Ökumenische Weihnachtsbotschaft

Ökumenische Weihnachtsbotschaft der Dekane in den katholischen Dekanaten Biberach und Bad Saulgau und im evangelischen Kirchenbezirk Biberach
„Fürchtet euch nicht!
Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;
denn euch ist heute der Heiland geboren!“ (Lukas 2,11f.).
Große Freude statt Furcht! Diese alt-vertraute Botschaft des Engels wird am Heiligen Abend wieder in den Kirchen der Dekanate Biberach, Bad Saulgau und des Kirchenbezirks Biberach zu hören sein. Aber hat diese Weihnachtsbotschaft in unseren Corona-Zeiten überhaupt eine Chance, Menschen zu erreichen? Erklingt diese himmlische Verkündigung nicht als billige Vertröstung?

Heute, wo die irdischen Nachrichten von den Infektions- und Sterbezahlen uns täglich neu das Fürchten lehren? Die Pandemie hat das soziale Gefüge hier bei uns und weltweit beschädigt, massive Arbeitslosigkeit und sogar Hunger verursacht, viele Verbindungen zwischen Menschen zerrissen, Ungerechtigkeit offenbart und verschärft, Chaos und Uneinigkeit gesät und die demokratische Grundordnung in Frage gestellt.

Gleichzeitig gingen auch Gewalt und Kriege weiter, vernichteten die Lebensgrundlage vieler Menschen, führten zu steigenden Zahlen von Flüchtlingen und kosteten so vielen Männern, Frauen und Kindern das Leben. Die räumliche Distanzierung von anderen Menschen und die weiteren Auflagen und Beschränkungen, die notwendig sind, weil wir einander vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen wollen, lassen uns in diesem Jahr das Weihnachtsfest in unseren Kirchen und Familien anders als gewohnt feiern. Wir werden um die vielen Toten der Pandemie trauern und unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen für all jene, die sich mit großen Engagement um die Kranken in den Kliniken und die hilfs- und schutzbedürftigen Menschen in den Alten- und Pflegeheimen und den Einrichtungen für Menschen mit Behinderung kümmern.

Doch die biblische Weihnachtsbotschaft ist mehr und anderes als ein religiöser Festtagszauber, der uns die Probleme unseres Lebens und unserer Welt kurzfristig vergessen macht. Denn die Stimmen der Engel erschallen selbst unter den widrigen Umständen unserer Tage und verkünden die große Freude und die frohmachende Botschaft der Geburt Christi. Als Christinnen und Christen erkennen wir in diesem einzigartigen Ereignis, der Geburt des kleinen Jesuskindes in einem armen Dorf am Rande des Römischen Reiches, den fragilen Anfang unserer eigenen Erlösung. Als hoffnungsvolle Menschen erkennen wir in der Geburt Jesu Gottes „Ja“ zum Leben und das Entstehen neuer Möglichkeiten, den Sieg des neuen Lebens über Tod und Verzweiflung. Seine Menschwerdung ist Gottes entschiedenes „Ja“ zum Menschen und zu seiner Schöpfung. Gerade deshalb ist die Weihnachtsbotschaft des Engels bis heute so wichtig. Deshalb geht unsere

Weihnachtsfreude nicht in den Problemen und Ängsten unseres Alltages unter. Deshalb erwächst uns aus der Heiligen Nacht eine große innere Freude, die uns auch in diesen Corona-Zeiten Lebenszuversicht schenkt. Das auch Sie das erfahren mögen, das wünschen wir Ihnen von Herzen und beten darum. Auf dass wir zusammen in den Engelschor einstimmen können: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ (Lukas 2,14).

Eine gesegnete Weihnacht wünschen Ihnen

Dekan Sigmund Schänzle                Dekan Peter Müller                         Dekan Matthias Krack

Dekan Sigmund Schänzle

Dekan Peter Müller

Dekan Matthias Krack