© Schwäbische Zeitung 31.10.2019

Das Ehepaar Maria und Martin Wiegand wird beim Begegnungsnachmittag zum Thema Inklusion über die Befindlichkeiten Behinderter und die Hilfen für sie berichten. Pfarrerin Anne Mielitz (rechts) lädt dazu ein. (Foto: Waltraud Wolf)

Einfühlsam über Inklusion reden
Begegnungsnachmittag für den Austausch zwischen Behinderten und Nichtbehinderten

Wie fühlt es sich an, in einem Rollstuhl zu sitzen und sich nur mit der Kraft der Armmuskeln über einen Kiesweg zu schieben? Nicht nur diese Erfahrung soll am nächsten Samstag, 2. November, vermittelt werden, wenn sich ab 14 Uhr Menschen mit und ohne Behinderung im Johannes Zwick-Haus in Riedlingen zu einer „Begegnung auf Augenhöhe“ treffen.

Die evangelische Kirchengemeinde Riedlingen-Ertingen/Dürmentingen lädt dazu ein. Der Nachmittag steht unter dem Leitwort „Inklusion“ und meint damit „miteinander leben, gemeinsam erleben.“ Damit sollen diejenigen angesprochen werden, die sich mit Alltagssituationen und der Perspektive von Menschen mit Handicap auseinandersetzen wollen. Die Veranstaltung soll Verständnis wecken, den respektvollen Umgang miteinander vermitteln und Lösungen aufzeigen. Zugleich gibt es die Gelegenheit, über Erfahrungen zu sprechen - als Betroffener oder auch als Angehöriger.

Kompetente Referenten haben sich angekündigt

Katja Lüke aus Frankfurt, zweimalige Deutschen Meisterin im Säbelfechten, wird bei der Veranstaltung als Referentin auftreten. Die Diplom-Sozialpädagogin, Sozialarbeiterin und Autorin sitzt seit 1997 im Rollstuhl und arbeitet als Referentin für Inklusion im und durch Sport im Deutschen Olympischen Sportbund. In Riedlingen jedoch ist sie „ganz privat“, hat sie doch in einer neurologischen Klinik in Konstanz Maria Wiegand und ihren Mann Martin kennen gelernt. Maria Wiegand leidet seit mehr als 20 Jahren an Multiple Sklerose und wird als Betroffene von ihrer Situation berichten. Angekündigt hat sich zudem Prälatin Gabriele Wulz.

Bei der Veranstaltung soll sich eine Gruppe zusammenfinden, die sich nachhaltig das Thema Inklusion thematisiert. Es gehe um gegenseitige Rücksichtnahme, um Signale auch des körperlich Eingeschränkten, dem Gesunde häufig mit großer Unsicherheit begegneten, betont Pfarrerin Anne Mielitz. Bei „Begegnung auf Augenhöhe“ sollen auch Bedürfnisse formuliert und vorgetragen werden. Bereit dazu sind Maria und Martin Wiegand. Ihre ältere Tochter war gerade 18 Monate alt, als die junge Frau erfuhr, an Multipler Sklerose erkrankt zu sein. Bei ihr sind vor allem die Beine betroffen, die Muskeln wurden schlapper, auch Gleichgewichtsstörungen machen ihr zu schaffen. Einen schweren „Schub“ hatte sie nie, wurde aber mit Kortison behandelt und konnte die ersten zehn Jahre „gut“ und ohne Einschränkungen leben. Ganz bewusst entschied sich das Paar für ein zweites Kind. Später hat sie sich oftmals mit Stöcken beholfen. Inzwischen bleibt das Fahrrad in der Garage, das Auto wurde für sie umgebaut.

