© Schwäbische Zeitung - 31.03.2015

Mahn­wa­che am Kar­frei­tag

Biberach - Unter dem Motto "Frieden schaffen. Gerade jetzt!" veranstaltet das Biberacher Friedensbündnis am Karfreitag, 3. April, ab 17 Uhr wieder eine Mahnwache auf dem Marktplatz in Biberach. Gerade in einer Zeit, in der die friedenspolitische Weltlage überall aus den Fugen zu geraten scheint, ist der Aufruf zu einer Mahnwache als Zeichen der Begegnung und des friedlichen Miteinanders nötiger denn je.

In interreligiöser Gemeinschaft werden neben Dekan Hellger Koepff als Vertreter der evangelischen Kirche und Stadtpfarrer Kaspar Baumgärtner von der katholischen Kirchengemeinde auch der Imam der Biberacher islamischen Gemeinde, Halil Ibrahim Yaylali, an der Gestaltung der Mahnwache mitwirken.

Texte und Gedanken zur aktuellen friedenspolitischen Situation werden von Annalena Braß sowie Ralph Lange vom Biberacher Friedensbündnis vorgetragen. Für die musikalische Umrahmung sorgen Monika, Sabine und Lorenz Lessmeister sowie Martin Gratz.



© Schwäbische Zeitung - 30.03.2015

Wenn Goe­the auf Bu­shi­do trifft

Vor rund 140 Zuschauern gewinnt Stefan Unser den zweiten Poetry-Slam in Erolzheim
Von David Hutzel 30. März 2015

Erolzheim - Das Phänomen Poetry-Slam (zu deutsch etwa "Dichterwettstreit") erfreut sich derzeit größter Beliebtheit. Das konnte man am Samstagabend in Erolzheim leicht feststellen, schließlich war die Veranstaltung restlos ausverkauft. Doch wer eher mit einem jungen Publikum rechnete, der hatte sich getäuscht: Alle Altersklassen waren unter den rund 140 Zuschauern vertreten.

Moderator Marvin Suckut aus Konstanz erklärte die Faszination Poetry-Slam zu Beginn des Abends treffend. "Beim Poetry-Slam ist alles erlaubt. Ein Text darf genauso nach Goethe wie nach Bushido klingen." So schlägt Poetry-Slam unvergleichlich eine Brücke zwischen Hoch- und Populärkultur. Und diesem Anspruch wurden die hochkarätigen Wortakrobaten vollkommen gerecht: Jason Bartsch (Bochum), Alex Burkhard (München), Thomas Spitzer (Regensburg), Stefan Unser (Karlsruhe), Sira Busch (Münster) und Tobias Meinhold (Biberach) waren der Einladung gefolgt.

In sportlicher Manier begann der Wettstreit. Die Dichter wurden in zwei Dreiergruppen gelost, aus denen sich wiederum zwei für das Halbfinale qualifizierten. Das Spannende daran: Keine Jury entscheidet über vorgetragene Poesie, sondern das Publikum. Durch die Lautstärke des Beifalls wird den Wortakrobaten sofort signalisiert, wie gut ihre vorgetragenen Texte ankommen. Der pointiert durch den Abend führende Suckut probte mit den Zuschauern vor dem ersten Starter mögliche Reaktionen, von "einem Text, der nie hätte geschrieben werden dürfen" bis zu einem Gedicht, das man sich "auf die Haut tätowieren und damit nackt durch die Stadt laufen" würde.

Sozialkritik zum Lachen


Der zurückhaltende Alex Burkhard setzte sich in der ersten Gruppe mit einem Gedicht über "das Schöne, das Wahre und das Gute" durch. Dabei zog er diese vermeintlich philosophischen Themen auf herrliche Weise in Alltagssprache durch den Kakao, um dann zum künstlerischen Anspruch zurückzukehren: "Die Wahrheit macht dich frei, aber zuerst macht sie dich fertig." An seiner Seite schritt Thomas Spitzer ins Halbfinale, der bewies, dass Sozialkritik durchaus auch zum Lachen anregen kann.

Etwas schwieriger noch fiel dem Saal die Entscheidung in der zweiten Gruppe. Lokalmatador Tobias Meinhold, der den Biberacher Poetry-Slam "Wortkonzert" organisiert, hatte hier letztlich das Nachsehen. Der Karlsruher Stefan Unser, ältester Teilnehmer im Feld, beschäftigte sich auf lyrisch-komödiantische Art mit Szenarien aus seinem Alltag. Was, wenn der dreijährige Sohn plötzlich das Wort "geil" benutzt oder man seiner Mutter plötzlich erklären muss, dass man heutzutage "facility manager" statt "Hausmeister" sagt? Neben ihm setzte sich mit Sira Busch eine Poetin durch, die durch ihren eher nachdenklichen Text dem Programm eine etwas andere, aber erfrischende Note verlieh.

Nach einem ebenso spannenden Halbfinale waren es Busch und Unser, die sich im Finale gegenüberstanden. Erstere zeigte nun ihre vergnügliche Seite, als sie über herabstürzende Asbestplatten der Plattenbauten in ihrer Heimatstadt lästerte. Doch zum verdienten Gewinner kürte das Publikum schließlich Stefan Unser. Dessen Text bot eine Mischung aus beinahe weiser Ernsthaftigkeit, ließ aber dennoch die Pointe nie außer Acht.

Hochklassige Teilnehmer


Bemerkenswert, dass es Pfarrer Matthias Ströhle und seiner Konfirmandengruppe dieses Jahr bereits zum zweiten Mal gelungen ist, solche hochklassigen Poetry-Slammer nach Erolzheim zu locken. "Das Niveau der Poeten war heute mindestens so gut wie im Ulmer Roxy", war aus dem Publikum zu vernehmen. Auch Ströhle verlieh seiner Begeisterung Ausdruck: "Es ist schön, zu sehen, dass es noch junge Menschen gibt, die wirklich etwas zu sagen haben. Das macht für mich ganz klar den Reiz am Poetry-Slam aus."

Eine Fortsetzung fürs kommende Jahr wollen Ströhle und Suckut übrigens auf jeden Fall in Angriff nehmen. Selbst Goethe und Schiller wären davon bestimmt angetan - auch, wenn man beim Kartenkauf dann wohl wieder schnell sein muss.


© Schwäbische Zeitung - 28.03.2015

Weihbischof Johannes Kreidler zelebrierte den Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche.

Weihbischof Johannes Kreidler zelebrierte den Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche. SZ-Foto: Carmen Bogenrieder-Kramer

De­kan Schänz­le star­tet in zwei­te Amts­zeit
Weihbischof Johannes Kreidler nimmt offizielle Amtseinführung vor
Von Carmen Bogenrieder-Kramer 28. März 2015

Biberach - Jetzt sind Dekan Sigmund Schänzle und seine Stellvertreter Klaus Sanke, Martin Ziellenbach und Stefan Ziellenbach offiziell in ihre Ämter im Katholischen Dekanat Biberach eingeführt - mit einem Gottesdienst und einer Feierstunde in der Biberacher Stadtpfarrkirche.

Weihbischof Johannes Kreidler predigte über das Spannungsfeld zwischen Freud und Leid und ermutigte mit den Worten "Gott umarmt uns mit der Wirklichkeit". Im Gemeindehaus überraschten die beiden Dekanatsreferenten Kerstin Leitschuh und Wolfgang Preiss-John mit einer Talkrunde. Sie forderten Landrat Heiko Schmid und Dekan Hellger Koepff zum Plaudern aus dem Nähkästchen auf.

"Es ist gut, dass die Amtseinsetzung mit einem Gottesdienst beginnt. Denn die Kirche ist nicht Selbstzweck, sondern für die Menschen da." So begrüßte Stadtpfarrer Kaspar Baumgärtner die Festgäste bei der Amtseinführung der Dekane. Er sprach damit an, was der Weihbischof zum Inhalt seiner Predigt machte. Johannes Kreidler legte das Evangelium vom Berg Tabor als Kraftquelle aus und ging auf verschiedene "brennende Feuerstellen" ein. Er sieht in der Kirche einen Platz der Begegnung und einen Zufluchtsort. "Geteilter Glaube ist geteilte Not", sagte er. Nichts könne die Menschen von der Liebe Gottes trennen. Deshalb sei es auch Aufgabe der Dekane, stellvertretend dazustehen - für diejenigen, die aus ihrer persönlichen Not vorübergehend nicht glauben könnten. Weihbischof Kreidler forderte auf, in der Kirche solidarisch zu sein und Gott die Bitten und Klagen vorzutragen.

