© Schwäbische Zeitung 27.03.2019

Die Evangelische Kantorei interpretiert unter Jürgen Berron mit Petra Dieterle, Christine Müller, Marcus Elsässer und Burkhard Pflomm als Solisten (von links) sowie Harmonium und Klavier Rossinis „Petite Messe solennelle“ in St. Georg. (Foto: Kurt Zieger)

Zu Herzen gehendes Kunstwerk

Evangelische Kantorei führt mit Solisten und Instrumentalisten Rossini-Messe auf

Riedlingen


- Was Rossini als „arme, kleine Messe“ bezeichnete, erklang in der Riedlinger St. Georgskirche als melodienfreundliches und zu Herzen gehendes Kunstwerk. Jürgen Berron vereinte seine Kantorei mit versierten Solisten zu einer sängerischen Einheit, die von Klavier und Harmonium unterstützt wurden. Die erfreulich vielen Besucher lohnten die beeindruckende Interpretation mit lang anhaltendem Beifall.

Mit Giachino Rossini verbindet man vor allem den „Barbier von Sevilla“. Doch verwöhnt von vielen Erfolgen auf der Theaterbühne wandte sich der Komponist in seiner zweiten Lebenshälfte einer anderen Kompositionsweise zu. So entstand 1863 die „Petite Messe solennelle“ im Pariser Stil, die jeweils nur von Klavier oder Harmonium begleitet waren. Obwohl es auch eine Orchesterfassung gibt, wählte Berron für seine Sängerschar das Original.

Mit einem fast beschwörenden Kyrie als Andante maestoso beginnt Rossini sein Werk. Klanglich zurückgenommen, die musikalischen Leitlinien dennoch präzise betont, das Christe eleison, um mit dem Thema des einleitenden Prologs diesen Teil der Messe abzurunden. Katrin-Randecker-Kaiser am Klavier und Burkhard Pflomm (Harmonium) boten die zuverlässige, jedoch unaufdringliche instrumentale Basis.

Das Gloria als eines der Herzstücke beginnt in einem strahlenden Allegro zum „Glorificamus te“. Erstmals bereichern die vier Solisten das musikalische Geschehen: Steffen Balbach mit sonorem Bass, Marcus Elsässer erneut mit hellem Tenor, Christine Müller mit viel Wärme in der Stimme und Petra Dieterle, die ihre klare Sopranstimme mühelos in die Höhe steigen ließ.

Im „Gratias agimus tibi“ schlägt Rossini durch das Klavier klare Konturen an, ohne die melodische Schönheit des Solistenterzetts zu vernachlässigen. Dem „Dominus Deus“ als einem jubilierenden Lobgesang verlieh Marcus Elsässser Profil. Auf dieses Zwiegespräch mit dem Klavier folgte zum „Tollis peccata mundi“ ein Duett von Sopran und Alt mit viel einfühlsamem Empfinden versehen.

Nach dem „Quoniam tu solus Sanctus“ als einem vorwärtsdrängenden und klangreichen Solo des Bassisten mit einer fantastisch agierenden Pianistin rundete der Chor mit einem bewegten „Cum sancto Spiritu“ und einem klanglich überzeugenden, vielfach strukturiertem Amen diesen umfangreichen Teil der Messe.

Textlich nimmt das Credo einen besonders großen Raum im Messverlauf ein. Beginnend mit einem Allegro der vier Solisten in Verbindung mit dem sängerische Freude ausstrahlenden Chor zeigt Rossini seine vielgerühmte Melodienfreundlichkeit. Sie verbindet die von allen Akteuren gut genutzte Möglichkeit, sich zu profilieren. Chor, Solisten und Instrumentalisten bildeten unter der erfahrenen Leitung von Jürgen Berron eine überzeugende Einheit.

Als einer der Ruhepunkte galt das Andantino sustenuto der Sopranistin zum Begräbnis Jesu. Danach die jubelnde Gewissheit des Chors in Verbindung mit dem Solistenquartett über die Auferstehung der Toten bis hin zum aufs neue klanglich vielschichtigen Amen mit Klavier und Harmonium als dem Zeichen der kommenden Welt.

