© Schwäbische Zeitung - 25.02.2014

Dekan Hellger Koepff spendet Pfarrer Hans Rieger und seiner Frau den Segen der Kirche.

Dekan Hellger Koepff spendet Pfarrer Hans Rieger und seiner Frau den Segen der Kirche. SZ-Foto: Kurt Zieger

Viele gute Wünsche zum Abschied

Geistlichkeit und Bürger aus Pflummern würdigen das Wirken von Pfarrer Hans Rieger
Von Kurt Zieger

PFLUMMERN - Ein festlicher Gottesdienst und ein Stehempfang boten den passenden Rahmen, um Pfarrer Hans Rieger in den gesundheitlich notwendigen, vorgezogenen Ruhestand zu verabschieden. Die Ära Rieger in Pflummern ist zu Ende, eine Fülle positiver Spuren und Erinnerungen werden bleiben.

Der Gottesdienst in der voll gefüllten Kirche wurde musikalisch vom Gemischten Chor mit Rainer Bischl und Kathrin Claaßen an der Orgel mitgestaltet. Das „Lobt Gott in seinem Heiligtum“ des Chors passte zum Thema von Riegers Abschiedspredigt über die Bekehrung der Purpurhändlerin Lydia zur ersten Christin Europas. So wie Paulus einst nach Mazedonien geschickt wurde, wurde ihm die Arbeit in der oberschwäbischen Diaspora zugewiesen.

Dekan Hellger Koepff betonte, Pfarrer Rieger habe am 20. September 1987 bei seiner Investitur oberschwäbische Luft geschnuppert: „Davon sind Sie süchtig geworden.“ Als Pfarrer, Prediger und Religionslehrer habe er den Leitgedanken „Die Gabe Gottes ist das ewige Leben“ im Bezug auf das Hier und Heute mit Leben erfüllt.

Die Frage: Was bedeutet mir Gott in guten und schweren Zeiten“ habe Riegers facettenreiches Leben und Arbeiten in Pflummern bestimmt. „Die dienstlichen Pflichten sind Ihnen nun von den Schultern genommen“, betonte der Dekan, „als weiterhin ordinierter Pfarrer verabschiede ich Sie mit Dank und Anerkennung in den Ruhestand.“ Ein besonderer Segen für Hans Rieger und seine Frau wurde durch persönliche Segenswünsche von Kindern und Jugendlichen bekräftigt.

Beim Stehempfang im Konrad-Villinger-Gemeindehaus nutzten viele Bürger die Gelegenheit, sich persönlich von Pfarrer Rieger und seiner Frau zu verabschieden. Musikverein und Altbachmusikanten mit Edwin Lumpp umrahmten die Veranstaltung.

In humorvollen Weise bedankte sich Miriam Weggerle vom Kirchengemeinderat für die gemeinsame Zeit mit Pfarrer Rieger, der „keine Leichenrede zum Abschied“ mag. Ein Fotoalbum und eine Gartenbank für den Ruhestand in Altheim sollten an Pflummern erinnern. „In Pflummern haben Sie mit Ihrer offenen Art für gute Zusammenarbeit Impulse gesetzt in Predigt und Alltag“, betonte sie.

Ortsvorsteher Manfred Goller bekannte, jedem Anfang wohne ein Zauber inne, doch „du lässt nach 27 Jahren hier in Kirche und Schule einen Teil deines Herzens in Pflummern zurück.“ Ein Sonnensegel soll die Familie auf der Gartenbank vor zuviel Sonne und Regen schützen.

Die evangelische Kirchengemeinde Pflummern wird bis auf weiteres von Riedlingen aus betreut. Pfarrerin Helga Steible-Elsässer wünschte dem Neupensionär im Namen der Pfarrer der umliegenden Gemeinden, er möge in Freuden ausziehen und im Frieden in die neue Epoche seines Lebens geleitet werden.

Kurz und humorvoll

Bürgermeister Werner Gebele erinnerte daran, dass Hans Rieger der dritte Pfarrer in Pflummern sei, den er während seiner Amtszeit in Langenenslingen erlebt habe. Ein stets gutes Miteinander und nette Begegnungen hätten diese gemeinsamen Jahre geprägt.