Im Gemeindesaal begrüßte der stellvertretende zweite Vorsitzende des Dekanatsrats, Alfred Leuthold, die Festgäste und erinnerte an die Aufgaben der Dekane bei der Vernetzung der kirchlichen Arbeit in der Region. Dann sorgten Kerstin Leitschuh und Wolfgang Preiss-John mit Witz, Charme und Humor für Unterhaltung. Die Dekanatsreferentin begrüßte Landrat Schmid als "weltlichen Dekan" (weil das Dekanat so etwas wie ein Landkreis sei) und verblüffte mit Fragen wie "was schätzen Sie an Dekan Schänzle?" Klar, dass der Landrat nicht lange überlegen musste. Er lobte den Dekan als kraftvoll und als Hort der Geborgenheit, an dem man sich aber auch die Finger verbrennen könne. Das sei ihm allerdings nur ein Mal passiert, als es um die Jagdsteuer ging. Damals habe er das Jagen als Hobby bezeichnet, worauf der Dekan heftig protestierte und die Jagd als Gottes Schöpfungsauftrag verteidigte.

Wolfgang Preiss-John interviewte Hellger Koepff und wollte beispielsweise wissen, welche Aufgaben von den Dekanen als Leitungsebene der Kirche erwartet werden. Dazu der evangelische Dekan: "Wertschätzung ist erforderlich." Auch Pfarrer brauchten Anerkennung, ein positives Vorurteil und Freiräume damit sie die "Prägekraft des Evangeliums" leben und verkünden können. An anderer Stelle appellierte Koepff an die Dialogfähigkeit der Kirche, weil "wir nicht mehr allein prägend sind". Deshalb seien gerade auch die christlichen Kirchen dazu aufgerufen, Position zu beziehen und Fragen zu beantworten wie "was ist eigentlich unser Glaube?".

Das sieht Dekan Schänzle ganz ähnlich. Er will den Weg seiner ersten Amtszeit in den kommenden sieben Jahren "mutig weitergehen" und zeigen, wie Kirche heimatgebend sein kann. Das erklärte er in seinem Schlusswort. Zuvor bedankte er sich bei allen seinen Wegbegleitern, besonders bei den beiden Dekanatsreferenten Kerstin Leitschuh und Wolfgang Preiss-John für deren "kompetente Unterstützung". Die Feierstunde wurde von Verena Westhäuser und Matthias Wolf musikalisch umrahmt und mit einem Stehempfang beendet.

© Schwäbische Zeitung - 28.03.2015

Menschen zeigen einen Scheck in Höhe von 1000 Euro für die Asylkinderbetreuung

Foto: privat

Spen­den für Asyl­kin­der­be­treu­ung

Biberach - Während eines ökumenischen Frühgottesdiensts mit dem Thema "Fremd - zu Gast - vertraut" ist in der Spitalkirche eine Spende über 1000 Euro an die Asylkinderbetreuung der Caritas übergeben worden. In den Gottesdienst wurden die Caritas-Mitarbeiter Marion Martin und Andreas Gratz eingebunden. In der Advents- und Fastenzeit feiern Menschen ab sechs Uhr immer freitags in der Spitalkirche einen ökumenischen Gottesdienst. Für das anschließende Frühstück werden Spenden gesammelt. Weil Marmeladen und Brot oft ebenfalls gespendet sind, ist es möglich, regelmäßig Geld für einen guten Zweck zu sammeln - 6100 Euro in den vergangenen acht Jahren. Dieses Jahr profitieren Kinder von Flüchtlingen. Foto: privat

 

 

© Schwäbische Zeitung - 27.03.2015

Glücklich über das Wiedersehen: (von links) Judith Ehrmann (geb. Kobler), Hans-Ulrich Härdtle, Rudolf Baur, Pfarrer Ernst Eyrich, Friedrich Böhringer, Rolf Vorwalder, Helga Heesen (geb. Schauwecker), Manfred Zechel, Monika Sachs (geb. Staigmiller), Elfriede Heber, Hans-Georg Koch, Regina Kobler (geb. Pfeiffer).

Ein Festteilnehmer reist aus Uganda an

In Wain haben elf Frauen und Männer Goldene Konfirmation gefeiert

Wain - Im zweiten Jahr in Folge ist in der festlich geschmückten Michaelskirche in Wain Goldene Konfirmation gefeiert worden. Elf Frauen und Männer, die vor 50 Jahren konfirmiert wurden, haben sich zu diesem Fest versammelt. Hans-Ulrich Härdtle ist sogar aus Uganda angereist.

Unter Glockengeläut zogen die elf Gold-Konfirmanden am vergangenen Sonntag in die Kirche ein. Den von Pfarrer Ernst Eyrich feierlich gestalteten Gottesdienst begleiteten der Kirchenchor und an der Orgel Michael Frey.

Die Jubilare traten zusammen an den Altar, um ihre Urkunden entgegen zu nehmen. Die Urkunden erinnern an den Festtag. Auf ihnen steht der Psalm 26,8 geschrieben: "Herr, ich habe lieb die Stätte Deines Hauses und den Ort, da Deine Ehre wohnt". Abgebildet sind die Heiligen Gefäße der Michaelskirche für Taufe und Abendmahl.

Während seiner Ansprache gedachte Pfarrer Eyrich auch der verstorbenen Mit-Konfirmanden Hannelore geb. Neuhauser, Manfred Pierer, Erwin Reutter, Hans Stern und Günther Zechel. Nach der Predigt waren zuerst die Konfirmanden und ihre Angehörigen zu einem gemeinsamen Abendmahl eingeladen.

Der Jahrgangssprecher Manfred Zechel begrüßte die Jubelkonfirmanden und ihre Partner bei einem Sektempfang im Golfclub-Restaurant Reischenhof, wo das Festmahl eingenommen wurde. Besonders dankte Zechel den von auswärts angereisten Teilnehmern. Die größte Überraschung ist hier dem vor 28 Jahren ausgewanderten Hans-Ulrich Härdtle gelungen. Er kam mit dem Flugzeug aus Uganda. Nach Erhalt der Einladung hatte er im Februar nach Wain geschrieben: "Ich werde und möchte mir die Zeit nehmen, um nach so vielen Jahren alte Schulkameraden wiederzusehen und unsere alte Umgebung. Da mache ich gerne die 12 000-Kilometer-Reise. Ich freue mich schon riesig." Das zeuge von allergrößter Heimatverbundenheit, waren sich die Wainer Freunde einig.

Wiedersehen nach Jahrzehnten

Die Wiedersehensfreude am Sonntag war riesengroß, hatten sich doch einige Jubelkonfirmanden schon Jahrzehnte nicht mehr gesehen. Bei Tisch und während eines Spaziergangs bei schönem Frühlingswetter nahe dem Weihungsursprung wurden viele Erinnerungen wach. Alle Teilnehmer waren hocherfreut über das Treffen. Organisiert hatte die mit eingeschlossene 65er-Feier ein kurzfristig neu entstandenes Team der Schuljahrgänger 1950/1951.

Ein 80 mal 80 Zentimeter großes Konfirmandenbild von 1965, das während des Festgottesdienstes beim Taufstein und später im Restaurant ausgestellt war, fand große Beachtung. Der vor 50 Jahren konfirmierende Pfarrer Gerhard Müller, inzwischen 86 Jahre alt, konnte aus gesundheitlichen Gründen der Einladung nicht Folge leisten. Er schickte einen Festtagsgruß in Gedichtform.

© Schwäbische Zeitung - 24.03.2015

Die Wainer Konfirmanden mit Pfarrer Ernst Eyrich vor dem evangelischen Gemeindehaus. FOTO: PRIVAT

Gott bringt Farbe ins Leben

In Wain haben 15 junge Menschen Konfirmation gefeiert


Wain - 15 junge Menschen sind am Sonntag in Wain konfirmiert worden. Das Thema des Gottesdienstes in der Michaelskirche lautete: "Das Leben ist bunt! Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob!"

Die Namen der Konfirmanden: Hanna Frey, Salome Frey, Ann-Sophie Lautenschlager, Senta Schäfer, Sarah Unterweger, Lena Wegmann, Kevin Kriesche, Jonathan Ott, Jonathan Pflaum, Jastin Türk, Lukas Unterweger, Lukas Wegmann (alle aus Wain); Edward Braun, Justin Pradel (beide aus Schwendi); sowie Max Hochdorfer aus Schönebürg.

Pfarrer Ernst Eyrich betonte, dass die jungen Menschen jetzt erwachsen werden. Sie verlassen ihre Kindheit und entdecken das Leben in seiner Vielfalt. Er ermutigte die Konfirmanden, neue Wege zu suchen, zu finden und zu gehen. Dabei bestehe freilich auch einmal die Gefahr, es zu bunt zu treiben und zu scheitern.

