© Schwäbische Zeitung 25.07.2019

Pfarrer Christian Keinath hat Bernd Pfister die Brenz-Medaille überreicht. FOTOS: PRIVAT

Brenz-Medaille würdigt Bernd Pfisters Engagement

Vorsitzender des evangelischen Kirchengemeinderats bekommt die Auszeichnung beim Gemeindefest verliehen


Laupheim

Besondere Ehre für Bernd Pfister: Der Vorsitzende des evangelischen Kirchengemeinderats Laupheim ist mit der Johannes-Brenz-Medaille in Bronze ausgezeichnet worden. Die Evangelische Landeskirche in Württemberg würdigt damit sein herausragendes, mehr als 30-jähriges Engagement.

Im Familiengottesdienst zum Gemeinde-Sommerfest überreichte Pfarrer Christian Keinath Medaille und Urkunde. Er hob hervor, dass Bernd Pfister sich zeitlich und gedanklich über das von einem ehrenamtlichen Vorsitzenden zu erwartende Maß in die Leitung der evangelischen Kirchengemeinde Laup-heim einbringe.

Pfister (54) stieß als Jugendlicher zur Gemeinde, war in Laupheim und im Kirchenbezirk Biberach im Jugendwerk aktiv. Seit Ende 1989 gehört er dem hiesigen Kirchen-gemeinderat an; im Jahr 2000 wurde er zum Vorsitzenden gewählt. Die Laupheimer evangelische Gemeinde ist in dieser Zeit stetig gewachsen, auf aktuell rund 4000 Mitglieder.

Der Großteil dessen, was in der Gemeinde für die Menschen angeboten wird, könne nur dank des ehrenamtlichen Einsatzes von Gemeindegliedern und in ökumenischer Verbundenheit geleistet werden, betonte Pfarrer Keinath anlässlich der Verleihung der Brenz-Medaille. Er warb um Mitarbeit und dafür, für die Kirchengemeinderatswahl am ersten Advent (1. Dezember) zu kandidieren.

„Ich überlege noch, ob ich mich um eine weitere sechsjährige Amtszeit bewerben soll“, sagte Pfister der SZ. Die Auszeichnung freue ihn sehr. Ohne die Unterstützung seiner Frau Elke hätte er sich aber nicht in dieser Weise einbringen können.

Die nach dem württembergischen Reformator Johannes Brenz (1499 - 1570) benannte Medaille wird auf Antrag aus der Kirchengemeinde vom Büro des Landesbischofs vergeben.

© Schwäbische Zeitung 22.07.2019

Die Pfarrer Kilian Krug (r.) und Hans-Dieter Bosch (3. v. r.) segneten mit Unterstützung der Ministranten Kevin (sitzend) und Carlos die neuen Schulräume. (Foto: Jürgen Emmenlauer/St.-Elisabeth-stiftung)


Vom Kind aus gedacht und gebaut

Steigende Schülerzahlen an der Schule St. Franziskus (SSF) der St.-Elisabeth-Stiftung sorgen dafür, dass im kommenden Schuljahr erstmals 19 Klassen gebildet werden. Sieben Lerngruppen werden in den Neubau ziehen, der am Freitag feierlich eingeweiht wurde. Das markante Holzgebäude beherbergt neben den Klassenräumen die Schulverwaltung, die Mensa sowie einen vergrößerten Therapiebereich.

Alles hat gepasst: Der Einzug kann in den Sommerferien erfolgen und der Finanzrahmen von 7,6 Millionen Euro wurde eingehalten, schreibt die Stiftung. Die Spendenaktion mit dem Spendenziel von 300 000 Euro befindet sich auf der Zielgeraden. Mehr als 1000 Spender haben sich bereits finanziell beteiligt. Ein glückliches Ende besonders für Rektor Bernhard Buck, der nach fast einem Vierteljahrhundert zum Schuljahreswechsel die Leitung an Konrektor Thomas Kehm übergibt.

Peter Wittmann als Vorstand der St.-Elisabeth-Stiftung dankte dem Schulteam dafür, was trotz PlatzmangelS geleistet wurde. „Mit ihrem Spezialwissen und Spezialkönnen ist die Schule St. Franziskus der richtige Lernort für Kinder und Jugendliche mit ganz besonderen Bedürfnissen. Für manche Kinder ist dieser Ort eine große, vielleicht auch die letzte Chance.“

Den Löwenanteil der Kosten schultert die Stiftung selbst

Dem Stiftungsrat dankte Wittmann ebenfalls. Das Aufsichtsgremium hatte die große Investition trotz schlechter Zuschusslage freigegeben. 95 Prozent der Baukosten muss die Stiftung selbst aufbringen. Ist eine solche Erweiterung in Zeiten der Inklusion wirklich nötig? Die hohe Elternnachfrage liefert die Antwort.

