© Schwäbische Zeitung 28.06.2018

Pfarrer Christian Keinath - Foto Rasemann

Chris­ti­an Kei­nath wird Pfar­rer in Laupheim
Im Februar 2019 tritt der evangelische Seelsorger die Nachfolge von Hermann Müller an

Von Roland Ray 28. Juni 2018

Laupheim - Die Evangelische Kirchengemeinde Laupheim bekommt zum 1. Februar 2019 einen neuen Pfarrer. Er heißt Christian Keinath und arbeitet derzeit im Schuldienst in Ulm. Der 47-jährige Seelsorger wird künftig gemeinsam mit Pfarrerin Martina Servatius die knapp 4000 Mitglieder zählende Gemeinde betreuen. Er tritt die Nachfolge von Hermann Müller an, der am 29. Juli verabschiedet wird und in den Ruhestand geht.

Im Januar war das Verfahren, die Pfarrstelle neu zu besetzen, eingeleitet worden. "Es waren mehrere Interessenten hier, um sich ein Bild von unserer Gemeinde und von Laup-heim zu machen", berichtet Bernd Pfister, Zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderats. Beworben haben sich zwei, Christian Keinath und eine Frau, die ihre Bewerbung jedoch kurzfristig wieder zurückzog.

Zwei Kostproben als Prediger

Christian Keinath stellte sich dem Wiederbesetzungsgremium vor, das über Hermann Müllers Nachfolge zu entscheiden hatte. Im Mai gab der Kandidat in zwei Gottesdiensten Kostproben als Prediger. Das Wiederbesetzungsgremium, dem die zehn gewählten Kirchengemeinde-räte, Pfarrerin Servatius, der Kirchenpfleger und ein Vertreter des Kirchenbezirks Biberach angehören, hat Keinath bei einer Gegenstimme zum neuen Pfarrer gewählt.

Keinath ist in Friedrichshafen geboren. Nach einer kaufmännischen Ausbildung machte er auf dem zweiten Bildungsweg Abitur und studierte evangelische Theologie in Bielefeld, Bonn und Tübingen. Das Vikariat absolvierte er in Stuttgart-Heslach. Seit 2010 unterrichtet er an Ulmer Schulen, zuvor war er Gemeindepfarrer in Gruibingen. Er lebt getrennt und hat zwei Töchter, elf und 13 Jahre alt. In den vergangenen Jahren brachte er sich ehrenamtlich in die Erwachsenenbildung der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ulm-Wiblingen ein und übernahm mehrfach Urlaubsvertretungen für Pfarrerkollegen auf den ostfriesischen Inseln.

Während des Bewerbungsverfahrens habe er seine künftige Gemeinde als offen und vielfältig erlebt, sagte Keinath der "Schwäbischen Zeitung". "Es hat mir sehr gut gefallen, wie hier auf zeitgemäße Weise evangelischer Glaube gelebt und gestaltet wird."

Am 10. Februar ist Investitur in Laupheim. Dekan Helger Koepff wird Christian Keinath ins Amt einführen. Keinath wird Hermann Müller auch als geschäftsführender Pfarrer nachfolgen; in dieser Funktion ist er eng in die Verwaltung eingebunden.

Die im Frühjahr begonnene Sanierung des Pfarrhauses in der Radstraße soll bis Februar beendet sein. Das Gebäude wird energetisch ertüchtigt; die Grundmauern müssen trockengelegt, Rohrleitungen und Elektrik erneuert werden. Rund 317 000 Euro sind an Kosten veranschlagt.

Gemeinde verabschiedet Diakon Joachim Krämer

Bereits am kommenden Sonntag, 1. Juli, verabschieden Laupheims Protestanten ihren Diakon Joachim Krämer. Er geht Ende Juli in den Ruhestand. Das Bewerbungsverfahren für die Nachfolge läuft noch, die Entscheidung trifft der Kirchenbezirksausschuss. Krämers Dienstauftrag war noch an die Laupheimer Gemeinde gebunden, künftig fällt er an den Kirchenbezirk. "Der Nachfolger oder die Nachfolgerin wird nicht mehr zu 100 Prozent für Laupheim tätig sein, sondern auch in den Schwestergemeinden Ersingen und Oberholzheim wirken", sagt Bernd Pfister. Ersingens Pfarrer Gunther Wruck soll sich künftig um die Klinikseelsorge in Laup-heim kümmern, eine Aufgabe, der sich bisher Krämer gewidmet hat.

