© Schwäbische Zeitung 30.06.2016

Die Predigt der Erntebetstunde auf dem Hartberghof in Wain hat die Speisung der 5000 zum Thema gehabt.

Die Predigt der Erntebetstunde auf dem Hartberghof in Wain hat die Speisung der 5000 zum Thema gehabt. Foto: Ulrike Guggenberger

Zehn Sem­meln rei­chen für 120 Be­su­cher
Gemeinde Wain begeht Erntebetstunde

von Ulrike Guggenberger

Wain - Die Predigt der Erntebetstunde auf dem Hartberghof in Wain hat die Speisung der 5000 zum Thema gehabt. Pfarrer Ernst Eyrich las aus dem Markus-Evangelium, in dem Jesus zu seinen Jüngern sagt: "Gebt ihnen zu essen", und sie auf die Frage, was sie haben, antworteten "nur fünf Brote und zwei Fische". Niemals dachten die Jünger, reiche so wenig Essen um den Hunger vieler Menschen zu stillen.

Dass die doch möglich ist, ließ Eyrich anhand von fünf Semmeln veranschaulichen, die in zehn Stücke geteilt wurden und von zehn Kindern zu den Besuchern gebracht und geteilt wurden. Schließlich bekam jeder der rund 120 Anwesenden etwas ab und es blieb sogar noch etwas übrig. "Gott gibt uns nicht zu wenig, aber können wir vielleicht nicht richtig teilen?", regte der Wainer Pfarrer zum Nachdenken an.

Ein weiteres Beispiel stellte eine Wippe dar, die von einem Kind allein nicht genutzt werden konnte. Erst als ein weiteres Kind sich darauf setzte, klappte es. So gab Eyrich den Besuchern die Worte mit auf den Weg: "Teilen schenkt Freude - Freude teilen, verdoppelt die Freude." Eyrich berichtete, dass man zwar heutzutage fast überall das Erntedankfest - also sich für die Ernte bedanken - feiere, das Erntebetfest - überhaupt für eine gute Ernte zu bitten - nicht mehr häufig Beachtung finde.

Bei schönsten Wetter versammelten sich viele Besucher auf den Bänken im Grünen, unter ihnen auch einige hiesige Bauernfamilien, sowie Bürgermeister Stefan Mantz mit Gattin. Gestaltet und begleitet wurde der Gottedienst im Grünen neben dem evangelischen Pfarrer durch den Wainer Posaunenchor unter der Leitung von Markus Schließer, dem Flötenkreis von und mit Renate Unterweger, den Schülern der Grundschule Wain, begleitet von Angelika Audehm und Gisela Weishaupt-Hempfer.

© Schwäbische Zeitung 30.06.2016

Me­di­en­bo­xen für die öku­me­ni­sche Flücht­lings­ar­beit

Biberach - Für die pädagogische Arbeit mit Flüchtlingen in der Stadt Biberach erhalten die Verantwortlichen der ökumenischen Flüchtlingsarbeit von Caritas und Diakonie und der Verein "Interkulturelles Forum für Flüchtlingsarbeit" (IFF) jeweils eine Medienbox mit unterschiedlichen Materialien.

Mehrsprachige Bücher und Spiele für Erwachsene und Kinder sollen beim Erlernen der deutschen Sprache unterstützen und Verständnis für das neue Leben in Deutschland vermitteln.

Beide Organisationen engagieren sich in der Arbeit mit Flüchtlingen, insbesondere in den Gemeinschaftsunterkünften. Zusammengestellt wurden die Medienboxen von Jana Ullrich, einer Mitarbeiterin der Stadtbücherei Biberach. Finanziert wird das Projekt von der Stadt Biberach über Integrationsmittel, organisiert von der städtischen Integrationsbeauftragten Martina Eisele.

© Schwäbische Zeitung 29.06.2016

 

Im Hölz­le sind noch we­ni­ge Plät­ze frei
Der erste Abschnitt des Biberacher Ferienwaldheims beginnt am 1. August


Biberach - Im Biberacher Ferienwaldheim Hölzle sind nur noch wenige Plätze in allen drei Abschnitten frei. Auch für die Zeltübernachtung im Hölzle-Camp für 13- bis 15-Jährige stehen ebenfalls noch Plätze zur Verfügung.

In vier Wochen beginnen die Sommerferien und damit auch das Hölzle. Bereits am 16. März startete die Kinderanmeldung. Die komfortable Möglichkeit der Onlineanmeldung wurde auch dieses Jahr gern genutzt. Es sind dennoch in vielen Angeboten Plätze frei, nur im ersten Abschnitt ist das Angebot für Kinder über fünf Jahren schon ausgebucht. Im zweiten und dritten Abschnitt können auch noch Kinder im Alter von drei bis 15 Jahren teilnehmen.

Im dritten Abschnitt sucht das Küchenteam noch Unterstützung. Als Minijob vergütet, wird hierfür auch die Teilnahme eigener Kinder im Hölzle vergünstigt.

Die drei jeweils zweiwöchigen Abschnitte finden an folgenden Terminen statt: Der erste vom 1. bis 13. August, der zweite vom 15. bis 27. August und der dritte Abschnitt vom 29. August bis 10. September. Das Hölzle-Camp zeltet auf dem Winterreuter Spielplatz vom 29. August bis 8. September. Anmeldungen sind jederzeit über die Homepage des Hölzles oder direkt im Evangelischen Jugendwerk in der Waldseer Straße 18 jeweils montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr sowie dienstags bis donnerstags von 14 bis 16 Uhr möglich.

