© Schwäbische Zeitung 16.04.2018

Pfar­re­rin ist jetzt of­fi­zi­ell ins Amt ein­ge­führt

Der evangelische Dekan Hellger Koepff zelebriert die Amtseinführung von Stefanie Zerfaß

Bad Saulgau - Mit einem Festgottesdienst in der evangelischen Christuskirche Bad Saulgau ist am Sonntagmorgen Stefanie Zerfaß, die bisher Pfarrerin zur Anstellung war, offiziell als Pfarrerin in ihr Amt eingeführt worden. Dekan Hellger Koepff vom evangelischen Kirchenbezirk Biberach leitete die Investitur. Die musikalische Begleitung war ein Erlebnis der besonderen Art, weil der Kirchenchor, die Orgel, ein Bläserensemble sowie Kinder und Jugendliche die Gemeinde unterstützten. Vor allem aber war es auch die natürliche und ungezwungene Art und Weise, wie Pfarrerin Stefanie Zerfaß mit dieser einmaligen Festivität in ihrem beruflichen Lebensweg umging, die bei den Anwesenden gut ankam.

Plötzlich standen 22 Jugendliche aus den Reihen des sogenannten Konfi-Camps-3 im Mittelpunkt. Sie durften im Altarraum mit der Gemeinde den bekanntesten aller Psalmen laut mitbeten, nämlich den 23., das ist der vom "guten Hirten". Wie die elf Mädchen und zehn Jungen den Psalm auswendig und laut und deutlich mitsprachen, hatte Dekan Koepff derart beeindruckt, dass er in seiner Ansprache nicht umhin kam, darauf einzugehen und den Nachwuchschristen für ihren Mut und ihre Unbekümmertheit Lob und Dank zu sagen.

Auf die Menschen zugehen


Obwohl es für eine Investitur kein offizielles Motto gibt, stand dennoch plötzlich eines im Kirchenraum, nämlich das Lied "Kommt mit! Wir laden euch ein, mit Jesus unterwegs zu sein!" Religionslehrerin Kathrin Wohlwender hatte dieses Lied der Familienkirche mitgebracht. Im Mittelpunkt der Festansprache von Dekan Hellger Koepff stand die bekannte Geschichte "Der Fischzug des Petrus" aus dem Evangelium nach Lukas. "Jesus schickt Frau Pfarrerin Zerfaß los, auf die Menschen zuzugehen!" Dabei sollen auch die Mitchristen ihr Bestes geben und ihre menschlichen Möglichkeiten voll ausschöpfen.

Danach erfolgte die feierliche Amtseinsetzung, die mit der Frage an das Besetzungsgremium des Kirchengemeinderats eröffnet wurde, und die der Dekan sinngemäß formulierte: "Seid ihr bereit, die Pfarrerin in ihrem Amt anzunehmen und mit ihr zusammenzuarbeiten?" Nach einem deutlichen "Ja!" und dem Segensgruß des dreieinigen Gottes, den Dekan Koepff über Pfarrerin Zerfaß aussprach, traten Erika Thomma und Anneliese Klusch als Zeuginnen vor den Altar, die mit wohlwollenden Worten aus der Heiligen Schrift die Zeremonie beglaubigten. Nun erfüllte der traditionelle Festtagschoral "Großer Gott wir loben dich", die Christuskirche. Vier Gemeindemitglieder trugen die Fürbitten vor.

Dekan Helger Koepff überreichte die Beglaubigungsurkunde der Evangelischen Landeskirche, unterzeichnet durch Landesbischof Otfried July. Die stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Bad Saulgau, Elisabeth Gruber, eröffnete den Reigen der Glückwünsche. Es folgte Ludwig Boll, zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderats der katholischen Kirchengemeinde Bad Saulgau. Bürgermeister Magnus Hoppe überbrachte die Grüße der Gemeinde Herbertingen. Weitere Grüße aus Herbertingen übermittelte die Lilly-Jordans-Grundschule und die katholische Kirchengemeinde. Vom evangelischen Dekanatsbezirk Biberach West kam ein Grußwort sowie vom Pfarrer Wolfgang Fingerle aus der Heimatstadt Nürtingen, wo Stefanie Zerfaß aufwuchs.

© Schwäbische Zeitung 14.04.2018

Das Se­nio­ren­zen­trum ist be­zugs­fer­tig

Eröffnung mit Tag der offenen Tür - Nächste Woche kommen die ersten Bewohner

Mengen - Den letzten Abschnitt ihres Lebens können 45 Menschen jetzt mitten in der Innenstadt verbringen, auch wenn sie auf die Hilfe von Pflegekräften angewiesen sind. Mit einer Feierstunde und einem Tag der offenen Tür ist am Freitag das neue Seniorenzentrum in der Mengener Oberstadt eröffnet worden. Die ersten Bewohner werden bereits kommende Woche einziehen.

