© Schwäbische Zeitung 16.10.2017

Im Theaterstück spielten die ehrenamtlichen Mitarbeiter den Kindern die Lebensgeschichte Martin Luthers vor. Foto: Jana Mack

"Der Mar­tin ist echt ein coo­ler Typ!"
Wenn Kinder zu Entdeckern werden: Martin Luther im Fokus der Kinderbibeltage


Riedlingen - Gebete, Gesang und Gelächter erfüllten am Wochenende das Johannes-Zwick-Haus in Riedlingen. Über 80 Kinder trafen sich dort zu den ökumenischen Kinderbibeltagen (Kibita), die in diesem Jahr anlässlich des Reformationsjubiläums unter dem Motto "Mit Martin auf Entdeckertour" standen. Am Sonntag fand ein gemeinsamer Abschlussgottesdienst mit den Eltern statt.

"Ich habe keine Angst, denn Jesus Christus ist mir nahe. Ich kann und will die Wahrheit nicht verleugnen." Als Martin Luther diese Worte an den mächtigen, ihm drohenden Kaiser richtete, war die Spannung im Johannes-Zwick-Haus beinahe greifbar. 82 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren verfolgten gebannt, was Martin als nächstes passiert, wie das Theaterstück, das die 27 ehrenamtlichen Mitarbeiter erarbeitet und aufgeführt haben, weitergeht. An jedem der drei Tage erfuhren die Kinder ein weiteres Stück der Lebensgeschichte Luthers - danach wurde das Gesehene in Gruppen aufgearbeitet.

Seit Januar haben sich die Mitarbeiter regelmäßig getroffen und mit dem Thema Luther auseinandergesetzt; es wurde geplant, für das Theater geprobt, Bastelarbeiten vorbereitet und Schwerpunkte gesetzt. Die Gnade Gottes und die Bibel als Wort Gottes waren zentrale Punkte, die mit der Geschichte vermittelt werden sollten.

Dass das gelang und auch die jüngsten Kinder die Geschichte verstanden haben, beweist Josefine, der es gefiel, "dass der Martin im Buch gelesen hat, dass der Gott eigentlich gar nicht böse ist, obwohl die anderen früher alle gesagt haben, dass der ganz böse ist." Die Erstklässlerin ist nicht allein in ihrem Alter: Pfarrerin Cornelia Schmutz findet es besonders schön, dass so viele Erstklässler in diesem Jahr dabei seien. Als erfreulich deutete sie auch, dass sich viele ansprechen ließen und es so zu der hohen Teilnehmerzahl kam.

Kinder zusammenbringen

Darin sieht Pfarrer Theo Mielitz aber auch eine der größten Herausforderungen, denn es seien rund 20 Kinder mehr als im Vorjahr. Eine weitere Aufgabe sei es, die verschiedenen Kinder, die sich oft vorher nicht kennen, an diesem Wochenende zusammenzubringen, sodass sie sich aufeinander einlassen. Herausfordernd und zugleich erfreulich seien zudem die vielen jungen, neuen Mitarbeiter, die teilweise sogar im vergangenen Jahr noch Teilnehmer waren; ihnen müsse man das Gefühl geben: "Ihr werdet wirklich gebraucht."

Und das wurden sie - denn nach einem gemeinsamen Teil, bei dem alle Kinder zusammen sangen, beteten und das Theaterstück anschauten, folgte jeweils die Aufteilung in Kleingruppen nach Alter, in denen gebastelt wurde. Während die älteren Jungen sägten und hämmerten, wurden bei den Jüngeren zum Beispiel mittelalterliche Kopfbedeckungen gebastelt. "Wir versuchen, dass jeder dort abgeholt wird, wo er ungefähr stehen könnte." Am Abend kamen schließlich alle Kinder wieder zur Segensliturgie zusammen.

Das Highlight ist für Schmutz nicht etwa das aufwändige Theaterstück, sondern vielmehr "die persönlichen Begegnungen, die in diesen Tagen stattfinden". Pfarrer Mielitz, Pfarrer Uwe Grau, Jürgen Knoll und Heinz Renz können ihr da nur zustimmen. Am Sonntag fand in der evangelischen Kirche ein gemeinsamer Abschlussgottesdienst statt, den die Kinder mitgestalteten. Als Geschenk bekamen sie ein Lederband. Fazit der Kibita: "Der Martin ist echt ein cooler Typ!"

Bildunterschrift:
Im Theaterstück spielten die ehrenamtlichen Mitarbeiter den Kindern die Lebensgeschichte Martin Luthers vor. Hier eine Szene, in der Martin vor den Kaiser geladen wird. Dieser ist aber nicht bereit, mit Martin zu diskutieren - am Ende wird er aus der Kirche ausgeschlossen und als vogelfrei erklärt.  Foto: Jana Mack

Text/Foto von Jana Mack, Schwäbische Zeitung

 

 

Feier der Goldenen Konfirmation in Ochsenhausen und Erntedank

Goldene Konfirmation von Evelyn Feger (Bäuerle), Jenny Oehmig, Renate Brugger (Niepel), Christa Bühle (vlnr auf dem Bild

Zeit zum Danken- Zeit für Erntedank – Zeit fürs Gemeindefest

Am ersten Sonntag im Oktober konnte die evangelische Kirchengemeinde Ochsenhausen in diesem Jahr ihr Gemeindefest verbunden  mit der Feier der Goldenen Konfirmation begehen.

Trotz des bevorstehenden Feiertags in der folgenden Woche mussten zusätzliche Plätze im Foyer des Gemeindezentrums bestuhlt werden, um allen Gottesdienstbesuchern die Möglichkeit zu geben teilzunehmen.

Pfarrer Jörg  Schwarz konnte im Rahmen des Erntedankfestes mit dem wunderschön gestalteten Erntedankaltar und den wunderschön geschmückten Tischen auch die Jubilarinnen begrüßen, die zur Goldenen Konfirmation nach Ochsenhausen gekommen waren:

Die 2. Vorsitzende Uschi Sesselmann sprach das Grußwort und  überreichte zusammen mit Pfarrer Schwarz die Urkunden. Als Geschenk erhielten die Jubilarinnen ein silbernes Ansteckkreuz zur Erinnerung an den Tag ihrer Einsegnung.

