Tief atmen beim Gedenken - Evangelisches Gemeindeblatt

BIBERACH – Der Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren ist für Pfarrerin Andrea Luiking ein Grund, einen Gottesdienst zu gestalten. Das Bibelwort „Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“ hatte vor 100 Jahren niemand hören wollen.

Ein Gottesdienst, der zum Hören, Sehen und Mitsingen einlädt. Zweimal hat ihn Andrea Luiking gefeiert: in Biberach und in Ummendorf, wo sie selbst Pfarrerin ist. Ein Schlüsselsatz: „Erinnerung ist flaches Atmen, Gedenken atmet tief.“ Die Zitate wurden von Sprechern vorgetragen und sollten Bilder im Kopf erzeugen. ...mehr

 

 

© Schwäbische Zeitung - 06.08.2014

Pfarrer Elsässer verabschiedet


RIEDLINGEN - Mit stehenden Ovationen wurde Pfarrer Elsässer von der Schulgemeinschaft der St. Gerhardschule nach seinem letzten Gottesdienst verabschiedet. Elsässer unterrichtete ausschließlich in der Oberstufe. Er erfüllte all die Hoffnungen, die der Schulleiter vor zehn Jahren anlässlich seiner Einsetzung so formulierte: "Vom neuen Pfarrer erhoffe ich mir, dass er seine großstädtischen Erfahrungen mit Kindern und Jugendlichen verschiedener Nationen und Schichten in seine Arbeit an unserer Schule einbringen wird."

In seinem Unterricht und in den Gottesdiensten standen die Schüler im Mittelpunkt, seine Ansprachen gingen auf die Lebenswelt seiner jugendlichen Zuhörer ein. Als Pädagoge und Lehrer überzeugte Herr Elsässer gleichermaßen, weshalb ihm Schulleiter Dr. Franz Schrodi den Titel "Sonderschullehrer h.c." verlieh.

© Schwäbische Zeitung - 04.08.2014

Kirchengemeinderäte Michael Schmalz, Wolfgang Horstmann, Pfarrerin Andrea Luiking (Pfarrerin), Kirchengemeinderätin Ute Schäffer und Martin Hofbauer vom Biberacher Friedensbündnis

Haben den Gottesdienst vorbereitet: Michael Schmalz (Technik), Wolfgang Horstmann (Kirchengemeinderat), Andrea Luiking (Pfarrerin), Ute Schäffer und Martin Hofbauer (Biberacher Friedensbündnis). SZ-Foto: Ezerex

"Erinnern atmet flach, Gedenken atmet tief"
Ausstellungseröffnung in der Versöhnungskirche Ummendorf

Von Diana Ezerex 4. August 2014

BIBERACH / UMMENDORF - Mit einem Gottesdienst unter dem Leitgedanken "Zukunft braucht Gedächtnis - Gegenwart auch" hat Andrea Luiking, Pfarrerin der evangelischen Versöhnungskirche Ummendorf, am Sonntag die Ausstellung "Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme - Streiflichter auf die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert" eröffnet. Zuvor hatte sie auch in Biberach einen Gottesdienst zum Thema gehalten.

Im Gegensatz zu der ersten Ausstellung in der Versöhnungskirche Ummendorf, die zu Ostern die Passionsgeschichte zum Thema hatte, sei diese eine geschichtliche und politische Ausstellung. "Trotzdem oder gerade deswegen ist es notwendig, dass die Kirche sich damit auseinandersetzt", betonte Andrea Luiking.

Es sei wichtig, sich nicht nur an diese Zeiten zu erinnern, sondern ihrer zu gedenken. "Erinnern atmet flach, Gedenken atmet tief und ist die Aufgabe von uns Christenmenschen, die wir Frieden suchen", forderte die Pfarrerin die Gemeinde auf, sich intensiv mit diesem, alle Menschen betreffenden Thema zu beschäftigen.

Mithilfe von Zeugnissen von Zeitzeugen versuchten die Mitwirkenden das damalige Denken zu veranschaulichen. Kirchengemeinderat Wolfgang Horstmann und Historiker Reinhold Adler lasen bewegende Zitate von Lehrern, Pfarrern und Bürgern vor. Sie fassten anhand von Fakten zusammen, welche politischen Handlungen vor 100 Jahren zum Krieg führten und welche Folgen diese hatten.

