© Schwäbische Zeitung 25.05.2016

Raiff­ei­sen­bank spen­det fürs Um­men­dor­fer Kir­chen­dach
Der erste Abschnitt der Sanierung soll nach den Handwerkerferien beginnen


Ummendorf - Die Versöhnungskirche Ummendorf freut sich über eine Spende der Raiffeisenbank (Raiba) Riss-Umlach über 2000 Euro für die Sanierung ihres Kirchendachs. Damit fehlen noch circa 20 000 Euro für den geplanten ersten Bauabschnitt. Der Haushaltsbeitrag 2017 sei dabei schon eingerechnet, sagt Pfarrerin Andrea Luiking.

Das Raiba-Vorstandsmitglied Hans Deeng und der Bereichsleiter Regionalmarkt Süd, Albert Rummel, überreichten kürzlich den Scheck. Die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Elisabeth Schepers, und Pfarrerin Luiking nahmen diesen dankbar in Empfang. Nach der Handwerkerpause soll die Sanierung beginnen, teilt das Pfarramt mit.

Die Kirchengemeinde freut sich auch über all die Spender und Spenderinnen, die in den letzten Monaten ihren Beitrag geleistet haben, dass die Kirche "gut be-Dach-t" bleibt - so lautet das Motto der Spendenaktion zugunsten der Sanierung. Pfarrerin Luiking ist sich sicher: "Die vielen Menschen aller Generationen, die Gruppen und Initiativen, die sich unter dem Dach der Versöhnungskirche treffen, werden davon profitieren."

Spendenkonto der Versöhnungskirche bei der Raiba Riss-Umlach, IBAN DE 25 6546 187 800 6058 5005, Stichwort "Kirchendach". Bei Spenden über 200 Euro wird eine Spendenbescheinigung zugesandt (Anschrift angeben). Bis 200 Euro gilt der Einzahlungsbeleg.

© Schwäbische Zeitung 25.05.2016

Dekan Hellger Koepff (von links), Hans Beck, Oberbürgermeister Norbert Zeidler, Pfarrer Kaspar Baumgärtner und Ulrich Heinkele freuen sich über den Beschluss, 175 000 Euro freizugeben.

Dekan Hellger Koepff (von links), Hans Beck, Oberbürgermeister Norbert Zeidler, Pfarrer Kaspar Baumgärtner und Ulrich Heinkele freuen sich über den Beschluss, 175 000 Euro freizugeben. Foto: privat

Eine hal­be Mil­li­on Euro für St. Mar­tinDer Förderverein Bauhütte beschließt Mittel für Sanierung der Stadtpfarrkirche

Biberach - Am Anfang ist eine sehr große Zahl im Raum gestanden: 2,7 Millionen Euro soll die Sanierung der Biberacher Stadtpfarrkirche St. Martin kosten. Finanziell beteiligt sind Kommune, Kirche und der Förderverein Bauhütte Simultaneum. Dass dieser mit viel Tatkraft und Elan unterwegs ist, zeigte sich auch jüngst bei der Mitgliederversammlung. Mehr als eine halbe Million Euro an Spendengeldern hat die Bauhütte Simultaneum schon eingesammelt, und gerade haben die Mitglieder 175 000 Euro davon freigegeben.

So stimmten die fast 50 anwesenden Mitglieder des Fördervereins einstimmig für den Antrag ihres Vorsitzenden Hans Beck, die anfänglichen Architekten- beziehungsweise Fachingenieurskosten zu übernehmen. "Damit lässt sich der ,Mantel für St. Martin' ein gehöriges Stück erweitern", freuen sich Hans Beck und sein Stellvertreter Ulrich Heinkele.

"Kein gewöhnliches Gebäude"

Die umfangreiche Renovierung und Sanierung des Gotteshauses wird von der Stiftung Gemeinschaftliche Kirchenpflege gelenkt. Die Stiftung, die im späten 12. Jahrhundert gegründet und im Sommer 2012 zu diesem Zweck wiederbelebt wurde, hat sich gemeinsam mit dem Förderverein intensiv mit den Möglichkeiten der Kirchensanierung beschäftigt. "Das ist ja kein gewöhnliches Gebäude, das sich innerhalb kurzer Zeit erneuern lässt", sagt Thomas Stöhr, Leiter der Gesamtkirchenpflege Biberach und Mitglied im Stiftungsrat. "Neben den hohen Kosten, die gestemmt werden müssen, ist die größte Herausforderung der Umgang mit der wertvollen, denkmalgeschützten Bausubstanz. Nach profunden Analysen der Bauphysik und der fachgerechten Prüfung der Möglichkeiten der Wärmeerzeugung und Wärmeverteilung durch Architekten und Ingenieure und viele Vor-Ort-Termine in frisch renovierten Kirchen haben wir jetzt aber den richtigen Weg gefunden."

Im vergangenen Jahr wurde aufgrund der hohen Brandlast bereits die Elektrik erneuert - 20 000 Meter Kabel mussten dafür rückgebaut und ersetzt werden, was Kosten in Höhe von 400 000 Euro verursachte. Ab Mai 2017 geht es dann ans Herzstück der Renovierung - den Einbau einer Fußbodentemperierung. "Mit Blick auf den archäologischen Bestand unter der Kirche ist das die geeignetste Variante", erklärten die Architekten Siegfried Locher und Rolf Gurland. Sie und weitere Fachplaner beraten die Stiftung und den Förderverein - gemeinsam mit Professor Koenigsdorff von der Hochschule Biberach - im Prozess der Kirchensanierung. Die neue Fußbodentemperierung soll eine permanente Temperatur von acht bis zehn Grad gewährleisten.

Gewährleistet ist aber auch während der Bauzeit, dass die Stadtpfarrkirche in Teilen genutzt und denkmalrelevantes Inventar innerhalb der Kirche gelagert werden kann. "Zu diesem Zwecke teilen wir die Arbeiten in zwei Abschnitte ein", so die Architekten.

Der Förderverein Bauhütte Simultaneum, dessen Vorstandsmitglieder Hans Beck, Ulrich Heinkele, Thomas Stöhr, Johannes Walter und Markus Hoch einstimmig wiedergewählt wurden, kann im fünften Jahr seines Bestehens auf viele Spenden blicken. Unter den insgesamt 519000 Euro sind viele Einzel- und Wiederholungsspenden sowie Großspenden anlässlich von Geburtstagen oder Jubiläen. "Viele Bürger aus Biberach und Umgebung helfen fleißig mit", freut sich Beck. Der Verein wird auch weiterhin mit vielfältigen Veranstaltungen auf sich aufmerksam machen - wie beim Tanz auf dem Marktplatz und dem erneuten Weißwurstfrühstück am 11. September.

© Schwäbische Zeitung 24.05.2016

Evangelishce Kirchengemeinde Althausen führt ein Drama über Martin Luther 2017 auf.

Ähnlich groß wie das Stück über Hermann den Lahmen im Jahr 2013 will die evangelische Kirchengemeinde Altshausen ein Drama über Martin Luther aufführen. Die Freilichtaufführungen werden auf dem Marktplatz stattfinden. Foto: Archiv

Gro­ßes Frei­licht­thea­ter in Alt­s­hau­sen
Evangelische Kirchengemeinde führt 2017 Stück von Jutta Golitsch über Martin Luther auf

Von Barbara Baur 24. Mai 2016

Altshausen - Die evangelische Kirchengemeinde Altshausen plant Großes: Sie will im Juli 2017 ein Freilichtschauspiel über das Leben Martin Luthers aufführen. Damit möchte sie an den Beginn der Reformation vor 500 Jahren erinnern.

Die Pläne erinnern an das Schauspiel, das im Jahr 2013 anlässlich des 1000. Geburtstags von Hermannus Contractus auf dem Marktplatz in Altshausen aufgeführt wurde. Das Stück über Luther stammt, wie auch das Drama über das Leben Hermanns des Lahmen, aus der Feder von Theaterpädagogin Jutta Golitsch. Sie schrieb es mit fachlicher Unterstützung von Pfarrerin Barbara Koch. Auch die Besetzung wird ähnlich sein wie beim Hermannus-Contractus-Stück. Voraussichtlich werden 20 Schauspieler und 120 Statisten aus Altshausen und Umgebung auf der Bühne stehen.

