© Schwäbische Zeitung 30.11.2020

Die Mitglieder des Kirchengemeinderats in Kirchdorf (v. l.) Horst Gogesch, Gudrun Diebold und Pfarrerin Ulrike Ebisch freuen sich über die Auszeichnung zur fairen Gemeinde. (Foto: Luca Mader)

Auszeichnung für faire Kirchengemeinde
Warum die Gemeinde in Kirchdorf für ihr Engagement geehrt wurde

Die Pandemie hat vielen Menschen vor Augen geführt, wie ungleich die Lebenssituation zwischen den verschiedenen Teilen der Bevölkerung ist. Die evangelische Kirchengemeinde Kirchdorf setzt sich schon seit Langem für mehr Gerechtigkeit ein. Für dieses Engagement ist sie am Sonntag in Kirchdorf zur „fairen Gemeinde“ gekürt worden. Verliehen wird dieses Siegel von der Landesstelle Brot für die Welt im Diakonischen Werk  Württemberg, in Kooperation mit anderen Kirchenämtern.

„Wir wollen Gerechtigkeit nicht nur predigen, sondern auch danach handeln“, sagte Ulrike Ebisch, Pfarrerin der evangelischen Gemeinde, zu der die Orte Kirchdorf, Kirchberg, Berkheim und Dettingen gehören. Bevor die Plakette mit der Aufschrift „faire Gemeinde“ am evangelischen Gemeindehaus in Kirchdorf angebracht wurde, hielten die Mitglieder einen kleinen Gottesdienst ab.

Ebisch betonte dabei, wie wichtig Gerechtigkeit und Frieden auf der Welt seien: „Jeder Mensch ist gleich, egal, wo er herkommt.“ Musikalisch untermalt wurde die Messe am Schluss mit einer Version von Michael Jacksons „Earth Song“, welcher mit Klavier, Geige und E-Bass neu interpretiert wurde.

Doch für das Siegel reichen Worte nicht aus. Gewisse Anforderungen müssen über einen Zeitraum von zwei Jahren erfüllt werden. So verkaufen die Preisträger beispielsweise seit 2018 fair gehandelten Kaffee und achteten beim Gemeindefest darauf, ihre Gäste nur mit Produkten aus der Region zu bewirtschaften. „Wir wollen zum Nachdenken über die weltweite Gerechtigkeit anregen“, sagte Gudrun Diebold, die zusammen mit Hannah Haas den Arbeitskreis für die Initiative „faire Gemeinde“ bildete.

Um etwas für den Artenschutz zu tun, pflanzten die Mitglieder der Gemeinde außerdem Wildblumen auf dem Gelände des Gemeindehauses an. „Wir sind ständig auf der Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten“, so Diebold. Auf Müllvermeidung, den Einsatz von Ökostrom und einiges mehr wurde ebenfalls Wert gelegt.

Ein weiteres Kriterium für die Verleihung des Siegels ist die Abhaltung einer jährlichen Bildungsveranstaltung zum Thema „Fair Handeln“. Dazu lud die Gemeinde heuer in der Fastenzeit vor Ostern zum „Klimafasten“ ein. Hierbei stand der „ökologische Fußabdruck“ der Teilnehmer im Mittelpunkt. Die Interessierten bekamen dabei Vorschläge an die Hand, um ihren eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Damit wolle man auf den abstrakten Begriff des „Klimawandels“ reagieren und reale Handlungsoptionen bieten, um diesen einzudämmen. „Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, damit Menschen konkrete Ideen kriegen, was sie selber tun können“, sagte Pfarrerin Ebisch. Weitere Veranstaltungen fielen zwar wegen der Corona-Pandemie ins Wasser, in der Zukunft soll es aber weitere Infoabende zu ähnlichen Themen geben.

