© Schwäbische Zeitung - 27.01.2014

Prälatin Gabriele Wulz (in der Mitte) und Dekan Hellger Koepff (hinten, Mitte) mit ausscheidenden Kirchengemeinderäten

Prälatin Gabriele Wulz (in der Mitte) und Dekan Hellger Koepff (hinten, Mitte) bedankten sich bei den ausscheidenden Kirchengemeinderäten in der Biberacher Stadtpfarrkirche. sz-Foto: Günter Vogel

Kirchliche Ehrenämter sind auch in Biberach unentbehrlich

95 Kirchengemeinderäte des hiesigen Evangelischen Kirchenbezirks mit 45 000 Mitgliedern aus 24 Bezirksgemeinden wurden verabschiedet

 

Von Günter Vogel 27. Januar 2014

 

BIBERACH - 994 Jahre Gemeinderatsarbeit bringen alle diese ehemaligen Gemeinderatsmitglieder zusammen, die am Ende der letzten Wahlperiode ihr Mandat beendet haben. Sie wurden jetzt in der Stadtpfarrkirche in einem feierlichen Gottesdienst von Dekan Hellger Koepff aus Biberach und Prälatin Gabriele Wulf aus Ulm verabschiedet.

 

Hellger Koepff wählte zu seiner Begrüßung der Gemeinde ein Zitat aus den Psalmen, mit dem Appell, auf Gottes Gnade zu hören und würdigte dann die Arbeit der ausscheidenden Gemeinderatsmitglieder.

 

Nach einer Lesung aus dem Markus-Evangelium hielt Gabriele Wulz die Predigt, sprach über Abschiednehmen, auch von einem Amt mit häufig gewichtigen Entscheidungserfordernissen. Sie zeigte großen Respekt vor den Aufgaben von Laien in der Kirche, beklagte, dass es weniger Menschen werden, die bereit sind, sich bei Ehrenämtern einzubringen. Wulz sprach über Moses, der nach 40 Jahren Wanderung durch die Wüste im gelobten Land angekommen war, zog Parallelen zu der mitunter mehr als 30-jährigen Arbeit im Ehrenamt.

 

Kirche ein Gesicht geben

 

„Am Ende steht der Segen Gottes“, sagte Wulz und interpretierte: „Segnen heißt grüßen, heißt Kraft weitergeben.“ Koepff betonte, dass die jetzt Ausgeschiedenen der Kirche vor Ort ein Gesicht gegeben haben und für das Evangelium von Jesus Christus öffentlich eingestanden sind.

 

Koepff und Wulz verteilten dann an die Anwesenden die Ehrenurkunden mit dem Leitwort „Fremde aufnehmen“, ein Thema, das derzeit große Aktualität hat. Und: „Vor Gott sind wir alle Fremde; uns hat er zu Brüdern und Schwestern gemacht.“

 

Bezirkskantor Jürgen Berron begleitete die Gemeinde bei ihren Liedern, leitete am Keyboard einen Kanon, eröffnete und beschloss den Gottesdienst mit großen Orgelsoli.

 

© Schwäbische Zeitung - 25.01.2014

Jesus wird getauft

Biberach (sz) - Parallel zum Gottesdienst findet am Sonntag, 26. Januar, ab 9.30 Uhr im Nonnenschopf der Stadtpfarrkirche ein evangelischer Kindergottesdienst statt. Die Kinder werden singen, beten, zuhören, mitmachen und nachempfinden, wie Jesus getauft wurde. Teil der Kinderkirche ist eine kleine Tauferinnerungsfeier.



© Schwäbische Zeitung - 25.01.2014

Jauchzet dem Herrn, alle Welt(sz) - Ein Musikgottesdienst mit Abendmahl ist für Sonntag, 26. Januar, 10.30 Uhr, in der Versöhnungskirche geplant. Zum Orgeljubiläum von Sabine Götze musizieren Sabine Götze und Freunde mit Orgel, Bläsern und Gesang. Die Predigt und die Liturgie mit Abendmahl gestaltet Pfarrerin Luiking.





© Schwäbische Zeitung - 25.01.2014

Kirchengemeinderäte haben 1000 Jahre mitgewirkt
Heute werden scheidende Mandatsträger des evangelischen Kirchenbezirks verabschiedet

BIBERACH - In der Stadtpfarrkirche St. Martin gibt es am Samstag, 25. Januar, 15 Uhr, einen Gottesdienst des Evangelischen Kirchenbezirks Biberach. Darin werden all diejenigen verabschiedet, die in den vergangenen Jahren im Kirchengemeinderat einer der Bezirksgemeinden mitgewirkt haben.

Fast 1000 Jahre im Kirchengemeinderat, so viel bringen die scheidenden Frauen und Männer aus den 24 evangelischen Bezirksgemeinden mit. Prälatin Gabriele Wulz aus Ulm und der Biberacher Dekan Hellger Koepff gestalten den Gottesdienst gemeinsam. Anschließend ist ein Empfang im Martin-Luther-Gemeindehaus geplant, zu dem Gäste willkommen sind.

Nach der Wahl am 1. Dezember nehmen in diesen Wochen die neuen Gremien ihre Arbeit auf. Fast 100 Personen sind nicht mehr angetreten. „Manche haben mehr als 30 Jahre lang kirchliche Arbeit vor Ort und im Kirchenbezirk getragen, andere waren eine Wahlperiode von sechs Jahren dabei, beiden wollen wir gleichermaßen danken“, sagt Dekan Hellger Koepff. „Sie haben zusammen mit Pfarrerinnen und Pfarrern die Gemeinden geleitet. Darüber bin ich als Dekan sehr dankbar.“ Koepff unterstreicht, Entscheidungen seien keineswegs immer einfach zu treffen. Wie in vielen Ämtern, könne man es auch als Kirchengemeinderat nicht allen recht machen. Besonders beeindruckt zeigt sich der Dekan, dass die Ausscheidenden „der Kirche vor Ort ein Gesicht gegeben haben und für das Evangelium von Jesus Christus hingestanden sind“.



© Schwäbische Zeitung - 23.01.2014

Ägypten steht im Zentrum des Weltgebetstages
Erwachsenenbildung lädt verantwortliche Frauen zum regionalen Vorbereitungstag ins evangelische Gemeindehaus nach Bad Saulgau ein sz 23. Januar 2014

BAD SAULGAU - Die Katholische Erwachsenenbildung der Dekanate Biberach und Saulgau und das ökumenische Team für den Weltgebetstag (WGT) laden die verantwortliche Frauen aus den Kirchengemeinden aller christlichen Konfessionen zu einem regionalen Vorbereitungstag am Donnerstag, 30. Januar, von 14 bis 17.30 Uhr ins evangelische Gemeindehaus nach Bad Saulgau ein.

Der Weltgebetstag kommt im Jahr 2014 aus dem nordafrikanischen Ägypten, einem Land des „arabischen Frühlings“. Dort führten Massenproteste verschiedener Bevölkerungsteile Anfang 2011 zum Sturz des damaligen Präsidenten Husni Mubarak. Unter den Protestierenden waren viele, vor allem junge, Frauen. Sie gingen auf die Straße, um ihrer Sehnsucht nach Gerechtigkeit, Freiheit und Gleichheit eine Stimme zu verleihen. Ein Jahr später folgten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen, aus denen die sunnitisch-islamistische Bewegung der Muslimbrüder als stärkste politische Kraft hervorging. All diese Ereignisse der jüngsten Geschichte bilden den Hintergrund des WGT-Themas 2014 „Wasserströme in der Wüste“ und der dazugehörigen Gottesdienstordnung, die Christinnen aus Ägypten erarbeitet haben.

Bei den Vorbereitungstreffen erhalten die Teilnehmerinnen Einblicke in die Gottesdienstordnung mit Gestaltungselementen, die Traditionen, Kulturen, Religionen dieses Landes. Alle interessierten Frauen sind eingeladen, besonders diejenigen, die für die Gestaltung des Weltgebetstags vor Ort verantwortlich sind. Für das Regionaltreffen ist keine Anmeldung erforderlich.




© Schwäbische Zeitung - 22.01.2014

Mengener Nachbarschaftshilfe bietet vielfältige Dienste an
86 Helfer leisten insgesamt 12 000 Arbeitsstunden
Von Michael Jäger 22. Januar 2014

MENGEN - Im Zuge des demografischen Wandels wird die soziale Absicherung und Pflege der älter werdenden Generationen immer wichtiger. Diese Entwicklung erfordert aber auch einen immer größer werdenden finanziellen Aufwand der Betroffenen. Als eine der vielfältigen Alternativen zur gesetzlichen und privaten Absicherung rückt dabei die sozialorientierte Nachbarschaftshilfe immer mehr in den Fokus der zu betreuenden Personen.

Bei gesundheitlichen Einschränkungen hilft die Nachbarschaftshilfe mit ihren vielfältigen Dienstleistungen. Die stundenweisen Hilfeleistungen der Nachbarschaftshilfe werden generations- und konfessionsübergreifend geleistet.

Soziale Einrichtung

So gehört die ökumenisch organisierte Nachbarschaftshilfe der Liebfrauengemeinde Mengen seit mehr als 23 Jahren zu den sozialen Einrichtungen der Stadt, welche sich um Menschen kümmern, die in ihrem häuslichen Umfeld wohnen bleiben möchten. Nächstes Jahr feiert die Fördergemeinschaft ihr 25-jähriges Bestehen.