Ausstellung mit O-Tönen

Die Ausstellung sei nicht nur zum Anschauen da, sondern auch zum Hören. Auf die jeweiligen Plakate wurden sogenannte QR-Codes gedruckt. Diese können mit einem Smartphone gescannt werden und leiten dann zu einer Audiodatei im Internet weiter. Hier sehen die Organisatoren die Möglichkeit, dass sich junge und ältere Gemeindebesucher gegenseitig bei der Betrachtung der Ausstellung begleiten: Die Jugendlichen mit Smartphone können die Codes scannen und die Audiodateien gemeinsam mit der älteren Generation, die im Regelfall kein Smartphone besitzt, anhören. Außerdem hätten die jungen Ausstellungsbesucher so die Möglichkeit, den Älteren Fragen zu stellen. "Ich denke, wir unterschätzen das Interesse der Jugendlichen und jungen Erwachsenen an dieser Thematik. Ich werde im Konfirmandenunterricht viel gefragt: 'Frau Luiking, warum gibt es Krieg?' " Auch an der Zahl der Jugendlichen, die den Eröffnungsgottesdienst besuchten, sei dies zu erkennen. Die Ausstellung umfasst 26 Tafeln und präsentiert fast 190 Fotos aus 100 Jahren europäischer Geschichte und stammt von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, dem Institut für Zeitgeschichte und dem Deutschlandradio Kultur.

Die Ausstellung in der Versöhnungskirche wurde von der Bürgerstiftung, der Gemeinde Ummendorf und dem Friedensbündnis Biberach ermöglicht.

Reinhold Adler bei der Vorbereitung und Gestaltung des Gottesdiensts an ihrer Seite zu haben, sei ihr eine Freude gewesen, erklärte die Pfarrerin: "Durch ihn hatten wir direkte Zitate und Zahlen aus Ummendorf und Biberach, was das Ganze viel anschaulicher macht."

Manuela Stolz an der Oboe und Sabine Götze an der Orgel leiteten mit klassischen Musikstücken durch den Gottesdienst. Mit "Ich steh mit einem Fuß im Grabe" zum Einstieg und "Jesus bleibet meine Freude" zum Abschluss, sollte die Thematik musikalisch verarbeitet werden.

Zu sehen wird die Ausstellung immer eine Stunde vor und nach dem Gottesdienst, dieser findet immer sonntags um 10.30 Uhr statt. Außerdem kann nach kurzer Absprache mit dem Pfarramt unter 07351/21617 die Ausstellung auch außerhalb dieser Zeiten besucht werden.

© Schwäbische Zeitung - 01.08.2014

Zukunft und Gegenwart brauchen Gedächtnis
Gottesdienste und Ausstellungseröffnung zum Gedenken an den Beginn des Ersten Weltkriegs


UMMENDORF/BIBERACH - "Zukunft braucht Gedächtnis - Gegenwart auch" - unter dieser Überschrift finden am Sonntag, 3. August, Gottesdienste in Biberach und Ummendorf im Gedenken an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren statt. Im Anschluss wird die Ausstellung "Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme. Streiflichter auf die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert" in der Versöhnungskirche Ummendorf eröffnet.

Pfarrerin Andrea Luiking leitet die beiden Gottesdienste. Der erste beginnt um 9.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche Biberach, der zweite um 10.30 Uhr in der Versöhnungskirche Ummendorf. Unterstützt wird Luiking von Reinhold Adler, Realschullehrer i. R. und Historiker. Die Musik liefern Sabine Götze an der Orgel und Manuela Stolz an der Oboe. Nach dem Gottesdienst wird die Ausstellung "Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme. Streiflichter auf die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert" in der Versöhnungskirche Ummendorf eröffnet.

Die Ausstellung wird dort vom 3. August bis 3. Oktober zu sehen sein. Die Öffnungszeiten sind sonntags von 9.30 bis 12.30 Uhr (ausgenommen die Gottesdienstzeit von 10.30 bis 11.30 Uhr) und auf Anfrage im Pfarramt, Telefon 07351/21617. Schulklassen und Gruppen sind besonders eingeladen. Die Ausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zeigt die Geschichte vom Zweiten Weltkrieg bis zur europäischen Integration.

In der Ausstellung gibt es etwas zu sehen und zu hören: Sie lädt Ausstellungsbesucher mit Smartphones per QR-Code zu 24 akustischen Zeitreisen durch das 20. Jahrhundert ein. Sie umfasst 26 Tafeln und präsentiert fast 190 Fotos aus 100 Jahren europäischer Geschichte. Sie wird vom Institut für Zeitgeschichte, Deutschlandradio Kultur und der Bundesstiftung Aufarbeitung herausgegeben.