Berührendes Bitte um Frieden

Nach einem „Prelude religieux“ mit klaren Akkorden des Klaviers und klangfeiner Melodik des Harmoniums erklang im Stil einer Ritournelle das Sanctus. Über der instrumentalen Basis erhoben sich Solisten und Chor zu einem jubilierenden „Hossana in excelsis“.

Die in sich stimmige durchdachte Interpretation mit viel musikalischer Schönheit wurde weitergeführt in der Sopranarie „O salutaris hostia“. Zu der auch in beträchtlicher Höhe biegsamen Stimme der Sopranistin passte die Aussagekraft der Altistin beim „Agnus Dei.“ Zusammen mit dem Chor bittet sie in einem berührenden Largo um den Frieden in der Welt.

Lang anhaltender Beifall der vielen Zuhörer im gut besetzten Mittelschiff von St. Georg zeugte davon, dass sie von Berrons Interpretation von Rossinis Meisterwerk mit seinem Chor und den Solisten tief beeindruckt waren.

Eigentlich schade, dass diese immensen Anstrengungen vor allem der Sängerschar nur auf eine einzige Aufführung beschränkt bleiben.

© Schwäbische Zeitung 27.03.2019

Evangelischer Posaunenchor Biberach feiert sein 100-jähriges Bestehen


Erster Auftritt im April 1920 - Drei Veranstaltungen zum Jubiläum

Biberach

Das ist ein stolzes Jubiläum: Der Evangelische Posaunenchor Biberach besteht in diesem Jahr seit 100 Jahren. Dieses Jubiläum wird mit drei Veranstaltungen gefeiert.

Es war im April 1920, als zum Konfirmandenempfang erstmals ein Blechbläserquartett, das im Jahr 1919 zu üben begonnen hatte, aufspielte. Dieses wird als Gründungs- oder Keimzelle des späteren Biberacher Posaunenchors bezeichnet. Im Jahr 1932 bestand der Chor dann bereits aus drei Sopranstimmen, zwei Altstimmen, zwei Tenören, einem Hochbass und einem Tiefbass. Dies belegt ein damaliges Sitzungsprotokoll.

Nach einer schwierigen Zeit in den 1930er-Jahren und den Wirren des Zweiten Weltkriegs nahm die Posaunenarbeit in den frühen Nachkriegsjahren aber schnell wieder an Fahrt auf. So ist dokumentiert, dass der Chor unter Leitung von Albert Gerster schon 1945 wieder mit einem Quartett startete. In den 1950er-Jahren spielte ein stattlicher Chor zu regelmäßigen Auftritten in den evangelischen Kirchengemeinden und zu besonderen Anlässen sonntags auch vom Gigelturm herab.

Eine Besonderheit in dem damals von Männern dominierten Posaunenchor war die Aufnahme einer jungen Frau. Sie hatte über das Orgelspiel in den Kirchengemeinden Kontakt zum Posaunenchor aufgenommen und wurde festes Mitglied im Chor. Dennoch benötigte sie damals eine Sondergenehmigung, um auf dem Landesposaunentag in Ulm mitspielen zu dürfen. Heute musizieren im Posaunenchor zwölf Frauen und Mädchen sowie 19 Männer und Jungen.

Neben der musikalischen Leitung des Chors, die Katharina Bickel seit 1999 innehat, sind verschiedene Mitglieder des Chors in die alltäglichen Arbeiten und Aufgaben mit eingebunden. Die Ausbildung von Jungbläsern liegt in den Händen von Ralf Grunwald. Er verstärkt die Basis mit jungen Musikern, was wichtig ist, weil viele Posaunenchorbläser nach dem Schulabschluss Biberach und den Posaunenchor verlassen. Die organisatorische Leitung obliegt Daniela Schmid.

© Schwäbische Zeitung 07.03.2019

Pfarrer Bernhard Leube stellt in Ummendorf ein neues Liederbuch vor.

Neue Lieder und kirchliche Streifzüge
Beim ökumenischen Abend in Ummendorf wird ein neues Gesangbuch vorgestellt

"Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder", lautet das Motto eines ökumenischen Abends mit Streifzügen durch neue Lieder am Dienstag, 19. März, 19 Uhr, in der Versöhnungskirche in Ummendorf.