In der Vorbereitung auf den Festgottesdienst hatten die zu Konfirmierenden unter der Anleitung der Patchworkerinnen Jenny Hofer und Inge Neubert kleine Fleckenteppiche genäht, die zusammengefügt und ans Kreuz geheftet wurden. Gott bringt wieder Farbe ins Leben, wenn wir es als Menschen zu bunt getrieben haben, sollte dies symbolisieren; und er macht aus den Verletzungen und der Schuld ein neues Kunstwerk.

Der Festgottesdienst wurde von der Orgel sowie vom Wainer Posaunenchor und von der Band des Jugendkreises musikalisch begleitet.

© Schwäbische Zeitung - 24.03.2015

Pfarrer Bräuchle (links) erteilt zusammen mit Pfarrer Peter Müller den

Ist zu viel Freiheit gefährlich?

In der diesjährigen Bibelwoche ging es um den Galaterbrief.

Bad Saulgau - In der diesjährigen ökumenischen Bibelwoche haben sich Christen aller in Bad Saulgau vertretenen Konfessionen mit dem Brief von Paulus an die Galater bechäftigt.

"Dieser Paulusbrief hat es ganz schön in sich", findet Schwester Marie-Cathrine. Beim "Kanzeltausch" am letzten Sonntag hat sie im evangelischen Gottesdienst über die Einleitung des Briefes an die Galater gepredigt, der mit den Worten endet: "Wer ein anderes Evangelium verkündigt, der sei verflucht". "Vom Fluch befreit" war dagegen das Thema bei Pfarrer Peter Müller am Montag Abend.

Vom Stand der Freiheit

Die Galater, denen Paulus seinen Brandbrief schrieb, waren offenbar in Gefahr, in alte Gesetzesstrukturen zurückzufallen, nachdem sie in den "Stand der Freiheit, des Glaubens und der Gnade" berufen worden waren. Für Paulus ist das Gesetz ein Zuchtmeister, der unmündig macht: Es zeigt mir, was ich nicht kann. Jesus zentrale Aussage ist für Paulus: Ihr seid alle Gottes Kinder und Abrahams Erben. "Nicht im Konjunktiv, sondern mit "Amen", wie Pfarrer Bräuchle am Dienstagabend betonte.

"Paulus ist ratlos, dass die Galater sich nach seiner Predigt von Gottes Freiheit , der Mitte seiner Theologie, wieder den Gesetzen und dem jüdischen Festkalender zuwenden", erläuterte Schwester Marie-Cathrine am Mittwoch , als sie zum vierten Kapitel des Galaterbriefs sprach. Paulus versucht sie mit einem "Allegorischen Schriftbeweis" zu überzeugen. Hierbei dienen geschichtliche Gestalten als Bilder für eine theologische Aussage: Ismael, den Abraham von Hagar, der Magd seiner Frau Sara, bekam, steht bei Paulus für den Berg Sinai, auf dem Israel durch Mose das Gesetz bekam. Isaak, dem durch Gottes Verheißung geborenen Sohn Saras, rechnet Paulus dagegen den Christen zu: Ihr symbolischer Ort ist das "himmlische Jerusalem", die freie Stadt auf dem Berge. "Ihr aber, Brüder, seid Kinder der Verheißung wie Isaak" (Gal 4,28): Erben des Heils und Kinder der Freiheit. Hierzu ist aber auch wichtig, sich der Freiheit zu stellen. Und es besteht immer die Gefahr des Rückfalls, wie Schwester Marie-Cathrine mit dem Symbol eines Vogels plastisch an die Leinwand produziert.

Unter den Titel "Vom Geist bewegt" stellte der evangelische Pfarrer Paul Bräuchle seine Predigt, die er im Rahmen des Kanzeltauschs in der katholischen St.-Johannes-Kirche hielt. Die Hl. Messe wurde vom katholischen "Ultreya"-Chor unter Schwester Antonia sowie vom evangelischen Kirchenchor unter der Leitung von Heidrun Boll musikalisch unterstützt.

Einer muss den Karren ziehen

Für Paulus bedeutet Freiheit ein Leben im Geist. Die Liebe Gottes kann nicht durch Werke erkauft werden. Das ganze Gesetz ist danach die Liebe. "Ohne dass einer den Karren zieht, geht es aber nicht", so Bräuchle. Dieser eine ist für Paulus Christus, der die Last des Kreuzes getragen hat. Und so lautetdas neue Gesetz: "Einer trage des andern Last". Hierzu brauche man einen regelmäßigen Schutz durch Evangelium, Gebet und Gottesdienst. "Dieses Leben ist spannend" betonte Pfarrer Brauchle, "und entspannend."

© Schwäbische Zeitung - 21.03.2015

Die Bilder von überfüllten Booten haben alle im Kopf, die an Flüchtlinge denken, die in Italien ankommen. FOTO: ITALIAN NAVY

Interview: "Die Abschiebungen lösen große Betroffenheit aus"

Pfarrerin Ines Fischer spricht über Flüchtlinge, die Mengen verlassen mussten - Diskussionen im Arbeitskreis

Mengen - Auch in der Asylbewerberunterkunft in Mengen haben schon nachts Polizeibeamte vor der Tür gestanden, um Flüchtlinge abzuholen, die laut Dublin-Verordnung nicht in Deutschland bleiben dürfen. Sie werden in das europäische Land zurückgeschickt, dass sie auf ihrer Flucht als erstes betreten haben. Drei Männer, die in Mengen eine neue Heimat gefunden hatten, wurden bereits nach Italien abgeschoben. Jennifer Kuhlmann hat sich mit der evangelischen Pfarrerin Ines Fischer über die ungewisse Zukunft der Flüchtlinge in Mengen unterhalten und darüber, wie die Ehrenamtlichen aus dem Arbeitskreis Asyl mit den Abschiebungen umgehen.

Wie viele der 52 Männer, die im Flüchtlingswohnheim in Mengen leben, haben im Verfahren nach der Dublin-Verordnung schon mitgeteilt bekommen, dass sie nicht in Deutschland bleiben dürfen?

Bisher sind elf Bescheide ergangen, in denen den Flüchtlingen angekündigt wurde, dass sie zu einem ihnen meist unbekannten Zeitpunkt wieder nach Italien abgeschoben werden. Gegen diese Bescheide kann man noch Widerspruch einlegen, wir haben auch unterstützt, dass dies in allen Fällen geschehen konnte. Oft ist das allerdings aussichtslos. Übrigens betrifft diese europäische Regelung alle Flüchtlinge, die zu uns kommen. Das ist vielen Menschen nicht bekannt. Familien aus Syrien fallen genauso darunter wie alleinstehende Männer aus Afrika.

Welche Kritik gibt es an dieser Regelung?

Gerade Anfang dieser Woche wurde nachts um 1 Uhr hier in Mengen ein junger afrikanischer Mann von der Polizei abgeholt und zum Flughafen gebracht. Er kam am 15. Juli hier in Mengen an, hat sich sehr gut eingelebt und ab September die VABO Klasse im Berufsschulzentrum in Sigmaringen besucht. Seine Deutschkenntnisse wurden immer besser, er hat bereits für andere übersetzt und er gehört zu denjenigen, die über ihre Situation als Flüchtling auch öffentlich gesprochen haben, beispielsweise Anfang Januar bei der Lichtstube in Blochingen. Dieser junge Mann hat begonnen, hier eine Heimat zu finden. Er war auch auf der Suche nach einem Job. Es hätte sich etwas entwickeln können für einen Menschen, der viele Jahre keine Heimat hatte. Warum muss man ihm jetzt den Boden unter den Füßen wegziehen?

Wie geht es ihm jetzt? Konnten Sie Kontakt aufnehmen?

Es war möglich, kurz mit ihm zu telefonieren. Er ist wieder in Catania in Sizilien gelandet. Da in dem Lager dort keine Flüchtlinge mehr aufgenommen werden, die schon einmal in Italien waren, wird er sein Leben wahrscheinlich auf der Straße verbringen müssen. Es wird auch niemanden geben, der ihn unterstützt. Ein weiteres Asylverfahren wird für ihn dort sicher nicht möglich sein, weil das erste dort bereits abgeschlossen ist.

Wie gehen die betroffenen Flüchtlinge mit der Situation um?

Die Angst, dass man selbst der nächste sein könnte, ist bei vielen präsent. In den allermeisten Fällen sind diese Abschiebungen nicht angekündigt. Diese Unsicherheit wirkt sich auf die Stimmung in der Unterkunft und auf die Motivation aus. Menschen, die vorher aktiv waren und sich engagiert haben, werden lethargisch, es kommt immer häufiger zu depressiven Verstimmungen, die manchmal sogar ärztliche Behandlung erfordern. Man muss sich nur überlegen, wie es uns selbst in einer solchen Situation mit einer solchen Perspektive ginge.

Ist es nicht auch für die Ehrenamtlichen frustrierend, wenn jemand abgeschoben werden soll, der sich hier schon so gut eingelebt hat?