Kurzgefasst und humorvoll, wie es Riegers Art ist, bedankte er sich für alle Glückwünsche und Geschenke der verschiedensten Art. Er freue sich auf die Zeit zu zweit im neuen Zuhause. Die Pflummener Gartenbank könne sich mit ihrem erhöhten Zwischenteil als sehr nützlich erweisen, denn dort könne man all die Bücher ablegen, die ihm Dekan Koepff zum Abschied geschenkt habe. „Darin sind", so der Dekan, „viele Predigten des Hospitalpredigers Konrad Rieger aus Stuttgart aufgezeichnet.“ Auserlesene Stellen würden zu der Erkenntnis führen: „Pfarrer müssen Originale sein!“

© Schwäbische Zeitung - 25.02.2014

Pfarrer Ernst Eyrich überreicht der scheidenden Vikarin Rahel Kiesecker ein Bild der Wainer Künstlerin Marlen Mästele

Zum Dank überreichte Pfarrer Ernst Eyrich der scheidenden Vikarin Rahel Kiesecker ein Bild der Wainer Künstlerin Marlen Mästele. Foto: Guggenberger

Feierlicher Abschied für Rahel Kiesecker

Vikarin hat am Sonntag ihren letzten Gottesdienst in Wain gehalten
Von Ulrike Guggenberger 2014-02-25

WAIN - Die Evangelische Kirchengemeinde Wain hat am Sonntag einen besonderen Gottesdienst gefeiert: Vikarin Rahel Kiesecker hat sich nach zweieinhalbjähriger Tätigkeit verabschiedet.

Einiges war anders an diesem Sonntag im Februar in Wain. So war es nicht nur Sexagesimae – 60 Tage vor Ostern –, sondern auch der letzte Sonntag in der Gemeinde, an dem die Vikarin Rahel Kiesecker einen Gottesdienst hielt. Gefühlt hatte sich die komplette Gemeinde an diesem sonnigen Vormittag in der Wainer Michaelskirche eingefunden. Kein Parkplatz rund um die Kirche war mehr frei. Die Kirche war festlich geschmückt, wagenradgroße Schilder, mit den Aufschriften „Danke“ und „Alles Gute“ mit Blumenschmuck versehen, ließen die Kirche noch festlicher erscheinen. Pfarrer Ernst Eyrich und die Vikarin begrüßten alle Gottesdienstteilnehmer mit Handschlag.

Vikarin Kiesecker führte durch den Gottesdienst, musikalisch unterstützt vom Wainer Kirchen- und Posaunenchor. Die Kinder der Kinderkirche zogen nach der Andacht voller Stolz durch den Mittelgang aus der Kirche, um den Kindergottesdienst im Gemeindehaus fortzusetzen, mit dabei die große Kerze der Kinderkirche, ein Kreuz und die Opferkasse.

Nach der Predigt übernahm Pfarrer Ernst Eyrich das Wort und bedankte sich für die wertvolle Arbeit, die Rahel Kiesecker in Wain geleistet hatte. Der Titel Vikarin sei schon etwas sehr besonderes, denn man trägt ihn nur zweieinhalb Jahre. Pfarrerin sei sie nun ihr Leben lang. Die Wahl eines Geschenkes sei ihm nicht leicht gefallen, so verfüge sie ja bereits über Ortspläne von Wain und Schwendi, eine Wainer Chronik sowie ein Stück morsches Dachgebälk aus der Wainer Michaelskirche. So gab er bei einer Studentin ein Bild in Auftrag, welches nach seinen Vorgaben gefertigt wurde, und konnte nun Rahel Kiesecker einen echten Marlen Mästele überreichen. Bei der Künstlerin handelt es sich um eine junge Wainerin, die derzeit in der Schweiz studiert. Als Vorgabe für das Bild habe er das hebräische Wort für Gnade – „Chäsäd“ – gegeben. Das Thema Gnade habe er aus den Predigten der Vikarin immer wieder herausgehört.

