© Schwäbische Zeitung - 30.04.2014

Johanneskirche in Crailsheim

Die Johanneskirche in Crailsheim ist eines der Ausflugsziele an diesem Tag. Foto: privat

Biberacher Pfarrer bietet ökumenische Studienfahrt an
Für die Reise nach Ellwangen und Crailsheim am 20. Juni gibt es noch freie Plätze

BIBERACH - Der Biberacher Pfarrer Albrecht Schmieg bietet am Freitag, 20. Juni, eine ökumenische Studienfahrt nach Ellwangen und Crailsheim an. Es wird eine Reise in Geschichte und Gegenwart zweier Städte im Nordosten Württembergs, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Ellwangen war einst der Sitz einer Fürstpropstei, Crailsheim früher Oberamtsstadt.Der Vormittag gilt der Stadt Ellwangen mit dem Besuch der Basilika St. Vitus und des Sieger-Köder-Museums. Als frühmittelalterliche Klostergründung blieb die Stadt über ihre wechselvolle Geschichte hinweg immer eng mit der katholischen Kirche verbunden, sodass sie im 19. Jahrhundert im nachnapoleonisch sich neu formierenden Königreich Württemberg vor Rottenburg als Bischofssitz vorgesehen war.Nachmittags werden Orte der ebenso bewegten, aber ganz anders verlaufenen Geschichte Crailsheims erkundet. Sie birgt wenig bekannte, aber dennoch bedeutsame Menschen und Ereignisse für die religiöse und säkulare Geschichte des Landes. Beispielsweise die sehr frühe Reformation durch Adam Weiß, dem die Teilnehmer auf einem ökumenischen Reformationsweg begegnen weren. Durch ihn wird der Mitgestalter und in Geschichte von Stadt und Region sehr bewanderte Stadtarchivar Folker Förtsch geleiten.Beide Garnisonsstädte sind heute auf interessanten ökumenischen Wegen in einer wirtschaftlich prosperierenden Region verbunden.

 

© Schwäbische Zeitung - 30.04.2014

Pater Alfred Tönnis erklärte der Ulmer Bundestagsabgeordneten Annette Schavan, wie sich das Flüchtlingsprojekt in Oggelsbeuren (Infostellwand im Hintergrund) über die Jahre entwickelt hat. SZ-FOTO: KATRIN BÖLSTLER

„Echte Willkommenskultur im Landkreis“

Forum stellt aktuelle Entwicklungen in der Flüchtlingsarbeit vor

BIBERACH - Wie leben Flüchtlinge im Kreis Biberach und wie in Ägypten? Was hat sich in der Flüchtlingspolitik und an der Einstellung der Menschen in der Region gegenüber Flüchtlingen in den vergangenen zehn Jahren geändert? Diese und weitere Fragen rund um das Thema Flüchtlingsarbeit diskutierten die Teilnehmer des offenen Forums für Engagierte und Interessierte in der Flüchtlingsarbeit, das am Montagabend in der Kreissparkasse Biberach stattfand.

Organisiert hatten die Veranstaltung Pater Alfred Tönnis von der Stiftung „Heimat geben Oggelsbeuren“, Andreas Gratz von der Biberacher Caritas und Matthias Ströhle, zuständig für die Arbeit mit Flüchtlingen beim evangelischen Kirchenbezirk Biberach. Der Abend diente zum einen dazu, den Gästen Einblicke zu geben in die Arbeit des Arbeitskreises Asyl Ochsenhausen, der Oggelsbeurer Stiftung und die Arbeit mit Flüchtlingen in Biberach. Die Bundestagsabgeordnete Annette Schavan und der Flüchtlingsbeauftragte der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Thomas Broch, reflektierten zudem in kurzen Vorträgen die Veränderungen in der Flüchtlingspolitik.

Deutlich offenere Begegnung

Matthias Ströhle stellte die Arbeit der Ehrenamtlichen des Arbeitskreises Asyl Ochsenhausen vor. „Wir stellen fest, den Flüchtlingen wird heute deutlich offener begegnet als noch vor zehn Jahren, und das hat viel mit dem unermüdlichen Engagement der Ehrenamtlichen zu tun“, sagte er. Langsam etabliere sich im Landkreis Biberach eine echte Willkommenskultur. Ströhle lobte, dass die Zusammenarbeit mit den Behörden sich deutlich verbessert habe. „Unsere Flüchtlinge fühlen sich nicht mehr wie Menschen zweiter Klasse, seit die Essenspakete abgeschafft wurden“, sagte er.

An die Bundestagsabgeordneten Annette Schavan und Josef Rief (beide CDU) appellierte Ströhle, sich für eine humanere Umsetzung der Dub-lin-II-Verordnung einzusetzen. Diese sieht vor, Asylsuchende stets in das Land abzuschieben, in dem sie zuerst europäischen Boden betreten haben. „Da die Situation für Flüchtlinge jedoch extrem schwierig in Spanien und Italien ist, bitten wir Sie dringend, sich dafür einzusetzen, dass wir hier mehr Verantwortung übernehmen.“ Annette Schavan versprach, die in Berlin dafür zuständigen Personen darauf anzusprechen. Thomas Broch von der Diözese Rottenburg-Stuttgart sagte, die Kirche werde sich aufgrund der Syrien-Krise und der verstärkten Flüchtlingsströme wieder mehr ihrer Aufgabe bewusst, sich um Menschen auf der Flucht zu kümmern. Pater Alfred Tönnis zeigte einen kurzen Film über seine Reisen nach Ägypten und in den Libanon, wo er sich mit syrischen Flüchtlingen getroffen hatte.