Mit all diesen Tätigkeiten wolle man einen kleinen Teil dazu beitragen, die Ungerechtigkeit in der globalisierten Welt zu verringern. „Mit allem was wir tun, sind wir Nutznießer von dem, was andere Menschen in anderen Teilen der Erde tun. Dass auch diese Menschen faire Löhne bekommen, ist uns wichtig“, sagte Ebisch. Dabei liege der Fokus ebenso auf der Umwelt. „Unser Augenmerk liegt auch auf den Ressourcen. Damit müssen wir bewusster umgehen und darauf achten, dass sie nicht verschwendet werden“, betonte Irina Volk, zweite Vorsitzende des Kirchengemeinderats. Die Gemeinde solle bei diesem Prozess voll eingebunden werden.

Text/Foto von Luca Mader, Schwäbische Zeitung

© Schwäbische Zeitung 21.11.2020

Die Organisatoren der Aktion „Sternenfunkeln“ hoffen, dass alle Kinderwünsche, die an den Holzweihnachtsbäumen in den Geschäften hängen, von Spendern erfüllt werden. (Foto: Gerd Mägerle)

Kein Kind soll leer ausgehen
Aktion „Sternenfunkeln“ mit Wünschen bedürftiger Kinder aus der Region startet wieder

Kein Kind soll leer ausgehen“ - das ist das Motto der Aktion „Sternenfunkeln“, zu der der Diakonieausschuss der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde und die Bürgerstiftung Biberach auch in diesem Jahr wieder einladen. Von Samstag, 28. November, bis Mittwoch, 9. Dezember, sind in mehreren Biberacher Geschäften wieder kleine Holzweihnachtsbäume aufgestellt, an denen gelbe Sterne mit Wünschen von Kindern aus bedürftigen Familien in Biberach, Mittelbiberach und Ummendorf angebracht sind.

Dafür werden nun Spender gesucht, die einen Stern von einem der Weihnachtswunschbäume nehmen, das darauf beschriebene Geschenk besorgen, dieses eingepackt und mit dem gezogenen Stern versehen bis zum 9. Dezember im Modehaus „Kugler men's fashion“, Hindenburgstraße 3, abgeben.

Alle Wünsche liegen in einer Preislage von etwa 25 Euro. Auf den Sternen ist zu erkennen, wie alt das Kind ist und ob es ein Mädchen oder ein Junge ist. Aus Datenschutzgründen werden die Namen der Kinder nicht bekannt gegeben, dennoch stehen die Initiatoren der Aktion dafür ein, dass jedes Geschenk beim richtigen Kind ankommt und es sein Geschenk pünktlich zu Weihnachten erhält.

Die Kinderwünsche sind über die sozialen Einrichtungen und Dienste in Biberach, beispielsweise die Schulsozialarbeit, die Beratungsdienste von Caritas, Diakonie und Wohnungslosenhilfe sowie Kindergärten vermittelt worden.

Weitere Fragen zur Aktion beantwortet
Pfarrer Peter Schmogro, Telefon 7351/9403 oder E-Mail Peter.schmogrodontospamme@gowaway.elkw.de


Hier stehen die Weihnachtswunschbäume

Die Weihnachtswunschbäume der Aktion „Sternenfunkeln“ sind in folgenden Geschäften zu finden:

Bäckerei Eisinger, Viehmarktstraße 24

Buchhandlung Atempause, Gymnasiumstraße 23

Drogeriemarkt Müller, Marktplatz 26

Friseur Reisacher, Schwanenstraße 3

Gutermann zum Blumenstrauß, Marktplatz 4

Kreissparkasse Biberach, Marktplatz 29

Kugler men's fashion, Hindenburgstraße 3

Modehaus Kolesch, Marktplatz 14-16

Spiel und Freizeit Reisch, Waldseer Straße 100

Stadtbuchhandlung, Marktplatz 51

Volksbank Ulm-Biberach, Bismarckring, 57-61

Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte oder wer wenig Zeit für einen Einkauf hat, kann die Aktion „Sternenfunkeln“ auch mit einer separaten Geldspende unterstützen.

Spendenkonto: Evangelische Gesamtkirchengemeinde Biberach, Verwendungszweck: Aktion Sternenfunkeln, IBAN: DE94 6545 0070 0007 7688 02