Als „optimal“ bezeichnet Maria Wiegand die Voraussetzungen für sie bei ihrem Arbeitgeber Feinguss Blank. Sie kann direkt vor dem Haus parken und es gibt einen Aufzug. Etwas länger gebraucht hat sie, um selbst für den Rollstuhl bereit zu sein. In der Firma steht jetzt ein Rollstuhl im Büro, mit dem sie sich zu den Kollegen bewegen kann. Gearbeitet dagegen wird in einem „ganz normalen Bürostuhl“.

Zu Hause stehe ein Rollator parat, vor allem auch deshalb, um Dinge schadlos transportieren zu können, wie ihr Mann Martin Wiegand anmerkt. Hier wurden die Barrieren beseitigt, angefangen vom Teppich als Stolperfalle, die Dusche ist ebenerdig zugänglich. Alle notwendigen Räume befinden sich im Erdgeschoss des Hauses. Wenn es mal ganz schlimm ist und die Stufen am Eingang nicht bewältigt werden können, gibt es den Zugang über die Terrassentür. Was Maria Wiegand betont: Alle Hilfsmittel konnten über ihre Krankenkasse finanzieren werden. Es bedürfe eben des Aufwandes, die geforderten Unterlagen vorzulegen.

Trotz aller Widrigkeiten hat sie nach 20 Jahren Abstinenz hat sie sich wieder einmal auf den Gallusmarkt gewagt und die wiedergewonnene Freiheit genossen. Dennoch fühlt sie sich von öffentlichen Veranstaltungen ausgeschlossen, wenn Barrieren vorhanden sind.

© Schwäbische Zeitung 21.10.2019

Evangelische Kirchengemeinde feiert 125 Jahre Kirchweih

Seit 125 Jahren ein Ort des Innehaltens und des Gebets

Mit einem festlichen Gottesdienst hat die evangelische Kirchengemeinde Bad Buchau den Jahrestag der Kirchweih vor 125 Jahren begangen. Mit Frank Otfried July, Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, und Dekan Hellger Koepff aus Biberach war hoher Besuch nach Bad Buchau gekommen. Sie zelebrierten zusammen mit Pfarrer Markus Lutz und Prädikantin Imke Winter den Gottesdienst; die musikalische Umrahmung gestalteten der Kirchenchor, die Klangwerkstatt der Stadtkapelle Bad Buchau und Renate Bechtle an der Orgel.

An gewöhnlichen Sonntagen finden etwa 40 Besucher den Weg in die relativ kleine Kirche in der Karlstraße, schnörkellos weiß verputzt, mit gepflastertem Hof und kleiner Grünanlage, dem hohen Glockenturm ohne Uhr. Der helle, klare Innenraum mit dunkler, holzgetäfelter Decke, der Orgelempore über dem Eingangsbereich, je drei farbigen Glasfenstern in sanften Grau-, Gelb- und Grüntönen bietet Platz für etwa 150 Menschen. Der Altar, die Kanzel sind schlicht, sachlich. Ganze Aufmerksamkeit findet das große Buntglasfenster im Altarraum mit christlichem Motiv im Zentrum. Alle 25 Jahre etwa sei grundlegend renoviert worden, zitiert Pfarrer Markus Lutz aus den Kirchenbüchern. „Die Kirche sieht noch ganz in Schuss aus,“ ergänzt er. Die Kanzel und die Empore benötigten jedoch einen neuen Bodenbelag; dafür sei die Sammlung am Ende bestimmt.

Am 27. September 1894 war der Neubau eingeweiht worden, „unter großer Anteilnahme auch der katholischen und israelitischen Gemeinde“, beschreibt es das Faltblatt der Kirchengemeinde. Nun kamen zu dem besonderen Festtag, dem 125. Jubiläum, fast 100 Gottesdienstbesucher. Sie wurden durch die moderne Musik der Klangwerkstatt überrascht.
Erst 1955 eigene Pfarrei

