© Schwäbische Zeitung 28.09.2017

Interessierte Bürger begutachten die neuen Fliesen, die künftig den Boden der Stadtpfarrkirche zieren. FOTO: DIETMAR PATENT

Stadt­pfarr­kir­che be­kommt Na­tur­stein­flie­sen

Weißwurst-Frühstück kommt gut an - 3000 Euro kommen für die Sanierung zusammen

Biberach - In der Biberacher Stadtpfarrkirche wird es konkret: Momentan werden die neuen Fußboden-Platten angeliefert. Sie kommen aus einem Steinbruch im bayerischen Dietfurt, von dem sich Mitglieder der Bauhütte, des Gemeinde- und Stiftungsrates Ende August bei einem Werksbesuch einen eigenen Eindruck machen konnten.

Der Förderverein Bauhütte Simultaneum und die Bürgerstiftung Biberach nahmen diese Lieferung nun zum Anlass, gemeinsam ein bayerisches Frühstück auszurichten. Bei schönstem Wetter konnten sie viele Besucher begrüßen - erst zum ökumenischen Gottesdienst in der Kirche, danach zur deftigen Weißwurst im Gemeindehaus St. Martin. Bei schwungvollen Tönen der Mettenberger Musikkapelle kamen Jung und Alt miteinander ins Gespräch und ließen sich auch das bayerische Bier sowie Kaffee und Kuchen schmecken. Die Freude über die gute Resonanz der Veranstaltung, deren Erlös vollständig in die Sanierung der Kirche fließt, konnte man Hans Beck, Vorsitzender des Fördervereins, und Gisela Eggensberger, Vorsitzende der Bürgerstiftung, deutlich anmerken.

"Den Erlös werden wir vonseiten der Bürgerstiftung auf 3000 Euro aufstocken", so Eggensberger. "Die Stadtpfarrkirche gehört zu den Symbolen Biberachs und wir unterstützen hier gerne. Dieses zentrale Bauwerk mitten in der Altstadt, das darüber hinaus auch noch das älteste in dieser Art genutzte Simultaneum Deutschlands ist, muss unbedingt erhalten werden." Hans Beck, der zu den Initiatoren des Fördervereins Bauhütte Simultaneum gehört und sich seit Jahren für die Akquise von Partnern und Spendern engagiert, kann dem nur zustimmen. "Die Renovierung der Kirche hatte einen enormen Vorlauf. Neben genügend Budget braucht dieser Prozess auch sehr viel Fachwissen und Feingefühl, denn hier geht es um eine Großbaustelle in einem denkmalgeschützten Raum mit vielen sakralen Gegenständen. Die Temperierung, die nun eingebaut wird, ist jedoch überlebenswichtig für das Gebäude - und macht nicht zuletzt den vielen Besuchern einen Aufenthalt in der Kirche deutlich angenehmer."

Großes Interesse gab es beim Angebot, während der Baustellen-Führung einen Blick auf die neuen Natursteinfliesen zu werfen. Spannend waren die getroffenen Überlegungen und das gewählte Design der Fliesen. Der durch unterschiedlichen Schliff auf den Platten erreichte Farbkontrast nimmt in der Verlegung die Wirkung des alten Belags auf. Die Idee und die Umsetzung des Schliffs ist einzigartig, konnten die Architekten Siegfried Locher und Rolf Gurland berichten.

© Schwäbische Zeitung 27.09.2017

Martin Luther ist Thema der ökumenischen Kinderbibeltage im Oktober. FOTO: PRIVAT

Mar­tin Lu­ther steht im Mit­tel­punkt des Ge­sche­hens

Im Zwick-Haus sind von 13. bis 15. die ökumenischen Kinderbibeltage

Riedlingen - Lange erwartet und dann endlich wieder da: Vom 13. bis 15. Oktober finden die Ökumenischen Kinderbibeltage im Johannes-Zwick-Haus in Riedlingen statt. Das Organisationsteam um Pfarrerin Cornelia Schmutz hat alles vorbereitet und freut sich auf ein Wochenende mit Kindern der ersten bis sechsten Klassen.

Passend zum Reformationsjahr steht "Martin Luther" im Mittelpunkt des Geschehens. Wer Martin Luther war, wie er aufgewachsen ist, wie sein Wirken in der Kirche und um die Reformation begann, wird den Kindern in einem Rollenspiel, das die ehrenamtlichen Mitarbeiter einstudiert haben, vorgestellt.

