© Schwäbische Zeitung 29.07.2020

Gemeindereferentin Elvira Schlichtung und Pfarrer Georg A. Maile feierten den ökumenischen Gottesdienst auf der Burg. (Foto: privat)

Pfarrer ruft Gläubige dazu auf, mehr Mut zu zeigen

Rund 100 Besucher zelebrieren den ökumenischen Gottesdienst auf der Burghofterrasse in Otterswang

Otterswang

„Ein wenig Mut tut immer gut“ war das Motto des diesjährigen ökumenischen Gottesdienstes auf der Burghofterrasse. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie und der labilen Wetterlage pilgerten gut 100 Besucher mit Gesichtsmasken auf das Burghofareal. Zelebriert wurde die feierliche Zusammenkunft der Christen aus der oberen Schussentalregion seitens der katholischen Kirchengemeinde von Elvira Schlichting in ihrer Eigenschaft als Gemeindereferentin und von Pfarrer Georg A. Maile seitens der evangelischen Kirchengengemeinde Bad Schussenried. Die Josefskapelle Bad Schussenried begleitete mit ihrem musikalischen Leiter Norbert Schmidberger den Gottesdienst und spielte danach noch einige Unterhaltungsstücke.

 

Im Mittelpunkt einer biblischen Betrachtung stand ein Ausschnitt aus dem Buch der Könige, in dem über den Gemütszustand des damals amtierenden Propheten Elia sehr viel Aufschlussreiches und vor allem Menschliches zu erfahren war. Der Gottesmann Elia schien unter der Last seiner verantwortungsvollen Aufgabe zu kapitulieren. Ja, es verließ ihn der Mut und das ging so weit, dass er nicht mehr leben wollte und er seufzte: „Herr, ich kann nicht mehr, lass mich sterben.“ Pfarrer Georg A. Maile sagte, es sei schon oftmals eine enorme Belastung, was uns Menschen im Leben alles zugemutet werde. Daraus resultiere oft eine verständliche Mutlosigkeit. Wörtlich meinte er: „Wer dagegen mutig ist, geht oft ein Risiko ein.“ Als Beispiel führte er an, wenn vor allem ältere Menschen in ein Alten- oder Pflegeheim kämen, in ein ihnen meist vollkommen fremdes Umfeld. Dies könne den Gemütszustand gehörig durcheinanderbringen und kurzzeitig mutlos machen.

 

Wer hingegen glauben könne, der fasse mit dem Beistand Gottes und seiner Hilfe neuen Mut. Passend dazu das Lied „Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut,“ als Sologesang von Pfarrer Maile mutig mit seiner Bass-bariton-Stimme einwandfrei vorgetragen. In einer Schlussbetrachtung betonte Gemeindereferentin Elvira Schlichting die Wichtigkeit, dass Christen dazu berufen sind, anderen Menschen Mut zuzusprechen und mutig im Alltag für die Sache Gottes einzutreten. Die Kollekte in Höhe von 330 Euro wird der ökumenischen Hospizarbeit in Bad Schussenried und Bad Buchau und Umgebung zukommen.

© Schwäbische Zeitung 08.07.2020

Dekan Matthias Krack und Pfarrer Stefan Ruf zelebrierten den ökumenischen Gottesdienst. (Foto: Thomas Schuck)

„Ein sehr gutes Zeichen für die Ökumene in Biberach“
70 Gläubige besuchen ökumenischen Gottesdienst am Berliner Platz

Nach den starken Einschränkungen, die auch die Kirchen während der Corona-Pandemie erleben mussten, laden diese nun verstärkt zu Freiluft-Gottesdiensten ein. Nach dem Auftakt im Hölzle im Mai folgte nun ein weiterer, diesmal ökumenischer Open-Air-Gottesdienst. Dekan Matthias Krack und Pfarrer Stefan Ruf hießen, umgeben von Bäumen und auf saftiger Wiese, rund 70 Gläubige willkommen.

Der Gottesdienst unter strahlend blauem Himmel stand unter einem bekannten Vers aus Psalm 18: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“ Dekan Krack nahm in seiner Predigt vielfach Bezug auf den Fall der Berliner Mauer vor gut 30 Jahren und auch zu den Einschränkungen durch die Corona-Krise. Im Angesicht von einem Stück aus der Berliner Mauer ermutigte er die Gläubigen, immer wieder den Schritt nach vorne zu wagen und dabei auf Gottes Kraft und Segen zu vertrauen.

Der evangelische Posaunenchor unter Leitung von Katharina Bickel begleitete den Gottesdienst mit bewegenden Melodien. Pfarrer Ruf dankte Matthias Krack im Anschluss „für diesen ersten gemeinsamen ökumenischen Gottesdienst. Unsere Zusammenarbeit im Vorfeld ist ein sehr gutes Zeichen für die Ökumene in Biberach.“

Der nächste Open-Air-Gottesdienst ist für den eigentlichen Bauernschützen-Sonntag, 26. Juli, im Hölzle geplant. Den Posaunenchor kann man wieder am 22. Juli hören – im Spitalhof am Museum. Dort spielen die 18 Bläserinnen und Bläser ab 19 Uhr und holen damit das Anfang Juli verschobene Konzert nach.

Foto: Thomas Schuck