Ich erlebe es so, dass die Abschiebungen eine große Betroffenheit auslösen. Weil es um einen konkreten Menschen geht, den man gekannt, dessen Weg man ein stückweit begleitet hat. Durch Recherchen wissen wir, was mit den Menschen geschieht, wenn sie abgeschoben werden, und das macht die Sorge dann oft noch größer, denn sie stehen meistens vor einem perspektivlosen Nichts. Ich glaube, dass sich die eigene Meinung zur Abschiebepraxis noch einmal ändert, wenn man die Menschen, um die es geht, persönlich kennengelernt hat und eine Beziehung zu ihnen entstanden ist. Und aus einer solchen Betroffenheit ergibt sich dann eben auch die politische Frage: Wenn etwas menschlich überhaupt keinen Sinn macht, wie soll es dann politisch Sinn machen? Also: Betroffenheit: Ja. Und der Wunsch dass sich etwas ändert. Aber sicher keine Frustration.

Von allen Seiten wird die Arbeit des Arbeitskreises Asyl als "Mengener Modell" und als vorbildhaft beschrieben. Ist es nicht paradox, dass viele Flüchtlinge Mengen wieder verlassen müssen?

Es ist so schade um all das, was entstanden ist. Und es frustriert auch politisch, weil diese Abschiebungen in Anrainerstaaten wie Italien, Bulgarien oder Ungarn ja keine Lösung sind. Die Menschen werden in Europa herumgeschoben und das verursacht auf Dauer viel mehr Probleme, als wenn man sie dort, wo sie ankommen, teilhaben lässt und ihnen für die Dauer ihres Asylverfahrens hier eine Heimat gibt.

Wie wird das Thema im Arbeitskreis diskutiert?


Das Thema wird diskutiert und es kommt auch immer wieder die Frage auf, was wir als Arbeitskreis auf politischer Ebene tun könnten. Es gibt mittlerweile auch Bürgermeister oder Landräte, die die Dublinverordnung massiv kritisieren, und es hilft ungemein, wenn dies geschieht. Weil dann deutlich wird: Es ist auf Dauer unglaubwürdig, auf der einen Ebene eine Willkommenskultur pflegen zu wollen und auf der anderen Seite die Menschen so schnell wie möglich wieder wegzuschicken. Das passt einfach nicht zusammen und wirkt doppelzüngig. Uns bleibt darum nur ein weiteres Mal der Appell an die Politik: Regelt endlich das Thema für die betroffenen Menschen auf europäischer Ebene!

© Schwäbische Zeitung - 19.03.2015

Diakonielädele öffnet heute am neuen Standort in der Mittleren Straße

Nach dem Brand ist der Laden ins Nachbargebäude umgezogen

Mengen - Das Diakonielädele in der Mittleren Straße in Mengen hat es nach dem Brand doch schwerer erwischt als Gerda Knoch und ihre Helferinnen in der vergangenen Woche angenommen hatten. Die Feuchtigkeit ist in die Wände gedrungen und ein penetranter kalter Brandgeruch hat sich breitgemacht. Auch die Stromleitungen haben mehr abbekommen und gelten nicht mehr als sicher. Zum Glück hat sich bereits eine Lösung gefunden: Ab dem heutigen Donnerstag öffnet das Diakonielädele im Nachbarhaus wieder zu den gewohnten Zeiten.

Der Verkaufsraum im Nachbarhaus in der Mittleren Straße 44 ist um einiges kleiner als der alte neben-an. Bisher wurde der Raum als Lager für das Diakonielädele genutzt. "Jetzt sind wir aber froh, dass wir überhaupt Räumlichkeiten haben, in denen der Verkauf weitergehen kann", sagt Knoch. Sie hat nun noch einen weiteren Raum im Haus Nummer 44 angemietet, der nun als Lager dienen soll. Für die Helferinnen bedeutet dies: Kartons um Kartons müssen aus dem alten Lager in das neue geschleppt werden und anschließend alle Waren aus dem Brandgebäude geholt werden.

"Meine Frauen sind echte Goldstücke", lobt Gerda Knoch. "Sie sind so fleißig und schleppen und räumen herum, dass der Betrieb jetzt wieder aufgenommen werden kann." Auch zahlreiche Kunden, darunter einige Flüchtlinge, haben ihre Hilfe angeboten. Vor der Tür kommt Knoch mit dem Familienvater ins Gespräch, der im ausgebrannten Wohnhaus gelebt hat. Seine Familie ist noch im Hotel Rebstock untergebracht, der Vater hofft, dass sie bald eine andere Wohnung beziehen können.

Auf Dauer, das wissen Gerda Knoch und ihr Team schon jetzt, ist der neue Standort keine Lösung. "Aber bis wir wissen, wie es weitergeht, ist es ein guter Kompromiss." Schließlich wollen die Frauen für ihre Kunden da sein. Und je mehr sie verkaufen, desto mehr Bewegungsfreiheit bekommen sie dann auch in den neuen Räumlichkeiten.

Die Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 15 bis 18 Uhr sowie Mittwoch und Samstag von 9 bis 11 Uhr.

© Schwäbische Zeitung - 19.03.2015

Bezirkssynode beschäftigt sich mit Bildung

Biberach - Biberach - Der evangelische Kirchenbezirk Biberach lädt zu einer besonderen Bezirkssynode am Freitag, 20. März, ein. Die Synode tagt öffentlich von 17 bis 20 Uhr im Martin-Luther-Gemeindehaus in der Waldseer Straße in Biberach. Verschiedene Bildungsbeiträge der Gemeinden und Einrichtungen der Kirche werden sich auf der Synode in Miniworkshops präsentieren. Die Synodalen können selbst erleben, was evangelische Bildung ist und wie vielfältig sie in ihren Inhalten und Formen geschieht.

Bei dem Begriff "Bildung" denkt man zunächst an Schulen oder Internate. "Bildung ist Persönlichkeitsbildung im Angesicht Gottes", so spitzt Dekan Hellger Koepff den evangelischen Bildungsbegriff zu, "es geht um viel mehr als um verzwecktes und verwertbares Wissen". Schuldekan Michael Pfeiffer unterstreicht: "Die kirchlichen Bildungsschätze sollen gehoben werden, die dafür sorgen, dass die Würde des Menschen nicht vergessen wird." Das kann zum Beispiel die Hilfe meinen, die Menschen erhalten, wenn sie mit ihrem Leben nicht mehr zurechtkommen.

© Schwäbische Zeitung - 18.03.2015

Jürgen Berron ließ in der Christuskirche Riedlingen barocke Orgelwerke erblühen. SZ-FOTO: KURT ZIEGER

Bachs Orgelkunst veredelt Vivaldis Werke

Jürgen Berron lässt heiteren Barock in der Riedlinger Christuskirche instrumental erblühen

Riedlingen - Antonio Vivaldi galt im 18. Jahrhundert in Italien als der Inbegriff des modernen Barock in der Welt instrumentalen Musizierens. Bach als Zeitgenosse hat viele seiner Werke für die Orgel übertragen, da nicht immer Streichorchester zur Verfügung standen. Jürgen Berron ließ die heitere Barockmusik auf der Orgel der Riedlinger Christuskirche erblühen.

Mit hellen Registern in flotten Allegropassagen gestaltete der Organist den Eingang seines Konzerts mit einem Concerto von Vivaldi, das Johann Gottfried Walther, ein Vetter Bachs, auf die Orgel übertragen hatte. Klare Strukturen im Bassbereich wiesen auf die ursprüngliche Bedeutung des Generalbass hin, während im Wechsel von Tutti und zurückgenommener Lautstärke sich die Melodienvielfalt Vivaldis ungehindert entfalten konnte. Das melodiöse Grave lud ein, sich zurückzulehnen, um Berrons differenzierte Registerkunst genießen zu können. Das abschließende Allegro rundete in Aufbau und Wiedergabe das bedeutsame Orgelwerk ab.

Bach hingegen hat in seinen großen Orgelwerken nicht jeden Satz mit einer speziellen Tempobezeichnung versehen. Damit gab er oft den Organisten freie Hand, seine Werke zu deuten. Mit fließenden Bewegungen und klaren Akkorden begann Berron das Concerto d-moll, das ebenfalls von Vivaldi stammt. In der nachfolgenden Fuge konnten die leider nicht allzu zahlreichen Zuhörer das Thema in einem gemäßigten Grave-Tempo gut mitverfolgen. Dank Berrons transparenter Registrierung mit klarer Melodie strömte ein Largo pizzikato große innere Ruhe aus. Gewohnt barocke lebensbejahende Klänge als Abschluss passten zum nachfolgenden Concerto in a-moll, das Vivaldi wohl für zwei Violinen, Streicher und Generalbass konzipiert hatte.