Die Fördergemeinschaft Nachbarschaftshilfe erbringt Hilfeleistungen im eigenen persönlichen Bereich der Menschen. Dank der kooperativen Zusammenarbeit der Mengener Nachbarschaftshilfe mit dem Pflegestützpunkt des Landkreises sowie der St.-Anna-Sozialstation sollen hilfsbedürftige Menschen im Alltag profitieren. So waren die 86 ehrenamtlichen Helfer im abgelaufenen Jahr über 12 000 Stunden im Dienst für den Nächsten im Einsatz. Die vielfältig anfallenden Arbeiten erstrecken sich von Hilfeleistungen im Haushalt und Gartenarbeiten über Winterdienst bis hin zum Besuchsdienst. In Kooperation mit den pflegenden Angehörigen werden auch Hilfestellungen bei einfachen Pflegearbeiten angeboten.

Eigentlich kann jeder die Nachbarschaftshilfe beanspruchen: Beispielsweise Familien und Alleinerziehende, die stundenweise eine Betreuung im Haushalt benötigen, Menschen mit „Handicap“ sowie Angehörige, die alte und kranke Menschen pflegen. „Durch eine transparente Organisation wollen wir neue Helferinnen und Helfer ansprechen und aktivieren, dies gilt aber auch für Hilfesuchende“, sagt Cordula Leuze vom Nachbarschaftshilfe-Team. „Über Männer und Frauen, welche sich für diesen Dienst engagieren und diesen mittragen wollen, freuen wir uns“, sagt Vorstand Dieter Arnold. Vom Gesetzgeber gibt es keine kostendeckende Finanzierung für die Nachbarschaftshilfevereine, daher sind diese auf Spenden angewiesen. „Vordergründig werden die Mitgliedsbeiträge mit zur Finanzierung herangezogen, großzügige Einzelspenden tragen für die Fortbildung der Helferinnen bei “, so die stellvertretende Einsatzleiterin Ingrid Eisele.




© Schwäbische Zeitung - 21.01.2014

Foto: Reichelt/privat

Die evangelischen Kirchengemeinderäte sind gewählt

RIEDLINGEN - Die feierliche Einführung der gewählten Kirchengemeinderäte fand vor Kurzem im Gottesdienst in der Christuskirche in Riedlingen statt. In der konstituierenden Sitzung wurde erneut Paul Lenz als zweiter Vorsitzender gewählt, der Kirchenpfleger und die Pfarrer gehören dem Rat kraft Amtes an. Unser Foto zeigt die gewählten Vertreter (vorne von links: Ute Giese (Altheim), Silke Renz (Ertingen), Ulrike Moeller (Riedlingen), mittlere Reihe von links: Pfarrerin Helga Steible-Elsässer, Susanne Volz (Riedlingen), Gudrun Zippler (Dürmentingen), Irina Ihbe (Ertingen), Margarita Buchmüller (Riedlingen), Kirchenpfleger Matthias Reichelt, hintere Reihe von links: Beate Etter (Riedlingen), Elisabeth Neumann (Ertingen), Claus Wagner (Riedlingen), Pfarrer Dr. Hans-Martin Rieger, Kevin Müllerschön (Riedlingen), Paul Lenz (Unlingen), Pfarrer Martin Elsässer.



© Schwäbische Zeitung - 18.01.2014

Frauen bereiten Weltgebetstag vor
sz 18. Januar 2014

MENGEN - Am 7. März wird der Weltgebetstag gefeiert, und zwar ökumenisch. Wie in jedem Jahr wird dieser weltweit am selben Tag gefeierte Gottesdienst von einer sich stets neu formierenden Gruppe von Frauen vorbereitet. Das Thema ist dieses Jahr „Wasserströme in der Wüste – Ägypten“. Alle Frauen, die gerne an der Vorbereitung teilnehmen möchten, aber auch alle, die gerne mehr über das Thema erfahren möchten, sind eingeladen zu den Vorbereitungsabenden, die alle jeweils ab 20 Uhr im katholischen Gemeindehaus Blochingen stattfinden. Mittwoch, 22. Januar, Schwerpunkt: Die biblischen Texte der Gottesdienstordnung. Montag, 3. Februar: Informationen zu Land, Leuten und Lebensbedingungen. Dienstag, 18. Februar: Gestaltung des Gottesdienstes.






© Schwäbische Zeitung - 18.01.2014

Zimmermeister und Restaurator Bernhard Otto

Bernhard Otto ist mit den Schülern des Zimmerer-Ausbildungszentrums des Öfteren zu Anschauungszwecken in der Stadtpfarrkirche St. Martin.

Fehlt die Heizung, kommt der Staub
Zimmermeister und Restaurator Bernhard Otto erklärt, warum eine neue Heizung für die Stadtpfarrkirche dringend notwendig ist
Von Gerd Mägerle 18. Januar 2014

BIBERACH - „Ein Mantel für St. Martin“, so lautet das Motto des Vereins Bauhütte Simultaneum, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Spenden für eine neue Heizung sowie die Außensanierung der Biberacher Stadtpfarrkirche St. Martin zu sammeln. Besonders eine funktionierende Heizung wird von den Gläubigen gerade in den Wintermonaten schmerzlich vermisst. Allerdings ist die Heizung nicht nur dazu da, dass es den Kirchenbesuchern wieder etwas wärmer wird, auch für den Erhalt der Bausubstanz ist sie wichtig. Erste Folgen einer fehlenden Heizung sind bereits jetzt in der Kirche sichtbar, wie Bernhard Otto, Zimmermeister, Restaurator und Ausbildungsmeister am Zimmerer-Ausbildungszentrum in Biberach, verdeutlicht. Er ist selbst Mitglied der Bauhütte Simultaneum, kennt die Stadtpfarrkirche sehr genau und ist mit seinen Schülern oft in dem Gebäude.

Im hinteren rechten Bereich des Mittelschiffs der Kirche deutet Bernhard Otto nach oben zum Deckengemälde, das der Münchner Hofmaler Johannes Zick 1746 bis 1748 geschaffen hat. In den Bereichen, die eigentlich nur weiß sein sollten, sind hellere und dunklere Linien zu erkennen, die parallel zueinander verlaufen. „Das Dunkle sind Staubschichten, die sich in den vergangenen Jahren bereits auf dem Deckengemälde abgelagert haben“, sagt Otto. „Dort, wo es heller ist, verläuft die Lattung unter der Putzschicht.“ Diese biete eine minimal bessere Isolation. „Die Wand ist an diesen Stellen nicht ganz so kalt, sodass sich der Staub dort nicht so stark ablagert“, erläutert er.

Grund für die Staubablagerungen sei die feuchte Luft. „Wenn Hunderte Menschen zu einem Gottesdienst oder einem Konzert in die Kirche kommen, erwärmen sie durch ihre Anwesenheit die Luft im unteren Bereich des Kirchenschiffs“, sagt Otto. Gerade in den Wintermonaten bringen die Leute aber auch viel Feuchtigkeit mit in die Kirche – sei es durch Regen und Schnee auf der Kleidung oder schlichtweg durch die Atemluft. Die wärmere Luft im unteren Bereich der Kirche nimmt die Feuchtigkeit auf und bindet den Staub. „Die warme Luft steigt nach oben und Feuchtigkeit samt Staub lagert sich auf den kalten Oberflächen ab“, erklärt Otto.

Mit einer neuen Heizung lasse sich dieser Effekt vermindern, vielleicht sogar ganz beseitigen, ist er überzeugt. „Je länger wir keine funktionierende Heizung haben, desto stärker werden die Staubablagerungen auf den Gemälden an der Decke. Außerdem wird sich das an den Wänden fortsetzen“, weiß er aus Erfahrung.

Der Staub, der sich inzwischen schon abgelagert hat, verschwindet durch eine neue Heizung allerdings nicht von selbst. „Hier braucht es wieder eine aufwendige Reinigung“, sagt Otto. Die letzte gab es vor rund 15 Jahren. „Und man sieht ja jetzt, was seither schon wieder passiert ist.“ Auch dem Holz der Kirchenorgel schade der Feuchtigkeitswechsel, sagt der Fachmann.

Er hofft deshalb, dass die Spendenbereitschaft der Biberacher so groß ist, dass die erforderlichen rund 2,5 Millionen Euro bald zusammenkommen. „Wir haben hier eines der größten Barockdeckengemälde in Süddeutschland. Allein schon für seinen Erhalt ist es wichtig, dass die neue Heizung kommt“, findet Otto.


© Schwäbische Zeitung - 18.01.2014

Marlis Glaser

Marlis Glaser ist am 2. Februar Gast in der Spitalkirche. Foto: privat

Marlis Glaser spricht über das, was trägt
„Mensch Nachbar – Sonntagsgespräch um sechs“

BIBERACH - „Mensch Nachbar – Sonntagsgespräche um sechs“ ist der Titel einer Reihe, die am Sonntag, 2. Februar, 18 Uhr, in der evangelischen Spitalkirche, Museumshof in Biberach fortgesetzt wird.

Dieses Mal ist eine Biberacherin/Attenweilerin im Gespräch mit zwei Menschen aus Kirche und Bildungsarbeit. Jenseits vom Tagesgeschehen ein Gespräch über zentrale Fragen: was trägt, worauf es ankommt. Dieses Mal kann man gespannt sein auf einen anregenden Gedankenaustausch mit der bildenden Künstlerin Marlis Glaser, Attenweiler. Wie immer, gibt es Musik passend zu Thema und Gast. Im Anschluss können die Gespräche fortgesetzt werden bei Gebäck, Wein und anderem in der evangelischen Spitalkirche.