Pfarrer Jörg Schwarz erneuerte den Segen, den vor 50 Jahren Pfarrer Leonhardt  und Pfarrer Lier über den damaligen KonfirmandInnen gesprochen hatten.

Nach dem Gottesdienst bewerkstelligten die flinken Hände des Kirchengemeinderates den Umbau und so wurde Platz zum Mittagessen für alle geschaffen. Köstliche Salatspenden von Gemeindemitgliedern ergänzten Braten und vegetarische Maultaschen. Die diesjährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden standen überall mit ihrer Hilfe bereit.

Derweil wurde schon eifrig gebastelt: Unter Anleitung von Frau Gudrun Schwarz wurde im Rahmen der Familienkirche mit natürlichen Materialien Herbstliches hergestellt. Man sah allen Beteiligten ihre Freude an der Bastelarbeit an.

Bei Kaffee und Kuchen, der ebenfalls in reichlicher Zahl von Gemeindemitgliedern gespendet wurde, konnten sich die Besucher austauschen. Höhepunkt des Nachmittagprogramms war die Bekanntgabe der Gewinner des  Preisrätsels zum Reformationsjubiläums- und Gedenkjahr. Die Gewinner waren Karin Seibold, Gerd Klinge und Detlef Liebig. Pfarrer Schwarz überreichte als Buchpreis eine Lutherbibel und dazu eine Lutherrose in Miniaturform.

Ein herzlicher Dank gilt unserer Organistin Ulrike Remmele, die auch am Nachmittag noch für einen musikalischen Abschluss sorgte,  unseren fleißigen Helferinnen und Helfern in Küche, am Getränke- und Kuchenstand, den Konfirmanden-Eltern  und  den emsigen Konfirmandinnen und Konfirmanden! Natürlich auch ein großes Dankeschön an alle Salatspender und an alle fleißigen Bäcker, die uns mit zahlreichen Kuchen- und Tortenspenden bedacht haben!

 

Notfallseelsorge im Landkreis Biberach feiert 15-jähriges Bestehen

Foto (P. Friedel): v.l., H. Sontheimer, I. Espenlaub, Pfarrer M. Lutz, P. Billwiller, O. Ilic, B. Blersch, Dekan H. Koepff, Dekan S. Schänzle, U. Götzeler und U. Grau

BIBERACH – Die Notfallseelsorge im Landkreis Biberach feierte bei einem ökumenischen Gottesdienst mit dem evangelischen Dekan Hellger Koepff und dem katholischen Dekan Sigmund F.J. Schänzle ihr 15-jähriges Jubiläum in der Kirche St. Josef in Biberach. Neben vielen aktiven und ehemaligen Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorgern konnte Iris Espenlaub, Leiterin der Notfallseelsorge, einige Kooperationspartner begrüßen. Vertreter von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten und Kirchen gratulierten und bedankten sich herzlich für 400000 Bereitschaftsstunden und 1527 Einsätze in den vergangenen 15 Jahren, bei denen die Notfallseelsorge Menschen in Not beistand.

Dekan Schänzle begrüßte zu Beginn des Gottesdienstes alle Anwesenden und sprach seinen Dank für den Dienst der Seelsorgerinnen und Seelsorgern aus, betonte aber zugleich: „Wer danken will, muss auch denken und heute denken wir auch an all diejenigen, die Sie in ihrer Not begleitet haben.“ Dekan Koepff lud in seiner Predigt „zu einer geerdeten Dankbarkeit“ ein. Beim Dienst der Notfallseelsorge bleibe der Dank geerdet und hebt nicht ab, „er verschließt den Blick nicht, aber lässt sich auch nicht von der Erdenschwere ganz nach unten ziehen.“ Koepff schilderte: „Die Notfallseelsorge ist zur Hilfe gerufen, um Menschen zu begleiten, Todesnachrichten zu überbringen und Menschen damit nicht allein zu lassen, aber auch um Einsatzkräften zuzuhören, die Bilder verarbeiten und wieder funktionieren müssen.“ Dekan Koepff dankte den Notfallseelsorgeinnern und Notfallseelsorgern ebenfalls: „Sie nehmen sich Zeit und müssen sich mit Ihren Familien und Arbeitgebern absprechen. Sie legen Ihr Schutzschild ab und setzen sich den Menschen in ihrer Not aus. Damit setzen Sie sich auch Gott aus.“

In einer Aktion lud Iris Espenlaub die Anwesenden dazu ein, auf ausgeschnittene Herzen aufzuschreiben, für was man im Leben besonders dankbar ist, denn „für uns Notfallseelsorger ist es wichtig zu wissen, was uns in unserem Leben trägt.“

Im Gottesdienst wurden mit Uwe Grau und Ulrich Götzeler zwei Notfallseelsorger aus ihrem Dienst verabschiedet und mit Olja Ilic, Brigitte Blersch und Susanne Miller drei neue Notfallseelsorgerinnen mit einem Segen in den Dienst eingeführt.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde bei einer Feierstunde an die zurückliegenden 15 Jahre gedacht. Iris Espenlaub bedankte sich herzlich bei den anwesenden Berthold Seeger und Friedrich Lechner für ihr damaliges Engagement zur Gründung der Notfallseelsorge im Landkreis Biberach.

Helmut Sontheimer vom Leitungsteam der Notfallseelsorge schaute auf die Gründungszeit der Notfallseelsorge zurück und machte deutlich, dass man durch das besondere Konzept, das  auf ehrenamtlicher Basis beruht, bundesweit viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.

