiteren und gut ins Ohr gehenden Präsentationen beruhten. Bekanntes aus dem Radio aus den verschiedensten Stilrichtungen verändert die Gruppe in mehrstimmigem Gesang auf ihre ganz spezielle Weise. Friedemann Lutz als Meister am Keyboard, Bruder Christoph abwechselnd an zwei Gitarren und der Violine, Christoph Schmid wechselt von der Gitarre zu Mundharmonika, Sopran- und Tenorsaxophon, Joel Lutz als des Pfarrers Patensohn stützt das Terzett mit bewunderswert vielseitiger Rhythmik am Cajon.

„Völlig losgelöst“ zog das Quartett im schwerelosen Raumschiff seine musikalisch eigenen Kreise, um irgendwo nach einem feinsinnigen Pianissimo ganz überraschend eine Pause einzulegen. „Yesterday“, so Friedemann Lutz, „war ursprünglich ein total schwäbisches Produkt von uns und hieß ganz einfach Gestern“. „Worom isch’s do ganga? - „Se hot’s et gsait. Aber s’war halt gestern.“ Ein für die Zuhörer köstlicher Rückblick auf bekannte Klänge. Vor allem in den leisen Phasen zeigte Christoph Lutz seine sängerische Vielseitigkeit bis zu hohen dezenten Lagen. Bruder Friedemann entpuppte sich als sympathischer Entertainer und band die Zuhörer unmittelbar ins musikalische Geschehen auf der Bühne mit ein. Dazwischen sorgte der zweite Christoph neben herrlichen Passagen auf beiden Saxophonen mit seiner Mundharmonika für heitere Impressionen.

Elegante melodische Themen

Ein Intermezzo aus Friedemanns Feder für Sopransaxophon, Gitarre, Keyboard und Cajon führte zu den Geigenkünsten von Christoph Lutz, die dem instrumentalen Angebot eine neue Klangfarbe verliehen. Auch Reinhard Meys „Über den Wolken“ als Gegensatz zu manchen englisch gesungenen Titeln erhält bei „SchlichtUndErgreifend“ eine neue
unverwechselbare Note. Seine kabarettistischen Fähigkeiten zeigte Friedemann bei den angekündigten „drei Schmuseliedern“ mit oft eleganten melodischen Themen. Doch unmittelbar danach füllte geballtes Klangvolumen mit mehrstimmigem Gesang im eigenen Arrangement das „ehrenwerte Haus“ von Udo Jürgens. Weniger problembeladen, einfach so zum Schmunzeln und Zurücklehnen, das köstliche Bekenntnis von Christoph Lutz: „Steh ich vor dem Spiegel, was ich seh, ich glaub es nicht: Ich hab Nasenhaare!“ Als Alternative führte Friedemann das Publikum melodisch toll, rhythmisch prägnant, ins Reich der Rockmusik, zur eigenen Mitgestaltung animierend.

„We are the world, we are the children“ mit solistischen Beiträgen aller drei Sänger und Joel nach wie vor konzentriert und doch heiter am Cajon, rundete den heiter ungezwungenen musikalisch vielseitigen Abend.

Auch die unverkrampfte Konversation mit den Zuhörern trug dazu bei, dass man sich spürbar wohlfühlte, bestätigt durch das Ensemble mit der glaubhaft versicherten Liebeserklärung „Wie schön, dass es dich gibt.“

© Schwäbische Zeitung - 01.10.2013

Erst nach zwei Zugaben haben die rund 90 Zuhörer den Chor Chili con Vocale von der Bühne gelassen. Foto: Hofmann

Erst nach zwei Zugaben haben die rund 90 Zuhörer den Chor Chili con Vocale von der Bühne gelassen. Foto: Hofmann

„Chili con Vocale“ überrascht mit ungewohnten Hör-Winkeln

Chor unterhält mit einer Mischung aus Gospels und Popsongs für einen guten Zweck


LAUPHEIM -
Eine ansprechende, kurzweilige Mischung aus Gospels und Popsongs hat der Chor „Chili con Vocale“ am Sonntagabend in der evangelischen Kirche präsentiert. Mit dem Benefizkonzert leistete das zum evangelischen Jugendwerk gehörende Ensemble seinen Beitrag zur Finanzierung des neuen Gemeindehauses.

Auf jegliches unterstützende Beiwerk verzichtete der A-cappella-Chor und verließ sich ganz auf die Wirkung der zehn Frauen- und acht Männerstimmen. So ergaben sich durch die passenden Arrangements ganz ungewohnte Blick- oder besser Hör-Winkel auf die altbekannten Hits. „The lion sleeps tonight“ zu Beginn war im Stereosound zu hören: Solistin Theresa Bruder saß bereits vorn und begann alleine zu singen, während der übrige Chor im hinteren Teil des Raumes den Ton-Faden aufnahm und singend einzog.