Pfarrer Lutz erinnerte an die Geschichte der Buchauer Protestanten, die erst 1955 zur eigenen Pfarrei erhoben worden waren. Nach der möglichen Niederlassung von evangelischen Bürgern 1806 hatten sie zu Pflummern, dann zu Schussenried gehört. Über mehrere Zwischenlösungen konnte die Gemeinde ab 1892 ihre heutige Kirche erbauen lassen. So werde das Gebäude heute 125 Jahre alt, die Gemeinde dagegen sei älter. Damals, so Pfarrer Lutz, sei der Bau genau der Anzahl der Gemeindemitglieder angepasst worden. Heute sei er glücklich über die Größe der Kirche: „Man fühlt sich darin nicht verloren, sondern willkommen.“ Nur an besonderen Festtagen würde es eng.

Landesbischof July sagte, er sei gerne nach Bad Buchau gekommen. „Was gibt es Schöneres, als Kirchweih zu feiern!“ Er fuhr fort: „125 Jahre ist ein besonderer Moment hier in der Diaspora“, und erinnerte daran, wie wichtig zur damaligen Zeit ein verlässlicher Raum gewesen sei: „Verlässlichkeit bedeutete Freiheit.“ Orte der Zuflucht würden auch aktuell noch weltweit durch solche Versammlungsräume entstehen. Heute würden hier diese Räume zur Unterbrechung der Routine notwendig, zur Möglichkeit, eine andere Perspektive einzunehmen. Jedoch, ergänzte er, werde ein Kirchenbau erst lebendig durch die dazugehörende Kirchengemeinde. Das Bild von den „lebendigen Steinen“ übernahm er aus den Schriften von Petrus: „Die Kirche ist ein Haus der lebendigen Steine.“ Auch junge Menschen könnten sich hier aufgehoben fühlen, könnten „ein Nest finden“.

Nach Fürbitten und Gebeten, den gemeinsam gesungenen Kirchenliedern mit Orgelbegleitung, mehreren Beiträgen der Klangwerkstatt beendeten die Mitglieder des Kirchenchors unter der Leitung von Stefan Hart den Gottesdienst.

Miteinander der Konfessionen

Auf der Bühne des Gemeindehauses sprach danach Pfarrer Lutz’ katholischer „Kollege“ Martin Dörflinger neben seinen Gratulationsworten vom gelungenen Miteinander der beiden Kirchengemeinden. Er freue sich am Wachstum einer „prägenden Gemeinde“. In verschiedenen Gremien und zu vielen Anlässen arbeiteten beide gut zusammen: beispielsweise bei Schulpatenschaften, in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit, in der Hospizgruppe, bei ökumenischen Schülergottesdiensten oder den Gedenktagen an die Opfer der Pogromnacht. Sie verstünden und ergänzten sich. Außerdem, schloss er mit einem Schmunzeln und Blick auf Pfarrer Lutz: „Wir ticken in manchem ähnlich.“

Bürgermeister Peter Diesch überbrachte die Glückwünsche von der politischen Gemeinde und erinnerte an die Vergangenheit Bad Buchaus: „Das Nebeneinander der verschiedenen Konfessionen hat Buchau immer geprägt.“ Das Grundstück, auf dem die Kirche seit 125 Jahren steht, sei einstmals in katholischem Besitz gewesen, dann in jüdischem. Landesbischof July überreichte er das Buch über das jüdische Leben in Bad Buchau mit zahlreichen berühmten Namen. Die Familie Einstein beispielsweise, von der Albert zwar – „Leider!“, fügte er augenzwinkernd hinzu – in Ulm geboren und damit ein „Enkel von Bad Buchau“ sei.

© Schwäbische Zeitung 14.10.2019

Rund 120 Menschen versammelten sich am Sonntag auf dem Ernst-Schäll-Platz zu einem Gedenken nach dem Attentat von Halle. Foto: Roland Ray

„Es ist gut, dass Sie hier sind“

Rund 120 Menschen setzen in Laupheim ein Zeichen gegen Antisemitismus

Rund 120 Menschen sind am Sonntag dem Aufruf der christlichen Laupheimer Kirchen und der Stadt gefolgt, nach dem Attentat auf die Synagoge in Halle ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Vor dem Eingang zum jüdischen Friedhof gedachten sie der Opfer von Hass und Gewalt.