Annette Schavan reflektierte die Flüchtlingspolitik der vergangenen Jahre. „In den Neunzigern drehte sich die Diskussion mehr darum, der wohlsituierten Welt Schutz vor den Flüchtlingen zu versprechen. Das ist heute anders und das ist gut so“, sagte sie rückblickend. „Ich glaube, dass die Begegnungen mit den Flüchtlingen uns helfen zu verstehen, wie wir gestrickt sind“, so Schavan. Diese Menschen verbänden mit Deutschland viel Hoffnung. Ihr Blick von außen sei für alle eine große Chance. Sie prophezeite, dass die Initiativen in der Flüchtlingsarbeit die Region verändern würden. „Die Region entwickelt sich dadurch weiter, das neue Miteinander wird neue Ideen mit Traditionen verbinden und die Gespräche miteinander werden uns den Weg in eine neue Zukunft zeigen.“ Im Anschluss an die Vorträge wurden die aufgeworfenen Fragen in kleineren Gesprächsrunden weiter diskutiert.

© Schwäbische Zeitung - 29.04.2014

Sieben Kirchenchöre musizieren in Dürmentingen
Beim Evangelischen Kirchenbezirks-Chortag 2014 erklingen Kompositionen oberschwäbischer Meister

DüRMENTINGEN - Sieben Kirchenchöre des Evangelischen Kirchenbezirks Biberach musizieren am Sonntag, 4. Mai, um 17 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes in Dürmentingen unter der Leitung von Bezirkskantor Jürgen Berron geistliche Musik von Komponisten aus der Region. Beteiligt sind die Evangelischen Kirchenchöre Altshausen, Aulendorf, Bad Schussenried, Balzheim, Wain und die Evangelischen Kantoreien Biberach und Riedlingen. Solche gemeinsamen musikalischen Projekte finden im zweijährigen Rhythmus in ganz unterschiedlicher Form statt. In diesem Jahr haben sich die Chöre von ihrem Bezirkskantor für ein Konzert für Chor und Orchester begeistern lassen.

Zur Aufführung kommen das Te Deum in D-Dur von Nikolaus Betscher (1745–1811), letzter Prämonstratenser-Abt in Rot an der Rot, und das Magnificat in C-Dur von Justin Heinrich Knecht (1752–1817), damals Musikdirektor und Organist an der Stadtpfarrkirche in Biberach. Es sind sehr festlich instrumentierte Werke für vier Solisten, vierstimmigen Chor und Orchester. Das Projektorchester, das Bezirkskantor Berron und der Evangelischen Kantorei Riedlingen für oratorische Aufführungen zur Verfügung steht, und weitere Instrumentalisten werden dem großen Chor von etwa 190 Sängern ein souveräner instrumentaler Partner sein. Die Solisten sind Birgit Jabczynski (Sopran), Waltraud Flatscher (Alt), Ulrich Müller-Adam (Tenor) und Hermann Locher (Bass). Kirchenmusikdirektor Michael Bender aus Ravensburg spielt zu Beginn je eine Orgelsonate von Franz Xaver Schnitzer (1740–1785), Organist im Benediktinerstift in Ottobeuren, und von Carl Philipp Emmanuel Bach, dem berühmtesten der Bachsöhne, dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.

Mit angeregt wurde das Projekt durch einen Archivkatalog der Landesakademie für die musizierende Jugend in Ochsenhausen und dem Verein zur Förderung der Musik Oberschwabens. Das gesammelte und in der Bibliothek der Landesakademie aufbewahrte Aufführungsmaterial wird interessierten Musikern zur Wiederaufführung der lange vergessenen Werke aus oberschwäbischen Klöstern zur Verfügung gestellt. Daraus wurde das Aufführungsmaterial des Te Deums entliehen. Grundlage für das Magnificat ist das Aufführungsmaterial des Biberacher Kantors Ralf Klotz. Dem Konzert ging eine mehrmonatige Vorbereitungszeit voraus: Nachdem alle Sänger der Kirchenchöre und Kantoreien mit Noten versorgt und die Chorleiter vorbereitet waren, wurde erst einmal eigenständig geprobt. Im März fanden Regionalproben im Kirchenbezirk unter der Leitung von Bezirkskantor Berron statt.

Am 3. Mai wird in einer dreistündigen Generalprobe in der Pfarrkirche St. Johannes Schritt für Schritt das „Puzzle“ aus Solisten, Orchester, Chor zu einem gemeinsamen homogenen Klangkörper zusammengebaut. Das ist für alle Beteiligten der spannendste Abschnitt vor der Aufführung.

© Schwäbische Zeitung - 28.04.2014

Offenes Forum zur Arbeit mit Flüchtlingen

(sz) - Ehrenamtlich Engagierte und an der Arbeit mit Flüchtlingen Interessierte aus dem ganzen Landkreis Biberach sind am heutigen Montag, 28. April, zu einem offenen Forum nach Biberach eingeladen. Es beginnt um 18 Uhr im Foyer der Kreissparkasse (Zeppelinring 27). Die designierte Botschafterin im Vatikan, Annette Schavan, wird dort sprechen.

Vor allem möchten der Migrationsdienst der Caritas Biberach-Saulgau, das evangelische Bezirkspfarramt für Asyl und Flüchtlinge in Ochsenhausen und die Stiftung „Heimat geben Oggelsbeuren“ den Aktiven die Gelegenheit geben, ihre Wünsche und Anregungen für die Arbeit mit Flüchtlingen und Asylbewerbern zu äußern und sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen. Gabriel M’Banda aus Kamerun macht Musik. Die Teilnahme ist kostenlos. Jedoch bitten die Veranstalter, sich unter Telefon 07356/93790 (Pfarramt Schemmerhofen) oder per E-Mail an pateralfred@t-online.de anzukündigen.

© Schwäbische Zeitung - 25.04.2014

Bezirkskantor Jürgen Berron an der Orgel

Unter der Leitung von Bezirkskantor Jürgen Berron wird geistliche Musik von Komponisten aus der Region zu hören sein. SZ-Foto: Kurt Zieger/Archiv

Evangelischer Kirchenbezirkschortag 2014
190 Sängerinnen und Sänger musizieren Kompositionen oberschwäbischer Meister

DüRMENTINGEN - Am 4. Mai, um 17 Uhr musizieren in der Pfarrkirche St. Johannes in Dürmentingen sieben Kirchenchöre des Evangelischen Kirchenbezirks Biberach unter der Leitung von Bezirkskantor Jürgen Berron geistliche Musik von Komponisten aus der Region. Beteiligt sind die Evangelischen Kirchenchöre Altshausen, Aulendorf, Bad Schussenried, Balzheim, Wain und die Evangelischen Kantoreien Biberach und Riedlingen. Solche gemeinsamen musikalischen Projekte finden im zweijährigen Rhythmus in ganz unterschiedlicher Form statt. In diesem Jahr haben sich die Chöre von ihrem Bezirkskantor für ein Konzert für, Chor und Orchester begeistern lassen.