Weitere Informationen zu den Gruppenangeboten, den Preisen und der Onlineanmeldung gibt es unter Telefon 07351/7933 oder auf

www.hoelzle-online.de

© Schwäbische Zeitung 25.06.2016

Pfarrer Wolfgang Raiser und Brücken-Schwester Vera Kleefeldt (Mitte) freuen sich, in Carén Althoff eine Verstärkung gefunden zu haben. Foto: Kuhlmann

Pfarrer Wolfgang Raiser und Brücken-Schwester Vera Kleefeldt (Mitte) freuen sich, in Carén Althoff eine Verstärkung gefunden zu haben. Foto: Kuhlmann


Brü­cken-Schwes­ter er­hält Un­ter­stüt­zung
Carén Althoff übernimmt Fahrdienste und bietet psychologische Beratung an


Von Jennifer Kuhlmann 25. Juni 2016

Mengen - Bei den älteren Menschen in der evangelischen Kirchengemeinde Mengen ist Brücken-Schwester Vera Kleefeldt bekannt und beliebt. Sie hat ein offenes Ohr für Probleme, berät und vermittelt zu Behörden, Ärzten, Sozialstationen, der Nachbarschaftshilfe oder Krankenkassen. Jetzt bekommt sie Unterstützung von Carén Althoff, die nicht nur Fahrdienste übernehmen wird, die mehr Zeit beanspruchen, sondern auch Hilfen und Gespräche im psychologischen Bereich anbieten kann.

Wenn Vera Kleefeldt zum Geburtstagsbesuch bei einem über 70-jährigen Gemeindemitglied zu Hause vorbeikommt, merkt sie schnell, wo ihm der Schuh drückt. "Manchmal fehlt nur jemand zum Reden, aber manchmal wird klar, dass jemand Hilfe braucht", sagt sie. Hapert es bei der Gartenarbeit oder im Haushalt, stellt die Brücken-Schwester den Kontakt zur Nachbarschaftshilfe her. Ist jemand pflegebedürftig, hilft sie bei den Gesprächen mit Ärzten, Krankenkassen und Pflegedienst. "Oft kennen die Betroffenen oder ihre Angehörigen bestimmte Einrichtungen oder Angebote gar nicht", sagt sie. "Oder sie sind unsicher, was sie tun sollen." Kleefeldt hat die nötigen Kontakte und kann im Zweifel auch die entsprechenden Anrufe übernehmen.

Erfahrungen aus der Klinik

Hin und wieder kommt aber auch sie an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Sie kann nicht mit jedem gehen, der eine Begleitung zum Arzt oder zu einem Amt wünscht. "Das schaffe ich nicht", sagt sie. Deshalb freut sie sich, dass solche Aufgaben von nun an Carén Althoff übernehmen wird. Die 56-Jährige aus Hohentengen-Bremen ist gelernte Arzthelferin und Krankenschwester. "Wegen meiner Bandscheiben kann ich nur noch zu 50 Prozent in meinem Beruf arbeiten und habe mich mehr der Psychosomatik zugewandt", sagt sie. In der Klinik am schönen Moos hat sie viel mit Menschen zu tun, die an Depressionen leiden oder einen wichtigen Menschen verloren haben. "Mir ist klar geworden, wie viele Menschen Depressionen, Ängste oder ein Burn Out haben", sagt sie. Oft würden solche Menschen allein sein und lange auf einen Therapeuten warten. "Angehörige sind oft überfordert und ziehen sich zurück. Und die Betroffenen können leichter mit einem Fremden reden." Althoff traut sich zu, diesen Part zu übernehmen. Sie will sich zusätzlich zur psychologischen Beraterin ausbilden lassen und sich mit diesem Wissen in der Kirchengemeinde engagieren.

In der Klinik arbeitet sie nachts. "Zu dieser Zeit bin ich den Menschen näher als tagsüber", glaubt sie. Ihre Arbeitszeit und die Tatsache, dass ihre Töchter erwachsen sind, erlauben ihr, flexibel für die Gemeinde einsetzbar zu sein. Zunächst werden Pfarrer Wolfgang Raiser und Brücken-Schwester Vera Kleefeldt ihr Beratungsangebot an potenzielle Betroffene weitergeben. Wer Caren Althoff kennenlernen möchte, kann sich über das Pfarramt auch direkt an sie wenden.
Der evan­ge­li­sche So­zi­al­pfle­ge­ver­ein


Mengen unterstützt Menschen in alters- und krankheitsbedingten Notlagen. Er ist im vergangenen Jahr aus dem evangelischen Krankenpflegeförderverein hervorgegangen. "Wir haben den Namen geändert, weil sich viele nicht vorstellen konnten, welchen Zweck der Verein hat", sagt Pfarrer Wolfgang Raiser. Die neue Bezeichnung entspreche mehr der Tätigkeit des Vereins, der sich zur Aufgabe gemacht habe, die Kirchengemeinde und andere Träger sozialpflegerischer Aufgaben in ihrer Arbeit zu unterstützen. Auch die Arbeit von Brücken-Schwester Vera Kleefeldt und Carén Althoff wird durch den Verein mitfinanziert. Derzeit hat der Verein rund 80 Mitglieder. Der Jahresbeitrag beträgt 20 Euro für Einzelpersonen und 25 Euro für Familien. "Wer die Hilfe des Vereins in Anspruch nimmt, muss nicht zwangsläufig Mitglied sein", betont Pfarrer Raiser. "Davon wird die Unterstützung natürlich nicht abhängig gemacht." Es seien aber zahlende Mitglieder nötig, um die Begleitung und Beratung der bedürftigen Personen ermöglichen zu können.