Die Leitung des Abends haben Brunhilde Raiser, Geschäftsführerin Evangelisches Bildungswerk Oberschwaben sowie Pfarrerin Andrea Luiking, Ummendorf. Veranstalter ist die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Biberach und das Evangelischs Bildungswerk Oberschwaben.





© Schwäbische Zeitung - 18.01.2014

Arnfried Stoffner, Leiter der Ausländerbehörde, und Ernst Grassl, zuständig für die Belegung der

Informierten die an ehrenamtlicher Arbeit mit Asylbewerbern Interessierten: Arnfried Stoffner, Leiter der Ausländerbehörde, und Ernst Grassl, zuständig für die Belegung der He... sz-Foto: Waltraud Wolf

Fremden Willkommen signalisiert
Große Resonanz auf Informationsveranstaltung für die Aufnahme von Asylbewerbern in Riedlingen

RIEDLINGEN - Freudig überrascht waren die Herren vom Sozialamt und der Ausländerbehörde im Biberacher Landratsamt über die große Zahl jener Riedlinger, die mit ihrer Anwesenheit im katholischen Gemeindehaus bekundeten, sich für die Asylbewerber einbringen zu wollen, die ab März der Gemeinschaftsunterkunft am Vogelberg zugewiesen werden. Als positives Signal, dass die Stadt offen sei für Fremde, wertete dies auch Bürgermeister Hans Petermann.

Rund 60 Frauen und Männer waren es, die den Ausführungen über das Asylrecht, die Versorgung der Ausländer und die Erwartungen an einen „Freundeskreis für Fremde“ aufmerksam folgten, unter ihnen auch der neue Bürgermeister Marcus Schafft. Jene, die sich vor 25 Jahren schon der ersten Asylbewerber in Riedlingen annahmen, bemerkten erleichtert, dass sich seither manches zum Positiven gewendet hat.

344 Frauen, Männer und Kinder sind derzeit im Landkreis Biberach in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, darunter 53 in Bad Buchau, wo es „einwandfrei“ funktioniere, wie der Leiter des Kreissozialamtes, Hermann Kienle, den Anwesenden vermittelte. 25 bis 30 Personen müsse der Landkreis Biberach derzeit monatlich aufnehmen. Vor allem junge Leute seien es. Werde ihr Asylverfahren positiv entschieden, dürften sie sofort arbeiten. Dies gilt auch für syrische Kontingentflüchtlinge. Ansonsten müssten die Asylbewerber – je nach Status und Situation auf dem Arbeitsmarkt – mindestens neun Monate warten, bis sie eine Ausbildung beginnen oder eine Arbeit aufnehmen könnten. Bei Duldung sei es ein Jahr. Gemeinnützige Arbeit bei öffentlichen oder kirchlichen Einrichtungen für einen Euro pro Stunde sei von Anfang an erwünscht, so Hermann Scheel von der Ausländerbehörde.

Den Kindern werde der Besuch von Kindergarten und Schule ermöglicht, wobei hier zu Beginn die Sprachförderklassen stünden. Für Riedlingen werde versucht, eine weitere Lehrkraft einzusetzen, sagte Kienle. Eine enge Kooperation gebe es mit den Beruflichen Schulen, in denen die Vorbereitungsklassen „Arbeit und Beruf“ eingerichtet seien. Zusammen mit der Industrie- und Handelskammer würden Praktikumsplätze vermittelt.

Scheel beleuchtete das Asylrecht. Über einen Asylantrag entscheide das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, die Ausländerbehörde habe keine Entscheidungskompetenz. Bei Ablehnung seien die Menschen grundsätzlich verpflichtet, auszureisen. Doch gebe es auch solche, die vorübergehend geduldet seien. „Sie sitzen zwischen allen Stühlen“, vermerkte Scheel. Die Aufenthaltsdauer in den Gemeinschaftsunterkünften dauert höchstens 24 Monate. „Anschlussunterbringung“ heißt das Verfahren, bei dem die Asylbewerber danach den Gemeinden und Städten im Landkreis zugewiesen werden.

Ein Recht auf einen Sprachkurs haben nur jene, deren Asylantrag positiv beschieden worden ist. Deshalb gilt es, Sprachkurse ehrenamtlich zu organisieren. Ein Feld, das der „Freundeskreis für Fremde“ zu beackern hat. Die Leiterin der Riedlinger Stadtbibliothek, Marion Kiefer, hat bereits darauf reagiert und Bilderwörterbücher angeschafft. Als „Brückenbauer“ – auch hin zu den Vereinen – sollen sich die Helfer verstehen.

Pfarrer Matthias Ströhle vom Ökumenischen Freundeskreis Asyl Ochsenhausen hatte weitere Tipps parat: Treffen zur Kaffeestunde zwischen Asylbewerbern und Einheimischen, Begegnungen zwischen Hebammen und jungen Müttern, Begleitung bei Behördengängen und Beistand bei persönlichen Problemen. Darüber hinaus sei man um eine informative Öffentlichkeitsarbeit zum Abbau von Vorurteilen bemüht.

Den Mitgliedern des Riedlinger Freundeskreises ist das alles nicht fremd. Sie haben es bereits früher für Asylbewerber praktiziert und tun es für Spätaussiedler heute noch. „Wenn man an einem Strang zieht, macht die Arbeit als Ehrenamtliche Spaß“, vermerkte Andreas Gratz von der Caritas, der die konstruktive Stimmung in Riedlingen hervor hob.

„Es kommen interessierte Leute“, ließ Ernst Grassl wissen, beim Landratsamt für die Belegung der Heime zuständig, der erfreut feststellte: „Wenn Sie alle dabei bleiben, gibt es eine Ein-zu-Eins-Betreuung“. Belegt werde das Heim mit Menschen verschiedener Nationalitäten, womit er gute Erfahrungen gemacht habe. Im Hanggeschoss will er junge Männer unterbringen, im Erdgeschoss Familien. „Der nächste Schritt ist ein Treffen der interessierten Einheimischen“, sagte als Koordinatorin Pfarrerin Helga Steible-Elsässer.



© Schwäbische Zeitung - 18.01.2014

Clara Nielsen war vor zwei Jahren das einzige Mädchen beim ersten Poetry Slam in Laupheim. Die Erolzheimer Veranstalter erhoffen sich für ihre Premiere viele Talente, die vor ... Foto: privat

Auf der Suche nach jungen Wortkünstlern

Der erste Erolzheimer Poetry-Slam-Wettbewerb startet am 5. April in
der Diasporakirche

EROLZHEIM - Die evangelische Kirchengemeinde und der Erolzheimer Kulturausschuss planen den ersten Poetry Slam in Erolzheim. Stattfinden soll er am 5. April ab 20 Uhr in der Diasporakirche Erolzheim. Hierfür suchen die beiden Veranstalter junge Poeten.

Es bewegt sich was im Kulturangebot der Illertalgemeinde Erolzheim: Wie berichtet, wird in acht Tagen der Gitarrist Vilick Gabriel Mbanda aus Kamerun Musikstücke und Lieder beim besonderen Sonntagabendgottesdienst unter dem Titel „Grenzüberschreitungen“ in der Diasporakirche in Erolzheim spielen. Eine Woche später präsentiert Barbara Schmid in der Mehrzweckhalle eine Zarah-Leander-Show und am 10. Mai kommt Konstantin Gropper mit seinem Projekt „Get well soon“ zum allerersten Heimspiel. „Ganz Erolzheim ist darauf gespannt“, sagt Gabriele Gschwendner und hofft wie die Band auf ein volles Haus. Demnächst startet auch wieder die neue Koordination für die nächste Erolzheimer Musiknacht.

Gerne habe der Kulturausschuss den Ball aufgenommen, um mit Pfarrer Matthias Ströhle den bei Jugendlichen angesagten Poetry Slam gemeinsam vorzubereiten, betont Gabriele Gschwendner. Weil Rap eigentlich gut zum Themenabend des Poetry Slam passen würde, suchte der Kulturausschuss im Vorjahr zur musikalischen Untermalung eine Rapgruppe, die sich bereit erklärt, zwischen Darbietungen der Poetry Slammer für Stimmung zu sorgen. Es gab keine Resonanz auf den Aufruf. Man hofft, dass dies nicht so ist bei den Slammern und sich viele Talente bewerben und ihre selbst verfasste Lyrik in Erolzehim vorstellen. Gerne dürfen es mehr Mädchen sein als bei der Laupheimer Premiere, wo sich nur Clara Nielsen traute.


Bei einem Poetry Slam hat jeder Teilnehmer sieben Minuten Zeit, um mit seinen selbst geschriebenen Texten – gereimt oder in Prosa – die Lyrikfans in der Diasporakirche zu begeistern. Neben einigen Profis sollen in der Erolzheimer Diasporakirche gerade auch Amateure aus der Region zu Wort kommen und beim dynamischen Schlagabtauch ihren Mix aus Humor und Lebensweisheiten präsentieren können. Daher gilt: Jede(r) kann mitmachen! Wer eigene Texte schreibt und wissen will, was andere darüber denken, kann dies beim ersten Erolzheimer Poetry Slam miterleben. Alles ist möglich: klassische Lyrik, experimentelle Dichtung, Rap, Kurzgeschichten, Improvisationen.