Das Drama ist in 18 Szenen gegliedert. Der Fokus liegt auf den Jahren 1515 bis 1526. "Das Stück orientiert sich an der Geschichte und ist nah dran am Leben von Martin Luther und der Reformation", sagt Pfarrerin Barbara Koch, die mit der Organisation des Freilichtspiels betraut ist. Doch es zeigt nicht allein Fakten und wichtige Eckdaten aus dem Leben des Kirchenreformers auf. Es zeigt auch den inneren Kampf des ehemaligen Augustiner-Mönchs. "Luther kämpft nicht nur mit seinen Gegnern, sondern auch mit sich selbst, seinen Zweifeln, seinen Ängsten, seinen Überzeugungen und seinem tiefen Glauben an den barmherzigen Gott", sagt Barbara Koch. "Es wird auch weniger geschichtsinteressierte Menschen in seinen Bann ziehen."

Thesen prägen die Neuzeit

Ein Reiz des Stückes liegt für die Pfarrerin darin, dass Luthers Thesen die Neuzeit stark geprägt haben. "Luther beruft sich allein auf sein Gewissen. Er lässt nur zwei Argumente gelten, die schwerer wiegen können: Das sind die heilige Schrift und die Vernunft. Wenn das Gewissen dadurch nicht beeindruckt werden kann, muss man seiner Ansicht nach dem Gewissen treu bleiben", erläutert sie.

Am Ende des Stücks steht die Frage, ob die Konfessionen wieder zueinander finden - sie ist nach 500 Jahren immer noch offen. Doch eine Richtung wird angegeben: "In einem Ausblick werden die konfessionellen Streitigkeiten relativiert, weil wir an einen Gott glauben", sagt Koch. Für Musik sorgen der Musikverein Altshausen und eine Musikgruppe, die mittelalterliche Musik spielt. Auch die Gelben Husaren beteiligen sich.

Das Projekt ist interreligiös

Die Idee, ein Freilichtstück über die Reformation auszuarbeiten, stammt aus den Reihen der Schauspieler. "Sie sind auf uns zugekommen und haben gefragt, ob wir nicht etwas zu Luther machen wollen", berichtet die Pfarrerin. Jetzt, wo das Stück geschrieben ist und die Aufführungstermine feststehen, wächst das Projekt immer weiter. Immer mehr Gemeindemitglieder melden sich, die gerne mitmachen möchten. Genauso beteiligen sich viele Katholiken. "Es ist ein richtig ökumenisches Projekt geworden", sagt Barbara Koch. "Genau genommen ist es sogar interreligiös." Denn auch Flüchtlinge aus Syrien, die in Altshausen leben, tragen einen Teil bei.

Unterstützung kommt auch von der Gemeinde Altshausen und dem Bauhof, der katholischen Kirchengemeinde, von vielen Vereinen und von Carl Herzog von Württemberg, der die Remise des Schlosses als Garderobe für die Schauspieler zur Verfügung stellt. "Dass wir das im katholischen Oberschwaben auf die Beine stellen, freut mich sehr", sagt Koch.

Der grobe Plan steht bereits, die Feinplanung beginnt Mitte Juli. Die Theatergruppe würde gerne im Dezember mit den Proben beginnen, macht das aber noch von einem eventuellen Zuschuss von der Leader-Förderprogramms abhängig. "Es werden nur Projekte bezuschusst, die noch nicht laufen", erläutert Koch. "Aber selbst wenn wir den Zuschuss nicht bekommen, ziehen wir das durch und hoffen, dass sich die Kosten über den Eintritt tragen", sagt sie. Würde der Zuschuss bewilligt, sei es allerdings möglich anders zu wirtschaften. "Dann könnten wir zum Beispiel noch eine Filmaufzeichnung machen."

Das Freilichttheater wird vom 14. bis zum 16. Juli täglich aufgeführt. Auch für die Generalprobe am 13. Juli werden Karten erhältlich sein.

 

 

© Schwäbische Zeitung 19.05.2016

FOTO: PRIVAT

Kin­der fei­ern Kon­fir­ma­ti­on

Pflummern - Das Fest ihrer Konfirmation haben in Pflummern Konstantin Jurgenson, Lydia Rajs und Simon Teschner gefeiert. Pfarrerin Gudrun Berner ging in ihrer Ansprache auf die Vornamen der drei Konfirmanden ein, die in der Geschichte des Christentums von besonderer Bedeutung sind. Den Abendmahlsgottesdienst feierten die Pflummerner zusammen mit den Ertinger Konfirmanden. In Ertingen war auch der gemeinsame Konfirmandenunterricht.Foto: privat

© Schwäbische Zeitung 19.05.2016

Happy (v. l.), Calvin und Omar unterhielten die Gäste beim Asylcafé mit Trommelrhythmen. SZ-FOTO: HERMANN HUMMEL

Mit­ein­an­der ins Ge­spräch kom­men

Beim Kirchdorfer Asylcafé lernen sich Einheimische und Asylbewerber näher kennen

Kirchdorf - Verheißungsvoller Start des Kirchdorfer Asylcafés: Auf großes Interesse ist eine an die einheimische Bevölkerung gerichtete Einladung des Helferkreises Kirchdorf zu einem Begegnungsnachmittag mit den seit mehreren Monaten in der Gemeinde lebenden Asylbewerbern gestoßen.

Eine beachtliche Zahl von Bürgern, unter ihnen auch Bürgermeister Rainer Langenbacher, sein Stellvertreter Rudolf Ritter, Gemeindereferentin Rosi Hörmann von der katholischen Seelsorgeeinheit Illertal und der evangelische Pfarrer Jörg Scheiring, nutzten die Gelegenheit, die Menschen aus Syrien und Afghanistan, Nigeria und Gambia kennenzulernen und bei Kaffee und Kuchen mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Nach der Begrüßung und einer kurzen Einführung in die Arbeit des Helferkreises durch Patricia Blumenthaler und Christa Ganser kamen auch einzelne Flüchtlinge in kurzen Interviews zu Wort. So erzählte der 23-jährige Calvin aus Nigeria im Gespräch mit Klaus Rohland von seiner gefahrvollen Flucht durch den Niger, durch Libyen und über das Mittelmeer nach Italien und schließlich nach Deutschland. Hier hofft er das zu erreichen, was ihm in seinem Heimatland trotz eines erfolgreichen Schulabschlusses verwehrt war: eine Berufsausbildung und ein Arbeitsplatz. Dass dazu Sprachkenntnisse wichtig sind, ist ihm bewusst. "Ich lerne Deutsch", antwortete er daher spontan, als er danach gefragt wurde, was er in seiner Freizeit mache.

Hozan, zehn Jahre älter, ist einer der zahlreichen Flüchtlinge aus Syrien. Ganz im Norden dieses Landes war er zu Hause, spricht arabisch und kurdisch, kann sich aber zunehmend auch auf Deutsch verständigen. In einem metallverarbeitenden Betrieb hat er im Elektronikbereich gearbeitet. In diesem Bereich wieder Fuß zu fassen wäre sein Traum bekundete er seinem Interview-Partner Butros Qagish; eine berufliche Ausbildung wäre ein erster Schritt dazu. Ein noch junger Erwachsener ist im Vergleich dazu der 19-jährige Afghane Abdurahman. Ebenso wie der nur wenige Monate ältere Najaf besucht er in Biberach einen Sprachkurs und bereitet sich auf eine Abschlussprüfung vor; beide hoffen auf einen anschließenden Berufseinstieg.