Frau Espenlaub übergab das Wort an die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger. So schilderten verschiedene Personen, die seit fünfzehn, zehn oder fünf Jahre bei der Notfallseelsorge dabei sind, Erlebnisse aus ihrem Dienst. Beispielsweise berichtete eine Notfallseelsorgerin von ihrem Herzklopfen und ihrer Aufregung, als sie das erste Mal durch den Piepser zu einem Einsatz gerufen wurde und eine Todesnachricht überbringen musste. „Egal, wie es mir geht, den Betroffenen geht es schlechter“, sprach sie sich damals Mut zu und machte die Erfahrung: „Es ist ein gutes Gefühl für jemanden da zu sein, der sonst im Moment niemanden hat.“ In der Kirche wurde es ganz still, als eine neue Notfallseelsorgerin einen von ihr verfassten Brief vorlas, wie sie und ihre Familie durch viele ehrenamtliche Helfer beim Brand der eigenen Wohnung gerettet und unterstützt wurde. Dieses Engagement verleitete sie dazu, sich selbst einzubringen und ehrenamtlich Notfallseelsorgerin zu werden. Frau Espenlaub nahm das zum Anlass, darauf hinzuweisen, dass weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht sind.

In den anschließenden Grußworten betonte der neue Kreisbrandmeister Peter Frei, wie wichtig die Arbeit der Notfallseelsorge ist. Die Feuerwehr arbeite meistens mit schwerem Gerät, aber an der Notfallseelsorge findet er es „faszinierend, mit wie wenig man viel bewirken kann.“ Auch Ulrike Renz von der Polizeidirektion Ulm und Frank Netzer vom Deutschen Roten Kreuz machten deutlich, dass die Notfallseelsorge bei ihrer Arbeit nicht mehr wegzudenken ist. Der Dienst für Angehörige von Opfern sowie für Einsatzkräfte sei unersetzlich.

Am Ende wurden alle aktiven Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger nach vorne gebeten, um ein kleines Spiel als Geschenk überreicht zu bekommen. Mit viel Applaus lud Iris Espenlaub zum gemütlichen Ausklang in den Gemeindesaal ein.

Wer für die Arbeit der Notfallseelsorge im Landkreis Biberach etwas spenden möchte, überweist an folgendes Spendenkonto

Spendenkonto Kath. Dekanat Biberach
"Notfallseelsorge" KSK BC
IBAN DE 95654500700000008978

Philipp Friedel, Dekanatsreferent

 
 

© Schwäbische Zeitung 13.10.2017

Mu­sik zum Re­for­ma­ti­ons­ju­bi­lä­um
Evangelische Kantorei und Münsterkantorei Pfullingen führen Bach-Werke auf


Riedlingen - Das 500-jährige Reformationsjubiläum, das in diesem Jahr weltweit und in ökumenischer Verbundenheit gefeiert wird, ist ein guter Anlass um die Vertonung eines Liedes Martin Luthers und eine Kyrie- und Gloria-Messe auf das Programm zu setzen. Am Sonntag, 22. Oktober, um 17 Uhr werden die Choralkantate über Luthers Lied "Ein feste Burg ist unser Gott", BWV 80 und die Missa A-Dur, BWV 234 in der Stadtpfarrkirche St. Georg in Riedlingen aufgeführt. Beides sind späte Werke von Johann Sebastian Bach.

Die Ausführenden sind Verena Said (Sopran), Christine Müller (Alt), Marcus Elsäßer (Tenor) und Steffen Balbach (Bass), ein Projektorchester, Günter Luderer (Solovioline und Konzertmeister) sowie die Martinskantorei Pfullingen und die Evangelische Kantorei Riedlingen. Die Leitung hat Jürgen Berron.

Neue Kompositionen eingefügt


Bach hat viele seine Werke bearbeitet und so in neue Kompositionen eingefügt. Die Kantate zum Reformationsfest "Ein feste Burg ist unser Gott" hat eine frühere, in Weimar komponierte Kantate als Vorlage. Über die Entstehungsgeschichte ist nicht viel bekannt. Vermutlich hat Bach das Werk in der heute bekannten Fassung zum 200-jährigen Jubiläum der Einführung der Reformation in Leipzig 1739 geschrieben. In der Choralkantate hat er alle vier Strophen des bekannten Liedes auskomponiert. Der Eingangschor gilt als Höhepunkt im vokalen Choralschaffen von Johann Sebastian Bach. Der Chor, verstärkt durch Streicher, singt darin den Choralsatz ganz im polyphonen Stil der Reformationszeit.

In den späten 1730er-Jahren komponierte Bach das Kyrie und Gloria, das er später zur Hohen Messe in h-moll auskomponierte. Damit bewarb er sich um das "Praedicat als Compositeur bey Dero HofCapelle", das er drei Jahre später verliehen bekam. In dieser Zeit schrieb er vier weitere Kyrie- und Gloria-Messen. Sie haben jeweils nicht den gesamten Text der Messe zur Grundlage, sondern nur die ersten beiden Sätze, Kyrie und Gloria, und gehen zum großen Teil auf ältere Werke Bachs zurück. In den Gottesdiensten zur Zeit Johann Sebastian Bachs hatten die Messen ihre spezifische liturgische Stellung und wurden häufig auch an normalen Sonntagen aufgeführt.

Ex­tra Ein­füh­rung für Kin­der mit Rol­len­spiel um 15 Uhr

Zwei Stunden vor der Aufführung gibt es, wie schon mehrmals, um 15 Uhr in der Stadtpfarrkirche erst einmal eine kindgerechte Einführung in die beiden Werke. Das Libretto schrieb Jürgen Berron nach eigenen Ideen mit verschiedenen Rollen in Szene gesetzt. Zu Beginn dürfen die Kindern mit den Moderatorinnen gemeinsam das für das Konzert adäquate Instrumentarium zusammenrufen. Aus Leipzig ist ein besonderer Gast, nämlich der Komponist selbst, der Einladung gefolgt und an diesem Abend zugegen. Mitten in Gespräch und Musik kommt eine weitere Person durch das Kirchenschiff auf die Gruppe zu. Er ist ein Mönch..

Info: Eintritt: Erwachsene: 12 Euro; Ermäßigt: 10 Euro; Familien: 30 Euro. Kindereinführung: 5 Euro; Kartenvorverkauf in der Apotheke am Marktplatz; Abendkasse ab 16.15 Uhr geöffnet.

