© Schwäbische Zeitung 04.12.2019

Konstantin Ruppel (v. l.), Andrée Schwarz, Eva-Brigitte Freund, Ursula Wachter, Hellger Koepff und Andrea Luiking diskutierten in Ummendorf. (Foto: Angela Körner-Armbruster)

In Laupheim stimmen nur 14,1 Prozent der Wahlberechtigten ab

Rund 1,8 Millionen wahlberechtigte Mitglieder der Evangelischen Landeskirche in Württemberg waren am Sonntag aufgerufen, ihre Stimme für den Kirchengemeinderat und die Landessynode abzugeben. In den Kirchengemeinden Laupheim, Oberholzheim und Wain haben insgesamt 1210 Menschen gewählt.
Laupheim

Die evangelischen Christen aus Laupheim, mit den Ortsteilen Ober- und Untersulmetingen, Baustetten, Harthöfe, Mietingen, Baltringen und Walpertshofen, haben den neuen Kirchengemeinderat der Evangelischen Kirchengemeinde Laupheim gewählt.

Von den 3392 Wahlberechtigten haben 487 ihre Stimme abgegeben. Das entspricht 14,1 Prozent Wahlbeteiligung; sie liegt in der Kirchengemeinde damit rund drei Prozent unter der des Wahlkreises Ravensburg-Biberach. „Der Kirchengemeinderat wird vorausschauend überlegen, wie im Blick auf die Wahl 2025 noch intensiver und motivierender für die Teilnahme geworben werden kann“, sagte Pfarrer Christian Keinath.

In den Kirchengemeinderat wurden wiedergewählt: Andreas Henrich (337 Stimmen), Ulrich Höchsmann (446), Elisabeth Kilian (432), Paul Ortlieb (314), Bernd Pfister (434), Margot Stooß (350), und Fredy Wohnhas (433) aus Laupheim, sowie Sabine Schilberg aus Baustetten (393). Neu in das Gremium wurde Joachim Krämer (377) aus Laupheim gewählt. Krämer hat bis zu seinem Ruhestand 2018 als Diakon in der Kirchengemeinde gearbeitet.

Die Wahlergebnisse werden am Sonntag, 8. Dezember, im Gottesdienst bekannt gegeben. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die siebentägige Einspruchsfrist. Der neue Kirchengemeinderat wird voraussichtlich am 12. Januar im Gottesdienst in das Amt eingeführt. Die konstituierende Sitzung ist am 14. Januar. Dann bestimmt das Gremium einen Vorsitzenden und bildet Ausschüsse.
Oberholzheim

Die Wahlbeteiligung in der Kirchengemeinde Oberholzheim lag bei 19,75 Prozent. Zur Wahl aufgerufen waren 2066 evangelische Christen. In den Kirchengemeinderat wurden wiedergewählt: Stefan Bucher, Oberholzheim (453 Stimmen); Alexander Günther, Burgrieden (346); Frank Gugumus, Oberholzheim (460); Annika Halder, Bronnen (402); Regina Klieber, Staig (301); Inge Lifka, Bronnen (339); Kornelia Pelzl, Bihlafingen (325); Martina Schlüter, Burgrieden (330); Andrea Schön, Staig (290) und Erich Stuhler, Staig (452). Neu in den Kirchengemeinderat gewählt wurden Manfred Guther (358) und Harald Ott (393), beide aus Oberholzheim.
Wain

In Wain haben 27,93 Prozent der 1128 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. In den Kirchengemeinderat ziehen erneut ein: Monika Böhringer, Großschafhausen (334 Stimmen); Christian Geiger (281), Manuel Mussotter (325), Markus Schließer (343), Melanie Springer (323), Traugott Unterweger (228), Martin Walcher (299) und Frieder Wegmann (349), alle aus Wain. „Das Ergebnis zeigt die Zufriedenheit der Gemeindemitglieder mit dem bisherigen Kirchengemeinderat“, sagte Pfarrer Ernst Eyrich. Neu gewählt wurde Ingeborg Neubert aus Schwendi (163).
Landessynode: Für Jutta Henrich reicht es nicht

Außer dem Kirchengemeinderat wurden am Sonntag die 90 Abgeordneten für die Landessynode gewählt. Sie ist die gesetzgebende Versammlung der Kirchenleitung. Zu ihren Aufgaben gehört, kirchliche Gesetze zu erlassen und den Haushaltsplan zu beschließen. Die Landeskirche in Württemberg ist die einzige Gliedkirche der Evangelischen Kirche in Deutschland, in der die Mitglieder der Landessynode direkt von den Gemeindegliedern gewählt werden.