Weitere Treffen sollen folgen

Für die, die noch mehr über die Herkunftsländer und die Fluchtwege erfahren wollten, hatte der Helferkreis Kartenmaterial und Schautafeln vorbereitet. Weitere Attraktionen waren die von dem aus Syrien stammenden Steinmetz und Künstler Samer aufgebaute Ausstellung seiner Skulpturen und das Musik-Trio Happy, Calvin und Omar mit seinen afrikanischen Trommelrhythmen. Einhellige Meinung der Gäste: Es war ein ausgesprochen angenehmer und informativer Nachmittag, vor allem auch dazu angetan, etwaige Berührungsängste abzubauen. Es soll deshalb nicht bei dieser einen Veranstaltung bleiben, vielmehr sollen in regelmäßigen Abständen weitere folgen.

© Schwäbische Zeitung 17.05.2016

Tenor Bogdan Olaru (links) und Bariton Dilian Kushev begeisterten in der evangelischen Kirche Bad Buchau. FOTO: KURT ZIEGER

Sa­cra­lis­si­mo bie­tet er­le­se­ne San­ges­kunst

Gäste aus Bulgarien erfreuen mit sakralen und weltlichen Gesängen in Bad Buchau

Bad Buchau - "Sacralissimo", ein hochmotiviertes Künstlerterzett mit Bariton, Tenor und Klavier war nicht zum ersten Mal in der evangelischen Kirche Bad Buchau zu hören. Die Gäste aus Bulgarien lieben diese Kirche ob ihrer Intimität. Die Zahl der Zuhörer steigt stetig. Jedes Jahr zeigt das Terzett sein Können mit einem neuen Programm, in dem jedoch beliebte Klassiker nicht fehlen dürfen. Die vielen dezenten Partien in diesem Jahr waren besonders beeindruckend.

Sehr gut besucht war das Konzert der drei Solisten aus Bulgarien, die mit dem unvergänglichen "Santa Lucia" ihre musikalische Visitenkarte abgaben. In gutem Deutsch lud Dilian Kushev als Leiter der Gruppe zu einer musikalischen Reise von Italien über Russland und einen Abstecher nach Übersee nach Bulgarien, dem Heimatland der Truppe, ein. Sakrale und weltliche Gesänge, geistliches Liedgut, Opernarien und Volkslieder verband das Terzett zu einem mit viel Beifall gewürdigten Melodienstrauß.

Dilian Kushev, international ausgezeichneter Bariton, verfügt über eine klangvolle Stimme, mit der er voluminöse Tiefen ebenso ausleuchten kann wie erstaunlich hohe Passagen. Anbetend intonierte er ein "Pie Jesu" über "tollis peccata mundi" bis zum "Agnus Dei". Ob in einer Arie aus Verdis Oper "La Traviata", ob beim Gospelsong "You raise me up" oder einer melodienfreundlichen altrussischen Romanze - das sängerische Können des Baritons ist verblüffend und übt durch seine Vielseitigkeit und Variabilität einen nachhaltigen Einfluss auf die Zuhörer aus.

Nicht weniger beeindruckend ist der Tenor Bogdan Olaru. Er kann mit seinem Stimmvolumen extreme Höhenlagen erklimmen und trifft den Nerv der Zuhörer besonders mit oft schwirrenden Liedstellen in Kopfstimme. Liebenswürdig und doch voll Leidenschaft besang er die unvergängliche amore in einer italienischen Canzonetta, ersang sich besonders viel Beifall mit seiner deutschen Version von Franz Lehars "Wolgalied" aus dessen Operette "Zarewitsch" in zarter Kopfstimme, und ließ volltönend eine Arie aus Puccinis Oper "Turandot" erschallen.

Die größte Resonanz hatten natürlich die Programmpunkte, bei denen die beiden Sänger im Duett ihr Können zeigten. Dabei setzten sie ihren beachtlichen Stimmumfang zu differenzierter Gestaltung einzelner Partien ein, die von voluminösem Forte bis zu delikat entschwindendem Piano reichten. Ob es sich um Schuberts feinfühlig empfindsames "Ave Maria" oder um Bortnianskis "Ich bete an die Macht der Liebe", in deutsch gesungen mit selten nach innen gerichtetem Pianissimo, handelte - die sängerische Wandlungsfähigkeit der beiden Solisten als Duett faszinierte immer wieder aufs neue.

Beiden Sängern stand mit Manol Paskalev ein meisterhaft am Piano agierender Mitgestalter zur Seite. Unauffällig, variabel und ohne jegliche Hilfsmittel technischer Art bot er den Sängern die verlässliche Basis. Bei einer altrussischen Romanze zeigte er mit tollen Zwischenspielen auch sein solistisches Können.

© Schwäbische Zeitung 17.05.2016

51 Ju­gend­li­che fei­ern in Ried­lin­gen und Er­tin­gen Kon­fir­ma­ti­on

Riedlingen/Ertingen - (sz) -
In insgesamt drei Gottesdiensten in der Christuskirche haben in Riedlingen 42 Konfirmanden im Kreis ihrer Familien ihre Konfirmation gefeiert. In Ertingen waren es neun Jugendliche (Foto untere Reihe rechts). Pfarrerin Gudrun Berner hatte vertretungsweise im vergangenen Jahr die Themen des Konfi-Unterrichts mit den jungen Menschen durchgearbeitet und so ein tragfähiges Fundament geschaffen, von wo aus das eigene "Ja" zur Taufe überzeugend ausgesprochen werden konnte. In der Christuskirche hatten die Jugendlichen prägnante und persönliche Texte verfasst, durch welche deutlich wurde, dass die uralten Texte der Bibel bis heute Aktualität und Bedeutung bewahrt haben. Die Wünsche seitens der Kirchengemeinderäte gingen denn auch dahin: "Bewahrt diesen Schatz und haltet ihn für Euch am Leben! Und lasst Euch einladen, in der Gemeinde mitzuarbeiten!" In der Ansprache hob Pfarrerin Anne Mielitz die Bedeutung jedes Einzelnen hervor und wies die Konfirmierten auf die Aufgabe hin, die der Apostel Paulus seinen Gemeinden mitgab: "Nehmt einander an, wie Christus Euch angenommen hat - zu Gottes Lob!"

fotos: Evangelisches Pfarramt

© Schwäbische Zeitung 17.05.2016

© Schwäbische Zeitung 17.05.2016

Pfarrerin Birgit Schmogro tauft beim Gottesdienst im Burrenwald eines von sieben Kindern. SZ-FOTO: GÜNTER VOGEL

Und der Him­mel gibt sei­nen Se­gen dazu

Sieben Kinder und eine Frau werden beim Gottesdienst im Burrenwald getauft

Biberach -
Zur festen Tradition gehört seit vielen Jahren der evangelische Pfingstgottesdienst im Burrenwald, der regelmäßig viele Besucher anlockt. Trotz des drohenden Regens waren auch dieses Mal Parkplatz und Sitzbänke schier überfüllt. Es war kühl, gerade mal acht Grad, und der Regen stellte sich dann auch pünktlich ein.

Das Szenario war stilvoll vorbereitet: Vor der überdachten Feuerstelle war ein kleiner Altar aufgebaut, ein Kreuz, eine Bibel, eine brennende Kerze. Der Brunnen, mit dessen Wasser die acht Täuflinge das Sakrament der Taufe erhalten und damit in die christliche Gemeinschaft aufgenommen werden, war blumengeschmückt.

Der Posaunenchor Attenweiler unter Michael Peiffer spielte die Eröffnungsmelodie, begleitete später die Gottesdienst-Teilnehmer bei ihren Liedern. Pfarrer Peter Schmogro begrüßte alle Anwesenden: "Wir machen das schon viele Jahre, aber so ein Wetter hatten wir noch nie." Dazu passend zitierte er Mark Twain: "Jeder schimpft über das Wetter, aber keiner tut was dagegen!" Man hat es halt hinzunehmen.

Predigt zum Teil auf Schwäbisch


Das Psalmgebet wurde wechselweise von Männern und Frauen gesprochen. Das Pfarrersehepaar Schmogro teilte sich sein Predigtthema. Peter Schmogro sprach in schönstem Schwäbisch über viel fragende Kinder, über nervende Zeitgenossen, kommt kurz auf die Flüchtlingsproblematik zu sprechen: "Man muss einander wahrnehmen. Man kann nicht vor allem davonlaufen." Man müsse lernen, dass alles zu unserem Leben dazugehört, und er zitiert Konrad Adenauer: "Nehmt die Menschen wie sie sind, andere gibt es nicht."

