Tag des offenen Denkmals in Biberach

So hat Biberach sein Gesicht verändert
Der „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag widmet sich Umbrüchen in Kunst und Architektur in der Stadt

„Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur lautet das Motto des Tags des offenen Denkmals am Sonntag, 8. September. Auf die Besucher wartet in Biberach aus diesem Anlass ein interessantes Programm aus Führungen und Mitmachaktionen, die auch für Biberacher so manches bieten, was sie bisher noch nicht wussten. Die SZ gibt einen Überblick über einige spannende Programmpunkte.

Parcours „Umbrüche“ des Stadtforums Biberach (11 bis 16 Uhr): Wer heute durch Biberach geht, findet ein Stadtbild vor, das sich an vielen Stellen von dem der 1970er-, 1980er- und frühen 1990er-Jahre unterscheidet. Manche Gebäude wurden saniert, andere abgerissen, Straßen und Plätze umgestaltet. Der Verein Stadtforum Biberach hat neun Stationen in der Innenstadt ausgewählt, an dem man durch hölzerne Bilderrahmen auf ein Gebäude oder einen Platz blickt. „Daneben gibt es auf einer Staffelei Erklärungen, wie sich dieser Bereich verändert hat, außerdem sind Fotos aus früheren Jahren zu sehen“, sagt Cäcilie Sommer vom Stadtforum. Startpunkt ist der Schadenhof. Dort erhalten die Besucher einen Plan mit den verschiedenen Stationen, außerdem gibt es dort Bewirtung mit Zwiebelkuchen, Most und anderen Köstlichkeiten.

Führung „Vom Denkmal zum abstrakten Kunstwerk“ mit Dr. Uwe Degreif (11 Uhr): Finden sich heute im öffentlichen Raum in der Stadt vielfach abstrakte Kunstwerke, wurde zu Beginn des vorigen Jahrhunderts noch ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf dem Kesselplatz aufgestellt. Inzwischen steht es an der Ecke Memminger Straße/Eisenbahnstraße und wirkt seltsam aus der Zeit gefallen. Kunsthistoriker Uwe Degreif führt in der 90-minütigen Führung zu mehreren Kunstwerken, die diesen Wandel verdeutlichen. Start ist an besagtem Kaiser-Wilhelm-Denkmal (gegenüber dem evangelischen Friedhof).

Führung „Umbrüche am Altstadtring“ mit Biljana Wieland (12 Uhr): Nirgendwo hat Biberach sein Erscheinungsbild in den vergangenen Jahren so stark verändert wie am Ring. Zuletzt waren es vor allem die kubenförmigen Gebäude mit viel Glas, Stahl und Beton, die für Diskussionen sorgten. Aber auch in den Jahrzehnten zuvor war der Altstadtring die Promenadenstraße, an der die Reichen und Mächtigen die Bürger mit ihren Gebäuden zu beeindrucken versuchten. In der 90-minütigen Führung soll dem auf den Grund gegangen werden. Treffpunkt ist am Komödienhaus.

Stadtpfarrkirche St. Martin, Führung mit dem evangelischen Stadtpfarrer Ulrich Heinzelmann (15 Uhr): „Die Stadtpfarrkirche verkörpert Umbrüche gleich in mehrerer Hinsicht“, sagt Ingeborg Voss vom Stadtmarketing, die zusammen mit Bettina Steiner das Programm für den Tag des offenen Denkmals in Biberach organisiert hat. „Hier trifft Gotik auf Barock, katholisch trifft auf evangelisch und, es trifft nicht zuletzt seit der jüngst abgeschlossenen Innensanierung alte auf neue Bausubstanz.“ Diese Aspekte verdeutlicht Pfarrer Heinzelmann in seiner Führung. Treffpunkt ist am Hauptportal.

Führung durch das Wohngebiet Sandberg mit Jürgen Casper (13.30 Uhr): Das Wohngebiet Sandberg ist kein Denkmal im klassischen Sinne, wohl aber eine Besonderheit, weil es in den 1980er-Jahren „aus einem Guss“ unter der Leitung des Schweizer Architekten Rolf Keller geplant und gebaut wurde. Als „Cooperative Biberacher Architekten“ waren zahlreiche Planer aus der Stadt in einer einmaligen Form der Zusammenarbeit daran beteiligt - einer davon war Jürgen Casper. Er wird den Interessierten erläutern, wie es dazu kam. Treffpunkt ist am Rolf-Keller-Platz.

Haus Schulstraße 26 (11 bis 16 Uhr geöffnet): Ein zwar erst jüngst gekürtes Denkmal hat jedoch eine rund 700-jährige Geschichte. In seinem Kern ist das Haus Schulstraße sogar noch etwas älter als das bislang älteste Gebäude der Stadt in der Zeughausgasse 4 (dort gibt es um 13.30 Uhr eine Führung). Das noch nicht sanierte Gebäude Schulstraße 26 kann besichtigt werden. Dort steht auch eine alte Schreibmaschine, mit der Besucher ihre Anregungen tippen können, wie das Haus künftig genutzt werden soll.

Kinderprogramm: Für Kinder gibt es am Sonntag eine Stadtrallye. Die Zettel mit den zu beantwortenden Fragen erhält man vor dem Kleeblatthaus am Marktplatz. Außerdem gibt es von 11 bis 16 Uhr ein Kinderprogramm im Familienzentrum (Schulstraße 17).

Weitere Programmpunkte: Insgesamt gibt es am Tag des offenen Denkmals in Biberach 14 Programmpunkte. Sie sind alle im Flugblatt aufgeführt, das im Rathaus erhältlich und im Internet einsehbar ist.

Das gesamte Programm ist abrufbar unter www.biberach-tourismus.de
Text von Gerd Mägerle, Schwäbische Zeitung Biberach