© Schwäbische Zeitung 21.12.2018


Dank­got­tes­dienst nach Sa­nie­rung


Biberach - Mit einem ökumenischen Dankgottesdienst wird am Sonntag, 23. Dezember, ab 11 Uhr der Abschluss der Innensanierung der Stadtpfarrkirche St. Martin gefeiert. Der ganze Kirchenraum kann nun wieder für die Weihnachtsgottesdienste genutzt werden. Der Gottesdienst wird gefeiert von den Pfarrern Paul Odoeme, Dekan Hellger Koepff und Ulrich Heinzelmann. Musikalisch wird er von den beiden Kantoren Norbert Borhauer an der Orgel und Ralf Klotz mit dem Vokalensemble Belcanto gestaltet. Der Dank an alle Beteiligten soll im Mittelpunkt stehen: an die Architekturbüros Locher sowie Gurland und Seher, die Fachingenieure, Handwerker und alle Mitglieder und Unterstützer des Fördervereins Bauhütte Simultaneum sowie die Mitglieder im Stiftungsrat des Simultaneums. Die Renovierungsarbeiten gehen aber weiter. Die Außensanierung der Kirche wird derzeit geplant und soll ab 2019 umgesetzt werden.

 

© Schwäbische Zeitung 21.12.2018

Bürgermeister Andreas Denzel (r.) bei der Verleihung der Bürgerehrennadel an Pfarrer Jörg Martin Schwarz. Foto: Monika Merk


Bür­ger­eh­ren­na­del für Pfar­rer Schwarz
Ochsenhausens Bürgermeister würdigt Schwarz' Verdienste um die Ökumene



Ochsenhausen - Ochsenhausen - Pfarrer Jörg Martin Schwarz ist von Bürgermeister Andreas Denzel mit der Bürgerehrennadel der Stadt Ochsenhausen ausgezeichnet worden. Denzel würdigte damit vor allem die Verdienste des evangelischen Pfarrers um die Ökumene. "Sie ist Ihnen eine Herzensangelegenheit", so der Bürgermeister in seiner Laudatio.

Neben den vielfältigen Angeboten der evangelischen Kirche wie Altenheimseelsorge, Angeboten für psychisch belastete Menschen, Mutter-Kind-Gruppen, Beratung bei Alkoholproblemen oder Gemeindenachmittagen für Senioren oder dem Ochsenhauser Frauenfrühstück bringe sich Pfarrer Schwarz auch im Arbeitskreis Asyl oder dem Gesprächskreis für pflegende Angehörige ein. Auch der Tafelladen St. Marin, die Notfallseelsorge, die Hospizgruppe und als Neuestes ein Trauercafé dürften auf die Unterstützung des evangelischen Geistlichen zählen, so der Bürgermeister weiter. Ein weiteres ökumenisches Projekt, das der Geehrte fördere, sei der Arbeitskreis "Spurwechsel - Junge Senioren", der von beiden Kirchengemeinden gemeinsam getragen würde.

Der Bürgermeister lobte das große Engagement von Jörg Martin Schwarz, das dieser zusätzlich zu seinen sonstigen Aufgaben erbringe. Hervorzuheben sei, dass Pfarrer Schwarz versuche, alle Bevölkerungsgruppen anzusprechen und in die Gemeinde zu integrieren. "Und das unabhängig von der jeweiligen Religionszugehörigkeit", wie Denzel betonte. Besonders deutlich werde die Bedeutung der Ökumene in der ökumenischen Selbstverpflichtungserklärung der beiden Ochsenhauser Kirchengemeinden vom März 2017.

Darin verpflichteten sich die katholische und evangelische Kirchengemeinde, "wo immer es möglich ist, gemeinsam zu handeln und einander aktiv zu unterstützen". Ein konkretes Beispiel dafür sei die Gestaltung des Volkstrauertags, die abwechselnd vom evangelischen und vom katholischen Pfarrer übernommen werde. Auch die traditionelle Jahresabschlussfeier für den Gemeinderat und die Ortschaftsräte aus Mittelbuch und Reinstetten würde abwechselnd von den beiden Geistlichen übernommen. Das bezeichnete das Stadtoberhaupt als gelebte Ökumene, "denn in den Gremien sind nicht nur evangelische Christen vertreten". Die Jahresabschlussfeier bildete auch den Rahmen für die Verleihung der Bürgerehrennadel. Die Verleihung solle auch Ansporn und Anreiz sein, sich weiterhin mit so viel Herzblut in die Arbeit der Ökumene einzubringen, rief Bürgermeister Denzel dem Geehrten zu. Dieser war völlig überwältigt und meinte: "Ich kann es gar nicht fassen und sage nur Danke."