Und Birgit Schmogro sagt: "Haben Sie es gemerkt, mein Mann hat über Pfingsten gesprochen - über die Apostelgeschichte, über das Pfingstwunder. Wenn alle Menschen sich verstehen, vom Heiligen Geist erfüllt sind, entsteht Heimat, entsteht Kirche." Sie spricht über die Apostelgeschichte, über Matthäus 28, Vers 19, und Christi Auftrag: "Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes."

Nach den Tauffragen an die Eltern und Paten erteilt die Pfarrerin das Sakrament den acht Täuflingen und gibt jedem seinen / ihren Taufspruch mit. Getauft wurden Lilly Hagel, Anni und Mona Hoffmann, Katharina Heine, Emma Kohler, Levi Siebenbrodt, Wladislav Terentev und die erwachsene Diana Gappert-Opitz. Diese ist Mitglied des jungen Chors "Vocal C(h)ords" und der sang unter Jacob Scherb für sein jetzt getauftes Mitglied und für alle anderen zwei Lieder.

Mit dem Fürbittgebet, dem gemeinsamen Vaterunser und dem abschließenden Segen endete eine ebenso stilvolle wie im besten Sinne naturnahe Feier.

© Schwäbische Zeitung 14.05.2016

Gemeinsamer Gottesdienst

Bonlanden (sz) -
Die Kirchengemeinden Erolzheim-Rot, Kirchdorf/Iller und Ochsenhausen feiern gemeinsam Gottesdienst am Pfingstmontag, 16. Mai, ab 10.30 Uhr. Dazu laden die evangelischen Kirchengemeinden ins Kloster Bonlanden ein. Der Gottesdienst findet bei schönem Wetter draußen hinter dem Kloster unterm Kreuz statt, bei schlechtem Wetter in der katholischen Kirche. Zahlreiche Begegnungen, Gespräche und Beratungen haben anlässlich der Visitation der Kirchengemeinden über mehrere Wochen hinweg stattgefunden. Dekan Hellger Koepff beriet mit den Hauptamtlichen und den Ehrenamtlichen der Gemeinden über die gegenwärtige Situation der Evangelischen Kirche in der Raumschaft und über Perspektiven für die Zukunft. Ebenso fanden Gespräche mit den katholischen Partnergemeinden sowie mit den Bürgermeistern statt. Den schulischen Bereich visitierte Schuldekan Michael Pfeiffer. Das gemeinsame Nachdenken wird abgeschlossen mit einem gemeinsamen Gottesdienst. Als verbindendes und ökumenisches Zeichen wurde die Kollekte für die Sozialstation Rottum-Rot-Iller bestimmt.

© Schwäbische Zeitung 14.05.2016

FOTO: PRIVAT

15 Kon­fir­man­den er­hal­ten Got­tes Se­gen

Staig/Oberholzheim/Burgrieden - (sz) - "Gottes Segen auf unserem Weg" - zu diesem Thema haben am Sonntag, 8. Mai, in der Kirche Mariä Himmelfahrt Staig 15 Konfirmanden zusammen mit Pfarrerin Doris Seitz-Kernen den Gottesdienst zu ihrer Konfirmation gestaltet. Musikalisch bereichert wurde der Gottesdienst durch die Organistin Petra Knäuer und den Posaunenchor Laupheim unter Leitung von Matthias Spägele. Eingesegnet wurden aus Burgrieden: Mario Buchmüller, Emelie Fehr, Sandra Koch, Lea Metzler, Tobias Schelkle; aus Burgrieden-Rot: Muriel Detter, Justin-Leon Grein; aus Bihlafingen: Simon Stolz, Julia Weber; aus Staig: Sara Bendl, Lawrence Landrock; aus Staig-Altheim: Janne Endl, Sarah Müller; aus Staig-Steinberg: Leon Baumann; aus Schnürpflingen: Samantha Gierke. Foto: privat

© Schwäbische Zeitung 13.05.2016

Martin Gerster in der Biberacher Friedenskirche. FOTO: PRIVAT

Wor­te und Klän­ge spre­chen vom Frie­den

Der Bundestagsabgeordnete Martin Gerster spricht in der Jubiläumsreihe der Friedenskirche


Biberach - Der Bundestagsabgeordnete Martin Gerster und das Stuttgarter Streichquartett haben sich an der Reihe Wort-Klang zum Jubiläum der Biberacher Friedenskirche beteiligt.

"Herr gib uns Frieden". Diese Inschrift in der größten Glocke der vor 50 Jahren eingeweihten Friedenskirche nimmt nicht nur auf den Namen der Kirche Bezug, sondern zeigt die Verpflichtung angesichts von Krieg, Not und Gewalt in der Welt. Denn, so Pfarrer Peter Schmogro in seiner Begrüßung, "wir haben zu viel Krieg in der Welt und die Herausforderung für die Politik besteht aus dem Spagat, daraus Frieden zu erschaffen". Martin Gerster griff in seiner Rede auf, dass Frieden immer zerbrechlich sei, man aber nicht nachlassen dürfe, darum zu kämpfen. Gerster erläuterte seine Vorstellung von Frieden, indem er von seiner Reise in den Irak berichtete. Denn der Irrsinn des Krieges sei ihm dort in Gesprächen mit deutschen Soldaten, jesidischen Opfern des IS-Terrors und irakischen Bewohnern klargeworden.

Und welche Bedeutung habe die Barmherzigkeit angesichts der Flüchtinge aus dem Irak? Was muss die eigene Politik hier leisten? Wie sind deutsche Waffenexporte zu bewerten? Das waren Fragen, die Gerster sich und den Zuhörern stellte.

Integrationsarbeit, wie sie die Friedenskirche mit dem christlich-muslimischen Frauentreff praktiziert, könne dabei eine Schlüsselrolle zukommen. Sei sie doch Prävention gegen Ausländerhass und damit Grundlage für inneren Frieden.

Mit reinem Klang, voller Spannung, kontrastreich und lebendig vorgetragen interpretierte das Stuttgarter Streichquartett Joseph Haydns Quartett op. 1 Nr. 4 . Der besinnliche Ausklang hätte von Tschaikowskys Streichquartett mit dem Solo in der ersten Violine musikalisch nicht treffender umgesetzt werden können. "Angst frisst die Seele auf und ist ein schlechter Ratgeber" fasste Pfarrerin Birgit Schmogro den Abend zusammen. Aber "Musik nimmt die Angst" und sei somit weitaus mehr als Klang. Ausführende des Stuttgarter Ensembles waren Miriam Klüglich und Miriam Kattner (Violine), Katharina Reid (Viola) und Inga Paping (Cello).

© Schwäbische Zeitung 12.05.2016

23 Ju­gend­li­che fei­ern Kon­fir­ma­ti­on

Altshausen - Die evangelische Kirchengemeinde Altshausen hat mit insgesamt 23 Jugendlichen und ihren Familien das Fest der Konfirmation gefeiert. Ausgehend von der Jahreslosung 2016 "Ich will euch trösten wie einen seine Mutter tröstet" dachten die Jugendlichen über neue Gottesbilder, Gottesnamen und mögliche Orte der Gottesbegegnung nach. Der Gesang der Festgemeinde und des Kirchenchors ließen das Gotteslob zwischen den vorgetragenen und selbst erarbeiteten Texten der Jugendlichen immer wieder erklingen. Der Gottesdienst zum Thema "Ich glaube an Gott" gab inspirierende Einblicke in den Glauben der Jugendlichen von heute. Fotos: M. Albrecht

© Schwäbische Zeitung 12.05.2016

© Schwäbische Zeitung 10.05.2016

Pfarrer Thomas Breitkreuz aus Dietenheim und sein Team bastelten mit 70 kleinen jungen und Mädchen im Kindergottesdienst Trösterchen und Trostpflaster.SZ-FOTO: WALDVOGEL

Be­we­gen­de Wor­te zum The­ma Trost

Rund 500 Christen beim Evangelischen Oberschwabentag in der Dobelmühle nahe Aulendorf

Aulendorf - "Alles wirkliche Leben ist Begegnung!" Der Bad Schussenrieder Pfarrer Georg A. Maile hat an Christi Himmelfahrt zum Auftakt des mit rund 500 Gästen gut besuchten Evangelischen Oberschwabentags in der Dobelmühle bei Aulendorf Martin Buber zitiert und damit voll ins Schwarze getroffen. Denn es mangelte weder an Begegnungen noch an Leben, wie das bunte Treiben rund um Tenne und Bistro, Sport- und Freizeitgelände bewies. Bei seiner Predigt im voll besetzten Zirkuszelt stellte der katholische Seelsorger Petrus Ceelen die Jahreslosung "Gott spricht, ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet" in den Mittelpunkt. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von den Posaunenchören der Bezirke Biberach und Ravensburg unter Leitung von Dierk Jacob und dem Gospelchor "Joyful singer" aus Bad Saulgau unter dem Dirigat von Alexander Schleinitz-Kamps.