© Schwäbische Zeitung 13.10.2017

Pfarrerin Cornalia Schmutz

Nach­ge­fragt: 80 An­mel­dun­gen bei den Kin­der­bi­bel­ta­gen

Riedlingen - Am heutigen Freitag beginnen wieder die ökumenischen Kinderbibeltage, die am Sonntag mit dem Gottesdienst ihren Abschluss finden. Wir haben mit der evangelischen Pfarrerin Cornalia Schmutz über Anmeldezahlen, Programm und Thema gesprochen.

Frau Schmutz, wie ist die Resonanz auf die Kinderbibeltage in diesem Jahr?


Wir haben etwa 80 Anmeldungen. Das ist sehr erfreulich. Schön ist es, dass auch viele Kinder dabei sein werden, die zum ersten Mal an den Kinderbibeltagen teilnehmen. Ebenso schön ist es, dass viele bereits mehrfach mit dabei sind. Dies zeigt uns, dass die Kinderbibeltage ein Ort sind, an dem Gemeinschaft positiv erlebt wird. Damit sind sie zu einem wichtigen Ereignis im Jahr geworden.

Im Reformations-Jubiläumsjahr steht Martin Luther im Fokus. War es schwierig dieses Thema für Kinder aufzubereiten?

Es liegen natürlich 500 Jahre Zeitgeschichte zwischen der Reformation und heute. Dies bedeutet immer, dass gewisse Ereignisse und damaligen Erfahrungen für uns heute fremd sind oder sich verlagert haben. Angst ist heute sicher genauso ein Thema wie damals, nur hat es heute einen anderen Schwerpunkt oder eine andere Ausrichtung. Hatten die Menschen damals beispielsweise Angst vor Gott und dem, was nach dem Tod auf sie zukommen könnte, so ist dies uns heute eher fremd geworden. Auch spielt die Kirche heute eine andere Rolle als damals. Die reformatorische Erkenntnis, dass Gott alle Menschen vorbehaltlos liebt, die Rede von einem gnädigen Gott, ist jedoch in vielen biblischen Geschichten zu finden. Sie sind daher ein guter Weg, den Kindern auf anschauliche Weise die Gnade Gottes näherzubringen.

Was erwartet die Kinder in diesem Jahr?

Wie jedes Jahr erwartet die Kinder ein buntes Programm. Neben dem gemeinsamen Singen und Beten, wird dieses Mal die Lebensgeschichte Martin Luthers zu hören sein. Daneben gibt es wieder einen Teil, bei dem die Kinder nach Klassen aufgeteilt, gestalterisch tätig sein werden. Die Mitarbeiter- und Mitarbeiterinnen haben sich viele verschiedene Dinge überlegt, vorbereitet und freuen sich auf alle Kinder, die kommen.

Wie viele Männer, Frauen und Kinder werkeln denn an der Vorbereitung für die Kibita und seit wann?

Um die 30 Mitarbeiter sind dieses Jahr bei den Vorbereitungen dabei. Viele jüngere Mitarbeiter durchmischen den Stamm derer, die schon seit vielen Jahren dabei sind. Die Erfahrungen der älteren Mitarbeiter ist für das Gelingen der Kinderbibeltage von großer Bedeutung und großem Wert. Erfreulich ist, dass sich dieses Jahr auch viele Jugendliche ansprechen ließen, bei den Kinderbibeltagen mitzuhelfen und sie so langsam in die Aufgaben hineinwachsen.

© Schwäbische Zeitung 12.10.2017

Machten sich in Indien ein Bild von der Verwendung der Hilfsgelder des "Kinderhilfswerks Nethanja Narsapur": (v. r.) Thomas Vogel, Anton Nuding und Pfarrer Albrecht Schmieg. Foto: privat


Die Hil­fe für In­di­en kommt an
Biberacher Delegation des "Kinderhilfswerks Nethanja Narsapur" informiert sich vor Ort


Biberach - Verschiedene mit Spendengeldern finanzierte soziale Einrichtungen haben der Altrektor der Hochschule Biberach, Thomas Vogel, der frühere Wasserbauprofessor Anton Nuding und der evangelische Hochschul- und Krankenhausseelsorger Pfarrer Albrecht Schmieg in Indien besucht.

Thomas Vogel ist stellvertretender Vorsitzender des humanitären Unterstützungsvereins "Kinderhilfswerk Nethanja Narsapur" mit Geschäftsstelle in Flein, der auch von der evangelischen Landeskirche getragen wird. Vertreter des Vereins besuchen in regelmäßigen Abständen die von ihm unterstützten Einrichtungen zwischen den indischen Millionenstädten Visakhapatnam und Rajahmundry am Godavari-River im Bundesstaat Andra Pradesh. Diesmal wurde Vogel von Pfarrer Albrecht Schmieg und Anton Nuding begleitet. Das Ziel der Besuchergruppe waren verschiedene soziale Einrichtungen der dortigen evangelischen Freikirche Nethanja: mehrere Schulen, ein Kinderheim, eine Schule für technische Ausbildung und ein Krankenhaus. Diese Einrichtungen verteilen sich auf fünf Standorte, zum Teil an der Ostküste gelegen, zum Teil im "Urwald".

Begleitet wurde die Gruppe von den dort tätigen Leitern der Einrichtungen und dem Bischof Singh. Die Nethanja-Kirche in Ostindien betreut im Wesentlichen die unterste Gruppe der Bevölkerung, die "Kastenlosen und Unberührbaren", also diejenigen, die den Hauptanteil der Slumbewohner ausmachen. Für diese Menschen werden Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zur Highschool nach englischem Muster vorgehalten und vorbildlich geführt. Nach ihrer Konversion vom Hinduismus zur christlichen Religion stehen den jungen Menschen dann die Türen für ein Leben mit ausreichendem Einkommen offen.