© Schwäbische Zeitung 19.12.2018

Der evangelische Kirchenchor unter der Leitung von Heidrun Boll lädt die Zuhörer in der Christuskirche zum Mitsingen ein. Foto: Wolfgang lohmiller

Eine schö­ne Ein­stim­mung aufs Fest
Evangelischer Kirchenchor zeigt beim Adventskonzert große Ausdrucksstärke

Von Wolfgang Lohmiller 19. Dezember 2018

Bad Saulgau - Bad Saulgau - In der Christuskirche in Bad Saulgau hat der evangelische Kirchenchor am Sonntag seine Zuhörer mit einem musikalisch und geistlich gelungenen Adventskonzert beeindruckt. Chorleiterin Dirigentin Heidrun Boll vermochte es, die Inhalte der verschiedenen Lieder je nach Strophe besonders zu interpretieren und dies auch im Chor umzusetzen. Dieser zeigte eine große klangliche Homogenität, große Tonreinheit und sehr viel Ausdrucks-kraft.

In dem bekannten Lied "Es kommt ein Schiff, geladen ..." wuchs die Lautstärke an bis der "Anker haft`auf Erden", dann wird es geheimnisvoll und leise. Sehr anspruchsvoll gesetzt sind die beiden Silcher-Lieder "Wie soll ich dich empfangen" und "Ehre sei Gott"; der Kirchenchor sang sie ausdrucksstark.

Verhalten erklang "Maria durch ein Dornwald ging", erst als die "Dornen Rosen getragen" haben, wurde es laut, ja hart. Sehr lebendig sang der Kirchenchor "Wisst ihr noch, wie es geschehen" von Christian Lahusen und später auch "Enatus est Emanuel" von Prätorius.

Mit einer schönen "Pastorale" von Felice Giardinin präsentierte sich die Streichergruppe aus Alexandra Balzer und Wiktoria Wasilewska an der Geige, Ekkehard Keil am Cello und Olga Balzer am Klavier. Sie begleiteten auch den "Quempas" ("Den die Hirten lobeten sehre") von Prätorius.

Viel Lob und Dank waren aus den beiden Bach-Chorälen "Brich an, du schönes Morgenlicht" und "Uns ist ein Kindlein heut geborn" zu vernehmen. Markant erklang das "Psalite", getragen und fromm das "Es ist ein Ros entsprungen", bei dem den ersten Vers auch die Gemeinde mitsang, so wie auch schon vorher "Tochter Zion", "Lobt Gott, ihr Christen" und "Komm, o mein Heiland".

Bei "Ihr Christen, freuet euch" und "Fröhlich soll mein Herze springen" begleitete wieder die Streichergruppe. Beeindruckend waren auch die Verse des Liedes "Macht hoch die Tür", die Arnhild Schuchert vortrug. Pfarrer Paul Bräuchle sprach am Ende des Abend ein Gebet und gab den Segen. Für den lange anhaltenden Beifall bedankte sich der Chor mit J.S. Bachs "Ich steh an deiner Krippen hier". Fazit: Eine schöne Einstimmung auf das Weihnachtsfest.

© Schwäbische Zeitung 10.12.2018

Theologin und Diplompsychologin Beate Weingardt aus Tübingen begeisterte beim Frauenfrühstück in Riedlingen


Wert­schät­zung pfle­gen

Dr. Beate Weingardt lieferte beim Frauenfrühstück in Riedlingen Tiefsinniges und Heiteres

Von Waltraud Wolf 10. Dezember 2018

Riedlingen - Erfrischend humorvoll war der Vortrag von Dr. Beate Weingardt beim Frauenfrühstück in Riedlingen. Doch lag in der verbreiteten Heiterkeit viel Tiefsinniges und Nachdenkenswertes. Man konnte sich bestätigt fühlen und/oder erfuhr, wo Veränderungsbedarf besteht, an sich und an anderen. Schließlich lautete der Titel der Veranstaltung am Samstag im Johannes Zwick-Haus: "Wenn nicht ich für mich bin, wer dann?" Monika Knoll von der freien christlichen Gemeinde in Riedlingen hatte nach vielen Jahren des Verzichts dieses Treffen der Frauen angeregt und war bei Pfarrerin Anne Mielitz auf offene Ohren gestoßen und auf die von rund 100 Frauen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Konfessionen auch. Sie fanden an ihrem Platz ein Kärtchen vor: "Mir geht ein Licht auf." Symbolisch gesehen, geschah dies möglicherweise bei der einen oder anderen Teilnehmerin. Schließlich hieß die Unterzeile: "Sich selbst wahrnehmen und annehmen."