Mit Gruppenarbeit und Spielen im Freien, mit gemeinsamem Singen und Basteln wird das Thema in Kleingruppen altersgerecht aufgearbeitet.

Ob beim Ökumenischen Abschlussgottesdienst am Sonntag neue Thesen an die Kirchentür angeschlagen werden, wird sich zeigen. Wer Lust hat, mit Martin Luther auf Entdeckertour zu gehen und dabei von ihm über Mut und die Kraft Gottes zu lernen, kann sich bis zum 6. Oktober beim evangelischen Pfarramt Riedlingen anmelden, Telefon 07371/2567. Anmeldezettel werden außerdem im Religionsunterricht verteilt und liegen in den Kirchen aus.

© Schwäbische Zeitung 27.09.2017

Landesbischof Frank Otfried July signierte die Bibeln der Kirchdorfer Konfirmanden. FOTO: PRIVAT

Kon­fir­man­den tref­fen Lan­des­bi­schof

Kirchdorfer Konfirmanden sind beim Reformationsfestival in Stuttgart dabei

Kirchdorf - 20 000 Menschen haben das Reformationsfestival in Stuttgart gefeiert. Mittendrin waren auch 25 Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde Kirchdorf mit ihrer Pfarrerin Ulrike Ebisch. Sie waren wie viele andere junge Menschen aus der württembergischen Landeskirche zum zentralen Fest der Landeskirche zu 500 Jahren Reformation angereist. Zwei Tage lang wurde auf dem Stuttgarter Schlossplatz gefeiert. Höhepunkt für die Kirchdorfer: Vom Landesbischof persönlich haben sie ihre signierte Bibel überreicht bekommen.

Die Bibel, ein altes, verstaubtes Buch? Keineswegs, finden Landesbischof Frank Otfried July, Pfarrer Cornelius Kuttler, Leiter des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg, und die beiden Jugendreferentinnen Franziska Goller und Ibtissame Maull. Sie hatten sich auf der Bühne neben dem Schloss versammelt, um mit Konfirmanden darüber zu sprechen. Nach einer Interviewrunde durften die Konfirmanden ran: beim "Dialogischen Bibellesen".

Dazu werden Karten ausgeteilt, auf denen ein Bibeltext steht - in diesem Fall die Geschichte des Zöllners Zachäus, der gerne Jesus sehen wollte, sich dazu aber auf einem Baum versteckt hat. Zu dem Text wurden vier verschiedene Fragen gestellt: 1. "Was lerne ich über Jesus?", 2. "Was lerne ich über Menschen?", 3. "Was löst der Text in mir aus?" und 4. "Das möchte ich in dieser Woche konkret umsetzen". Damit sich auch alle beteiligen konnten, wurde ein Würfel hin und her geworfen, in dem ein Mikro verbaut war. So konnte jeder seine Sicht auf den Text loswerden, der den Würfel gefangen hatte.

Für die Kirchdorfer und zwei weitere Konfirmandengruppen kam das Highlight aber erst nach dem gemeinsamen Bibellesen: Der Landesbischof überreichte ihnen ihre Bibel und signierte sie mit Segenswünschen.

© Schwäbische Zeitung 14.09.2017

Kaum wiederzuerkennen: die Biberacher Stadtpfarrkirche. Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren. Foto: Frank Mosthof

Stadt­pfarr­kir­che be­kommt neue Flie­sen
Zu einem bayerischen Weißwurst-Frühstück lädt die Bauhütte am Sonntag ein


Biberach - Wer sich in den letzten Wochen durch die Gucklöcher in der Stadtpfarrkirche einen Eindruck ihrer Renovierung gemacht hat, der weiß: Auf dieser Baustelle geht es gut voran. Nun steht die Anlieferung der neuen Fußbodenplatten an, die aus Bayern kommen. Die Anlieferung der Platten sehen die Bauhütte Simultaneum und die Bürgerstiftung Biberach nun als guten Grund, alle Interessierten am Sonntag, 17. September, zu einem bayerischen Weißwurst-Frühstück samt zünftiger Musik einzuladen.

