Prädikantinnen und Prädikanten im Kirchenbezirk Biberach

In unserem Kirchenbezirk sind derzeit 17 Frauen und Männer als Prädikanten tätig.

Bis November 2008 wurden die Ehrenamtlichen noch als „Lektoren“ (lateinisch für „Leser“) bezeichnet. Mit der Namensänderung „Prädikantin/Prädikant“ soll zum Ausdruck kommen, dass die Frauen und Männer (meist ohne Theologiestudium) Gottesdienste selbstverantwortlich leiten und das Evangelium laut verkündigen (praedicare lateinisch = vor sprechen). Nach einer qualifizierten Ausbildung und ihrer Beauftragung durch den Kirchenbezirk werden die Laien von den Kirchengemeinden des Bezirkes um die Feier von Gottesdiensten angefragt. Bei zusätzlicher Ausbildung und Beauftragung können Prädikantinnen und Prädikanten auch die Sakramentsverwaltung (Taufe und Feier des Abendmahles) wahrnehmen.

Der Prädikantendienst entstand während des Zweiten Weltkrieges, als viele Pfarrer an die Front geschickt wurden. Ohne die Mitarbeit von Ehrenamtlichen (darunter vielen Pfarrfrauen!) wären viele Gottesdienste nicht möglich gewesen. In der Nachkriegszeit wurde immer mehr und deutlicher dieser Dienst als ein Ausdruck des „Priestertums aller Gläubigen“ erkannt. So sind Prädikanten nicht nur Ersatzleute für Pfarrerinnen und Pfarrer, sondern machen deutlich, dass der Verkündigungsauftrag nach evangelischem Verständnis der ganzen Gemeinde aufgetragen und keiner besonderen „Priesterklasse“ vorbehalten ist.

Zur Zeit sind in unserer Landeskirche über 800 Frauen und Männer für diesen Dienst beauftragt. Schwerpunkte sind die Fest- und Ferienzeiten.