Gebete für jeden Tag

Dietenheimer Mitmachaktion – Tischgebete:
In diesen Wochen haben viele Menschen Zeit, um selbst zu kochen und um bewusster zu genießen. Da ist es Zeit, Gott für seine Gaben zu danken. Für jeden Tag der Woche stellt ein Gemeindeglied oder eine unserer Kirchengemeinde verbundene Person ihr Lieblingstischgebet vor und ermuntert Sie mitzubeten:

Montag:

Jedes Tierlein hat sein Essen

Jedes Blümlein trinkt von Dir

Hast auch Du mich nicht vergessen

Lieber Gott ich danke Dir. Amen

Dies ist unser Lieblingstischgebet; jeder kann es sprechen, ob klein, ob groß. Es fasst auf einfache Weise zusammen, wie der liebe Gott sich umfassend um alle Lebewesen sorgt. Fröhlich gesprochen sorgt es direkt für gute Laune beim Essen.

Familie R.

Dienstag:

Der du der Erde Brot gegessen,

mit Sündern hast zu Tisch gesessen,

Herr Jesu, komm und mach uns satt,

dass Leib und Seel Genüge hat. Amen

Mein Lieblingslied als Tischgebet ist aus „Kommt atmet auf“, dem bayerischer Ergänzungsband zum Gesangbuch. Es ist ein Kanon und würde sich auch bei einem Gemeindefest eignen. Vielleicht können wir das mal ins Auge fassen und uns darauf freuen, wenn es wieder möglich ist.

Hannelore C.

Mittwoch:

Komm Herr Jesus sei unser Gast

und segne alles, was du uns bescheret hast. Amen

Dieses Tischgebet sprechen wir seit meiner Kindheit in der Familie. Somit kann man von einer kleinen Familientradition sprechen, da das auch das Kindheitstischgebet meiner Frau war und wir das somit mit unseren Kindern fortführen.

Michael N.

Donnerstag:

Für dich und für mich ist der Tisch gedeckt,

habe Dank lieber Gott, dass es uns gut schmeckt. Amen

Mein Lieblingstischgebet können wir in Coronazeiten besonders gut nutzen. Man fasst sich nicht an den Händen sondern klatscht rhythmisch abwechselnd einmal in die Hände und einmal auf den Tisch.

Im Kindergarten bekam ich nach 7 1/2 Jahren eine neue Kollegin, die eine absolute Gebetserhörung und eine unglaublich starke Christin ist. Sie hat es mitgebracht und die Kinder alle damit begeistert.

Petra G.

Freitag:

Lieber Gott, du weißt Bescheid:

Wer Hunger hat, hat keine Zeit!

Heute hab ich glatt vergessen,

dir zu danken vor dem Essen.

Magen voll und Teller leer,

dank ich dir halt hinterher! Amen

Auch wenn ich im Allgemeinen meine Tischgebete frei formuliere, finde ich dieses Tischgebet manchmal hilfreich und angebracht sein. Natürlich mit einem Augenzwinkern…

Kirsten F.

Samstag:

Alle guten Gaben,

alles was wir haben,

kommt oh Gott von dir,

wir danken dir dafür. Amen

Bei uns zu Hause gab und gibt es eigentlich nur das eine Tischgebet. Ich kann mich erinnern, dass ich schon als ganz kleines Kind vor jedem Essen die Hände von Oma und Mama und später die von Mama und einem meiner kleinen Geschwister gehalten habe. Dann sprachen wir gemeinsam immer das gleiche Gebet. Nachdem wir dann die Hände losgelassen hatten, setzte meine Oma dazu: „Wir wollen nicht vergessen, ganz ordentlich zu essen.“

Im Laufe der Jahre haben wir andere Gebete gelernt, aber eigentlich ist es bei uns zu Hause immer noch dieses Gebet, das wir fast immer sprechen. Da meine Oma längst verstorben ist, übernimmt den zweiten Spruch nun entweder meine Mutter oder jemand anderer am Tisch.

Heidi K.

Sonntag:

Das folgende Tischgebet gefällt gleich zwei Personen am Besten:

Vater segene diese Speise

uns zur Kraft und dir zum Preise. Amen

Mit diesem Tischgebet verbinde ich, dass Gott uns großzügig beschenkt. Gott gibt uns alles was wir brauchen und Gott gibt uns seine Liebe. Mit diesem Gebet möchte ich auch Dankbarkeit ausdrücken. Seit ich alleine bin erlebe ich das viel bewusster.

Helga E.

Als Kind konnte ich nicht begreifen, warum meine Eltern immer dieses Gebet vor dem Essen gesprochen haben. Ich fand es einfach "langweilig" und warum auch dreimal am Tag das gleiche Tischgebet? Ich konnte nicht anders und stellte meinem Vater die Frage: Wozu und warum immer das Gebet -Segne diese Speise? In aller Ruhe teilte mir mein Vater seine Gedankengänge mit: Weißt du, vielleicht ist zum Beispiel der Landwirt bei seiner Arbeit und Ernte über irgendetwas verärgert oder es klappt nicht so wie er will und er flucht über seine Arbeit. Deshalb bitte ich Gott, dass er diese Speise segnet und sie uns Kraft gibt und danke ihm dafür. Ich habe damals den Inhalt des Gebetes verstanden und bete es heute noch sehr gerne.

Renate U.

Gebete für jeden Tag der Woche – Sonntag Rogate:

Liturgischer Beginn:

Im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Wochenpsalm: Psalm 95

(weitere Psalmen finden Sie im Gesangbuch hinten im lila Teil)

Kommt herzu, lasst uns dem HERRN frohlocken

und jauchzen dem Hort unsres Heils!

Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen

und mit Psalmen ihm jauchzen!