Das Pflegeheim soll, darin stimmten die Anwesenden dem evangelischen Dekan Hellger Koepff zu, den Menschen ein Zuhause bieten, denen "die anderen Orte ausgegangen sind". Die nicht mehr allein leben können und deren Pflege in den eigenen vier Wänden aus unterschiedlichen Gründen nicht zu stemmen ist. "Dass die Qualität der Pflege stimmen muss, das ist selbstverständlich", sagte Rolf Baumann, kaufmännischer Vorsitzender der Zieglerschen, die das Seniorenzentrum in der Hauptstraße betreiben werden. Für diese Qualität werden die Einrichtungsleiterin Mirjam App und ihre 21 Mitarbeiter sorgen. Damit die Bewohner sich aber wertgeschätzt fühlen, sei ein weitergehendes Netzwerk nötig. Dass die Einrichtung mitten in der Stadt liege, sei dafür ein wichtiger Baustein. "Hier spielt sich in unmittelbarer Nähe das Leben ab, das wollen wir durch offene Türen zu uns hereinholen", so Baumann. Schulen, Kindergärten, Vereine und Privatleute seien eingeladen, vorbeizukommen und sich einzubringen. "Vorlesen, spazieren gehen, Schach spielen oder sonntags einen Frühschoppen machen, wer sich das vorstellen kann, ist hier gern gesehen", sagt auch Sven Lange, Geschäftsführer der Altenhilfe der Zieglerschen. Das seien Angebote, die die Pflegekräfte nicht leisten können. "Uns quillt das Personal nicht aus den Taschen", so Lange.

Das von Architekt Karl-Heinz Single und seinem Team geplante Seniorenzentrum ist innerhalb von 21 Monaten vom Bauunternehmen Reisch aus Bad Saulgau hochgezogen worden. "Superschnell, obwohl archäologische Funde aus der Römerzeit gemacht wurden", lobte Landrätin Stefanie Bürkle. Die Einrichtung sei ein wichtiger Beitrag, den steigenden Bedarf an stationären Pflegeplätzen im Landkreis zu decken. Das Haus entspreche mit den 45 Einzelzimmern, fünf Kurzzeit- und sechs Tagespflegeplätzen sowie drei pflegenahen Mietwohnungen den Standards des Pflegestärkungsgesetzes.

Jetzt, wo der Neubau von allen Seiten vor allem auch wegen seiner stimmigen Fassade, die sich gut ins restliche Stadtbild einpasst, gelobt wird, konnte es Architekt Single ja mit einem Augenzwinkern zugeben: "Wir hatten schon manchmal Angst vor der eigenen Courage, ob das mit vier Geschossen umsetzbar ist", sagte er. "Ich bin nachts aufgewacht und habe an Mengen gedacht."

Teilnahme am Stadttreiben

Die stellvertretende Bürgermeisterin Brunhilde Raiser blickte auf die lange Vorgeschichte des Areals zurück. Der Grundstückserwerb habe sich hingezogen und es habe viele Anläufe gegeben, diesen Teil der Oberstadt zu beleben. "Die gute Versorgung und Pflege der Menschen im Alter ist die Visitenkarte einer Stadt", sagte sie. "Hier haben die Bewohner die Möglichkeit, am Treiben in der Stadt teilzuhaben." Als Geschenk der Stadt hatte sie übrigens ein Bild mitgebracht, auf dem das Kuhn'sche Haus in unmittelbarer Nachbarschaft des Seniorenzentrums zu sehen war. "Wir hoffen, dass dieses Gebäude bald in ähnlichem Glanz erstrahlt", sagte sie.

Die wichtigsten Säulen der Einrichtung, die Mitarbeiter, wurden ganz zum Schluss der Eröffnungsfeier nach vorn gebeten. Sven Lange begrüßte sie mit Rosen, bevor sich Interessierte die Zimmer und Gemeinschaftsräume ansehen konnten.