© Schwäbische Zeitung - 17.01.2014

Dr. Hans-Otto Dumke, Pfarrerin Helga Steible-Elsässer, Günter Vogel und Kulturdezernent Jörg Riedlbauer

Die Referenten des Symposiums zum Thema „Antisemitismus“ (v. l): Dr. Hans-Otto Dumke, Pfarrerin Helga Steible-Elsässer, Günter Vogel und Kulturdezernent Jörg Riedlbauer. SZ-Foto: Beate Kusterer

Über Judenhass bei Luther, Wagner und Marx
Kolloquium der Volkshochschule zum Thema „Antisemitismus“
 Von Beate Kusterer 17. Januar 2014

BIBERACH - In einem zweistündigen Kolloquium zum Thema „Psychologische Aspekte des Antisemitismus“ im Rahmen der Vortragsreihe der Volkshochschule (VHS) hat Dr. Hans-Otto Dumke im Zeitraffer durch die Jahrhunderte über verschiedene Ausprägungen und Ursachen des Antisemitismus referiert.

Dafür hatte er sich drei weitere Referenten ins Boot geholt, die vor rund 60 Besuchern im Hans-Liebherr-Saal der Stadthalle jeweils eine bekannte Persönlichkeit aus der deutschen Geschichte auf ihre Haltung gegenüber Juden und Judentum hin untersucht hatten.

„Antisemitismus gibt es seit der Entstehung des Judentums“, so Dumke in seinem geschichtlichen Rückblick. Auch gelte heute jeder fünfte Deutsche als antisemitisch.

Dumke nannte Erklärungsversuche für Antisemitismus aus drei psychologischen Richtungen.

Freud, als Vertreter der Tiefenpsychologie sah den Judenhass im Unbewussten wurzelnd und als ödipalen Konflikt in einem Verschiebungs- und Projektionsprozess.

Mit Blickpunkt auf Aspekte der politischen Psychologie zitiert Dumke Samuel Salzborn, Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, die übereinstimmend die Meinung vertreten: „Antisemitismus und moderne Gesellschaft sind auf das Engste miteinander verwoben.“

Beim Streiflicht auf die Gruppensoziologie erläuterte Dumke deren Sichtweise des Antisemitismus als „Frage von Einschluss und Ausschluss in Gemeinschaften“. Im Falle der Juden gehe dies einher mit der Ablehnung von angeblich typischen jüdischen Eigenschaften.

Die Riedlinger Pfarrerin Helga Steible-Elsässer brachte Martin Luthers Wandlung vom Verständnis für fremde Lebens- und Glaubenswelten zeigenden Theologen zum polemisierenden, verbitterten, kranken Mann deutlich zum Ausdruck.

Luthers Steilvorlage für Hitler

Hatte Luther noch 1523 gesagt, dass „Jesus ein eingeborener Jude“ sei, so zeigte er sich 1542 in seiner antijudaistischen Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ aggressiv – was die Nazis Jahrhunderte später als Steilvorlage für ihre Propaganda nutzten. Gegen solche polemischen Denkmuster, so die Pfarrerin, sei theologische Kritik gefragt, denn „keine Theologie dürfe sich anmaßen, über die Gnade Gottes zu entscheiden.“

Der Komponist und Ex-Revolutionär Richard Wagner war politisch aktiv und links gerichtet. Juden wurden von ihm, wie Kulturdezernent Jörg Riedlbauer erläuterte, als „Repräsentanten des Kapitals“ gesehen. Hinzu kam, dass er zu noch erfolglosen Zeiten, einige jüdische Musikerkollegen wie Mendelssohn Bartholdy und Offenbach derart um ihre Erfolge beneidete, dass er sie öffentlich abwertete. In seiner, so Riedlbauer „abscheulichen Schrift“ mit dem Titel „Das Judentum in der Musik“ spricht er polemisierend Juden jegliches Kunst- und Musikverständnis ab. „Antisemitismus ist bei ihm zu finden, eine direkte Verbindung zu Hitler und dessen Vernichtungslager jedoch nicht“, bemerkte Riedlbauer.

Karl Marx war, wie Günter Vogel in seinem Referat zugrundelegte, von Geburt ein Jude. Sein Vater konvertierte aus beruflichen Gründen zum Christentum als er sechs Jahre alt war. Trotzdem gilt Marx als „linker Urvater des Antisemitismus“.

Im Jahr 1843 erschien seine 34-seitige Abhandlung „Zur Judenfrage“. Für Marx, so stellte Vogel dar, repräsentierte das weltliche Judentum den Kapitalismus. Er war, so Vogel, „kein bornierter Antisemit“. Seine Religionskritik schloss alle Religionen ein und sein Rezept zur Problemlösung lautete „Klassenkampf statt Rassenkampf“.

Ziel des Abends war, wie Dumke abschließend äußerte, „bei diesem immer noch aktuellen Thema zum Weiterlesen und vor allem Weiterdenken anzuregen“.



© Schwäbische Zeitung - 15.01.2014

Kirchliche Chöre eröffnen Jubiläumsjahr
1250 Jahre Kirchdorf: Auftakt des Veranstaltungsreigens mit einem Gemeinschaftskonzert
Von Hermann Hummel 15. Januar 2014

KIRCHDORF - Mit einem Gemeinschaftskonzert der katholischen Kirchenchöre Kirchdorf und Oberopfingen, des evangelischen Kirchenchors und des Chors der neuapostolischen Kirche hat Kirchdorf den Veranstaltungsreigen zur 1250-Jahrfeier eröffnet. Die Illertalgemeinde wurde im Jahr 764 erstmals urkundlich erwähnt. Einen solchen gemeinsamen musikalischen Auftritt dreier christlicher Konfessionen hätten sich der bekannte Pfarrer Michael von Jung und seine Nachfolger im Kirchdorf des 19. Jahrhunderts beileibe noch nicht vorstellen können.

So gesehen, war das Gemeinschaftskonzert eine Veranstaltung mit viel Symbolkraft, den Wandel von einer bis vor wenigen Jahrzehnten noch rein katholischen zu einer von religiöser Vielfalt geprägten Dorfgemeinschaft aufzeigend, gleichzeitig aber das Zusammenwachsen zu neuer Gemeinschaft. Von einem Zusammenwirken in einer erweiterten Ökumene sprach daher Bürgermeister Rainer Langenbacher in seinem Grußwort zur Eröffnung des Festjahres.

Ökumenischer Geist weht

Diesen ökumenischen Geist unterstrichen die Sänger und Instrumentalisten gleich zum Auftakt. Unter der Leitung von Susanne Wolpold vom evangelischen Kirchenchor brachten sie den Zuhörern in der voll besetzten Dreifaltigkeitskirche die Chorsätze „Singt dem Herrn ein neues Lied“ und „Du bist’s, dem Ruhm und Ehre gebühret“ zu Gehör. Anschließend stellten sich die Chöre mit eindrucksvollen Beiträgen vor. Zunächst erinnerte der evangelische Kirchenchor mit seinen Liedern „Wie schön leucht uns der Morgenstern“, „Es kommt ein Schiff geladen“, „Heilige Nacht“ und „Brich an, du schönes Morgenlicht“ nochmals an das Wunder der Weihnacht. Der Oberopfinger Chor mit seinem Dirigenten Josef Wehrle sang, von Roland Merz am Klavier begleitet, zunächst die Adventsmotette „Tröstet mein Volk“ und nach einem gekonnten Solovortrag des Dirigenten das „Gloria in excelsis deo“ und zum Abschluss mit Trompetenbegleitung „Herr, Großer Gott“ von Michael Haydn.

Der katholische Kirchenchor Kirchdorf mit seinem Dirigenten Herbert Ries eröffnete seinen Vortragsblock mit „Dir Gott Vater, dir sei Ehre“, einem Chorsatz von Wolfgang C. Briegel, sang das Abendlied „Herr, bleibe bei uns“ und, von Thomas Hörmann an der Orgel begleitet, Mendelssohn-Bartholdys „Denn er hat seinen Engeln befohlen“. Den abschließenden Höhepunkt bildete das „Gloria“ für Chor und Instrumentalisten aus der Pastoralmesse von A. Diabelli. Das Lob Gottes hatte sich auch der neuapostolische Kirchenchor unter der Leitung von Klaus König als Aufgabe gestellt. Mit ihrem Beitrag „Dich Gott loben wir“, „Jauchzet Gott, alle Lande“, dem „Heilig, heilig“ von Franz Schubert und „Der Herr ist mein Licht“ rundete er den bunten Reigen imponierender Vorträge ab.

Zusammenhalt stärken

Zum Ende des Konzertabends vereinigte Herbert Ries noch einmal die 78-köpfige Sängerschar aller Chöre und die Instrumentalisten zum „Halleluja“ von Händel als mächtigem Schlusschor, bevor das weihnachtliche Jubellied „O du fröhliche“ alle Mitwirkenden und die Zuhörer zu gewaltiger Klangfülle zusammenführte. Ovationen eines begeisterten und dankbaren Publikums belohnten die Akteure für ihre Darbietungen, und so ging der Wunsch des Bürgermeisters zum Jubiläumsjahr an diesem Abend schon mal in Erfüllung: Einträchtig zusammenhalten und so die Gemeinschaft weiterentwickeln.



© Schwäbische Zeitung - 14.01.2014

Nach der Einsetzung ins Amt: (von links) Pfarrer Ernst Eyrich, Klara Villwock, Markus Hammel, Hans Schließer, Sylvia Ruopp, Martin Walcher, Michael Unterweger, Frieder Wegmann... Foto: Ulrike Guggenberger

Klara Villwock scheidet nach 33 Jahren aus dem Amt

Der neu gewählte evangelische Kirchengemeinderat in Wain nimmt die Arbeit auf

WAIN - – Neun evangelische Kirchengemeinderäte sind am Sonntag in der Wainer Michaelskirche verpflichtet und ins Amt eingesetzt worden. Drei bisherige Ratsmitglieder wurden verabschiedet.