Im „26. Wahlkreis: Ravensburg – Biberach“ haben sich sieben Kandidaten beworben, die getrennt nach „Laien“ und „Theologen“ aufgelistet und gewählt wurden. Für die Liste „Evangelium und Kirche“ traten an: Simon Blümcke, Bürgermeister, Ravensburg; Philipp Jägle, Pfarrer, Ravensburg. Für die Liste „Kirche für morgen“ Anja Faißt, Sozialarbeiterin, Friedrichshafen. Für die „Offene Kirche“ Jutta Henrich, Bibliothekarin, Laupheim; Hellger Koepff, Dekan i. R., Biberach. Für die „Lebendige Gemeinde“ Edeltraud Stetter, Krankenschwester, Balzheim; Heiko Bräuning, Pfarrer, Wilhelmsdorf. Die Wähler hatten je zwei Stimmen für Laien und für Theologen.

Gewählt sind die Laien Anja Faißt (7613 Stimmen) und Simon Blümcke (7253) sowie die Theologen Philipp Jägle (11 158) und Hellger Koepff (9369). In Oberholzheim haben die Wähler wie folgt abgestimmt: Simon Blümcke (82 Stimmen), Philipp Jägle (208), Anja Faißt (159), Jutta Henrich (289), Hellger Koepff (346), Edeltraut Stetter (223) und Heiko Bräuning (183). In Wain: Simon Blümcke (50), Philipp Jägle (87), Anja Faißt (64), Jutta Henrich (71), Hellger Koepff (184), Edeltraut Stetter (407), Heiko Bräuning (309). In Laupheim: Simon Blümcke (66), Philipp Jägle (201), Anja Faißt (113), Jutta Henrich (536), Hellger Koepff (488), Edeltraut Stetter (142), Heiko Bräuning (122).

© Schwäbische Zeitung 02.12.2019

Konstantin Ruppel (v. l.), Andrée Schwarz, Eva-Brigitte Freund, Ursula Wachter, Hellger Koepff und Andrea Luiking diskutierten in Ummendorf. (Foto: Angela Körner-Armbruster)

Drei Generationen und die globalen Fragen
Diskussion über Erfahrungen, Kraftquellen und die Frage, was sich in Zukunft ändern muss

Im Rahmen der Fotoausstellung „Die Schönheit des Alters“ haben die Ummendorfer Versöhnungskirchengemeinde und die „Offene Kirche Oberschwaben“ zur Podiumsdiskussion „Wenn ich einmal alt bin“ eingeladen. Die Bilder haben die Kirche am Sonntag wieder verlassen - die Menschen und ihre Gedanken bleiben.

Die Teenager Konstantin Ruppel und Andrée Schwarz engagieren sich in Biberach für „Friday for Future“. Ursula Wachter, die in der Fotoausstellung zu sehen ist, und Eva-Brigitte Freund blicken als betagte Frauen auf turbulente Zeiten und viele Elternkurse, Seniorengymnastik und Erzählrunden zurück. Die Sandwich-Position nahmen Jutta Henrich und Dekan Hellger Koepff ein. Beide sind kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand und engagiert in der Landessynode und dem „Gesprächskreis Offene Kirche“. Es war keine Diskussion um ein Pro und Contra, Pfarrerin Andrea Luiking nahm die Beteiligten durch ihre Fragen auf eine spannende Reise zu den eigenen Gedanken und durch die erlebte Zeit. Sie wollte viel über Erfahrungen und das Engagement, die Visionen und Hoffnungen ihrer Gäste erfahren. Auch über Motivation und den Umgang mit Niederlagen, über gewonnene und verlorene Kämpfe und hilflose Ohnmacht wurde gesprochen.