Nach dem großen Erfolg der "Gemeinsamen Streifzüge durch die Gesangbücher" vor zwei Jahren kommt Professor Bernhard Leube, wie die Kirchengemeinde mitteilt, wieder nach Ummendorf, um ein neues Liederbuch vorzustellen. 13 Jahre nach dem ersten Heft mit neuen Liedern kommt das Liederbuch "Wo wir dich loben, wachsen neue Lieder plus", um mehr als das Doppelte erweitert, neu heraus.

In der Gesamtkirchengemeinde Biberach wird das Liederbuch angeschafft. Das Team der Versöhnungskirche in Ummendorf, Riedweg 12, freut sich, zusammen mit allen, die Spaß am Singen haben, das neue Liederbuch zu erkunden. Neue Lieder, die mal beschwingt und rhythmisch, mal ruhig und nachdenklich die Gemeinde zum Mitsingen einladen.

Pfarrer Bernhard Leube vom Amt für Kirchenmusik in Stuttgart und Dozent für Hymnologie an der Hochschule für Kirchenmusik in Tübingen wird Lieder mit den Besuchern erproben. Er kann manches darüber erzählen, was ein Lied besonders macht und mit welchen Überlegungen dieses Lied ausgewählt wurde. Die Teilnehmer dürfen dabei laut dem Veranstalter "gespannt auf Geschichten rund um die neuen Lieder sein, und natürlich aufs Hören und Singen".

Foto privat von Prof. Berhard Leube

 

 

© Schwäbische Zeitung 04.03.2019

Fotograf Frank Mosthof dokumentierte den Umbau der Biberacher Stadtpfarrkirche

Bilderserie zeigt Wandel von Sankt Martin
Frank Mosthof hat den zweijährigen Umbau der Stadtpfarrkirche dokumentiert


Die Bilder des Fotografen Frank Mosthof erzählen eine besondere Geschichte: Seine Schnappschüsse machen es nämlich möglich, den Weg der Sanierung der Stadtpfarrkirche aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachten zu können. Oberbürgermeister Norbert Zeidler hat die Ausstellung am Freitagabend eröffnet.

Durch die Linse hat Mosthof jeden Schritt der Sanierung verfolgt, mit einem Kameraklicken dokumentiert und anschließend auf Papier gebannt. Seine Bilder hängen nun im Rathausfoyer aus. Jede Veränderung hat Mosthof dokumentiert - so kann der Fotograf zeigen, wie aus einer staubigen, chaotischen Baustelle in einem mühsamen und langwierigen Arbeitsprozess wieder eine Kirche wurde, in der Gottesdienste abgehalten werden können.

Zwei Jahre widmete sich Mosthof diesem Fotoprojekt. Durch die Arbeit daran wurde Mosthof Zeuge davon, wie Teile der Stadtpfarrkirche vorerst in Schutt und Asche gelegt werden mussten, um anschließend in neuem Glanz erstrahlen zu können.

Natürlich wollte der Fotograf es nicht verpassen, wenn in der Kirche Veränderungen vonstatten gingen. Dass es ganz und gar nicht einfach war, jeden Schritt der Sanierung fotografisch festzuhalten, erzählte Mosthof seinem Publikum bei der Eröffnung seiner Ausstellung am Freitag.

"Ein großes Lob geht an meine Frau", sagte er. Um sein Fotoprojekt erfolgreich fertigstellen zu können, waren unter anderem die helfenden Hände seiner Frau unverzichtbar. "Zwei bis dreimal die Woche ist sie an der Kirche vorbeigegangen und hat durch die Gucklöcher geschaut", erzählte Mosthof den Anwesenden im Rathausfoyer. Durch die Hilfe seiner Frau war Mosthof stets bestens darüber informiert, wenn die Baustelle wieder ein wenig anders aussah.

Als aus der riesigen Baustelle nach einer ganzen Weile vergangenen Dezember endlich wieder eine schöne Kirche wurde, muss wohl auch OB Zeidler ein Stein vom Herzen gefallen sein. Bei seiner Rede machte er deutlich: Es freue ihn, dass die Stadt der Hauptsponsor war und die Sanierung der Stadtpfarrkirche ermöglichen konnte. Denn für den Oberbürgermeister ist die Stadtpfarrkirche eine besondere Sehenswürdigkeit und ein Highlight, das die Stadt Biberach zu bieten habe.

Die Fotoausstellung von Frank Mosthof können Interessierte nun bis 31. März im Rathausfoyer bestaunen.