Gesamtkirchengemeinde Biberach

Seit 1984 findet in fünf Gemeinden das kirchliche Leben der evangelischen Christen der Gesamtkirchengemeinde Biberach statt: In der Stadtpfarrkirchengemeinde, mit der Stadtpfarrkirche St. Martin und der evangelische Spitalkirche, die bis zum Dreißigjährigen Krieg ein Krankensaal war. Der Heilig-Geist-Gemeinde mit der seit dem 17. Jahrhundert evangelischen Heilig-Geist-Kirche im alten Evangelischen Friedhof, mit prachtvollen Epitaphen aus der Geschichte der Evangelischen in der Stadt. Der Friedenskirchengemeinde, die seit 1966 in der mit beachtenswerten Fenstern von Georg Meistermann ausgestatteten Friedenskirche beheimatet ist. Der Ummendorfer Gemeinde, deren Versöhnungskirche 1969 erbaut wurde. Sowie schließlich die Bonhoeffergemeinde, die seit 1977 mit dem Bonhoeffer-Gemeindezentrum die Orte gemeindlichen und kirchlichen Lebens der evangelischen Christen in Biberach vervollständigt.

 

Sie wollen mehr erfahren? Besuchen Sie die Homepage der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Biberach:

 

www.evangelisch-in-biberach.de

 

Kleine Biberacher Stadtgeschichte

Der markant, fast 70 m hohe Turm der Stadtpfarrkirche St. Martin überragt die ehemalige Freie Reichsstadt mit heute über 30.000 Einwohnern. Mit dem Kirch- und dem Marktplatz ist er das Zentrum eines fast noch geschlossenen Altstadtensembles, Bürger- und Patrizierhäusern, Brunnen auf lebhaften Plätzen, Museen bedeutender Maler (Braith und Mali, Pflug und Bräckle) und des bekanntesten Biberachers, Christoph Martin Wieland (1733-1813).

 

Selbstbewusstsein und fundiertes bürgerschaftliches Leben in Biberach speisen sich aus drei Quellen:


 Der „Spital“ als eine Einrichtung in christlicher Verantwortung für kranke, alte und einsame Menschen, im 13. Jahrhundert gegründet, war Garant für eine zuverlässige Verwaltung der Bürgerinteressen. Viele Stiftungen machten dieses Sozialwerk wohlhabend, und noch heute leben Biberachs Senioren im spitälischen „Bürgerheim zum Heiligen Geist“. Die alten Spitalgebäude umfassen heute zwei sehenswerte Kirchen beider Konfessionen, das Biberacher Museum sowie städtische Ämter.


Die zweite Quelle besonderer Entwicklungen ist die Stadtpfarrkiche St. Martin aus dem 14. Jahrhundert. Nach 17 Jahren in alleiniger evangelischer Nutzung ist sie seit 1548 auf kaiserliche Anordnung und durch Ratsbeschlüsse „simultan“, also im Besitz und Gebrauch durch Evangelische und Katholiken, bis auf den heutigen Tag. Bis heute auch sorgt die „Gemeinschaftliche Kirchenpflege“ von Stadt und beiden Kirchen für den Unterhalt des Gebäudes. Durch die Jahrhunderte waren Erfahrungen der Ökumene in Biberach selbstverständlich – aber auch die Erfahrung, dass die Zusammengehörigkeit aller Christen immer wieder neu gewonnen werden muss.


Das wirkte sich auch auf die dritte Quelle der Stadtgeschichte aus, die „Biberacher Parität“, die bald nach dem „Simultaneum“ und endgültig seit 1648 bis zum Ende der Reichsstadt die wesentlichen städtischen Ämter konfessionell „paritätisch“ besetzte und damit einen (meist) friedlichen und nützlichen Wettbewerb in politischen, kulturellen, wirtschaftlichen und kirchlichen Fragen in Gang hielt. Zum Nutzen der Stadtentwicklung ist das noch heute spürbar, sichtbar gemacht im alljährlichen historischen Umzug beim Kinder- und „Schützenfest“.