Im damals klassischen Kompositionsstil ranken sich zwei flotte vorwärtsdrängende Allegrosätze mit spannungsgeladenen Eckpunkten um ein feingliedriges Grave, das zum Träumen einlud.

Concerto eines Prinzen

In seinem typischen Barockstil hat Bach auch ein Konzert für eine Violine, Streicher und Generalbass von Johann Ernst Prinz von Sachsen-Weimar für Orgel bearbeitet. Der junge Prinz, der bereits im Alter von 18 Jahren starb, studierte in Utrecht, lernte Vivaldis Kompositionen und damit den modernen italienischen Barockstil kennen. Er war davon fasziniert und schrieb in dieser für ihn begeisternden Zeit mehrere Kompositionen, so auch das vorgestellte Concerto in G-Dur.

Die Hofkapelle in Weimar stand dem Prinzen allerdings selten zur Verfügung, um Vivaldis und seine eigenen Werke aufführen zu können. So bat er Bach neben Bearbeitungen für Cembalo auch um eine Übertragung seines G-Dur-Concertos für Orgel, das Jürgen Berron in all seiner barocken Fröhlichkeit zum Klingen brachte.

© Schwäbische Zeitung - 16.03.2015

Die ökumenische Bibelwoche ist gestartet

Bad Saulgau - Die ökumenische Bibelwoche in Bad Saulgau ist in diesen Tagen gestartet.

In zwei Gottesdiensten mit Kanzeltausch und drei Bibelabenden geht es um den Galaterbrief. Am gestrigen Sonntag, 15. März, wurde bereits einmal die Kanzel getauscht. Die katholische Patoralreferentin, Schwester Marie-Catherine, predigte in der Christuskirche über "Der Wahrheit verpflichtet". Im Gegenzug wird der evangelische Pfarrer Paul Bräuchle am Sonntag, 22. März, um 10.30 Uhr in der katholischen St.-Johannes-Kirche über "Vom Geist bewegt" predigen. Außerdem besteht die Möglichkeit zum Austausch an Bibelabenden. So geht es heute, Montag, unter der Leitung von Pfarrer Peter Müller um das Thema "Vom Fluch befreit". Pfarrer Bräuchle referiert morgen, Dienstag, über "Als Kind geliebt", Schwester Marie-Catherine wiederum spricht am Mittwoch, 18. März, über "Vom Rückfall bedroht". Die Bibelabende finden jeweils um 20 Uhr im katholischen Gemeindehaus in Bad Saulgau statt.

© Schwäbische Zeitung - 13.03.2015

Das evangelische Ferienwaldheim Hölzle ist seit weit über 50 Jahren eine Institution in Biberach und verschönert etwa 1000 Kindern jedes Jahr die Sommerferien. FOTO: HÖLZLE

Das evangelische Ferienwaldheim Hölzle ist seit weit über 50 Jahren eine Institution in Biberach und verschönert etwa 1000 Kindern jedes Jahr die Sommerferien. FOTO: HÖLZLE

Das Hölzle kommt bestimmt

Anmeldung zum evangelischen Ferienwaldheim am 25. März

Biberach - Ferien im Hölzle gehört für viele Kinder zum Sommer dazu. Die Anmeldung zum diesjährigen Hölzle ist am Mittwoch, 25. März, in der Zeit von 16 bis 19 Uhr im Martin-Luther-Gemeindehaus in Biberach. Auch die Online-Anmeldung ist ab diesem Tag möglich.

Das Hölzle und das Hölzle-Camp bieten Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen drei und 15 Jahren spannende und erlebnisreiche Sommerferien an Biberachs Stadtrand. Für Kinder von drei bis 14 Jahren gibt es ein zweiwöchiges ganztägiges Programm. Neben den regulären Gruppen für Sechs- bis 13-Jährige, bietet die Kleinkindgruppe für die Jüngsten bis fünf Jahre und die Actiongruppe für die Ältesten, 14-Jährigen, ein gezielt auf die jeweilige Altersgruppe abgestimmtes Programm. Für den Transfer der Kinder werden wieder eigens eingerichtete Buslinien verkehren.

Für Teenager zwischen 13 und 15 Jahren, gibt es das besondere Erlebnis eines Zeltcamps mit Übernachtung, das Hölzle-Camp. Dieses findet auf dem Zeltplatz Winterreute statt. Das sind elf Tage Erlebnis und Teamgeist mit abendlicher Lagerfeuer-Stimmung.

Die integrative Stadtranderholung ist ein besonderes Angebot für Kinder mit Behinderung im dritten Abschnitt in Kooperation mit der Lebenshilfe Biberach. Informationen am Anmeldetag und im Internet unter www.lebenshilfe-bc.de.
Das Hölzle freut sich über Sachspenden aller Art, die am Anmeldetag ebenfalls im Martin-Luther-Gemeindehaus abgegeben werden können.

Der Hölzleverein bietet finanzielle Hilfe für Familien, die sich die Teilnahme ihrer Kinder am Hölzle ansonsten nicht leisten könnten. Am Anmeldetag ist der Hölzleverein vor Ort und steht für anonyme Beratungsgespräche zur Verfügung.

Kinderanmeldung ist am 25. März, der Eröffnungssonntag ist am 2. August. Weitere Infos, Preise und die Online-Anmeldung im Internet.

© Schwäbische Zeitung - 12.03.2015

Jürgen Berron spielt Bach und Walter

Orgelkonzert in der Christuskirche

Riedlingen - Am Sonntag, 15. März, findet um 17 Uhr in der Christuskirche in Riedlingen ein Orgelkonzert statt. Jürgen Berron spielt Orgelwerke von Johann Sebastian Bach und seinem entfernten Vetter Johann Gottfried Walther. Beide wirkten zu der Zeit in Weimar, Bach am sächsischen Hof und Walther an der Stadtkirche.

Doch die Orgelwerke, die in dem Konzert erklingen, sind nicht ihre eigenen Kompositionen. Es sind Übertragungen von Konzerten für Violinen, Streichorchester und Generalbass von Antonio Vivaldi und Johann Ernst Prinz von Sachsen-Weimar.

Die herzogliche Familie von Sachsen-Weimar liebte Musik. Der junge musikalisch begabte und orgelspielende Prinz war der Musik derart zugetan, dass er sich unterrichten ließ, unter anderem auch von Johann Gottfried Walther.

Von einer Reise nach Amsterdam, des damaligen Zentrums des Musikalienhandels, brachte er eine Anzahl neuer Musikstücke sowohl im Druck als auch als handschriftliche Kopien mit nach Hause. Es waren Konzerte im modernen italienischen Stil der Zeit von Vivaldi und anderen italienischen Meistern.

Da die Weimarer Hofkapelle Johann Ernst recht selten zur Verfügung stand haben Bach und Walther auf Wunsch des Prinzen die italienischen Konzerte für das Cembalo und die Orgel bearbeitet. Darunter auch etliche Konzerte aus der Feder des Prinzen. Der Eintritt
zu diesem Konzert ist frei.

© Schwäbische Zeitung - 12.03.2015

Sie diskutierten über das Thema Flüchtlinge: (v. l.) Pfarrer Matthias Ströhle, Dr. Manfred Schmidt, Moderatorin Türkan Karakurt, Martin Gerster, Cornelia Lanz und Maysa Shimali. SZ-FOTO: GEM

Sie diskutierten über das Thema Flüchtlinge: (v. l.) Pfarrer Matthias Ströhle, Dr. Manfred Schmidt, Moderatorin Türkan Karakurt, Martin Gerster, Cornelia Lanz und Maysa Shimali. SZ-FOTO: GEM

Nicht alles läuft rund in der Flüchtlingsarbeit

Podiumsdiskussion mit Dr. Manfred Schmidt wirft einen Blick auf die internationale und die kommunale Situation

Biberach - Bei einer Podiumsdiskussion in der Biberacher Stadthalle hat der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Manfred Schmidt, über die Flüchtlingssituation berichtet und sich die Sorgen ehrenamtlicher Helfer aus der Region angehört. Fazit: Auch sein Amt hat nur begrenzte Mittel, um der Flüchtlingsproblematik zu begegnen.

Schmidt machte zu Beginn der von der Friedrich-Ebert-Stiftung veranstalteten, zweistündigen Diskussion deutlich, dass es nicht die Flüchtlinge aus Syrien oder dem Irak sind, die das Problem verschärft haben, sondern die seit Sommer 2012 sprunghaft gestiegene Zahl an Asylbewerbern aus den Balkanstaaten. Er wolle keine richterliche Entscheidung infrage stellen, so Schmidt, machte aber deutlich, dass für ihn das Urteil des Verfassungsgerichts zum Asylbewerberleistungsgesetz eine entscheidende Rolle spielte. Seither erhalten Asylbewerber und Flüchtlinge deutlich mehr Geld. Der größte Teil der 202 000 Flüchtlinge, die 2014 nach Deutschland kamen, stamme aus Balkanstaaten (66 000).