Das Krankenhaus in Kondala, ein 60-Betten Haus mit Schwesternschule, dient als Notfall- und Erstaufnahmeklinik. Die Ausrüstung ist, dank Spendenaufkommen, für die dortigen Verhältnisse zwar als gehoben zu bezeichnen, jedoch weit weg von den uns bekannten Standards. Die Leistungen des Personals, von den Schwesternschülerinnen bis zur leitenden Ärztin, sind erstaunlich, zumal sie mit wenig Hilfsmitteln auch größere Operationen durchführen.

Die am häufigsten vorkommenden Krankheiten sind Aids und TBC. Für ihre Behandlung wurde jüngst ein eigenes Gebäude mit entsprechender Quarantäneabteilung eingerichtet. Die Krankenversorgung in den Dörfern des Berglands im Radius von rund 150 Kilometern wird durch örtliche Krankenstationen geleistet, die von ausgebildeten Schwestern geleitet werden. In regelmäßigen Abständen besucht ein Arzt aus Kondala diese Stationen.

Neben der Bildung und der Krankenversorgung unterstützt die Kirche die Bedürftigen, insbesondere die Slumbewohner in Visakhapatnam, mit Lebensmitteln und Medikamenten. Die in den Anlaufstationen tätigen Mitarbeiter sind auch Ansprechpartner für die täglichen Probleme, insbesondere in Hygienefragen.

Wasserversorgung macht Probleme

Während der Besuchsreise diskutierten die Gäste aus Deutschland mit den Verantwortlichen vor Ort die Mittelverwendung, den Einsatz von Personal und Hilfsmitteln sowie die Planung der künftigen Vorhaben. Probleme bereitet die örtliche Trinkwasserversorgung, die aus Flachbrunnen gespeist wird und erhebliche Keimzahlen, insbesondere coliforme Bakterien, aufweist.

Die Besuchergruppe aus Deutschland, die nach etwas mehr als zwei Wochen das Land wieder verließ, war überzeugt, dass die aus Deutschland gespendeten Finanzmittel sinnvoll eingesetzt werden. Sehr gerührt waren die Europäer, die derartige Ehren nicht gewohnt waren, über die jeweiligen Empfangsriten in den Missionsorten: Mit Blumengirlanden um den Hals durften sie an den Spalier stehenden Schülern, Mitarbeitern, Lehrern und Pastoren entlangschreiten und konnten deren festliche Präsentationen entgegennehmen. Das Gefühl, etwas ganz Besonderes zu sein, vergleichbar einem Vertreter der obersten Kaste, etwa als Brahmane gesehen zu werden, war oftmals schwer auszuhalten. Der jetzigen Reise sollen noch weitere folgen, da sowohl das Krankenhaus mit weiteren Ausrüstungsgegenständen versorgt als auch die Trinkwassergüte in den Einrichtungen durch den Einbau von Wasseraufbereitungsmodulen verbessert werden sollen.

© Schwäbische Zeitung 12.10.2017

Seit 30 Jahren gibt es "Hilfen im Alter": (von links) Hans Reichenzer, Joachim Schmucker, Thomas Münsch, Peter Schmogro und Peter Grundler blicken nicht nur in die Vergangenheit, sondern wollen ältere Menschen auch zukünftig unterstützen. Foto: Aylin Duran

Die Vi­si­on von der Le­bens­qua­li­tät bis ins hohe Al­ter
Seit 30 Jahren gibt es die "Hilfen im Alter" von Caritas und Diakonie in Biberach

Von Aylin Duran 12. Oktober 2017

Biberach - Bereits seit 30 Jahren gibt es die Dienste "Hilfen im Alter" von Caritas und Diakonie. Was waren rückblickend die Schwerpunkte der Entwicklung und was wird die Zukunft bringen? Im Alfons-Auer-Haus kamen fünf Mitglieder der Verbände bei einem Pressetermin auf eben diese Themen zu sprechen.

Fünf Männer, eine Vision: Thomas Münsch, Peter Grundler und Joachim Schmucker von der Caritas Biberach, sowie Peter Schmogro und Hans Reichenzer von der Diakonie träumen von Lebensqualität für alle - und das auch im vierten Lebensalter und bestenfalls bis hin zum Tod. "Pflege hat zwangsläufig auch etwas mit dem Sterben an sich zu tun, und das war schon immer ein äußerst schwieriges Thema", äußerte sich Thomas Münsch, der den Fachdienst "Hilfen im Alter" der Caritas Biberach-Saulgau leitet. Dass es für Pflegebedürftige und deren Angehörige trotzdem sehr wichtig ist, sich über ihre Gefühle austauschen zu können und mit Kummer und Angst nicht alleine bleiben zu müssen, das ist logisch und nachvollziehbar.

Gemeinsam mit den Senioren

Caritas und Diakonie hatten daher bereits 1989 den ersten Sterbebegleiterkreis in Biberach gegründet, weitere Hospizgruppen in Ochsenhausen und Laupheim folgten. "Es geht darum, diese Gruppen zu unterstützen und zu begleiten", so Münsch. Selbstverständlich unterstützen Caritas und Diakonie nicht nur die Trauernden: Auch Senioren und Pflegebedürftige profitieren von den großzügigen Angeboten beider Verbände. "Es geht nicht darum, etwas für die Senioren zu tun - vielmehr geht es darum, Dinge gemeinsam zu tun", sagte Peter Grundler. 1991 wurden derartige Programme erstmals umgesetzt, und die erste Freizeit für Pflegebedürftige und deren Angehörige entstand in Rot an der Rot.

In den vergangenen drei Jahrzehnten konnte einiges verändert und verbessert werden, trotzdem bleibt noch viel zu tun: "Wir müssen innovativ sein und immer beobachten, wie sich die Situation entwickelt. Nur so können wir auf Neues reagieren", sagt Grundler. Dass es in der Zukunft Pflegestützpunkte und gemeindliche Hilfsnetzwerke geben muss, darin sind die fünf Männer sich einig. Außerdem sind sie sich sicher: "Wenn der demografische Faktor zuschlägt, dann kann sich niemand mehr heraushalten. Die Menschen müssen mehr Eigeninitiative zeigen, zusätzlich zu hauptberuflichen Pflegekräften müssen auch die Kommunen pflegen. Wir brauchen Selbsthilfegruppen."

