© Schwäbische Zeitung 27.03.2018

Die Kinder zeigen ihren Eltern, wo man in den renovierten Räumen am besten spielen kann. Foto: Leo Suchan

 

Wenn alle ein­fach zu­sam­men­ar­bei­ten
Wiedereröffnung des evangelischen Kindergartens mit Reden, Gesang und einem gereimten Vortrag

Von Leo Suchan 27. März 2018

Riedlingen - - Es gibt so viele Dinge im Leben, die schief gehen können. Oft sucht man den Fehler bei anderen, wenn Fortuna sich abgewandt zu haben scheint. Doch was ist, wenn alles klappt; wenn es Menschen gibt, die alle Hindernisse auf dem steinigen Weg beiseite schieben? Dann kann man einfach nur noch Danke sagen. Einen solchen Fall stellte die Rundumsanierung des evangelischen Kindergartens dar, deren Abschluss am Freitagnachmittag gefeiert wurde.

Der Dankesreden ersten Akt eröffnete die evangelische Pfarrerin Anne Mielitz. Sie lobte die Kooperation mit der Stadt Riedlingen, die mit 70 Prozent der Kosten in "nicht unerheblichem Maße finanziell beteiligt" gewesen war, und hob die gemeinsame Planung im Vorfeld der fünfmonatigen Renovierung hervor. Weiterhin dankte Mielitz dem Schreiner Heinz Justus und dem Bauunternehmer Christoph Barth, welche für den Kindergarten mit ihren Mitarbeitern "so manche Schicht außerhalb der normalen Dienstzeiten" eingelegt hätten.

Besonders betonte Mielitz die Zusammenarbeit mit Architekt Hans-Peter Klingler, der auch schon 2011 den Neubau der Kinderkrippe vorgenommen hatte. "Seit einem Jahr war er dann richtig dran", meinte Mielitz schmunzelnd: "Wirklich, alle Achtung!" Klingler revanchierte sich in seiner Ansprache, die er gereimt vortrug. So erfuhren die Anwesenden von der Situation vor der Renovierung: "Die Funzeln geben kaum noch Licht, man sähe fast die Kinder nicht!" Von den Toiletten über die Decke bis zu den Blumenbeeten wurden alle Arbeiten von Klinglers Rede poetisch elegant touchiert - ganz anders als das Heizungsrohr, das bei der Renovierung beschädigt wurde. Doch mit Einsatz und Tatkraft vor allem von den beteiligten Handwerkern konnte auch dieses Hindernis in bester Kooperation beseitigt werden. Der Architekt beendete seine kleine Ansprache mit einem "Scheck für einen guten Zweck", den er Kindergartenleiterin Heike Berron überreichte.

Im Gegenzug wurde Klingler von Berron einen symbolischen goldenen Schlüssel als Dank für sein jahrelanges Engagement für den evangelischen Kindergarten überreicht. Berron dankte außerdem allen am Umzug und an der Renovierung Beteiligten und lobte die Hilfe vieler Eltern (die SZ berichtete). Sie berichtete von vielen Neuerungen, die der Kindergarten nun erhalten habe und drückte besonderen Dank den Erzieherinnen aus, die die ganze Aktion mitgetragen haben. Zwischen den Reden trugen die Kinder ein Lied über den neuen und sanierten Kindergarten vor: "Wer will fleißige Handwerker sehen, der muss zu uns in den Kindi gehen."

Auch Bürgermeister Marcus Schafft lobte in einer Ansprache die Kooperation zwischen Kindergarten, Kirche und Stadt frei nach dem afrikanischen Sprichwort: "Es braucht ein ganzes Dorf, um Kinder zu erziehen." Besonders betonte Schafft die verringerte Schallbelastung durch die neue Lärmschutzdecke. Wie diese und die anderen Neuerungen das vierzig Jahre alte Gebäude verändert haben, konnte man auf einer Leinwand bestaunen, über die Fotos der Räume vor, während und nach der Sanierung liefen.

Im Anschluss an die Festreden erhielt auch die Öffentlichkeit Zugang zum Kindergarten. Viele Kinder nahmen die Gelegenheit wahr, um ihren Eltern die renovierten Räumlichkeiten zu zeigen. Die Eltern zeigten sich begeistert: "Alles ist sehr gut und schön geworden", meinte etwa Katharina Walz aus Riedlingen, deren Tochter den Kindergarten besucht. Es ist letztlich Kindergartenleiterin Heike Berron, die diesen Nachmittag auf den Punkt brachte: "Freuen Sie sich mit uns, denn wir freuen uns sehr."



