© Schwäbische Zeitung 12.08.2020

Jeden Freitagabend treffen sich die Frauen auf der Wiese hinter dem Gemeindehaus. (Foto: Manuel Mussotter)

Wainerinnen stricken für Flüchtlingslager
Mützen, Socken, Babydecken und mehr - Alles wird in Handarbeit gefertigt

Die handarbeitsbegeisterten Frauen von „Komme was Wolle“ arbeiten nun für ein soziales Projekt: Sie unterstützen die Flüchtlingshilfe für Samos. Jeden Freitagabend treffen sie sich, um in Handarbeit einige nützliche Dinge herzustellen: Babydecken, Socken oder ganze Kleidungsstücke.

Normalerweise bringt jede ihr persönliches aktuelles „Handarbeitsprojekt“ mit in diesen Kreis der Fachfrauen. So hilft man sich gegenseitig, tauscht Ideen und Ratschläge aus und „fachsimpelt“. „Aber die Damen kommen dadurch auch über private Themen ins Gespräch und so verläuft der Freitagabend immer sehr kurzweilig“, heißt es in der Mitteilung der Gruppe. Das liege auch an der abschließenden Geschichte, die meist die Gründerin der Veranstaltung, Andrea Schließer, der Gruppe vortrage.

Zurzeit jedoch stellen einige der Frauen ihre persönlichen Handarbeiten zurück, zugunsten eines Projekts, auf das Caroline Mosbacher auf einem Handarbeitsforum im Internet aufmerksam wurde: Flüchtlingshilfe Samos. Auf der griechischen Mittelmeerinsel Samos leben tausende Flüchtlinge unter oft prekären Bedingungen in einer Zeltstadt. Vor allem für Babys wurde nach geeigneter Kleidung gesucht. Mosbacher konnte sofort die Mitstreiterinnen von „Komme was Wolle“ für dieses Projekt gewinnen.

In dem Freitagabendkreis entstehen nun hochwertige und schöne Sachen: Babydecken, Mützen, Socken, selbst genähte Kleidungsstücke und vieles mehr. „Ich bin froh über dieses Projekt, denn ich hatte gar keine Arbeit mehr über den Sommer“, so die 83-jährige Else Schneider.

Und nun hat ein anonymer Spender dem Kreis auch noch kostenfrei Wolle zur Verfügung gestellt, „die ist gar nicht so billig, denn es handelt sich um hochwertige Ware“, so Caroline Mosbacher.

Außerdem bringen auch Leute Handarbeiten einfach so vorbei. Mitte September sollen die Werke nach Griechenland auf die Reise geschickt werden.

Die Frauen von „Komme was Wolle“ treffen sich jeden Freitagabend im Gemeindehaus oder auf der Wiese dahinter.

Wer sich beteiligen möchte und noch selbstgefertigte Babykleidung (gehäkelt, gestrickt, genäht) mit auf die Reise schicken will, kann sich bei Andrea Schließer unter 07353 / 2827 melden.