Während des Liedes „Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude“ traten die zwölf Kirchengemeinderäte vor den Altar. Pfarrer Ernst Eyrich dankte für die gute Zusammenarbeit und das gemeinsame Ziel, die Gemeinde geistlich zu leiten und Jesus zu dienen. Dass die Ratssitzungen ruhig veliefen, besage jedoch nicht, dass nichts bewegt worden wäre.

Fast alle Kosten sind gedeckt

Es war eine Menge los in den vergangenen sechs Jahren. Das kaputte Kirchendach und die Elektrik der Michaelskirche wurden erneuert. Nahezu alle entstandenen Kosten seien gedeckt, sagte Eyrich. 2013 wurde die Stiftung Michaelskirche Wain gegründet. Erstmals wurde in Wain ein Vikariat anhängig. Sarah Locher löste den langjährigen Kirchenchordirigenten Gerhard Schließer ab. Der Kinderprojektchor wurde ins Leben gerufen, die Visitation vorbereitet und der erste „Woimer Gmoinds-Treff“ in Kooperation mit der bürgerlichen Gemeinde geplant.

Aus dem Kirchengemeinderat ausgeschieden sind Markus Hammel, Sylvia Ruopp und Klara Villwock. Die Letztgenannte war 33 Jahre im Amt; sie erhielt für langjährige Dienste im Ehrenamt die Johannes-Brenz-Medaille.

Ins Amt eingesetzt wurden Christian Geiger, Martin Walcher, Monika Böhringer, Susanne Kaspar, Hans Schließer, Markus Schließer, Michael Wahl, Michael Unterweger und Frieder Wegmann. Mitglieder des Kirchengemeinderats sind kraft Amtes die Kirchenpflegerin Andrea Schließer und Pfarrer Eyrich.







© Schwäbische Zeitung - 13.01.2014

Ekkehard Keil (hinten rechts) und Artur K. M. Bay (hinten links) erhalten für ihr Engagement in der evangelischen Kirchengemeinde die Johannes-Brenz-Medaille.

Ekkehard Keil (hinten rechts) und Artur K. M. Bay (hinten links) erhalten für ihr Engagement in der evangelischen Kirchengemeinde die Johannes-Brenz-Medaille. Foto: monika fischer

Keil und Bay erhalten die Brenz-Medaille
Evangelischer Kirchengemeinderat nimmt seine Arbeit auf
Von Monika Fischer 13. Januar 2014

BAD SAULGAU - Am dritten Adventssonntag fanden in der evangelischen Kirchengemeinde die Wahlen zum Kirchengemeinderat statt. Jetzt wurden die neuen sowie die wiedergewählten Mitglieder des Gremiums feierlich in ihre Ämter eingeführt. Dies geschah im Rahmen eines Gottesdienstes, bei dem auch Dekan Hellger Koepff aus Biberach anwesend war.

Pfarrer Paul Bräuchle freute sich über die stattliche Besucherzahl in der Christuskirche, darunter eine Reihe von Kindern. Bevor die Kleinen zum altersgerechten Kindergottesdienst geleitet wurden, hörten auch sie, wie wichtig die Tätigkeit eines Kirchengemeinderats ist. So galt Bräuchles Dank einmal den scheidenden Räten für ihr Engagement. „Sie haben sich um die evangelische Kirchengemeinde verdient gemacht“, rief er ihnen zu. Dabei hoffe er, dass dieses Ehrenamt die Mandatsträger nicht nur gefordert, sondern ihnen auch eine persönliche Bereicherung und eine Erweiterung des Horizonts gebracht habe.

800 Seiten über Kirchenrecht

Mit einem Blick auf die neu gewählten Räte führte er aus, dass die Tätigkeit des Kirchengemeinderats eine große Verantwortung beinhalte. Beispielsweise sei das Gremium für die Personalpolitik in der Pfarrgemeinde mitverantwortlich, für das Kinderhaus und nicht zuletzt für den Haushaltsplan, der einen Etat in beeindruckender Größe umfasse. Mit einem „Ja und Gott helfe“ bekräftigten die neuen Kirchengemeinderäte ihren Willen zur Übernahme des Ehrenamtes. Im Gegenzug erhielten sie ein Handbuch aktuellen Datums, das auf über 800 Seiten das Kirchenrecht und die entsprechende Verfassung beschreibt. Augenzwinkernd fügte Pfarrer Bräuchle hinzu, er erwarte natürlich, dass das Buch bis zur ersten Sitzung am kommenden Mittwoch durchgearbeitet sei.

Eine besondere Ehrung erlebten zwei Gemeindemitglieder, die über vierzig Jahre im Kirchengemeinderat mitgearbeitet und teilweise parallel dazu als Prädikanten Gottesdienste übernommen haben. Aus der Hand von Dekan Hellger Koepff erhielten Ekkehard Keil aus Bad Saulgau und der frühere Bad Saulgauer und heute in Weingarten beheimatete Artur K.M. Bay die Johannes-Brenz-Medaille. Seinen Dank für den umfassenden Einsatz beider beschloss Dekan Koepff mit den Worten: „Sie haben der Kirche ein Gesicht gegeben“. Weil solch außerordentliches Engagement nur mit dem Rückhalt der Familie möglich ist, erhielten die Ehefrauen ein Blumenpräsent. Zwar sind die Geehrten bereits Ruheständler, doch versprechen sie, weiterhin als Prädikanten auszuhelfen, wann immer Bedarf besteht.

Zum feierlichen Rahmen des Gottesdienstes trugen der Kirchenchor unter Heidrun Boll und Sebastian Lange als Organist bei. Im Anschluss gab es bei einem Stehempfang Gelegenheit für Abschieds- und Willkommenswünsche an die Kirchengemeinderäte und für Glückwünsche an die Medaillenträger.

Aus dem Dienst des Kirschengemeinderats scheiden aus: Hans-Peter Abbt, Renate Böhm, Heidrun Boll, Karin Fuchs, Günther Gerstetter, Theresia Rohrsdorfer, Wolfgang Schuttkowski sowie Herbert Kaping, der der Gemeinde weiterhin als Mesner erhalten bleibt. Neu oder wiedergewählt im Gremium sind Sabine Fernholz, Regine Fischer, Christian Gärtner, Waltraud Gebhardt, Karin Käßmeier, Gerhard Lächelt, Erwin Löffelbein, Susanne Keppler, Marike Marsovski, Anja Mohn-Groß, Andreas Wörn.





© Schwäbische Zeitung - 13.01.2014

Manfred Schlegel, Gudrun Liebhart und Markus Blum setzen sich für Fremde ein.

Manfred Schlegel appelliert an die Anwohner, den Fremden ohne Vorbehalte zu begegnen, Gudrun Liebhart als Vogelberg-Bewohnerin will sich bei der Betreuung einbringen und Markus Blum SZ-Foto: Waltraud Wolf

Asylbewerbern gute Nachbarschaft bieten

In Riedlingen soll ein „Freundeskreis für Fremde“ gebildet werden – Eine Informationenveranstaltung ist am Donnerstag

Von Waltraud Wolf 13. Januar 2014

RIEDLINGEN - Riedlingen ist ein gutes Pflaster für Fremde, da es ein starkes Netz an Ehrenamtlichen gibt, die sich um sie kümmern. Mit der Ankunft von 40 Asylbewerbern ab März bedarf es weiterer Menschen, die sich einbringen. Am Donnerstag, 16. Januar, 19.30 Uhr, sind alle in das katholische Gemeindehaus eingeladen, die sich für das Thema interessieren und sich eine Mitarbeit in einem „Freundeskreis für Fremde“ vorstellen können. Er soll an jenen anknüpfen, der vor fast 25 Jahren aufgrund der erstmaligen Zuweisung von Asylbewerben gegründet wurde.

Hubert Marthaler erinnert sich an die Initiative des Ausschusses der Erwachsenenbildung innerhalb der Kirchengemeinde und die vier vorbereitenden Abende unter dem Motto „Fremde als Nachbarn“. Bei der Veranstaltung am Donnerstag werden Vertreter des Landratsamtes als zuweisende Behörde und der Stadt über gesetzliche Voraussetzungen und Leistungen informieren. Kirchliche Fachdienste – wie die Caritas – berichten aus ihrer Arbeit mit den Flüchtlingen. Zugesagt hat zudem der Pfarrer für Asyl, Matthias Ströhle aus Rot an der Rot.

In Zusammenarbeit mit der Evangelischen und der Katholischen Kirchengemeinde soll überlegt werden, wie den Neuankömmlingen geholfen werden kann. Man habe in Riedlingen gute Erfahrungen mit Integration gemacht, betont Pfarrerin Helga Steible-Elsässer und verbindet damit die Hoffnung, dass die Flüchtlinge „ein Willkommen erleben“.

Dennoch: Die Kunde von der Ankunft der Menschen, die im Gästehaus am Vogelberg untergebracht werden, stieß auf unterschiedliche Resonanz. Bürgermeister Hans Petermann räumt ein, dass es unter Anwohnern „große Bedenken“ gäbe. Doch er hat auch Anlass zur Freude über spontane Zusagen von Hilfe.

So meldete sich Markus Blum bei ihm. Der Abteilungsleiter Fußball beim TSV Riedlingen will vor allem die Kinder und Jugendlichen zum Fußballspiel und damit zur Gemeinschaft animieren, ein Beispiel, das auch bei anderen Vereinen Schule machen könnte.