Nach dem Gottesdienst zog die Gesellschaft um ins Wainer Gemeindehaus. Viele bedankten sich mit Worten und Geschenken bei Rahel Kiesecker, darunter Benedikt-Richard Freiherr von Herman, Ernst Blattert für die Wainer Vereine, Gemeindereferentin Elfi Weiß für die katholische Seelsorgeeinheit Schwendi-Wain und Wains Bürgermeister Christian Schlenk. Musikalisch umrahmt wurde der Empfang vom Wainer Flötenkreis.

Die Vikarin selbst richtete Dankesworte an die Gemeinde. Sie sei von Pfarrer Eyrich immer unterstützt worden und hätte sich keine bessere Ausbildungsgemeinde vorstellen könne. Rahel Kiesecker meinte, sie fühle sich ein wenig, als ob sie das Elternhaus verlasse. Nach den tollen Rückmeldungen von allen Seiten komme es ihr so vor, als sage man ihr: „Jetzt kennet mr se sprenga lau.“

Als Dank überreichte sie ein Holzkreuz, gefertigt von den Behindertenwerkstätten in Neuendettelsau, und eine Notfallpredigt, um die bestehende aus dem Jahr 1960 einmal austauschen zu können. Sogleich wurde Ernst Eyrich beim anschließenden gemütlichen Teil von einem Kind darauf aufmerksam gemacht, dass er als Pfarrer ja nun einmal verschlafen könne, damit die Notfallpredigt auch zum Einsatz komme.

© Schwäbische Zeitung - 24.02.2014

Pfarrer Ströhle informiert über die Arbeit des Ökumenischen Arbeitskreis Asyl.

Pfarrer Ströhle (stehend) informiert über die Arbeit des Ökumenischen Arbeitskreis Asyl. (Foto: Klaus Weiss)

Dass Fremde nicht fremd bleiben

Informationsabend zu den Bad Buchauer Asylbewerbern
Pfarrer Ströhle (stehend) informiert über die Arbeit des Ökumenischen Arbeitskreis Asyl.

Von Klaus Weiss

Bad Buchau Gutbesucht war der Informationsabend zu den Asylbewerbern in Bad Buchau. Eingeladen hatten die Evangelische und Katholische Kirchengemeinde dazu ins Bischof-Sproll-Haus damit „Fremde nicht fremd bleiben“ wie auch das Motto des Abends tituliert war. An diesem Abend wurde der Grundstein für einen Freundeskreis Asyl gelegt.

Rund 45 Millionen Menschen sind zurzeit weltweit auf der Flucht. Sie fliehen vor Krieg, Verfolgung, Katastrophen, Perspektivlosigkeit oder Hunger. 53 davon sind inzwischen in Bad Buchau angekommen und haben dort zumindest für eine gewisse Zeit eine neue Heimat gefunden.

Wer sind diese Menschen, woher kommen sie, und was für eine Zukunft haben die Asylsuchenden überhaupt? Rund 30 Interessierte sind der Einladung der beiden Kirchen gefolgt, um sich über die Asylpolitik im allgemeinen und die Betreuung der Flüchtlinge im Kreis Biberach aus erster Hand zu informieren.

Vom Landratsamt war Arnfried Stoffner, zuständig für Unterbringung und Leistungen, und Frauke Schmelzer vom Sozialdienst Asyl mit dabei. Stoffner macht deutlich, dass die Zahl der Asylanträge 2013 deutlich gestiegen sei. Bundesweit wurden 2013 127023 Anträgen gestellt, knapp 64 Prozent mehr als 2012. Die Russischen Föderation war mit den Westbalkan-Staaten (Serbien) die zugangsstärksten Herkunftsländer, gefolgt von Syrien. Auch Afghanistan, Iran, Irak und Pakistan kamen viele Flüchtlinge.

Die Zuteilungsquote liege für Baden-Württemberg bei 12,81 Prozent, so Stoffner. Und davon wiederum für den Landkreis Biberach 1,81 Prozent. Zurzeit sind in Unterkünften des Kreises 406 Personen in den vom Kreis angemieteten Gemeinschaftsunterkünfte untergebracht. Mit der Zuweisung von monatlich 25 bis 30 Personen sei das manchmal schon eine Herausforderung alle Personen zielgerecht unterzubringen.