© Schwäbische Zeitung 09.04.2018

Fetzige Musik und eine mitreißende Choreografie begeistern das Publikum. Foto: Janis Ickenroth

Die bi­bli­sche Ge­schich­te be­geis­tert
Leidenschaftliche Musical-Aufführung der Jugend in Wain

Von Susanne Ickenroth 9. April 2018

Wain - Am Freitagabend ist die Gemeindehalle in Wain Schauplatz für einen der 200 Auftritte gewesen, die die Adonia-Chöre bundesweit in diesem Jahr darbieten. Adonia ist eine christliche Jugendorganisation und veranstaltet Musicalcamps für Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis neunzehn Jahren. Dass die jungen Menschen mit viel Begeisterung am Werk sind, haben sie am Freitagabend eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Freundlich werden die Besucher schon am Eingang begrüßt. Junge Leute in den auffallenden, grünen T-Shirts mit dem großen "A" für Adonia verteilen Programmhefte. Fast bis auf den letzten Platz belegt ist die Gemeindehalle, als Pfarrer Ernst Eyrich pünktlich um 19.30 Uhr die Gäste begrüßt.

Und schon geht es los - und gleich von Anfang an wird das Publikum aktiv am Geschehen beteiligt. Bei einem "Erste-Hilfe-Kurs" in musikalischer Form machen Zuschauer begeistert mit, singen, reanimieren und beatmen. Die biblische Geschichte von Lazarus und seinen beiden Schwestern Martha und Maria spielt nämlich in dieser modernen Fassung größtenteils in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Die jungen Akteure stellen die Atmosphäre dort mit gehetzten Sanitätern, gestresstem Krankenhauspersonal und ungeduldigen Patienten auf amüsante Art und Weise dar. Der große Chor im Hintergrund begleitet die Handlung mit teilweise flotten und schwungvollen Liedern, wie "Herzschlag" und "Notfall" und auch mit leiseren und ernsteren Stücken, wie "Nah bei dir" oder "Zu spät?". Beeindruckend ist die Sicherheit der jungen Sänger, die immer wieder Soloparts übernehmen.

Eine Stimme aus dem Hintergrund erzählt die biblische Geschichte. Die beiden Schwestern Martha und Maria warten verzweifelt auf Immanuel, wie Jesus im Matthäus Evangelium genannt wird. Sie hoffen darauf, dass er ihren Bruder Lazarus retten kann. Doch Immanuel kommt zu spät, Lazarus stirbt. Weinende Trauergäste versammeln sich auf der Bühne, zwei anmutige Tänzerinnen unterstreichen die melancholische Stimmung.

Doch dann kommt er endlich, der unschlagbare Superstar Immanuel, der im Netz unzählige Clips hat. Er lässt den Stein von Lazarus´ Grab entfernen und vor den Augen der staunenden Beteiligten erscheint der etwas verwirrte Lazarus. Spätestens bei den Worten "Ich brauche jetzt erst mal eine Pizza" ist die bedrückende Stimmung verschwunden und die Auferstehung wird mit mitreißender Musik gefeiert.

Die Freude währt jedoch nicht lange. Die Mitglieder des Hohen Rates fühlen sich von Jesus bedroht und beschließen seinen Tod. Es ist die lakonische Putzfrau im Krankenhaus, die dem Publikum erzählt, dass Jesus festgenommen, in einem Schauprozess verurteilt und hingerichtet wurde.

Gott ist stärker als der Tod

Aber Gott ist stärker als der Tod und so erscheint auch Immanuel wieder auf der Bühne, begleitet von einem strahlenden Engel. Die Lebensfreude ist greifbar, die Lieder "Wahnsinn" oder "Superstar" und eine tolle Choreografie mit Cheerleadern unterstreichen die frohe Stimmung. Auch im Publikum wird begeistert mitgeklatscht, wippen die Füße. Ein wundervoller Moment ist es, als bei dem Schlusslied "Jeder Herzschlag ist ein Geschenk" Unmengen roter Herzen auf die Bühne regnen.

Bemerkenswert ist, dass die jungen Leute sich erst am Sonntag vor der Aufführung das erste Mal zu gemeinsamen Proben getroffen haben. Außer Maria und Martha war bis dahin noch keine Rolle besetzt. Die jungen Akteure, Sänger und Musiker von Adonia haben in dieser kurzen Zeit ein Musical einstudiert, dass berührt und begeistert und bei den weiteren Aufführungen sicherlich noch viele Zuschauer anlocken wird.

© Schwäbische Zeitung 05.04.2018

Bei der Generalprobe zu "Herzschlag": Jugendliche singen im Projektchor. Foto: Bernd Baur

Bi­bli­sches mit ju­gend­li­cher Be­geis­te­rung
Musical "Herzschlag": Jugendliche führen in Wain die Lazarus-Geschichte auf

 
Von Axel Pries 5. April 2018

Wain - Die Gemeindehalle in Wain wird wieder zum Aufführungsort für ein großes Musical, wenn dort am morgigen Freitag, 6. April, 70 Jugendliche eine musikalische Version der Lazarus-Geschichte auf die Bühne bringen. Diese aufwendige Aufführung sei durchaus mit dem Luther-Pop-Oratorium vergleichbar, erklärt Pfarrer Ernst Eyrich. Das Projekt, an dem Jugendliche aus der ganzen Region Oberschwaben beteiligt sind, ist ein Nachhall zu der Zeltkirche im vergangenen Jahr in Balzheim, bei der die evangelische Kirchengemeinde Wain Kontakte mit der noch jungen, kirchlichen Jugendorganisation Adonia knüpfen konnte.