„Gewalt schafft Bilder“, sagte der evangelische Pfarrer Christian Keinath in einer kurzen Ansprache. Bilder, die sich im Netz blitzschnell verbreiten. Dem wolle man in Laupheim ein anderes Bild entgegenstellen. „Das tun Sie allein schon durch Ihr Hiersein“, rief Keinath den auf dem Ernst-Schäll-Platz Versammelten zu. „Wir brauchen nicht schreien, wir können still sein, und trotzdem ist das beredt.“ So entstehe ein positives Bild, für Offenheit und Miteinander und eine Gesellschaft in Freiheit und Vielfalt. „Es ist gut, dass Sie hier sind.“

 

Michael Niemetz, Leiter des Museums zur Geschichte von Christen und Juden, erinnerte an den vor 100 Jahren in der Kapellenstraße geborenen Schriftsteller Siegfried Einstein. Er floh vor den Nazis in die Schweiz. In den 50er-Jahren nach Deutschland zurückgekehrt, als Einziger der emigrierten jüdischen Laupheimer, wurde er wieder angegriffen und verfolgt. Er wollte in seiner Heimatstadt Laup-heim beerdigt sein. Zeitlebens hat sich Einstein für eine offene Aufarbeitung der NS-Zeit und gegen Antisemitismus engagiert. Er schrieb Gedichte, Reden und Aufsätze, damit die Untaten nicht vergessen würden und sich nicht wiederholen könnten. „2019 müssen wir ihm berichten, dass wir es nicht geschafft haben“, bedauerte Michael Niemetz. „Mir tut das Leid.“

Schockiert über die Ereignisse in Halle zeigte sich Elisabeth Lincke, Vorsitzende der Gesellschaft für Geschichte und Gedenken. „Dieser Angriff trifft uns auch als Zivilgesellschaft und Demokraten. 70 Jahre nach Inkrafttreten des Grundgesetzes wurde in Halle unser Wertesystem infrage gestellt, von einem einzelnen Täter aus einem verrohenden Umfeld.“ Die Verteidigung von Würde, Toleranz und Respekt dürfe nicht allein dem Staat überlassen bleiben. Ein jeder müsse den Mut aufbringen, Populisten gleich welcher Couleur die Stirn zu bieten.

Der katholische Pfarrer Alexander Hermann erinnerte an die Laupheimer Synagoge, 1938 von Nazis niedergebrannt. „Wir verbinden uns ganz bewusst mit der jüdischen Gemeinde in Halle“, sagte er, „und zeigen ihren Mitgliedern: Wir sind bei euch.“

Drei Kerzen auf den Stufen des ehemaligen jüdischen Leichenhauses entzündete Hermann. Die erste für alle jüdischen Gemeinden im Land. Die zweite für die Frau und den Mann, die der rechtsextreme Attentäter von Halle erschoss, und für die Verletzten, die sein Amoklauf forderte. Die dritte Kerze schließlich für alle Menschen, die mit Hass und Ausgrenzung zu kämpfen haben. „Ihnen wollen wir unser besonderes Gedenken zuwenden.“

Mit einer Schweigeminute endete die Zusammenkunft auf dem Ernst-Schäll-Platz.

© Schwäbische Zeitung 08.10.2019

Kinder dankten für all die Gaben im Gottesdienst. (Foto: Manuel Mussotter)

Arm und reich auf der Kirchenbank
Fröhliches und lehrreiches Erntedankfest in der Wainer Michaelskirche

Von Manuel Mussotter

Wain (sz) - Am vergangenen Sonntag wurde in Wain ein Familienfestgottesdienst gefeiert, den der Kindergarten Paulinenpflege und der Posaunenchor mitgestalteten. Das Erntedankfest war dafür der Anlass, berichtet das Pfarramt Wain.