Zum anstehenden personellen Umbruch bei der Evangelischen Kirchengemeinde Laupheim gehört, dass der hauptamtliche Kirchenpfleger Gerald Wery (74) Ende September aufhört. Zu seiner Nachfolgerin hat der Kirchengemeinderat Sabine Martin gewählt. Sie ist beim Evangelischen Verwaltungszentrum Biberach tätig, behält ihre Stelle dort und wird künftig 25 Prozent ihrer Arbeitszeit Laupheim widmen. "Frau Martin hat bisher schon die Themen Personal und Kindergarten für uns bearbeitet", sagt Bernd Pfister.

Um Pfarrerin Servatius nach dem Ausscheiden von Pfarrer Müller, Diakon Krämer und Kirchenpfleger Wery zu entlasten, bis die Nachfolger im Dienst sind, wird sie zum Teil von den Amtskollegen aus Ersingen und Oberholzheim vertreten werden.


© Schwäbische Zeitung 09.06.2018

Klei­ne evan­ge­li­sche Ge­biets­re­form?
Ellwangen und Haslach könnten der Kirchengemeinde Rot zugeschlagen werden


(mad/sl) Ellwangen/Haslach - Werden die Protestanten aus Ellwangen und Haslach künftig Schäfchen des Roter Pfarrers Maximilian Jaeckel? Entschieden ist noch längst nichts und wenn ein neuer Gebietszuschnitt kommen sollte, dauert es bis dahin gewiss noch eine ganze Weile. Aber immerhin, der Landeskirche liegt ein Antrag für eine "kleine Gebietsreform" vor. Dieser beinhaltet unter anderem, dass Ellwangen und Haslach in die evangelische Pfarrgemeinde Erolzheim/Rot an der Rot eingegliedert werden.

Da die beiden Teilorte zur bürgerlichen Gemeinde Rot an der Rot gehören, stimmten dann politische und kirchliche Grenzen überein.

Anstoß kommt aus dem Nachbardekanat Ravensburg

Die Bestrebungen gehen indes nicht von Rot aus. Sie stammen aus dem benachbarten Landkreis Ravensburg: Die evangelische Pfarrgemeinde Bad Wurzach möchte die Wurzacher Teilorte Eintürnen und Hauerz zu sich holen und dafür Ellwangen abgeben.

Haslach gehört zur Pfarrgemeinde Aitrach. Bevorstehende Personalkürzungen im künftigen Pfarrplan könnten jedoch mittelfristig auch dies ändern: Nach einem Beschluss der Ravensburger Bezirkssynode sollen dem Aitracher Pfarrer spätestens bis 2024 zusätzliche Aufgaben in Leutkirch zugeteilt werden; vor diesem Hintergrund wird überlegt, Haslach abzugeben und der evangelischen Pfarrei Rot zuzuschlagen.

Der Biberacher Dekan Hellger Koepff wurde von seinem Ravensburger Kollegen informiert, wie er schon vor einiger Zeit auf Anfrage bestätigte. Das Heft des Handelns liegt aber zunächst nicht bei den hiesigen Verantwortlichen. Koepff betonte, dass die Sache noch ganz am Anfang stehe. "Das Verfahren ist nicht ganz unkompliziert", sagte er.

Viele Stellen und Beteiligte würden angehört, von den Gemeinden über den Kirchenbezirk bis hin zu den Landratsämtern. Die endgültige Entscheidung obliegt der Landeskirche. "Das dauert noch Monate, wenn nicht Jahre", sagte Koepff. Zunächst gelte es, Daten und Fakten zu erheben, etwa darüber, was das für die Zahl der Gemeindemitglieder in den betroffenen Pfarreien und die geografischen Entfernungen im jeweiligen Sprengel bedeuten würde. Bei all diesen genannten Gemeinden und Pfarreien in den Dekanaten Ravensburg und Biberach handelt es sich um evangelische Diaspora.

Der evangelische Pfarrer Maximilian Jaeckel, seit 1. März im Pfarramt in Rot an der Rot und für rund 1200 evangelische Christen rund um Erolzheim und Rot zuständig, wurde ebenfalls über die von außen kommenden Bestrebungen informiert. Aber ihm lagen noch keine Details vor und er will den Gang des Verfahrens abwarten: "Es ist noch nichts beschlossen."