© Schwäbische Zeitung 22.03.2018

Auch der zentrale Raum des Kindergartens erstrahlt in neuem Glanz und wird von den Kindern begeistert bespielt. Foto: Leo Suchan


Zu­rück in neu­en al­ten Räu­men
Der evangelische Kindergarten wurde grundlegend saniert - Eltern halfen beim Umzug mit


Von Leo Suchan 22. März 2018


Riedlingen - - Gong! Ein lauter, wohlklingender Ton durchzieht den evangelischen Kindergarten. Die gut zwei Dutzend Kinder legen ihre Spielsachen beiseite und versammeln sich zum Morgenkreis in der Mitte des großen Raumes. Der Alltag ist wieder eingekehrt, nachdem der Kindergarten fünf Monate lang saniert wurde. "Wir sind dankbar, dass alles geklappt hat", meint Kindergartenleiterin Heike Berron erleichtert.

Vieles hat sich verändert in diesen fünf Monaten, nachdem die Kinder im August in zwei Räume im Riedlinger Kindergarten Regenbogen umgezogen waren. Die Wasserleitungen wurden teilweise neu verlegt, die Sanitäranlagen komplett renoviert, die Lichter und Lampen erneuert, die Wände gestrichen und der Bodenbelag ausgetauscht. Eine für die Erzieherinnen besonders wichtige Veränderung ist deutlich hörbar: In allen Räumen wurden Lärmschutzdecken angebracht, um den Geräuschpegel der vielen spielenden Kinder zu senken. "Es hallt nicht mehr so", bemerkt die evangelische Pfarrerin Anne Mielitz.

"Wir freuen uns sehr und sind stolz darauf", sagt Mielitz über die weitestgehend reibungslose Grundsanierung des Kindergartens. Sie und Heike Berron danken vor allem dem Kindergarten Regenbogen, in dem die Kinder während der Renovierungsarbeiten bleiben konnten. Besonders die damalige Hauptamtsleiterin Anita Missel und die ehemalige Gesamtkindergartenleiterin Elisabeth Sailer hätten für eine unkomplizierte Lösung gesorgt. Denn die Alternative, den Kindergarten in Containern weiter zu betreiben, stieß verständlicherweise auf weniger Enthusiasmus bei allen Beteiligten. Aufgrund rechtlicher Bedenken war auch das Gemeindehaus als vorübergehende Heimat des Kindergartens ausgeschieden.

Trotz zweier unerwarteter Verzögerungen wurde der Zeitplan eingehalten, sodass der Kindergarten wie vorgesehen Ende Januar wieder in die renovierten Räumlichkeiten umziehen konnte. "Die Handwerker waren ganz klasse", meint Heike Berron. Sie lobt auch die Zusammenarbeit mit dem Architekten Hans-Peter Klingler, durch den erst ein zügiger Ablauf der Sanierungsarbeiten möglich wurde. Die endgültige Kostenabrechnung sei zwar noch nicht fertig, sie bleibe aber wohl im Rahmen von 320 000 Euro, erklärt Pfarrerin Anne Mielitz.

Eröffnung am Freitag

Trotzdem: Ohne die tatkräftige Hilfe der Eltern wäre der Umzug niemals so schnell und gut verlaufen, betont Heike Berron. Mütter und Väter der Kinder halfen beim Auszug im August genauso wie beim Einzug im Januar und stellten auch Autos und Anhänger zur Verfügung. Innerhalb weniger Stunden waren Möbel, Spielsachen und sonstige große und kleine Dinge an ihren angestammten Plätzen. "Ich bin dankbar für so eine tolle Zusammenarbeit. Es ist wirklich genial", meint Kindergartenleiterin Berron. Auch das Verständnis von Elternseite für die grundlegende Sanierung sei überwältigend gewesen. "Die haben das richtig gut mitgetragen."