Zur Aufführung kommen das Te Deum in D-Dur von Nikolaus Betscher (1745-1811), letzter Prämonstratenser-Abt in Rot an der Rot, und das Magnificat in C-Dur von Justin Heinrich Knecht (1752-1817), damals Musikdirektor und Organist an der Stadtpfarrkirche in Biberach. Es sind sehr festlich instrumentierte Werke für vier Solisten, vierstimmigen Chor und Orchester. Das Projektorchester, das Bezirkskantor Berron und der Evangelischen Kantorei Riedlingen für oratorische Aufführungen zur Verfügung steht, und weitere Instrumentalisten werden dem großen Chor von etwa 190 Sängerinnen und Sängern ein souveräner instrumentaler Partner sein. Die Solisten sind Birgit Jabczynski, Sopran, Waltraud Flatscher, Alt, Ulrich Müller-Adam, Tenor und Hermann Locher, Bass. KMD Michael Bender aus Ravensburg spielt zu Beginn je eine Orgelsonate von Franz Xaver Schnitzer (1740-1785), Organist im Benediktinerstift in Ottobeuren, und von Carl Philipp Emmanuel Bach, dem berühmtesten der Bachsöhne dessen 300. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird.

Mit angeregt wurde das Projekt durch einen Archivkatalog der Landesakademie für die musizierende Jugend in Ochsenhausen und dem Verein zur Förderung der Musik Oberschwabens e. V. Das gesammelte und in der Bibliothek der Landesakademie aufbewahrte Aufführungsmaterial wird interessierten Musikern zur Wiederaufführung der lange vergessenen Werke aus oberschwäbischen Klöstern zur Verfügung gestellt. Daraus wurde das Aufführungsmaterial des Te Deums entliehen. Für das Magnificat konnten wir auf das Aufführungsmaterial des Biberacher Kantors Ralf Klotz zurückgreifen.

Dem Konzert ging eine mehrmonatige Vorbereitungszeit voraus: Nachdem alle Sängerinnen und Sänger der Kirchenchöre und Kantoreien mit Noten versorgt und die Chorleiterinnen und Chorleiter vorbereitet waren, wurde erst einmal eigenständig geprobt. Im März fanden Regionalproben im Kirchenbezirk unter der Leitung von Bezirkskantor Berron statt.

Am 3. Mai wird in einer dreistündigen Generalprobe in der Pfarrkirche St. Johannes Schritt für Schritt das „Puzzle“ aus Solisten, Orchester, Chor zu einem gemeinsamen homogenen Klangkörper zusammengebaut. Das ist für alle Beteiligten der spannendste Abschnitt vor der Aufführung.


© Schwäbische Zeitung - 19.04.2014

Goldener Abendmahlkelch in Nahaufnahme

In der Abendmahlsfeier zeigen sich – auch an Ostern – die Unterschiede zwischen katholischer und evangelischer Kirche.

Eine Frage und eine Antwort
Gibt es ein katholisches und ein evangelisches Ostern? Nein, sagen zwei Pfarrer der Region

Von Kerstin Schellhorn 19. April 2014

ERTINGEN/LANGENENSLINGEN - Dass Katholiken am Karfreitag demonstrativ Wäsche im Garten aufhängten, um ihr Unverständnis über die Ostertradition der Protestanten kundzutun, das kennen viele noch von früher. Doch diese Zeiten sind lange vorbei, sagen Klaus Sanke und Hans-Martin Rieger. Der eine ist katholischer Pfarrer in Langenenslingen, der andere evangelischer Pfarrer in Ertingen. Heute sei das Verhältnis zwischen Katholiken und Protestanten ganz anders. Durch die Ökumene würden sich beide Konfessionen mehr und mehr einander annähern, zumal der Karfreitag ohne den Ostersonntag nicht zu denken sei und umgekehrt.

Dennoch war der Karfreitag lange Zeit der höchste Feiertag der Protestanten, begründet in einer mittelalterlichen Frömmigkeit, die das Leiden Jesu am Kreuz besonders herausstellte. Deshalb habe sich Martin Luther stets gefragt, wo er Vergebung finden könne, erklärt Rieger. Bis er erkannt habe, dass Jesus durch seinen Tod am Kreuz die Sünden der Menschen auf sich genommen habe und dadurch Vergebung spende. „Der Kern des evangelischen Glaubens ist ja auch, mit leeren Händen vor Gott zu stehen und durch Jesus Gerechtigkeit zu erfahren“, sagt der evangelische Pfarrer.

Dabei liege der Schwerpunkt auf dem Individuum und dessen persönlicher Beziehung zu Jesus. „Jesus sagt also zu jedem einzelnen ,Gib Du mir Deine Sünde, ich gebe Dir meine Gerechtigkeit’“. Im Katholizismus hingegen sei der Blick auf die ganze Schöpfung gerichtet, in der durch die Sündenvergebung und die Auferstehung Jesu alles neu werde.

„Allerdings kann das Kreuz kein Heilssymbol sein ohne Jesus’ Auferstehung“, betont der Ertinger Pfarrer. „Es wäre ja sonst nur ein Symbol für die Hinrichtung.“ Rieger zieht einen simplen, aber treffenden Vergleich: „Die Kreuzigung und die Auferstehung verhalten sich zueinander wie Frage und Antwort.“ Als Jesus gekreuzigt worden sei, habe ja auch für seine Jünger noch offen gestanden, ob Jesus nur ein Scharlatan oder tatsächlich Gottes Sohn war. „Die Auferstehung war sozusagen Gottes Antwort auf diese Frage.“

Heutzutage stünden der Karfreitag und der Ostersonntag also auch für Protestanten auf gleicher Ebene. „In der Predigt an Ostern würde ich sagen, ,Dort wo Menschen denken, alles ist aus, fängt Gott neu an’“, erklärt der Pfarrer. Sein katholischer Kollege aus Langenenslingen, Klaus Sanke, sieht das ganz ähnlich: „Beide Tage sind ohne den jeweils anderen nicht denkbar.“ Auch wenn der evangelische Glaube vielleicht etwas mehr durch den Umgang mit Leid und Schmerz geprägt ist, bedingt auch durch Luthers Frage „Wie finde ich einen gnädigen Gott?“.