Alle Jahre wieder veranstalten die evangelischen Kirchenbezirke Ravensburg und Biberach diesen kleinen Kirchentag mit Gottesdienst, Workshops, Musik- und Freizeitprogramm und können dabei auf eine 130 Jahre alte Tradition zurückblicken: Vom Männertag über den Aulendorfer Diasporatag bis zum Evangelischen Oberschwabentag (EOT) entwickelte sich das Treffen zu einem weltoffenen Kirchenfest mit Gästen aus aller Welt und mit anderen Konfessionen. So stand mit Petrus Ceelen kein Schwabe, sondern ein Belgier, kein Protestant, sondern ein katholischer Prediger vor der Festgemeinde, was der Andacht sicherlich nicht schadete. Seine Worte zum Thema Trösten konnten wohl niemanden unberührt lassen. Denn er überzeugte mit seinen Erfahrungen als Seelsorger für Häftlinge auf dem Hohenasperg sowie für HIV-Infizierte und Aidskranke rund um Stuttgart.

30 Jahre lang hat er Menschen am Rande der Gesellschaft begleitet und dabei die Erfahrung gemacht, wie wichtig gerade für die Gestrauchelten und Gestrandeten die Beziehung zur Mutter ist. "Häftlinge bekommen nur noch Besuch von ihrer Mutter", sagte er. Todkranke, junge Menschen wollten noch einmal die Wärme der Mutter spüren, bevor sie sterben. Eine Mutter verkörpere Geborgenheit. Die Jahreslosung gehe genau auf diesen Trost ein, den Gott spenden könne. Aber leider sei diese mütterliche Seite Gottes viel zu lange unterschlagen worden. "Zu viel Richter Gnadenlos, zu viel Höllenangst, zu wenig Frohbotschaft!" Für den Umgang mit Menschen in Not und Trauer gab der Seelsorger den Gottesdienstbesuchern eines mit: Worte können fehlen, eine Umarmung kann es nicht. Einfach da sein, die Trauer aushalten. "Wir können keinen Trost austeilen. Der Himmel gibt Trost, wir leisten Beistand", sagte Ceelen.

Polizist berichtet von Grenzerfahrungen

Wie schwer das Leisten von Beistand sein kann, hat auch der Konstanzer Polizeipräsident Ekkehard Falk erfahren, der beim EOT den Workshop "Notruf 110 - Polizei im Einsatz" leitete. Er selbst hat dabei schon Grenzerfahrungen gemacht, wie er im Gespräch mit der "Schwäbischen Zeitung" erklärte. Ganz besonders an jenem Tag, als er nach der Flugzeugkollision von Überlingen im Juli 2002 die eintreffenden Eltern der 49 getöteten Schulkinder aus Ufa zu betreuen hatte. Täglich müssten sich Polizisten immer wieder auch den Fragen stellen, wie sie mit ihrem Gewaltmonopol umgehen. Jeder stehe im Spannungsfeld von Recht und persönlicher Betroffenheit. Schwierig könnte es zum Beispiel werden, wenn es zu Abschiebungen der Flüchtlinge im großen Stil kommen sollte.

Es waren keine leichten Themen, die an diesem Tag in der Dobelmühle diskutiert wurden. Aber es gab auch die tröstliche Musik, viel Spaß auf dem großen Freigelände und bei Gesprächen mit Gästen - zum Beispiel vom Gustav-Adolf-Werk. Die Kollekte ging an die Evangelische Kirche in Fagaras in Rumänien. Dort sollen vielfältige diakonische Angebote ein Zeichen gegen Abwanderung setzen. Roland Vekony, Theologiestudent in Leipzig, beheimatet in Rumänien, war sichtlich beeindruckt vom Oberschwabentag. "So etwas gibt es bei uns zu Hause nicht. Alles so gut organisiert. Dafür hat unsere Kirche in Rumänien kein Geld."

© Schwäbische Zeitung 09.05.2016

Die Motorradfahrer genossen es, göttlichen Beistand für ihre Ausflüge zu bekommen. FOTO: KLAUS WEISS

Mit kirch­li­chem Se­gen

Rund 130 Biker starten in Bad Buchau in die Zweiradsaison

Bad Buchau
- Nun schon zum vierten Male lud die Narrenzunft Moorochs die Biker vor Beginn der Saison auf den Kirchplatz bei der Bad Buchauer Stiftskirche, um den Segen Gottes zu erbitten. Rund 130 Biker mit Motorrädern aller Klassen waren gekommen.

In Reih und Glied standen die aufpolierten Motorräder auf dem Kirchplatz. Gut 130 Fahrer sind mit ihren Zweirädern, einigen Quads und Drikes der Einladung der Moorochsen gefolgt, um vor dem Saisonstart in einer Bittandacht um den Segen Gottes zu bitten. Eine Bitte, der Pfarrer Martin Dörflinger und sein evangelischer Kollege Markus Lutz gerne nachgekommen sind - zumal Pfarrer Dörflinger selbst eine 200er DKW, Baujahr 1952, fährt und es sich nicht nehmen ließ, auch dieses Jahr selbst mitzufahren.

"Born To Be Wild" als Leitgedanke

Die Schalmeiengilde der Zunft eröffnete mit "Herr deine Liebe" die Bittandacht. Mitglieder der Zunft verlasen die Fürbitten und baten um Gottes schützende Hand bei allen Ausfahrten. Pfarrer Markus Lutz nahm den Text des Steppenwolf-Songs "Born To Be Wild" aus dem Film "Easy Rider" als Leitgedanken für seine Ansprache. "Geboren, um wild zu sein", so Pfarrer Lutz, ist das eine. Dass die Freiheit aber auch immer Grenzen habe, das andere."

Über 100 Biker sind im vergangenen Jahr allein in Baden Württemberg bei Unfällen ums Leben gekommen. Immer müsse man sich bewusst machen, dass die Kehrseite der Freiheit und Nähe zur Natur die Gefahr sei. "Freiheit ohne Eigenverantwortung für sich selbst und andere ist schnell nur Rücksichtslosigkeit." Freiheit und Geschwindigkeit solle nicht dazu verleiten, rücksichtslos zu werden oder gedankenlos zu fahren.

Nach dem gemeinsamen Schlussgebet segneten die Pfarrer die Gottesdienstbesucher. Bei der anschließenden Abfahrt wurden die Fahrer noch mit Weihwasser bedacht. Ein Novum war, dass Pfarrer Dörflinger seinem evangelischen Kollegen Lutz den Weihwasserkessel in die Hand drückte, da er sich selbst auch noch fahrbereit machen musste. Pfarrer Lutz hat sich als Weihwasserspender sichtbar wohl gefühlt, vor allem als der katholische Kollege an ihm vorbeifuhr und ebenfalls mit Weihwasser bedacht wurde.

Der Großteil der Motorradfans fuhr danach eine große Runde durch die Region, die leichtere Klasse bis 125 Kubikzentimeter fuhr um den Federsee. Im Anschluss traf man sich noch im Moorochsen-Zunftheim zu ein paar gemütliche Stunden.