Beginn ist um 11 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche. Im Anschluss findet ab 12 Uhr ein deftiges Frühstück auf dem Kirchplatz statt, musikalisch umrahmt von der Musikkapelle Mettenberg. Hier gibt es reichlich Gelegenheit, den neuen Fußbodenbelag des Simultaneums anzuschauen und sich über alles rund um Werkstoff, Gewinnung, Produktion und Design zu informieren. Und wer sich die Baustelle einmal im Detail von Pfarrern und Architekten zeigen lassen möchte, ist ab 13 Uhr zu einer Führung eingeladen.

Am 20. September um 19 Uhr wird außerdem die nächste Mitgliederversammlung stattfinden. Im Gemeindehaus St. Martin wird es dann um den Stand der Dinge, die Entwicklung der Einnahmen und die Verwendung der Mittel gehen. Und um der Theorie genügend Praxis folgen zu lassen, werden die Architekten der ARGE, Siegfried Locher und Rolf Gurland, durch die Baustelle führen.

© Schwäbische Zeitung 12.09.2017

Ralf Klotz begeistert mit Knecht-Werken an der Jann-Orgel. Foto: privat

Or­gel­kon­zert be­geis­tert Be­su­cher
Kantor Ralf Klotz spielt Werke von Knecht in der Dreifaltigkeitskirche


Biberach - Innerhalb der Konzertreihe "200 Jahre Knecht" hat Kantor Ralf Klotz in der Dreifaltigkeitskirche mit Orgelwerken von Justin Heinrich Knecht die Besucher begeistert. Knecht (1752-1817) war seiner Zeit über den süddeutschen Raum hinaus wegen seiner außerordentlich zahlreicher Menge an komponierter Orgelmusik bekannt.

Neben seinem Können als Komponist wurde auch sein Improvisationstalent von seinen Zeitgenossen gerühmt. In den ausgewählten Musikstücken beeindruckte daher die stilistische Vielseitigkeit des musikalischen Schaffens von Knecht. Diese Vielseitigkeit zeigte sich gleich im ersten Programmpunkt - Capriccio, Fantasie, Toccata und Romanze. Heiter und tänzerisch mit wechselndem Forte und Piano folgten die kurzen Handstücke gefolgt von zwei Nachspielen und einem Vorspiel mit teilweise rasanten Tempi.

Ein musikalischer Block war dem Choralkomponisten Knecht gewidmet: "Allein Gott in der Höh sei Ehr" und "Nun lasst uns Gott, dem Herren Dank sagen". Beide Choräle wurden aus dem "Württembergischen Choralbuch, Zweiter Teil" aus dem Jahr 1816 entnommen und bei dem Konzert wieder aufgeführt. Der Choralblock wurde mit dem bekannten Choral "Nun danket alle Gott" abgeschlossen. Klangschön und eindrucksvoll die sich anschließende Fuge über den Namen B-A-C-H. In der "Hommage à Knecht" waren Improvisationen von Ralf Klotz zum Knecht-Choral "Womit soll ich dich wohl loben - Forte und Piano" sowie "Pastorale für zwei Manuale zur Abwechslung der Forte und Piano" zu hören, beides Uraufführungen. Forte und Piano waren wunderbar herausgespielt und die Pastorale erklang leicht und tänzerisch mit ländlichem Charme.

Ein Höhepunkt des Orgelkonzerts war Knechts "Die Auferstehung Jesu, ein Tongemälde für Orgel" von 1784 mit den Sequenzen: "Die schauerliche Stille des Grabes", "Das allmähliche Verschwinden der Morgendämmerung", "Das Beben der Erde", "Das Herabfahren eines Engels vom Himmel", "Das Emporsteigen Jesu aus dem Grab", "Das Zurückstürzen der römischen Soldaten" und "Der Triumphgesang der Engel" mit Sprecher Michael Pfeiffer. Beginnend mit mystischen Klängen bei der "Schauerlichen Stille", Piano und Forte begleiten "Das Verschwinden der Morgendämmerung", "Die Erde bebt" unter den gewaltigen Klängen der Orgel und nach dem "Herabfahren der Engel" erklingt die Orgel zum "Emporsteigen Jesu" zuerst erdig tief, um dann immer heller das Emporsteigen musikalisch zu begleiten. Nach dem heftigen "Zurückstürzen der Soldaten" erklingt der "Triumphgesang der Engel", leicht, heiter und triumphierend.