„Heute kann man aber nicht mehr sagen, dass es da zwischen Katholiken und Protestanten Unterschiede gibt“, sagt Sanke. Katholiken würden den Karfreitag sehr ernst nehmen und Protestanten den Ostersonntag. Inzwischen werde in der evangelischen Kirche auch das Abendmahl häufiger gefeiert als das früher der Fall war. „Die Kirchen lernen voneinander.“

Rieger bestätigt, dass es einmal im Monat eine Abendmahlfeier gebe. Er habe als Kind aber noch miterlebt, wie diese nicht viel mehr als ein Anhängsel im Anschluss an den Gottesdienst gewesen sei. Damals war das Karfreitagsabendmahl eine der wenigen Gelegenheiten im Kirchenjahr, das Abendmahl einzunehmen - möglicherweise auch ein Grund für die langjährige Sonderstellung dieses Feiertags im evangelischen Glauben.

Doch nicht nur das Abendmahl hat seinen Weg in die evangelischen Gottesdienste gefunden, auch die äußerliche Symbolik der Katholiken ist dort immer häufiger zu sehen. Weil die Osternachtsmesse – die wichtigste Messe im liturgischen Kalender – generell an Bedeutung gewonnen habe, wie Sanke erklärt, benutzten auch die Protestanten inzwischen Osterkerzen.

Evangelische Pfarrer ergänzten ihren klassischen schwarzen Talar zudem mit farbigen Stolen. „Das ist ja auch der schönste Gottesdienst des Jahres, da ist alles drin: Dunkelheit, Licht und die Erinnerung daran, dass es für die Menschen doch immer wieder weitergeht.“

© Schwäbische Zeitung - 16.04.2014

Am Ende gab es als kleines Dankeschön für jedes Kind eine Rose

Am Ende gab es als kleines Dankeschön für jedes Kind eine Rose. Foto: Ulrike Guggenberger

Solostücke lassen Herzen höher schlagen
Kinderprojektchor zeigt, was er in den vergangenen Monaten gelernt hat
Von Ulrike Guggenberger 16. April 2014

WAIN - Das Wetter hätte nicht besser passen können, zu dem Musikstück des Kinderprojektchors unter der Leitung von Sarah Locher: Die Vogelhochzeit war nicht nur in der Natur, sondern auch im evangelischen Gemeindehaus zu beobachten.

Die Kinder in Vogelkostümen spielten auf dem mit Baum und Nest ausgestatteten Bühnenbild, den Inhalt, welchen die Chorkinder sangen. Das Musikstück von Rolf Zuckowski wurde fabelhaft umgesetzt von den Kindern im Alter von vier bis zwölf Jahren. Einige Solostücke von begabten Sängerinnen ließen so manches Elternherz höher schlagen. Auch instrumental brachten sich die Kinder des Projektchors mit Flöte, Rassel und Klangstäben ein. Am Klavier wurden sie von Paul Jüssen unterstützt.

Proben in zwei Gruppen


Sarah Locher, Leiterin des Kinderprojektchors, die auch Dirigentin des Wainer Kirchenchors ist, freute sich über die große Resonanz. 36 Kinder hatten sich angemeldet. Aus diesem Grund wurden die Proben in zwei Gruppen abgehalten. Die Proben fanden von Januar bis April wöchentlich statt. „Freude an der Musik zu haben, ist etwas Wunderbares“, sprach Sarah Locher am Anfang der Veranstaltung zu den Kindern. „Ich hoffe, ich konnte euch etwas von dieser Freude mitgeben.“ Geplant ist, dass der Kinderprojektchor jährlich stattfindet.

Christian Geiger vom Kirchengemeinderat bedankte sich bei Sarah Locher und den Kindern im Namen der Kirchengemeinde Wain. Alle Kinder bekamen eine Rose und Sarah Locher einen großen Blumenstrauß.

Ausklang bei Kaffee und Kuchen

Im Anschluss an das Musikstück ließen es sich alle Besucher bei Kaffee und Kuchen gut gehen. Die Speisen wurden von Eltern der Sänger und Sängerinnen gespendet.

© Schwäbische Zeitung - 09.04.2014

Slammaster Marvin Suckut (Mitte) mit den Jungpoeten, die beim ersten

Die Erolzheimer Premiere lockt 140 Besucher an

Neun Slam-Poeten begeistern in der evangelischen Kirche in Erolzheim


EROLZHEIM -
Welch göttliches Instrument ist die Sprache, kann sie sein, wenn mit ihr umgegangen wird wie an diesem Abend. Mit dieser Überzeugung verließen alle die Diasporakirche in Erolzheim, die sich aus diesem Grund auch völlig zu Recht in eine Poetry-Slam-Hülle hatte verwandeln dürfen.

Alle hatten teilgenommen, hatten diesen Dichter-Abend nicht nur besucht. Die wie gebannt Zuhörenden dieser für viele gänzlich neuartigen Veranstaltungskategorie konnten lernen, dass sie selbst als ganz wesentlicher Teil des abendlichen Ablaufs begriffen werden. Ihr Beifall wurde zum Maßstab für alles Dargebotene und außerdem Bindeglied zwischen Bühne und Publikum, denn er strukturierte, belobigte und gestaltete das Atmosphärische dieser Stunden. Nichts Provinzielles? haftete diesem Abend an.