Als die Glocken der Michaelskirche am Sonntagmorgen in Wain verstummten, zog zu den festlichen Klängen des Posaunenchores eine fröhliche Kinderschar in das Gotteshaus ein. Mit den Erzieherinnen durften sie im Altarraum Platz nehmen, und so bereicherten sie den Gottesdienst.

Eindrucksvoll präsentierten die Kinder den Gottesdienstbesuchern eine Geschichte aus der Perspektive einer Ameise. Feldmäuse und Hamster wuselten zum aufkommenden Herbstwind durch den Altarraum. Die Ameise trägt eine schwere Last: ein Weizenkorn. Aber es lohnt sich: „Dieses Weizenkorn wird mich und viele andere ernähren!“ Und so sät die Ameise das Weizenkorn noch vor dem drohenden Winter in die Erde. Es wächst und gedeiht. Also halten die Kindergartenkinder symbolisch für ein Weizenfeld viele Halme in die Höhe und winken den Zuschauern zu.

Aber nicht nur im Schauspiel waren die Kinder mit ihren Erzieherinnen einfallsreich. Sie sangen muntere Lieder, untermalten das Schauspiel und Singen mit Gitarrenbegleitung und Orffschen Instrumenten. Beim Lied „Alles jubelt, alles singt“ klatschen und hüpfen die Kinder und so wurde der Dank und die Freude über die diesjährige Ernte spürbar.

Schön geschmückte Kirche

Sehr schön geschmückt war an diesem Festtag auch die Michaelskirche. Jedoch hatten die Besucher, die auf der Nordseite des Hauses saßen, nur ein kleines Säckchen an ihren Plätzen liegen, gefüllt mit Reis. Auf der Südseite lagen dagegen Äpfel, Birnen und vieles mehr auf den Bänken. „Geht es nun auch in der Kirche ungerecht zu?“, fragte Pfarrer Eyrich die Gemeinde. In der Predigt erfuhren die Zuhörer, dass eine solch geringe Menge Reis, vielen Menschen auf der Welt als tägliche Essensration zur Verfügung stehe und nicht mehr. Der Kontrast zwischen arm und reich war deutlich. Eyrich appellierte an die Gemeinde, mit Essen und Nahrungsmitteln auch achtsamer und dankbarer umzugehen. Dankbarkeit könne das Leben froh machen.

Nachdenklich machte die Gemeinde auch eine Mülltonne, die neben dem Taufstein, mitten im Erntedankaltar stand. Auch sie war mit frischem Gemüse gefüllt und sollte darauf aufmerksam machen, dass eine große Zahl an Lebensmitteln täglich weggeworfen werde.

Nachdem die Kinder zum Abschluss des Gottesdienstes in den Fürbitten Gott für all die Gaben dankten, trafen sich noch viele Gottesdienstbesucher im Gemeindehaus neben der Kirche und ließen sich Kaffee und Kuchen schmecken, zu dem die Kirchengemeinde eingeladen hatte.

© Schwäbische Zeitung 05.10.2019

Karin Burgmaier-Laengerer (vorne links), Leiterin der Familienbildungsstätte mit dem haupt- und ehrenamtlichen Team. (Foto: Heine)

„Mit-Gefühl“ ist Semesterschwerpunkt

Der Semesterschwerpunkt „Mit-Gefühl“ durchzieht das Kursangebot des neuen Programms der Evangelischen Familienbildungsstätte (FBS). In vielfältigen Angeboten durch alle Fachbereiche und für alle Generationen will die fbs Impulse und Anregungen geben, um wertschätzendes Mitgefühl auf Augenhöhe zu entwickeln.