Am Freitag werde es eine kurze Einweihung des sanierten Gebäudes geben, so Berron. Nach einem offiziellen Teil im kleinen Rahmen wird der Kindergarten von 16 bis 18 Uhr zur Besichtigung für die Allgemeinheit geöffnet sein. Dann können zum Beispiel auch ehemalige Kindergartenkinder und deren Eltern sehen, wie sich das 1974 eingeweihte Gebäude zum ersten Mal seit 40 Jahren grundlegend verändert hat.

© Schwäbische Zeitung 20.03.2018

Foto: Manuel Mussotter

Ju­gend­li­che be­ken­nen sich zum christ­li­chen Glau­ben

Wain - Elf junge Menschen haben am Sonntag ihre Konfirmation in der Wainer Michaelskirche gefeiert. Unter dem Motto "Wasser des Lebens" segnete Pfarrer Ernst Eyrich die neun Mädchen und zwei Jungen ein. Passend zum Thema war die Kirche geschmückt. Das Dekoteam hatte vor dem Taufstein einen Brunnen aus Backsteinen aufgebaut, der sogar mit Wasser gespeist wurde. Jeder Besucher erhielt einen Festbutton, der das christliche Kreuzsymbol als Quelle des Lebens zeigte und gleichzeitig eine Erinnerung an diesen besonderen Festtag sein soll.

Pfarrer Eyrich predigte von der Schönheit des Lebens, das nun vor den jungen Erwachsenen liege und das sie nun immer selbständiger erkundeten. Er ermunterte die Konfirmanden doch bei Gott und Jesus Christus, der Quelle des Lebens, zu bleiben.

Der Gottesdienst wurde vom Posaunenchor und einer jungen Band mitgestaltet. Mit Liedern wie "Gott schenkt uns ein neues Herz" rissen die Musiker die zahlreichen Gottesdienstbesucher mit und bereicherten so die Feierlichkeiten.

Die Konfirmanden: Hannah Leticia Baur, Megan Botzenhart, Lea Deutscher, Celina Kriesche, Evelyn Pflaum, Veronika Rotgang, Jennifer Schließer, Katharina Unterweger, Marita Walcher, Maximilian Bleher und Jannik Harder. Foto: Manuel Mussotter

© Schwäbische Zeitung 17.03.2018

Die Ummendorfer Pfarrerin Andrea Luiking (Mitte) und ihr Kirchengemeinderat im Gespräch mit dem Prälaturbeauftragen für Homosexualität Matthias Hestermann (links). Foto: Andreas Spengler

"Wir wol­len Mau­ern ab­bau­en"

Kirchengemeinde Ummendorf setzt sich für Rechte homosexueller Paare ein

Ummendorf - Als eine der ersten evangelischen Kirchen im Kreis ist Ummendorf der "Initiative Regenbogen" beigetreten. Entgegen einem Beschluss der Landeskirche fordert die Initiative die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Bei einem Gesprächsabend in Ummendorf wurden Bedenken, vor allem aber Unterstützung für den Beitritt laut.

Eine Absage in letzter Minute: "Mich hat echt der Schlag getroffen", erzählt eine Frau mittleren Alters. Und ihre Ehefrau fügt hinzu: "Das hat sich schlimmer angefühlt als meine Krebsdiagnosen zuvor." So sicher hatten sie sich gefühlt, monatelang auf ihre Segnung und die kirchliche Trauung hingefiebert. Zunächst sei der Pfarrer schon mit der Zustimmung zum Traugespräch erschienen, habe dann aber kurze Zeit vor der Trauung einen Rückzieher gemacht - auf Druck des Dekans.

"Christen zweiter Klasse"

Als sie die Nachricht erhielten, hätte sie sich geschämt für ihre Sexualität, als "Christ zweiter Klasse" gefühlt, erzählt die Frau, die mit ihrer Partnerin zum Gesprächsabend nach Ummendorf gekommen ist. "Wir sind heute sozusagen das Anschauungsmaterial", erklärte sie. Ihren Namen wollte sie jedoch nicht in der Zeitung lesen, weil es ihr um die Sache, nicht um ihre Person gehe. Gebannt lauschten die Ummendorfer ihren Erzählungen und sahen sich dabei einmal mehr bestätigt in ihrer Entscheidung.