Berührender Abend

Im Publikum hörte man, dass kein kulturelles Angebot der letzten Zeit derart berührt habe. Der Grund dafür war, dass man zeitgleich und wie elektrisiert in einem Philosophieseminar, einem äußerst zeitkritischen Politvortrag und einem genüsslichen Kabarettabend gesessen hatte. Den beiden Abiturientinnen könnte allein aufgrund ihres Erolzheimer Auftritts das Zeugnis der Reife ausgestellt, sämtlichen anderen eine Laufbahn als erfolgreiche Comedians oder hochrangige Redenschreiber vorhergesagt werden. Kompliment an alle neun Slam-Poeten zu ihrer Themenauswahl und ihrem sprachlichen Vermögen, außerdem ein Dankeschön dafür, dass sie – zum Teil weit angereiste Großstädter – sich ins total Ländliche wagten. Sieger des Abends wurde Tobias Gralke aus Freiburg.

Marvin Suckut, selbst ein erfolgreicher Slammer, moderierte so souverän wie sympathisch und verhalf dem Ereignis zu dem Erfolg, den die Veranstalter in diesem Ausmaß nicht erwartet hatten, wie Pfarrer Matthias Ströhle am Ende zu den schätzungsweise 140 Anwesenden sagte. Er versprach, dass Erolzheim im nächsten Jahr einen weiteren Poetry-Slam-Abend erleben werde, und er weiß wohl selbst, dass er dafür nach einer größeren Hülle suchen muss.

© Schwäbische Zeitung - 08.04.2014

sz-foto: Matthias Rehm

Öchsle fährt zum Polit-Speed-Dating ab

Jugendliche sprechen mit Kreispolitikern über Themen, die sie betreffen

WARTHAUSEN - Die zweite Auflage des „Polit-Speed-Datings“ hat ungefähr 45 Jugendliche und 14 Kreispolitiker von sieben Parteien in der historischen Öchsle-Bahn zusammengebracht. Während der Fahrt von Warthausen nach Ochsenhausen hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, die Politiker direkt zu Themen zu befragen, die ihren Alltag betreffen und somit Informationen aus erster Hand zu erhalten. Organisiert hat die Veranstaltung der Kreisjugendring Biberach, der den Jugendlichen vor dem Hintergrund der Senkung des Wahlalters bei Kommunalwahlen auf 16 Jahre eine Alternative zu langwierigen Podiumsdiskussionen bieten wollte.

In der heutigen Zeit wird oft von der Politikverdrossenheit der Jugend gesprochen. Davon war in der historischen Öchsle-Bahn an diesem Abend aber nichts zu spüren. Im Zehn-Minuten-Rhythmus wanderten die Politiker durch die Abteile und kamen dabei nicht nur wegen der hohen Temperaturen in den Waggons mächtig ins Schwitzen. Die Jugendlichen löcherten sie mit ihren Fragen zu kreispolitischen Themen wie den Busverbindungen im Biberacher Umland, Proberäumen für Tanzgruppen oder die Gestaltung der Schullandschaften in der Region. Aber auch der politische Alltag der Anwesenden stand im Fokus. So gaben die Politiker bereitwillig Auskunft über die Arbeit als Bürgermeister oder die Zusammensetzung und die Aufgaben des Kreistags.

Besonders ausdauerndes Interesse zeigten die Jugendlichen beim Thema Jugendhaus. Von den möglichen Standorten bis zum Stand der Planung mussten die Politiker Rede und Antwort stehen.

Aber nicht nur die Jugendlichen profitieren von diesen Gesprächen, wie der Organisator Matthias Ströhle vom Kreisjugendring erklärte. „Die Idee zum Speed-Dating kam auch von politischer Seite. Es bietet den Politikern die Möglichkeit einer Kontaktaufnahme, die sich im normalen Alltag eher als schwer erweist.“

Deshalb zeigten sie sich gut vorbereitet und begeistert vom Interesse an der Kreispolitik. „Solche Veranstaltungen sind sehr wichtig. Allgemein werden die Jugendlichen bei politischen Themen oft vergessen, obwohl sie die Zukunft unserer Gesellschaft sind“, sagte SPD-Vertreter Simon Özkeles, der mit 20 Jahren der jüngste anwesende Politiker war.

Nach 75 Minuten Fahrt und einem regen Informationsaustausch erreichte das Öchsle den Ochsenhauser Bahnhof. Die Jugendlichen konnten auf jeden Fall schon ein zufriedenes Zwischenfazit ziehen. „Es war genauso, wie ich es erwartet habe. Die Gespräche mit den Politikern waren wirklich informativ und haben mich weitergebracht“, sagte der 17-jährige Markus Ruf.

Auf der Rückfahrt hatten die Interessierten unter den Jugendlichen noch einmal die Möglichkeit, sich näher mit den politischen Vertretern zu unterhalten, um die Kreispolitik noch greifbarer zu machen.

Nachdem die historische Bahn wieder in den Warthauser Bahnhof eingefahren war, stellte sich die Frage der Politikverdrossenheit für Charlotte Mayenberger von den Freien Wählern auf jeden Fall nicht mehr. „Es war beeindruckend, wie gut die Jugendlichen sich vorbereitet haben und wie offen und selbstbewusst sie auch ihre Meinung zu solchen Themen geäußert haben.“ Für ihr weiteres Leben sollen sie vor allem eines aus dem „Polit-Speed-Dating“ mitnehmen: „Sie sollen sich auch im Alltag trauen, etwas zu sagen.

Denn wer nicht nachfragt, kann keine Antwort erhalten.“

© Schwäbische Zeitung - 08.04.2014

Die Konfirmanden mit Pfarrer Ernst Eyrich. Fotp: privat

Viel Glück, feel Glück, mein Glück

Die Evangelische Kirchengemeinde Wain hat den Festgottesdienst für die 22 Konfirmanden unter das Thema Glück gestellt

WAIN - „Feel Glück“ ist das Thema des Festgottesdienstes anlässlich der Konfirmation von fünf Töchtern und 17 Söhnen der Evangelischen Kirchengemeinde Wain am vergangenen Sonntag gewesen. Die jungen Menschen bekannten sich öffentlich zum Glauben an Jesus Christus und seiner Kirche.