Weitere Informationen gibt es im Pfarramt unter Telefon 07572/710 91 oder unter pfarramt.mengen@elkw.de

Lutherbaum als ökumenisches Symbol der Konfessionen weltweit

Vikarin Daniela Eichkorn, Pfarrerin Dorothee Sauer, Marion Hohenhorst (Vorsitzende des Kirchengemeinderates der Kirchengemeinde Erolzheim-Rot), Pastoralreferentin Hildegard Weiss, Pfarrer Ambros Tungl (von links nach rechts). Foto Uwe Kaltenthaler

Katholische Seelsorgeeinheit Rot-Iller und evangelische Kirchengemeinde Erolzheim-Rot feiern großen Schritt in der ökumenischen Partnerschaft 

Mit einem feierlichen Gottesdienst am Sonntag, den 26.06. in der katholischen Klosterkirche St. Verena in Rot an der Rot und einem anschließenden Festakt im Klostergelände pflanzten Vertreterinnen und Vertreter der beiden Kirchengemeinden eine Brabanter Silberlinde als Zeichen der ökumenischen Verbundenheit. Viele Gottesdienstbesucher beider Konfessionen waren zu diesem Anlass gekommen und feierten das besondere Ereignis. Begleitet wurde der Festakt vom Musikverein Rot. Den anschließenden Stehempfang richtete die Ökumenische Sozialstation Rottum-Rot-Iller aus.

Die Idee zur Baumpflanzung kam Gemeindegliedern beider Kirchen bei einer Ökumenischen Gemeindefahrt zu den Städten der Reformation.  In Wittenberg entsteht zurzeit der Luthergarten, ein Projekt des Lutherischen Weltbundes. Für 500 Bäume –analog zu 500 Jahre Reformation- können Patenschaften übernommen werden. Zur Patenschaft gehört in der eigenen Heimatgemeinde ebenfalls einen Baum zu pflanzen.  So entsteht ein weltweites Netzwerk von Baumpatenschaften. Diese Bäume sind ein Zeichen der Hoffnung und stehen für  Verbundenheit der Christen weltweit, auch über die früher trennenden Konfessionsgrenzen hinweg.

Personen auf dem Bild (für die Pressemitteilung): Vikarin Daniela Eichkorn, Pfarrerin Dorothee Sauer, Marion Hohenhorst (Vorsitzende des Kirchengemeinderates der Kirchengemeinde Erolzheim-Rot), Pastoralreferentin Hildegard Weiss, Pfarrer Ambros Tungl.

 

© Schwäbische Zeitung 21.06.2016

Gabriele Steigmiller geht es um Beziehungen zwischen Menschen. Foto: pr

Gabriele Steigmiller geht es um Beziehungen zwischen Menschen. Foto: pr


Ga­brie­le Steig­mil­ler über Re­so­nanz
Mensch Nachbar - Sonntagsgespräch um sechs in der evangelischen Spitalkirche
 sz 18. Juni 2016

Biberach - Gabriele Steigmiller ist am Sonntag, 26. Juni, Gast bei Mensch Nachbar - Sonntagsgespräch um sechs. Das ist eine Stunde für Fragen und passender Musik jenseits des Tagesgeschehens. Mensch Nachbar schafft Raum für ein persönliches Gespräch über gesellschaftliche Themen mit einem Menschen aus dem Umfeld Biberachs.

Gabriele Steigmiller aus Ummendorf ist Mitbegründerin des Begegnungscafés mit Asylbewerbern und Einheimischen. In diesem ehrenamtlichen Engagement wie auch bei ihrer therapeutischen Arbeit in einer Frühförderstelle liegt ihr die Beziehung zueinander am Herzen. Welche Bedeutung Resonanz für sie hat, und warum für sie Beziehung der Schlüssel für unsere heutige gesellschaftliche Situation ist, wird sie beim Gespräch erzählen. Gesprächspartnerin ist die Ummendorfer Pfarrerin Andrea Luiking, Vorsitzende des Evangelischen Bildungswerks Oberschwaben.

Beginn ist um 18 Uhr in der evangelischen Spitalkirche, Museumshof Biberach. Musikalisch umrahmt wird das Gespräch von Christine Behringer am Lieblingsinstrument des Gastes, der Harfe. Im Anschluss können die Gespräche fortgesetzt werden bei Gebäck und Wein. Veranstalter des Abends sind die evangelische Gesamtkirchengemeinde Biberach und das Evangelische Bildungswerk Oberschwaben.

Mehr Informationen zum Evangelischen Bildungswerk Oberschwaben unter Telefon 0751/41041.