Der Kirchengemeinderat hat im Januar beschlossen, der landesweiten Initiative Regenbogen beizutreten. Auslöser dafür war die Herbstsynode im vergangenen Jahr, bei der sich die konservativen Kräfte durchgesetzt hatten: Zwei Stimmen hatten zur Zwei-Drittel-Mehrheit gefehlt, um ein Gesetz zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare durchzusetzen. Das Ergebnis löste auch in Ummendorf Unverständnis aus. "Damit hatten wir nicht gerechnet", erzählt Pfarrerin Andrea Luiking. Umso "enttäuschter" sei sie gewesen. Nach dem Beschluss habe sich der Kirchgemeinderat "aufgefordert gar genötigt gefühlt" zu handeln.

"Wir verstehen uns als Kirchengemeinderat, der auf Menschen zugeht", sagt Wolfgang Horstmann. "In einer Zeit, in denen Mauern hochgezogen werden, wollen wir auch mal Mauern abbauen." Die Kirchgemeinderäte bezeichnen die Entscheidung der Synode als "Skandal", "absoluter Verletzung der Menschen, die als Christen leben wollen" und einem Entschluss, den "die Kirchenbasis nicht mittragen kann".

Beim Gesprächsabend berichtete der Biberacher Dekan Hellger Koepff von den Abstimmungen der Landessynode. Er habe sich für einen liberalen Gesetzesentwurf eingesetzt und sei "erschüttert" gewesen von manchen Äußerungen in der Debatte. Die Gegner der Segnung für gleichgeschlechtliche Paare hätten sich auf einzelne Bibelstellen berufen. Diese halte er jedoch nicht für überzeugend.

Auch Pfarrerin Luiking warnte davor, die Bibel auszulegen, als "ob jeder Satz ein Gesetzeswerk Gottes sei". Bei der Diskussion in Ummendorf zeigten sich die Gäste, größtenteils Mitglieder des Kirchengemeinderats, oft einig. Manche äußerten aber auch ihre anfänglichen Zweifel. Sie hätten zunächst mit der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare "noch gefremdelt" oder ihnen sei es schwergefallen, sich in homosexuelle Paare "hineinzuversetzen". Am Ende aber sei die Entscheidung einstimmig gewesen.

Das lesbische Paar in Ummendorf berichtete schließlich von ihrem persönlichen Happy End. In einer anderer Gemeinde fanden sie eine Möglichkeit, doch noch kirchlich zu heiraten. Allerdings in einem "nicht öffentlichen" Rahmen. So könnte es auch in Ummendorf ablaufen, betont Luiking. Bislang habe es keine Anfragen gegeben. Unabhängig davon aber wolle die Kirchengemeinde ein Zeichen setzen und hofft, dass sie mit der Initiative auch im Land etwas bewegen kann.

© Schwäbische Zeitung 15.03.2018

Gemeinsam haben sie am vergangenen Sonntag gefeiert: die Jubelkonfirmanden und die Jugendlichen, die am Sonntag, 18. März, um 9 Uhr in der Michaelskirche ihre Konfirmation erfahren. Foto: Manuel Mussotter

Zehn Wai­ner fei­ern Gol­de­ne Kon­fir­ma­ti­on

Beim Festgottesdienst ist auch der Konfirmationsjahrgang 2018 dabei

Wain - Ein Jubiläum der besonderen Art haben zehn Menschen am vergangenen Sonntag in der Michaelskirche in Wain gefeiert. Dort nahmen sie an einem Festgottesdienst anlässlich ihrer Goldenen Konfirmation teil.

Die beiden Pfarrer Hans-Joachim Kienzle und Ernst Eyrich zogen mit zehn Jubelkonfirmanden zu den festlichen Klängen des Posaunenchors in das Gotteshaus ein. Kienzle war von 1967 bis 1980 Gemeindepfarrer in Wain. Im Jahr 1968 feierte er mit den heutigen Ehrengästen das Fest der Konfirmation.

In einer Ansprache erklärte der inzwischen pensionierte Kienzle, wie er für die jungen Leute immer die Bibelworte (Denksprüche) ausgesucht habe, die ja die Konfirmanden ihr Leben lang begleiten sollen. Heute, nach 50 Jahren, sei es sicher interessant zu erfahren, inwiefern dieser Leitspruch jeden Einzelnen begleitete. Aus den Händen Kienzles erhielten die Jubilare ihren Denkspruch noch einmal in Form einer Urkunde überreicht.