Pfarrer Ernst Eyrich predigte über die Jahreslosung 2014 aus Psalm 73, 28: Gott nahe zu sein ist mein Glück! Drei in der Michaelskirche hängende runde Tafeln schmückten das Wainer Gotteshaus und machten rein optisch schon die Aussagen der Predigt klar: Viel Glück – Feel Glück – Mein Glück! Pfarrer Eyrich wünschte seinen Konfirmandinnen und Konfirmanden viel Glück für ihr Leben, dass sie das Glück des Lebens spüren sollten. Das Lebensglück ist Gott in Jesus Christus. Die Tafel mit der Aufschrift „Mein Glück“ stand neben dem Altar, da das Heilige Abendmahl, die Kreuzigung Jesu und seine Auferstehung das Glück der Welt schlechthin sind.

Drei Konfirmanden werden getauft

Der Wainer Kirchenchor und der Kinderprojektchor der Kirchengemeinde unter der Leitung von Sarah Locher unterstrichen mit ihren Beiträgen das Gottesdienstthema. Michael Frey spielte gekonnt auf der Bornefeld-Orgel. Drei Konfirmanden empfingen das Sakrament der Heiligen Taufe.

Mit einem Abendmahlsgottesdienst am Spätnachmittag erlebte der Festtag einen weiteren Höhepunkt. In der kommenden Woche werden die Konfirmierten befragt, wie sie ihren Festtag erlebten. Das Ergebnis wird Pfarrerin Anne Polster aus Biberach in ihrer Doktorarbeit (Evangelische Theologische Fakultät der Universität Kiel) auswerten.

Die Konfirmandinnen: Sarah Botzenhart, Stefanie Bühler, Sophie Deutscher, Ann-Katrin Frey, Ann-Kathrin Unterweger. Die Konfirmanden: Jacques-Pascal Arnold, Brendan Braun, Benjamin Braunger, Christoph Bühler, Simon Gerner, Linus Habdank, Emil Höffner, Tom Klose, Mario Koppenhöfer, Niklas Klotz, Tobias Listing, Erik Pflaum, Timo Pürzer, Simon Ruf, Matthias Ruge, Philip Ruge, Jochen Schließer.

© Schwäbische Zeitung - 08.04.2014

Foto: Guggenberger

Volles Haus beim Woimer Gmoinds-Treff

Notar Peter Fritzenschaft hat Fragen zu den Themen Testament, General- und Vorsorgevollmacht beantwortet

WAIN - Bereits um 14 Uhr ist das evangelische Gemeindehaus beim dritten „Woimer Gmoinds-Treff“ gut gefüllt, obwohl es erst um 14.30 Uhr los ging. Lotte Obrist vom Organisationsteam erzählt, dass mehr als 80 Anmeldungen im Vorfeld eingegangen seien. Sie und die restlichen Damen des Teams freuen sich über die rege Teilnahme der älteren Wainer Bevölkerung. „Wir waren uns nicht sicher, wie das heutige Treffen besucht sein würde, das Thema ,Regeln, was sich regeln lässt’ mit dem Notar Peter Fritzenschaft als Referent, ist sensibel“, teilt Lotte Obrist mit.

„Eine tolle Sache, dieser Gmoinds-Treff, der Einladung bin ich gern gefolgt“, sagt Peter Fritzenschaft. Er gab einen kurzen Abriss über
den Ablauf und teilte mit, dass er für Fragen nach dem Vortrag zur Verfügung stehe. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem Beurkundungen, Hausverkäufe, Vollmachten, Grundschulbestellungen. Bei Todesfällen kümmert er sich als Nachlassrichter um das Testament und alles, was mit dem Nachlass zu tun hat. Zudem ist er Betreuungsrichter und kennt aus diesem Grund beide Seiten, die der Erbenden als auch die der Vererbenden. Sein Hauptsitz ist in Laupheim, zuständig ist der Notar jedoch auch für Schwendi und Wain.

Zu seinen Themen bei dem Vortrag gehören unter anderem das Testament, General- und Vorsorgevollmacht und die Patientenverfügung. Das Testament dient in erster Linie der Absicherung des Ehepartners und der Familie. Einen Zeitpunkt, wann man ein Testament machen sollte, kann nicht pauschalisiert werden, falsch ist es jedoch, dies erst im hohen Alter in Angriff zu nehmen. „Es kann immer etwas passieren, einen passenden Moment gibt es nicht“, erläutert Fritzenschaft.

Die gesetzliche Erbfolge bei einer Familie mit zwei Kindern sieht folgendermaßen aus: Der Ehepartner erbt die Hälfte des Vermögens, die Kinder je ein Viertel. Je nach Familienkonstellation kann das unterschiedlich sein, man solle sich informieren, wie die Erbfolge in der eigenen Familie sei. Die bekannteste Testamentform ist das Berliner Testament, dabei setzen sich die Ehepartner gegenseitig als Alleinerben ein. Auch Vermächtnisse können festgehalten werden.

Es gibt zwei Möglichkeiten, solch ein Testament zu verfassen: Zum einen selbst handschriftlich, versehen mit Ort, Datum und Unterschrift, zum anderen das notarielle Testament. Dies koste zwar etwas – bei einem Vermögen von etwa 100 000 Euro, etwa 400 Euro, habe aber auch einige Vorteile. Wie zum Beispiel das Prüfen der Geschäftsfähigkeit, eine Beratung über eventuelle Risiken. Ein Original verbleibt beim Notar, hier gehen zentrale Mitteilungen über die Berliner Bundesnotarkammer ein.

Das nächste Thema war die General- und Vorsorgevollmacht. Peter Fritzenschaft führt Sinn und Zweck dieser Vollmacht aus: Ohne so eine Vollmacht könne man nicht einmal das Bankkonto des Verstorbenen auflösen, beziehungsweise im Krankheitsfall an Informationen der Ärzte gelangen oder eine Zustimmung zu einer Operation geben. Generell ist es möglich, mehre Personen einzusetzen und dies sei auch empfehlenswert. Die Kosten für eine solche Vollmacht belaufen sich bei einem Vermögen von 100 000 Euro auf etwa 200 Euro.