Bei der kritischen Nachfrage, ob sich die Menschen bislang gut für die Zukunft eingesetzt hätten, fielen die Antworten selbstkritisch und schonungslos aufrichtig aus. Eva-Brigitte Freund zeigte sich bitter enttäuscht von Industrie und Politik und die beiden Jugendlichen monierten deutliche Defizite im Bereich des Umweltschutzes. „Was läuft in unserer Gesellschaft nicht gut und was fehlt?“, wollte die Pfarrerin wissen und die Gäste waren sich einig, dass das Konsumverhalten verändert und das Anspruchsdenken heruntergeschraubt werden müsste. Jutta Henrich fand es zudem überaus bedenklich, dass „ganz rechte Positionen wieder so viel Zuspruch finden“. Alle Geladenen betonten, dass Zukunft nicht in den Schoss fällt, sondern erkämpft werden muss. Kämpfen müsse aber keinen negativen Beigeschmack haben. Kämpfen sei gut, wenn es fair, sportlich und mit den Regeln geschehe - und wenn der Kampf nicht gegen andere, sondern für die Sache ausgetragen werde.

„Und woraus ziehen sie die Kraft für den Kampf?“, interessierte sich die Pfarrerin. Die beiden Jugendlichen Konstantin Ruppel und Andrée Schwarz werden von Lob und positivem Feedback aufgebaut, Ursula Wachter zehrt heute noch von den Ratschlägen ihres längst verstorbenen Großvaters und Eva-Brigitte Freund lässt sich von ihrer Familie mittragen. Hellger Koepff findet die junge, demonstrierende Generation aufmunternd und ihn stärkt, ebenso wie Jutta Henrich, die Gewissheit, dass die Welt in Gottes Hand liege. Sehr bewegend war der Ausblick der Redner auf die Zukunft. Alle betrachteten Zukunft als globales Geschick. Dekan Koepff erhielt viel Zustimmung, als er sagte: „Ich kann nur weltweit denken. Eine gute Zukunft bedeutet, dass Menschen nicht mehr fliehen müssen, sondern in ihren Ländern leben können.“ Damit dies verwirklicht werden könne, setzt er bei sich an. „Vielleicht müssen wir auch unseren gewohnten Lebensstandard loslassen?“ Weil diese Diskussion im Licht des Kirchenleitbilds „Generationen begegnen sich vor Gott“ geführt wurde, gab es am Ende Ratschläge für die anderen Altersgruppen. Zukunft könne klappen, wenn man sich neugierig und offen engagiert, ohne sich verhärten zu lassen und nicht alles auf „die anderen“ schiebe. Grundsätzlich solle man die Hoffnung nicht aufgegeben, sondern im Kleinen arbeiten, damit etwas Großes daraus werden könne. Zu diesen Ermunterungen passte auch das gemeinsam gesungene Lied. Steffen Dietze, der am Piano Impulse setzte, intonierte das Biermann-Lied „Du lass dich nicht verhärten, in dieser harten Zeit“. So waren die letzten Worte des Abends eine ermutigende Botschaft: „Das Grün bricht aus den Zweigen, wir woll'n das allen zeigen, dann wissen sie Bescheid.“

Text/Foto von Angela Körner-Armbruster

© Schwäbische Zeitung 02.12.2019

Foto Tanja Bosch

Acht Promis erkochen 3500 Euro für die Stadtpfarrkirche
3500 Euro sind am Freitagabend für die Außensanierung der Biberacher Stadtpfarrkirche St. Martin zusammengekommen. Acht Promis haben dafür gemeinsam mit Profiköchen in der Küche des Restaurants „Ropach“ ein leckeres Menü gezaubert. Beim Promi-Dinner der „Schwäbischen Zeitung“ verteilten die 65 Gäste für das Vier-Gänge-Menü insgesamt 3266 Punkte. Pro Punkt spendete die Volksbank Ulm-Biberach einen Euro. Am Ende rundete die Volksbank den Betrag auf. Der Erlös von 3500 Euro geht nun an den Förderverein Bauhütte Simultaneum. Unter Anleitung von „Ropach“-Küchenchef Pawel Gawlik und seinem Team haben folgende Promis den Kochlöffel geschwungen: Hans Beck und Ulrich Heinkele von der Bauhütte Simultaneum, Filmfest-Intendantin Helga Reichert, Degenfechterin Vanessa Riedmüller, Florian Treske, Spielertrainer des FV Biberach, Fabian Hagel alias DJ Fabu, Josef Schneiderhan, Direktor Privatkunden bei der Volksbank Ulm-Biberach, und SZ-Verlagsleiter Heiko Tichanow.
Mehr zum Thema lesen Sie in der Dienstagsausgabe der SZ Biberach. Text/Foto: Tanja Bosch