© Schwäbische Zeitung 21.06.2016

Kleidertreff Ochsenhausen

Kleidertreff Ochsenhausen Foto: Ströhle

Spen­de für Hoch­was­ser­ge­schä­dig­te

Ochsenhausen - Der vom ökumenischen Arbeitskreis Asyl betriebene Kleidertreff in Ochsenhausen spendet 500 Euro zugunsten der Hochwassergeschädigten der Region. "Das Team des Kleidertreffs hat entschieden, ein Zeichen der Solidarität und des Zusammenhalts zu setzen", sagt Pfarrer Matthias Ströhle vom Arbeitskreis Asyl. Dazu sollte außerdem der Erlös eines Sonderverkaufs des Kleidertreffs beim Öchslefest kommen. Der Kleidertreff in der Memminger Straße 7 in Ochsenhausen, der nicht nur Flüchtlingen offen steht, hilft bei der Finanzierung von Integrationsprojekten für Flüchtlinge, unterstützt darüber hinaus aber auch andere soziale Projekte.

© Schwäbische Zeitung 21.06.2016

Einmal wöchentlich treffen sich Frauen unterschiedlicher Herkunft in Ochsenhausen zum Nähtreff

Einmal wöchentlich treffen sich Frauen unterschiedlicher Herkunft in Ochsenhausen zum Nähtreff. Foto: privat

In­te­gra­ti­on mit­hil­fe von Pro­jek­ten
Ökumenischer Arbeitskreis fördert Flüchtlinge, indem er sie in die Verantwortung nimmt


aw 21. Juni 2016

Ochsenhausen - Eine Reihe von Projekten hat der ökumenische Arbeitskreis Asyl Ochsenhausen inzwischen angestoßen. Wichtig für die Verantwortlichen des Arbeitskreises ist, dass die Flüchtlinge nicht nur Teilnehmer, sondern in die Organisation von Projekten eingebunden sind. Wie es beim Nähtreff oder beim Fotoprojekt der Fall ist.

Beim Nähtreff kommen einmal wöchentlich Frauen zum gemeinsamen Nähen zusammen. "Beim ersten Mal gab es 19 Teilnehmerinnen", sagt Pfarrer Matthias Ströhle von der evangelischen Kirchengemeinde Erolzheim-Rot, der sich in dem kreisweit aktiven Arbeitskreis Asyl engagiert. Mitinitiiert wurde der Nähtreff von zwei Syrerinnen, ohne die das Angebot "nicht gelaufen wäre", so Ströhle. Für ihn ist dies genau der richtige Ansatz: "Wir brauchen die Flüchtlinge, weil wir nicht für sie, sondern mit ihnen etwas machen wollen - als Mittel gegen eine Rückkehr in die Subkultur."

Der Nähtreff liegt Ströhle auch deshalb am Herzen, weil er gezielt Frauen anspricht. Die Kinder und Jugendlichen der Flüchtlinge seien über Kindergärten und Schule rasch "sehr gut integriert", jüngere Männer kämen etwa über Sportvereine leicht in Kontakt mit Einheimischen. Für die Mütter in Flüchtlingsfamilien dagegen sind Angebote bislang eher rar. Die Frauen säßen oft zu Hause und der Nähtreff sei eine gute Möglichkeit, mal herauszukommen und in Kontakt mit Einheimischen zu kommen, so Ströhle. Denn das Angebot ist offen für alle Frauen.

Sprachkenntnisse verbessern

Projekte wie der Nähtreff haben den Nebeneffekt, dass die Frauen aus den Flüchtlingsfamilien nebenbei ihre deutschen Sprachkenntnisse verbessern. "Sprache gegen Nähkenntnisse", hofft Ströhle, dass sich die Frauen gegenseitig unterstützen. Seiner Erfahrung nach kann man sich von mancher neuen Mitbürgerin noch etwas abschauen im Nähen. "Da sind Leute dabei, die früher im Schneiderbereich tätig waren und es richtig gut können", so Ströhle. Deshalb und wegen der großen Nachfrage soll der Nähtreff in zwei Gruppen aufgeteilt werden.

Wichtig für die Verantwortlichen des Arbeitskreises Asyl ist auch, das Selbstbewusstsein der Flüchtlinge zu stärken und den Zugezogenen berufliche Perspektiven aufzuzeigen. Geplant sei, Produkte aus dem Nähtreff auf dem Weihnachtsmarkt zu verkaufen, sagt Ströhle. Darüber "lernt man, wie man kalkuliert", wirtschaftliches Handeln und Denken würden gefördert.

Arbeiten zu präsentieren, darum geht es auch in einem Fotoprojekt mit Flüchtlingen. "Sie sind mit Einwegkameras durch Ochsenhausen gelaufen und sollten Orte fotografieren, die ihnen besonders wichtig sind", sagt Ströhle. Auch beim Fotoprojekt "sollen die Flüchtlinge aktiv werden und nicht fotografiert werden, sondern selbst fotografieren". Und die Bilder zeigen, wie sie ihre neue Heimat wahrnehmen. Ein Teil der Fotos aus dem Projekt, das die Künstlerin Laura Zalenga mit angestoßen hat und leitet, sind derzeit Teil der Ausstellung "Augenblicke" im Museum Schloss Großlaupheim. Geplant ist nach den Worten Ströhles bald auch eine eigene Ausstellung in Ochsenhausen.