Der Druck auf die Frauen werde der sozialen Medien wegen und des damit verbundenen ständigen Vergleichs immer größer, stellte Dr. Weingardt eingangs fest. So verschärfe sich das Problem, "weil wir nicht den Idealen entsprechen" und die Auseinandersetzung damit sei wichtiger als vor 20 Jahren.

In vier Punkte hatte die promovierte Theologin und Diplompsychologin ihren Vortrag aufgegliedert, beginnend mit dem Jesus-Zitat: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst", um sofort festzustellen, dass dies nicht möglich sei ohne die Liebe zu sich selber. "Wenn ich zu mir selber kein gutes Verhältnis habe, kann ich es auch nicht zu anderen haben." Anhand einer Balkenwaage machte sie deutlich, wie wichtig es ist, die beiden Schalen auszutarieren und das Gleichgewicht zu finden zwischen der Sorge um sich selber und jener für einem nahe stehende Menschen. "Wenn ich für andere da sein will, muss ich auch für mich da sein", betonte sie und führte dazu als Beispiel die aufopfernde Pflege kranker Angehöriger an. In Ausnahmefällen müsse dies im Vordergrund stehen, "aber nicht auf Dauer", plädierte sie für Ausgewogenheit.

"Gefühle kann man nicht befehlen", hielt sie fest, weshalb in dem Gebot "liebe deinen Nächsten" etwas anderes gemeint sei: eine Haltung gegenüber dem anderen, Achtung, Wertschätzung. Dafür müsse man sich Tag für Tag entscheiden. Liebe bedeute auch, das eine oder andere abzuschlagen, Grenzen zu ziehen. Liebesbeweise dürften nicht zur Erpressung führen.

Doch warum falle diese "Selbstliebe" einem so schwer. Sie müsse das Annehmen von Fehlern einschließen. Selbstwertgefühl werde in der Kindheit angelegt, gab sie den Frauen mit auf den Weg. Wer mit Mangelernährung an Wertschätzung aufwachse, lasse sich leicht aus der Balance bringen. "Ich hatte die Gelegenheit, darüber nachzudenken", betonte sie und räumte gleichzeitig ein, dass es ihr in der Erziehung ihrer Tochter dennoch nicht gelungen sei, denn es sei schwer, das Kritisieren zu verlernen. Auch eine gute Beziehung lebe von Wertschätzung. "Wir alle brauchen Worte der Anerkennung." Keinen Hehl machte sie aus ihrer Einstellung, dass es nicht gut sei, Kinder zur Betreuung "weg zu geben" und sie in Richtung Abitur schulisch unter Druck zu setzen. "Ein guter Handwerker ist wertvoller denn je." Sie begrüßte es, dass man Kinder heute ernster nehme und respektiere, doch das dürfe keine Einbahnstraße sein, auch die Erwachsenen verdienten Respekt.

Lebhaft war der Austausch zwischen den Frauen, als die Referentin dazu aufforderte, der Nachbarin eine der eigenen Stärken zu nennen. Denn zu den fünf Facetten der Selbstliebe gehöre es, um sie zu wissen. Ihre Empfehlung an die Frauen: Jede Beziehung außerhalb der Familie zu pflegen, bei der man sich Wert geschätzt fühle. Während man bei der Familie in Schubladen gesteckt würde, begegne man sich hier vorurteilsfrei. Eine gute Beziehung sei gut für das Selbstwertgefühl, machte sie Mut zur Freundschaft, aber auch dazu, sich unabhängig von der Meinung anderer Leute zu machen.

