© Schwäbische Zeitung 16.05.2017

Das Bild zeigt in der ersten Reihe (von links) Isabel Wagner , Victoria Heidt, Johanna Katharina Fügner und Heike Mößlang. In der zweiten Reihe (hinten) sind zu sehen: Schuldekan Michael Pfeiffer, Anna Stemmler, Andrea Sautter, Isabel Maurer-Deppler, Andrea Sautter und Studienleiter Karl-Heinz Held. Foto: Privat

Freu­de über neue evan­ge­li­sche Re­li­gi­ons­leh­re­rin­nen

Biberach - Bei einer Feier der Bonhoeffer-Gemeinde in Biberach haben die neun staatlichen Lehrerinnen ihre Beauftragung zur Erteilung von evangelischem Religionsunterricht erhalten. Schuldekan Michael Pfeiffer segnete die neun Frauen im Gottesdienst für ihre neue Aufgabe.

Die Lehrerinnen Lisa Besold (GS Ochsenhausen), Johanna Katharina Fügner (RS Geschwister Scholl, Riedlingen), Victoria Heidt (GMS Michael-von-Jung-Schule, Kirchdorf), Isabel Maurer-Deppler (Leopoldschule, Altshausen), Heike Mößlang (GMS Illertal, Dietenheim-Illerrieden), Andrea Sautter (Herzog-Philipp-Verbandsschule, Altshausen), Christiane Schwörer (GS Scheer), Anna Stemmler (Vinzenz-von-Paul-Schule, Schwendi), Isabel Wagner (Matthias-Erzberger-Schule, Biberach) wurden von Freunden, Familie, Kollegen, zum Teil auch Schulleitungen und der Gemeinde, begleitet.

Die verantwortliche Aufgabe. die sie im Religionsunterricht im Auftrag der Kirche tun, braucht die Begleitung von vielen, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Bild zeigt in der ersten Reihe (von links) Isabel Wagner , Victoria Heidt, Johanna Katharina Fügner und Heike Mößlang. In der zweiten Reihe (hinten) sind zu sehen: Schuldekan Michael Pfeiffer, Anna Stemmler, Andrea Sautter, Isabel Maurer-Deppler, Andrea Sautter und Studienleiter Karl-Heinz Held. Foto: Privat

© Schwäbische Zeitung 15.05.2017

Zum Abschied gibt es Wurst: Dekanatsreferentin Kerstin Leitschuh mit den Dekanen Sigmund Schänzle und Hellger Koepff. FOTO: JUDITH EZEREX

Das Schüt­zen­fest­lied wird in Hes­sen feh­len
Dekanatsreferentin Kerstin Leitschuh wechselt zum kurhessischen Diakonissenhaus nach Kassel


Biberach - Mit einem Wortgottesdienst und einer Feierstunde haben die Mitarbeiter der Einrichtungen des Dekanats und der gemeinsamen Einrichtungen mit der evangelischen Kirche Dekanatsreferentin Kerstin Leitschuh verabschiedet. Leitschuh zieht nach Kassel und übernimmt dort eine Stelle im evangelischen Diakonissenhaus.

Mit zum Teil launigen Worten, Scherzen und auch Wehmut verabschiedeten sich Weggefährten und Freunde von der Dekanatsreferentin. Dekanatskirchenmusiker Matthias Wolf am Klavier und Manuela Stolz an der Oboe gaben der Feier einen festlichen Rahmen.

"Wir müssen das Evangelium hörbar machen, zur Not auch mit Worten" zitierte Dekan Sigmund Schänzle Papst Franziskus. Genau das habe Dekanatsreferentin Kerstin Leitschuh im katholischen Dekanat Biberach gemacht. Sie habe der Kirche viele Gesichter gegeben, auch in den Medien und in den Beiträgen auf der Homepage. "Du bist das WhatsApp Christi", sagte er zu Leitschuh. Schänzle ist überzeugt, dass Christus heute WhatsApp, Twitter oder facebook nutzen würde, um Menschen zu erreichen. Kerstin Leitschuh habe viel hineingewirkt in der Kirche vor Ort. Sie sei mittendrin gewesen mit ihren Talenten und Begabungen, habe nicht nur einen Job erledigt. Zum Abschied überreichte Schänzle Kerstin Leitschuh den Prototyp zur Plakette der Ökumene.