Gudrun Liebhart wohnt ganz in der Nähe der künftigen Gemeinschaftsunterkunft. Trotz anderer ehrenamtlicher Tätigkeiten ist für die Lehrerin im Unruhestand klar, dass sie unterstützend tätig sein wird und denkt dabei in erster Linie an die Kinder. Ihnen in Riedlingen sofort den Besuch von Kindergarten und Schule zu ermöglichen, ist für Bürgermeister Hans Petermann ein großes Anliegen. Inwieweit die Erwachsenen arbeiten dürfen, bleibt abzuwarten. Petermann sieht durchaus Chancen für Beschäftigungsmöglichkeiten.

Auch Manfred Schlegel ist Anwohner und will als Botschafter gegenüber den Einheimischen agieren, den Fremden offen und ohne Vorbehalte zu begegnen. Statt Gräben müssten Brücken gebaut werden, appelliert er.

Sprache ist der Schlüssel

Da die deutsche Sprache der Schlüssel zu einem guten Miteinander ist, werden ehrenamtliche Sprachkurse für die Erwachsenen zu organisieren sein, da sie zunächst kein Recht darauf haben. In dem Gästehaus am Vogelberg wird es – auch dazu – einen Raum geben. In ihm kann auch Kinderbetreuung stattfinden oder ein Gesprächskreis sich treffen. Belegt werden soll das Haus stockwerkweise mit Einzelpersonen und mit Familien.

Aus welchen Ländern und Situationen die Menschen kommen, ist noch unbekannt und hängt von der Zuweisung durch das Land ab.

Derzeit sind es hauptsächlich Menschen aus Balkanländern, aus Afghanistan, Pakistan, Syrien, dem Irak und dem Iran, aber auch aus der russischen Föderation, die um Aufnahme in Deutschland nachsuchen.

Hubert Marthaler, der die Veranstaltung eröffnen wird, bekennt aus seinen Erfahrungen: „Wir mussten mühsam lernen, dass Fremde nicht gleich Fremde sind, dass sie unterschiedliche Bedürfnisse haben“. Diese Erkenntnis wird beim Neustart hilfreich sein, auch wenn die Herausforderungen ganz andere sein können.

Groß waren sie auch beim früheren Freundeskreis Asyl. Mechthild Zimmermann war eine der Frauen, die sich in ihm besonders engagierten. Nicht nur einmal hat sie an den Petitionsausschuss des Landtages geschrieben und auf das Schicksal von Asylbewerbern hingewiesen, sogar Kirchenasyl sei für einen der Flüchtlinge überlegt worden. Der Krieg im Kosovo habe damals verhindert, dass er abgeschoben wurde, erinnert sie sich nicht nur an diesen Fall, der letztlich gut ausgegangen ist. Aber sie musste auch bitter empfundene Abschiebungen miterleben. Wenn auch nicht mehr so intensiv wie vor Jahren, helfend dabei sein will sie auch diesmal wieder.

Ein weiterer Vorteil in Riedlingen sind Strukturen, die in den 1990er-Jahren geschaffen wurden, wie die Kleiderkammer. Sie steht allen Bedürftigen offen.

Helga Steible-Elsässer spricht von einer „guten Nachbarschaft“, die man ermöglichen wolle. Wie dies geschehen könne, „darüber möchten wir miteinander sprechen“, lädt sie auf Donnerstag ein.







© Schwäbische Zeitung - 13.01.2014

Manfred Schlegel appelliert an die Anwohner, den Fremden ohne Vorbehalte zu begegnen, Gudrun Liebhart als Vogelberg-Bewohnerin will sich bei der Betreuung einbringen und Marku... SZ-Foto: Waltraud Wolf

Asylbewerbern gute Nachbarschaft bieten

In Riedlingen soll ein „Freundeskreis für Fremde“ gebildet werden – Eine Informationenveranstaltung ist am Donnerstag

RIEDLINGEN - Riedlingen ist ein gutes Pflaster für Fremde, da es ein starkes Netz an Ehrenamtlichen gibt, die sich um sie kümmern. Mit der Ankunft von 40 Asylbewerbern ab März bedarf es weiterer Menschen, die sich einbringen. Am Donnerstag, 16. Januar, 19.30 Uhr, sind alle in das katholische Gemeindehaus eingeladen, die sich für das Thema interessieren und sich eine Mitarbeit in einem „Freundeskreis für Fremde“ vorstellen können. Er soll an jenen anknüpfen, der vor fast 25 Jahren aufgrund der erstmaligen Zuweisung von Asylbewerben gegründet wurde.

Hubert Marthaler erinnert sich an die Initiative des Ausschusses der Erwachsenenbildung innerhalb der Kirchengemeinde und die vier vorbereitenden Abende unter dem Motto „Fremde als Nachbarn“. Bei der Veranstaltung am Donnerstag werden Vertreter des Landratsamtes als zuweisende Behörde und der Stadt über gesetzliche Voraussetzungen und Leistungen informieren. Kirchliche Fachdienste – wie die Caritas – berichten aus ihrer Arbeit mit den Flüchtlingen. Zugesagt hat zudem der Pfarrer für Asyl, Matthias Ströhle aus Rot an der Rot.

In Zusammenarbeit mit der Evangelischen und der Katholischen Kirchengemeinde soll überlegt werden, wie den Neuankömmlingen geholfen werden kann. Man habe in Riedlingen gute Erfahrungen mit Integration gemacht, betont Pfarrerin Helga Steible-Elsässer und verbindet damit die Hoffnung, dass die Flüchtlinge „ein Willkommen erleben“.

Dennoch: Die Kunde von der Ankunft der Menschen, die im Gästehaus am Vogelberg untergebracht werden, stieß auf unterschiedliche Resonanz. Bürgermeister Hans Petermann räumt ein, dass es unter Anwohnern „große Bedenken“ gäbe. Doch er hat auch Anlass zur Freude über spontane Zusagen von Hilfe.

So meldete sich Markus Blum bei ihm. Der Abteilungsleiter Fußball beim TSV Riedlingen will vor allem die Kinder und Jugendlichen zum Fußballspiel und damit zur Gemeinschaft animieren, ein Beispiel, das auch bei anderen Vereinen Schule machen könnte.

Gudrun Liebhart wohnt ganz in der Nähe der künftigen Gemeinschaftsunterkunft. Trotz anderer ehrenamtlicher Tätigkeiten ist für die Lehrerin im Unruhestand klar, dass sie unterstützend tätig sein wird und denkt dabei in erster Linie an die Kinder. Ihnen in Riedlingen sofort den Besuch von Kindergarten und Schule zu ermöglichen, ist für Bürgermeister Hans Petermann ein großes Anliegen. Inwieweit die Erwachsenen arbeiten dürfen, bleibt abzuwarten. Petermann sieht durchaus Chancen für Beschäftigungsmöglichkeiten.

Auch Manfred Schlegel ist Anwohner und will als Botschafter gegenüber den Einheimischen agieren, den Fremden offen und ohne Vorbehalte zu begegnen. Statt Gräben müssten Brücken gebaut werden, appelliert er.

Sprache ist der Schlüssel

Da die deutsche Sprache der Schlüssel zu einem guten Miteinander ist, werden ehrenamtliche Sprachkurse für die Erwachsenen zu organisieren sein, da sie zunächst kein Recht darauf haben. In dem Gästehaus am Vogelberg wird es – auch dazu – einen Raum geben. In ihm kann auch Kinderbetreuung stattfinden oder ein Gesprächskreis sich treffen. Belegt werden soll das Haus stockwerkweise mit Einzelpersonen und mit Familien.

Aus welchen Ländern und Situationen die Menschen kommen, ist noch unbekannt und hängt von der Zuweisung durch das Land ab.

Derzeit sind es hauptsächlich Menschen aus Balkanländern, aus Afghanistan, Pakistan, Syrien, dem Irak und dem Iran, aber auch aus der russischen Föderation, die um Aufnahme in Deutschland nachsuchen.

Hubert Marthaler, der die Veranstaltung eröffnen wird, bekennt aus seinen Erfahrungen: „Wir mussten mühsam lernen, dass Fremde nicht gleich Fremde sind, dass sie unterschiedliche Bedürfnisse haben“. Diese Erkenntnis wird beim Neustart hilfreich sein, auch wenn die Herausforderungen ganz andere sein können.

Groß waren sie auch beim früheren Freundeskreis Asyl. Mechthild Zimmermann war eine der Frauen, die sich in ihm besonders engagierten. Nicht nur einmal hat sie an den Petitionsausschuss des Landtages geschrieben und auf das Schicksal von Asylbewerbern hingewiesen, sogar Kirchenasyl sei für einen der Flüchtlinge überlegt worden. Der Krieg im Kosovo habe damals verhindert, dass er abgeschoben wurde, erinnert sie sich nicht nur an diesen Fall, der letztlich gut ausgegangen ist. Aber sie musste auch bitter empfundene Abschiebungen miterleben. Wenn auch nicht mehr so intensiv wie vor Jahren, helfend dabei sein will sie auch diesmal wieder.

Ein weiterer Vorteil in Riedlingen sind Strukturen, die in den 1990er-Jahren geschaffen wurden, wie die Kleiderkammer. Sie steht allen Bedürftigen offen.

Helga Steible-Elsässer spricht von einer „guten Nachbarschaft“, die man ermöglichen wolle. Wie dies geschehen könne, „darüber möchten wir miteinander sprechen“, lädt sie auf Donnerstag ein.

© Schwäbische Zeitung - 13.01.2014

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Lotte Obrist vom Organisationsteam bedankte sich herzlich bei Walter Wipfler, dem Dorfchronisten mit der Kamera.