„Mit-Gefühl“ sei für ein gesellschaftliches Überleben unverzichtbar und biete die Möglichkeit, auf schwierige Situationen mit Verständnis zu reagieren anstatt mit Angst und Abwehr, so die fbs. Jeder Mensch sei dazu fähig, auch Fremden gegenüber. „Mit-Gefühl statt Mit-Leid“, „Mann sein - Vater sein“, „Nein sagen“ in Beziehung zum Partner wie auch den Kindern, „Geschwister - eine Beziehung fürs Leben“ und auch „Umgang mit Trauer und Tod“ sind Themen im Kursprogramm. In Seminaren, Kreativkursen, Tanz- und Gesundheitsangeboten der fbs gibt es viele Möglichkeiten, sich selbst besser wahrzunehmen und achtsam zu werden.

Auch im Erziehungsalltag fördere die liebevolle und feinfühlige Zuwendung junger Eltern gegenüber ihren Kindern das existenzielle Gefühl von Sicherheit, Verbundenheit und Geborgenheit. Dies wirke sich positiv auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen und deren späteres Leben aus. Die FBS bietet jungen Familien eine Vielfalt von unterschiedlichsten Gruppenangeboten für Eltern mit ihren kleinen Kindern an - von Pekip über Spiel-Raum für Bewegung, Montessori-Pädagogisch orientierten Kursen und zahlreichen anderen Eltern-Kind-Gruppen. In pädagogischen Vorträgen erfahren Eltern Unterstützung und Orientierung in ihren Erziehungsfragen und der Alltagsgestaltung - „Mitgefühl im Internet - ein Fall für die Medienkompetenz“, „Ist mein Kind hochsensibel?“ „Demokratie beginnt in der Familie“, „Bindung(s)icher“, „Oh, Trotz lass nach!“ oder „Schlaf, Kindlein schlaf“. Darüber hinaus bietet die fbs weitere Intensivangebote für Familien in besonderen Lebenslagen - zum Beispiel für Mehrlingsfamilien, für Eltern mit einem chronisch kranken oder behinderten Kind und für Trauerfamilien an.

© Schwäbische Zeitung 04.10.2019

Matthias Krack wird Dekan in Bibeach im Frühsommer 2020

Matthias Krack folgt auf Hellger Koepff

(sz) Der Kirchenbezirk Biberach bekommt im Frühjahr 2020 einen neuen Dekan: Matthias Krack folgt auf Hellger Koepff, der nach 16 Jahren zum Jahresende in den Ruhestand gehen wird. Das teilt die Landeskirche auf ihrer Webseite mit.

Der 50-jährige Matthias Krack wird sein neues Amt „voraussichtlich zwischen Ostern und Pfingsten 2020 antreten“, sagte er nach seiner Wahl.

Mit fast 1900 Quadratkilometern ist das Dekanat Biberach flächenmäßig eines der größten der württembergischen Landeskirche. Allerdings gehören den 25 zum Kirchenbezirk zählenden Gemeinden nur rund 44 000 Mitglieder an. Diese Diasporasituation im katholisch geprägten Oberschwaben nehme der aus Ruit (Ostfildern) stammende und in Esslingen aufgewachsene Krack als Herausforderung an. Krack betont die „ökumenische Verbundenheit, die in Oberschwaben in großer Selbstverständlichkeit und gastfreundlichem Miteinander gelebt wird“. Deutlich werde diese Ökumene nicht zuletzt durch die simultane Biberacher Stadtpfarrkirche St. Martin, wo Krack die erste Pfarrstelle besetzen wird.

Im Kirchenbezirk Leonberg ist Matthias Krack derzeit als Dekan-Stellvertreter tätig; außerdem ist er Bezirksbeauftragter für Erwachsenenbildung. Vor seiner Zeit in Leonberg war er Pfarrer in Mundingen, einem Alb-Teilort von Ehingen (Donau). Studiert hat Krack in Tübingen und Heidelberg. Als Vikar war er in Donnstetten-Westerheim tätig.