Diese Wahlfreiheit zwischen Regelschule und sonderpädagogischer Einrichtung müsse gewahrt bleiben, sagte Joachim Schmidt, Direktor der Stiftung Katholische Freie Schule. Alle Schularten müssten sich ändern, neue Wege beschreiten. Für ein gemeinsames, praxistaugliches Inklusionsverständnis liefere die Sonderpädagogik bewährte Ansätze. „Wie Gott den Menschen anschaut und annimmt, so muss sich Unterricht vom Kind aus entwickeln“, erläuterte der Theologe mit Pädagogik-Hintergrund. Er forderte, das wertfreie „Hinschauen und Annehmen“ in der Kirche und in den Bekenntnisschulen „zum Top-Thema zu machen“.

Aus Sicht der Stiftung geizte die öffentliche Hand mit Zuschüssen, doch ideell standen die lokalen Politiker hinter dem Bauvorhaben. Als Schulbaupaten engagierten sich die beiden Bundestagsabgeordneten Josef Rief (CDU) und Martin Gerster (SPD), die Landtagsabgeordneten Petra Krebs (Grüne) sowie das Ehepaar Adrian und Helga Kutter aus Biberach. Sie brachten den Schulbau immer wieder ins Gespräch.

Rief forderte, Inklusion „ideologiefrei“ zu diskutieren. Gerster grenzte sich klar von den populistischen Strömungen ab, „die auf Ausgrenzung, ja auf Hass setzen“. Euthanasiemorde bedeuteten eben mehr als einen „Vogelschiss in der deutschen Geschichte“. Petra Krebs dankte ihrem Kollegen für diese deutlichen Worte. Sie fordert ebenfalls genügend Raum für Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft ein: „Wir brauchen besondere Räume für besondere Menschen“. In der multifunktionellen Mensa sieht sie viele Chancen der Inklusion. „Wenn sich die Schule so klar nach außen öffnet, macht das auch Teilhabe möglich“, so die Patin. Sie wünscht sich, dass die Schemmerhofer den Raum für Veranstaltungen nutzen.

Ein Aushängeschild über die Gemeindegrenzen hinaus


Bürgermeister Mario Glaser betonte die gegenseitige Verbundenheit und versprach weiterhin die uneingeschränkte Unterstützung. Die Schule sei „ein weit über die Gemeinde ausstrahlendes Aushängeschild“, wird er in dem Bericht zitiert.

Der quadratische, in Holzbauweise errichtete Teilneubau entstand unter der Regie des Ulmer Architekturbüros Braunger und Wörtz. Das Planungsteam widmete sich ganz den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen mit geistigen oder mehrfachen Behinderungen und schuf in enger Abstimmung mit Robert Stirner als Bauvertreter aus dem Kollegium eine ideale Lernumgebung. Die Räume sind lichtdurchflutet, freundlich und großzügig geschnitten. „Dieses Gebäude kann uneingeschränkt gebraucht werden. Sie finden darin keine Ecke, die nicht für die Schüler funktioniert“, betonte Berthold Braunger.

Bevor die beiden Pfarrer Kilian Krug und Hans-Dieter Bosch gemeinsam die Räumlichkeiten segneten, gab es noch eine echte Überraschung. Theo Rehm, der Vorsitzende des Schulfördervereins, übergab als Einweihungsgeschenk ein Klavier, das schon lange auf der Wunschliste stand und dem „Streichkonzert“ zum Opfer fiel. Musikpädagoge Arnfried Oehme, der schon mit der Schulband Beatkids für Schwung zwischen den Reden sorgte, schlug zusammen mit einer kleinen Combo einen flotten Ragtime in die Tasten.

Bildunterschrift
Die Sonderschule St. Franziskus in Ingerkingen schafft mit einem Neubau mehr Platz
Auf dem Gelände in Ingerkingen entstand in fast zweijähriger Bauzeit der Neubau für die Schule St. Franziskus in Holzbauweise. (Foto: rob stirner/st.-elisabeth-stiftung)