Dass der Chor in jeder Stimme über solofähige Sänger verfügt, kam vor allem den Gospels zugute. In „Amen“ übernahm Achim Barth mit seinem tiefen Bass den Part des Vorsängers, der in einfachen Sätzen die Geburt Jesu erzählte, bei „Lord of the dance“ gesellte sich Bariton Marcus Ritter dazu. Mit seinem kompakten, warmen Klang antwortete der gesamte Chor. „Order my steps“ kam ohne Solo aus, hier standen farbige Harmonien, Spannung und Dynamik im Vordergrund.

Durchdachte Dynamik

Unter dem engagierten Dirigat von Chorleiter Stefan Hofmann entstanden ganz unterschiedliche Klangcharaktere, wie etwa ein hoffender Ton bei „Dreaming“ von Lorenz Maierhofer, oder auch ein zwischen Verwunderung und Überzeugung changierender bei Gershwins „Somebody loves me“. Auch die Eigenart der einzelnen Strophen von „Sailing“, das durch die rauchige Stimme von Rod Stewart bekannt geworden ist, kam durch durchdachte Dynamik und dem Text entsprechender Gestaltung zum Vorschein.

A cappella, also „nach Art einer Kapelle“ zu singen, bedeutete für den Unterchor oft, „nur“ Begleitstimme zu sein. Rhythmisch präzise und harmonisch sicher spielte er die Rolle der Band beim Beatles-Song „Michelle“ oder bei „Only you“ von den Platters. Das groovende „O happy day“ beschloss das Programm, doch erst nach zwei Zugaben entließen die rund 90 Zuhörer den Chor.



© Schwäbische Zeitung - 01.10.2013

Die afrikanische Tänzerin Amina begleitet von Ray Spencer bringt das Publikum in Stimmung. Foto: privat

Mit Musik Grenzen überwinden


Erste „Nacht ohne Grenzen“ sorgt für Stimmung – Themen sind Flucht und Asyl


Biberach (sz) - Mehr als 250 Besucher unterschiedlichsten Alters und Herkunft haben in der Kulturhalle Abdera in Biberach die erste „Nacht ohne Grenzen“ gefeiert. Organisiert wurde diese Veranstaltung vom Freundeskreis Asyl und der Caritas.


„Er wollte nach Deutschland, wo nicht überall geschossen wird, er wollte nach Deutschland, wo niemand vor Hunger stirbt, er wollte nach Deutschland, wo man ein bisschen Zukunft hat…“ heißt es in dem von der Projekt-Band „The human beings“ gespielten Song von Udo Lindenberg, und dieser Text bringt es auf den Punkt, worüber die Vertreter der anwesenden Gruppen und Initiativen in ihren kurzen Beiträgen am Beginn des Abends informierten. Der Evangelische Asylpfarrer Matthias Ströhle schilderte die Situation der im Landkreis Biberach lebenden Flüchtlinge und warb für ein ehrenamtliches Engagement in der Asylarbeit.


Aktive Mitarbeit am Frieden


Pater Alfred Tönnis stellte sein aktuelles Projekt, das Lebens- und Entwicklungszentrum in Oggelsbeuren vor und zitierte Papst Franziskus, der forderte, kirchliche Räume für die Bedürftigen zu öffnen. Andreas Kreißig von der Biberacher Amnesty-International-Gruppe stellte dar, wie wichtig es ist, politisch Verfolgten über Petitionen und Briefe ein Gesicht und eine Öffentlichkeit zu geben und sie so vor Verfolgung zu bewahren. Roland Groner vom Biberacher Friedensbündnis erläuterte die Zusammenhänge von Krieg und Fluchtbewegungen, und forderte zur aktiven Mitarbeit bei der Bewahrung des Friedens auf. Als letzter Redner stellte Made Höld die aktuelle Initiative „Oberschwaben ist bunt“ vor. Dort konnte man sich fotografieren und in die virtuelle Menschenkette gegen Fremdenfeindlichkeit einreihen lassen. An die Luft mussten alle Gäste zum ersten Programmpunkt: Die afrikanische Tänzerin Amina sorgte mit einem Feuertanz für die nötige rhythmische Einstimmung. Dann legten die „human beings“ richtig los. Mit Latin-Rock von Santana, Reggae-Klassikern von Bob Marley sowie aktuellen Titeln von den Toten Hosen und Udo Lindenberg, aber auch Eigenkompositionen zeigten Martin und Andreas „Aja“ Gratz, Joseph Nenpup Suwa, Gabriel Mbanda und Ray Spencer ihre große musikalische Bandbreite.