Bei den Flüchtlingen, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, gelte es, die Aktivitäten der Schleuser zurückzudrängen. Schmidt sprach sich in diesem Zusammenhang für sogenannte Aufnahmecenter in den Transitstaaten Nordafrikas aus, in denen die Flüchtlinge über legale Aufnahmemöglichkeiten informiert werden können, bevor sie nach Europa kommen (die SZ berichtete). "Auch das ist keine Ideallösung, aber wir sind um jeden guten Vorschlag dankbar", so Schmidt.

40 000 Anträge von Flüchtlingen seien von seiner Behörde 2014 positiv beschieden worden, das sind rund 46 Prozent. Diese Menschen gelte es, mit Integrationskursen und durch Sprachvermittlung in die Gesellschaft einzubinden. Für den SPD-Bundestagsabgeordneten Martin Gerster steckt darin mittelfristig auch eine Chance, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Er betonte, dass die Bundesregierung die Mittel für die Integrationskurse auf insgesamt 244 Millionen Euro aufgestockt habe und sich für weitere finanzielle Verbesserungen einsetze. "Viele der Flüchtlinge sind hochmotiviert und wollen die Sprache ganz schnell lernen und arbeiten." Er verwies auch auf das schwierige Thema der Anerkennung von Berufs- oder Universitätsabschlüssen. Es mache ihn betroffen, wenn ausgebildete Ärzte hier deshalb Taxi fahren müssten.
Dass nicht alles rund läuft in der Flüchtlingsarbeit, zeigte auch die Wortmeldung einer Deutschlehrerin, die Flüchtlingen auf Honorarbasis Sprachunterricht gibt. "Wir werden nicht adäquat bezahlt", sagte sie. "Hätte ich nicht einen Mann, der mich finanziell unterstützt, könnte ich von dem Geld nicht leben." Um die Lehrer so zu vergüten, wie es die Gewerkschaft fordere, brauchte er weitere 60 Millionen Euro, sagte Schmidt. Erhöhe man die Bezahlung, dann könnten weniger Kursplätze angeboten werden. "Ich kann nur das Geld ausgeben, das ich habe", so Schmidt.

Dass die Arbeit mit den Flüchtlingen im Kreis Biberach bisher gut funktioniert, unterstrichen die Wortbeiträge von Pfarrer Matthias Ströhle, der auf evangelischer Seite für die Flüchtlingsarbeit zuständig ist, und von Cornelia Lanz. Die aus Biberach stammende Opernsängerin hatte mit den in Oggelsbeuren untergebrachten Flüchtlingen das Opernprojekt "Cosi fan tutte" ins Leben gerufen, von dem sie den rund 200 Zuhörern zusammen mit der jungen Syrerin Maysa Shimali lebhaft berichtete.

Ströhle lobte die Arbeit des Landratsamts, vieler Kommunen, der Kirchen und der vielen Ehrenamtlichen. "Wo immer im Kreis eine neue Unterkunft eröffnet wird, kommen mindestens 100 Menschen zur Infoveranstaltung, weil sie helfen wollen", ist seine Erfahrung. "Das macht mich manchmal sprachlos."

© Schwäbische Zeitung - 11.03.2015

Berthold Schick (links) und Manuel Zieher. Foto: privat

Konzert in der Spitalkirche

Biberach - Berthold Schick (links) und Manuel Zieher, beide Musiklehrer an der Bruno-Frey-Musikschule, gestalten zusammen mit Pfarrer Ulrich Heinzelmann das Feierabendkonzert Foto: privat

© Schwäbische Zeitung - 10.03.2015

Slam Master Marvin Suckut führt am 28. März durch den zweiten Erolzheimer

Slam Master Marvin Suckut führt am 28. März durch den zweiten Erolzheimer

Bühne frei für die Sprache

Neuauflage des Erolzheimer Poetry Slams am 28. März

Erolzheim - Nach der Premiere eines Erolzheimer Poetry Slams im vergangenen Jahr wird es am Samstag, 28. März, eine Neuauflage geben. Um 20 Uhr öffnet die evangelische Kirchengemeinde Erolzheim-Rot die Türen der evangelischen Diasporakirche für die Veranstaltung, für die der Kartenvorverkauf begonnen hat.

"Es war ein Riesenerfolg und wurde sehr positiv aufgenommen", nennt Matthias Ströhle, Pfarrer und Jugendpfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Erolzheim-Rot, die Gründe, warum die Kirchengemeinde zusammen mit dem Kulturausschuss der Gemeinde Erolzheim eine zweite Auflage auf die Beine stellt. Nicht zuletzt sei ein Poetry Slam eine Bühne für junge Leute, "die etwas zu sagen haben und das auch mitteilen wollen". Die Atmosphäre dieser kleinen Kirche sei ein entscheidender Faktor für die besondere Stimmung des Abends, ergänzt Pfarrer Ströhle.

Das Interesse an einer Teilnahme ist groß, schon jetzt haben sich bekannte Slammer aus ganz Deutschland angemeldet. Unter ihnen sind Sira Busch aus Münster und der Buchautor Alex Burkhard, der 2012 bis ins Halbfinale der deutschsprachigen Meisterschaft vorgestoßen ist. Aber auch alte Bekannte sind am 28. März dabei - wie Stefan Unser, auch bekannt als "Wortartig", der schon beim ersten Poetry Slam in Erolzheim zu Gast war. Als Slam Master durch das Programm führt Marvin Suckut, der auch eine Kostprobe seines Könnens gibt, aber nicht in der Wertung ist.

Doch der Erolzheimer Poetry Slam soll nicht nur ein überregionales Spektakel sein. Deshalb sind die Veranstalter noch auf der Suche nach Poeten aus der Region. Interessenten können sich per E-Mail an janina.langer-poetryslam@gmx.de informieren und anmelden. "Für uns ist es wichtig, dass Leute aus der Region dabei sind. Es soll auch für sie ein Forum sein", so Pfarrer Ströhle. Im Vorjahr seien drei Slammer aus der Region angetreten.

Sieben Minuten

Einsteiger sollten eine Teilnahme nicht scheuen, sagt Ströhle. "Die Slammer sind wie eine Familie, sehr kollegial und sie freuen sich immer über neue Leute." Die Regeln für den Poetry Slam am 28. März sind für alle gleich: Die Teilnehmer tragen einen selbst geschriebenen Text vor, maximal sieben Minuten haben sie dafür Zeit. Requisiten sind für den Auftritt untersagt (Ströhle: "Es soll kein Theaterstück sein"), allein Sprache, Mimik und Gestik zählen.

Eintrittskarten im Vorverkauf können beim evangelischen Pfarramt, Telefon 08395/9369380, oder im Rathaus Erolzheim, Telefon 07354/9318-0, bestellt werden. Die Zahl der Sitzplätze in der Kirche ist begrenzt. Der Eintrittspreis beträgt sechs Euro.

© Schwäbische Zeitung - 10.03.2015

Die Musiker des Quartetts Tromposi zeigte beim Wohltätigkeitskonzert in Ummendorf die ganze tonliche Vielfalt der Posaune. FOTO: GERHARD RUNDEL

Die Musiker des Quartetts Tromposi zeigte beim Wohltätigkeitskonzert in Ummendorf die ganze tonliche Vielfalt der Posaune. FOTO: GERHARD RUNDEL

Pos­aunenquartett Tromposi spielt tierisch gut

Hervorragendes Benefizkonzert kommt der Sanierung des Dachs der Versöhnungskirche Ummendorf zugute

Ummendorf -
Hervorragende Musik hat das Posaunenquartett Tromposi am Sonntagabend beim Benefizkonzert in der Versöhnungskirche in Ummendorf geboten. Der Erlös aus Eintritt und Bewirtung kommt der Aktion "Gut be-Dach-t" zugute und wird zur Sanierung des Dachs der Versöhnungskirche verwendet.

Mit drei Stücken aus der Sammlung "Musikalischer Lustgarten" von Hans Leo Hassler haben die vier Posaunisten das anspruchsvolle Konzert mit Musik aus der Renaissancezeit eröffnet. Schon bei den ersten Akkorden wurde die klangliche und intonationssichere Qualität des Quartetts hörbar. Mit Karl Bertsch aus Laupheim, Frank Martin aus Ochsenhausen, Matthias Stärk aus Wangen und Klaus Merk aus Eggmannsried haben sich vier Musiker gefunden, die zusammen ein perfektes Posaunenquartett bildeten. Ob mit virtuoser Zunge, flinker Zugtechnik oder ausdrucksvollem Ton glänzten die vier Musiker während des ganzen Konzerts.