Bundesweite Aktivitäten

"Adonia verbindet die Leidenschaft der Musik mit christlicher Jugendarbeit." Mit diesen Worten erklärt die 2004 gegründete Organisation sich selbst auf einer Internetseite (www.adonia.de). Das bedeutet, dass in Zusammenarbeit mit Adonia übers Jahr deutschlandweit Hunderte Konzerte einstudiert und aufgeführt werden. Im vergangenen Jahr bei der ökumenischen Zeltkirche in Balzheim lernte man sich kennen und bewarb sich um eine Aufführung in Wain. Die Anfrage blieb nicht ungehört: Adonia sagte zu, mit der Wainer Kirchengemeinde und der Zeltkirche in Wain eine Musical-Aufführung zu organisieren: "Herzschlag" heißt das Stück, das eine moderne Umsetzung der biblischen Geschichte über die Geschwister Maria und Marta aus Bethanien ist, die um den todkranken Bruder Lazarus bangen. Als Lazarus doch im Herz-Jesu-Krankenhaus stirbt, erfahren sie die übernatürliche Kraft Gottes. Für eine Teilnahme angesprochen waren Jugendliche aus dem ganzen oberschwäbischen Raum. Der Ruf von Adonia wirkte: Es meldeten sich genügend junge Leute für eine Teilnahme am Adonia-Projektchor.

Wer Interesse zeigte, bekam vor zwei Monaten Noten und eine CD zugesandt, um sich auf die Stücke schon zu Hause vorbereiten zu können. In dieser Woche kamen dann alle Mitwirkenden zu einem "Musicalcamp" in Erolzheim zusammen, um gemeinsam zu üben. Es gilt, zwölf Songs, Theaterhandlung und mehrere Choreografien gemeinsam auf die Bühne zu bringen. Das Ergebnis sollen vier 90-minütige Auftritte in der weiteren Region sein - einer davon am morgigen Freitag in Wain.

"Das Ergebnis ist erstaunlich", verspricht der Wainer Pfarrer Eyrich. "Die Jugendlichen sind nicht nur hoch motiviert und begabt, ihre Auftritte begeistern auch durch hohe Professionalität."

Termin: Freitag, 6. April, 19.30 Uhr, in der Gemeindehalle Wain. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

© Schwäbische Zeitung 05.04.2018

Evan­ge­li­sche Ge­mein­de bie­tet Glau­bens­kurs an

Laupheim - Die Evangelische Kirchengemeinde Laupheim bietet im April wieder einen Kurs zu "Grundfragen des Glaubens" an. An drei Abenden ist Gelegenheit, mit anderen Teilnehmern zusammen nachzudenken über wesentliche Inhalte des christlichen Glaubens. "Was ich schon immer mal fragen wollte", Anregung und Gespräch, Information und Diskussion haben hier Raum.
Dabei kommen grundlegende Fragen auf den Tisch: Was glaube ich eigentlich, wenn ich sage "Ich glaube…"? Welchen Sinn hat es, zu beten? Wieso sind die Gottesdienste so, wie sie sind? Wie können wir bestimmte Aussagen des Glaubens verstehen? Was muss man nicht glauben?
Alle, die im Blick auf solche Fragen einen Schritt weiter kommen möchten, sind zu dem Kurs eingeladen. Die Abende werden von einem Team vorbereitet (Martina und Wolfgang Wittekind, Helmut Kwasny, Pfarrerin Martina Servatius). Sie finden in ungezwungener Atmosphäre statt. Es werden keine besonderen Vorkenntnisse erwartet.

Am Dienstag, 24. April, lautet das Thema: "Ich glaube. Was glaube ich eigentlich?"
Am Mittwoch, 2. Mai, heißt es dann: "Warum beten?"
Zum Abschluss geht es am Dienstag, 15. Mai, um die Frage: "Was geschieht im Gottesdienst?"

Die Kursabende finden im Evangelischen Gemeindehaus statt und sind kostenlos. Beginn ist jeweils um 20 Uhr. Anmeldungen nimmt ab sofort Sabine Schilberg unter Telefon 07392/967 10 evangelischen Gemeindebüro oder Pfarrerin Martina Servatius unter der Nummer 07392/700 08 34 entgegen.