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So manche Geschichte wussten die Zuschauer zu den Filmdokumentationen von Walter Wipfler zu erzählen. Fotos: ulrike guggenberger

„Schee isch gwä“: Wipflers Filme frischen Erinnerungen auf

120 Zuschauer beim „Gmoinds-Treffen“ haben ihre helle Freude an den alten Aufnahmen von Wainer Festen

WAIN - Für das „2. Woimer Gmoinds-Treffen“ sind mehr Anmeldungen eingegangen als Plätze im evangelischen Gemeindehaus zur Verfügung stehen. Walter Wipfler, der aus seinem reichen Fundus Filmaufnahmen von Wainer Festen aus den Jahren 1961 bis 1981 zeigte, bescherte dem Organisationsteam ein volles Haus.

Die Besucher konnten sich zunächst mit Kuchen und Laugenstangen stärken. Dann ergriff Walter Wipfler das Wort. Er dankte für die tolle Veranstaltung und wünschte gute Unterhaltung bei den von ihm gedrehten Filmen, die er mit Text und Musik unterlegt hat.

Den Anfang machten einige winterliche Impressionen, aufgenommen an der Rot. Der erste Film zeigte das Musikerfest in Wain 1961. Weiter ging es mit dem Musikerfest 1971, damals wurde dem Musikverein eine neue Fahne überreicht. Zudem wurde der Partnerschaftsvertrag mit der Gemeinde Arriach in Österreich unterzeichnet.

Im Sommer 1976 wurde das Kindergartenfest gefilmt. Manch einer der Zuschauer am Freitag hat sich selbst, Verwandte oder seine Kinder wiedererkannt. Das Gelächter und die Freude waren groß.

Danach war das Sportfest 1980 zum 60- jährigen Bestehen des TSV Wain an der Reihe. Pfarrer Rehm hat durchs Programm geführt und auch das eine oder andere Mal mitgeschunkelt.

Ein Graben um das Festzelt

Im Sommer 1981 wurde das Kreismusikfest in Wain gefeiert. Es regnete so stark, dass ein Graben rund um das Festzelt ausgehoben wurde, um den Besuchern trockene Füße zu bescheren. Für Aufsehen sorgte ein verlorenes Gebiss, das seinem Besitzer nach einiger Aufregung wieder übergeben werden konnte.

Mit tosendem Applaus bedankten sich die rund 120 Zuschauer bei Walter Wipfler für die gelungenen Aufnahmen. Ganz aufgeregt hörte man an den Tischen des Öfteren ein „ha woisch no“ oder „des war a Sauhitz“, und „schee isch gwä“. Erinnerungen wurden aufgefrischt und ausgetauscht und so manche Geschichte zu den Filmen erzählt. Gemütlich klang der Nachmittag aus und die Vorfreude auf den nächsten „Gmoinds-Treff“ (siehe unten) ist schon groß.

Lotte Obrist, die das Organisationsteam leitet, bedankte sich mit einem guten Tropfen bei Walter Wipfler und beim Publikum für die rege Teilnahme. Zum Organisationsteam gehören Gerlinde Fromm, Elfriede Heber, Doris Walcher, Sonja Wehr und Maria Birich.

© Schwäbische Zeitung - 10.01.2014

Im Lauf des Kirchenjahres gibt es viele Aufgaben für den Arbeitskreis Ökumene. Von links: Mechthild Zimmermann, Hubert Marthaler, Marlene Müller, ev. Pfarrer Martin Elsässer,

Im Lauf des Kirchenjahres gibt es viele Aufgaben für den Arbeitskreis Ökumene. Von links: Mechthild Zimmermann, Hubert Marthaler, Marlene Müller, ev. Pfarrer Martin Elsässer, ... Foto: Michaela Kegel

„Wie man eins wird, bleibt noch spannend

Der Arbeitskreis Ökumene hat Vereinbarung für die Partnerschaft der beiden Kirchengemeinden ausgearbeitet

Von Michaela Kegel 10. Januar 2014

RIEDLINGEN - In Riedlingen hat Ökumene eine lange Tradition. Die Evangelische Kirchengemeinde sowie die Katholische Kirchengemeinde St. Georg arbeiten seit Jahren sehr gut zusammen. Das bisher Erreichte soll in der Zukunft ausgebaut werden. Damit dies gelingt, hat der Arbeitskreis Ökumene, welcher seit 15 Jahren besteht, eine Rahmenvereinbarung der ökumenischen Partnerschaft ausgearbeitet.

Der Arbeitskreis Ökumene besteht aus fünf ehrenamtlichen katholischen und evangelischen Mitgliedern. Ihnen – das sind Hildegard Grammer, Hubert Marthaler, Marlene Müller, Evamaria Petri und Mechthild Zimmermann – liegt am Herzen, dass die Ökumene weitergeht. „Damit sie alle eins seien, wie der Vater in mir und ich in dir“ – dieser Auftrag Jesu (Joh 17,21) wird in Riedlingen sehr ernst genommen. Daran soll jetzt und in Zukunft gearbeitet werden. Die Rahmenvereinbarung beschreibt verbindlich die ökumenische Zusammenarbeit und will sie fördern und stärken.

Die Verbindlichkeit besteht in der Selbstverpflichtung der beiden Gemeinden, diese Vereinbarung mit Leben zu füllen und hat keinen kirchenrechtlichen Charakter. „Die ökumenische Rahmenvereinbarung zeigt einen Weg auf – wie man eins wird, bleibt allerdings noch spannend“, meint Hubert Marthaler. Dass in möglichst vielen Städten evangelische und katholische Kirchengemeinden ihre Zusammenarbeit verstärken, würde er sehr begrüßen. Denn so könnte der Amtskirche gezeigt werden, dass das Volk die Annäherung wünscht. Riedlingen sei hier eine der wenigen Städte in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, in der eine ökumenische Rahmenvereinbarung unterzeichnet haben.

Im Gegensatz dazu wurden in der Erzdiözese Freiburg bislang 99 lokale Partnerschaften vereinbart (die SZ berichtete) – Tendenz steigend. Das haben kürzlich der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch und Landesbischof Ulrich Fischer erklärt. Weil in der Diözese Rottenburg-Stuttgart bislang nur wenige Rahmenvereinbarungen unterzeichnet wurden, hat der Riedlinger Arbeitskreis auf eine im Internet veröffentlichte Vorlage der Landeskirche Baden und der Erzdiözese Freiburg zurückgegriffen, und auf dieser Grundlage die Rahmenvereinbarung erarbeitet. „Festhalten was ist, damit es bleibt und weitergeht.“ So bringt Hubert Marthaler den Sinn einer solchen Rahmenvereinbarung auf den Punkt.

Der Zulauf bei den gemeinsamen Gottesdiensten ist groß, denn viele Ehen sind konfessionsgemischt und die Menschen suchen das Miteinander. So gestaltet der Arbeitskreis seit Jahren den ökumenischen Silvestergottesdienst. Lange Tradition haben auch die ökumenische Bibelwoche, das Hausgebet im Advent oder der Weltgebetstag der Frauen. Mit der Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung sollen Rückschritte auf dem bisherigen gemeinsamen Weg verhindert werden, etwa wenn ein Wechsel in der Gemeindeleitung stattfindet.

Der Dienst am Nächsten

Bereits seit Jahren gibt es eine Hospizgruppe, die von beiden Kirchengemeinden getragen wird. Auch der ökumenische Freundeskreis Aussiedler ist ebenfalls sehr aktiv. Weiterhin wollen die beiden Kirchengemeinden den Dienst am Nächsten im Blick behalten. Aktuell steht in Riedlingen die Unterbringung von 40 Asylbewerbern und Flüchtlingen an, die ab März ins Motel am Vogelberg einziehen sollen (die SZ berichtete). Unter dem Motto „Fremde werden Freunde“ wollen die beiden Kirchengemeinden auch hier zusammenarbeiten und diesen Menschen die Integration erleichtern.







© Schwäbische Zeitung - 10.01.2014

Im Lauf des Kirchenjahres gibt es viele Aufgaben für den Arbeitskreis Ökumene. Von links: Mechthild Zimmermann, Hubert Marthaler, Marlene Müller, ev. Pfarrer Martin Elsässer, ... Foto: Michaela Kegel

„Wie man eins wird, bleibt noch spannend

Der Arbeitskreis Ökumene hat Vereinbarung für die Partnerschaft der beiden Kirchengemeinden ausgearbeitet

RIEDLINGEN - In Riedlingen hat Ökumene eine lange Tradition. Die Evangelische Kirchengemeinde sowie die Katholische Kirchengemeinde St. Georg arbeiten seit Jahren sehr gut zusammen. Das bisher Erreichte soll in der Zukunft ausgebaut werden. Damit dies gelingt, hat der Arbeitskreis Ökumene, welcher seit 15 Jahren besteht, eine Rahmenvereinbarung der ökumenischen Partnerschaft ausgearbeitet.

Der Arbeitskreis Ökumene besteht aus fünf ehrenamtlichen katholischen und evangelischen Mitgliedern. Ihnen – das sind Hildegard Grammer, Hubert Marthaler, Marlene Müller, Evamaria Petri und Mechthild Zimmermann – liegt am Herzen, dass die Ökumene weitergeht.

„Damit sie alle eins seien, wie der Vater in mir und ich in dir“ – dieser Auftrag Jesu (Joh 17,21) wird in Riedlingen sehr ernst genommen. Daran soll jetzt und in Zukunft gearbeitet werden. Die Rahmenvereinbarung beschreibt verbindlich die ökumenische Zusammenarbeit und will sie fördern und stärken.