Selbstliebe bedeute auch, es nicht allen recht machen zu wollen, was einher gehen könne mit Enttäuschungen. Die Fähigkeit, Grenzen zu ziehen, führe zu mehr Lebensqualität. Sich Schuld und Versagen zuzugestehen und zu verzeihen, nannte sie eine weitere Facette zur Selbstliebe, um auf den Punkt zu kommen: "Wie hilft der Glaube?" Dazu empfahl sie, sich immer wieder mit sich selber und dem Leben zu versöhnen, Wertschätzung sich und anderen zukommen zu lassen, was Glück und Motivation bedeute. Wertschätzung koste Kraft. Die Kraftquelle sei die Verbundenheit mit Gott. Und so gehöre zu einem glückenden Leben die Liebe zu ihm, zum Nächsten, aber auch zu sich selber. Begeisterten Applaus gab es nicht nur für die Referentin, sondern auch für die beiden jungen Musiker Nora Fisel an der Querflöte und Tim Seifried am Cello, Schüler der Conrad Graf-Musikschule bei Lisa Keaton-Sommer und Mikhail Antipov und nicht zuletzt für das Männer-Quintett in der Küche mit Martin Wiegand an der Spitze und Pfarrer Theo Mielitz mit der Schürze. Die Männer hatten das köstliche Frühstücks-Büffet vorbereitet und übernahmen auch den Spüldienst. Mit einem Segensgebet schloss Monika Knoll das Frauenfrühstück, das zur Fortsetzung ermunterte.

Bildunterschrift:
Die promovierte Theologin und Diplompsychologin Beate Weingardt aus Tübingen begeisterte in Riedlingen rund 100 Frauen mit ihrem Vortrag zur Selbstannahme. Anhand einer Balkenwaage machte sie anschaulich, wie wichtig die Balance für ein glückendes Leben ist.  Fotos: Waltraud Wolf

© Schwäbische Zeitung 04.12.2018

Pfarrerin Cornelia Schmutz verlässt Ertingen. Foto: Archiv/Schellhorn

Pfar­re­rin ver­lässt Er­tin­gen
Cornelia Schmutz wechselt Anfang 2019 ins Hohenlohische


Von Bruno Jungwirth 4. Dezember 2018

Ertingen - Pfarrerin Cornelia Schmutz verlässt die Pfarrgemeinde Ertingen. Die Pfarrerin wechselt ins Hohenlohische, wo sie eine Stelle in Marktlustenau-Waldtann übernimmt. Ihre offizielle Verabschiedung ist am 13. Januar.

Drei Jahre war Cornelia Schmutz als Pfarrerin für die Gemeinden Ertingen und Dürmentingen zuständig und damit Teil der Kirchengemeinde Riedlingen. Doch nun zieht sie weiter. An ihrer neuen Stelle warten nicht nur neue Menschen, neue Gemeindemitglieder, sondern auch neue Aufgaben. Denn sie wird eine geschäftsführende Pfarrstelle, in der sie auch Personalverantwortung hat und sich für die finanziellen Angelegenheiten der beiden Kirchengemeinden der Pfarrstelle, Waldtann und Marktlustenau, Verantwortung trägt. "Dazu habe ich Lust", sagt die 36-Jährige und so lange sie noch jünger ist, könne sie sich auch leichter einarbeiten und einfinden.

Vor rund drei Wochen fiel die endgültige Entscheidung, dass sie in Ertingen ihre Zelte abbrechen und sie in Richtung Crailsheim weiter ziehen wird. Und das bereits nach drei Jahren. "Es waren für mich gute Jahre, sie waren sehr lehrreich und ich habe viel Unterstützung von den Menschen bekommen", sagt sie. Doch nun "ist was anderes dran". In der neuen Stelle wolle sie sich durch die neuen Aufgaben auch selbst weiter entwickeln. Sie wechselt damit auch von der "Diaspora" in eine Gegend, in der evangelische Christen in der Mehrheit sind.

Die Gegend ist ihr dabei nicht fremd. Ihr Vikariat hat sie bereits im Raum Crailsheim gemacht, so dass sie Bekannte und soziale Kontakte in der Region hat. Bereits Anfang Februar wird sie ihre neue Stelle mit rund 1600 evangelischen Christen in den zwei Gemeinden antreten. Dass dies so bald ist, hält sie auch aus einem weiteren Grund für sinnvoll: Ende 2019 sind Kirchengemeinderatswahlen. Da sei es gut, dass sie die Gemeindemitglieder schon etwas kenne, um mögliche Kandidaten ansprechen zu können.