© Schwäbische Zeitung 28.04.2021

Wainer Konfirmanden und Pfarrer Ernst Eyrich

Acht Jugendliche bekennen sich zu Gott

Freiluft-Gottesdienste auf der idyllischen Wiese beim evangelischen Gemeindehaus ermöglichen die Konfirmation

Die Sonne strahlte vom Himmel, was sie konnte: Für drei Töchter und fünf Söhne stand am vergangenen Wochenende die Konfirmation im Kalender. Ungeachtet der sehr hohen Inzidenzwerte feierten die Konfirmanden und Konfirmandinnen von 2020 mit Pfarrer Ernst Eyrich Freiluft-Gottesdienste, auf der idyllischen Wiese beim evangelischen Gemeindehaus.

Alles geplant hatten sie bereits für den 29. März 2020 - wegen Corona wusste man vor gut einem Jahr aber noch nicht, was zu tun ist, und musste das Fest kurzfristig absagen. Und auch dieses Mal hatte sich die Corona-Lage zugespitzt.

Um möglichst viel Sicherheit zu bieten, betrieb die Evangelische Kirchengemeinde deshalb viel Aufwand: Drei Gottesdienste für geladene Gäste an der wortwörtlich frischen Luft machten die Konfirmationen im kleinen, feinen Rahmen möglich.

Herübergerettet wurde nicht nur das angesammelte Wissen der Konfirmanden-Schar. Auch die Jahres-losung von 2020 wurde übernommen: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“

Im Mittelpunkt der Predigt stand das Vertrauen gegenüber Gott. Dieses lasse uns einatmen, eurchatmen, stehe für Leichtigkeit, auch in schweren Situationen, die das Leben so mit sich bringt. Pfarrer Ernst Eyrich machte deutlich, dass das Vertrauen der Eltern gegenüber ihren Kindern ein Spiegel des Gottvertrauens sei. Er bezeichnete Vertrauen als zeitlose Währung, die durch nichts zu ersetzen ist.

Authentisch für die Konfirmanden und Festgäste berichtete Eyrich von einer eigenen Lebens- und Glaubenskrise als 18-Jähriger. „Glaube heißt Vertrauen und Vertrauen ist ein Wagnis, das sehr viel Mut verlangt. Ich schaue heute dankbar auf diese überaus unglückliche Zeit zurück. Plötzlich gab es eine unerwartete Wende. Das Problem hat sich aufgelöst.“ Er ermunterte die drei Töchter und fünf Söhne, immer auf Gott zu vertrauen. „Jesusvertrauen ist die beste Lebenswährung.“

Elisa Flassak, Jonas Kriegl, Tim Eric Guggenberger, Clemens Joachim Ferdinand Constantin Freiherr von Herman, Hanna Maunz, Jonas Fromm, Dominik Kächler und Nicole Chiara Wipfler trugen den Katechismus vor. Anschließend bestätigten sie ihre Zugehörigkeit zu Gott. In Form einer neuartigen Weinhostie empfingen sie zum ersten Mal das Heilige Abendmahl.

Den Gottesdienst bereicherten Sarah und Alexander Locher wunderbar durch Gesang und Gitarrenmusik. Die Organisten Andreas Wahl und Michael Frey verstärkten den musikalischen Genuss - besonders wichtig an diesen Tagen ohne Singen für die Gemeinde. Ein fleißiges Team aus Mesnerinnen, Dekorateur, Ordnern und Technikern hatte ebenfalls durch viele Einsatzstunden die Konfirmationen in diesen Zeiten ermöglicht.

Besonders ins Auge stachen die von Frieder Fromm gebauten goldglänzenden Säulen neben dem Altar auf der Wiese: Glaube, Unglaube, Hilfe und Treue. Pfarrer Eyrich: „Die (goldglänzende) Folie unseres Lebens ist die Treue Gottes.“

© Schwäbische Zeitung 06.04.2021

Über Nacht haben Jugendliche in Wain mit Straßenkreide Botschaften gemalt. (Foto: Manuel Mussotter)

Osterüberraschungen in Wain


Jugendliche malen Osterbotschaften auf die Straßen

Am Ostersonntag wurde in der Wainer Michaelskirche ein besonderer Gottesdienst gefeiert. Eine Osterkerze wurde am Osterfeuer im Kirchgarten entzündet. Zudem wurden Seniorinnen und Senioren der Gemeinde mit Osterüberraschungen bedacht und auf vielen Straßen waren Osterbotschaften zu lesen, teilt die evangelische Kirchengemeinde mit.

Wer am Sonntagmorgen den Ostergottesdienst besuchte, wurde am Südportal der Wainer Michaelskirche von einem Osterfeuer empfangen. Nach dem Glockengeläut verkündete Pfarrer Ernst Eyrich die frohe Osterbotschaft: „Der Herr ist auferstanden!“ und entzündete am Feuer eine Osterkerze. Anschließend wurde die Kerze von einem Konfirmanden unter den Klängen der Orgel zum Altar getragen, wo sie ihr Licht an die Altarkerzen weitergab.

In seiner Osterpredigt ging Pfarrer Ernst Eyrich auch darauf ein, dass im vergangenen Jahr keine Osterpräsenzgottesdienste stattgefunden haben. Es habe sich im letzten Jahr niemand vorstellen können, dass ein Jahr später immer noch Beschränkungen existierten. Dennoch gelte die Osterbotschaft: „Ostern findet statt, Jesus lebt, der Tod ist besiegt.“ Dies könne in diesen Tagen eine tröstende Botschaft sein, so Eyrich.

Besonders war auch, dass der Gottesdienst durch acht Bläserinnen und Bläser des Posaunenchores begleitet wurde. Diese Anzahl darf nach aktuellen Regeln gemeinsam musizieren. Sie spielten jedoch außerhalb des Gotteshauses durch das geöffnete Portal und wurden per Mikrofon übertragen.

Zwei besonders schöne Aktionen haben sich die Jugendlichen der Wainer Kirchengemeinde einfallen lassen: Sie überraschten ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger mit einem Osternest, das auch persönliche Worte enthielt. Besonders freute die Jugendlichen, dass sich einer der Beschenkten wiederum mit einem persönlichen Brief bedankte, so eine der Organisatorinnen. In der Osternacht waren zudem einige der jungen Leute als Künstler im Ort unterwegs: Mit Straßenkreide schrieben und malten sie die Osterbotschaft an vielen unterschiedlichen Stellen im Dorf auf den Teer. „Das nennt man 'Stillen Flashmob'“, so die jungen Leute.