Fragen und Antworten zur Taufe

 

In welchem Alter sollte ich mein Kind taufen lassen?
Die meisten Eltern lassen ihr Kind im ersten Lebensjahr taufen. Das hebt hervor, dass die Taufe die geschenkte und bedingungslose Zusage Gottes an uns ist. Im Hintergrund steht dabei auch oft der Wunsch der Eltern, dass ihr Kind von Gott behütet, geliebt und gesegnet ist.

 

Sind ungetaufte Kinder denn nicht von Gott geliebt?
Gottes Liebe gilt allen Kindern und allen Menschen! Seien sie getauft oder ungetauft. Als Menschen aber stärkt und hilft es uns, wenn wir ein Zeichen dieser Liebe und Barmherzigkeit Gottes bekommen. Wir brauchen so ein Zeichen und ein Wort der Liebe und Barmherzigkeit Gottes! Das lässt uns hoffen und weckt unseren Glauben an Gott. Die Taufe ist dieses Zeichen, dass jedem Getauften Halt und Sicherheit in seinem Leben geben kann.

 

Wäre es dann nicht besser mein Kind später selbst entscheiden zu lassen?
Manchmal entscheiden sich Eltern ihr Kind nicht taufen zu lassen. Sie begründen es oft damit, dass sie ihr Kind nicht bevormunden wollen. Es soll später selbst entscheiden. Doch auch damit haben die Eltern bereits für ihr Kind entschieden und es bevormundet! Sie haben entschieden es nicht zu taufen. Sowohl mit der Entscheidung für die Taufe als auch mit der Entscheidung gegen die Taufe ihres Kindes, verfügen die Eltern über ihr Kind. In beiden Fällen stellt sich die Frage, welchen Weg die Eltern als Besten für ihr Kind ansehen.

 

Ich habe mich entschieden mein Kind taufen zu lassen, was muss ich tun?
Wenden sie sich an das zuständige Pfarramt ihrer Kirchengemeinde. Sagen sie dort, dass sie ihr Kind taufen lassen wollen. Auf dem weiteren Weg zur Taufe ihres Kindes begleitet sie von da an der Pfarrer / die Pfarrerin ihrer Kirchengemeinde. Er / Sie wird mit ihnen einen Termin für die Taufe und das Taufgespräch ausmachen. Im Taufgespräch werden dann alle Fragen und Formalitäten geklärt.

 

Ich habe mich entschieden mein Kind nicht taufen zu lassen, was sollte ich tun?
Wollen Sie, dass ihr Kind sich später selbst entscheidet ob es getauft wird, dann helfen sie ihm dabei diese Entscheidung verantwortlich zu treffen.


Erzählen sie ihm vom christlichen Glauben, lesen sie ihm aus Kinderbibeln vor und sprechen sie mit ihm Gebete. Helfen sie ihm in den Glauben hineinzuwachsen. Ermöglichen Sie ihrem Kind auch den Besuch der Veranstaltungen der Kirchengemeinde für Kinder wie etwa Krabbelgottesdienste, Kinderkirche oder Jungschar. Melden sie ihm zum evangelischen Religionsunterricht an. Das – wie auch der Besuch kirchlicher Veranstaltungen - ist auch ohne Taufe oder Kirchenzugehörigkeit möglich.

 

 
Kann man auch als Erwachsener getauft werden?
Ja. Ist man noch nicht als Kind getauft worden, so kann man sich als Erwachsener taufen lassen. Wenden sie sich einfach an das Pfarramt ihrer Kirchengemeinde.

 

Ich möchte mich gern noch einmal taufen lassen. Geht das?
Nein. Die Taufe ist einmalig und nicht wiederholbar. Denn mit der Taufe hat Gott dem Täufling ein für allemal seine Liebe und Barmherzigkeit zugesagt. Diese Zusage wird nicht hinfällig, sondern gilt in Ewigkeit. Auch bei einem Übertritt in die evangelische Kirche wird deshalb die Taufe anderer christlicher Konfessionen (z. B. römisch-katholisch, orthodox) anerkannt.