Die Verbindlichkeit besteht in der Selbstverpflichtung der beiden Gemeinden, diese Vereinbarung mit Leben zu füllen und hat keinen kirchenrechtlichen Charakter. „Die ökumenische Rahmenvereinbarung zeigt einen Weg auf – wie man eins wird, bleibt allerdings noch spannend“, meint Hubert Marthaler. Dass in möglichst vielen Städten evangelische und katholische Kirchengemeinden ihre Zusammenarbeit verstärken, würde er sehr begrüßen. Denn so könnte der Amtskirche gezeigt werden, dass das Volk die Annäherung wünscht. Riedlingen sei hier eine der wenigen Städte in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, in der eine ökumenische Rahmenvereinbarung unterzeichnet haben.

Im Gegensatz dazu wurden in der Erzdiözese Freiburg bislang 99 lokale Partnerschaften vereinbart (die SZ berichtete) – Tendenz steigend. Das haben kürzlich der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch und Landesbischof Ulrich Fischer erklärt. Weil in der Diözese Rottenburg-Stuttgart bislang nur wenige Rahmenvereinbarungen unterzeichnet wurden, hat der Riedlinger Arbeitskreis auf eine im Internet veröffentlichte Vorlage der Landeskirche Baden und der Erzdiözese Freiburg zurückgegriffen, und auf dieser Grundlage die Rahmenvereinbarung erarbeitet. „Festhalten was ist, damit es bleibt und weitergeht.“ So bringt Hubert Marthaler den Sinn einer solchen Rahmenvereinbarung auf den Punkt.

Der Zulauf bei den gemeinsamen Gottesdiensten ist groß, denn viele Ehen sind konfessionsgemischt und die Menschen suchen das Miteinander. So gestaltet der Arbeitskreis seit Jahren den ökumenischen Silvestergottesdienst. Lange Tradition haben auch die ökumenische Bibelwoche, das Hausgebet im Advent oder der Weltgebetstag der Frauen. Mit der Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung sollen Rückschritte auf dem bisherigen gemeinsamen Weg verhindert werden, etwa wenn ein Wechsel in der Gemeindeleitung stattfindet.

Der Dienst am Nächsten

Bereits seit Jahren gibt es eine Hospizgruppe, die von beiden Kirchengemeinden getragen wird. Auch der ökumenische Freundeskreis Aussiedler ist ebenfalls sehr aktiv. Weiterhin wollen die beiden Kirchengemeinden den Dienst am Nächsten im Blick behalten. Aktuell steht in Riedlingen die Unterbringung von 40 Asylbewerbern und Flüchtlingen an, die ab März ins Motel am Vogelberg einziehen sollen (die SZ berichtete). Unter dem Motto „Fremde werden Freunde“ wollen die beiden Kirchengemeinden auch hier zusammenarbeiten und diesen Menschen die Integration erleichtern.

© Schwäbische Zeitung - 09.01.2014

Von Walter Wipflers Filmleidenschaft profitieren die Wainer Bürger am Freitag einmal mehr. Foto: Ray

Von Walter Wipflers Filmleidenschaft profitieren die Wainer Bürger am Freitag einmal mehr. Foto: Ray

Wipfler öffnet erneut sein einzigartiges Filmarchiv

Beim zweiten „Woimer Gmoindstreffen“ am Freitag lässt er mehrere Feste Revue passieren

WAIN -
Seine Leidenschaft für bewegte Bilder ist schon im Knabenalter geweckt worden. „Wenn wir in der Volksschule in Wain einen Film anschauten, hat mich der Lehrer immer beauftragt, ihn vorzuführen“, sagt Walter Wipfler. Seit den 1960er-Jahren ist er bei großen Festen in seiner Heimatgemeinde mit der Kamera dabei. Einzigartige Dokumentationen sind auf diese Weise entstanden. Für das „2. Woimer Gmoinds-Treffen“ am Freitag, 10. Januar, öffnet Wipfler nun einmal mehr sein Archiv und lässt mehrere Feste Revue passieren – ein außergewöhnlicher Rückblick, bei dem die Zuschauer in Erinnerungen schwelgen und manches bekannte Gesicht entdecken können.

Lotte Obrist, eine der Initiatorinnen des „Gmoinds-Treffen“, hatte Wipfler gefragt, ob er nicht etwas aus seinem Repertoire zeigen wollte. Der fitte Rentner hat gern zugesagt. Die neue Veranstaltungsreihe sei „a super Sach“, welche es zu unterstützen gelte. Mit seinem eigenen Equipment präsentiert er am Freitag im evangelischen Gemeindehaus etwa eine Stunde lang unterhaltsames und sorgfältig zusammengestelltes Bildmaterial aus seinem Fundus – aufgenommen bei den Wainer Musikerfesten 1961, 1971 und 1981, dem Sommerfest im Kindergarten 1978 und dem Turnfest 1980.

Wipfler, 72, war Geschäftsführer der Firma Härdtle, sein Vater Bürgermeister in Wain. Seine erste öffentliche Vorführung hatte der Sohn mit jenem Film, den er 1961 beim Musikerfest in der Gemeinde drehte. Auch bei Reisen nach Ägypten oder Amerika hatte er die Kamera stets dabei und ließ so die Daheimgebliebenen an seinen Erlebnissen teilhaben.

Das Acht- und 16-Millimeter-Format jener Jahre hat längst moderner Videotechnik Platz gemacht. Zuletzt hat Wipfler einen Film über das Partnerschaftsjubiläum Wain-Arriach fertiggestellt. 2012 waren es vier Jahrzehnte, dass die beiden Gemeinden enge Kontakte pflegen. Jetzt müsse noch ein geeigneter Rahmen gefunden werden, um auch dieses Werk vorzuführen, sagt der Regisseur und Kameramann.

Unterstützung bei seinem Hobby wäre manchmal hilfreich, verrät Wipfler; die Software zum Bearbeiten des Filmmaterials sei zum Teil doch sehr komplex. Bei einem Besuch der Ulmer Lichtburg hat er neulich Filme von 1922 angesehen, die von den Ulmern vor Kurzem digitalisiert wurden. Da ist er zu Recht ein wenig stolz, hat er doch in Wain bereits vor fünf Jahren damit begonnen. Zu seiner Sammlung von Filmprojektoren gehört auch das alte Gerät der Wainer Volksschule.

Damit es Walter Wipfler gewiss nicht langweilig wird, ist er mit der Reparatur der Wainer Kirchturmuhr betraut worden. Auch diesem Projekt widmet er sich mit Hingabe, gefilmt wird allerdings nicht.

© Schwäbische Zeitung - 03.01.2014

Geschenke über Geschenke: Die Aktion Sternenfunkeln ist ein voller Erfolg. Foto: privat

158 Kinder freuen sich über Geschenke
Aktion Sternenfunkeln ist ein voller Erfolg – Viele Bürger beteiligen sich
 sz 3. Januar 2014

MENGEN - Glückliche Kinderaugen: Bei der vom Diakonielädele Mengen und der evangelischen Kirchengemeinde organisierten Aktion Sternenfunkeln sind insgesamt 158 Kinder aus Mengen beschenkt worden. Ziel der Veranstalter war es, darauf aufmerksam zu machen, dass es heutzutage für viele Kinder nicht selbstverständlich sei, ein Weihnachtsgeschenk zu erhalten.

In den Wochen vor Weihnachten durften Kinder mit der Erlaubnis der Erziehungsberechtigten im Diakonielädele einen Geschenkwunsch bis zu einem Wert von 20 Euro abgeben. Diese Wünsche waren auf Sternen an Weihnachtsbäumen in Mengener Geschäften befestigt, die Bürger konnten die Sterne mit den Wünschen mitnehmen. „Unsere leise Sorge, dass manche Wünsche möglicherweise unerfüllt bleiben, hat sich nicht bestätigt“, freut sich Gerda Knoch vom Diakonielädele. „Alle, die einen Stern mitgenommen haben, haben das Geschenk auch besorgt und bei uns abgegeben. Zusätzlich erhielten wir viele Spenden und konnten so selbst auch noch einzelne Kinder beschenken.

Wir sind den Spendern sehr dankbar und werden uns auch noch in schriftlicher Form bei allen bedanken“, kündigte Knoch an. Gefreut habe man sich auch über die Holzspende der Firma Löw, mit der die Weihnachtsbäume hergestellt wurden. Die Bereitschaft der Bürger – auch über Mengen hinaus – sich an der Aktion zu beteiligen, war groß. „Die vier Geschäfte, in denen die Sterne abgeholt werden konnten, haben uns rückgemeldet, dass noch weitaus mehr Sterne Abnehmer gefunden hätten“, so Pfarrerin Ines Fischer von der evangelischen Kirchengemeinde. Zu haben waren die Sterne im Dinkelladen Vitt für Hildegard, im Friseurgeschäft Haarprojekt Tanja Kienzle, bei der Kreissparkasse und in Michaelas Spielzeuglädle.

„Wir möchten diese Bereitschaft auch als ein Zeichen verstehen, dass wir in unserer Stadt noch nachhaltiger darüber nachdenken, wie eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für alle Kinder möglich ist. Weihnachtsgeschenke sind ja oft nur die Spitze des Eisberges“, findet Pfarrerin Fischer. Bei der Bescherung im evangelischen Gemeindesaal durften die Kinder ihr Weihnachtsgeschenk gemeinsam mit den Eltern abholen, viele ließen das Geschenk aber noch eingepackt, um sich dann am Weihnachtsabend darüber freuen zu können.