Traditionelle afghanische Tänze


Die Überleitung zur internationalen DJ-Dancenight bestritten eine Gruppe junger Afghanen mit einem traditionellen Tanz, durch dessen Rhythmus sich alsbald auch viele Gäste anstecken ließen. Danach gab es für die tanzfreudigen Besucher beim Sound der von Kawsu Drammeh, Jan Haberstroh und Ghulam Saboor Jilani aufgelegten Titel kein Halten mehr. Wem das zu viel wurde, der konnte im World-Café bei afghanischem Tee eine Auszeit nehmen, oder sich im Gespräch intensiver mit den Themen Flucht und Asyl auseinandersetzten.



© Schwäbische Zeitung - 01.10.2013

Gisela Mohr (hintere Reihe, links), zeichnete Irene Jucknies (vordere Reihe, links), Marianne Brecht (vorne, 2. von links) und Margarete Beurer (vorne, rechts) mit dem Bernsteinkreuz aus. Auf dem Bild sind sie mit weiteren Mitgliedern des Frauenkreises und Prälatin Gabriele Wulz (hinten, Mitte) zu sehen. Foto: Manuela Schick

Spenden spornen an und sind Bestätigung für Geleistetes


Evangelische Kirche: Der Gustav-Adolf-Frauenkreis in Laupheim hat sein 100-jähriges Bestehen gefeiert


Von Manuela Schick


Laupheim - „Gutes kann nur tun, wer aufgerichtet lebt und schauen kann, wo Gutes notwendig ist“, sagt Gisela Mohr und blickt in die ersten Reihen, in denen die Frauen sitzen, um die es an diesem Sonntagmorgen geht. Nach dem Gottesdienst in der evangelischen Kirche, in dem Prälatin Gabriele Wulz aus Ulm die Predigt hält, werden vier von ihnen geehrt. Seit 100 Jahren gibt es nun den Gustav-Adolf-Frauenkreis in Laupheim, der Großteil der heute zwölf Mitglieder ist seit mehr als 20 Jahren dabei. Sie unterstützen evangelische Minderheiten im Ausland, sammeln dafür Geld, bieten Handarbeiten an und betreiben seit sieben Jahren einen Flohmarkt beim Brunnenfest.


Der Frauenkreis trifft sich alle 14 Tage zu Kaffee und Kuchen, zur Andacht und zum Austausch von Projektinformationen. Aufgrund des Alters ist es nicht mehr möglich, so viele Handarbeiten zu fertigen wie früher. Viele Mitglieder sind verstorben oder weggezogen.


Margarete Beurer, Leiterin des Gustav-Adolf-Frauenkreises in Laupheim, beschreibt die besonderen Momente, die im Kleinen stattfinden und etwas sehr Großes und Berührendes haben: Gemeindemitglieder nehmen sie manchmal zur Seite und sagen „I han euch no was, tut es dorthin, wo es gerade gebraucht wird“, und geben direkt eine Spende weiter. Das spornt an und ist Bestätigung für Geleistetes.


Gisela Mohr, Leiterin der Gustav-Adolf-Frauenarbeit in Stuttgart, ist gekommen, um Glückwünsche anderer Arbeitskreise und des Vorstandes zu übermitteln und um danke zu sagen. Sie ehrt vier Frauen, die sich ganz besonders hervorgetan haben.


Hohe Auszeichnungen


Mit einer seltenen Auszeichnung, dem Bernsteinkreuz des Gustav-Adolf-Werks, werden die Leiterin Margarete Beurer und ihre Stellvertreterin Irene Jucknies ausgezeichnet. Ebenso Anna Tautorat, die am Sonntag nicht dabei sein konnte, und Marianne Brecht. Sie sind 63 und 60 Jahre im Frauenkreis aktiv.


Pfarrer Hermann Müller und Pfarrerin Martina Servatius bedanken sich bei den Frauen mit einem Gutschein. Demnächst geht es mit dem Bus nach Meersburg. „Der Fahrer, und nicht vordergründig Pfarrer, werde ich sein“, verkündet Müller. Die Frauen vom Gustav-Adolf-Frauenkreis freuen sich schon jetzt auf einen Stadtbummel und ein gemütliches Beisammensein in einem Café am Bodensee.


Gisela Mohr (hintere Reihe, links), zeichnete Irene Jucknies (vordere Reihe, links), Marianne Brecht (vorne, 2. von links) und Margarete Beurer (vorne, rechts) mit dem Bernsteinkreuz aus. Auf dem Bild sind sie mit weiteren Mitgliedern des Frauenkreises und Prälatin Gabriele Wulz (hinten, Mitte) zu sehen. Foto: Manuela Schick