Nach der Präsentation des Ensembles durch Pfarrerin Andrea Luiking übernahm der studierte Posaunist Peter Schad aus Bad Wurzach die Moderation des Konzerts. Schad behielt mit dem Zitat von E.T.A Hoffmann recht: "Dort, wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an". Mit einer sachkundigen, amüsanten und angenehmen Moderation stand er den Musikern in nichts nach. Beim musikalischen Märchen "Die Bremer Stadtmusikanten" fungierte Schad als Erzähler zwischen den Tonsätzen.

Zu Beginn des zweiten Konzertteils kündigten die Bläser mit einer Fanfare das vertonte Märchen "Die Bremer Stadtmusikanten" an. Beschwingte und schaurige Klänge sowie exzellente Rhythmik boten die Bläser in den fünf Tonsätzen "Einleitung", "Der Weg nach Bremen", "Das Räuberhaus", "Das Banditengelage" und "Die Flucht der Räuber". Gekonnt und deutlich erkennbar imitierte jeder Posaunist das ihm zugedachte Tier ob Esel, Hund, Katze oder Hahn.

Harmonischer Wohlklang

Mit der "Suite for Trombones", "Tokyo Triptych" und der gefühlvollen Zugabe "A Song for Japan" endete ein Konzert mit einem wunderbaren Ensemble, das mehr als die rund 80 Besucher verdient gehabt hätte. Alle Bläser bestachen in professioneller Virtuosität, Klangvielfalt und Rhythmik. Jeder noch so schräge Akkord löste sich in einem harmonisch wohlklingenden Schlussakkord auf. Mit brillanter Dynamik glänzten die Bläser vom feinsten Piano bis zum mächtigen Forte.

"Es war ein super Konzert", schwärmte Posaunist und Kreisjugendleiter Stefan Wiedenmann. "Die Musiker haben gezeigt, mit was für einer tonlichen Vielfalt die Posaune gespielt werden kann. Ich ziehe meinen Hut."

© Schwäbische Zeitung - 09.03.2015

Zwei Frauen, die die Geschichte der Bahamas darstellen

Bei einem kleinen Anspiel wurde die Geschichte der Bahamas kurz dargestellt. Foto: Jungwirth

Si­tua­ti­on der Frau­en auf den Ba­ha­mas im Mit­tel­punkt
100 Frauen beim Weltgebetstag im Zwick-Haus am Freitagabend

Riedlingen - Rund 100 Frauen haben am Freitagabend am Weltgebetstag der Frauen im Riedlinger Johannes-Zwick-Haus teilgenommen. Dieses Jahr stand die Situation der Frauen auf den Bahamas im Zentrum des Weltgebetstags. Der ist ökumenisch, Frauen aller Konfessionen sind eingeladen. Vorbereitet wurde er auch in Riedlingen überkonfessionell.

Nach dem Einzug des Vorbereitungsteams, der - wie der gesamte Gottesdienst - von Gabriele Lang und Katharina Ilg musikalisch begleitet wurde, folgte ein kleines Anspiel, in dem das Partnerland Bahamas den Anwesenden vorgestellt wurde. Nacheinander tauchten Frauen hinter einem Vorhang auf und stellten in kurzen Sätzen Geschichte, Land und Leute vor. Erst hernach begann der eigentliche, rund zweistündige Gottesdienst, der von den Frauen auf den Bahamas vorbereitet worden war. Der Gottesdienst stand unter dem Motto "In radikaler Liebe handeln".

Seit mehr als 65 Jahren wird auf den Bahamas der Weltgebetstag gefeiert. Anfang der 70er Jahre bildete sich eine feste Gruppe mit Frauen unterschiedlicher Konfessionen. Die Arbeit der Gruppe breitete sich auf der ganzen Insel aus und vernetzte sich auch international. Bereits 2007 wurden die bahamischen Frauen beauftragt einen Gottesdienst vorzubereiten, der am Freitag in vielen Ländern gefeiert wurde.

Von den 700 Koralleninseln der Bahamas sind nur 30 bewohnt. Das Land hat gerade mal rund 370000 Einwohner. Die Menschen leben vor allem vom Fischfang und vom Gemüseanbau. Schulen und Gesundheitsversorgung gibt es, doch für weiterführende Bildung oder aufwändigere Behandlungen müssen die Menschen dort in die USA gehen.

Um die Abwanderung junger Menschen von den Bahamas zu verhindern, versucht das Land den Tourismus zu stärken. Zudem wird auf das Kunsthandwerk und bahaimische Markenprodukte gesetzt, um die Wirtschaft des Landes zu stärken.

Der Gottesdienst der Frauen dieses Landes, der beim Weltgebetstag gefeiert wurde, griff diese Themen auf und machte auch die Schwierigkeiten der Frauen dieser Inseln deutlich. Nach dem Gottesdienst bestand noch die Möglichkeit sich darüber auszutauschen.

© Schwäbische Zeitung - 07.03.2015

Schmidt trifft Flücht­lin­ge und Schü­ler
Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge kommt nach Biberach

Biberach - Der Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, Dr. Manfred Schmidt, will in Biberach mit Flüchtlingen, deren Betreuern sowie Gemeinschaftskundeschülern zusammentreffen.

Den Beginn des Programms am kommenden Dienstag, 10. März, um 10.30 Uhr bildet das Treffen mit Schülern eines Gemeinschaftskundekurses der zehnten Klasse in der Aula des Wieland-Gymnasiums. Um 12 Uhr schließt sich im Martin-Luther-Gemeindehaus eine Gesprächsrunde mit Vertretern von Landratsamt, Kirchen und Ehrenamtlichen an. Am Abend beginnt um 18 Uhr im Hans-Liebherr-Saal der Biberacher Stadthalle eine Diskussionsveranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema Asyl, denn auch in diesem Jahr erwartet Deutschland mindestens 200 000 Zuwanderer, die vor Krieg, Verfolgung und wirtschaftlicher Not fliehen. Die großen Herausforderungen hieraus diskutieren untereinander und mit dem Publikum Schmidt, der Biberacher SPD-Bundestagsabgeordnete Martin Gerster, Pfarrer Matthias Ströhle, Cornelia Lanz von Zufluchtkultur.de, der Ex-Jugoslawien-Flüchtling Nikola Misic und der Syrien-Flüchtling Maysa Shimali.

Der 56-jährige Jurist Manfred Schmidt ist seit 2010 Präsident des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Die Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums sitzt in Nürnberg und hat 22 Außenstellen und rund 2200 Mitarbeiter.

© Schwäbische Zeitung - 06.03.2015

Kir­chen­ge­mein­den la­den ein zum Mit­tags­tisch

Bad Saulgau - Die evangelische und die katholische Kirchengemeinde Bad Saulgau laden am Dienstag, 10. März, wieder zu einem ökumenischen Mittagstisch in das evangelische Gemeindehaus in der Gutenbergstraße 49 in Bad Saulgau ein. Getragen wird diese Veranstaltung vom Sozialausschuss der katholischen Kirchengemeinde, dem evangelischen Diakonieverein und der ökumenischen Seniorenbegegnungsstätte. Nachdem dieser Mittagstisch schon in den vergangenen Jahren mehrmals abgehalten wurde und großen Zuspruch fand, soll nun im Frühjahr zum 7. Mal ein warmes Mittagessen angeboten werden: Wie in den vorangegangenen Veranstaltungen soll auch jetzt für Essen und Getränke nur ein Beitrag von zwei Euro kassiert werden. Der Rest wird über Spenden finanziert, wozu in der Vergangenheit auch viele Besucher spontan beigetragen haben. Eingeladen ist jedermann, eine Anmeldung zum Mittagstisch ist nicht nötig.

© Schwäbische Zeitung - 05.03.2015

Foto: Dr. Langhammer

Mor­gen ist Welt­ge­bets­tag: Es geht um ein tou­ris­ti­sches Sehn­suchts­ziel

Bad Saulgau - Traumstrände, Korallenriffe, Lebensfreude sowie eine ethnische und konfessionelle Vielfalt: das bieten die 700 Inseln der Bahamas. Der Inselstaat zwischen den USA, Kuba und Haiti ist ein wirtschaftlich erfolgreiches, touristisches Sehnsuchtsziel. Viele verbinden Cocktails, Hüte, Früchte und die Farben der Karibik mit diesem Staat, so wie es Alexandra Balzer, Cora Sachs, Anna Bräuchle und Anastasia Foht (von links) zeigen. Aber das vermeintliche Paradies hat mit Problemen zu kämpfen: extreme Abhängigkeit vom Ausland, Arbeitslosigkeit und eine erschreckend hohe Gewalt gegen Frauen und Kinder. Diese Sonnen- und Schattenseiten beleuchten Christinnen der Bahamas in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2015. Rund um den Erdball wird dieser am Freitag, den 6. März 2015, in ökumenischen Gottesdiensten gefeiert. Auch die Frauen und Mädchen vom ökumenischen Vorbereitungsteam hier in Bad Saulgau zeigen sich solidarisch mit den Frauen auf den Bahamas und laden Frauen, Männer und Jugendliche ein, diesen Gottesdienst morgen, Freitag, am 6. März um 19 Uhr in der evangelischen Christuskirche mitzufeiern. Nach dem Gottesdienst gibt es noch Gelegenheit zur Begegnung und zum Gespräch miteinander. Außerdem serviert der Weltladen Asante in der Hauptstraße am kommenden Samstag, 7. März, ein bahamaisches Gericht.