Mehr Fotos gibt es unter


www.schwaebische.de/motorradsegnung-buchau

© Schwäbische Zeitung 07.05.2016

Pfarrerin Birgit Bohl, Bonhoeffergemeinde

Pfarrerin Birgit Bohl, Bonhoeffergemeinde Biberach (Foto Privat)

In der Bonhoeffergemeinde wird Pfarrerin Birgit Bohl am Sonntag, 8. Mai um 17 Uhr in einem Inverstiturgottesdienst in ihr neues Amt eingesetzt. Dekan Hellger Koepff setzt die neue Pfarrerin in der Heilig-Geist-Kirche feierlich in ihr Amt ein, da sich die Bonhoefferkirche derzeit noch im Umbau befindet. Anschließend lädt die Gemeinde zum Empfang ins Gemeindehaus in der Sandgrabenstraße. Dort ist Zeit zum persönlichen Gespräch. (Foto: Privat)

© Schwäbische Zeitung 07.05.2016

Mar­tin Gers­ter über den Frie­den

Biberach - Als Teil der Reihe "Wortmusik" spricht am Sonntag, 8. Mai, ab 18 Uhr der Biberacher Bundestagsabgeordnete Martin Gerster (SPD) in der Friedenskirche. Am Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkriegs wird Gerster auf die vielfältigen Ursachen eingehen, die derzeit den gesellschaftlichen und internationalen Frieden bedrohen. Er wird aus seinen Erfahrungen als Politiker vor Ort und in Berlin berichten und aufzeigen, was heute notwendig ist, um den Frieden nachhaltig zu bewahren. Ein Streichquartett der Musikhochschule Stuttgart spielt Werke von Joseph Haydn und Pjotr Tschaikowski. Der Eintritt ist frei. Spenden für die Sanierung der Friedenskirche sind willkommen.

© Schwäbische Zeitung 07.05.2016

Pfarrer Georg A. Maile, Bad Schussenried

Pfarrer Georg A. Maile, Bad Schussenried Foto: privat

Das geist­li­che Wort: Ent­schleu­ni­gung tut uns al­len gut
Von Georg A. Maile


Kürzlich auf der Autobahn gab es wieder mal den im Radio vorhergesagten Stau: "Stop and Go, Sie müssen mit einer verlängerten Zeit von zwei Stunden rechnen, bis Sie ihr Ziel erreichen, das Stauende befindet sich direkt vor Ihnen."

Das passt wie immer nicht in meine Planung, habe ich doch im Zeitmanagement gelernt, klar und strukturiert 75 Prozent zu verplanen, um für Eventualitäten mit 25 Prozent gerüstet zu sein; diese wollte ich anders nutzen. Gelangweilt schaue ich aus dem Fenster und versuche, mich mit der neuen Situation anzufreunden. Den anderen geht es genauso, sie können ihre Termine auch nicht rechtzeitig wahrnehmen, zum Glück gibt es die Handys, um sich zu entschuldigen. Was für ein Glück, denke ich, dass wir solche technischen Möglichkeiten haben, vor Jahren musste man noch von der Autobahn herunterfahren und ein öffentliches Telefonhäuschen suchen, aber die gibt es schon lange nicht mehr. Eigentlich ist alles oft nur halb so schlimm, wie es zunächst aussieht, weil ja plötzlich geschenkte Zeit da ist. So ein Stau lässt den eigenen Gedanken freien Lauf: Immer gibt es Unwegsamkeiten bei noch so präziser Planung; bei allem, was uns begegnet, kommt es auf die Sichtweise an, ist das Glas halb leer oder halb voll; manchmal, so denke ich, machen wir uns viel zu viele Sorgen über das, was in der Zukunft liegt und von dem wir gar nicht wissen, wie es dann tatsächlich sein wird und übersehen dabei den Augenblick. Viele leben am Leben vorbei, weil sie entweder zu sehr in der Vergangenheit verhaftet sind oder sich zu sehr mit der Zukunft beschäftigen. So ein Stau ist geschenkte Zeit und es kommt darauf an, was ich daraus mache, wie so oft im Leben. Mir kommt das Gebet von Friedrich Oetinger in den Sinn: "Herr, schenke mir Geduld und Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und schenke mir die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."

Mittlerweile sind wir mindestens einen Kilometer vorangekommen, die Fenster in den anderen Autos sind offen, eigentlich könnte man jetzt ins Gespräch kommen. Aber wenn ich frage, wie geht es Ihnen, könnte das als Neugierde ausgelegt werden, erzähle ich etwas von mir, könnte das die anderen überhaupt nicht interessieren und in ein oder zwei Stunden sehen und hören wir sowieso nichts mehr voneinander. Also schalte ich wieder das Radio ein und höre den Reporter sagen: "Was möchten Sie der Welt noch mitteilen?" Kluge Frage, denke ich, da steckt Sinn dahinter, bei den vielen Worten, die tagtäglich gehört, gesprochen, gelesen und geschrieben werden, geht es doch darum, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden.

"Vergiss, was dich ärgert, behalt, was dich freut und beim Vergessen hilft dir die Zeit", ist ein solcher sinnreicher Spruch, der über viele Generationen hinweg der Welt mitgeteilt wurde; und auf die Frage nach den Sorgen gibt die Bibel eine Antwort: Jesus sagt: "Sorgt euch nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage." (Matth. 6,34); und zuvor ist in der Bibel zu lesen: "Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?" Interessant übrigens, dass in der Bergpredigt - wie auf einem silbernen Tablett - vorzügliche Angebote in klugen Sätzen dargereicht werden und jeder und jede die Freiheit hat, zuzugreifen oder auch nicht. Søren Kierkegaard hat einmal geschrieben: "Das Leben kann nur in der Schau nach rückwärts verstanden, aber nur in der Schau nach vorwärts gelebt werden."

Stauzeit ist geschenkte Zeit und "Entschleunigung" tut uns allen gut.

© Schwäbische Zeitung 06.05.2016

44 Kon­fir­man­den be­kräf­ti­gen das Ja zur Tau­fe

Laupheim - In vier festlichen Gottesdiensten bekräftigten insgesamt 44 junge Menschen bei der Konfirmation in der Evangelischen Kirchengemeinde Laupheim ihr Ja zur Taufe, das ihre Eltern und Paten vor vielen Jahren stellvertretend für sie gegeben hatten.

"Gib mir ein festes Herz." Unter diesem Leitwort (Hebräer 13,9) standen die Konfirmationen des Pfarramts Laupheim II am 23. und 24. April in der Evangelischen Kirche Laupheim, durchgeführt von Pfarrerin Martina Servatius und Vikar Ingo Aker. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst am 23. April von Organistin Heidrun Reichart-Müller und D. Barth, Fagott, und am 24. April von Heidrun Reichart-Müller und dem Posaunenchor unter Leitung von Dr. Matthias Spägele.

Die Konfirmationen des Pfarramts Laupheim I am 30. April und 1. Mai standen unter dem Motto des Psalms 121, Vers 7 und 8: "Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit." Pfarrer Hermann Müller hielt beide Gottesdienste. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst am Samstag vom Kirchenchor und der Organistin Heidrun Reichart-Müller, die ebenfalls am Sonntag spielte. Da begleitete der Gospelchor "Chili con vocale". Beide Chöre stehen unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Hofmann. Fotos: privat

© Schwäbische Zeitung 06.05.2016

© Schwäbische Zeitung 06.05.2016

Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel er­hält Post aus der Re­gi­on
Weltläden beteiligen sich an bundesweiter Brief-Aktion - Filmvorführungen in Herbertingen


Herbertingen/Bad Saulgau - Eine bundesweite Brief-Aktion der Kampagne "Mensch. Macht. Handel. Fair." fordert einen verbindlichen Schutz von Menschen- und Arbeitsrechten weltweit. Bis 14. Mai können die Bürger im Weltladen und beim Weltladen in Bad Saulgau einen Brief an Kanzlerin Angela Merkel unterschreiben. In Herbertingen ist die Aktion gekoppelt mit Filmvorführungen zum Thema.