Die Bad Buchauer Einrichtung sei inzwischen zu 100 Prozent belegt. Der Sozialdienst kümmere sich zum Beispiel um Schul-und Kindergartenbesuch der Schulpflichtigen. Weiterführende Schulen und Sprachkurse. Dabei zollte Stoffner den Schulen alle Hochachtung für die gute Zusammenarbeit.

Aber auch die Mitarbeit der ehrenamtlichen Helfer und der Vereine sei lobenswert. Freundeskreise Asyl und Migrationsdienste wie sie bisher in Biberach, Ochsenhausen und Riedlingen bestehen wären auch in Bad Buchau wünschenswert. Das ehrenamtliche Engagement, das in Bad Buchau etwas funktioniere, könnte aber noch stärker ausgebaut werden. Was ja auch Sinn und Zweck des Infoabends sein sollte.

Einblicke in Asylarbeit

Matthias Ströhle, Pfarrer für Asyl und Andreas Gratz, Caritas Biberach gaben Einblick in die ehrenamtliche Asyl-Arbeit des ökumenischen Arbeitskreis in Ochsenhausen. Für die Flüchtlinge sei nach der Ankunft in Deutschland alles Neuland und fremd. Von den Sprachproblemen angefangen bis zum anderen Essen, Einkaufsmöglichkeiten und Behörden. Viel Wert legt der Arbeitskreis auf die Kinderbetreuung.

Viele Fragen standen danach im Raum, die von den Veranstaltern aus Kirchen, Caritas und Landratsamt so gut es ging beantwortet werden konnten. Dies zeigte aber auch das Interesse der Anwesenden an dem Thema. Pfarrer Lutz stellte dann gegen Ende des Infoabends die Frage wer sich denn an einem Freundeskreis in Bad Buchau beteiligen möchte oder zumindest Interesse daran haben könnte. Immerhin eine kleinere Gruppe wäre spontan dazu bereit, und etwa 20 Personen setzten ihren Namen auf die Interessenliste. Dazu sollen demnächst weiter

© Schwäbische Zeitung - 13.02.2014

Andreas Zumach kritisiert Waffenlieferungen
UNO-Experte referiert über Lage im arabischen Raum

ENNETACH / VR Sehr eindrucksvoll hat der Journalist und UNO-Korrespondent Andreas Zumach in Ennetach über die politische Lage in den arabischen Ländern referiert. Zumach war aus Genf angereist, er nimmt an der Syrien-Friedenskonferenz teil. Auch darüber berichtete er.

Oft werde zu pauschal über arabische Länder gesprochen. Rückblickend zeigt sich laut Zumach, dass die erste erfolgreiche demokratische Bestrebung, die sich in Persien entwickelt hatte, mit Hilfe des Westens 1953 beendet wurde. „In keinem der arabischen Ländern hat der Westen die demokratische Opposition unterstützt, man hat immer auf Diktaturen und Königshäuser gesetzt“, sagte Zumach. Es geht immer darum, den Zugang zu fossilen Rohstoffen zu sichern.
Im arabischen Raum versuche Saudi-Arabien seine strenge Interpretation des Korans allen anderen Ländern aufzuzwingen. „Hier gibt es einen Widerspruch: Saudi-Arabien ist unser politischer Partner, aber zugleich Auftraggeber von Terror“, stellte er fest.

Nun haben sich Bürger der arabischen Länder gegen die Gewaltherrschaften aufgelehnt, diese Welle wurde „Arabischer Frühling“ genannt. Nach anfänglicher Euphorie sind die Beobachter in ihren Prognosen vorsichtig geworden. Zumach ist der Meinung, dass sich die demokratischen Entwicklungen sich fortsetzen werden, doch dazu braucht es eine andere Politik des Westens.

Aus Ägypten sind von Anfang an widersprüchliche Nachrichten in den Medien publiziert worden. Nicht dass es einen Zensor gebe, der die Berichterstattung verbiete, sondern es gab dort keine Auslandskorrespondenten, so Zumach. Als die Revolution begonnen habe, hätten alle Medien auf dem Tahrir-Platz in Kairo gefilmt und Demonstranten interviewt. In den Ghettos und im ländlichen Raum ging dagegen niemand, um sich zu informieren.

Demokratische Entwicklung hängt mit Aufschwung zusammen.