Gegenseitige Fürsorgepflicht


Ein gutes Beispiel dafür, wie die Gesellschaft im Idealfall mit ihren Mitgliedern umgehen sollte, ist eine sogenannte "Caring Community": Jeder trägt Sorge für den anderen, woraus sich eine gegenseitige Fürsorgepflicht ableite. Trotz zahlreicher Probleme, die eine dann überalterte Gesellschaft mit sich bringen wird, kommen Münsch, Grundler, Reichenzer, Schmogro und Schmucker auch auf die positiven Aspekte einer solchen Gesellschaft zu sprechen, wie beispielsweise die hohe Zahl aktiver alter Menschen. "Das Alter bringt neue Freiheit und Gelassenheit. Heutzutage gibt es die ersten 75-Jährigen, die keinen Krieg miterleben mussten. Unbeschwert alt werden zu können, ist ein großes Geschenk", sagte Diakoniepfarrer Schmogro. Um Senioren, Pflegebedürftige und deren Angehörige zu unterstützen, werden Caritas und Diakonie sich auch weiterhin um Verbesserungen und neue Hilfen bemühen.

© Schwäbische Zeitung 12.10.2017

Evan­ge­li­sche Ge­mein­de lädt ein zum Herbst-Ba­zar

Laupheim - Die Evangelische Kirchengemeinde Laupheim veranstaltet am Samstag, 14. Oktober, ihren Herbst-Bazar. Im Gemeindehaus, Schillerstraße 9, wird den Tag über wieder vielerlei geboten.

Der Bazar öffnet um 10 Uhr. Gegen 10.30 Uhr treten Kinder des Kindergartens "Arche Noah" mit ihrem fröhlichen Singen auf. Zum Mittagessen ab 12 Uhr sind Rouladen im Angebot. Für vegetarische Kost ist mit Spätzle und Pilzragout gesorgt.

Zur Kaffeezeit gibt es duftende Waffeln und am Kuchenbuffet eine große Auswahl an Torten, Kuchen und Kleingebäck. Gegen 15 Uhr sind die Bazar-Besucher zum gemeinsamen Singen eingeladen. Um die Vesperzeit herum serviert die Küche herzhafte Lutherische Würste oder reichhaltige Käseteller.

Die Marktstände des Gustav-Adolf-Frauenkreises und des Bastelkreises haben den ganzen Tag geöffnet. Herbstgestecke für den Garten oder für Gräber können günstig erworben werden. Der Büchertisch von Familie Kwasny mit seinem reichhaltigen Angebot ist ebenfalls aufgebaut. Einige der Kinderbibeln, die vergangene Woche bei der Ausstellung präsentiert wurden, können hier käuflich erworben werden. Insgesamt ist der Bazar eine gute Gelegenheit, Kontakte zu pflegen und einander kennenzulernen sagt Pfarrer Hermann Müller.

© Schwäbische Zeitung 11.10.2017

Foto: Helmut Lange

Got­tes­dienst zum Va­lence-Ju­bi­lä­um

Biberach - Die Französischen Wochen, die aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen Valence und Biberach stattfinden, wurden mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche gewürdigt. Zelebriert wurde er vom katholischen Pfarrer Paul Odoeme (Mitte; Biberach) und den evangelischen Zelebranten Pfarrerin Birgit Niedermeyer (Biberach) sowie Pfarrer Thiery Ziegler (Valence). Die Fürbitten sowie die Predigt wurden in Deutsch und Französisch gesprochen. Niedermeyer lenkte in ihren Gedanken den Fokus auf das Geschenk des guten Lebens, dessen wir uns bewusst werden sollen. Odoeme fokussierte seine Predigt auf die Frage, von wem wir kommen und wohin wir gehen und auf den Dank für die gute Ernte im weitesten Sinne. Die Ernte der gemeinsamen Jahre der Partnerschaft mit Valence sei auf menschlichen Anstrengungen zurückzuführen, komme aber, wie die Ernte der Früchte der Erde, in ihrem Ursprung von Gott.

© Schwäbische Zeitung 11.10.2017

Volle Kirche auf dem Mittelberg - Foto G. Brutscher

Öku­me­ni­scher Auf­takt­got­tes­dienst am Bi­schof-Sproll-Bil­dungs­zen­trum
"Ut unum sint" ist das Motto des Gottesdienstes für die Schüler - 900 Besucher lauschen den Predigten und der Musik

Rißegg - Rißegg - Zu Beginn des neuen Schuljahrs ist die Dreifaltigkeitskirche auf dem Mittelberg in Biberach traditionell voll besetzt. Die Schüler aller Schulen des Bischof-Sproll-Bildungszentrums (BSBZ) in Rißegg ab der achten Klasse füllen mit ihren Lehrern Bänke und Gänge und feiern miteinander Gottesdienst. Der Auftaktgottesdienst anlässlich des Reformationsjubiläums war erstmals ökumenisch. Mit Pfarrerin Birgit Niedermeyer und Pfarrvikar Paul Odoeme predigten nicht nur eine evangelische Pfarrerin und ein katholischer Pfarrer beim Gottesdienst, sondern auch eine Frau aus Deutschland und ein Mann aus Afrika.

In ihrer Ansprache gingen die beiden Theologen darauf ein, worauf es letztlich ankommt. "Ut unum sint", dass sie eins seien, so das Motto des Gottesdienstes, gilt für beide, nicht nur für die Christen unterschiedlicher Konfessionen, sondern eben auch für die Menschen insgesamt und die Schulgemeinschaft. Neben dem Thema der Einheit, des Zusammenhalts untereinander und letztlich der Liebe, wie es in der Bibel heißt, ging Pfarrerin Niedermeyer auch immer wieder auf das Geschenk der Bildung ein. Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Bischi-Bläser-Combo BBC unter Leitung von Niklas Sontheimer und dem das E-Piano spielenden Jörg Seethaler begleitet. Trotz der fast 900 Besucher herrschte fast immer eine konzentrierte Stille und Aufmerksamkeit.

