© Schwäbische Zeitung 09.06.2018

Klei­ne evan­ge­li­sche Ge­biets­re­form?
Ellwangen und Haslach könnten der Kirchengemeinde Rot zugeschlagen werden


(mad/sl) Ellwangen/Haslach - Werden die Protestanten aus Ellwangen und Haslach künftig Schäfchen des Roter Pfarrers Maximilian Jaeckel? Entschieden ist noch längst nichts und wenn ein neuer Gebietszuschnitt kommen sollte, dauert es bis dahin gewiss noch eine ganze Weile. Aber immerhin, der Landeskirche liegt ein Antrag für eine "kleine Gebietsreform" vor. Dieser beinhaltet unter anderem, dass Ellwangen und Haslach in die evangelische Pfarrgemeinde Erolzheim/Rot an der Rot eingegliedert werden.

Da die beiden Teilorte zur bürgerlichen Gemeinde Rot an der Rot gehören, stimmten dann politische und kirchliche Grenzen überein.

Anstoß kommt aus dem Nachbardekanat Ravensburg

Die Bestrebungen gehen indes nicht von Rot aus. Sie stammen aus dem benachbarten Landkreis Ravensburg: Die evangelische Pfarrgemeinde Bad Wurzach möchte die Wurzacher Teilorte Eintürnen und Hauerz zu sich holen und dafür Ellwangen abgeben.

Haslach gehört zur Pfarrgemeinde Aitrach. Bevorstehende Personalkürzungen im künftigen Pfarrplan könnten jedoch mittelfristig auch dies ändern: Nach einem Beschluss der Ravensburger Bezirkssynode sollen dem Aitracher Pfarrer spätestens bis 2024 zusätzliche Aufgaben in Leutkirch zugeteilt werden; vor diesem Hintergrund wird überlegt, Haslach abzugeben und der evangelischen Pfarrei Rot zuzuschlagen.

Der Biberacher Dekan Hellger Koepff wurde von seinem Ravensburger Kollegen informiert, wie er schon vor einiger Zeit auf Anfrage bestätigte. Das Heft des Handelns liegt aber zunächst nicht bei den hiesigen Verantwortlichen. Koepff betonte, dass die Sache noch ganz am Anfang stehe. "Das Verfahren ist nicht ganz unkompliziert", sagte er.

Viele Stellen und Beteiligte würden angehört, von den Gemeinden über den Kirchenbezirk bis hin zu den Landratsämtern. Die endgültige Entscheidung obliegt der Landeskirche. "Das dauert noch Monate, wenn nicht Jahre", sagte Koepff. Zunächst gelte es, Daten und Fakten zu erheben, etwa darüber, was das für die Zahl der Gemeindemitglieder in den betroffenen Pfarreien und die geografischen Entfernungen im jeweiligen Sprengel bedeuten würde. Bei all diesen genannten Gemeinden und Pfarreien in den Dekanaten Ravensburg und Biberach handelt es sich um evangelische Diaspora.

Der evangelische Pfarrer Maximilian Jaeckel, seit 1. März im Pfarramt in Rot an der Rot und für rund 1200 evangelische Christen rund um Erolzheim und Rot zuständig, wurde ebenfalls über die von außen kommenden Bestrebungen informiert. Aber ihm lagen noch keine Details vor und er will den Gang des Verfahrens abwarten: "Es ist noch nichts beschlossen."