Zum Schluss ging es um die Patientenverfügung. Diese Verfügung funktioniert mit dem Vier-Augenprinzip, der Arzt und der Bevollmächtigte stellen die Fall-Lage fest und müssen sich bei der Entscheidung einig sein. Ist das nicht der Fall, muss dies vor Gericht geklärt werden. Optimal sei es, die Krankheit, welche in die Patientenverfügung aufgenommen wird, nicht allzu detailliert zu beschreiben, man solle das Ganze abstrakt halten. Die Patientenverfügung bedarf der Schriftform und auch hier empfiehlt Peter Fritzenschaft, diese beim Notar fertigen zu lassen. Grund hierfür ist zum Beispiel die Verwässerung der Beweiskraft. Ein Widerruf der Verfügung ist jederzeit formlos möglich, auch eine Bestätigung oder Erneuerung der Verfügung ist nicht nötig. Fritzenschaft erklärt: „Es gibt kein Mindesthaltbarkeitsdatum für die Patientenverfügung.“ In Deutschland gib es keine aktive Sterbehilfe, die Patientenverfügung wird darum als passive oder indirekte Sterbehilfe bezeichnet. Eine Beratung hierüber bieten Hausärzte oder auch ein Hospiz an.

© Schwäbische Zeitung - 03.04.2014

Foto: Urike Guggenberger

18 Jubilare feiern Goldene Konfirmation

Nach dem Gottesdienst in Wain erleben die Konfirmanden einen kurzweiligen Tag


WAIN -
Für die Goldene Konfirmation ist die Wainer Michaelskirche frühlingshaft geschmückt worden. Vom Posaunenchor, Pfarrer Ernst Eyrich und dem damalig konfirmierendem Pfarrer Gerhard Müller begleitet, betraten 18 der im Jahr 1964 erstmals zum Abendmahl zugelassenen Konfirmanden die Kirche.

Mit den Worten „Freuet euch – laetare“ begann Pfarrer Ernst Eyrich den Gottesdienst, denn der Sonntag Laetare steht in der Mitte der Fastenzeit und hat einen fröhlicheren, tröstlichen Charakter. Und es war wahrlich Grund zur Freude, so hatten sich doch 18 der damals 32 Konfirmanden, also mehr als die Hälfte zusammengefunden, um gemeinsam die Goldene Konfirmation zu begehen. Auch die Kinder der Kinderkirche waren anfangs in den vorderen Kirchenbankreihen mit dabei, wie jeden letzten Sonntag im Monat.

Im Jahr 1964 bei der Konfirmation musste man aufgrund des Kirchenumbaus in die TSV-Halle in Wain ausweichen. „Auch der andauernde Schneefall war damals nicht ohne“, berichtet Richard Kobler. „Unsere Verwandten von der Schwäbischen Alb haben sich gleich nach dem Kaffeetrinken auf den Nachhauseweg gemacht, aus Angst, sie kämen nicht mehr durch den Schnee.“ Von alldem war am vergangenen Sonntag in Wain nichts zu spüren, herrlicher Sonnenschein und Frühlingswetter. Pfarrer Eyrich überreichte allen Teilnehmern Urkunden, versehen mit den Worten aus Psalm 23.

Nach der Predigt wurde das gemeinsame Abendmahl begangen. Dies durften zuerst die Konfirmanden und deren Angehörige in Empfang nehmen, danach die Gemeinde. Unterstützt wurde der Pfarrer hierbei von Mitgliedern des Kirchengemeinderates und den Mesnerinnen. Das Opfer ging an diesem Sonntag an die Studienhilfe.

Die Konfirmanden erlebten einen kurzweiligen Tag. Das Tischgebet, gesprochen von dem mittlerweile 85-jährigen Konfirmationspfarrer Müller, schloss mit den Worten Bonhoeffers „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Dann ließ man sich das Mittagessen beim Golfclub Reischenhof in Wain schmecken. Der anschließende Verdauungsspaziergang durch das Weihungstal bot eine Fernsicht bis nach Ulm. Aus den Gesprächen ging hervor, dass dies die erste Goldene Konfirmationsfeier in Wain gewesen sei.

© Schwäbische Zeitung - 02.04.2014

Einmal im Feuerwehrauto sitzen. SZ-Foto: Schwörer

Im Brandfall wissen, was zu tun ist

Riedlinger Feuerwehr besucht zur Brandschutzerziehung den evangelischen Kindergarten

RIEDLINGEN - Um Kindern zu erklären, was sie im Brandfall tun müssen, hat die Freiwillige Feuerwehr Riedlingen den evangelischen Kindergarten in Riedlingen besucht. In kindgerechter Weise haben Ralph Grünacher und Stefan Kuc von der Riedlinger Feuerwehr den rund 50 Kindern etwa die Notfallnummer der Feuerwehr eingeprägt und die Ausstattung des Feuerwehrfahrzeugs gezeigt. Besonderer Höhepunkt für die Kleinen: Unter Aufsicht der beiden Feuerwehrmänner durfte jeder Mal im roten Feuerwehrauto Probesitzen.

Der erste Teil der Aktion fand im Kindergarten statt. So brachten die beiden Feuerwehrmänner einen Löschschlauch und ein kurzes Stahlrohr zu den Kindern. Diese durften dann den Schlauch an das Stahlrohr anschließen und „damit rumprobieren“, sagte Grünacher. Das Feuerwehrauto, das auf dem Hof geparkt war, durften die Kinder zum Abschluss sehen.

„Wollt ihr da auch mal reinsitzen?“, fragte Ralph Grünacher die Kinder. Ein deutliches „Ja“ schallte ihm von den Kindern entgegen, die immer in kleinen Grüppchen das Fahrzeug aus der Nähe ansehen durften. „Das ist ein Funkgerät, damit kann man sich mit den anderen verständigen“, erklärte Grünacher die Gerätschaften, die sich im Fahrzeug befinden. So sahen die Kinder eine Pumpe, ein Mittel, mit dem Löschschaum erzeugt wird, Sauerstoffflaschen, eine Axt und natürlich auch einen Feuerlöscher. „Wisst ihr, ob ihr so einen auch im Kindergarten habt?“, wollte der Pressesprecher der Feuerwehr von den Kindern wissen. „Ja“, riefen die Kleinen, die mit Eifer bei der Sache waren.