© Schwäbische Zeitung 05.10.2017

Das Leitungsteam der Notfallseelsorge im Landkreis Biberach ist auf der Suche nach Ehrenamtlichen (von links): Helmut Sontheimer, Markus Lutz, Iris Espenlaub und Patricia Billwiller.

Das Leitungsteam der Notfallseelsorge im Landkreis Biberach ist auf der Suche nach Ehrenamtlichen (von links): Helmut Sontheimer, Markus Lutz, Iris Espenlaub und Patricia Billwiller. Foto: Tanja Bosch

Be­glei­ter in schwe­ren Stun­denNotfallseelsorge im Landkreis Biberach besteht inzwischen seit 15 Jahren

Von Tanja Bosch
  
Biberach - Die Notfallseelsorge im Landkreis Biberach feiert in diesem Jahr ihr 15-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wird es am Freitag, 6. Oktober, einen ökumenischen Gottesdienst mit Feierstunde in der Kirche St. Josef in Birkendorf geben. Beginn ist um 18 Uhr. Zusätzlich beginnt im November die Ausbildung neuer Notfallseelsorger. "Wir sind dringend auf der Suche nach neuen Ehrenamtlichen", sagt Iris Espenlaub, Leiterin der Notfallseelsorge. "Aktuell sind wir 41 Aktive, für den ganzen Landkreis ist das allerdings zu wenig."

Am 13. Oktober findet deshalb ein Informationsabend in Biberach statt.
"Die Notfallseelsorge ist ein Bereich, der manchmal Ängste weckt", sagt Iris Espenlaub. "Das erleben wir nicht so. Denn schließlich begleiten wir Menschen mitten im Leben, bei denen es ums Überleben und das Weiterleben geht." Es seien sehr intensive Begegnungen von Mensch zu Mensch "und das macht die Arbeit so besonders".
Doch wie sieht die Arbeit der Notfallseelsorger eigentlich aus? "Wir werden hauptsächlich bei plötzlichen Todesfällen, Unfällen, Suiziden und Bränden gerufen", so die Leiterin. "Wir sind oft die Überbringer von Todesnachrichten an die Familie. Wir leisten Erste Hilfe für die Seele." Was der 44-Jährigen aus Ochsenhausen dabei ganz wichtig ist: "Wir sind ein kostenloses Hilfsangebot. Jeder kann die Hilfe annehmen, muss es aber nicht."

Die Notfallseelsorge im Landkreis Biberach gibt es erst seit 15 Jahren. "Andere Landkreise hatten das Angebot schon länger, in Biberach mussten wir echt dafür kämpfen", sagt Polizist und Notfallseelsorger Helmut Sontheimer, der von Anfang an dabei ist. "Wir haben damals auch bundesweit für Aufsehen gesorgt, weil wir die erste Notfallseelsorge waren, die keine Geistlichkeit im Team hatte, wir haben mit sogenannten Peers gearbeitet." Überwiegend seien das ältere Hausfrauen gewesen. "Es hat super funktioniert", erinnert sich Sontheimer. Nach einer "Schmalspurausbildung", wie er die damalige Ausbildung bezeichnet, sei die Notfallseelsorge im Kreis Biberach 2002 an den Start gegangen.
Für die Polizei, Feuerwehr und andere Hilfsorganisationen, die meist als erstes vor Ort sind, ist die Notfallseelsorge zu einer unersetzlichen Institution geworden. "Wenn ich als Polizist oder andere Kollegen früher Todesnachrichten überbringen mussten, dann fehlte einem eigentlich die Zeit dafür", sagt Sontheimer. "Man kann aber schließlich nicht hingehen und die Menschen dann sofort allein lassen." Doch der nächste Einsatz warte bereits. "Viele sind auch einfach mit dieser Situation überfordert und wissen nicht, was sie sagen sollen." Deshalb ist es gut, dass sich professionell ausgebildete Notfallseelsorger um die Menschen kümmern, die gerade jemanden verloren haben.
"Es geht einfach darum, da zu sein, die Menschen nicht alleine zu lassen und auf ihre persönlichen Bedürfnisse einzugehen", sagt Pfarrer und Notfallseelsorger Markus Lutz aus Bad Buchau. "Jeder Mensch reagiert bei einem Unglücksfall oder in einer Krisensituation anders. Viele weinen, manche schreien und andere werden aggressiv." Doch damit können die Notfallseelsorger umgehen.

Gegenseitiger Austausch ist wichtig

"Es sind auch ganz besondere Begegnungen, die man hat", sagt Notfallseelsorgerin Patricia Billwiller, die seit vier Jahren dabei ist. "Aber manchmal ist es schon schwer, das Erlebte abzuschließen. Ich denke schon noch an den einen oder anderen Menschen, den ich in solchen Krisensituationen getroffen und erlebt habe." Deshalb gebe es auch Supervision und den Austausch untereinander: "Das ist wichtig und bringt sehr viel", sagt Patricia Billwiller. Für sie ist die Notfallseelsorge ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens geworden: "Es ist ein Geschenk, so nah an den Menschen zu sein und helfen zu können."

Die neue Ausbildung für Ehrenamtliche der Notfallseelsorge beginnt Mitte November. Ein Informationsabend zur Ausbildung findet am Freitag, 13. Oktober, ab 18.30 Uhr im Alfons-Auer-Haus in Biberach statt.
Weitere Infos über die Notfallseelsorge gibt es unter Telefon 07352/9223997,
per E-Mail an notfallseelsorgebc@drs.de oder im Internet unter
www.notfallseelsorge-bc.de

© Schwäbische Zeitung 04.10.2017

Reich geschmückt mit Erntegaben war am Sonntag die Wainer Michaelskirche. FOTO: MANUEL MUSSOTTER

Für die Ern­te dan­ken - und das Tei­len nicht ver­ges­sen

Beim Festgottesdienst in Wain erinnert Pfarrer Eyrich an die Menschen, die nicht im Überfluss leben

Wain - Am ersten Oktobersonntag ist in der Wainer Michaelskirche das Erntedankfest gefeiert worden. Es wurde vom Kindergarten Paulinenpflege, vom Posaunenchor und einigen Dekorateuren mitgestaltet.