Eine andere Perspektive wählte ein Filmprojekt des ökumenischen Arbeitskreises in Zusammenarbeit mit der Hochschule Weingarten. Im Mittelpunkt stehen hier ehrenamtliche Helfer. Im vergangenen Herbst "haben wir uns gefragt, wie man Ehrenamtlichen schneller den Weg in die Flüchtlingsarbeit ebnen und Hemmungen abbauen kann", sagt Ströhle. Zwei Videos entstanden - in einem geht es darum, worin Flüchtlingsarbeit besteht, und im anderen werden Helfer interviewt. "Die Filme bieten Informationen für Interessierte, die sich vielleicht noch nicht trauen, mitzumachen."

Nähen, Fotografie, Videos: Nur drei Beispiele der immer breiter werdenden Flüchtlingsarbeit in Ochsenhausen. Weitere Projekte laufen schon, andere werden folgen. Matthias Ströhle nennt als Beispiele einen Musikbasar in Kooperation mit der Landesmusikakademie Ochsenhausen und die Leseförderung in Zusammenarbeit mit der örtlichen Buchhandlung "Lesebar". "Es ist schon relativ stark ausdifferenziert", sagt Ströhle. Aber noch nicht so stark, dass kein Platz mehr wäre für Neues.

Nähere Informationen zu allen Projekten des ökumenischen Arbeitskreises Ochsenhausen gibt es im Internet unter

www.asyl-bc.de/initiativen/asyl-ochsenhausen

Zu sehen sind die Videos auf dem Youtube-Kanal des ökumenischen Arbeitskreises Asyl

www.youtube.com/channel/UCmZN4TVUNRdzZwm0lGh-CHA

© Schwäbische Zeitung 21.06.2016

Stellvertretend für die Gemeinde sind Manfred und Marion Hohenhorst nach Wittenberg gefahren, um den Baum zu pflanzen

Stellvertretend für die Gemeinde sind Manfred und Marion Hohenhorst nach Wittenberg gefahren, um den Baum zu pflanzen. Foto: Kirchengemeinde

Kir­chen pflan­zen Baum als Zei­chen der Hoff­nung
Kirchengemeinde Erolzheim-Rot beteiligt sich an weltweiter Pflanzaktion

Von Katrin Bölstler 21. Juni 2016

Rot an der Rot - "Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen." In Anlehnung an dieses Lutherzitat entsteht zum beginnenden Reformationsjahr in Wittenberg ein großer Luthergarten mit 500 Bäumen. Kirchen aus aller Welt haben die Patenschaft für einen der Bäume übernommen. So auch die Kirchengemeinde Erolzheim-Rot in ökumenischer Gemeinschaft mit der katholischen Seelsorgeeinheit Rot-Iller.

Pfarrer Matthias Ströhle erklärt, was seine Gemeinde dazu bewegt hat, sich an dem Projekt zu beteiligen. "Mich hat besonders beeindruckt, dass es ein weltweites und konfessionsübergreifendes Projekt ist", sagt er. "Das Interessante dabei: Obwohl die Reformation ihren Beginn in Deutschland fand, wird sie heutzutage im Ausland doch deutlich mehr wahrgenommen als bei uns", diese Erfahrung habe er in der Vergangenheit immer wieder gemacht. In Ländern wie den USA oder Korea spiele die Reformation in den Kirchen eine weitaus größere Rolle als in deutschen Gemeinden.

Der erste Baum, berichtet der Geistliche, sei vom Vatikan gepflanzt worden. Der zweite von der orthodoxen Kirche. "Die Reformation war eigentlich ein Ereignis, das die Kirche und die Gläubigen gespalten hat, heute sehen wir eher, was uns verbindet." Das Versöhnende stehe im Reformationsjahr eindeutig im Vordergrund.

Der Kerngedanke der Reformation, dass der Mensch von Gott erlöst werde, ohne dafür etwas leisten zu müssen, sei heute aktueller denn je. "so viele Menschen definieren sich heute wieder über Leistung und denken, sie seien ohne nichts wert", fasst Ströhle zusammen. Auch das Zitat, auf das sich diese Aktion stützt, hat seiner Meinung einen stark aktuellen Bezug. "Damals wie heute gilt, dass gerade in schwierigen Situationen, egal ob Flüchtlingskrise, Brexit oder Sonstigem, uns nichts davon abhalten sollte, zu hoffen. Das was wir heute pflanzen, wird stets morgen Früchte tragen."

Zu Ostern reiste die Vorsitzende des Kirchengemeinderats aus Erolzheim-Rot, Marion Hohenhorst und ihr Mann, Manfred Hohenhorst, nach Wittenberg, um die Patenschaft offiziell entgegenzunehmen. Zur Patenschaft gehört auch die Verpflichtung, in der eigenen Gemeinde einen Baum zu pflanzen. Dadurch entsteht ein weltweites ökumenisches Netzwerk. Unter anderem stehen Bäume in Indonesien, Tansania, Äthiopien, Südkorea und Island. Ganz aktuell hat die evangelisch-lutherische Kirche in Japan eine Patenschaft übernommen.

Am 26. Juni findet nun in Rot an der Rot die Pflanzung des Partnerbaumes statt. Der Baum wird direkt neben der ökumenischen Sozialstation Rottum-Rot-Iller stehen. Wie in Wittenberg handelt es sich um eine Brabanter Silberlinde.