Als die Wahlen zugunsten der Islamisten ausfielen, war die Verwunderung groß. Ohne einen Wirtschaftsaufschwung werde es kaum weitere demokratische Entwicklungen geben, prognostizierte Zumach. Im Moment sei eine seriöse Berichterstattung in Ägypten kaum möglich, weil das Land für ausländische Journalisten viel zu gefährlich sei.

Nach Syrien können Journalisten nur illegal und unter Lebensgefahr einreisen. Die Syrien-Friedensverhandlungen in Genf würden erst zielführend sein, wenn die Nachbarländer wie Saudi Arabien, Katar, Türkei und der Iran am Verhandlungstisch sitzen, weil diese Länder im Konflikt indirekt involviert sind. Es sei eine katastrophale und unverantwortliche Politik des Westens, in diese Länder Waffen zu liefern. In Syrien sollte eine UN-Blauhelmtruppe mit Soldaten aus den USA, Russland, China, England und Frankreich eingesetzt werden, meinte Zumach.

Ziel müsse der Waffenstillstand und die humanitäre Hilfe sein. Waffenauslieferungen müssten beendet und mit politischen Verhandlungen begonnen werden. Europäische Länder müssten ihre Wirtschaftsbeziehungen mit den arabischen Ländern neu überdenken, partnerschaftlicher und fairer gestalten.

© Schwäbische Zeitung - 12.02.2014

Die evangelische Kantorei Riedlingen widmet sich im Jahr 2014 den oberschwäbischen Meistern. Foto: privat

Oberschwäbische Musik und Heinrich Schütz prägen 2014

Evangelische Kantorei Riedlingen führt mit vielen Chören das Te Deum auf

RIEDLINGEN - Die Evangelische Kantorei Riedlingen führt am Sonntag, 4. Mai, zusammen mit vielen Chören des Evangelischen Kirchenbezirks Biberach geistliche Musik von oberschwäbischen Meistern auf. Etwa 170 Sänger musizieren im Rahmen eines Kirchenbezirkschortags in der Pfarrkirche St. Johannes in Dürmentingen das Te Deum in D des letzten Prämonstratenser Abts in Rot an der Rot, Nikolaus Betscher, und das Magnificat des Biberacher Komponisten Justin Heinrich Knecht auf.

Am letzten Sonntag im Kirchenjahr, dem 23. November, stehen im Münster in Heiligkreuztal die musikalischen Exequien von Heinrich Schütz auf dem Programm. Dazwischen gibt es eine ganze Reihe von unterschiedlichen Angeboten: einige Konfirmanden bilden für den Konfirmationsgottesdienst eine Band und der neue Jahrgang wetteifert im Evangelischen-Gesangbuch-Quiz um die höchste Punktzahl. Interessierte können als Gäste am ganztägigen Orgelbaulehrgang zur C-Prüfung im Johannes-Zwick-Haus teilnehmen.

Am Karfreitag musiziert das Streichquartett des Riedlinger Kammerorchesters in der Christuskirche Haydns Komposition „Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze“. Orgelschüler im Evangelischen Kirchenbezirk sind in einer Matinee in der Christuskirche zu hören. Und der Kinder-Orgel-Club baut im Sommer ein Modell einer Orgelmechanik und besucht die 5 Orgeln im Ulmer Münster. Besonders musikalische Gottesdienste runden das diesjährige Programm ab. Die Flyer „Kirchenmusik 2014“ liegen in der Christuskirche und an vielen Orten in Riedlingen aus.

© Schwäbische Zeitung - 12.02.2014

Relikt der Vergangenheit: Die Hagmühle bei Amtzell-Karbach. Foto: privat

Mühlenbesitzer wünschen sich mehr Wertschätzung

Familiennachmittag des Evangelischen Bauernwerks in Wain: Vortrag über die Mühlen Oberschwabens stößt auf großes Interesse

WAIN -
Auf überwältigend großes Interesse ist am Sonntag in Wain der Vortrag von Dr. Lutz Dietrich Herbst über die Mühlen in Oberschwaben und deren Bedeutung für Natur und Mensch gestoßen. Nahezu 100 Besucher folgten der Einladung des Evangelischen Bauernwerks zum Familiennachmittag in das evangelische Gemeindehaus.