"Einfach spitze, dass du da bist"
- zu der Melodie dieses Kinderlieds, fetzig vorgetragen vom Posaunenchor, durften die Kindergartenkinder mit ihren Erzieherinnen zu Beginn des Erntedankgottesdienstes in die Michaelskirche einziehen. Platz nehmen durfte die Kinderschar im Chorraum, denn die Jüngsten waren die Hauptakteure des Festgottesdienstes. Sie legten nicht nur liebevoll dekorierte Erntedankkörbe am Altar nieder, sondern bereicherten den Gottesdienst auch mit fröhlichen Liedern, in denen es um die Liebe Gottes ging. Desweiteren erzählten die Kinder der großen Gemeinde eine Geschichte aus der Perspektive eines Apfels. Darin unterhalten sich ein Apfelbaum, die Apfelblüten, die Sonne, der Regen und der Wind. Nur mit der Hilfe des lieben Gottes kann ein schöner, roter Apfel entstehen und wachsen.

Die Michaelskirche war an diesem Sonntagmorgen besonders festlich geschmückt. Nicht nur im Chorraum waren die herrlichen Erntegaben zu bewundern, überall im Gotteshaus waren sie arrangiert. Jedoch stellte der aufmerksame Besucher fest, dass die Nordseite der Kirche mit verdorrten und verwelkten Materialien geschmückt war.

Diese Symbolik erklärte Pfarrer Ernst Eyrich der Gemeinde: Es sei zum einen wichtig, Gott um Wachstum und Gedeihen zu bitten und dann auch dafür zu danken. Aber genauso wichtig sei das Teilen. Eyrich machte in seiner Predigt deutlich, dass es auf der Welt eine große Zahl von Menschen gibt, die nicht satt werden, weil die Nahrungsmittel nicht gerecht geteilt würden. Durch die karge, dürre Dekoration auf der einen Seite und die reiche, farbenfrohe auf der anderen wurde dieser Aspekt hervorgehoben.

In diesem Sinn lässt die Wainer Kirchengemeinde die Erntegaben dem Tafelladen in Laupheim zukommen. Dort können Menschen, die aus den verschiedensten Gründen nicht viel Geld zur Verfügung haben, vergünstigt einkaufen.

Nach dem Segen und dem fröhlichen Auszug der Kindergartenkinder aus der Kirche konnten sich die Gottesdienstbesucher noch auf einen Ständerling im Gemeindehaus treffen, bei Kaffee und Kuchen.

© Schwäbische Zeitung 04.10.2017

500 Jahre Reformation: 1517 veröffentlichte Martin Luther seine Thesen. FOTO: PETER ENDIG/DPA

Ge­mein­sam fei­ern und be­sin­nen

500 Jahre Reformation: Ökumenische Veranstaltungsreihe in Warthausen

Warthausen -
Gemeinsam für ein großes Jubiläumsjahr: Die katholische und die evangelische Kirche in Warthausen haben zum Reformationsjahr eine Veranstaltungsreihe geplant. Die Veranstaltungen beginnen am Dienstag, 17. Oktober, und enden am Dienstag, 31. Oktober, mit einer gemeinsamen Feier des Reformationsfestes. Unter das Motto "Damals, heute, gemeinsam" haben die Kirchen das Programm gestellt.

Dass es nur gemeinsam gehen kann, stand für den evangelischen Pfarrer Hans-Dieter Bosch aus Warthausen außer Frage. Er lobt die gute Zusammenarbeit bei den Vorbereitungen und der Umsetzung der Veranstaltungsreihe. "Es ist nicht ganz selbstverständlich, wie unkompliziert wir mit der katholischen Kirche in Warthausen und Bürgermeister Wolfgang Jautz zusammenarbeiten konnten." Dabei sei für ihn von Beginn an klar gewesen, dass die Reformationsfeier keine rein evangelische Veranstaltung sein könne. "Wir wollten das Luther-Jubiläum nicht als separate oder isolierte Gedenkfeier sehen, sondern von Beginn an als ökumenische Chance begreifen", sagt Bosch. Wichtig sei, zu begreifen, dass Martin Luther die Kirche nicht spalten, sondern lediglich reformieren wollte.

Das will Bosch auch in seinem Vortrag zum Thema "500 Jahre Reformation: Musste sich die Kirche damals spalten?" vertiefen. Der Vortrag findet statt am Dienstag, 17. Oktober, um 19.30 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum, Martin-Luther-Straße 6.

Eine Woche später referiert Margret Schäfer-Krebs, Fachreferentin des Bischöflichen Ordinariats Rottenburg, zum Thema "500 Jahre Reformation - 50 Jahre Ökumene", ab 19.30 Uhr im katholischen Gemeindehaus, Heggelinstraße 7. Im Anschluss zeigt Kirchenarchivar Josef Wekenmann wichtige Erkenntnisse zur Historie der Kirchen in Warthausen seit 1803.

Höhepunkt der Veranstaltungsreihe ist die gemeinsame Feier des Reformationsfestes, am Dienstag, 31. Oktober. Beginn ist um 11 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in St. Johannes Evangelist. "Das schönste ist, dass wir unseren evangelischen Gottesdienst in einer katholischen Kirche feiern dürfen", schwärmt Pfarrer Bosch. Nach dem Gottesdienst werden in der Turn- und Festhalle Warthausen für die gesamte Gemeinde Mittagessen, Musik und ein Unterhaltungsprogramm angeboten.

Bosch hofft, dass möglichst viele Besucher zu den Veranstaltungen kommen. Er rechnet mit 200 bis 300 Besucher. Schließlich sei die 500-Jahr-Feier der Reformation schon ein "ganz besonderes Ereignis" und ein Tag, an dem auch eine "gemeinsame Tradition" der Kirchen zum Ausdruck komme, von der katholischen wie der protestantischen Kirche, betont er.