 

Was ist eine Nottaufe?
Ist ein Ungetaufter, insbesondere ein neugeborenes Kind, schwer krank und droht zu sterben und eine Pfarrerin / ein Pfarrer können nicht mehr herbeigerufen werden, darf jeder Christ taufen. Voraussetzung ist das Einverständnis des Kranken bzw. der Sorgeberechtigten.

 

Wir sind unterschiedlicher Konfession. Gibt es auch eine ökumenische Taufe?
Nein. Mit der Taufe wird man gleichzeitig in eine konkrete Gemeinschaft aufgenommen. D. h. sie müssen sich vorher überlegen, ob ihr Kind beispielsweise der evangelischen oder der katholischen Kirche angehören soll. Haben Sie sich entschieden, dann fragen sie beim jeweiligen Pfarramt wegen einem Tauftermin und Taufgespräch nach.

 

Kann man sein Kind taufen lassen, wenn beide Eltern nicht in der Kirche sind?
Die Entscheidung, ob ein Kind getauft wird, obwohl beide Eltern nicht in der Kirche sind, trifft die zuständige Kirchengemeinde vor Ort. Es ist aber durchaus nicht ausgeschlossen.

 

Wir sind geschieden und uns nicht einig über die Taufe. Kann ich mein Kind auch gegen den Willen des anderen Elternteils taufen lassen?
Der Sorgeberechtigte des Kindes entscheidet darüber, ob das Kind getauft wird oder nicht. Liegt das Sorgerecht bei beiden Elternteilen ist eine Taufe nur möglich, wenn beide einverstanden sind. Die Taufe eines Kindes gegen den Willen eines oder beider Sorgeberechtigten ist nicht erlaubt. Können beide Elternteile sich nicht einigen, kann das Familiengericht wegen einer Entscheidung angerufen werden. Viel besser aber für das Kind und die Eltern ist es, wenn beide sich vorher einigen. Dabei können Erziehungs- und Familienberatungsstellen sowie ein klärendes Gespräch über die Taufe mit dem zuständigen Pfarramt helfen.

 

Ist es möglich unser Kind taufen zu lassen und uns gleichzeitig kirchlich zu trauen?
Eine kirchliche Trauung verbunden mit der Taufe ihres Kindes ist möglich. Wendet sie sich hierzu aber auf jeden Fall frühzeitig an ihr zuständiges Pfarramt.

 

Was für Unterlagen brauchen wir für die Taufe unseres Kindes?
Sie brauchen auf jeden Fall: Die Geburtsurkunde ihres Kindes, auf dessen Rückseite dann die Taufe vom Pfarramt beurkundet wird, sowie Patenbescheinigungen für ihre Paten. Jeder Paten muss diese Bescheinigung bei seinem Pfarramt anfragen. Weitere Informationen erteilt ihnen ihr Pfarramt, wenn sie einen Tauftermin ausmachen.

 

Wer kann Pate oder Patin werden?
Alle getauften Christen und Christinnen, die einer der Kirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) angehören, können Paten werden. Wird ihr Kind in die evangelische Kirche getauft, dann muss einer dieser Paten evangelisch sein. Evangelischer Pate kann werden, wer mindestens 14 Jahre alt, getauft und konfirmiert ist und der evangelischen Kirche angehört. Wer aus der Kirche ausgetreten ist, keiner Kirche angehört oder einen anderen Glauben hat, kann nicht Pate oder Patin werden. Denn es ist die Aufgabe der Paten dem Kind zu helfen in den christlichen Glauben und die christliche Gemeinschaft hineinzuwachsen. Sie können aber natürlich den Gottesdienst besuchen und die Taufe miterleben.

 

Kann ich jemand vom Patenamt entbinden?
Der Pate kann sich auf eigenen Wunsch vom Patenamt entbinden lassen. Gegen den Willen des Paten ist allerdings eine Entbindung nicht möglich. Falls es später Konflikte mit ihrem Paten gibt, suchen sie doch bitte das klärende Gespräch. Möglicherweise kann auch ihr zuständiges Pfarramt weiterhelfen.

 

Wann endet das Patenamt?
Das Patenamt endet in der evangelischen Kirche formal mit der Konfirmation des Täuflings.

 

Haben Sie noch mehr Fragen? Wollen Sie bereits einen Tauftermin ausmachen? Dann wenden Sie sich an ihr zuständies Pfarramt.