Denn der HERR ist ein großer Gott

und ein großer König über alle Götter.

Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde,

und die Höhen der Berge sind auch sein.

Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht,

und seine Hände haben das Trockene bereitet.

Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem HERRN,

der uns gemacht hat.

Denn er ist unser Gott und wir das Volk

seiner Weide und Schafe seiner Hand.

Schöpfer der Welt, wir danken dir. Du hast uns unser Leben gegeben, hast uns behütet und vor Vielem bewahrt. Du Gott des Universums bist der Gott, der uns kennt und liebt. Deine Größe ist, die Geringsten hochzuachten. Deine Macht ist, die härtesten Herzen zu öffnen, Deine Gottheit ist deine Menschlichkeit. Wir können dich nicht immer begreifen, weil du so anders bist, als wir oft denken, und weil du viele unserer Wünsche nicht erfüllst. Wir bitten dich, lass uns im Hören und Reden mit dir deinen Willen besser verstehen und gib uns nicht auf, wenn wir blind sind für dich.

Hier kommen Bitten für die einzelnen Wochentage:

Montag: Barmherziger Gott, wir kommen, um dir zu frohlocken. Wir jauchzen dir, dem Hort unseres Heils. Wir danken dir für die Öffnungen, die wir in diesen Tagen und Wochen erleben durften. Wir danken dir, dass in unserem Land die Lebensmittelversorgung immer funktioniert hat und nie Gefahr bestand, dass es uns an irgendetwas mangeln würde. Wir blicken auf die besonders gefährdeten Menschen in den Pflegeheimen und bitten dich, tröste sie in ihrer Einsamkeit.

Dienstag: Jesus Christus, lass uns mit Danken vor dein Angesicht kommen und dir mit Psalmen jauchzen! Wir danken dir, dass die Spielplätze wieder geöffnet haben und Kinder wieder an der frischen Luft spielen und toben können. Wir blicken auf die Menschen in den Kriegsgebieten und Flüchtlingslagern. Stelle du ihnen Menschen an die Seite, die ihnen in ihrer Not helfen.

Mittwoch: Heiliger Geist, du bist ein großer Gott und ein großer König über alle Götter. Wir danken dir, dass die Baumärkte und Gärtnereien geöffnet haben und viele Menschen die Zeit nutzen können, um Haus, Wohnung, Garten und Balkon schön zu gestalten. Wir blicken zu den „Stillen Toten“ im Land, die trotz Krankheiten zurzeit nicht zu den Ärzten oder in die Krankenhäuser gehen oder deren notwenige Operationen und Behandlungen verschoben werden mussten. Lass uns die Menschen nicht vergessen, die nun doppelt unter ihren Krankheiten leiden.

Donnerstag: Gott, unser Schöpfer, in deiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch dein. Wir danken dir für die Öffnungen, die wir in diesen Tagen und Wochen erleben durften. Mit Sorge haben wir auf die Ausgangssperren in Südeuropa geblickt und danken dir, dass wir in unserem Land immer ins Grüne durften, um Rad zu fahren und um spazieren zu gehen. Wir danken dir für das besonnene Handeln der Politikerinnen und Politiker in unserem Land und blicken voller Sorge zu den Diktatoren, die ihre Bevölkerung im Ungewissen lassen und so Menschenleben gefährden. Sorge dafür, dass sich die Wahrheit durchsetzt.

Freitag: Jesus unser Bruder, dein ist das Meer und du hast es gemacht, deine Hände haben das Trockene bereitet. Wir danken dir, dass die Pizzerien und Imbisse offen haben und wir leckeres Essen mitnehmen können. Wir danken dir für das Gesundheitssystem in unserem Land und blicken zu den vielen Arbeitslosen in Amerika, die mit ihrer Arbeit auch ihre Krankenversicherung verloren haben. Lass uns dafür eintreten, dass alle Menschen Zugang zu einer guten medizinischen Versorgung haben.

Samstag: Heiliger Geist, dich wollen wir anbeten und knien und niederfallen vor dir, der uns gemacht hat. Wir danken dir, dass Frisöre und Bekleidungsgeschäfte wieder offen haben und Menschen die großen Wert auf ihr Aussehen legen, sich wieder wohl fühlen. Wir danken dir für die trotz allem relativ stabile Wirtschaftslage und das gute Sozialsystem in unserem Land. Wir blicken voller Entsetzen nach Afrika: Hunderttausende Kinder drohen zu verhungern, weil ihre Eltern kein Einkommen mehr haben. Millionen Kinder können zurzeit nicht geimpft werden und drohen an anderen Krankheiten zu sterben. Mache unsere Herzen weit, damit wir da helfen, wo wir helfen können.

Sonntag: Dreieiniger Gott, du bist unser Gott und wir das Volk deiner Weide und Schafe deiner Hand. Wir danken dir für die Öffnungen, die wir in diesen Tagen und Wochen erleben durften. Wir danken dir, dass der Straßenverkauf der Eiscafés wieder geöffnet hat und es möglich ist, in den Parks und auf den Plätzen die Sonne und das Eis zu genießen. Wir danken dir, dass wir wieder Gottesdienste in unseren Kirchen feiern können. Im Gebet bringen wir unsere Partnergemeinde in Oderhellen vor dich. Du weißt, dass ihnen das Geld auszugehen droht. Schenke ihnen Kreativität und Glaubensmut.

Nun ist Zeit, um Gott zu sagen, was uns freut und was wir geschafft haben oder worauf wir mit Spannung oder Sorge blicken.

Vaterunser:

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft und die Herrlichkeit

in Ewigkeit. Amen.

Segensbitte:

Herr segne mich und behüte mich, lass dein Angesicht über mir leuchten und sei mir gnädig, erhebe dein Angesicht auf mich und schenke mir Frieden. Amen