Ihre Aufgaben im Dekanat waren vielseitig. So kümmerte sich Leitschuh unter anderem um den Aufbau der ökumenischen Notfallseelsorge, die Ehevorbereitungsseminare und um die Gewinnung, Schulung und Weiterbildung von Ehrenamtlichen. Sie habe mitgeholfen, Wandel möglich zu machen und Veränderung zu gestalten. Vor allem habe sie getan, was notwendig sei, wenn die Kirche im Dorf bleiben soll, wenn Kirche wachsen soll, habe das Evangelium zum Leuchten gebracht, sagte Clemens Dietz von der Diözese Rottenburg-Stuttgart und ergänzte, sie habe vieles gesagt, was andere nur denken. "Gott stellt jeden dahin, wo er gebraucht wird", gab Dietz ein Zitat von Adolph Kolping mit auf den Weg.

Kerstin Leitschuh geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Stolz stand sie vor dem Banner des Dekanats mit dem Dekanatslogo: Zwei Pfeile, die aufeinander zeigen. Ein Zeichen, welches für sie Himmel und Erde, Kirche und Welt miteinander verbindet. Sie sei auch als Außenministerin unterwegs gewesen unter Nichtkirchlichen, sagte sie. So initiierte sie gemeinsam mit Dekan Hellger Koepff von der evangelischen Kirche und dem Landratsamt das Bündnis für Demokratie und Toleranz. Die Arbeit im Dekanat sei für sie mehr als ein Job gewesen: "Es waren tolle Weggemeinschaften", Schänzle sei ein angenehmer Chef und Freund.

Vermissen werde sie ihre Schalmeiengruppe Ehingen, bei der sie viele Jahre mitgespielt habe, das Schützenfestlied beim Umzug, beim Fest und beim Gottesdienst, das einfach berühren muss und das Pilgern auf dem Martinusweg. "Das sind gute Traditionen hier in Oberschwaben, die ich im Herzen mit nach Hessen nehmen werde", sagte Leitschuh.

© Schwäbische Zeitung 12.05.2017

Anlässlich von 500 Jahren Reformation singt die Kantorei eine der längsten und bekanntesten Kantaten von Johann Sebastian Bach. FOTO: PRIVAT

"Ein fes­te Burg ist un­ser Gott"
Evangelische Kantorei singt am Sonntag Bachs berühmte Kantate

Biberach - Die Evangelische Kantorei führt am Sonntag Cantate, 14. Mai, ab 9.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche Sankt Martin Biberach im Kantaten-Gottesdienst Johann Sebastian Bachs Kantate "Ein feste Burg ist unser Gott" anlässlich des Reformationsjubiläumsjahres auf.

Das Werk für Chor, Soli und Barockorchester wird begleitet vom Orchester Con Brio mit Günther Luderer unter der Gesamtleitung von Ralf Klotz. Als Gesangssolisten wirken Mechthild Lange, Alina Klotz und Margarete Herter mit.

Imposanteste Kantate

Diese Kantate zählt zu den längsten und imposantesten der über 200 erhaltenen Kantaten Bachs. Er hat sie in Leipzig mehrmals aufgeführt, zum letzten Mal vermutlich 1735 zum Reformationsfest. Luthers Hauptlied nach Psalm 46 ist von kämpferischem Charakter, die wahre Kirche wird als Burg gegen die Anbrandungen der Welt gesehen. Entsprechend selbstbewusst und kämpferisch - diese Charakterisierung prägen freilich die Trompeten- und Paukenstimmen mit - sind die großen Chorpartien Nummer eins und fünf angelegt. Der Komponist bringt musikalisch-symbolisch die selbstbewusste Siegessicherheit im Kampf von Gut gegen Böse zum Ausdruck.

Ein Prachtstück an kontrapunktischer und dramatischer Wirkung ist der außerordentlich breit angelegte Eröffnungschor: Dieser bekannte und kunstvoll komponierte Satz wird als einer der Höhepunkte der Bach' schen Choralbearbeitungskunst angesehen. Er trägt die erste Luther-Strophe in Form einer Choralmotette vor und umrahmt als eine Art Zugabe alles instrumental als Choral-Kanon zwischen Trompeten und Orchesterbass - die feste Burg steht also felsenfest. Innige Arien, Duette und Rezitative schließen sich an. Der Schlusschoral mit der Zusage, dass alles Irdische vergänglich ist, das Reich Gottes aber bestehen bleibt, beendet das Werk.

Das Konzert ist eine Veranstaltung der Evangelischen Kirchengemeinde. Der Eintritt ist frei.