Die Einweihung beginnt um zehn Uhr mit einem Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Verena. Den Gottesdienst halten der katholische Pfarrer Ambros Tungl und die evangelische Pfarrerin Dorothee Sauer gemeinsam. Im Anschluss daran findet der Festakt mit anschließendem Stehempfang bei der Silberlinde statt, welcher vom Musikverein Rot begleitet wird.

Das Projekt wurde durch den Lutherischen Weltbund initiiert und unter Mitwirkung des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbunds und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands in Kooperation mit der Lutherstadt Wittenberg umgesetzt.

© Schwäbische Zeitung 21.06.2016

Drei Musiker aus Afrika zauberten exotisches Flair in die Wainer Kirche Sankt Michael.

Drei Musiker aus Afrika zauberten exotisches Flair in die Wainer Kirche Sankt Michael. Foto: Klaus Pasedag

"In Afri­ka spielt man Mu­sik mit dem gan­zen Her­zen"
Buntes Konzert mit dem Posaunenchor Wain und afrikanischen Bläsern erfreut die Zuhörer

pakl 21. Juni 2016

Wain - Der Posaunenchor Wain hat zu einem bunten Konzert in die Wainer Michaelskirche eingeladen. Der Chor gestaltete den Abend nicht alleine, sondern hatte auch Gäste dabei. Diese stellte er musikalisch vor: Sie waren das A-Team, ein Teil des "Diguna"-Werks aus dem Kongo.

Die Hauptakteure, die Bläser aus dem Kongo, sind Makusidi Tsangya Narcisse, ein Trompetenlehrer und seine ebenfalls Trompete spielende Frau Masika Esther Makora. Der dritte Akteur des Bläser-Trios heißt Silos. Die Musiker traten auch zusammen mit dem sie begleitenden Pastor als Chor auf und vermittelten so ihre Lebensart, wiedergegeben in der Musik. Pastor Moses Njenga ist in Nairobi geboren, hatte später eine theologische Ausbildung am Scott Theological College begonnen und 1998 mit einem Bachelor in Theologie abgeschlossen. Er ist leitender Pastor in der "Life Point Chapel" in Nakuru.

Den Beginn übernahm der Posaunenchor aus Wain unter der Leitung von Markus Schließer. Als Attraktion spielten an diesem Abend zum ersten Mal die Jungbläser in dem Posaunenchor mit. Sie hatten bei dem zweiten Stück "Halte zu mir Gott" ihren Begleiteinsatz. Mit dem Stück "Volltreffer" begann der Abend, und nach der Begrüßung und Vorstellung von Jonathan Schließer, dem Organisator des Abends, wurden noch die Stücke "Switching Music", "Tröste deine Menschen" und "Von guten Mächten" gespielt, bevor die afrikanischen Bläser dann ihren Auftritt hatten. Zuerst mit der musikalischen Vorstellung, indem sie ihr eigenes Stück vor dem Publikum spielten, dabei spielend den Gang zwischen den Zuhörern hinauf und hinunter gingen, bevor sie sich wieder an ihre Plätze begaben.

Nun folgte von Martin Mischnick die eigene Vorstellung und die seiner Truppe. Hierzu sangen die drei afrikanischen Bläser ein landestypisches Lied mit Bewegungen und Rhythmen.

Man ist auf das Missionswerk gekommen, weil sich aktuell Matthias Schließer und Michael Wahl, zwei Mitglieder der Gemeinde, auf der "Diguna"-Station "Ngechek" im Westen von Kenia befinden. Die "Bläser aus dem Kongo" werden von dem Ehepaar Martin und Elfriede Mischnick im Auftrag der "Diguna" begleitet.

Drei Bläser und ein Pastor

Unter dem Motto "Mischnicks & Freunde wollen Jesus bekannt machen" haben sie für ihre Tour durch Deutschland einen umfassenden Terminplan mit Besuchen in verschiedenen Einrichtungen - vom 21. April bis 5. Juli - zusammengestellt. Martin Mischnick ist von Anfang an mit "Diguna" in Ostafrika unterwegs, 17 Jahre war er im Kongo aktiv, seit 1999 in Mbagathi/Kenia leitend tätig. Er übernimmt auf der Tour das Übersetzen von Suaheli in die deutsche Sprache. Seine Frau Elfriede ist seit drei Jahren in Kenia, kümmert sich auf ihrer Tour um die administrativen Aufgaben und berichtet gern von ihren Eindrücken und Erfahrungen. Laut Michael Mischnick war für diese Tour ursprünglich ein größeres Team geplant, doch die verwaltungstechnischen Vorgaben für die Ausreise aus Afrika machten einige Einschränkungen, sodass sie nun mit drei Bläsern und einem Pastor unterwegs sind.

Über einen Projektor wurde auf der Leinwand die Arbeit der "Mischniks & Freunde" vorgestellt. Der Musiklehrer Makusudi hielt einen kleinen Vortrag über die Gegensätze der afrikanischen und deutschen Musik. Sein Fazit: "In Afrika spielt man Musik mit dem ganzen Herzen, in Deutschland mit viel Disziplin."

Für das Publikum war es informativ und begeisternd, wie die zwei Welten sich musikalisch entgegenkamen. Mit einer Rose als Dankesgabe für jeden Musiker verabschiedete Pfarrer Ernst Eyrich die Gäste und den Chor.

"Diguna" ist ein Missionswerk, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Evangelium in Zentral- und Ostafrika zu verbreiten.

