Das Hölz­le mel­det Re­kord­zah­len

Die Gruppe 2 des Hölzles bereitet sich mit Kriegsbemalung auf das Geländespiel vor. SZ-FOTO: SOPHIE BISCHOFF

Das Hölz­le mel­det Re­kord­zah­len

215 Mitarbeiter betreuen mehr als 1050 Kinder in den Sommerferien

Biberach - Insgesamt mehr als 1050 Kinder und Jugendliche aus Biberach und Umgebung verbringen dieses Jahr einen Teil ihrer Sommerferien im Ferienwaldheim Hölzle. "Dieses Jahr haben wir absolute Rekordzahlen", sagt Waldheimleiter Steffen Mohr. Mit 215 Mitarbeitern stehen mehr Betreuer denn je bereit, um dafür zu sorgen, dass die Freizeit für die Kinder zu einem spannenden Erlebnis wird.

Die sechs Wochen Ferien werden in drei zweiwöchige Abschnitte gegliedert. Im ersten Abschnitt wurden die 410 angemeldeten Kinder nach Alter in 23 Gruppen aufgeteilt. "Dieses Jahr haben wir absolute Rekordzahlen", sagt der Waldheimleiter Steffen Mohr. "Das liegt aber auch daran, dass wir so viele ehrenamtliche Mitarbeiter haben wie noch nie. Ohne die wäre es nicht möglich so viele Kinder auf einmal zu betreuen." Von 8 Uhr in der Früh bis 18 Uhr werden die Kinder von den insgesamt 215 Mitarbeitern betreut. Von drei bis 14 Jahren kann man beim Ferienwaldheim teilnehmen. Wer danach weiterhin seine Ferien dort verbringen möchte, kann ab 15 Jahren zum Hilfsmitarbeiter, einem sogenannten Rookie, werden. Ab 16 ist man ein voller Mitarbeiter.
Steffen Mohrs arbeitet hauptberuflich im Hölzle. Zu seinen Aufgaben gehört es auch, die Jugendlichen zu begleiten und zu Jugendleitern auszubilden. Die künftigen Betreuer durchlaufen eine Woche Jugendleiterschulung , wo sie sich unter anderem mit Spiel- und Gruppenpädagogik auseinandersetzen. Außerdem werden an vielen weiteren Wochenenden die Vorbereitungen für das Programm getroffen.

Mitarbeiter sind begeistert

Doch die Mitarbeiter sind sich einig: Trotz des großen Aufwands lohnt es sich auf alle Fälle dabei zu sein. Vanessa Wolff ist dieses Jahr schon zum vierten Mal dabei: "Die Gemeinschaft unter den Mitarbeitern ist super. Da macht einem die Arbeit gar nichts aus." Derselben Meinung ist auch Vivienne Höfer: "Ich bin zwar dieses Jahr zum ersten Mal als Mitarbeiterin dabei, aber ich war schon als Kind oft im Hölzle. Nächstes Jahr möchte ich auch auf jeden Fall wieder dabei sein."

Alle Kinder im Alter von drei bis 14 Jahre sollen im Hölzle altersgerecht beschäftigt werden. So durften die Kleinsten einen Bauernhof besuchen, während die Älteren ein Geländespiel machten. Für die Zwölf- bis 14-Jährigen wartete am gleichen Tag ein Orientierungslauf mit GPS-Gerät. Das Geländespiel stand unter dem Motto "Die Tribute von Panem". Mit einem Einführungstheater mit Charakteren aus dem Film wurde den Kindern vorgeführt, was das Ziel des Spiels ist. Verkleidet als "Katniss" und "Peeta" baten zwei der Mitarbeiter die Kinder um Hilfe, ihr Essen wieder zu finden. Die Kinder mussten in der Gruppe Aufgaben erledigen, die sie zum verlorenen Essen brachte. Das Spiel endete auf dem Spielplatz in Winterreute, wo gemeinsam gegessen wurde.

Nachtwanderung gehört dazu

Das Geländespiel ist nur einer der vielen Hölzle-Höhepunkte neben dem Besuch im Freibad Biberach, dem Elternbesuchstag und der Nachtwanderung. Aber auch an einem "normalen" Tag wird den Kindern viel geboten. Nach dem Frühstück gibt es ein Gruppenprogramm, das sich die Betreuer überlegt haben. Je nach Alter der Kinder wird Pizza gebacken, gepaddelt, gebastelt oder gespielt. Nach dem Mittagessen können die Kinder beim Wahlgruppenprogramm selbst entscheiden, auf was sie Lust haben. Der Tag im Hölzle endet mit dem Abendessen. "Für die Mitarbeiter ist dann aber noch lange nicht Schluss", sagt Steffen Mohr. "Jeder wird in verschiedene Dienste eingeteilt, damit auch am nächsten Tag das Camp wieder schön aussieht."

Dazu haben die Mitarbeiter viele Ideen. Im Juli 2015 wurde ein riesiger Kletterturm für Geschicklichkeitsaufgaben errichtet. "Nächstes Jahr feiert das Hölzle 60-jähriges Bestehen und dafür wollen wir dann das Gelände um den Turm herum erneuern", erzählt Mohr. Außerdem soll der Aufenthaltsraum erneuert werden. "Das Camp besteht schon seit 1958 und da ist es wichtig, alles weiterzuentwickeln. Stillstand heißt in so einem Bereich Rückschritt."

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Die Gruppe 2 des Hölzles bereitet sich mit Kriegsbemalung auf das Geländespiel vor. SZ-FOTO: SOPHIE BISCHOFF