Connection timed out Mai 2019 : Evangelischer Kirchenbezirk Biberach

© Schwäbische Zeitung 31.05.2019

Pfarrer Ernst Eyrich machte beim Gummistiefel-Weitwurf eine gute Figur. (Foto: Klaus Pasedag)

Viel Gaudi im Zeichen des Dorfbrunnens
Beste Stimmung und Traumwetter beim Wainer Fest

Ein Traumwetter war am Donnerstag dem 8. Dorfbrunnenfest in Wain beschieden. Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen vergnügten sich die zahlreichen Besucher bei Vorführungen, Gaudispielen und vielfältiger Verköstigung den ganzen Tag lang.

Nach einem Gottesdienst in der Michaeliskirche, umrahmt vom Kindergarten und dem Posaunenchor, erläuterten Pfarrer Ernst Eyrich und Otto Fromm Entstehung und Bedeutung des Dorfbrunnens. Nicht fehlen durfte dabei natürlich das von den Kindergartenkindern dargebotene Brunnenlied. Im Anschluss an den Jahrgängerempfang im Rathaus wurden ein reichhaltiges Mittagessen serviert und die schönsten Bilder eines Malwettbewerbs prämiert. Die teilnehmenden Kinder hatten die Aufgabe bekommen, ein Brunnenbild zu malen. Die Werke konnten schließlich an den Wänden in der Kirche bewundert werden.

Zur Kaffee- und Kuchenzeit am Nachmittag startete ein buntes Programm, bei dem später auch die Aktivität der Besucher gefragt war. Doch zunächst gehörten Augen und Ohren den musikalischen Darbietungen der Schülergruppe des MV Wain, ehe die Grundschüler mit verschiedenen Auftritten - vom Flötenspiel über kleine Theaterstücke bis hin zu Tanzvorführungen - im evangelischen Gemeindehaus die Zuschauer begeisterten.

Am späteren Nachmittag wurde es unter freiem Himmel sportlich: Beim traditionellen (und exklusiven?) Wainer Gummistiefel-Weitwurf waren Beinkraft und Geschicklichkeit gefragt, damit das Schuhwerk in möglichst hohem Bogen durch die Luft flog. Manche nutzten die Gaudi, bei der es keinen Sieger gab, zu einem Privatduell, und auch Pfarrer Ernst Eyrich ließ sich den Spaß nicht nehmen.

Bürgerlich schlägt kirchlich

Einen echten Wettstreit gab es beim Torwandschießen, bei dem zwei Wainer Mannschaften - nämlich bürgerliche Gemeinderäte und Kirchengemeinderäte - gegeneinander antraten. 4:3 hieß es am Ende für die erstgenannten, wobei auch Bürgermeister Stephan Mantz seinen Teil zum Sieg beitrug. Über einen Erfolg freuen durften sich auch einige Teilnehmer an der „Entdeckertour Kirche“, bei der es knifflige Rätsel zu lösen gab. Den Sieg trugen hier Jakob und Hannah Strotmann sowie Lara Böhringer davon.

Ein Bücherflohmarkt, eine Lesung in Schäfers Kulturstadel, Tattoos für Kinder, Wasser- und Golfspiele und manches mehr rundeten den unterhaltsamen Tag ab, den der 13-köpfige Posaunenchor mit seinem Auftritt vollends ausklingen ließ.

Bildunterschrift: Pfarrer Ernst Eyrich machte beim Gummistiefel-Weitwurf eine gute Figur. (Foto: Klaus Pasedag)

 

© Schwäbische Zeitung 14.05.2019

Vikarin Julia Kaiser stellte sich und ihr Leben sinnbildlich mit einer Tasse der evangelischen Kirchengemeinde vor. (Foto: Wolfgang Lutz)

Vikarin Julia Kaiser: Mutig und echt sein

Evangelische Kirchengemeinde in Ertingen lud zum Begrüßungsgottesdienst ein

Ertingen - „Ostern liegt hinter uns und wirkt aber noch nach: Neues ist gewachsen, Altes ist vergessen“, so Dekan Helger Koepff bei seinem Willkommensgruß am Sonntag im Gerhard-Berner-Haus in Ertingen. Daher sei es ein besonderer Sonntag, an dem man Vikarin Julia Kaiser bei der evangelischen Kirchengemeinde Ertingen als Pfarrerin willkommen heißen könne. „Das ist was Neues, daher seien Sie uns herzlich willkommen“, begrüßte er die Vikarin in den Reihen der Gottesdienstbesucher.