Dr. Lutz Dietrich Herbst ist als „Vater der Mühlenstraße Oberschwaben“ und Träger des oberschwäbischen Kulturlandschaftspreises bekannt und kennt wie kein Zweiter die Mühlen und deren Geschichte in Oberschwaben. Eindrucksvoll schilderte er, welchen Segen die kreative Nutzung des Wassers den Menschen gebracht hat und wie groß die Gefahr ist, dass dieses wertvolle Erbe verloren geht.

Wenn Not erfinderisch, also kreativ macht, macht dann Wohlstand faul und dumm? Beim Betrachten der Geschichte könnte dieser Verdacht entstehen, denn das großartige Erbe des Mühlenwesens und der Wasserwirtschaft wird in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen und rangiert zu Unrecht unter der Rubrik „Nostalgie“, meint Herbst. Auch die Oberschwäbische Tourismusgesellschaft hat sich seit Jahresbeginn aus der Förderung zurückgezogen, sodass die Arbeitsgemeinschaft Mühlenstraße Oberschwaben seit Jahresbeginn wieder auf sich selbst gestellt ist.

Dabei zeugen diese Mühlen davon, wie die Nutzung von Wasser für die Landwirtschaft und dessen Kraft ein Aufblühen der Kultur erst ermöglicht hat. Zunächst diente das Schöpfen und Lenken des Wassers der Bewässerung in wasserarmen Ländern, später folgte die Nutzung der Wasserkraft für Mühlen, Sägen, bis zur Gipsherstellung und Eisenbearbeitung.
Große Rolle der Klöster

Die zahlreichen Klöster spielten dabei eine große Rolle. Sie haben durch intelligente Nutzung der Wasserkraft im Mittelalter für legendären Reichtum gesorgt, mitunter jedoch auf dem Rücken der Bauern. Im Bauernkrieg wurden zum Teil Wehre und Weiherbäche zerstört. Dabei sorgten die zahlreichen Weiher für ständige Verfügbarkeit von Wasser und trugen zum Hochwasserschutz bei.

Wie ein roter Faden zieht sich diese Erkenntnis durch die Geschichte: Überall, wo sich christliche Wirtschaftsethik mit dem Blick auf das Gemeinwohl und Nachhaltigkeit durchgesetzt hatte, herrschte immer wieder Frieden und Wohlstand.

In der anschließenden Diskussion kamen auch Mühlenbesitzer und Betreiber von Kleinwasserkraftwerken zu Wort. Sie sehen sich als Hüter dieses wertvollen Erbes und wünschen sich größere Beachtung und Wertschätzung von Politik, Gesellschaft und Stromabnehmern. Obwohl Wasserkraft von der Energie- und CO2-Bilanz her unschlagbar sei, sprächen ihr manche Lobbyisten ihren ökologischen Nutzen ab und werde vom EEG benachteiligt. Hier sei noch großer Aufklärungs- und Diskussionsbedarf, und die Veranstalter und der Referent freuten sich, dazu angeregt zu haben.

© Schwäbische Zeitung - 11.02.2014

Auf der Suche nach dem Glück

Beim „Treffen für Frauen“ am Donnerstag in Wain nähern sich zwei Referentinnen diesem Thema

WAIN -
„Auf der Suche nach dem Glück“: Unter diesem Motto steht das „Treffen für Frauen“ am Donnerstag, 13. Februar, im evangelischen Gemeindehaus in Wain. Veranstalter ist der Arbeitskreis Frauen des Evangelischen Bauernwerks im Kirchenbezirk Biberach.

Die Veranstaltung beginnt um 9.30 Uhr und endet um 16 Uhr. Im Mittelpunkt der Vorträge steht das Thema Glück. Kaum einem Thema sei in jüngster Zeit so viel Beachtung geschenkt worden, heißt es in einer Pressemitteilung des Bauernwerks. „Unzählige Bücher und Medien beschäftigen sich damit und suchen Wege, die Menschen immer noch glücklicher zu machen. Doch wo finden wir Glück? In den Versprechungen der Werbemacher oder im großen Glückslos?“ Oder sind es eigentlich ganz andere Dinge, die den Menschen glücklich machen oder eben nicht?