© Schwäbische Zeitung 17.06.2016

Musiker von Two Smoke and another one spielen ohne Gage im Hirschsaal in Blochingen FOTO: VERA ROMEU

Im Hirsch­saal liegt Herz­lich­keit in der Luft

4000 Euro kommen beim Benefizkonzert zusammen - Diakonielädele und Café Eck überreichen Spenden

Blochingen -
Sehr viele Leute sind zum Benefizkonzert in den Hirschsaal nach Blochingen gekommen, um Musik und Sympathie in einem großen Akt der Solidarität zu teilen. Die Geschichte des fünfjährigen Ben und seiner Eltern Christine und Klaus Kuchelmeister bewegt die Bürger des Ortes und des Umlandes.

Der Junge muss über eine Magensonde ernährt und nachts beatmet werden. Pflegepersonal und Eltern stehen immer am Bett des Kindes. Das Hirsch-Team um Kurt Eberhard, viele Helfer, Sponsoren und die Musiker der Hebbes Acoustic Band und Two Smoke and the Other One haben sich zusammen getan, um die notwendigen Mittel für den Anbau eines Kinderzimmers und barrierefreien Bades zu ermöglichen. Rund 4000 Euro sind an diesem Abend zusammengekommen.

Der Konzertabend war gigantisch. Der Hirschsaal und die Gaststube waren voll. Es herrschte eine tolle Stimmung und viel Herzlichkeit lag in der Luft. Der Saal ist für solche Feste sehr geeignet. Die Musik kam sehr gut an, es wurde viel getanzt. Die Musiker haben bis weit in die Nacht hinein gespielt. Christine und Klaus Kuchelmeister standen stellvertretend für ihren Sohn Ben im Mittelpunkt.

"Konzert ist ein großer Schritt"

Gegen 22 Uhr überreichte Maria Uhl einen Scheck von 500 Euro im Namen des Mengener Diakonieladens. "Jede Reise beginnt mit kleinen Schritten auf ein großes Ziel zu. Der Konzertabend ist ein großer Schritt", sagte sie. Der Mengener Diakonieladen verkauft gespendete Kleidung und unterstützt soziale Projekte mit dem Erlös aus dem Verkauf.

Der Verkauf von günstiger Kleidung ist das eine, die Spenden, die dadurch ermöglicht werden, ist das zweite Anliegen der Ehrenamtlichen, die ihre Zeit und Energie in diese Einrichtung der evangelischen Kirche investieren. Die Ehrenamtlichen des Diakonieladens sind durch den Bericht in der Schwäbischen Zeitung auf die Familie Kuchelmeister aufmerksam geworden, sagte Pfarrer Wolfgang Raiser. So habe man beschlossen, diese Spende zu machen.

Es waren insgesamt viele Spender am Werk, sagt Eberhard. Die Wirtsleute des Hirsch haben den Saal kostenlos für den Abend überlassen. Die Musiker haben auf eine Gage verzichtet. Die Bäckerei Halder hat die Seelen gespendet, die Metzgerei Schmucker den Schinken, der Italomarket den Käse. Die Blochinger Jungs aus dem Café Eck haben 400 Euro aus ihrer Kasse geschenkt. Die Zoller-Brauerei hat einen Teil der Getränke gegeben, die Firma Neher den Kühlwagen. Das Mengener Fairkaufhaus hat für den Abend die Gläser bereitgestellt. Die Unternehmen Dreherbau, Rapp-Valenca und Brendle Bauelemente haben ebenfalls großzügig dazu beigetragen. Die Firma Ruprecht hat die Plakate kostenlos erstellt. "Es waren so viele Unterstützer, wir sind überwältigt", sagt das Hirsch-Team.

An der Theke standen ein Spendentopf und das Foto der Familie Kuchelmeister. Viele Konzertbesucher haben sehr viel Geld hinein gelegt. "Es ist noch nicht alles abgerechnet, aber wir werden Christine und Klaus Kuchelmeister rund 4000 Euro überreichen können", verrät Eberhard.

© Schwäbische Zeitung 11.06.2016

Pfarrerin Birgit Bohl (links) und Angelika Schuck vom Kirchengemeinderat freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit und gute Nachbarschaft mit

Im Pfarr­haus brennt end­lich wie­der Licht

Bonhoeffer-Gemeinde am Mittelberg hat neue Pfarrerin - Vorfreude auf inklusives Projekt

Biberach - Ein Jahr ist es her, dass Pfarrer Edzard Albers die evangelische Bonhoeffer-Kirchengemeinde verlassen hat. Jetzt brennt im Pfarrhaus am Mittelberg endlich wieder Licht. Pfarrerin Birgit Bohl hat zum 1. April ihren Dienst als Gemeindepfarrerin begonnen und freut sich auf eine neue Herausforderung. "Ich wollte mich noch einmal beruflich verändern", sagt die 56-Jährige, die zuletzt in Frankfurt am Main lebte. Gemeinsam mit ihrem Mann ist sie nach Biberach gezogen und kann es kaum erwarten, bis die Sanierung der Bonhoeffer-Kirche abgeschlossen ist.

Ein Grund, warum sich Birgit Bohl ausgerechnet für Biberach entschieden hat, ist das Projekt Bonhoeffer-Haus. "Dieses besondere Inklusionsprojekt hat mich sehr gereizt, ich freue mich schon auf das Einweihungsfest am 2. Oktober", sagt die Pfarrerin. Denn dann fällt der offizielle Startschuss für das inklusive Projekt der Gesamtkirchengemeinde Biberach und dem Träger Mariaberg aus Gammertingen.