Schon seit einigen Tagen klebt ein leerer Anzug im Schaufenster. "Unternehmen haftbar machen!" ist auf orange-farbigem Klebeband zu lesen. Die Aktion soll irritieren und zu einer Brief-Aktion an Bundeskanzlerin Merkel aufrufen. Der leere Anzug symbolisiert, dass aktuell niemand die Verantwortung trägt, wenn bei der Produktion im Ausland Menschen- und Arbeitsrechte verletzt werden. Auch deutsche Unternehmen sind direkt oder indirekt an Menschenrechtsverletzungen im Ausland beteiligt, doch sie müssen bislang nicht dafür haften.

Verpflichtung für Unternehmen

Im Rahmen einer bundesweiten Brief-Aktion fordern die Weltläden Bundeskanzlerin Merkel auf, Unternehmen zu verpflichten, Menschenrechte weltweit verbindlich zu schützen. Alle Bürger sind eingeladen, im Weltladen einen Brief zu unterschreiben. Die Briefe werden bis 17. Mai vom Weltladen an das Kanzleramt geschickt, damit sie kurz vor der entscheidenden Sitzung des Bundeskabinettes ankommen. Denn bis Mitte Juni entscheidet die Bundesregierung über den Nationalen Aktionsplan für Wirtschaft und Menschenrechte und ob dieser eine verbindliche Unternehmensverantwortung festschreibt.

Mit dem Nationalen Aktionsplan setzt die Bundesregierung die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte in Deutschland um. Die Kampagne "Mensch. Macht. Handel. Fair." von Weltladen-Dachverband und Forum Fairer Handel hatte die Bundesregierung bereits 2015 aufgefordert, eine verbindliche menschenrechtliche Sorgfaltspflicht für Unternehmen zu erarbeiten. Vertreter der beiden Organisationen hatten Ende 2015 dazu Staatssekretär Steinlein im Auswärtigen Amt fast 38.000 Unterschriften überreicht. Auch der Weltladen Herbertingen hatte sich an der Aktion beteiligt. In Deutschland beteiligen sich etwa 400 Weltläden am Weltladentag.

Filme und faires Genießen

Der Weltladen in Herbertingen lädt am Donnerstag, 12. Mai, ab 18 Uhr in den Weltladen ein, da der Pfingstsamstag ein beliebter Reisetag ist. Das Weltladenteam zeigt den Endverbrauchern um jeweils 18.30 und 19.30 Uhr hochbrisante Filme. Ebenso haben sie die Möglichkeit, in angenehmer Atmosphäre Köstlichkeiten aus der Welt des Fairen Handels zu probieren und zu genießen.

© Schwäbische Zeitung 04.05.2016

Beim Memory-Spiel haben meist die Kinder die Nase vorn. Foto: Klaus Weiss

Beim Memory-Spiel haben meist die Kinder die Nase vorn. Foto: Klaus Weiss

Beim Spiel­nach­mit­tag sind Ängs­te und Sor­gen ver­ges­sen
Angebot des Ökumenischen Freundeskreises Asyl in Bad Buchau wird immer beliebter

Von Klaus Weiss 4. Mai 2016

Bad Buchau - Immer beliebter wird der Spielenachmittag des Ökumenischen Freundeskreises Asyl Bad Buchau für Flüchtlinge und deren Kinder. Ins evangelische Gemeindehaus hatte der Freundeskreis die Familien eingeladen und an vielen Tischen war schon bald Hochbetrieb und spielerische Wettkämpfe wurden ausgefochten.

"Emmer werfet dia mi naus", meinte der Hausherr, Pfarrer Markus Lutz, beim "Mensch ärgere dich nicht"-Spiel mit der irakischen Kurdenfamilie. Aber auch beim Memory-Spiel haben die Kinder immer das glücklichere Händchen. Hochbetrieb herrschte auch an der großen Spielekiste, prall gefüllt mit Playmobilfiguren, Legosteinen und einem passenden kleinen Fuhrpark dazu. Vergessen sind beim Spielen die Probleme der Welt und freudenstrahlende Kinder zeigen den Mitgliedern des Freundeskreises Asyl, dass man oftmals auch mit Kleinigkeiten große Freude bereiten kann. Einige Besucher hatten Gebäck und Knabbereien mitgebracht, an denen sich jeder bedienen konnte. Man lerne sich aber auch besser kennen, findet Pfarrer Markus Lutz, der an der Fortsetzung der Spielenachmittage unbedingt festhalten möchte.

© Schwäbische Zeitung 04.05.2016

Archiv: Die Mitglieder des Kinder-Orgel-Clubs bei ihrem Besuch in Weingarten

Archiv: Die Mitglieder des Kinder-Orgel-Clubs bei ihrem Besuch in Weingarten. Foto: pr

Ein­blick in die gro­ße Or­gel in Beu­ron
Kinder-Orgel-Club besichtigt Orgel in der Erzabtei

Riedlingen - Am 6. Mai reisen Kinder, Jugendliche und Erwachsene des Kinder-Orgel-Clubs mit seinem Leiter, Jürgen Berron, mit dem Zug nach Beuron. Sie schauen sich in der Abteikirche St. Martin die große Orgel auf der Westempore an.

Die Orgel mit 54 Register und drei Klaviaturen und Pedal wurde 1984 von der Orgelbaufirma Klais in Bonn gebaut.

Der Klosterorganist Pater Landelin Fuss wird die nach barocken Vorbildern gebaute Orgel vorstellen. Mit dem Kinder-Orgel-Club sind auch interessierte Kinder, Jugendliche und Erwachsene die nicht Mitglied sind eingeladen mitzufahren.

Am 19. Juni um 17 Uhr gibt es auch wieder ein Orgelkonzert für Kinder in der Christuskirche. In diesem Konzert stehen Eberhard und seine verwegenen Abenteuer im Mittelpunkt.

Infos zu der Fahrt nach Beuron gibt es im Evangelischen Bezirkskantorat. bezirkskantorat.biberach@elk-wue.de oder 07373-921689.

© Schwäbische Zeitung 04.05.2016

Gudrun Berner, Pfarrerin in Pflummern und früher in Sigmaringen, besucht den Vortrag.

Gudrun Berner, Pfarrerin in Pflummern und früher in Sigmaringen, besucht den Vortrag. Foto: Weiger

Edu­ard Mö­ri­ke ver­liebt sich in Scheer
Pfarrerin Gudrun Berner kommt aus Pflummern zum Vortrag nach Sigmaringen


Von Elisabeth Weiger 4. Mai 2016

Sigmaringen - "Frühling lässt sein blaues Band" - diesen Gedichtanfang kennt wohl jeder, der einmal die Schule besucht hat. Das Gedicht "Er ist's" gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Gedichten der Deutschen und ist in jedem Schulbuch, in jeder Gedichtsammlung zu finden. Diese Ode an den Frühling, im März 1829 in Pflummern bei Riedlingen verfasst, zitierte Waltraut Heck in ihrem Vortrag über Eduard Mörike, dem Pfarrer wider Willen, dem Predigen so schwer fiel, dass ihm mittwochs schon der Sonntag im Magen lag, und der fürchtete, im Amt zu versauern.

Von ständiger innerer Unruhe getrieben ist er im Laufe seines 70-jährigen Lebens innerhalb des Königreichs Württemberg ständig unterwegs. Eine Spurensuche mit Mörike durch das Land geht kreuz und quer und bildet "irrwitzige Mäander" wie Peter Härtling es nennt. Im Jahr 1827, gerade hat er das erste Jahr seiner Vikariatszeit hinter sich gebracht, da bittet er bereits beim Stuttgarter Konsistorium um Urlaub, der gestattet, verlängert und erneut verlängert wird.