Cornelia Mack, Diplom-Sozialpädagogin aus Filderstadt, will dieses Thema in ihrem Vortrag am Donnerstag beleuchten (Beginn: 10.15 Uhr).

Am Nachmittag (Beginn: 14 Uhr) nimmt Renate Wiese ihre Zuhörerinnen mit auf eine Bilderreise zur Olivenernte in die Toskana. Sie möchte ihre persönlichen Gedanken zur Ernte mit den Frauen teilen. Die Referentin wohnt in Oberholzheim, sie ist ausgebildete christliche Lebensberaterin.

Ab 11.45 Uhr kann im Gemeindehaus zu Mittag gegessen werden. Bis 14 Uhr besteht zudem Gelegenheit zu einer Führung durch die Wainer Michaelskirche.

© Schwäbische Zeitung - 10.02.2014

Abend über Christen in Ägypten

RIEDLINGEN - Am Donnerstag, 13. Februar, ab 19.30 Uhr, wird Pfarrerin Helga Steible-Elsässer im Johannes-Zwick-Haus in Riedlingen einen informativen Abend über Ägypten gestalten. Die Liturgie des diesjährigen Weltgebetstags der Frauen, der weltweit am 7. März gefeiert wird, wurde von Ägypterinnen vorbereitet. Diesen Frauen ist es ein Anliegen, Einblicke und Verständnis für ihr Heimatland zu geben. Deshalb haben sie viele Informationen, Fotos und Musik mitgeschickt, mit denen der Abend am 13. Februar gestaltet wird.

Das Thema der Liturgie „Wasserströme in der Wüste“ greift einen Aspekt des Landes auf. Aber es gibt noch viele weitere: Dieses Land ist wegen seiner reichen Geschichte und seiner Naturschönheiten ein beliebtes Reiseziel. Doch auch die Demonstrationen auf dem Tahirplatz in Kairo im Jahr 2011, die auf einen „arabischen Frühling“ hoffen ließen, sind unvergessen. Wie ging und geht es weiter? Wie ist die Situation der koptischen Christen, wie die der Frauen? Zu diesem Abend sind alle Interessierten eingeladen, Frauen wie Männer.

© Schwäbische Zeitung - 10.02.2014

Foto: Michaela Kegel

Frauen gehen den ökumenischen Winterweg

Katholischer Frauenbund und Evangelische Kirchengemeinde veranstalteten den 9. spirituellen Frauenweg

RIEDLINGEN - – Rund vierzig Frauen fanden sich am Samstagnachmittag am Parkplatz bei der Realschule ein und wollten im Rhythmus der Zeit den ökumenischen Winterweg gehen. Hierzu hatten der Katholische Frauenbund und die Evangelische Kirchengemeinde Riedlingen eingeladen.

Zum neunten Mal fand der Frauenweg nun statt – es standen bisher ganz unterschiedliche Themen im Vordergrund. Mal waren es die Jahreszeiten, mal das Wasser, mal biblische Gestalten. Von diesem Gottesdienst mit direktem Bezug zur Natur fühlen sich Frauen unterschiedlichen Alters und Konfession gleichermaßen angesprochen.

So auch am Samstag. Im Mittelpunkt des neunten Frauenweges stand das winterbrache Feld. Einen einstündigen Rundweg hatten die Veranstalterinnen ausgewählt. Durchs Zollhauser Tal ging es über das freie Feld und die Kneipp-Oase zurück zum Ausgangspunkt.

Bewusst Stille wahrnehmen

Beim Gehen gab es Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen. Bewusst konnten die Teilnehmerinnen die Stille wahrnehmen, aber auch das Schnattern der Enten am Biotop beim Zollhauser Bach, das Krächzen der Raben und schließlich das Einläuten des Sonntags, gleich von mehreren Kirchen der Umgebung. Sogar die ersten Störche wurden auf dem freien Feld gesichtet – ein Zeichen, dass der Frühling nicht in allzu weiter Ferne liegt.