 

In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Dekan Koepf die Weisheit. „Oft führen wir uns auf, als hätten wir sie mit Löffeln gefressen, dabei ist sie uns weit voraus und gehört niemandem.“ Aus der Weisheit lasse sich viel ableiten, dabei müsse man mit der Leichtigkeit der Weisheit umgehen, denn sie habe Lust auf uns Menschenkinder. Sie vermittle auch die Fähigkeit, über die eigenen Eigenheiten zu schmunzeln. „Das brauchen wir, nicht die Verbissenheit“, so der Dekan. Die spielerische Weisheit spiele sich auch zwischen Gott und der Welt ab. „Aber ist die Aufgabe der Pfarrerin ein Spiel?“, stellte er die Frage. Weisheit biete spielerische Leichtigkeit und für uns Menschen ungeahnte Möglichkeiten, dabei sei sie ganz nah an uns Christen. „Ich wünsche Ihnen viel Weisheit, so werden Sie allem begegnen können mit Licht und Schatten“, war der Wunsch an die neue Pfarrerin Julia Kaiser.

 

Sie habe lange überlegt, wie sie sich in der neuen Gemeinde vorstellt, so die Vikarin. Das demonstrierte sie dann bildlich anhand einer Tasse. Sie sei gefüllt mit vielen Talenten, die sie mitbekommen habe, mit ihren vier Kindern, mit gutem Essen, mit all den Dingen, die ihr Spaß machen. Doch es sei nicht die perfekte Tasse mit perfektem Leben darin. „Ich will authentisch sein, echt sein, und dazu gehören auch Brüche“, die sie erlebt habe, so die Vikarin. „Im katholischen Elternhaus aufgewachsen, stellte sich für mich die Frage: Wo geht's hin?“ Da habe ihr die evangelische Kirche die Pforten geöffnet, da hier die Bibel als Grundlage diene. Ein weiterer Bruch folgte nach einem Aufenthalt in Kamerun, wo sie sich danach bei ihrem Studium die Frage gestellt habe: „Will ich wirklich evangelisch werden?“ So blieb der Bruch mit der katholischen Kirche nicht aus. Doch dieser Bruch führte sie auch zum Aufbruch - „denn wir haben doch den gleichen Gott“. Nach wie vor stellte sie sich dann die Frage: „Was will ich, aber Gott meinte es gut mit mir beim großen Hinterfragen“, so Julia Kaiser. Auch ihre Ehe scheiterte. „Doch ich kann hier gut stehen und meine vier Kinder bringen viel Leben in mein Leben.“ Der letzte große Umbruch und Aufbruch sei nun in Ertingen geplant, wo sie mit vielen Zielen angereist sei, um neu aufzubrechen. „Seien Sie mutig und echt. Ich freue mich auf die Zeit mit Ihnen“, appellierte sie an die evangelischen Christen.

 

Für Silke Renz vom Pfarrgemeinderat war es etwas Besonderes, gerade am Muttertag die neue Pfarrerin begrüßen zu dürfen. Sie wünschte sich, dass Julia Kaiser in Ertingen eine neue Heimat findet: „Wir sind glücklich, einen direkten Ansprechpartner zu haben.“ Es erwarte die neue Pfarrerin eine Vielfalt an Aufgaben und man sei gespannt auf sie, denn ihr Schwerpunkt liege ja in der Kinder-, Familien- und Jugendarbeit und auch die Ökumene liege Julia Kaiser sehr am Herzen. „Wir alle werden Sie mit bester Kraft unterstützen“, versprach Silke Renz. Eine Dauer-Parkplatzkarte für die Schwarzachtalseen und ein Riedlinger Memory-Spiel sollten ihr und der ganzen Familie das Eingewöhnen in der neuen Pfarrgemeinde etwas leichter machen.