Das Bonhoeffer-Haus wird ein inklusives Unterstützungszentrum für Menschen mit Behinderung. Das Angebot soll stationäres Wohnen für 14 Menschen ebenso beinhalten wie einen Platz zur Kurzzeitunterbringung sowie neun Plätze für ambulant betreutes Wohnen. Darüber hinaus wird es im Gemeindezentrum Förder- und Betreuungsangebote und eine Beratungsstelle geben. "Es geht darum, den Bewohnern eine Lebensgemeinschaft zu bieten und selbst Teil davon zu sein", sagt Birgit Bohl. "Unser Ziel ist es, allen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und zu schauen, wie sich die Bewohner in die Gemeinde einbringen können und vor allem, was wir von ihnen lernen können."

Das neue Bonhoefferhaus steht bereits und ist fast fertig, es ist direkt gegenüber des Pfarrhauses. "Ich freue mich schon, wenn die ersten Menschen einziehen, dann sind wir hier nicht mehr so allein." Nicht mehr so allein ist auch die Bonhoeffer-Kirchengemeinde. Die freut sich über ihre neue Pfarrerin. "Wir sind sehr glücklich, dass wird endlich wieder eine Pfarrerin haben", sagt Angelika Schuck, Vorsitzende des Kirchengemeinderats. "Sie hat voller Elan hier angefangen und wir freuen uns, wenn wir unsere Gottesdienste auch endlich wieder hier in der Bonhoeffer-Kirche feiern können."

Auch Birgit Bohl fühlt sich wohl in ihrer neuen Gemeinde und in Biberach. "Wir wurden hier sehr herzlich aufgenommen und die Gegend ist unheimlich schön." Was sie und ihr Mann sehr schätzen, ist die Nähe zum Bodensee. "Wir fahren Mountainbike-Tandem, haben bereits gemeinsam die Alpen überquert und waren kürzlich am Bodensee."

Mehr Musik, mehr Kultur

Was die Pfarrerin gerne in die neue Gemeinde einbringen möchte, ist Musik. "Musik und Kultur liegen mir sehr am Herzen. Musik in Verbindung mit geistlichen Texten finde ich klasse", sagt sie. "Ich habe vor, meinen eigenen Stil in die Gemeinde zu bringen, aber natürlich möchte ich auch Bestehendes bewahren."

Ihre Lebensgrundlage ist ihr Glaube: "Von da aus geht es los", sagt Birgit Bohl. "Mein Glaube macht es mir möglich, die Welt zu lieben und mit Freude zu leben, aber auch Krisen zu überstehen." Es sei auch wunderbar, an einen Gott zu glauben, der gnädig ist, "einer, der Fehler vergibt und alle akzeptiert, wie sie sind".

Auf was die Pfarrerin hofft: wieder mehr junge Menschen in diese Tradition aufnehmen zu können. "Es ist an der Zeit, dass junge Menschen die Kirche mitentwickeln und weiter gestalten. Denn in der Weltzeit zu leben, das ist auch unser kirchlicher Auftrag."

© Schwäbische Zeitung 03.06.2016

Gruppenbild von der ökumenischen Kirchenmitgliederausfahrt nach Italien

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Öku­me­ni­sche Rei­se führt nach Ab­a­no in Nord­ita­li­en

Biberach - Die beiden Kirchengemeinden in der simultanen Stadtpfarrkirche Sankt Martin sind zum wiederholten Mal nach Norditalien gefahren, um dort für acht Tage gelebte Ökumene zu erfahren und das Veneto zu erkunden. Die 45-köpfige Reisegruppe machte sich mit den beiden Pfarrern Kaspar Baumgärtner und Ulrich Heinzelmann auf den Weg nach Abano Terme. Unter dem Motto "Ökumene für Leib und Seele" stand täglich eine Gesprächsrunde zu Fragen der Ökumene auf dem Programm, gemeinsame Gottesdienste und der tägliche Abendabschluss stärkten das Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe. Thema waren unter anderem Fragen wie: Was ist "typisch evangelisch" und was "typisch katholisch"? "Warum leisten wir uns immer noch zwei Kirchen (so titelte die Wochenzeitung Die Zeit passend zur Reise)?" "Wo sind Grenzen des Miteinanders, woher kommen Empfindlichkeiten im Umgang miteinander?" "Wie gehen wir mit den konfessionellen Altlasten und unausrottbaren Vorurteilen um?" Das Kurhotel und das berühmte Thermalwasser der Region trugen zum leiblichen Wohlbefinden bei. Bei Kuranwendungen, im Thermalschwimmbecken und in der Schwitzgrotte begegnete man sich im typisch weißen Bademantel. Italienische Gastfreundschaft, eine ausgezeichnete Küche sowie strahlende Frühsommertage nach Pfingsten taten allen gut. Auch während der Tagesausflüge im Bus gingen die Gespräche hin und her, angeregt durch landschaftliche und kulturelle Eindrücke in Chioggia und Ferrara, im Naturpark der Euganeischen Hügel oder bei der Weinprobe in einem kleinen Familienbetrieb, wo italienisch-deutsche Verbrüderungen zelebriert wurden. Foto: privat