Die von Ralf Klotz ausgewählte und in die Rubriken "Galanter Stil", "Kontrapunktik", "Programmmusik", "Formenvielfalt" und "Choralkompositionen" zugewiesene Musik überzeugte die Zuhörer, dass Knecht gerade auch als Orgelkomponist in seiner Zeit Einzigartiges und Abwechslungsreiches geschaffen hat. Mit viel Beifall honorierten die Besucher dieses besondere Konzert.

© Schwäbische Zeitung 08.09.2017

Zehn Jahre gibt es das Kidscamp in der Dobelmühle bereits. Foto: privat

Beim Ki­ds­camp in der Do­bel­müh­le steht al­les Kopf

Evangelisches Jugendwerk Biberach feierte in diesem Jahr 10 Jahre Kidscamp


Biberach - Das evangelische Jugendwerk Biberach hat auch in diesem Jahr wieder das Kidscamp in der Dobelmühle bei Aulendorf veranstaltet. 194 Kinder und Jugendliche - so viele Teilnehmer wie noch nie - stellten die Mühle buchstäblich auf den Kopf. Bereits zum zehnten Mal durften die Kids eine Woche voller Spaß, spannenden Abenteuern und tollen Überraschungen auf dem Gelände der Dobelmühle erleben.

Inspiriert vom Kinderfilm "Alles steht Kopf" waren Gefühle ein großes Thema. Ausführlich wurden die fünf Emotionen Freude, Kummer, Angst, Wut und Ekel besprochen und auch in der Verkündigung aufgegriffen. Die älteren Teilnehmer zwischen 13 und 15 Jahren durften bereits am Samstag anreisen und sich auf der Beachparty vergnügen. Während am Montag dann auch die Kleineren von neun bis zwölf Jahren dazukamen, erforschten die "Großen" bereits die Wiesen beim Stratego-Spiel.

Mit allen Teilnehmenden und 42 Mitarbeitern konnte nun das Kidscamp so richtig losgehen. Bei "Radio Mühle - Eins gehört gemühlt - Mehl" riefen die verschiedensten Beiträge einen Lacher nach dem anderen hervor. Selbst einige Eltern der Teilnehmer hatten einen kleinen Gastauftritt.

Am Dienstag ging es weiter mit einem Stationenlauf zum Thema Gefühle-Inseln, bei dem die Kinder frei zwischen verschiedenen Spielen wählen konnten. Nachmittags maßen sich die Jüngeren im Sportturnier um den Titel des besten Zeltes der Dobelmühle, währenddessen brachen die Älteren vom Kidscamp Plus zu ihrer großen Wanderung auf. In einer Schnitzeljagd ging es für die Zeltgruppen über Blönried und Altshausen nach Ebersbach, wo sich alle zum gemeinsamen Essen wieder trafen und dort unter freiem Himmel übernachteten.

Auch die Kids hatten unterdessen einiges erlebt: Ein Nachtgeländespiel und das "Wirrwarr-Spiel", bei dem die Gefühle ausbüxten und zurückgebracht werden mussten, hielten alle auf Trab. Nachdem auch die Großen wieder angekommen waren, luden verschiedene Workshops zum Basteln und Mitspielen ein. Abends wurde der namensgebende Film gezeigt und das Kidscamp Plus feierte eine Jesus-Night.

Am Donnerstag war es mit dem Sonnenschein vorbei. Das Geländespiel "Pokemon Go" wurde teilweise mit spontanem Programm im Zirkuszelt überbrückt, die freien Angebote nachmittags fanden großteils überdacht statt. Nichtsdestotrotz blieb die gute Laune ungebrochen, und beim Abschlussabend unter dem Motto "Zehn Jahre Kidscamp" mit Party bebte das Zirkuszelt noch einmal so richtig.

Freitags war dann leider schon Aufbruchsstimmung angesagt - das große Aufräumen wurde trotz Regen gut über die Bühne gebracht, und Kinder und Eltern feierten gemeinsam den Abschlussgottesdienst, für den eigens die Kidscamp-Gründerinnen angereist waren.

Einen kleinen Einblick in das Campleben und auf das Gelände kann man am Sonntag, 10. September, erhalten: Die Dobelmühle öffnet ihre Türen für Klein und Groß. Start ist um 11 Uhr mit einem Familiengottesdienst, ab 12.30 Uhr gibt es einen kulinarischen Markt.