„Man muss aber immer zu zweit in ein brennendes Haus“, rief ein Junge, während Grünachers Erklärungen. „Genau, man muss ja aufeinander aufpassen. Wir arbeiten als Team“, erklärte dieser die Vorgehensweise der Feuerwehr.
Mit seiner lockeren Art kam Grünacher gut bei den Kindern an, die wissbegierig seinen Ausführungen lauschten. Und so war es kaum verwunderlich, dass die Kleinen auch viele Fragen an den Mann von der Feuerwehr hatten, etwa „wie kann man sich im Feuerwehrauto anschnallen?“

Mit der Aktion am Kindergarten solle den Kindern vor allem eines vermittelt werden: was tun, wenn es brennt, erklärte Heike Berron. Im Rahmen eines Projektes habe man mit den Kindern etwa den Treffpunkt im Brandfall besprochen oder dass bei einem Brand eine Erzieherin durch den Ton aus einer Trillerpfeife auf jenen aufmerksam macht.„Es kommt an“, ist sich Berron sicher, dass den Kindern die Aktion Spaß macht. Das Projekt sei schon von Anfang an gut gewesen, die Kinder hätten gut mitgearbeitet. „Manche wussten schon von zu Hause einiges“. Bei der ersten Brandübung hätte ein Mädchen gefragt: „Warum trillert denn die Frau Berron, es brennt doch gar nicht“, erinnert sich die Kindergartenleiterin lachend.

Notrufnummer ist bekannt

Nach der Autobesichtigung trafen sich nochmal alle im Gemeinschaftsraum des Kindergartens und Grünacher fragte in die Runde: „Hat’s euch gefallen?“, was von den Kindern laut und deutlich mit „Ja“ beantwortet wurde. Dann zählte er bis drei und wollte die Notrufnummer der Feuerwehr hören. „112“ schallte es ihm aus allen Kehlen entgegen. „Das haben sie echt verstanden“, meinte Heike Berron lachend.

„In dem Alter ist Brandschutzerziehung ganz wichtig“, weiß Grünacher. „Wir waren jetzt vier Mal da“, meinte er. Der fünfte und abschließende Besuch in diesem Jahr hat inzwischen auch stattgefunden. Gemeinsam mit ihren Eltern besuchten die Kinder die Feuerwehr und durften sich etwa im Gerätehaus umsehen.

Die Freiwillige Feuerwehr Riedlingen bietet Brandschutzerziehung für Kindergärten an. Bei Interesse können diese auf die Feuerwehr zu kommen und sich bei Ralph Grünacher melden, per E-Mail: pressesprecher@feuerwehr-riedlingen.de

© Schwäbische Zeitung - 01.04.2014

Marvin Suckut aus Meersburg. Foto: Claudia Paul

Poetry Slam in der evangelischen Kirche

Poeten kommen aus der Region, Bayern und Österreich zur Erolzheim-Premiere

EROLZHEIM - Der erste Erolzheimer Poetry Slam steigt am Samstag, 5. April. Mit dem Slam möchten die beiden Organisatoren, der Erolzheimer Kulturausschuss und die evangelische Kirchengemeinde, kulturell neue Wege gehen und eines der derzeit kreativsten künstlerischen Formate in den Ort holen. Denn vor allem in den größeren Städten füllen die Poetry Slams derzeit die Konzerthallen und Bühnen. Veranstaltungsort ist ein eher ungewöhnlicher Raum, die kleine evangelische Diasporakirche in der Edel-beurer Straße 3 in Erolzheim.

Bei einem Poetry Slam tragen hauptsächlich junge Poeten selbstgeschriebene Texte vor. Dabei ist von der Kurzgeschichte über die Lyrik bis zum Rap alles erlaubt. Das Besondere: das Publikum ist aktiv mit dabei. Es entscheidet mit, wer zum Schluss den Preis nach Hause trägt. Dies macht auch für den Slam-Master, Marvin Suckut aus Konstanz, die Einzigartigkeit eines Poetry Slams aus. „Man bekommt sofort Resonanz aus dem Publikum“, sagt er im Interview. Marvin Suckut ist selbst ein „alter Hase“ im Geschäft. Angefangen hatte er 2009 als Schüler beim Baden-Württemberg „U-20-Slam!“ im Theaterhaus. Seither ist er jede Woche auf Lesebühnen unterwegs und hat rund 100 Siege errungen. Seit einiger Zeit organisiert er in Konstanz auch eigene Slams und ist als Moderator aktiv.

Der Zulauf der Poeten zum ersten Erolzheim Poetry Slam ist enorm gewesen. Innerhalb von weniger als einer Woche hatten acht Poeten aus Württemberg, Bayern und Österreich zugesagt. Darunter sind bekannte Namen wie Carolin Kübler aus Karlsruhe und Dominik Erhard aus München, der schon Auftritte im Roxy hatte. Auch Tobias Meinhold aus Biberach wird dabei sein. Dieser organisiert die Wortkonzerte im Biberacher Abdera. Den Organisatoren ist es ebenso wichtig, nicht nur bekannte Größen nach Erolzheim zu bringen. Deshalb wurden im Vorfeld alle Erolzheimer Vereine angeschrieben, um auch Newcomer auf die Bühne zu holen. Einige haben bereits zugesagt.

Nach der Durchsicht der Anmeldungen ist sich Marvin Suckut sicher: „Es wird garantiert ein großartiger Abend voll lustiger Prosa und nachdenklicher Lyrik.“

Aktuelle Anmeldungen liegen etwa vor von Tobias Gralke (Freiburg), Wortartig (Malsch), Carolin Kübler (Karlsruhe), Zoey Lindegger (Konstanz), Dominik Erhard (München), Tobias Meinhold (Biberach) und Peter Fitz (Österreich).