Pfarrer Ernst Eyrich betete mit den Jubelkonfirmanden ein Gebet, das auch alle Verstorbenen und diejenigen des Jahrgangs mit einschloss, die aus den verschiedensten Gründen nicht dabei sein konnten. Er wünschte sich für die 68er-Konfirmanden, dass sie in der Wainer Michaelskirche eine Heimat hätten.

Lotte Obrist, die den Festtag für ihre Jahrgänger organisiert hatte, war die Freude darüber anzumerken. Sie freue sich über jeden, der der Einladung gefolgt sei. Glücklich sei sie, alte Bekannte wiederzusehen, um mit ihnen wieder einmal Gemeinschaft zu erleben, sagte sie.

Im Anschluss an den Gottesdienst besuchte die Festgesellschaft das Schulhaus in Wain. So sollten alte Erinnerungen geweckt, aber eben auch die Veränderungen der vergangenen 50 Jahre erfahren werden.

Den Mittag ließen die Jahrgänger im Gasthaus beim gemeinsamen Mittagessen und Kaffeetrinken ausklingen.

© Schwäbische Zeitung 09.03.2018

Der Boden ist wärmer - etliche Interessierte haben sich kürzlich über den Baufortschritt in Sankt Martin informiert. Foto: privat

Es wird wär­mer
Zweite Schaustelle in der Stadtpfarrkirche Sankt Martin

Biberach - Ein Blick hinter die Kulissen, ein Gang durch die historischste Baustelle Biberachs und das gute Gefühl von Wärme - auch die zweite Baustellen-Führung in der Stadtpfarrkirche Sankt Martin ist gut angekommen. So führten Architekt Siegfried Locher, Pfarrer Ulrich Heinzelmann und der Bauhütten-Vorsitzende Hans Beck die 25 Interessierten durch den ersten Bauabschnitt und gaben auch einen detaillierten Einblick in den Ablauf der zweiten Bauphase.

In diesem geht es nicht, wie man meinen könnte um das Herzstück der Kirche. "Der Altar, der Chorraum, der Hochaltar und das Chorgestühl sind besonders kostbar", so Pfarrer Heinzelmann. "Alle Beteiligten sind sehr sensibel gegenüber den kunstgeschichtlichen und liturgischen Schätzen, auf die man hier trifft", versichert er. Die Fußbodentemperierung wird nicht unter dem Hochaltar verlegt, sondern nur bis an die erste Stufe.

Dass die Temperierung, die im hinteren Kirchenteil bereits seit zweieinhalb Monaten provisorisch in Betrieb ist, nicht nur die wertvollen Fresken sowie Gemäuer schützt und die Luftfeuchtigkeit reguliert werden kann, sondern auch allen Gästen den Besuch versüßt, spürten die Teilnehmer am eigenen Leib. Bisher herrschten in den Wintermonaten Temperaturen um die null Grad. Dank der bis jetzt bearbeiteten Flächen erreicht man nun acht bis zwölf Grad.

Wenn die Baustelle von hinten nach vorne gerückt wird, geht das einher mit einem aufwendigen Abbau der Einhausung. Im gleichen Zuge wird der hintere Kirchenbereich dann wieder so hergerichtet, dass er für alle Gottesdienste und Konzerte eine schöne und angemessene Atmosphäre bietet. "Bestuhlt wird dieser Bereich mit Blick in Richtung vom Hauptaltar", erklärt Ulrich Heinzelmann. "Es wird an die 300 Sitzplätze geben. Vor der Bauwand wird ein provisorischer Altartisch und ein Ambo aufgestellt, rechts und links davon wird es eine lose Bestuhlung geben. Zudem wird ein Motiv des Hochaltars in Gestalt eines großen Fotos die Bauwand verzieren. Insgesamt wird so auch ein liturgisch passendes und unserer schönen Stadtpfarrkirche würdiges Ambiente entstehen", sind sich die Verantwortlichen von Gemeinden, Förderverein und Architekturbüros sicher.

Die nächste Führung ist für Samstag, 7. April, 10 Uhr, geplant. Architekt Rolf Gurland und Bauhütten-Vize Uli Heinkele werden dann Einblick in den zweiten Bauabschnitt gewähren können. Bis dahin vermittelt auch die Fotodokumentation auf der Trennwand samt ihrer Gucklöcher einen guten Eindruck der Bauphase.