An vier Stationen hatten die evangelische Pfarrerin Helga Steible-Elsässer, Rosemarie Kraljic, Franziska Elsner, Petra Hahn und Bärbel Schmeil Impulse und Gebete vorbereitete. Ute Giese spielte auf der Altflöte, was in der Stille der Natur besonders gut zur Geltung kam. Gemeinsam wurde auch gesungen: In den ausgewählten Liedern war von Gottvertrauen, Hoffnung, Mut und den richtigen Schritten die Rede. Eingestimmt von der Flöte ließen die Frauen die Weise „Wechselnde Pfade“ als Kanon erklingen.

Gemeinsam spürten die Frauen an den Stationen dem Rhythmus der Zeit nach: Das Wachsen und Ruhen der Natur, der Bewegung, den Tierspuren. Aus den gesammelten Pflanzen und Zweigen entstand auf dem freien Feld ein Winterbild. Eingeladen waren die Teilnehmerinnen auch, Wendepunkten im Leben nachzuspüren: Kindheit, Schule, Jugend, Frau werden, Beruf, Abschied von den Eltern, Heirat, Mutter sein, Krankheit, dem Tod begegnen, älter werden, alt werden. Was hat mir Orientierung gegeben, was waren Irrwege, was hat mich geprägt, was hat sich zum Positiven gewendet – diesen Fragen gab der Frauenweg Raum.

Oft sei das Leben nur mit einem gesunden Gottvertrauen zu meistern, nur so könne ein Wagnis eingegangen oder mit Enttäuschungen gelebt werden. Im Weidentunnel an der Kneipp-Oase gab es von Pfarrerin Helga Steible-Elsässer einen Psalm – ganz bewusste durften die Teilnehmerinnen das „Wegwort“ in der Stille verinnerlichen.

Der Abschluss fand in der Hauskapelle des Konrad-Manopp-Stifts statt. Mit Segensworten gingen die Frauen in den Sonntag. „Einer Zeit, wo die Seele aufatmen kann, ein Tag, der ausgespart ist von Arbeit und Mühe“, wie Pfarrerin Steible-Elsässer sagte.

© Schwäbische Zeitung - 06.02.2014

Vortrag beleuchtet Oberschwabens Mühlen und ihr Wasser

Dr. Lutz Dietrich Herbst referiert am 9. Februar beim Familiennachmittag des Evangelischen Bauernwerks in Wain


WAIN - Der Arbeitskreis des Evangelischen Bauernwerks im Kirchenbezirk Biberach lädt ein zum Familiennachmittag am Sonntag, 9. Februar, von 13.30 bis 16 Uhr im Evangelischen Gemeindehaus in Wain. In einem Vortrag mit Lichtbildern referiert Dr. Lutz Dietrich Herbst über „Mühlen und ihr Wasser in Oberschwaben“.

Würde Begrenztheit nicht auch eine Eigenschaft der Schöpfung Gottes sein, so bräuchte der Mensch keine Maschinen. Er könnte ohne weiteres in Windeseile Korn mahlen, Holz schneiden oder Eisen verformen. Und hätte dann noch die Kraft und die Zeit für alle anderen Dinge des Lebens. So gesehen hätte er keine Not.

Die natürliche Begrenztheit und daraus entstehende Not haben im Verlauf der Menschheitsgeschichte jedoch eine erstaunliche Kreativität des Menschen ausgelöst. Keine Mühle hätte ohne ein sorgfältig verbessertes Umfeld an Quellen, Bächen und Weihern arbeiten können. Gleichzeitig wirkte der Energiebedarf der Wassermühlen bis in den Hochwasserschutz der Dörfer hinein. Die Wasserwirtschaft wurde so zum Segen für unsere oberschwäbische Heimat.

Stimmungsvolle Lichtbilder

Dr. Lutz Dietrich Herbst, Träger des württembergischen Kulturlandschaftspreises, zeigt am Beispiel Oberschwabens auf, wie nachhaltig und wohltuend diese Kreativität das Bild der oberschwäbischen Kulturlandschaft beeinflusst hat. Der „Vater der Mühlenstraße Oberschwaben“ erläutert mit stimmungsvollen Lichtbildern eine Sicht auf Oberschwaben, wie sie den meisten bislang unbekannt war – als einzigartige Wasser- und Mühlenlandschaft des voralpinen Mitteleuropa.