Sonntags beim Gottesdienst


Von Februar bis Juli 1828 hält er sich in Scheer auf. Sein Gastgeber ist Amtmann Karl Mörike, der älteste Bruder, ein politischer Kopf, der mit seiner Frau im Oberamtshaus wohnt. Für Eduard Mörike beginnt ein Jahr der Vikariatspause, eine Auszeit, die wohl unbeschwerteste und glücklichste seines Lebens. Er begleitet den Bruder auf seinen Dienstgeschäften, sitzt im Garten seines katholischen Amtsbruders und nimmt sonntags an den Gottesdiensten in der Kirche Sankt Nikolaus teil.

Er verliebt sich in Josephine, die Tochter des Schulmeisters. Josephine, die so wunderbar singen kann und ihn "in Liebesdingen gut vorankommen lässt", wie er dem Freund Mährlen brieflich gesteht. Den anbrechenden Frühling, die oberschwäbische Donaulandschaft, die Liebschaft erklärt er poetisch. Seine bekanntesten Frühlings- und Liebesgedichte entstehen in dieser Periode seines Lebens. Was aus Josephine geworden ist, darüber konnte keiner der Anwesenden Auskunft geben. Zurück in Stuttgart liefert er Beiträge für eine Damen-Zeitung, aber Termine einzuhalten widerstrebt ihm, er will wieder Vikar sein. Von Bruder Karl erfährt er von der vakanten Pfarrstelle in Pflummern und bewirbt sich. Im Februar 1829 zieht er in das "lotterleere" Pfarrhaus des Dorfes ein. Pflummern ist eine evangelischen Enklave im katholischen Umland, das einzige evangelische Dorf im ganzen Oberamt Riedlingen. Fast auf den Tag genau drei Monate nach Dienstantritt verlässt er Oberschwaben für immer. Ein älterer Pastor, "mein Herr Nachfolger", so der Dichter, erhält die Pfarrerstelle. Mörike wäre gerne geblieben.

Inge Spörl bedankte sich bei Waltraut Heck für die interessanten Einblicke in das Leben des schwäbischen Poeten und leitete über zu Gudrun Berner, der ehemaligen Pfarrerin der evangelischen Stadtkirche. Sie war mit dreißig Personen aus Pflummern nach Sigmaringen gekommen, um im Rahmen der Reihe Begegnungen und Gespräche die Kontakte zwischen den beiden Gemeinden auszubauen.

"Drei Mal so lange wie Mörike bin ich nun in Pflummern" stellte sie lachend fest und lud die Sigmaringer in das vierhundert Jahre alte Pflummerner Pfarrhaus ein, das nach der Restaurierungsphase schöner denn je sei.

© Schwäbische Zeitung 04.05.2016

Clown Radji und Pfarrer Georg Maile

Clown Radji und Pfarrer Georg Maile stimmten beim evangelischen Kirchentag vergangenes Jahr spielerisch auf das Thema des Gottesdienstes ein - "Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob." Foto: Archiv/Dietmar HERMANUTZ

Vie­le Ak­tio­nen rund um den evan­ge­li­schen Ober­schwa­ben­tag in Au­len­dorf
Das Motto lautet "getröstet" - Buchautor Petrus Ceelen predigt beim Festgottesdienst


Aulendorf - Unter dem Motto "getröstet" findet am Donnerstag, 5. Mai, von 10 bis 16 Uhr der evangelische Oberschwabentag in der Dobelmühle statt. Das Motto nimmt die Jahreslosung 2016 auf: "Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet." Rund um die Dobelmühle gibt es dazu ein Programm mit Gottesdiensten, Workshops, Erlebnismöglichkeiten und speziellen Angeboten für Kinder und Jugendliche.

Wie das evangelische Pfarramt Bad Schussenried mitteilt, wird der Theologe und Buchautor Petrus Ceelen im Festgottesdienst um 10 Uhr zur Jahreslosung predigen. Ceelen arbeitete viele Jahre als Gefängnisseelsorger und in der Aidshilfe. Musikalisch gestalten Posaunenchöre aus den Kirchenbezirken Biberach und Ravensburg unter der Leitung von Dierk Jacob sowie der Gospelchor "joyful singers" unter Leitung von Alexander Schleinitz-Kamps aus Bad Saulgau den Gottesdienst. Für Kinder und Jugendliche gibt es parallel dazu jeweils eigene Gottesdienste. Die "joyful singers" werden zudem zwischen Gottesdienst und Mittagessen eine Matinee mit weiteren Liedern gestalten.

Das Angebot der Gesprächskreise und Workshops ab 12.45 Uhr umfasst insgesamt zehn verschiedene Themen, die das Motto "getröstet" in unterschiedlichen Formen aufnehmen. Festprediger Ceelen wird aus seiner langjährigen Arbeit mit Menschen am Rand unserer Gesellschaft berichten. Polizeipräsident Ekkehard Falk aus Konstanz beleuchtet die Arbeit der Polizisten. Notfallseelsorge, der Umgang mit Krankheit, Tod und Trauer, der Trost für Demenzkranke und deren Angehörige sind weitere Themen.

Landesbischof i. R. Dr. Gerhard Maier bietet wieder ein Bibelgespräch zur Jahreslosung an. Angebote wie das Bibliodrama mit Schuldekan Michael Pfeiffer, das offene Singen, der Erlebnisweg für Erwachsene und Kinder und ein Kreativ-Workshop stehen auch in diesem Jahr auf dem Programm. Zudem gibt es eine Reihe von Informationsständen, beispielsweise von Oikocredit, dem Gustav-Adolf-Werk, Dimoe, Lages (Landesarbeitsgemeinschaft evangelischer Senioren), EFW (Evangelische Frauen in Württemberg), Förderverein Dobelmühle, Johanniter-/Hospizgruppe Bad Schussenried und dem Sozialladen Aulendorf.

Eltern können ihre Kinder während des Nachmittags in die Obhut des Evangelischen Jugendwerks (ejw) Biberach geben, auch der "human kicker" steht wieder zur Verfügung. Den Abschluss gestalten im Zelt Reverend Martin Ngnoubamdjum, geboren in Kamerun, und Pfarrer Georg Maile.

Für Jugendliche besteht wieder die Möglichkeit, für einen Kostenbeitrag den Hochseilgarten zu besuchen. Teilnehmer unter 18 Jahren benötigen die Zustimmung der Eltern. Das Formular zur Einverständniserklärung gibt es auf der Internetseite der Dobelmühle.

Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.christuskirche-bad-schussenried.de oder auch bei Pfarrer Georg Maile unter Telefon 07583/2463 oder per E-Mail an

Georg.Maile@elkw.de

© Schwäbische Zeitung 04.05.2016

Sieben Jugendliche haben Konfirmation gefeiert. Foto: Klaus Weiss

Sieben Jugendliche haben Konfirmation gefeiert. Foto: Klaus Weiss

Sie­ben Ju­gend­li­che sa­gen "Ja" zu Je­sus Chris­tus
Feierlicher Konfirmationsgottesdienst in der evangelischen Kirchengemeinde Bad Buchau

Bad Buchau - Mit ihrer Konfirmation haben sieben Jugendliche in Bad Buchau "Ja" zu ihrer Taufe gesagt und sich zu Jesus Christus und seiner Kirche bekannt.

Der Konfirmationsgottesdienst in der evangelischen Kirche Bad Buchau war feierlicher Endpunkt des knapp ein Jahr dauernden Konfirmandenunterrichts. Im Mittelpunkt des Gottesdiensts standen Verpflichtung und Einsegnung der Konfirmanden sowie das gemeinsame Abendmahl. Pfarrer Markus Lutz predigte über das Bekenntnis zu Jesus Christus. Er lud Konfirmanden und Gemeinde dazu ein, am Glauben an Jesus Christus festzuhalten und so ihren eigenen Weg zu finden.

Konfirmation ist ein Fest für die Jugendlichen und ihre Familien, aber auch für die Kirchengemeinde. Im Grußwort des Kirchengemeinderats beglückwünschte Stefan Hart deshalb die Neukonfirmierten. Er ermutigte sie, sich im Glauben festzumachen. Auch in der Begegnung mit Menschen anderer Herkunft und Religion sei ein solcher Standpunkt wichtig und hilfreich.