© Schwäbische Zeitung - 04.03.2015

Streichermusik von Bach, Mozart und Fanny Hensel steht auf dem Programm des ersten Feierabendkonzerts. Foto: privat

Jun­ges Quar­tett mu­si­ziert beim Fei­er­abend­kon­zert
Pfarrer Ulrich Heinzelmann liest besinnliche Texte

Biberach - Streichermusik von Bach, Mozart und Fanny Hensel steht auf dem Programm des ersten Feierabendkonzerts am Freitag, 6. März, 18 Uhr, in der evangelischen Spitalkirche. Pfarrer Ulrich Heinzelmann steuert besinnliche Texte bei. Der Eintritt ist frei.

Seit einigen Jahren schon musizieren sie mit Freude und Erfolg zusammen: Paula Kuss (Violine), Daniel Klessinger (Violine und Viola), Maria Böhle (Violine und Viola) und Tobias Klessinger (Violoncello). Die vier können bereits auf zahlreiche Auftritte und große Erfolge beim Wettbewerb "Jugend musiziert" zurückblicken. Einer der Höhepunkte ihrer bisherigen "Karriere" war die Einladung des Philharmonia-Quartetts Berlin zur Teilnahme an einem Workshop und zum Auftritt im Rahmen eines Meisterkonzerts. In der Spitalkirche eröffnen die vier jungen Musiker die besinnliche halbe Stunde mit Chorälen aus Bachs Johannespassion. Von Wolfgang Amadeus Mozart erklingt der erste Satz Allegro moderato aus dem Streichquartett d-Moll KV 173, komponiert in Wien mit 16 Jahren. Es folgt von Fanny Hensel ein Adagio ma non troppo aus dem Quartett Es-Dur. Zum Abschluss spielt das Streichquartett der Bruno-Frey-Musikschule zusammen mit seinem Lehrer Günther Luderer den dritten Satz aus Mozarts berühmtem Streichquintett g-Moll.

© Schwäbische Zeitung - 04.03.2015

Die vier Posaunisten des Quartetts Tromposi geben in Ummendorf ein Benefizkonzert

Die vier Posaunisten des Quartetts Tromposi geben in Ummendorf ein Benefizkonzert zugunsten der Aktion "Gut be-Dach-t", mit der die Kirchengemeinde die Sanierung des Dachs der Versöhnungskirche finanzieren möchte. Foto: Konrad Hoffmann

Blä­ser­quar­tett Trom­po­si spielt zu­guns­ten des Kir­chen­dachs
Benefizkonzert in Ummendorfer Versöhnungskirche zugusnsten der Aktion "Gut be-Dach-t"

Ummendorf - Das bekannte Posaunenquartett Tromposi tritt am Sonntag, 8. März, von 18 Uhr an in der Versöhnungskirche in Ummendorf auf.

Musik von der Renaissance bis in die Moderne steht auf dem Programm. Als Besonderheit ist das musikalische Märchen "Die Bremer Stadtmusikanten" von Jan Koetsier zu hören. Die Vertonung der bekannten Erzählung wird von den vier Posaunen und einem Sprecher aufgeführt. Außerdem erklingen "Myths and Legends" von Eric Ewazen oder eine Tanzsuite von Hans Leo Haßler.

Seit 1997 spielen die vier Posaunisten zusammen. Doch ist "Tromposi" nicht das einzige Ensemble der Musiker Matthias Stärk, Klaus Merk, Frank Martin und Karl Bertsch. Unter anderem sind sie Mitglied bei der Brass-Band Oberschwaben-Allgäu (BBOA), dem Blasorchester "Südwind" sowie bei "Peter Schad und seinen Oberschwäbische Dorfmusikanten". Durch den Abend wird Peter Schad führen.

Eintritt acht Euro, für Kinder vier Euro. Der Erlös aus Eintrittsgeldern und der Bewirtung kommt der Aktion "Gut be-Dach-t" der evangelischen Kirchengemeinde Ummendorf zugute, die damit die Sanierung ihres Kirchendaches finanzieren möchte. Spendenkonto der Aktion "Gut be-Dach-t": Versöhnungskirche Ummendorf, Konto Raiba Ummendorf, BIC: GENODES 1 EHZ, IBAN: DE 25 6006 964 800 6058 5005.

© Schwäbische Zeitung - 04.03.2015

Ver­ein plant vie­le Kir­chen­mu­sik-Kon­zer­te
"Pro musica sacra" schaut bei der Hauptversammlung auf Höhepunkte voraus

Biberach - Der Verein "Pro musica sacra" hat zur Jahreshauptversammlung eingeladen. Konzertanter Höhepunkt des Vereins ist im vergangenen Jahr die Aufführung von John Rutters "Magnificat" und "Gloria" im Oktober in der Stadtpfarrkirche gewesen, mit einer überaus positiver Resonanz. Dies resümierte der Vorsitzende Ulrich Rehm in seinem Rückblick auf das Jahr 2014.

Eine Besonderheit war auch die Uraufführung der "Lukas-Passion" von Ralf Klotz am Karfreitag in der Heilig-Geist-Kirche. Ebenso die Mitwirkung der Evangelischen Kantorei Anfang Mai bei einem Konzert in Dürmentingen unter der Leitung von Bezirkskantor Jürgen Berron. Hier erklang das "Magnificat" von Justin Heinrich Knecht und das "Te Deum" von Nikolaus Betscher, welches in Biberach nochmals am 18. Mai in der Stadtpfarrkirche aufgeführt wurde.

Konzertanter Höhepunkt im Jahresprogramm 2015, vorgestellt von Kantor Ralf Klotz, wird die Aufführung des Weihnachtsoratoriums mit den Teilen eins, fünf und sechs am 29. Dezember sein. Eine Besonderheit wird auch die Aufführung der Teile eins, zwei und drei am 28. November sein, die speziell für Kinder konzipiert worden ist, um diese an kirchenmusikalische Werke heranzuführen.

Neben den traditionellen Veranstaltungen wie Feierabend-Konzerte, Orgelsommer, Orgelmusik zur Marktzeit und Weihnachtsliedersingen, sind noch zu nennen der Kantatengottesdienst am 10. Mai sowie die Aufführung des "Totentanzes" von Ralf Klotz in der Stadtpfarrkirche am 15. November. Ein besonderer Leckerbissen verspricht das Gastkonzert am Sonntag, 21. Juni, mit dem Titel "Maharaj-Trio meets Organ" zu werden. Ralf Klotz konzertiert mit dem mehrfach national und international ausgezeichneten "Maharaj-Trio" aus Indien.

Aktuell hat der Verein 55 Mitglieder, wie Schatzmeister Klaus Flammer vermeldete. Erfreulich ist auch die positive Entwicklung der Finanzen. Diese ermöglicht die finanzielle Unterstützung eines neuen Konzertflügels sowie hoch qualifizierte konzertante Projekte.

Das achtseitige Konzertprogramm für 2015 sowie der Vereinsflyer wurden in diesem Jahr von der Werbeagentur Elsner neu konzipiert, wie Eva Werner mitteilte, und ebenfalls vom Verein finanziert. Auch im Internet wird sich der Verein demnächst präsentieren, weitere Maßnahmen zur Mitgliederwerbung sind geplant.

Das Konzertprogramm liegt in Kirchen und öffentlichen Ämtern aus.

© Schwäbische Zeitung - 02.03.2015

Dekan Hellger Koepff

Plötz­lich ist al­les an­ders

Biberach - Die Pflegebegleiter-Initiative lädt ein zu einer Informations- und Fortbildungsveranstaltung am Mittwoch, 4. März, 14 Uhr, im Martin-Luther-Gemeindehaus Biberach, Waldseer Straße 18. Gerd Steinwand, Diplomtheologe und Referent für Lebens- und Sinnfragen, spricht zum Thema "Und plötzlich ist alles anders - wie gehe ich mit Lebenskrisen um?". Krankheit, Pflegebedürftigkeit eines Familienangehörigen und besonders aber der Tod eines geliebten Menschen stellen die Alltagsroutine plötzlich in Frage. Wie es weitergehen kann, darum geht es in dem Vortrag.

Anmeldung bis Montag, 2. März, bei der Pflegebegleiter-Initiative, Telefon 07351/150251, E-Mail